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20.9.1911 Zweites Blatt
 
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Nr. 221

Zweites Blatt 161. Jahrgang

Eriche KU täglich mit Wulnabme bei Sermlagl. d TO «Ak W

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,tbuefqer* eiermal wöchentlich betgelegt, daß W ß W . k L; ' wL il Z^zUl ch I F; fL S ti D vL fl.

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Wöchentlich TieLandwlrtfchaftllche» Leit. ~ e V

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Mittwoch, 20. September 1911

Wetertembntd unb Vertag bet Brü bliche- Unweni ät« Euch- unb Strmbnidml

Ä. Senge, Steten.

Äebeftlen t^pebtiton unb Tmtfere«: ^"bui* trotzt 7. ttreebmon unb Berlag: <"W bL Redaktion:HLIeL«?!l'rjgerSteften.

Vie Ursache der wiener Unruhen.

' Man wird die Wiener Krawalle in liöchsrem Maße ver urteilen müssen, nicht nur wegen de» dabei vergossenen Menschenbluts und des vr^'.'i-cn Eigentum , sondern auch, weil iidi durch eine solche Bolitif der Straßc kein iviri schait.'poii'ischcr Fortschritt durchsetzen läßt. dessen Eener triff) dringend bedarf, wenn nicht im Vinter eine Hungers not gebieterisch an seine Tore klopfen soll Und doch sind die Wiener Ereignisse vom allein menschlid.cn SianMninhc ou^ nur 'n o-rnändlich. tvenn inan berücksichtig! unte, welchen 'f c r h ä 11 n i f f e n f et o u j c (t t d i e arm re Wiener Bevölkerung lebt. Venn zwei Stuben mit Küche in Vien durchschnittlich 1200 Mroncn O b - Mk koüen, tvenn das Pfund Brot jetzt ans 20Heller ... 0> Psg das Pfund uefer aui 4H .veiler und das Pfund Rindfleisch auf 1 » Kronen gestiegen ist, ia, sogar iur ein Würstchen aus Pferdefleisch ü Heller verlangt werden, so ist schon iel't in dem größten Teil der Wiener Farnilien.Schmal- hau i Miiiheiniiciiter, zumal in Wien, sowie in gan-, Eener rrirt, die Cinkommenverttällnisse weniger günstig sind, als in Berlin und dem 2eutidicn Reiche Wie soll dav erst im Winter werden?

Ter Wruufc für diese LebenSmitteltenerung ist utoeii der Dürre be-5 Sommer' ans die österreichische Wirtschaft' voliuk und die Berbindnng mit Ungarn »urückzuführen Zwar hat die österreichische Regierung ebenso ivie kürzlich die p reu gische allerlei Heine Hilfsmittel ausfindig ge macht, die der Lebensniittelleuerung steuern sollen Aber sie kann fidi* tu Rücksicht an» die Agrarier nicht dazu ent schließen, eine großzügige Rotstandsaktion, die allein helfen konnte, vorzunehmen, also z B. die Grenzen zu öffnen für betreibe unh Vieh, tvodurch sie die Möglidikeit geivänne, (betreibe aus Rußland und Viel) ans Serbien und Ru mänicn zu beziehen Tenn and) hier spielt der Wider stand Ungarn- eine große Rolle Ließen die Herren Ma- giiareu doch jetzt nicht einmal die Einsuhr argentinischen Fleisches im gefrorenen Zustande zu. wie im vorigen Jahre, weil sie na di welcher Richtung hin, bleibt abzuwarten einen Druck aus Oesterreich nn 'üben wollen.

Rur soviel ließ sidi bi -her erreichen, daß der österrei 'chische Reichs» at sdion am 9. Oktober zusammentreten unb in ihm die Tencrungsfrage sofort zur Aussurachc gestellt werden wird Viel wird ivolt muh diesmal nicht dabei heraustominen, da Herr v. Guntsch der Ansicht ist, die sckige Teuerung sei neben der Dürre nur durch die Kur teile und den Zwischenhandel veranlaßt.

