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17.5.1911 Zweites Blatt
 
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Zweiter Blatt

M- Jahrgang

Nr. U5

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntag®.

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TieSiebener ZamiliendlLtter" werden dem Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das Kreilblatt für den Krell Ließen" zweimal wöchentlich. Tierandwirtschaftlichen Seit- fragen erscheinen monatlich zweimal.

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lieben Bewußtsein die ®)re der Multerschait höher eingci<<xibt IVCTbC.

9ieidb5tagöabgcorbnctcr T-r. David f prod) tut letzter cteile überOieschlecklSmoral und Rafienverbesserung". Ter R ebner üIrrte au?, daß es früher für ibeal galt, wenn eine gesunde ierson eine Trante heiratete Heute wissen wir, daß jiirr «5hen um)eben (gesunden erlaubt sein sollten U*tn großer A-ehler sei, daß bei der Werbung der Mann allem eine Rolle spiele, bas Weid habe eine viel feinere Geschlecktsempfinbung Zu ver- iverfcn sei die heutige Jagd der Männer nach einer reichen Senat. Bedenklich sei der Umstand, daß die iungen Leute erst in verhälmismäßig späten Jahren in der Lage seien, ui heiraten Um die Jagd nach dem Gelbe unmöglich in machen, würde e> sich vielleicht nach dein Muster von China empfehlen, die Törin er von der Erbfolge übcrhainn auszuschließen Der Redner ver­langte schließlich noch hinreichende und auSgicbigc Ernährung im Kindesatter als Mutet wir Rasscnvcrbesserung und obligatorische Untersuchung der Heiratskaiidibaten. Damit waren die Per­anstaltungen der diesjährigen Hauptversammlung de» "Deutschen Bundes für Mutterschutz erledigt.

Ans staOt nnv LanS.

Gießen, 17. Mai 1911.

' In den Ruhestand. Wie uns aus Darmstadt gemeldet wird, tritt der KreiSrat des Kreises Schotten, RegienmgSrat Schönfeld, am 1. Oktober in den wohl­verdienten Ruhestand.

Die Fleischbeschau in Hessen. Im 1. Viertel­jahr 1911 stellt sich die Zahl der Schlachtticre, die in Hessen der Fleischbeschau unterzogen wurden, wie folgt: Pferde und andere Einhufer 578 (685), Ochsen 4817 (4970), Bullen

Schweine 83 631 (93 760), Schafe 3114 9851 (5101). Hundeschlachtungen kamen Meldung.

" Konzcrtverein. Man schreibt Chorkonzert deS KonzertvcreinS,

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hingewiesen war, verspricht ein in jeder Hinsicht interessantes zu werden; bringt es doch zwei Novitäten für Gießen: ein älteres, aber wenig bekanntes Chorwerk von Franz LiSzt: Sic Glocken deS Straßburger Münsters', und ein modernes, Wolf-FerrariS »Neues Leben". CS dürfte von Interesse sein, gerade über diesen modernen, jetzt sehr geschätzten Kom­ponisten Einiges zu hören. Wolf-Ferrari ist väterlicherseits deutscher, mütterlicherseits italienischer Abstammung, 12. Januar 1876 in Venedig geboren und bildete sich daselbst bis zum 17. Jahre in der Musik aus, im wesentlichen autodidaktisch mit Studien von Bachs und Beethovens Werken, also urdeutsche: Musik. Später (1893) ging er nach Deutschland, um vorerst in München bei Rheinberger feine Studien zu ver­vollkommnen, kehrte aber bald wieder (1895) in die Heimat zurück, um hier die italienischen alten Meister, Palestrina u. a., zu stlldieren, und trat jetzt mit Verdi rind anderen zeit­genössischen Komponisten in näheren Verkehr, was in seine ursprünglich deutsche, auf obiger Grundlage beruhenden Schaffensart den typischen italienischen Zug brachte. 1899 erschien ein ChorwerkSulamith", das sich großen Beifalles erfreute; 1903 wurde er zum Direktor deS Konservatoriums Benedetto Marcello in Venedig ernannt; seine Tätigkeit übt er daher hauptsächlich in Italien aus, doch ist er Deutschland insofern treu geblieben, als er feit Jahren in München feine Ferien zu verbringen pflegte. Auch auf dem Gebiete der Oper hat er sich einen Namen gemacht, so besonders durch die komische OperSic neugierigen Frauen", welche übrigen» auch die Darmstädter Hofoper auf ihrem Repertoire hat; den allergrößten Erfolg hatte aber das, jetzt in den meisten größeren Städten Deutschlands aufgeführte ChorwerkVita naova, welches ursprünglich der PorgeS'schc Chor in München mit einer glänzenden Aufführung auS der Taufe hob.

