Ausgabe 
17.3.1911 Erstes Blatt
 
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Briefkasten der Redaktion.

V. Wird demnächst erscheinen.

Sport.

Schachmeisterturnier.

San Sebastian, 17. März. Aas dem internatio­nalen Schachmeisterturnier ist nach vierwöchigem Kampfe der Kubaner Eapablanca als Sieger hervor- gegangen. Er gewann den ersten Preis von 5000 Franken. Die Entscheidung brachte erst der letzte Tag. Der Oester­reicher Bidmar gewann den zweiten Preis in Höhe von 3500 Franken, der Russe Rubinstein den dritten in Höhe von 2000 Franken.

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Letzte Nachrichten.

*tn. Friedberg, 17. März. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Gießen wurde in Darmstadt der Ge­richtsschreibergehilfe D ö l l von hier verhaftet, der Gerichts­kosten-Rechnung en gefälscht und die Beträge für sich ver­wendet haben soll.

Berlin, 17. März. Der bekannte Schauspieler und Hoftheater-Direktor Geh. Hofrat Friedrich Haase ist heute früh int Alter von 85 Jahren gestorben.

limtiicher Wetterbericht.

Wetteraussichten in Hessen am SamStag dem 18 März 1911: Nach Nordosten drehende Wmde, noch etwas kalter, später leichter Frost, vorwiegend trocken.

Schneeschuhbahn in den höheren Lagen aller Mittelgebirge sehr gut, besonders Loherodskops itnb Feldberg (TannuS). Es herrscht leichter Frost; Schneehöhe: 30 Zentimeter Neuschnee.

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und sofort den richtigen Empfang mit Angabe der erhaltenen 3abl bestätigen.

Der Herr Wahlkommiflär hat sich beschwert, daß ihm non einer Anzahl Gemeinden das vorläufige Wahlergebnis am 1L I. Mts. vormittags 11 Uhr noch nicht, wie vorgeschrieben, ntitgeteilt war. Wir machen Ihnen daher für die Stichwahl nochmals besondere Pünktlichkeit zur Pflicht. Tas Wahlergebnis ist, gesondert von der Absendung der Wahlakten, sofort nach Feststellung telephonisch oder telegraphisch dem Serru Wablkommissär zu übermitteln.

Da Televhonaesvräche hinter den Telegrammen znriickstrhen muffen, empfiehl: sich tel^ravbüche,Uebermmelung.

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noch die leidige Art, auch die Dachgeschosse auSzuschlachten _unb in das ..herrschasUicke^^ Hau- noch einen minderzablm^skräl- tigen Mansard<.mbcwohner aufzuncbmcn, der dann die bei Elagen- wohmmgen unbedingt notwendigen Abstellräume absorbiert und ost genug auch noch Aftermieter bei sich aufnimmt, was auch seine Schattenseiten sür andere Hausbewohner hat.

Tas sind so allerhand Tinge, die man mit Recht an unterem Wohnungswesen aussetzen darf und gegen die sich die Mieter auch einmal energisch verwahren sollten, damit es Wandel dann gibt Wenn unsere Bauunternehmer den Bau von Einsaminen Wohnhäusern im oben angebcutctcn Sinne nicht in Angriff nehmen wollen, oder wenn sie durch baupolizeiliche Vorschriften daran gehindert werden, gegen die nichts zu macken ist, so mögen sie wenigstens ben TvbuS des modernen, komfortablen Etagen- hauseS mit repräsentablein Eingang, anständigem Treppenhaus und geräumigeren Wohnungen ausbildcn. Eventuell wäre ihnen auch vielleicht zu empfehlen, auf Doppelwohnungen Bedacht zu nehmen, bestehend aus zwei übereinandcrliegenden Etage», die dnrck eine prallisdu? Treppenanlage mi einander kombiniert werden können und je 4 Zimmer haben. Die bctressenden Häuser müßten sich aber an guter Lage befinden. Wer heute auf den Ausweg verfällt, fick zwei Etagen zu nehmen, der wird das wohl bald wieder ausgeben, weil er diese Wohnungen nur an minderwertiger . Lage finden kann und weil die Häuser mit solchen kleineren Etagen, aus denen durch eine Kombination etwas gemacht werden könnte, wohl meistens noch weniger repräsentabel sind tn ihrem Innern, rote diejenigen, welche nach Meinung ihrer Besitzer herrschaftliche" Wohnungen enthalten &

Büdingen, den 14. März 1911. Betr.: Reichstagsersatzwahl 1911

Das Grotzh. Kreisamt Büdingen

an die Grohh. Bürgermeistereien des 1. Wahlkreises.

