modernen Ausgestaltung beS Hochschulwesens hervor. Sie kündigt die neue Vorlage eines Gesetzes betreffend die italienische Rechtsfakultät an. sowie eine moderne Neugestaltung des Strafrechtes und des Strafprozesses, Regelung des Jugendschutzes und Deilreform des bürgerlichen Rechtes.
Zum Schluß ermahnte der Kaiser die beiden Böhmen bewohnenden Volksstämme zum Frieden und sprach die Erwartung aus, daß eine Grundlage zu dauernder Verständigung gesunden werde. Ter Kaiser verlas die Thronrede mit kräftiger genau vernehmlicher Stimme. Lebhafte Bravorufe rief der Passus über den Fortbestand des innigen Verhältnisses zu den Verbündeten, Deutschland und Italien, hervor.
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Die Revolution in Persien.
London, 18. Juli. Der „Standard" meldet aus Teheran vom 17. Juli: Die Lage in Schiras ist außerordentlich schwer. DerGouverneurwirdim Palast belagert; sein Leben soll in Gefahr sein. Die Provinz Aserbeidschan ist im Nordweften völlig im Aufruhr. 5000 Reiter von den kurdischen Grenzstämmen haben sich Salar ed Dauleh angeschlossen und marschieren auf Kermanschah. Eine Truppenabteilung Salar ed Tau- lehs soll Kengawer geplündert haben.
Teheran, 18. Juli. Der ehemalige Schah ist auf persischem Boden gelandet. Die Zahl der ihn begleitenden Schar ist nicht bekannt.
Aus Hessen.
Als Reichstagskandidat für den Wahlkreis Erbach—Bensheim soll nunmehr von nationalliberaler Seite auch Schloß-Hauptmann Major Baur vorgeschlagen werden.
Deutsches Reich.
Aus Balestrand wird gemeldet: Am Dienstag vormittag besuchte der Kaiser mit Gefolge noch einmal Framnäs und lieh sich von dem aus Bergen als fachmännischen Beirat hcrbei- gerufenen Ingenieur Herzberg bezüglich der dort aufzuftellenden Frithjof-Statue an Ort und Stelle einen Vortrag halten. Tas mittags in Balholmen ausgebrochene größere Feuer konnte durch sofort entsandte Abteilungen unserer Schisisbesatzungcn auf seinen Herd beschränkt werden. Der Kaiser kam aus die Nachricht von der Feuersbrunst sofort von seinem Ausfluge zurück, ließ die Dampfpumpc des „S leipner" an,stellen und weilte auf der Brandstelle, bis die Flammen erloschen waren.
Der bergische Fabrikantenvercin, eine der stärksten Organisationen des westlichen Industriegebietes, mit weit über 200 bedeutenden Mitgliederfirmen, beschloß in einer am Montag abgehaltenen Vorstandssißung, aus dem Zentral- vcrbandc deutscher Industrieller, dem er bisher korporativ angeschlossen war, auszutreten. Der bergische Fabrikantenverein begründet seinen Austritt damit, daß er die Haltung des Zentralverbandes gegen den H a n s a b u n d nicht billigen könne; er spricht dem Hansabund sein Vertrauen aus.
Ausland.
Die in Wien abgehaltene Obmännerkonferenz des deutsch-nationalen Verbandes nominierte als Kandidaten für den Präsidentenposten des Reichsrates den deutschnationalen Abgeordneten Tr. Sylvester unter Hinweis auf den parlamentarischen Brauch, daß der Präsident der jeweils stärksten Partei zu entnehmen sei. Tie Kandidatur Sylvester wird von den meisten Parteien sympathisch ausgenommen. Tie Tschechen, Slowenen und Ruthenen sprachen sich jedoch aus nationalen Gründen gegen das vom deutschnationalen Verband vorgebrachte Prinzip aus und traten für eine abwechselnde Besetzung des Präsidentenpostens zwischen deutschen und nichtdcutschen Parieren, analog dem Gebrauch der Delegationen, ein. Hinsichtlich der Wahlen der Vizepräsidenten einigten sich die Obmänner dahin, die bisherige Parteivertrctung im Präsidium aufrechtzuerhalten.
