München, 15. April.
Der Münchener Flieger Dr. 55 Kilometer über München
Das Kurhaus yahnentlee abgebrannt.
Goslar, 15. April. Heute nachmittag gegen 6 Uhr brach im Grandhotel, Kurhaus Hahnenklee, einem der größten Kurhäuser deS Harzes, Großseuer aus, das mit solcher Schnelligkeit um sich griff, daß gegen 71/2 Uhr das ganze dreistöckige Gebäude in Flammen stand. Um die neu erbaute Dependencevilla „Hohenzollern" zu retten, wurde ein beide Hotels verbindendes Gebäude nieder gerissen. Man hoffte auf diese Weise, da Windstille herrschte, das Feuer auf das Hauptgebäude zu beschränken.
Goslar, 15. April. (81/2 Uhr abends.) Das Kurhaus Hahnenklee ist vollständig verloren. Es ist nichts mehr zu retten. Ein bei der Brandstätte als Zu- chauer weilender Einwohner Goslars erlitt, als die ohnmächtige Frau des Besitzers des Kurhauses N. Lies von Männern aus dem Hause getragen wurde, einen Herz- chlag und ftorb1 auf der Stelle.
Karlsruhe, 17. April. Ter Eulerpilot Reichard, der gegen 5 Uhr zur Fahrt in der Richtung Straßburg l Els. aufgestiegen war, ist kurz nach 5 Uhr jedoch wieder infolge eines Apparatdefekts gelandet. Die Fahrt mußte für heute aufgegeben werben. Der Apparat wird dem Vernehmen nach abmoMiert.
Lustschiffahrt.
Der Unfall des Lufts.fiffes „Ersatz Deutschland".
Köln, 15. Aprrc. Sie „Kölnische Zeitung" meldet aus Düsseldorf: Nach wiederholten Untersuchungen des Luft- chiffes „Ersatz Deutschland" ist festgestellt worden, )aß Gaszellen nicht verletzt sind. Es sind zwar jetzt zwei Gaszellen herausgenommen worden, aber nur um die Ausbesserung-arbeiren zu erleichtern. Am Aluminiumgestänge sind Brüche nicht vorgekommen, es sind nur einige wenige Einknickungen an dem elastischen Gelänge wahrzunehmen, die leicht beseitigt werden können und zwar in Düsseldorf. Von der beschädigten Hülle am Schlußteil des Luftschiffes sind zwei Stoffbahnen heraus- genommen worden. Diese müssen erneuert werden.
Wittenstein flog gestern und Umgegend. Es ist dies der längste bisher in Bayern ausgesührte Ueberlandflug.
Reins, 16. April. Der Flieger Delange kürzte infolge einer zu scharfen Wendung mit seinem Eindecker aus 100 Meter Höhe ab. Er wurde an Kopf, Brust und Beinen schwer verletzt.
Kreis Büdingen.
K.A. Büdingen, 15. April. Am Karfreitag nachmittag waren auf der Ronneburg auf Anregung des Zweigvereins V. H. C. Hanau eine Anzahl Vorstandsmitglieder der Zweigvereine Frankfurt, Hanau, Offenbach und Büdingen versammelt, um über die Einrichtung eines volkstümlichen Festspiels auf der Burg zu beraten. Man wählte einen geschäftsführenden Ausschuß, der sofort die Genehmigung des Fürsten von Zsenburg-Wächtersbach erbitten, den Spielraum in der inneren Burg dann in der nötigen Weise Herrichten und die Verteilung der Rollen vornehmen soll. Ein Festspiel, das geschichtliche Vorgänge im 17. Jahrhundert behandelt und in dessen Mittelpunkt der Graf Wolfgang Ernst von Ässenburg und Büdingen steht, steht bereits zur Verfügung. Das Spiel soll zum ersten Mal am Himmelsahrtstag d. Js, und dann alljährlich aufgeführt werden.
Kreis Schotten.