Da bei der Wahl am 10.1. MtS. eine absolute Stimmenmehr­heit nicht erzielt wurde, ist Stichwahl erforderlich. Dieselbe wird auf Dienstag den 21. L Mts. angelegt werden. Linzielle Be­kanntmachung erfolgt im AmtsverkündigungSblatt vorn 18., 1. MtS.

Einstweilen erhalten Sie mit der Post die erforderliche an« zahl Wahlzenelumschläge. Sie wollen dieselben alsbald muhzähleu

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Lustschiffahrt.

Unfall desP. 6".

Johannisthal, 16. März. Als das LuftschiffP. 6" heute nachmittag um 43/. Uhr zu einem Passagierflug au? >er Halle gebracht werden sollte, wurde es durch einen Windstoß mit dem Vorderteil gegen die Ballonhalle gedrückt, 0 daß die Hülle teilweise zerriß. Niemand wurde verletzt. Der Ballon wird bald wieder hergestellt sein Ueber den Unfall teÜt die Direktion der Luft-Verkehrs-Gesell- chast mit: Als das Luftschiff heute nachmittag um 5 Uhr aus der Ballonhalle bei Johannisthal zu einer Passagier, fahrt berausgebracht werden sollte, setzte plötzlich ein Böe ein uni) drückte den Ballon gegen die Hallenwand. Dabei bekam er ein kleines Loch. Oberleutnant Stelling entschloß sich mit Rücksicht darauf, das; die BallongasfüNung 14 Wochen alt ist, den Ballon zu reißen, der ohnedies in den nächsten Tagen nach Bitterfeld zur Neufüllung gehen ollte. Im Laufe des heutigen Abends wird der ganze Ballon nach Bitterfeld versandt werden. In etwa acht Tagen dürften die Fahrten wieder ausgenommen werden.

Kleine Tagerchronik.

Bei Reinigung einer Grube des Bahnhofes in Nizza wurden Schmucksacken im Werte von 20 000 Franks gefunden.

In der hohen Tatra wurden von den beiden Prozessoren Dr. R 0 s e n und Dr. M 0 r e n 5 z i z Steinschichten entdeckt, die sehr reich an Radium sind.

Aus Deutsch-Ostafrika wird vom Gouverneur tele­graphisch gemeldet, daß in M u a n s a am Viktoriasee neuer* dings die P e st auftritt, nach den eingegangenen Berichten tarnen bisher vier Todesfälle vor.

Einer inOch 0 tsk eingetroffcneii brieflichen Meldung zufolge ist am 17. Januar die Radiotelegraphenstation Petropawlowsk auf Kamtschatka infolge Explosion eines Petroleumbehälters niedergebrannt. Zwei Beamte erlitten Brandwunden.

uniocrfität. Am 7. März hat daS hessische Ministetinm Innern die vom Gefamtfenat der Universität Gießen beschlossenen Leitsätze für die Neuregelung der Rechtsver« bällnisfe der ordentlichen Honorarprofessoren und oratsmäßigen außerordentlichen Professoren genehmigt und die Universität mit Vorschlägen wegen Aufnahme ent sprechender Vorschriften in die Univerfitäts-^-atzungen be­auftragt Diese Leitsätze lauten:

1. Die etatsmäßigen außerordentlichen Profeswren an der llandesuniversitäk, welche ein in ihrer S^^tfitW vertretenes Spezialfach vertreten, sollen m dieser Fakultät Sitz und be« schließende Stimme haben, wenn es sich um Angelegenheiten ihres Svezialsaches handelt. 2. Tie Frage, ob ein etatsmäßiger Ertraordinarius Vertreter eines in der Fakultät nicht vertretenen Spezialfaches ist, soll von Fall zu Fall Rieben werden bis zur Aufstellung fester Grundsätze durch die Fakultäten. 3. xic Cnr idtibung über diese Frage soll der Landesuniversitat zustehen t Die Entscheidung der vorgenannten Frage^enolgt durch den ^esamtsenat nach Anhörung der betresfenden .rakultat 5^ Ten etatsmäßigen Extraordinarien sieht das Reckst der Teilnahme an der Rektorwahl zu, lebocb mit der Maßgabe, daß d'e Gesamtzahl der hiernach wahlberochtigten außerordentlichen Professoren die Hälfte der Gesamtzahl der etatsmäßigen ordentlichen Pro,cisoren nickt übersteigen darf. Wird diese Beschränkung wirksam, so steht sqä Wahlreckst den der Aneiennität nach ältesten etatsmatzigen autzerordentlickxm Professoren zu. 6 Alle den etatsmäßigen au perordentlichen Professoren zu gewährenden neuen Rechte und in gleicher Weise auch den ordentlichen Honorarprofessoren em- zu räum en. .. . .

Der E 0ang. Psarrveretn tn Hessen wird seine diesjährige (21.) Hauptversammlung am 9. unb 10. Mai zu Friedberg abhalten.

- Erledigt ist die Stelle deSForftwart» der Forst- wartet Kürnbach, Oberförsterei Wimpfen.

Der 1. Hauptgewinn der Geflügel-AuS - stellung, kompletter Hühnerhof, fiel nach Lauterbach an einen dortigen Arbeiter. Der 2. und 3. Hauptgewinn kam nach Gießen.

KreiS Friedberg.

L. Friedberg, 16. März. TaS Lehrerseminar wird mit dem Beginn deS neuen Schuljahres um eine nütz­liche Einrichtung reicher werden. Für die Seminaristen wird ein eigenes Lesezimmer eingerichtet werden, in dem Zeit­schriften und Bücher offen liegen sollen.

bet Universitätsdozenten in besonderem Grade erwecken ES find unter diesen zahlreiche, die danach streben, ein etgenrS Heim zu besitzen, anstatt sich mit Mietwohnungen zu behelsen stck tagaus tagein über den Lärm rücksichtsloser,munkalischer Hausgenossen, Über die Eleganz der Mietbaustteppen ober über die neuerdings hier beliebte ekelhafte Kombinatton von Klosetts und Speisekammern und über manche andere Dinge nt ärgern. Wenn aber diese Kreise Interesse am Aufschluß des NahrungS- berggeländes nehmen sollen, und daraus sollte doch die Statt in ihrem eigenen Vorteil Bedacht ne&num, bann ist eS notig, hier Ein zelwobn Häuser ,u erschwinglichen Drei sc n zu errichten, an baten, das wirb roodl niemand mir bestreiten wollen, in Gießen geradezu ein emminbltcher Mangel, besteh^ Nur eine kleine Minderzahl unserer Mitbürger und sperrt auch der Universitätsdozenten ist in bet Lage, 70 000 80(X)0 Tlf. unb mehr Tür ein Einfamilienhaus anlegen zu Tonnen^ Unb von den dazu Fähigen sagt sich noch mancher, ehe er sich dazu entschließt, ich denke doch einmal später von Gießen weiter zu kommen, und bann möchte ich nicht wie ber College I. ober 'N unver­äußerliche Villa besitzen, bie mir allenfalls jemanb billig ab­mietet. Um aber zu erschwinglichen Dreisen bauen zu können, wirb man Wohl bavon abgeben müffen, Villen tm Sinne allseitig freistehender unb von größeren Garten umgebener »aufer zu bauen, benn sie erforbern viel Terram, machen die Ausbildung von Fassaden nach allen vier Seiten notwendig unb so wird ber Ban eben ins Unerschwingliche verteueti Man baue dagegen in dem meines Wissens von England herüber gekommenen Baustil der Vorstädte norddeutscher Plätze wie Bremen und Hamburg, Haus an HauS mit Vorgärten unb veranbengeschmückten Fronten skein Mensch hält es bort für notig, solche vauser mit entstellenden Durchfahrten zu versehen wegen eventuell einmal zu gcwartrgender Feuersbrunst, wie bas hier bet einigen väusern ber Löberstraße geschehen ist), unb bie Einzelhäuser lassen sich um bie Hälfte der Kosten Herstellen, wie bte Billen im südlichen Stabtterl von