Aus Moskau wird gemeldet: In dem Prozeß gegen Jntendanturbeamte und die Firma Thiel verurteilte das Militärgericht fünf Angeklagte zum Verlust von Rang und Orden sowie besonderer Rechte und 3 Jahren Korrcktions- gefängnis, ferner einen Angeklagten zu 21/2 Jahren, einen zu 20 Monaten, acht zu l’/2 Jahren, 35 zu 1 Jahr, zwei zu 9 Monaten und einen zu 11 Monaten Korrektionsgefängnis. Sieben Angeklagte wurden freigesprochen, darunter der Vertreter der Firma Thiel. Die erhaltenen Bestcchungsgelder sind zurückzuzahlen und werden zu einem Wohltätigkeitszwccke verwandt.
Heer und Flotte.
Kiel, 18. Juli. Die Aufklärungsgruppen und das 2. Geschwader der Hochseeflotte traten heute vormittag die Fahrt durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal an, um sich in der Nordsee mit dem 1. Geschwader zur Sommerreise zu vereinigen. Um 6 Uhr begann die Durchschleusung der Kreuzer, denen die Linienschiffe folgten. Der Panzerkreuzer „Blücher", der den Kanal wegen seiner Größe nicht passieren kann, geht um Skagen herum.
Ans Stadt und Land.
Gießen, 19. Juli 1911.
" Vom Großh. Hofe. Die Grobherzoglichen Herrschaften begaben sich gestern nachmittag 3 Uhr im Auto zum Besuch der Fürstin-Mutter zu Erbach-Schonberg nach Schönberg und kehrten abends wieder nach Wolfsgarten zurück.
** Technische Hochschule. Der Großherzog hat am 8. Juli den ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule zu Darmstadt Geh. Baurat Wtckop für die Zeit vom 1. September 1911 bis 31. August 1912 zum Rettor dieser Hochschule ernannt.
•’ Forstpersonalien. Der Großherzog hat am 15. Juli dem Kommunalforstwarten Simon Schmitt II. zu Rieder-LiebcrSbach aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand den Charakter als „Förster" verliehen.
** ® e r f e h r mit den deutschen Konsulaten trP Von dem Reichsamte des Innern sind,
wie die Mainzer Handelskammer bekannt gibt, neuerdings wieder Winke veröffentlicht worden über den Verkehr mit den deutschen Konsulaten in China, Britisch-Jndien, Italien, Rumänien, Rußland, Serbien, Türkei und Aegypten Wer ßlV0? csine oder andere Land Interesse hat, kann einen Abdruck der Anweisungen kostenlos bei dem Sekretariat der Handelskammer beziehen. Tie Winke geben Aufschluß über Anbahnung von Geschäftsbeziehungen, direkten Verkehr mit einheimischen Firmen, die Warenverpackuna, Zahlungsbedingungen, Geschäftsreisende, Brief- und Paketverkehr, Kreditauskünfte und Prozeßführung.
... * J" Ö r ü d) c gegen d i e Steuerveranlagung K^.Entscheldungvon großer Tragweite hat das preußische
22? .* ungvgericht gefällt; es erklärte Einsprüche gegen die Heranziehung zu gemeindlichen Gebühren, Beiträgen
? eU h’-n ur un9.u^l9' >uenn sie nicht erkennen lassen daß entweder die ganze Heranziehung angefochten wird, oder daß dre Steuer um einen bcitinimteii Betrag herabgesetzt werden soll Tiew Entscheidung i|t deshalb von so außerordentlicher Bedeu- ^ng, weck bei einer großen Zahl von Einsprüchen nur angegeben -m-d, bu: steuer fei ju hoch. Alle diele Eins^üch? find tun gültig, .Auch roenn die Gemeinde einen solchen Einspruch
Kracheburg ges-and-u hab, soll nun nachdem dessen Besitzer Weber kürzlich gestorben ist, verkauft werden. Weber hat wegen seiner vermeintlich gekränkten Rechte beinahe 10 Fabre ohne Erfolg mit der Stadt Prozeß! und außer den bedeutenden Prozeßkosten noch die Zinsen vom Werte des Bauplatzes verloren. Q _ .
