ermftSpi« r|(ß taKl Spibel
319 - tzantiuner Str. 1 i ------- OICI1- 37h ij
,a'keitÄ^ < 'res'h-.Häpi «'S ‘»ühlen, to, 770rm«s. _
> Htt i~~z
1 ein 6mL
beiciiiflt a? ,, Ury
tb„ beiiua«S?rcC ‘
l.ü
11 Bahuhofftr. 14 Eile Ticfenweg.
Enorme freisnapig.
Eirattata
iHil-tata
extra schwer M. 1.7L
Itt-tolii
Post. nll. Art Mk. 172
MWi! w. M alle GrvM 1
Hera-MC” I 55,^33,111
tager,i6 “■ iorSJi MDLSni
Gröben 4»
tito-Blrgy
Werttr^Sü
Reste
Lckür-;cnitofsc,Kleldtr itotfc» Leidcustosst. An zugstofie enorm billig. KrttzM'K nHcöroisen v.-» *’»
Ur. 197 Erstes Blatt 161. Jahrgang Mittwoch, 25. August 1911
■i (ßteftcitcr 21ikc wr wiv|)viivi aiijviyvv
»«£?-: General-Anzeiger für Oberyesten LÄ8-
anrna^”ei^”fnu?nmfr llotationzdrud unb Verlag ber vrühl'schen Univ.'vuch. und Steinbruderei R. Lange. Rcöaftion, Lrpedilion und Drudcrei: schulftraße 7. Lan^:^.^-"ür dkn bis vormittag» 9 Uhr. Bübingen: Fernsprecher Nr. 50 Eeschäsksstelle vahnhosftraße (6a. Mnidynwh d. Vs«.
Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten.
Vie Beratungen in Zrantreich.
Der französische Ministerral hat gestern eine drei stündige Unterredung gehabt, und wenn man einer 3CI rungsmeldung glauben darf, werden neue Vorschläge, in die auch Spanien hrneingezogen werden sott, gemacht werden. Deutschland scheint sich schweigsam zu verhalten. In der französischen Presse ist der Vorfchlag ausgetaucht, der deutsche Botschafter in Paris, Herr v. Schoen, möge wieder mit Bernnttlungsarbeiten betraut werden Hossenl lich wird aber dieser sranzosensreundliche .\?err, der an der Spitze unseres auswärtigen Amtes früher so viel dm fahren hat, auch weiterhiit in dem schwebenden Streu untätig verharren. Man spricht imb meldet davon, Iran! reich treffe Vorbereitungen für den Krieg. Solche Rack' richten können Deutschland, das lwssenllich außcrgclvöhn lidjc Vorbereitungen weniger nötig hat, kalt lassen.
Wir erhalten folgende Meldungen:
Au« dem französischen Ministerrat.
%ati8, 22 Äug. Der Botschafter Jules Lambon Patte heute vormittag eine von 9 Uhr .,<■ bis 12 Uhr 30 dauernde Uuierreouna mit dem Ministerpräsit (tatlTaug. an welcher die Minister de SelveS, TelcafsL, Messimh und Cruppi, sowie die Botschafter Paul liombcn ilnd Barröre teilnahmen.
Die Unterredung des Botschafters Jules Cambon mit Eaillaux und den Ministern wurde Nachmittags fortgesetzt. Bei der Unterredung tvar auch der Kolonialministcr Le brun anwesend. Nach einer Melduna der „Bossischen Zci tung" aus Paris verlautet über die Besprechung trotz der Wahrung des strengsten Geheimnisses gerüchtweise, es wären einige n e u e Z tt g e st ä n d n i s s e im M o n g o g c b i c t gegen das feste Versprechen Tetttschlands erwogen worden, nach Verbürgung der erteilten wirtschaftlichen Konzessionen ui Marokko, keine neuen anzustreben Ter Londoner Bot' schaster Cambon hätte neuerdings den Wider st a n d E n g lands gegen eine deutsche Ausbreitung im atlantischen Ozcan bekräftigt Barrörc habe die Passivität Italiens versichert.
Neue frauzöfifche Anregungen?