Zwei interessante Bilder. Zeder alte Gießener, nicht minder aber jeder Kunstfreund, wird mit hohem In­teresse zwei im Schaufenster deS Herrn Karl Leib een., Walltor st raße 34, ausgestellte Porträts besichtigen, die von Wilhelm Trautschold (1815 1876) gemalt sind. Links von dem Chodowieckischen Gemälde blickt unS dec markante Charakterkopj des verstorbenen Dr. med. Klein entgegen, des VaterS des bekannten hiesigen Arztes und Groß­vaters des SpezialarzteS (Großvater und Enkel zeigen große Sehnlichkeit); rechts sehen wir das feine Gelehrtengesicht deS Urgroßvaters, der Professor am hiesigen Gymnasium war, und den Karl Vogt m seiner Lebensgeschichte wiederholt cr- ivähnt. Die beiden Gemälde sind Herrn Leib sen. zur Re­staurierung anoertraut (der sprechend ähnliche Kopf des durch seinen kaustischen Witz berühmten Dr. med. Klein ist bereits restauriert und zwar ganz ausgezeichnet).

y Landkreis Gicfzen.

/ ck. Wies eck, 16. Mai. Zn der gestrigen Gemeinde- Tatdfi^ung stand als Hauptpunkt die Einführung von elektrischem Licht und A r a f t auf der Tages­ordnung. Nachdem Bürgermeister Scho mb er die Sitzung eröffnet haue, verlas er den Vertrag, der von oer Stadt Gießen dem Gemeinderat zur Begutachtung oorgelegt war. Ter Vertrag lautete in seinen Hauptpunkten. Die Stadt Gießen übernimmt die Lieferung von elektrischer Energie für die Gemeinde Wieseck ununterbrochen bei Tag und Nacht, wenn nicht die Lieferung durch höhere Getvalteir als Unwetter, rbriegsgewalt, oder sonstige Elemente ge­hindert wird, bis zu den Lerterlungspuntten innerhalb des Lrtes und zwar für den Preis von 0,23 Mt. für Licht und 0,10 Mk. für Kraft. Von den Berteilungspunkten aus Übernimmt die Gemeinde Wiefeck sämtliche Leitungen uno Anlagen innerhalb des Ortsnetzes, und verpflichtet sich, der Stadt Gießen einen Garantiefonds von 6200 Mk. jähr­lich bewilligen. Es entspann sich eine lebhafte Besprechung, die meistens dahin zielte, daß. lvenn Die Stadt Gießen Wtescck nicht entgegentommc mit der elekirischen Straßen­bahn, Wieseck sich auch ablehnend gegen die elektrische Energie verhalten solle. "Nachdem noch Bürgermeister Schomber entschieden für die Annahme gesprochen halte, tarn es zur

Deutscher Sund für Mutterschutz.

~ Breslau, 16. Mai.