§ Herchenhain, 15. April. Heute gab es abermals Feueralarm. Im Pfarrhause war ein Kaminbrand entstanden, der sich in einem Zimmer ausbreitete. Es gelang, das Feuer zu ersticken, bevor es sich verbreitete.
— Vom Vogelsberge, 15. April. Unter den Hasen- und Rehbeständen herrscht z. Zt. eine Seuche, an der viele Tiere verenden, so daß sich für die diesjährige Jagd schlechte Aussichten ergeben. Durch den letzten Frost hat auch der junge Klee sehr gelitten.
Startenvurg miO Rheinhessen.
R. B. Dar m st ad t, 17. April. Selb st mord inder Kirche. Während des Gottesdienstes am ersten Oster- feiertage vergiftete sich in der hiesigen Martinsttrche der in Bessungen wohnende Schreiner Heeger mit Blausäure. Der Unglückliche, der sofort ins Krankenhaus geschafft wurde, verstarb noch während der Beförderung. — Hierzu wird noch mitgeteilt, daß der Verstorbene seit Dem vor einiger Zett erfolgten Tode seines einzigen Töchterchens schwermütig war und schon wiederholt von Lebens- mütigkeit gesprochen hatte.
Kreis Wetzlar.
? Hochelheim, 15. April. Die hiesige Gemeindejagd, etwa 700 Hektar groß, darunter 200 Hektar Wald, war stark umworben. Höchstbietender blieb ein Architekt aus Gießen mit 1050 Mark.
z. H 0 hensolms, 15. April. Unsere Bürgermeisterei, zehn Gemeinden, hat zu ihrem großen Leidwesen ihr Oberhaupt verloren. Bürgermeister H uttel ist auf seinen Wunsch nach Schwalbach (Schöffengrund) versetzt, wo Herr von dem Hagen in den Ruhestand getreten ist. Die hiesige Bürgermeister- stelle ist zur Bewerbung ausgeschrieben.
x Kinzenbach, 17. Avril. Eine große allgemeine Geflügel- und Kauinchenausstellung fand an beiden Ostertagen bei Gastwirt Hch. Peusch statt. Die reich beschickte Ausstellung war aus Gießen und Wetzlar und den Nachbarorten stark besucht. In der Abteilung Geflügel waren die Wyandotteshühner, in der Kaninchenklafse die Belgischen Riesen und (Älberkaninchen am zahlreichsten und in schönsten Exemplaren vertreten. Die Preisverteilung hatte folgendes Ergebnis: A. Belg. Riesen: .Ehrenpreis Adam Höly-Nackenheim a. Rh., 1. Preis PH. Rechel-Auerbach und H. Hecksmüller-Näckercheim, 2. R. Wagner-Nackenheinr, W. Georg-Gießen, 3. G. K. Schmidt-Kinzenbach, Ad. Rau- Wieseck, K. Gilbert-Dutenhofen, Hch. Müller-Gießen; L. Sib- berkaninchen. Ehrenpreis Phil. Zimmermann-Großen- Linden, 1. Preis Rich. Wagner-Nackenheim und I. Mahle- Schierftein a. Rh., 2. L. Viehmann-Kinzenbach (2) und Ehr. Bachmann-Schierstein (2), 3. PH. Zimmermann-Gr.-Linden, H. Mohr-Nieoer-Girmes, Mahle-Schierstein, Aug. Rinker- Großen-Linden, G. Koch-Gießen, Hch. Pfeiff-Wieseck, L. Vieh- mann-Kinzenbach> K. Pfeiffer-Wiescck; C. Andere Kaninchen: Ehrenpreise: Ad. Hölp-'Nackenheim (2), Heinrich Heckelsmüller-Nackenheim; 1. Preise: G. K. Schmrdt-Kinzen- bach, Joh. Franz-Lützellinden, H. Schmidt-Siegen, Ehr. Bachmann-Schierstein, W. Henkel-Krofdorf, 3. R. Wagner-Nackenheim, I. Recht-Nackenheim, H. Heckelsmüller-Nackenheim, W. <Ämmerlad-Großen-Linden, Schmidt-Kinzenbach, Hch. Krei^ ling-Wieseck; D. Geflügel: Ehrenpreis auf weiße Wyan-
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter Oteier Ztubril stehenden AräüZ übemimmt die Reaktion dem Publikum gegenüber leincrlei
Verantwortung.)