Wie n , 19. Sept Das Eisenbahn in i u i st e r i u m verfügte außer den bereits gewährten Frachter mäßi fl u ii g e n sür Viel; und Fleisch nunmehr audi die Einführung der allgemeinen öOpio^enligcn Frachtermäßigung für A a r t o i j c 1 n , Wem nie und Hülfenfrüchte auf fämthd)cu Linien bei* österreichischen Staatsbahnen

Gestern sanden in mehreren Stabten ber Mon archie Teuerungskundaebungen statt, so in r a z, Reiche überg und S a l z b u r g Zu Salzburg lam es zu lärinenben Kundgebungen vor dem Wcbäubc der Lande regiernng

Lor dem Bezirksgericht begannen heute die ersten B e r h a n d l u n g e n gegen eine Anzahl am Sonn tag und Montag wegen Lachbesdiadignng verhafteter Per sonen, unter denen iid; and; bei Itisahrige Hilfsarbeiter Mulle aus Berlin befindet. Ein Angeklagter wurde wegen Einschlagens von Fenstern zu drei Wodien Arrest öerurhilt. Die Verhandlung gegen die übrigen Angeklagten wurde wegen der Beruehmnug weiterer Zeugen vertagt. Die Montraheiuen bleiben in Hast

( Den Blattern zufolge i t der Zustand zweier am Sonuiag Kbensgesahrlich verletzter Puhenorer nidu besonders be friedigend Die (Keueiung erscheint fraflhd;. Äußer ihnen bqinbeu fidi nod) a ch 1 Schwerverletzte tu Pflege.

Die Unruhen in Spanien.

M ad rib, 19. Sept Rach den Erklärungen des Mi nisterpräsibenten L a n a l e s a s verschlimmerte sid) die Lage in der Provinz Valencia Tie Mommune ivurbe in Martha gena unb Alcira ausgerufen Alcira ist in der Gewalt der Revolutionäre; das Rathaus und zwei offen t 11 d; e Gebäude sind iiicdcrgebrannl Revolutionäre ver suchten, das R o n n e n t l o ft e r i n B r a n d z n s etzcn und sprengten eine Brücke mit Dynamit in die Luft. Tie Eisenbahn ist nfcgcf djnittcii. Truppen wurden abgesandt. Das fremde Element in der Leitung der Br wegniig mürbe in der Provinz Valencia ganz besonders Wagest eilt.

Die städtischen Arbeiter iit Valencia war*,, am 1« d '.V in den Ausstand getreten. Die Gendarmerie wurde nut Steinen beworfen und schritt mit der Waffe ein. 21 Per­sonen wurden verhaftet.

'Barcelona, 19. Sept. 500 Arbeiter sind ausständig. Tie Polizei verhaftete tu der i)!ähe der Stadt 30 Agitatoren, die willens find, das Wert des revolutionären Ausschusses fortzusetzen, denen Mitglieder im Gefängnis sitzen

Ministerpräsident Canalesas erklärte, die Aus Hebung der k o n st i t n i o u e l l e n Garantien sei an - gesichts des revolutionären und anarchistischen ebarattc; ber A u S st a n d s b e w e g u n g beschlossen worden Diese werde unterstützt burd) die Anarchisten und den rcpubliia Nischen Teil der äußersten Linke und folge den Weisungen eines aus Spaniern und Ausländern zusammengesetzten Ausschusses, der in Barcelona seien Sitz habe unb Agenten über die ganze Halbinsel verbreitet hat, welche den all gemeinen Ausstand vorzubereiten beauftragt seien Tu- Negierung werde alle Versammlungen verbieten: dte Milf tärbehördeu würden die Gewalt nur im äußersten Falle übernehmen.

Der Aurstan- aus den irischen Eisenbahnen.

London, 19. Sept. Infolge des Ausstandes qciialiet fid, bie Vage der irischen Eusenbahnen kritisch. Vierzig jckoinjche r'lrdeit--- villige sind in Dublin eingetrofien. Sic begaben n.? unter starker polizeilicher Bedeckung noch der RönigSbrfirfe, wobei es ;.ieiad- üchen Mnndgebnngen bet Ausständieen kam. Sic Trnopen in Znmoy erhielten den Beiehl, sich bereit zu halten. Hunderte

von Reisenden an-' England werden in Ttib11u z u r n ei g eho 11 e n und tonnen nicht nachJloiö- und We inland weitere eilen Au' der cit edr 2 rolec IfiaÜoiv narben den Vota- motiiifuhrnii <imi bcirafftieie Volizeibeainie zuni Schutze bei.iegeben. Ter Zinvort von ni! ! eu Eiern und Butter nach England ist durch den 'Ausstand beeinträchtigt.

