Möhler! MM von Gießen n. Wirseck!
V
■•9
Die Hauptwahl am 3. November hat gezeigt, daß die Kandidatur Klingspor sich in allen Kreisen der Bürgerschaft der größten Sympathie erfreut. Es ist darum nichts als ein plumper Wahltrick, wenn von gewissen Kreisen, nicht ohne Absicht, aus- gesprengt wird, Herr Klingspor habe seine Kandidatur zurückgezogen.
Herr Klingspor führt seine Kandidatur energisch durch und hosst, gestützt auf den guten bürgerlichen Sinn der Wähler, seine Sache zu einem erfreulichen Ende zu fuhren.
Herr Klingspor, von dessen Programm auch die Freisinnigen anerkennen mutzten, datz es durchaus liberal ist, und das er als vollständig unabhängiger Mann voll und ganz vertreten wird, ist durch seine Ausführungen so bekannt, datz es unnötig erscheint, sein Programm in einzelner Punkten breit zu wiederholen.
Eine gerechte Wirtschasts- und Steuerpolitik,
Schonung der wirtschaftlich Schwachen,
Förderung der Bildungszwecke aller Art,
Berücksichtigung der berechtigten Wünsche der
zelnen Berufsstände,
ein-
das sind Richtlinien, die Herr Klingspor verfolgen wird. Jeder Schmälerung der Volksrechte wird er jederzeit entgegentreten.
Mitbürger! Wähler! Wenn Ihr wollt, datz diese Grundsätze nachdrücklich und unerschrocken zur Geltung gebracht werden, so wählt den wirklich und in jeder Beziehung unabhängigen Kandidaten,
Herrn Zabrikante« Adolf Mllgspor.
Und nun noch eins! Die fortschrittliche Volkspartei sucht in ihrem Ausruf das Programm ihres Kandidaten mit haltlosen Verdächtigungen des Gegners zu schmücken. Wir halten es unter unserer Würde einen derartigen Weg zu betreten und wir versagen es uns sogar, scharfe Angriffe zu erheben, obgleich wir zeigen könnten, datz aus der Seite unserer Gegner Reden und Handeln oft zweierlei Dinge sind. Eine plumpe Ueberhebung ist die Behauptung, datz nur ihr Kandidat ein „entschieden liberal gerichteter, energischer und unabhängiger Mann" sei.
Unser Kandidat ist ganz entschieden „liberal gerichtet, energisch und in jeder Beziehung unabhängig, ja unabhängiger".
Darum wählt am Stichwahltag
Dem MriUilAdolf Alingspor
Der Wahlausschuß