Gießen, 16. April.
Die Bezeichnung „Irrenanstalt".
In Herborn wurde die Kgl. Preußische „Heil-undPflegc- anstalt" eröffnet, welche hauptsächlich zur Unterbringung von Geisteskranken bezw. Irren bestimmt.ist. Die hatte Bezeichnung Irrenanstalt" ist absichtlich vernüedcn! Könnte nicht unser kleiner Staat Hessen sich auch auf eine gleich hohe Stufe der Empfindung, der Teilnahme au dem Leiden der Mitmenschen, stellen und Den Namen ,Lrrenanstalt" ausmerzen. Der berühmte Chef unserer Nervenklinik, Herr Professor Dr. Sommer, hat sich seiner Zeit ausdrücklich die Bezeichnung Jrrenllinik verbeten, wir sagen ihm heute noch Dank Dafür! Warum schreiben die Großh. Behörden jetzt: Irrenanstalt? Für Gießen ist Der Name Heilanstalt WalDheiur" doch wahrhaftig für jedermann sympathischer und zugleich ein rücksichtsvoller Name; für die übrigen Anstallen in Hessen empfiehlt es sich, in gleicher Weise Die grausame Bc- zeichmmg Irrenanstalt zu vermeiden. ES empfiehlt sich Dies hu Interesse Der Angehörigen, wobei wohl zu berücksichtigen ist, daß fast in jeder größeren Familie, unter sich oder unter den Verwandten, ein Leidender" (uh befindet,
Gießen, 18. April.
Vom Wißmarer Weg.
Der Wißmarer Weg scheint ein Schmerzenskind der Straßenbaubehörde zu fein. Sollte es vielleicht daran liegen, weil er — um mit dem seligen Bürgermeister Ramsveck zu reden — ,in das benachbarte Ausland" führt?
In dec Tat kommt der Wißiuarer Weg als fahrbare Straßenverbindung besonders für den Verkehr zwischen Gießen und Wißmar, sowie den nächstgelegenen preußischen Orten in Betracht. Nicht viel weniger wird er indessen als Zu° und Abfuhriveg von den in Dortiger Gegend begüterten Landwirten und Backsteinfabrikcmten, deren Brennereien lmks der Lahn liegen, benutzt. Aber auch von Spaziergängern Gießens wird er nicht ungern wegen seiner schönen Ausstcht auf die waldgekrönten Berge und stolzrageilden Burgen^ jenseits der Lahn eingeschlagen, um nach Der romantischen Badens bürg mit ihrer altersgrauen Ruine über dem schäumenden Wehr' zu gelangen. Sobald demnächst wieder der Launsbacher Steg auf- geschlagen sein wird, wird der Wißmarer Weg auch von vielen Bewohnern Launsbachs, die tagsüber fleißig in Gießens Fabriken Arbeit suchen, als nächste Verbindungsstrecke nach der Heimat benutzt. Mancherlei ist ja in den letzten Jahren geschehen. Man Hal den Weg oberhalb des Felsens mit Bäumen bepflanzt, die in einigen Jahren kühlen Schatten spenden werden, man hat im vergangenen Winter Die scharfe Kurve am Viadukt in der Schwarzlach befeitigt. Aber gerade durch Den letztgenannten Umbau ist der Weg in einen unliebsamen Zustand versetzt worden. Man hat Die Kosten einer richtigen Einmalzung anscheinend gescheut und es den Fuhrwerks- besitzern und Fußgängern überlassen, unter Abnutzung Der Zugtiere, Wagen und Fußbekleidung den Weg glatt zu 'ahren und zu treten.