Veutsch-Gefterreichischer vinnenschiffahrls-ttongresj.

Berlin, 19 Sfp:

Rad, Eröffnung brr heutigen zweiten Sitzung f'orach über ..tie cimvirflung be» bDbtaeraphiidi.n Dienstes in Crherrnif'' '' i. Vanrat v Siedet Wien hieraus berichieie Professor R e b b o tt Ue.ikrulii über das Prciri: der3 d) i i i b a r in a (t ii n n be? Rheins von Basel bis ; u ni Boben i c e". Ter Rednei 'nhric cn, , das; es mdit idm.t ieiu würde, den R. in pb'Tl'alb Basels bi» zum Bodensee idiiiibar zu machen. T'.e dortigen Stromid.itellcn lies. n iidi leicht durdi Vebranlageii be '.itigen unb if diele W'.branlageu brauchten nur Schstuien ein iibam zu «erden, um eine leichte Schislahrtsgelegeuh it zu er iiiiurttd in Von den stini Wehranlagen, bi? nötig waren, seien drei bereits gebaut, beuu beiiinben iidi ini Bau und würden von den Wafirrtraftweiken gelnaudi. .Ui> wär. e» nicht nölig, diese kost iv selig en Anlage i aui .'tosten bei Schiffahrt herzustellen. Beim 'hl wall ron 3 man hau en mustle ber Rhein umgangen werden -'? müsse ein Tiird'stich ober unb unterhalb be» aal le» unh ein ®irbinbimg-:lanj| mit einer Schleuse von drei Siuien bergcUelli werb«» luf diese Lsti^e wirs die Verbmdiing zwischen Lbei unb Unterwasser erreicht, ebne ba» Rainrschausviel des Jrallev zu störeii.

lieber ..Verstellung eines stanals vom Bodensee bi» zur Donau" sprach .v ti u 11 e Goldbach

Ser Generalsekretär de» Verbände», Ragoci». hielt einen nnifaffenben Bort re. i über ba» Thema:Masseugüterbnbnen al» Ersatz für Großschissahrtswege".

Er schlug folgende Entschließung vor, die einstimmig angenommen mürbe:

..linier Ä'iiebiqung e. Hrnftante . bar b b.ljauoi :cn Verzüge io» 'liaiicngiJcrbahnen or du bestehenden Eisen« bahnen ielbii nad) der si.'erwiegeifden Ansidft bc Siu ubahn iachmann'i tz ineSw- >i-.> all ..mein iiachzuiveucninb, gibt der IX Vcrbanbsfag be» Ll utich.Oest.rrrichisch llngarischcn Ver bandes im Binnenict lssahrt i .nct Ansicht dahin .'lusdruck, bau Mastengüterba! neu die bereit» in grvs em llmiang vorhandenen und neu profitierten Masserstrafen nicht zu erstven vermögen unb richtet daher der Vorstand au alle beiciligint Staatsbehörden die Bitte, in dem Ausbau der Vaiierstraren rortvifabren."

Dam,' halte der Berbandstag sein Ent. crrcidn.

Die (age -es 2lrbcitsmartte$ in Hessen, Hessen Nassau und waideck im August 1<)U.

Sic Lage be- ?lrbeitsmarltrs in der Metallindustrie hat iid) weiter rerveisert. Den besten Beweis lieferten b i c £uch werke, ö i e trotz b e großen Brandunglücks a 1 l e Arbeiter glatt u n t c r b i i n g e n konnten Ta nach den 3eitnng<bcriri;tcii eine giof c '.'tzbeifslo igkeil vevor^ust'h.ii schsen, ridjlcic der '','i.teld rnd ' '.hrbestsnadfweisverband an die £rcl werke ba» Ersuchen, die stellenlos geworbenen Arbeiter mitiutrilcn. Aach '.Vtitinlung der f3irnia waren aber alle Leute bereits mtier* gebracht Ein lehr iuhIbare r 'üi angel herrscht noch immer an Schmißen, >1 iinst und Vausdflo'sern, besond.rs Schmiede sind ilbei all sehr oesucift, wie an» den verschiedensten Teilen de PerlaudSgebietri- beruhiei wird