Das „Berliner Tageblatt' meldet aus Wien: Nach einer Pariser Meldung der „Wiener Allgemeinen Zeitung" sott gegenwärtig in Paris zwischen dem Botschafter Cant bon und dem französischen Kabinett folgende Anregung in Erwägung gezogen werden: Spanien tritt an Frankreich die zwischen Franzosisch-Kongo und Kamerun gelegene Kolonie Rio-Muni und die Kamerun vorgelagerte Insel Fernando Po ab. Frankreich zediert diese Besitzungen Deutschland und tritt ferner einen Teil der französischen Koloute Mittelkongo an Deutschland ab. Frankreich erkennt den nördlichen Teil Marokkos, der gegen Süden durch ben Zebu stutz begrenzt wird, einschließlich Tanger, als spanische Interessensphäre an. Ein solches Arrangement, wodurch Tanger nicht in die Hand einer europäischen Grossmacht fiele, würde auch Englands Wünschen entsprechen, das ganze übrige Marokko werde als französische Interessensphäre erhärt,
Deutschland würde durch dieses Arrangement in Anika un r 230 -hi Quadratkilometer mit rund 1200 100 Ein mobnern gewinnen.
Paris, 22. Aug In der gestrigen Eröfinungssitzung
z ö s i s ch e n V e r h a n d l u n g e n zur Sprache gebracht Im Generalrat des Marne Departements sagte der die malige Justiz Minister Balls:
bet Fri d kann u: unser i Ku
Geiahten aus uns zu nehmen und alle unsere Kräfte zusammen zufasten.
rat des Departements Puy-de-Döme hielt i . frühere M i n i st e r C im e n i e l eine Red t, in der er die deutsche Diplomatie heftig a n g r i f f.
Eine Londoner Aeußerung.
London, 23. Aug. Die „W e st m i n ft e r Garet t e ' nter ihi day", die nicht feiten in
fpiriert sind, folgende Auslassung über den Stand der Ma
• liki .1., da i tot gen des fot tbauei nben erfl rlicherweise beunrl ißt ist, mutz sich :
daß das beabsichtigte Abiommen eine sehr komplizierte An gelegenheit ist, bereit Einzelheiten eine gute Anzahl Wochen für ihre Regelung bedürfe. Der ursprüngliche Vorschlag betraf die Avtretung eines großen Stückes in Französisch Kongo an Deutschland und des deutschen Togolaudes an Frankreich. Aus Grund dieser Transaktion wollte Deutsch- land Frankreich freie Land in Marokko lassen Die öffem lidjc Meinung in beiden Ländern sieht jedoch auf die Gebietsabtretung mit scheelen Blicken. Wir hoffen, datz dies Hindernis nbenunnben wird Senn Fran tretch wirk- lich die freie Hand in Marokko erhält, s o er- L ä 11 es etwas, wofür es gewillt sein dürfte, eine l, ü bsche Kompensation zu bezahlen. Tie Schwierigkeit ist iedoch festzustelieu, datz es diese freie Hand bclonunt. Frankreich furchtet nämlich, datz, nachdem es die Kompensation bezahlt hat, es die Marottosragc genau so offen, wenn auch in neuer Form finden wird.
Eine Eingabe des Zentralverbandes Deutscher Industrieller.
Der Berliner „Lokalanzeiger" meldet aus Berlin: Ter Zentralverbano deutscher Industrieller hat an den Reichstau -,lcr eine auf Wahrung der deutschen Interessen in Marokko bezügliche Eingabe gerichtet.
Tie Lage in Tarudant sehr ernft!
London, 22. Aug. Die „Morning Post" meldet aus Tanger: Es steht jetzt fest, datz die allgemeine Sage in Tarudant weit ernster ist, als ursprünglich a it g c n o m m c n tt u r t t Hruraleute
besetzten, unterstützt durch die Bevöllerung der Siabi, nach heftigem Kampfe mehrere wichtige Punlle innerhalb der idt. B i i m e . st e n ’.'i n griff w u r d e n 1 (• M a n n g e tötet. Der Gouverneur hat bic Europäer cr> sucht, in der Zitabc llc Zuflucht zu nehmen.
Eine vesprechuna der Eisenbahnaurstander im englischen Unterhaus.