Zwischen den immer wieder ausgesuchten gleichen Wagenspuren liegt das Deckmaterial nur mit roemg Sand überstreut leie herum und wird auf die Fußsteige verschleiß. Letztere gar mit tljtcc lehmigen Unterlage sind mit Wagenspuren vielfach durchsetzt uni» z. Zt. so holperig und stolperig, daß der Fußgänger, Der mcht auf den Weg angewiesen ist, ihn gerne meldet.
Mit einer Deckung durch Den in nächster Nahe lagernden Lahm- kies wäre Da leicht abzuhelfen. Auch Der oberhalb des Keßler'schex Anwesens befindliche Fußsteig ist ganz von Gras überwuchert.
Durch eine Abstellung der gejchllderten Mißstände tmtrDe |u.> die Straßenbaubehörde Den Dank vieler Fnhrwertsbesitzer, ganger und Radfahrer verdienen. Einer k ü r Viele.
Eine hygienische Toiletteseife Slonfurreni' ist Die Storrüolinfcifc, Denn sie ist die einzige, welche den tos- metischen Bestandteil - das Mirrbolm — in anerkannter uw
LLvahtter Schörch^tSwtrttmg auf «e txmi
daß man einen in Wirklichkeit nicht verletzten Ringer, um das Aufsehen 511 steigern, für einige Tage in ein Krankenhaus gebracht hohe. Weiter wird viel Unfug mit Den Namen getrieben. Viele von Den „ausländischen" Ringern sind in Wahrheit geborene Spreeathener, Die Wiege eines ganz besonders naturccht auftretenDen Indianer-Ringers stand in der Lüneburger Heide. Aber das Exotische zieht bei Dem guten Deutschen immer, ob es gleich angemalt und aufgepappt ist, und wenn es sich auch nur um einen Ringkämpfer handelt. Metzner mackste auch Vorschläge, wie seine edle Kunst wieder auf eine ehrliche Grundlage gestellt werden könne. Die Polizei soll verlangen, daß Ringer, Die öffentlich auftreten, Namen und Nationalität Der Wahrheit entsprechend angeben, die Vattetöinhaber sollen nicht mit Dem „Manager" abschließen, sondern Die einzelnen Ringer selbst verpflichten; wer Den stolzen Namen „Meisterringer" führen will. Der soll vorher eine Lehrzeit Durchmachen unD eine Prüfung bestehen. Damit ist plötzlich ivieder ein schweres soziales Problem auf getaucht, dessen schleunige Lösung ernste nationale Pflicht ist.
— Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. Die kürzlich in Die Darmstädter Künstlerkolonie berufenen Künstler, der Bildhauer Bernhard H ö t g e r und der Maler Hans P e l l a r , veranstalten vom 15. bis zum 30. .April in der Mittelhalle des Emst-Ludwig-Lauses in Darmstadt eine Sonderausstellung. — Die Frühjahrsausstellung Der Berliner Sezession wurde am Donnerstag mittag durch Den neuen Vorsitzenden, Louis Corinth, eröffnet. — In Berlin verschied an einem Herzschlag Die Witwe Friedrich Haases, genau vier Wochen nach dem Tode ihres Gatten. — In Die hamburgische Professur für Philosophie am Kolonialinstitut und für Vorlesungen wurde zum 1. Oktober der ordentliche Professor Der Universität Leipzig, Dr. Ernst Neumann, berufen. —- Historienmaler Professor Haeberlin ist im 78. Lebensjahre in «Stuttgart am «Samstag gestorben. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht Die Ernennung des Direktors Der römisch-germanischen Kommission unD des archaeologischen Instituts Professor Dragendorff in Frankfurt a. M. zum Generalsekretär bei Der Zenttaldirektion des kaiserlichen archaeologischen Instituts in Berlin. — An Den Folgen einer £intgcnent&ünDung starb in Baden-Baden per Prorektor Der Universität Leipzig, Dekan iffir juristischen FMltiü Geh. Justiz rat Dr, Eüügrd Ä-üldüx.