** Das Freibad für Frauen, das am 3. Ium im Schulbad an der Lahn neu eröffnet worden ist, wurde bis zum Juli von 1063 Badegästen besucht. Die größte Besucherzahl bestand aus älteren Mädchen, die noch die Volksschule besuchen, für die fern Schulbad an der Lahn besteht Das Freibad ist geöffnet Sonntag von 9—11 Uhr vormittags, Montag von 4—7 Uhr, Mittwoch von 2-7 Uhr, Donnerstag von 4-7 Uhr und Samstag von 2-7 Uhr nachmittags. Von Erwachsenen wird das Freibad am stärksten an den Sonntagen benutzt.
w Der Verein Hundesp0rt beschloß in seiner General- Versammlung im September d. Js. die Abhaltung von Schliefen und weiter für das kommende Jahr eine große Ausstellung von Hunden aller Rassen.
•• Maul- und Klauenseuche. Der Ausbruch der Seiiche ist gemeldet aus Mannheim (Schlachthof).
"Vogelschutz. Die Verwaltungsbehörden haben die Gemeinden angewiesen, die Gemeindefriedhöfe in der Art zu Vogelschutzanlagen zu verwenden, daß an den Baumanlagen der Friedhöfe an geeigneten Stellen Nistkästen angebracht werden sollen.
** Eine sträfliche Unart der Kinder ist das Beschreiben der Häuser, Bretterzäune usw. mit Kreide, Buntstift u. bergt Sie tritt besonders in der Nähe von Schulhäusern in Erscheinung. Die Kinder denken in ihrer Einsalt, die oft recht bedenkliche Erzeugnisse hervorbringt, nicht daran, welchen Aerger und Verdruß sie mit ihrem an Sachbeschädigung grenzenden Treiben den Hausbesitzern bereiten. Auch auf die Straßengänger wirkt die scheußliche Verunziererei ärgerniserregend. Eltern und Lehrer, als die berufenen Hüter der Jugend, sollten daher kein Mittel unversucht lassen, den Kindern das Verwerfliche ihres Handelns klar zu machen und sie davon abzubringen.
** Wie lange dauert die Lieferfrist bei Eisenbahnsendungen? Der.§ 63 der Eisenbahnverkehrsordnung regelt die Lieferfristen, über die so oft Klage geführt wird, genau und zahlreiche Klagen über angeblich verzögerte Lieferungen sind darnach gan'z unbegründet. Bei Eilgut wird für die Abfertigung ein Tag gerechnet, für den Versand aus je 300 km ebenfalls ein Tag. Bei Frachtgut geht es natürlich langsamer. Hier werden für Abfertigung zwei Tage gerechnet, für Versand auf je 100 km ein Tag, nur bei größeren Entfernungen rechnet man einen Tag für 200 km. Angefangene 100 bezw. 200 oder 300 aelten für voll. Die Lieferzeit beginnt mit der auf die bahnamtliche Annahme des Gutes folgenden Mitternacht. Ein Sonn- oder Feiertag unterbricht die Lieferzeit, d. h. der Sonn- oder Feiertag verzögert die Sendung um einen Tag. Tie Eisenbahn haftet nur, wenn durch eigenes Verschulden der Beamten die Lieferzeit überschritten wurde. Tie Höhe der Entschädigung wird bestimmt durch die Dauer der Lieferfrist-Ueberschrcitung und durch den wirklichen Schaden, den der Empfänger erlitten hat. Im Falle einer Lieferfrist-Versicherung ist die Entschädigung natürlich hoher als ohne diese. Noch schneller als Eilgut wird das sog. Schnellzugsgut befördert. Hier beträgt die Lieferfrist die Hälfte der Eilgutfrist. Sehr zu beachten ist aber auch die Vorschrift, daß das Publikum auf Koffern usw. ältere Mebzektel selbst zu entfernen "hat, dami t die Sendungen nicht nach falschen Stationen gelangen'. Liegt ein solcher Fall vor, den der Absender verschuldet hat, so wird man schwerlich im Rechtswege etwaige Ansprüche durchsetzen können. In der jetzigen Reisezeit sei daher auf diese Vorschrift und ihre Rechtsnachteile besonders hingewiesen.