^Snlch ein HauS, wie man sie in den genannten ©täbten seit einem halben Jahrhundert und länger zur großen Zufrieden- < beit der Bevölkerung baut, hat einen hübschen Vorgarten von 23 Metern Tiefe. Ein paar Stufen führen hmab ms Sou- , terrain, in welchem Küche. Speisekammern Waschküche Plätt­stube usw. sich befinden. Lieferanten haben hier ihren besonderen Zugang zu den Wirtschastsräumen. Man steigt eine breite Treppe hinauf zu der über die ganze Front des Hauses sich erstreckenden Veranda aus Eisenkonsirnktion und Glas, bie bet ben Wohl­habenderen zum Wintergarten ausgebllbet ist. Dann passiert der Besucher die breite, boppelflügelige HauStüre und steht vor dem sogenannten Windsang mit geschliffenen Schecken ober einfacher Verglasung mit weißen nb-n- bunten Tüllspannern. Ocffnet sick biefer Zugang, so blickt er in ben 221/. Meter breiten <ylur, von bem eine auch in bescheideneren Häusern meistens mit einem Läufer bedeckte Treppe ins Obergeschoß hinauf führt. Unten zählt man drei Zimmer von verschiedenen Dimenswnen, ie nach der Gröhe des Hauses, die in den verschiedenen Straßen variiert und entsprechende Preisunterschiede bedingt. In auttn Häusern bat man ein Vorderzimmer von etwa 5,5 zu 6,5 Metern, ein Hinterzimmer von etwa 4,75 zu 6, unb em etwas, schm al er es meistens ausgebautes Zimmer von etwa 3,5 zu o Ost ist dem Hinterzimmer noch toiebet eine Glasveranda vorgebaut Das Obergeschoß hat gleiche Räume und einen Vierten über demvaus- cingang. Unb im Mansarbengeschoß sind ein paar weitere Zimmer iür Bwienstete, Besuche usw. anzutteffen. Neuerdings sind dann noch mancherlei Modifikationen zu Wer Urform hmzugekommen, 1 B die Ausgestaltung des Hausflurs zur Diele, Embau von Eloset und Bad im Oberstock, Wandschränke usw., Dmge die das Haus noch wohnlicher gestalten. So ein Familienhaus hat also eine Sttäßenfront von 59 Metern und bedeckt eme Grundfläche von wenig über 100 Quadratmeter. Rechnet man 2025 Meter Garten dazu, vom Nachbarn getrennt durch eine Planke, so ist das Besitztum komplet. Nach ein paar Jahren sind Front und Rückseite mit Epheu, wildern Wein usw. berankt, an

ben Planken des Gartens wächst Spalierobst. Man

wandle einmal durch eine solche Straße, wenn alles im Grün prangt und in den Vorgärten hochstämmige Roseii blühen. Das ist ein angenehmerer Gang, wie durch unsere Ludwigstratze. Wer würde so em Haus im Werte von 2530000 Mk. nicht lieber bewohnen, wie die Mietetage, die ihm 141500 Mk. kostet. Für solche Häuser würden sich sicher stets Käufer finden, wenn icmanb sic abgeben möchte, während die teuren Villen kaum veräutzerlich sind. Es gibt nun freilich auch Leute, die nicht gern Treppen steigen unb ihre Räume beieinander haben wollen und darum moderne Etagenwohnungen anstreben. Wo aber sind solche in Gießen in hinreichender Größe für Familien, die sich etwas Wohnungslurus gestatten und eine größere Etage mieten mochten, 11t finden? Sie sind äußerst rar. Selten findet man m Gießener Blättern das Angebot einer Wohnung mit mehr rote 6 Zimmern, und dann ist meistens eines darunter, das minderwertig ist und allenfalls für die Magd sich eignet. Oder nennt man ein Loch von 3 Metern Länge und 1,20 Breite ein Zimmer? Schon bie Treppenhäuser, bie man erblickt, finb zumeist unendlich ärmlich und genügen nicht den einfachsten Ansprüchen des Besser- bemittelten. Was wird einem da alles hier geboten. Zwischen schmierigen Tapeten und ölverllerten Wänden windet man sich aufwärts, nachdem man von der Rückseite ober durch einen niederen Eingang an ber Seite in so ein Mietspalais hineingeschlüpft ist, über Holztreppen, deren Passieren störendes Gepolter macht unb auf benen man sich kaum zu tzweit auSweichen kann. Man wundert fick' ort, wie in solchen Häusern Leute mieten konnten, die von anderen Städten her befferes gewöhnt finb. Repräsentable Vorplätze werden immer seltener, bie Zimmer immer kleiner unb niedriger im Gegensatz zu den älteren Häusern, die im all­gemeinen doch einigermaßen geräumige Zimmer aufweisen. Dazu bann noch die schon erwähnte reizvolle Kombination von Klosett unb Speisekammer, auf bie bie mobeme Mietshausarchitektur ge­kommen ist, um Raum zu sparen (ein Wunber, daß sie nicht auch bie alten Berliner Hängeböden im Korridor, in denen die Magd zu schlafen verurteilt war, wieder aufgewärmt hat). Itnb bann