Tic schnelle Beilegung des großen und gefahrvollen Ausstandes in England ist wohl hauptiad’lid* der geschickten Haltung der englischeu Regierung zuzuschreiben Lie hat die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer zueinander geführt und zweifellos ihre Berhaudlungen entscheidend beciuslutzt. Bemerkenswert ist, daß selbst der Arbeiterführer Macdonalv auch das Verhalten der Eiseiibahngesellschasten anerkannt hat. Demgegenüber bedeuten die Angriffe ans den Minister Ehurchill wegen der Bereithaltung von Militär wenig; der folgende Bericht macht den Eindruck, als habe Churchill auch in diefer Sache den Standpunkt der Regierung wirksam und erfolgreich vertreten:
London, 22. Aug. Bei Eröffnung der Sitzung des Unterhauses wurde der Minister des Innern E^h u r - dfill von der Arbeiterpartei und den Radikalen mit Fragen nach der gegenwärtigen Lage überhäuft, insbesondere wurde ans die Truppenentsendungeii in die Aus st a ii d s g e b i c t c ohne vorhergehendes Ersuchen der Zivilbehörden hingewiesen. Churchill erwiderte, bei der gegenwärtigen Lage feien die Militärbehörden mit der all' gemeinen Pflicht betraut, das Eisenbahneigentun, zu schützen und Gesetz und Crbnung zu sichern und aufrecht zu erhalten. Dazu sei ein großes Truppenaufgebot verwendet worden. „Ich bin glücklich, sagen zu können, datz in der Mehrzahl der Fälle diese Truppen nicht benötigt wurden Sie wurden unter den Befehl von verschiedenen Generälen gestellt, die für bestimmte Bezirke verantwortlich find. Diesen wurde die Vollmacht erteilt, den U m st ände n a c m ä tz zu handeln und sie werden diese Vollmacht auch weiter aus üb en." «Beifall. Vereinzelte Rufe der Arbeiterpartei: Kriegsrecht!)
Premierminister Asquith sprach in kurzen Worten, den Dank ans, den er den Rationalen fdmlDe, die direkt ober nidirekt mitgewirkt haben bei der Wiederherstellung des Friedens. Die Hauptsache sei nicht die Abmessung von Lob und Tadel, sondern die Sorge dafür, dcH das Abiommen wirksam werde. Er kündigte darauf an, daß der Ausschuß, der bie Wirkung des Einignngsabkommens vorn zahre 1907 zu untersuchen und über eventuell wünschens werte Aendcruugen zur Herbeiführung eines befriedigenden Ausgleichs der Differenzen zu berichten habe, nnte, dem
•
Sir David Harrel, tagen werde Er bat, eine Erörterung der vergangenen Soctommniffe in diesem Augenblick zu vermeiden und sprach he Vertrau n aus, daß da wie das Land dem Aussä tf guten Fortgang in seinen Be müHungen nriinfd e
Ter Arbeiterführer Macdonald erklärte, der Vergleich könne von beiden Seiten als Friedensbürgschaft tommen werden, und betonte, daß besondi । gegenkommen der Vertreter der Eisenbahn- g e s e l l s ch a f t e n und die Haltung der Arbeiter in der Konferenz am Samstag ben Vergleich verhält- ni 5 mäßig leicht gemacht Istitten Wenn auch die
;c:i zwischen Aibeitgebern und Arb, u nehmern durch dieselben Gennnuiigen charakterisicrl wür-
Kol?knfäurc un- ihre Verwendung.
Das farblose, prickelnd schmeckende und riechende Gas bat kni letzten Jahrzehnt steigende Verwendung gesunden und da die natürliche Kohlensäure dem Bedarf nicht genügte, ernand zur Erzeugung küiißticher eine Industrie, die sich mehr und mein ausdciuil. Jin ununterbrochenen Werde und Entwicklungsproz des Weltalls spiel, die Kohlensäure eine wichtige schöpferische und ausbauende Rolle, gleichgültig, ob sie der i rde al-.’ ?
entsteigt oder in wässeriger Löi'ung als Quelle hervorspriweli, ob sie, verbunden mit anderen Elementen wie Cali nefium, mächtige Gebirgszüge bildet oder sich dori, wo Fäulnis, oder Berwesungsprozessc vor sich gehen, au ia nun eit und neue., Generationen die Grundbedingung zum Weiterleben, die Luu zum Atmen bietet. Pslanzen nehmen die Kohlensäure in fiel) auf, zerlegen sie in ihre Elemente und bauen aus dem Kohlen stoss ihren Körper, während sie den Sauerstoff wieder abgeben. Dieser Sauerstoif ist für die Menschen die Gruudbedniguiig zu:u Leben, sie atmen ihn ein, um ihn als Kohlensäure wieder au-:- zuatmen. Gute, gesunde Luft enthält nur geringe Mengen Kohlen säure, im reinen Zustande wirk, sie aus den Menschen eruickend, ebenso wie sie nicht brennbar ist und jede Flamme vcrlö'ck". B . hohem Dnick und niedriger Temperatur wandel, sich Kohlensäure in eine farblose, leid', bewegliche Flüss j \ lockeren, idinceartigcn Messe ivird, wenn man *|ic verdunsten las:.