** Die alten Frachtbriefe verlieren mit Ablauf des Jahres ihre Gültigkeit. Vom 1. Januar 1912 an dürfen nur noch die neuen Formulare verwendet werden.
** I m Postscheckverkehr wird — insbesondere von den Kontoinhabern mit zahlreichen Umsätzen — von den Sammelüberweisungen — b. s. solche, bei "beiten Aufträge für mehrere Empfänger in einer Ueberweisung zu- fammengesaßt werben — lebhafter Gebrauch gemacht. Anstelle bes Abschnitts bes roten Ueberwei>ungsformulars können in biesen Fällen vom Auftraggeber kleine Zettel zu Mitteilungen an bie Gutschriftempfänger benutzt werben. Für biete Zettel hat baZ Reichs-Postamt jetzt besonbere Formulare eingeführt, die in Blocks zu 100 Stück — zum Preise von 15 Pfg. für einen Block — von den P.-Sch.-Ae. an die Kontoinhaber abgegeben werden. Die Formulare können auch durch die Prwatinbustrie hergestellt werben unter ber Voraussetzung, baß sie mit ben amtlich hergestell- ten genau ubcreinftimmen. Vom 1. Januar 1912 ab bürfen ben Sammeluberweisungen Zettel, bie mit ben amtlich hergestellten nicht ubemni'timmen, nicht mehr beiqefüqt werben.
Landkreis Gießen.
tzf Heuchelheim, 17. Juli. Tvotz ber Bemühungen des KreiZamtes und trotzdem Ministerialrat Dr. Haberkorn in seinem in unserer Gemeinde gehaltenen Vortrag überzeugend nachgewiesen hat, wie notwendig im Interesse der Gesundheit eine moderne Ouellwasserversorgung in unserem Orte ■ Ausführung von gewisser, in unserer Gemeinde
einflußreicher Seite hintertrieben werden zu sollen. Es sind einzelne größere Besitzer in unserem Orte, die der Ansicht Imd, es geht in Heuchelheim auch ohne Quellwasserleitung; nur weil sie Furcht haben, sie müßten sonst etwas mehr kragen. Diese Leute haben gute Brunnen auf ihren Grundstücken und für bie andere Gesellschaft, die aber die Mehrheit unserer Bewohner bildet, brauche die Gemeinde nicht zu sorgen. Es wird Seit, daß alle einsichtigen Einwohner nn Orte sich zusammentun und energisch die Anlage einer Quellwasierversorgung verlangen, ehe in unserer Gemeinde die Wasserfrage zu einer Kalamität wird, was leicht geschehen kann, roenn sich wieder Mäusekadamr in nnseren Brunnen ansammeln.
, 5: A/ie,seck, .18. Juki. Arn Mittwoch, 19. l Mts., abenb3 81/2 Uhr findet Gerneinb eratssitzunq statt mit folgenber Tagesordnung: Ankauf von Gelänbe JS..,^kangerten Turnstraße durch bie Gerneinbe; hier Bauplatzes. Genehmigung verschiebener ^i^^.^dackhauv ber Braugasse, sowie im Psarr- hpnrnipnS'JrroBesetzung ber mittleren Kanzlei- unb Unter- ^?^kensielleii bet ben Kommunalbehörben usw. mit M- $ie.r Genehmigung durch den Gemeinberat.
^ebenes 9 etne§ 1,euen Ortsbaustatuts unb Ber- «nwraV™? a" 2Uli. Gestern abend fand in eut Bolkskonzert statt, das sich eines öu erfreuen hatte. Die Veranstalter, Lehrer Eberle^ hier, Opernsänger Will--Frankfurt M« bet
gar nicht beanft anbet, muß boch von Amts wegen jebe baraufhin eingcleitcte Klage abgewiesen werben. .
** Nach einer neuen Bestimmung über Die Entlassung von Eisenbahnarbeitern wirb fest- qesetzt, baß jeher Arbeiter bas Recht hat, sich über den Vorfall, der die Entlassung nach sich zieht, zu äußern ober Zeugen zu seiner Entlastung aufzubringen. Die Entlassung kann außerdem durch den Vorgesetzten nur noch innerhalb der ersten Woche nach dem Vorfall erfolgen, andernfalls ist sie nur noch mit Erlaubnis bes Verkehrsamtes ober ber Direktion möglich. .