Aus der Textilindustrie Wirb au» Seligenstadt i. Sv gemeldet, daß die vorhandenen Arbeitskräfte nicht allein vollauf beschäftigt waren, sondern aum 91 ad)frage nach toeiicren Hili. Iräften vorbanben war, trotzdem in Seligenstadt selbst einige 1-iindert Müdu en in dieser randje beschäftigt werden 3» dem Bc'i-äfti iin-1- arad der P o r t e f e n i I! c 3 nt> ustrie inacht sich r.adi den Berichten au» Offen bad) a M , der Saison entsprechend, eine Besserung bemerkbar. Ter Expon nach England und dessen Kolonien nahm zu und neue Arbeitskräfte wurden eingestellt. Ter abgeschlossene neue Tarifvertrag brachte eine Lohnerhöhuna. 3n der 3 n b u ft r i e ber Ä o l z > unb Schnitz stosfe madne sich eine weitere Steigerung des Beschäftigungsgrades bemerkbar: aus .ahlrcid en Orten wird gemeldet, bar, nicht alle Stellen, i emo bl bet Bau als bei Möbelschreinern, besetzt werden konnten Ter Deutsche Holzarbeiter Verband in Darmstadt berichtet, daß der Berichtsmvnat feit 6 Fahren der erste M^nat ohne Arbeitslosen­unterstützung fei.

3n der Fnbuftrie ber Rahrungs- und Äenußmitlel herrichte, mit Ausnahme der Tabakindustrie, flotter Geschäftsgang. Die Großstädte melden großen Mangel an JVleiitbergeiellai.

In der Gt/ ßeiier T a b a k i n d n st r i e ist die Lage des Arbeitsmarkte» Immer nod) ichr flau Während im Beklei­dungsgewerbe in Maffei Schuhmacher ichr gesucht waren, waren in tiieebaben Schuhmacher und Schneider schwer unter- zubringen Die Schuhiabrifation in Offenbach a M. berichtet von einem guten Geschäftsgang: Ärbettsangebot unb Nachfrage hielten sich uentlieh dieöagc

lieber das Baugewerbe berichtet Frankfurt a. M., baß iämtlid'? Baubandwerker gut bcdwftigt waren Offenbach a M verreichnet ebenfalls eine ziemlich rege Bautängkeft. Mangel an Zimmerleuten berrichte in Wiesbaden unb Mainz: am letzteren £r:e auch Mangel an Glaicrn Rahmenrnal, rn,. Dagegen war in Main: bic Lage des Arbeitsmarktes für Maler, Tüncher unb Bautaglödner weniger günstig Ter Str.il unter den Maurern bei einer Baunrma m Eltville ist inzwiichen brigclegt worden Bildungen berichtet von einem Stillstand ber Bautätigkeit.

Im graphischen Gewerbe war bei den Buchdruckern bic Arbeitslosigkeit tm Berichtsmonat noch immer groß Eine kleine Besserung trat nach dem Frankfurter Bericht wohl in der letzten Loche ein, doch wurden nur Setzer zur Aushilfe bet Herstellung der Dinterfahrvläne verlangt. Am besten wird die nachltchenbe Zuiammennrllung aus Frank'urt a. M von dem Umfang der Arbeitslosigkeit Zeugnis ablegen. Es wurden ge- zahlt:

Arbeitsloienu vier Nützung:

August 1911 an 107 Mit liebet für 210* Zage = 4587,25 Mark,

1910 , 77 . , 1343 . = 292O,yj _

mehr 1911 an 0 Mit.siieder für 759 Tage 1666,75 Tlatf.

R e i f c ii n t e r ft ü tj u n g :

4>.uqii't 1911 on I*' .Kettende für 634 Jage 770.50 Mark,

, 1910 , 1K3 . , 640 . 7x7,

weniger :911 an 3 Reifende mr 6 läge 26^0 Mark.