diener, welche im Auftrage des Herrn Frattini in Rom Pfändungen vornehmen sollten. Die Villa war verschlossen, den Schlüssel besaß d'Annunzios Advokat Coselschi, der nicht anwesend war. Ter Schlosser wurde geholt und die Journalisten verließen auf Sitten des getreuen Dieners den traurigen Schauplatz, ihnen folgten enttäuscht die Pferdehändler. Als ob die Natur die Folgen Der Ver- chwendungssucht eines so Hochbegabten beweinte, riefelte es vom Himmel, die sonst so herrliche 'Aussicht war verschleiert itnb Die schwarzen Zypressen blickten Duster m Die trostlose Regen- atmofphäre.
• Eine chinesische Aerztin. Die erste Chinesin, die an einer modernen Universität mit Ehren und besonderer Auszeichnung ihr Doktorexamen abgelegt hat, Frau Dr. Pamei Kui, war in Diesen Tagen in LonDon, wo sie bei einer Stubienreise Die großen Hospitäler besichtigt hat, Der GegenstanD besonDerer Ehrungen. Vor mehr als 16 Jahren hat Frau Dr. Kui in 9lero- york ihre Studien begonnen und an Der heute der Cornell-Uni- versität angeglieberten medizinischen Hochschule für Frauen ihr Examen als Aerztin bestanden. Sie praktizierte dann eine Zeitlang in Japan, bis die chinesische Regierung sie heimrief und ihr Die Aufsicht über Die FrauenheilkunDe im nörDlichen China übertrug. Pier begrünbete sie balD in Hientsing ein Krankenhaus unD eine Reihe von Apotheken und begann sofort Damit, chinesische Frauen als Krankenpflegerinnen auszubilden. Ihre unermüdliche Arbeit erntete Die schönsten Erfolge; heute wirten in NorDchina unter ihrer Aufsicht 36 nach Den moDernen GrunDfätzen der nleDizinischeil Wissenschaft ausgebilDete chinesifche Krankenpflegerinnen fegensvoll ihres Amtes, unD eine ganze Anzahl junger vornehmer Chinesinnen, wen über 30, fiuD dein Beispiel Der zielbewußten Frau gefolgt unD liuDicven heule in Amerika MeDizm. 44 weitere junge Chinesinnen luevDen im kommenden eemener folgen unD sich ebenfalls an Qmeritani|d)en Universitäten als etuöentinnen Der Medizin im- mauuuliecen lassen.
Kleine LageschronU.
In WiesbaDen hat sich Der Arzt Dr. G0ldschmidt aus Breslau in einem Anfall von Nervenüberreizung in einer Kuranstalt vergiftet.
In Würzburg wurde Der stellenlose Kaufmann Dill- mann verhaftet, der im Verdacht steht, am 14. Januar Den Bürgermeister Mahler von UllftaDt ermordet zu haben.
In Meckelfeld bei Harburg brach am Ostermontag nachmittags ein Feuer aus, das neun Bauernhöfe ein* äscherte. Die Ursache Des Brandes ist bisher unbekannt.
Aus Hamburg iviro gemcioei, vaß am Montag abeno auf Der Elbe bei Der TeuMsbrucke ein Segelboot mit Drei Insassen gekentert sei. Zwei Davon seien ertnaitat, Der Dritte tourDc gerettet
Aus NorDheim tvirD gentelDet: Am Samstag nachmittag brach in Dem Flecken LinDa u ein größeres Schadenfeuer aus. Dem bis 8 Uhr abends 15 his 20 Wohnhäuser, StäÜe und Scheunen zum tupf er fielen.