•• Konzert ber Regimentskapelle. Nach einer Pause von 14 Tagen wirb das 5. Abonnements-Konzert am morgigen Donnerstag in Steins Garten abgehalten werden. Als Gast ist diesmal der Kgl. sächs. Kammervirtuose Paul WiggerS gewonnen worden, der als erster Solotrompeter an der Hofopec in Dresden bereits weiteren Kreisen bekannt ist. Gleich seinem Berliner Kollegen, der und beim 4. Konzert als Posaunist in Erstaunen versetzte, gehört auch Paul WiggerS zu den Künstlern, die, ohne ihrem Instrument den Grundcharakter zu nehmen, eZ durch virtuose Behandlung in bemerkenswerter Weise veredelt haben. , Die weiteren Nummern des Programms sind auch diesmal sorg- fältigst und abwechslungsreich gewählt.
** Gießener Stabttl; eater. 2 i c geschiebene Frau. Nach der vorzüglichen Aufführung des Grasen von Luxemburg mußte die gestrige Aufführung zu Anfang um so mehr enttäuschen, als dieselbe Operette im vorigen Jahre in einer bis ins kleinste ausgezeichneten Darstellung über unsere Bühne ging. Das Vorspiel ging aus irgend welchen Gründen nach einem unsicheren Tasten schließlich gans auseinander, unb im ersten Auszug war die Verbindung zwischen Orchester unb Bühne so lau, daß der Chor gar nicht zusammenhielt, und baß die Einsätze vielfach verschleppt wurden. Trotzdem war die Haltung ber Sänger rühmenswert, unb sie taten alles, um sich siegreich zwischen ben Klippen hercmszusteuern. Den vereinten Anstrengungen gelang es denn auch, das Schifflein in freies Fahrwasser zu bugsieren und schließlich auch flott dahinzusegcln. Tie beiden letzten Aufzüge waren ziemlich geschlossen. Otto Beer, der sich schon als Graf.Luxemburg als tüchtiger Sänger erwiesen halte, führte den Hofsekretär mit seiner zwar nickt sehr großen, aber äußerst sympathischen Stimme ganz famos durch und Alice Th all er, die anscheinend etwas angestrengt juar unb deshalb mehr Kraft auftuenbete, war eine gute Jana. Sehr nett, feurig unb impulsiv war Antoinette Ries als liebe, Heine Gouda. Tie allzu unwahrscheinliche Figur des Tr. Schlafwagenschaffners gewann in der Darstellung Kurt H a r d e n s einen Schein von echtem Leben. Ein sehr angenehmes Fischerpaar war Edgar Pauly, der Vielgewandte, den wir int vorigen Winter sehr vermißten unb Clemence ft e r ft en. Hermann Norden spielte den Gerichtspräsidenten recht humorvoll, .erreichte aber den Herrn, ben wir int vergangenen Jahre in derselben Rolle sahen, nicht. Besonders ben Schluß des ersten Auszuges hätte man sich diskreter wünschen mögen, anstatt des Gesanges nur ein leises Summen, wie in Erinnerung. Kurb Gühne, seiner Rolle nicht ganz sicher, war im übrigen ein erheiternder Generaldirektor. Die neue Ausstattung, im dritten Aufzug, das niederländische Torf, das ber Theatermaler Karl Schwedler ansgeführt hat, wirkte sehr lebendig und echt. Tie hübfclsen Tänze waren von Lina O l b i n t eingerichtet worden.
** Der Gesangverein Heiterkeit nahm am Sonntag unb Montag an bem Gesangswettstreit bes Gesangvereins „Teutonia" in Villmar (Lahn) teil. Im Klassensingen in ber 2. Stäbtellasse errang er trotz scharfen Wettbewerbs von noch 9 anberen Vereinen ben 3. Preis.