Im Anschluß an die Hauptversammlung des Bundes für Mutterschutz sanden noch ,voci öffentliche V e r s a m m l u n - gen Hart, die lehr gut besucht waren. In der ersten im Saale der Gesellschaft für vaterländische Multur sprach zunächst Irl. Tr. Helene Stöcker überG b c und Konkubinat". Dir geben die Ausführungen und die übrigen Reden wieder, ohne uns in allem einverstanden zu erklären Tie Rednerin üerlangte eine Reform der jetzigen Ehe in rechtlicher und ideeller Be­ziehung, entsprechend den heutigen Kulturbedürsnifsen. Tas Schwergewicht bei der Ehe muß in dem Bewußtsein der per- ibn lieben Verantwortlichkeit liegen, nicht in der Erfüllung äußerer Formen. Wir verlangen nicht nur Rechte und Freiheiten, son­dern wir legen uns auch Pflichten und Verantwortlichketten auf. Zn manchen Städten sei die Zahl der eheverlassenen Frauen so groß, daß man sich scheue, die betreffenden Angaben zu ver- öffcntlicbcn, weil man befürchte, daß die Achtung vor der legalen Ehe dadurch herabgemindert werden könnte. Wenn man die Pro­stitution bekämpfe sowie den Mädchenhandel und sonstige Schäden aui sexuellem Gebiete, bann müsse man auch Bündnisse an­erkennen, die der legalen Ehe am nächsten kommen, statt sie unter Strafe zu stellen, wie es noä, heute geschieht. Die im alten Rom schon eine freie Ehe bestand, so suche man auch heute wieder nach Formen, die eine Verbesserung unserer sexuellen Moral möglich machen. Tie Kirche verlieh früher der Ehe, indem sie dieie ;üm Sakrament machte, etwas Heiligendes. Tiefes Hei ligenbe soll auch heute die Ehe umfassen, es soll aber nicht aus bem Munde des Priesters kommen, sondern aus unserem Herzen heraus.

Als Gegenvortragender ging Zustizrat Rosenthal davon aus, daß die gegenwärtige schroffe Gegenüberstellung von Ehe und außerehelichem Verkehr sich nicht halten lasse. Nicht das Standesamt allein, sondern Pflicht und Gewissen münen bie Schranken des Geschlechtsverkehrs für Mann und Derb bestimmen. Tas Wort voit der S?eiltgfcü der Mutterschaft, das beute nur eine Phrase ist, muß in die Tat umgeietzt werden. Hinnchtlich der Ehe forbern mir in erster Reihe die Gleichberechtigung von Maim und Frau in Rechten und Pflichten, insbesondere ben Kindern gegenüber. Ferner fordern wir eine Erleichterung der Gheübeibung. Nicht nur schweres Verschulden der einen oder anderen Seite, sondern auch schon der feste und entschiedene 'Sille und Entschluß müssen jur Ehescheidung ausreichen Allgemein nutß verlangt werden, daß alle Gememschastsoerhältiiipe, Ehe wie Konkubinat, danach beurteilt werden, wie die Beteiligten ihre Pflichten erfüllen, nicht danach, ob eine bestimmte Zeremonie dabei gemährt worden ist oder nicht.

In einer 'JtbenbDerammlung sprach Tr challmever überBoltsseugen, 'Nen-Malthusianismus unb F r auc >no rrf ehr tt t". Der Redner roanbte sich gegen den Neu-Malthu nanismus mit seiner Beschränkung der Kniderzahl. Tte sortschrcu-nde Kultur bringe cs mit fick, daß gerade die hochstehenden Frauen sich vor der Mutterscha't hüten, um in ihren kulturellen Bestrebungen möglichit wenig gehindert zu sein, das Fortvflanzungsgeschäft wird meist den Frauen überlassen, die sonst wenig wertvolles 1 eilten. Tas i t verkehrt. Tte Arbeit des Bundes muß dahin gehen, daß iyt ösicm-

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Redaktion, Expedition und Tnufcret: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: Redaklion:^Sl 12. Tel.-Adru AnzeigerDießen.

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Mittwoch, (7. Mai M

Rotationsdruck und Verlag der Brübllfchen UniversitätS - Buch- und Eteindruckerei.

R. Lange, Gießen.

284 (325), Kühe 10 504 (10 040), Iungrinder 16 669 (16 377), (5856), Ziegen

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hessische Zweite Kammer.

R.B. Darmstadt, 16. Mai.

Am Regierungstische: Siaatsminister Ewa Id, Minister des Innern v. Hornbergk, Geheimevat Süfscrt, Geh. Ober- i MMi-vat Fuchs.

Die Zweite Karniner ist heute au einer längeren Sommer I tagung zufamniengetreteu Vizepräsident Jforcll eröffnete die um 10'. Uhr und teilte mit, daß er entgegen den früheren Disvositwnen oic Hammer schon früher ein berufen habe, weil wichtige Fvagen der Gesetzgebung dies wünschenswert erscheinen

Es erfolgt zunächst die Einführung der beiden neu xn das AtMs eingetretenen Abgeordneten Dr o r b c i m c r SBormS unh JJi und) Darmstadt, bie in ber üblid)*x Weise den verfassungs­mäßigen, landständischen Eid leisten.