In einem Dorfe in Der Umgegend von Petersburg ermordete der 16jährigeSohn eines Schlossermeisters seinen Vater, seine Mutter und seine Schwester, angeblich aus Rache wegen ungerechter Behandlung.
Aus Lodz wird gemeldet: Die Polizei umzingelte am Montag ein Haus in der WyDsewastraße, weil sie die Nachricht er* halten hatte, daß Dort Die RaubmörDer, Die sie suche, versammelt seien. Die Polizei wurde mit Schüssen empfangen. Militär wurde zu Hilfe gerufen, beteiligte sich aber nicht am Kampfe. Die Uebeltäter ergaben sich nicht und zündeten das Haus an. In dem Kampfe mit Der Polizei rourDen Drei fftauB» mörDer getötet, einer wurde schwer verwundet unD später verhaftet. Der Kampf hat zwölf Stunden gedauert.
In der Nähe von Kioto i^.apan- ruurDc durch Dynamit cüi Bahngleis gesprengt unD ein Eisenbahnzug zum Entglei- I" e n gebracht. Der Aäaschinlst uhD Der Heizer wurden schwer mid zehn Passagiere leicht verletzt. Die Lokomotive und ein Wagen sind zertrümmert.
nicht rechtzeittg gelungen wäre, das Feuer zu ersticken. Leider hat ein großer Teil Der Pflanzen Schaden genommen. Es wäre Doch Dringend zu wünschen, da.ß die Spaziergänger mehr Vorsicht obwalten ließen.
Auch in vergangener Woche war an der Strecke Hungen- Nidda, unweit der Untermühle, wahrscheinlich durch Funken einer Lokomotive ein Brand entstanden, bei Dan ein Bestand von 800 jungen Buchen vernichtet wurde.
— Ober-Bessingen, 17. April. Die alte Papiermühle wurde an einen Herrn au8 Grünberg verkauft, der hier eine Fabrik für Patent-Heurechen einzurichten beabsichtigt
Vermischte».
Türkische Universitäten. Die jungtürkischen Reformen, Die sich in Den letzten zwei Jahren in der Verwaltung imD tm Heerwesen erfolgreich betätigten, fmDen ante beDenkliche Begrenzung in Dem unglaublich rückstanDigen Zustand Der ausnahmslos von Geistlichen gäeiteten Volks- und Religionsschulen. Dieser Uebelstand hat jedoch seinen Grund tn der durchaus primitiven Vorbildung der Lehrer selbst. Die alle ans den ttttkischen Universitäten, Den „MeDressen", hervorgehen. Ihre jetzt angestrebte Reform würde Den Hemmschuh jeder Entwickelung, die Unwissenheit des fanattschen Volkes beseitigen. Denn Die MeDressen — es gibt ihrer in Der Türkei viele Tausende mit etwa 500 000 Studenten — befinden sich in einer jeder Wissenschaft hohnsprechenden Verfassung. Eine Mtt»resseh, rund um eine Moschee gelegen, besteht aus mehreren einstöckigen Gebäuden, in deren finiteren feuchten Zellen des Sofias, Die Studenten, wohnen. Sie sind also rrn Internat und empfangen täglich aus Dem Jmaret Der Medresstn- küche und -Bäckerei Brot, Suppe und Reis. Ihre Studiai — 1 Stunde täglich — bestehen im Anhören des Dersiarn, des Professors, der ihnen etwas arabische Grammatik, Koranexegese und Erklärungen der Sunna, Der heckigen Ueberliefenuig, vorträgt. Den übrigen Teil Des Tages verbringen Die Studenten mit Beten und Kef (Nichtstun). So kommt es. Daß Die Sofias nach 15- bis 20 jährigem Studium sich zwar den fragwürdigen islamitischen Dokiottitel erwerben, aber weder eine Zeile arabisch schreiben können, noch meist Den Sinn Der gelernten Koranverse verstehen. Geschichte, Geographie und Natuttvissenschaft bleiben ihnen ewig fremd. Drei Vionate im Jahre verbringen Die Sofias übrigen^ tn Den Provinzen in Häusern reicher Muselmänner, Die sie gegen gute Bezahlung im Gebet unterstützen. — Von solchen ,Lchrern' tonn man für Die türkische Schulbildung allerdings gar nichts erhoffen.