Die charakteristischen Eigenschaften machen die Kohlensäure zu einem von Industrie und Gewerbe begehrten Artikel: d.. mübenzuckerindustrie braucht Kohlensäure in großen Mengen, um den Ueberschuh an Kalk auszusällen: das als Farbe viel b nutzte Bleiweitz, auch Berliner- ober Kremferweitz benannt, wird aus metallischem bezw. aus efsigsaurem Blei in. die Kobleiiiäurc Verbindung, eben jene Farbe, übergeführt; beim Harten von Gußstahl findet das Gas Verwendung, eben io ivie_ v.\ mandyu anderen Prozessen, besonders in der chemischen Teck'in! Am meisten dient es aber der Getränkeindustrie, der .Herstellung^ von Brausclimonadeii, Mineralwässern und zum Bclrieb der Bier druckapparate.
Ta Flammen in Kohlensänregas ersticken, verwendet man cs zu Feuerlöschmitteln in Form von Löschdosen, Granaten, Gasspritzen oder man bestreicht den zu schützenden Gegenstand mit einem Ueberzug, der in der Hitze Kohlensäure .iitwickelt. Diese ost recht umuändlich zusammengesetzten Feuerinu!'-mittel sind bis zu einem Allgemeingebrauch noch nicht gekommen, da sie gar nicht selten in der Stunde der Gefahr versagen.
Wo man nicht in der angenehmen Lage ist, über Kohleu- säuregasquellen oder Bohrlöcher zu verfügen, stellt man das Gas aus seinen Salzen, Den (Karbonaten her und zwar dienen dazu vorwiegend Vermndungen von Kohlensäure nut Katt Marino-, Kreide, oder nut Magnesium Magnesit. Tie Kohleiisäur. eine schwache Säure, sie ist nur loie an den Kalk oder das Mag ncsium gebutiden, und toie im menschlichen Leben zum- ,', d..' Stärkere das "Recht hat, so auch in der '.Katur: durch £.'.v ober verdünnte Schweselsäure wird das Carbonat zerstört und
sie vor der Benutzung noch einem gründlichen Reinigungsprozeß. Es gibt verschiedene Verfahren zur Herstellung des Gases, e-? Mintetit patentiert |tnb ober m iStcn Einzelhekten von ben "a. geheim gehalten werden. Entweder gehen die Persahren .ou tohleiisauren Salzen oder von reiner Kohle aus.
Der Transport erfolgt un flüssigen Zustande in ^bcu gc Nügend bekannten stählernen Flaschen oder in fester Form in luitdicht abgeschlossenen, start gekühlten Gefäßen. Die Bedeutung der Industrie mag durch nachstehende Zahlen illuftriert werden. In Jahre VJ08 Ulf erzeugten in Deutschland ">5 Fabriken etwa 35 38G Tonnen im Werte von nahezu 6 Millionen Mark: mehr als 22000 Tonnen waren natürliche und etwa 13000 Tonnen küntt- lichc Kohlensäure. Im Inland wurden verbraucht über 32 000 Tonnen, während dec Reu ins Ausland ging. Die 55 Betriebe besck äitigteit etwa 700 berussgcnossenschafllich perutherte Personen. Ter Verkausswert der Kohlensäure ist im letzten Jahre gestiegen.
T r. Heinrich Wiefenthal. *
— Tic Gioconda des Leonardo gestohlen. Ans Paris wird unterm 22. August gemeldet: Heute nachmittag nahmen die Diener des Louvre Museums wahr, daß aus der berühmten Btldersammliing die „Gioconda" von Leonardo de Vinci verschwunden war. Von dem Bilde, welches im Salon carre den Ehrenplatz eingenommen batte, war nur der Rahmen zurückgeblieben. Der Pvlizeipräfeit ließ sofort sämtliche Säle räumen und das Museum obiperren. Man glaubte zuerst, datz einige Photo- graphen, die die Bewilligung zur Reproduktion der „Gw- couda" erhalten hatten, das Bild in ihr Atelier geschafft hätten. Diese Annahme erwies sich jedoch als irrig. Man hält es kaum für möglich, datz ein wirklicher Diebstahl vorliegt, da es ausgeschwfsen crfchcint, das Gemälde oer- kauferi zu tonnen. Es heißt, datz die Polizei der Anficht y.incigc, daß es sich um einen schlechten Scher; eines Reporters handele, der hierdurch beweisen wollte, daß die Uebcrwachung des Louvre-Museums, wie schon oft gerügt morden war, in der Tai mangelhaft fei. Rach Ansicht der Louvrebcamtcu dürfte sich öcr Dieb gestern während der Reinigung des Saates cingcschlichen, das Bild wahrend weise zerschnitten und sich mit der ztisammengeworfeneu Leinwand entfernt haben. Drc Rachricht von dem Ber- sü winden der Gioconda aus dem Louvre verbreitete sich blitzschnell durch die Stadt. Aller kunftlicbcnden Kreise bemächtigte sich eine gewisse Erregung, denn der Verlust der Gioeoiida würde für die gesamte zivilisierte Welt einen 'inerjcvlichcn Schaden bedeuten. Um 3 Uhr nachmittags wurde das Museum polizeilich gesperrt und alle Besucher
wurden ausgefordert, die Säle zu verlassen Sie Defilierten einzeln an den Beamten vorüber, doch wurde keine verdächtige Person bemerkt. Hierauf setzten die Beamten und Diener in einem geschlossenen Raum ihre Nachforschungen fort, doch bisher vergebens. Ter Minister der Künste wurde telegraphisch hierher berufen.