Das Hcrus tritt Darauf in bie Tagesordnung ein. lieber die Vorstellung der Diener hessischer Staatsbehörden, bctreffaib bie Regelung ihrer Gehalt-Verhältnisse, er­stattet '2lbg MoltHan mündlichen Bericht. Tie Bittsteller eriueben um Gleichstellung aller llnterbcamten bei hessischen Staats behörden in ihrem Tiensunnkommen, Beseitigung der Gebühren und Vereinnahmung derselben burd) Die Staatskasse, Gewährung non R tsevergütung bei Dienstperncktung außerhalb des Wohn ortes, Anrednumg der Militärpslidstiahre al-5 pensionsfähige Bor­di enstzeit und Bewilligung einer sofortigen, angemessenen Teuerungszulage. Der Berichterstatter führt aus, daß für diese Beamtenkategoricn seit zehn Fahren keine Gehaltsaufbesserung entgetreten sei. Da diese ausschließlich aus ihren Gehalt an­gewiesen seien, könnteti sie bei der allgemeinen Teuerung damit mcht auskvmmen. Es sei auch in anderen Bundesstaaten eine Neuregelung der Geeilter erfolgt. Der Finanzausschuß habe iid) entgeheno mit den Wünschen der Bittsteller befdjaftigt; da aber schon der Antrag Tr. Osann aui Bewilligung einer Teuerungs­zulage von 100 Marl bei Einkommen dis zu 2000 Mark von der Kammer wegen Mangel an Mitteln abgelehnt werden mußte, be­antragt bei Ausschuß, das Begehren der Bittstseller unter Wür­digung der von ihnen vorgebrachten Tatsachen der Regierung als Material für die bevorstehende Revision der Besoldungs- ordnnng zu überweisen. Das Haus beschließt demgemäß.

lieber die Vorstellung des Volksbundes zur Bekämpfung be_ 1 d m u i. e s i n W ort n n b B i 1 d berichtete Aba. - t o v Ier Ter Hund ersucht um bessere Kontrolle der öffentlichen Auslagen, Sckaufenstei, Kinematographen imd Miitoskope. Ter Ausschuhbericklerstatter beantragt die Untersuchung dieses Gesud-es, und das Haus besä,ließt bcin Antrag entiprcdicnb.

lieber die Vorstellung des Lehrers Hillebratid i. P. in Bad- Nauheim, betreffend seine Pensionierung, berichtet Abg. Leun.

1 al Str ife an und be Mt fest, daß bie

R tgicruug sehr wohl bad Reckt habe, einen Lehrer zu pensionier n. Er sehe aber ein, daß dieser mit seiner' Pension von 1624 Mark nicht aus kommen könne und der Ausschuß beantrage daher bte i Gewährung einer besonderen Unterstützung.

Abg. Ulrich erklärt, daß diesem Lehrer wohl nicht mit einer \ Unterstützung gedient sei, sondern daß er vielmehr wünsche, werter ; hin tm Dienst .ui bleiben. Der Regierung müsse entpfohlen werden, \ bet foldicit Pensionierungen in Jnhinit größere Sorgfalt walten ju lassen Er I abc den Lehrer persönlich kennen gelernt und nicht den Eindruck gewonnen, daß dieser ein Querulant sei und seine Pensioiiierung notroenbig war. .

Geh Rat Süss er t bemerkt dem Vorredner gegenüber, da» sich die Regierung sehr emgehenb mit dieser Pensionierung deschat tigt habe, es liege ein Attest des Kreisarztes vor und schon des> halb mußte die Siche geprüft werden. Die Regierung sei zu dem Schlüsse gekommen, daß der betreffende Lehrer den an ihn zu stellenden Anforderungen nickt mehr gewachsen sei, da er hock grabig nervös sei. Der Redner crllärt sich bereit, in einer event. Ausschußberatung nähere Angaben zu machen.

Abg. Bähr roüb) meint, daß die Art der Peniiomerungen manckmal reckst merkwürdig sei.