Tie Reifeuntcr'iünungsausgabe war also ziemlich bic gleiche,

die Ausgabe für .'Irb'citslofigknt stieg aber ganz bedeutend. Es sind allem 59 Mitglieder den ganzen Monat arbeftslos ge- wesen, das find 3,57 Pro;, sämtlicher Mitglieder 1640 -La die Geiamtzablen der Arbeitslosen im August 118 betrug, so waren demnach 7,1'> Pro;, sämtlicher Mitglieder -ertwerlig ober Den ganzen Monat arbc islos. Auch Main; meldet, daß,wohl die Ltellenbew-.gung lebhafter !?ar als im Vormonat, daß^ da gegen die Zahl der zugereisten Arbeitslyjen 186 gegen 176 im Zuli und 98 im Juni betrug.

>ür bir ungelernten Berufe war in ^ranfiurt a M. noch eine ziemlich günstige Arbrusgelegeiibei! un Berichtsmonm. Mainz bagegni meldet gioijen lieber»,in an ungelernten Ar- beitem <?<ui»buticbcn unp Zn Mainz habe,: d, Moblcm irani'Portorbeiter unb Fuhrleute b Aide,: nieberflelegl

3m Ga it w i rlSg ewe r b c war nod reichlich Arbeit#* g legenheit vordanden. Durch die anormale &ttt«rung tm August u ai btc Arbeitsgelegenheit nad» Beendigung der t»'. ueibeernle »ur landwirtschaftliche Arbe11ei ein- »ei ', idiiedne; nur in den Weinbergen würd' n besonder» durch die Redlausunter- iudiuiigen viele Leut: bcfdiafiigi

Dte S lagen -der Dienstbotenmangel find auch di'-.nial wieder zahlreich eingelausen Zn Darmstadt ist der Dienstboteiiiiiangel fast zu einer Kalamität re.vorden Zunge, kaum at: der Schi entlassen. Mädchen sind vorbandeu, aber wenig gesucht, beim, sind deren Lobnansprüdie verdaltnismäßig zu hohe. 0i: Maffei herrscht Mangel an Köchinnen und i'aii'innbchen.

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2hl» Ttatt un>

G iesten, 20. Cepleniber 1911.

Für bic Sitzung der Stadtverordneten« B e r s ci in in (u n g am Donnerstag, 21 September 1911, nodmiittogs I Uhr. ist srügende Dagesordnung feft* gesetzt 1 Auslosung von Sebuldvcridir. ilmngen 2 Mit- leilniigen Gesuch he< 'einrich Tred»sl.r um ('lenchtni- gnng zur Errichtung einer Eishalle: hier, Dispeu» I Bau« gesuch bev Großherzoglichen Ei 'en ba hnbet rieb sam t es I für ein Stellwerksgebäude aus dem Bahnhof 'ftiiigesudr der .veinrid) Br Hoss itfiii!'. für die Gtabenftraßi 6. Pacht­vertrag mit dem Badcaiiitalt »befitzer Philipp Muller: hier: Gewährung einer Entschädignug nnb Ermäßigung des Pachlpreiscs 7. Gefudi verschiedener Pächter um Ver­längerung ihre Padftverhältnisses > Berpactztung einer Wiese an den Kläranlagen' Reg- lung der Bewatferungs« rechte in den Ochscmvte . u lo slsetziing der >t t'lspreise. >1 Belcudiiung der Rodheimet und Sdiützenftraße i ? Ver­sorgung der Burgruine Gleiberg mit elektrischem Lidft 13. Versicherung hu Stadt gegen .vaiivflidtt aus der AutomobilhaUuug I I Bewilligung eine Beitrags für 1911 an die deutlchi Gesellschasi fiu Samariter- und Retlungowesen 15 Gesud) de» "i i e ß e n e . Moniert« ver e i u s um Gewährung ein Zusdmsse» in Ei richtung «es Lupn. b eime 17 Genehmigung von Rechnun­gen 1k. Vergebung von Arbeiten und Liescrungem r> Ge- iudi des x'cinrid» stnod) um Erlonbni- zum Sdjanfuhrt» jdiastsbetrieb im Hanse Sonnenftraße -' ?u Gesuch des M onrab Weiß um Erlaubni zum Schanlivirtfchaf i 'betriebe im Hanse Burggraben '.> 21 Gesuch deslarl Ohm um Erlaubnis zum Schanlivirtsd)aftsbetriebc im Hause Wallior» strafte 3638. 22 Gesud) des Wilhelm Bopf um Er­teilung der Erlaubnis zur Erweiterung seine .hanl.uirt* ichafi Betriebes im Häuft Frankfurter Straße 23 *:*. cAc«

fud) des Fritz Euler um \

21 b-lesud; des Adolf Seilen tun Eilenbni .um SdianfWirt* sd;astsbctriebc im Hause Edcrftraße <».