* V o m Verschlüsse eingemachter Früchte^ Säfte us-v. Sehr häufig kommt es vor.^daß ein Teil unserer mit großer Vorsicht eingemachter Fruchte, Safte tifro. doch ickum- mclig wird und in Gärung gerät Tie Ursache des Verderbens ist meist nur im Verschluß zu suchen. Wenn bie Flaschen B. mit Korken verschlossen werben, unter benen besond. rs bie großen, breiten uno stachen Korke selten so gut sinb, baß sich nicht einige Kanäle m ihnen fänden, durch ivelchc die Luft hindurch kann, so ist den beständig in der Luft fchwcbenden Schimmelteimen cm Weg zu dem Eingemachten offen, genügend, um den Zuckersaft in Gärung zu bringen. Ein einfaches Mittel, den ungebetenen Gästen den Zutritt zu versperren, besteht dann, daß inan b'.e mit dem Emgemachten gefüllte Flasche sosori für einige Zeit mit dein Kork nach unten ausstellt Ter Zuckersaft tnirdjtrinft den Kork und trocknet da, wo er auf kleine Luikkanälc trifft, ;u festem Zucker ein, trifft er auf größere Dehnungen, fo wird er durch den Kork bringen, unb man wirb bei loldnn ."ckafchcn enteren rechtzeitig mit einem belferen vertauschen können. Am besten ist es, bic Korke, ob neu, ob gebraucht, vorher mit koch.'N- dem Wasser zu brühen, innerhalb der Flaichc mit Perganioilvaoier zu umwickeln unb außen bamit zu ocrbiuben. Es in auch gut, Cie Korke, nadibcni sic roieotr getrocknet sinb, burck Eintauchen in geschmolzenem Paraffin lüft- unb wasserdicht ?n machen: Paraffin ist aber 'eiten völlig geruchlos, meistens hauet bcmfelbcn ein teerartiger Geruch an, der sich bann auch bem Eingemachten mitlcüt. Aus biciem Grunde ist auch^ das Uebergießen eingemachter Früchte unb Säfte mit einer Schicht von Paranin, e>as an und für sich gut ist, nur anzuwenden, wo ein gcruchlofes Paraffin ;ur Verwendung kommen kann. Auch in loicr Baumwolle Satte, cm besten Salicylwatte, hat man ein lehr gutes Mittel zur Abhaltung der von Sthunmelfeimen inuzierten Luft. D'k Baumwolle wirkt hier lediglich als Filtriermittel, v. h- iie läßt zwar Luft, aber keine Schlmmetteime durch. Hüllt man daher die Kork: zuerst in ein Stück Watte ein und verbinDct iic dann mit Papier, so kann der Schimmel nicht zu dem Eingemachten bringen. — Durch Einpacken in reichliche Mengen von Watte kann man auch Die vorher tauber abgewischtcn rohen, aber völlig geiundcn Fruchte, wie teure Birnen, Acpfel, Pflaumen utw. aukbetvahren, selbst Weintrauben Ionen sich ' kor.- servieren, doch müssen vorher sorgfältig alle gebrückten uno sau. n Beeren mit einer Sck'ere entfernt werben. Ta der Zutritt reine L'uit nicht schädlich ist, im Gegenteil, das Tumvsigwerden der cingefchloifcnen Frückte verhindert, so kann man den Deckel des Au'dcwahrungsortes fo einrichten, daß die Luft, durch eine dicke schicht Watte filtriert, Zutritt zum Innern hat,