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Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 16. März. Der st ä d t i s ch e B 0 r - an schlag für 1911 wurde in der heutigen Sitzung der Stadtverordneten beraten. Er schließt um 120 000 M?. un­günstiger ab als im Vorjahre, was darin seinen zahlen­mäßigen Ausdruck findet, daß der Ausgleichfonds um diese Summe stärker heranaezogen werden soll. Die Betriebe ergeben eine Mindereinnahme von etwa 14 000 .mt. Ta indessen der Stadtkasfc an Ersah für Verwaltungskoften tu Lasten der Betriebe 59 000 Mk. mehr gut gebracht wer­den, so ergibt sich in Wirklichkeit eine Mehreinnahme von 15 000 Mk. Tie Gemeindeumlagen sind in gleicher Höhe angenommen wie im Vorjahre. Nach neuerer Mitteilung des Finanzamets werden unter Zugrundelegung des vor­jährigen AuSschlagsatzes von 128,4 Proz. rund 31450 M mehr zu erwarten sein. Um diesen Betrag ।cf)malert sich der aus dem Ausgleichsfonds zu entnehmende Zuschuß Tie Aufgaben für das Vermögen beziffern sich auf "30040Mk. Hiervon entfetten auf die Erweiterung der stadttschen Be- triebe einschließlich der elektrischen Straßenbahn unb des Schlachthofes 515 660 Mk., auf die Erbauung von Kanälen >33000 Mk., auf die Erweiterung des ftädtischen Kranken­hauses 120 000 Mk. Bei Beratung wurde besonders auch die irasserversorgung mit Arheilgen, sowie die Eingemenidung diese- Ortes besprochen. Auch die Verlegung des Hochreser- voirc- von der Mathildenhöhe und die Errichtung eines aroßzügigen, neuen Projektes kam zur Sprache, .^ne leb­hafte Aussprache fand über die Freilas|ung großer Platze und die Errichtung breiter Straßen in der etabt statt. Rach den modernen Erfahrungen seien die breiten Straßen nur Staubfänger und auch dem Verkehr nicht so dienlich, wie man annehme. Stadtv. Dr. Heydt empfiehlt die An­legung großer Spielplätze innerhalb der Hosreiten. Auch die Frage ber Polizeiverhältnisse und die Abkommandie­rung der hiesigen DckMtzleute zum Schutz der Zarcnfamilie nach Friedberg wurde besprochen. Die Verhandlungen wurden nach 8 Uhr abends abgebrochen und sollen am Freitag fortgesetzt werden.

Hessen-Nassau.

U Marburg, 16. März. In ber heutigen Stadt- verordneten-Sitzung wurde der städtische Voranschlag für 1911 auf 1391 100 Mk. festgesetzt. Zur Erhebung ge­langen 187 Proz. Neal- und 165 Proz. Einkommensteuer, daß ist eine Herabsetzung um 5 Proz. gegen daS Vorjahr.

Die Nahrungrberg-vebauungrftage.

Gießen, 16. MäiH.

Aus Umversitätskreiscn wird uns geschrieben: __

Tie Erörterungen im Gießener Anzeiger bett. Bebauung öeS NahrungSberges sollten meines Erachtens auch das Zntereffe