** Blnmenf d) m u ck in G i c ß c ti Wie in oen Bor« lahreti, hat der Veikehrsverein audi in diesem )ahr den Blutnenschmud an Häusern, Vorgärten usw einem Wett­bewerb unterstellt In den letzten Wochen unternahm der Vorstand unter Hinzuziehung ein, Fachmannes die Be­urteilung der in Frage kommenden Tekoratiotteu in dec ganzen Stadt. Es loitutcn über lon Beteiligte mit An- ei'kcunungen bcbadit werden, deren Verteilung gestern in der Turnhalle der Sttibtmabdienirimlc erfolgte.

Bahnübergänge ohne Schranken In ben letzten Jahren haben fid) an Bahnnbergäntzen, noincntlidj an den nicht bewachten ober nicht mit Schranken versehenen (Übergängen, zahlreiche Unfälle bnburd) ereignet, daß bie Fuhrleute bei Annäherung an bte llebergänge ben Be- luegungen ber Züge auf den Bahnstrecken, ben gegebenen Signalen unb den ausgestellten Warnungstafeln gar leine ober nut ungenügende Aiismerssanilcit schenken unb leicht­sinnig darauf loS fahren. Tiefe Fuhrleute bringen ihr Leben und die Gesundheit anderer in Gefahr unb setzen sich selbst außerbem einer Slntlage wegen Eisenbahntransport-Gefährdung aus. Es muß daher tmnier wieder vor diesem leichtsinnigen Verhalten gewarnt werben,

* Abgabe Der Steuererklärungen iüi 1912« Als Termin zur Vlbgabc bei Stcuerrrtlärnngen chr 191 > ist für bic Stabt Gicstcu Der 1 Okiobct und für bic übrigen Glin<mden des Kreises Ofteßen ber 1 September bestimm! Vertu luvt et zu. Abgabe der Steuer,rftarungeu sind: Di-- Einkommcnsteuer- Vilidnigen I Abteilung Einlommen von 2MKi Mark an, b<: ihrer erstmaligen Veranlagung, sowie tunii, wenn iith ibi Einkommen so erhöbt bat, daß Dadurch eine höhere tilaik- bedingt ist Die Bermögenssteuerpftichtlgcn 1 Abteilung bei ihrer erstmaligen Ber» cnlagung nut iandwiriichanlichem unb genKrbltcbem Anlage-- enb Ketricdstapftai, ferner familichc Vermögcnssteuerpflichtigcn banu, wenn ihr sonfnges Vermögen uaLnialvermögen usw, mhnalig einen Wert von 3000 Mark erreicht bat Die «avualrenlniftenrt# Pflichtigen, sobald tnc Kapitalrente erstmalig minveftens 100 Mf. beträgt, imter dann, wenn die Kapitalrente gegenüber trm zuletzt anqerneldeten Betrag um mindestens 100 Mari gestiegen ist T« Nichtbeachtung der gesetzlichen Iftstimmungen zieht empfindliche Strafen nach fid).

Landkreis Gießen.

A Klein-Linden, 19. Sept. Bei bet heutigen C bftve rlteigerung an bet ftretSsttaße Klein-Linben Dutenhofen herrschte ein qtoger Menschenanbrang, besonder« viele Gießener waren erschienen. Da ber Ertrag ber großen Cbubaumonloge bieseS Jahr geringer war, waren bie Preise so hoch wie nie zuoor. Ein Rotb Aepfel kostete am Saum 4 6 Mk. unb mehr, je nach bet Sorte.

Gtünbetg, 19 Sept Der hier am 23. Sept, ftattfinbenben Hauptversammlung des ,4>eff« Lehretturnveteins" geht eine Vorfeier am Frei­tag abend voraus, an der sich die «urünberger Vcrrine mit musikalischen unb nirnetiscken Darbictungcn beteiligen. Am Samstag früh ' Uhr turnen die Schulklaft'er von riegen von Groß-Gerau und Gruudetg D<utüch 14t ge-