** Der Verein ehemaliger 116er sendet uns heute folgenden Bericht über seine bereits am Samstag abgehaltene Monatsversainnilung, die wir trotz der Verspätung ausnahmsweise aufnehmeu wollen: Arn Samstag abend veranstaltete der hiesige Verein ehemaliger 116er seine erste Monatsversammlung, die von 97 Mitgliedern besucht war. Generalleutnant v. Madai hatte der Zusammenkunft guten Erfolg gewünscht. Zunächst hielt der 1. Vorsitzende, Rechts- anwalt Kaufmann, einen Vortrag über die Geschichte des Regimenls. Gespannt lauschten bie erschienenen alten und jungen Kameraden den vorzüglichen Ausführungen. Reicher Beifall lohnte den Redner, dem ber 2. Vorsitzende, Ober» Telegraphenassistent Reitz, ben Dank der Versammlung aus- sprach. Als zweiter Teil der Tagesordnung war die Feier des 200. Mitgliedes, des prakt. Arztes Dr. Klein jun. angesetzt. Ter Vorsitzende teilte bann mit, baß der Verein inzwischen aus 260 Mitglieder angewachsen sei. In gehobener Stimmung blieben die Kameraden bei Musik und Gesang, sowie den Einzelvorträgen einiger Mitglieder noch lange Zeit zusammen. Als Fonds für die neue Fahne des Vereins wurden 15 Mk. gestiftet.
** Gin Volksspielhaus auf dem Feldberg. Der in Wiesbaden lebende Privatier Friedrich Rudolf über» wies dem Frankfurter Taunusklub 100000 Mk. testa- mentarisch mit der Bedingung, daß auf dem Feldberg ein Volksspielhaus für Turner, Sänger und Wanderer errichtet wird.
** Stellenvermittelung sür bas Gastwirtegewerbe. Nachbem bie Gewerbegesetzgebung bie Stellenvermittelung für bas Gastwirtegewerbe, soweit sie früher als Erwerb bettieben würbe, erheblich erschwert, ia für Plätze wie Gießen fast unmöglich gemacht hat, haben jich bie Vertreter ber Gastwirte-Vereinigung unb bie beiben Kellnervereine geeinigt unb bie Stabt Gießen beziehungsweise bereit Arbeitsnachweis bannt betraut, biese Stellenvermittelung zu übernehmen. Die Vermittelung ist für beibe Teile kostenlos. Vom 1. Oktober bis Enbe -vZUni b. I. waren beim Arbeitsnachweis ber Stabt 102 offene Stellen für Kellner zu besetzen, von herum 80 be- fetzt werben konnten. Zur Verfügung stanben 116 Kellner, bie, Beschäftigung suchten. Der Arbeitsnachweis würbe noch viel mehr leisten können, wenn nicht inbirekt hoch wieher bie private Stellenvermittelung Platz gegriffen Hätte. Tie Vertreter bes Gießener LoHnkellnervereins hatten sich bn den gemeinsamen Verhanblunaen mit her Stabt verpflichtet, haß hie im Auftrage bes Vereins früher betätigte Stellenvermittelung — bie nicht Unentgeltlich war — auf- gore. Trvtzhem aber finhet sie in neuerer Zeit dürch ein Mitglieb bieses Vereins wieher statt, obgleich es gesetz ich verboten unb sogar strafbar ist. Auch einzelne Mitglieber bes Gastwirtevereins unterstützen biesen privaten Arbeitsnachweis, inbem sie sich auf Umwegen bes Ver- w Ss liegt entfliehen im Interesse ber
k^Seber ^d der Arbeitnehmer im Gastwirtegewerbe, ^^^^nachweis, für ben bie Stadt Gießen aus sozialen Gründen allem die Kosten trägt, zusammenqefaßt bedttntm ^eressenten ausschließlich nur seiner
"Die Kracheburg in her Neustadt hrirb jetzt abgertpen und *uan hosst, daß bis kommenden Sonntag dre Ruinen vom Erdboden verschwunden sein werden T>rp S“ “ «eust-dt füllen i'ich für Sonntag Son bestellt haben, um etn Fest zu feiern __ 2pr lUnh n«
bex Reuen Baue, auf bem ehemals Gießens berühmteste