* D'Au n unzio in Noten. Die Zeitungen hatten verkündet, daß die Schneiderfirma Carena wegen einer unbezahlten Schuld eine Versteigerung m d'Annunzios berühmter Villa, der Capponcina bei Settignano, veranlaßt hätte. Es sollte fick^ zunächst um die Stallungen, vor allem um des Dichters Pferd ^Alalatesta" handeln. Vor dem Gitter mid der Mauer mit dem 'JJioUo „Noli me tangere“ hatte sich eine Gruppe von Journalisten und — Pferdehändlern versammelt. Indessen die Neugierigen kamen nicht auf ihre Rechnung. Ein treuer Diener des fernen Poeten erklärte: „Meine Herren, Sie haben den Weg umsonst gemacht, die Firma hat im letzten Augenblick den Verkauf ver- fchoben.“ Diese Mitteilung beruhte in der Tat auf Wahrheit, in- beflen während Die Herren unterhandelten, nahten andere Genchts-
döttes Joh. Frarrz-Lützellinden, 1. Preise: Ad. Rcur-Wieseck, Joh. Franz-Lützellimden, Wilh. Döll-Trohe, 2. I. E. Deuker- Rooheim, 3. H. Schila-Werschau i. Rh., G. K. Schmidt- Kinzenback und Deuker-Rodheim, 4. H. Speier-Wismar, Bürgermeister Schmidt-Trohe, K. Schwarz-Trohe, K. Klap- >ert-Freudeüberg, H. Schila-Werschau; E. Produkte: .. Preis: G. K. Schmidt-Kinzenbach für Bettvorlagen vom Fell der deutschen Rttseirschecken, 2. Sllberpelze derselbe, 4. Hcrsenteppich W. Weber-Dutenhofen.
fc. Schlüchtern, 17. April. Graf Zeppelin ist zmn mehrtägigen Aufenthalt auf Schloß Brandenstein bei feinem Schwiegersohn Graf Brandenstein-Zeppelin eingetroffen.
fc. Hanau, 16. April. Der Bezirksausschuß Kassel be- jimrnte, daß die Sch0nzeit der Rehböcke bis zum 15. Mai dieses Jahres kauern soll.________________________________________
wandern und Rei|en3äber unö Sommetfrif^en.
— Der Männerturnverein Gießen eröffnete seine diesjähriaen Tirmfahrten mit Der Karfreitagstour nach Braunfels. In Gemeinschaft von rund 30 Wetzlarer Turnern marschierten etwa 110 Teilnehmer Die herrlichen Waldwege an der Oberndorfer Schmelz vorbei, dem Bergriesen Braunfels M. Nach eingenommener Stärlimg wurden die Sehenswürdigkeiten betrachtet und spät am Abend dann Der Heimweg angetreten. Es wurde die Einrichtung gettoff en, daß jedem Turner, der sämtliche Tumfahrten int Jahre mittnachl, Das Abzeichen der Deutschen Turnerschafi überreicht wird.
Bad-Nauheim, 17. April. Cornelius Vander- b i l t u n d F a m i l i e aus Newyork find heute im Hotel Kaiferhof zur Kur abgesttegen.
W i e § b a b e n, 15. April. Tie Königin von Grieche n- lanb ist nach breüvöchentlichem Aufenthalt gestern von hier nach Petersburg abgereift. Tie Königin beabsichtigt, im Herbst zur weiteren Behanblung burch ben Augenarzt Dr. Graf v. Wiejer roieber nach Wiesbaden zu kommen. — Prinz Oskar ist nach Stägigem Aufenthalt 9 Uhr 23 nach Potsbam abgereift