Rach weiterer unwesentlicher Ausipracke wird ein Antrag -tr. Schmitt angenommen, die Angelegenheit an den dlussckuß zurück- zuverweisen. ,

lieber eine Vorstellung des Pächters der Domäne Rockenberg, Georg Weber, betreffend die Veräußerung des Ho'guts Rockenberg, berichtet Abg. Brauer und beantragt, bie Vorstellung für er­ledigt zu erklären. «

Auf Ersuchen des Abg. Bähr beicblicßt das Haus, bic An­gelegenheit zu vertagen.

In Betreff der Vorstellung von Kurgästen und Einwohnern von Bad Nauheim, den Hotel-Neubau und das Ouetlen- monopal von Bad Nauheim betreffend, berichtet dlbg. Lutz. Ter Redner halt den Neubau überhaupt für unnötig. Ten Wünschen ber Kurgäste werde in weitgehender Weise durch dte jetzt vor- hanbenen Hotels Rechnung getragen. Der Redner wendet sich bann gegen bas angeblich geplante Quellenmonovol und den Hotelnenbaii und spricht das Ersuchen an die Regierung aus, den ; darüber abznschließcnden Vertrag vorher der Kammer vorzuleg.n. | Wenn man sage, oaß bei der Anwesenheit des Kaisers von Ruß i land das Gefolge nicht uniergcbrach.- iverben könne, so sei das II nicht zutreffend. Er, Redner, habe selber eine Anzahl »viels F besucht und fest gestellt, daß dort die ruttifchen Hofbeamten sehr gut hätten "Aufnahme finden können Das neue Rtesenhotel sii zu diesen Zweck nicht notwendig. Aber die Liabtvater von Bad- Nauheim hätten ja allein über bic*e Frage zu cntidietben. Und bis das erfolgt sei. beantragt der Ansschutz, die Vorstellung Tur erledigt zu erklären. , r . 3

Abg. Breidenbach spricht 'ich eben ml 15 gegen das L-ueilen- monopol und den Hotelnenbau aus und stimmt den diesbezüglichen Ausführungen des Vorredners zu. Zu bedauern sei, batz ttch die Regierung heute über bic ganze Sache vollkommen in schweigen

tolle.

Geh. Cberfinansrat Fuchs nimmt darauf das Wort unb er- klärt, daß nach den früheren Darlegungen ber Regierung das Wasser auch an Dritte abgegeben iverben tolle, mithin auch von einem Wassermotwpol keine Rede sein könne; auch andere in Bad-Nau heim bestehende Hotels können für 12 Mark das Kubikmeter Solwasser erlxttten. lieber bic ..Frage, ob m Jiau- heim genügend Hotclluzus vorhandeti sei, latte sick streiten, ^ad Nauheim habe einen großen Fremdenverkehr von internationalem Charakter, bas müsse besonders berücksichtigt werden.

Ab<t Ulrich legt Wert auf die Erklärung der Regierung, datz jeder, der die vorgeschriebenen Bedingungen crridle, auch das Nauheimer Wasser erhalten könne. Die Kammer könne jetzt in der Sache gar nichts tun, bic Entscheidung liege allem in der Stadt Nauheim. Tie kleinen Leute wurden bei dem Neubau schon zu ihrem Reckte kommen: nur einige Grotzintercenten könnten sich noch geschädigt fühlen. .

Mn-, Breidenbach spricht ictne, Verwunderung über den Standpunkt des Abg. Ulrich aus und erklärt es als seine feite Ueberzeugnng, daß bic Bad^Nauhcimcr Geschäftsleute durch den Hotelnenbau geschädigt werden. . .. .

Tas Haus beschließt darauf, die Vorstellung rur erledigt zu erklären.

Zu den Vorstellungen verschiedener Beamtenkategorien um Gewährung von Teuerungszulagen bebauen Abg. Raab, daß sein Antrag auf Gewährung von Teuerungszulagen an bic uni

Zur Mandalöniederlegung Dr. GutsieischZ.

Darmstadt, 16. Mai. Die nationallibcrale Kammerfraltion hat ans Anlaß des Scheidens bc-\ Adg. Tr. Gut fleisch aus ber Kammer an diesen folgendes Schrei­ben gerichtet:

Sehr geehrter Herr Geheimer Fustizrat!

3it unserem lebhaften Bedauern haben mir soeben erfahren, daß sie infolge von Krankheit Fhr Mandat als Abgeordneter mebcrgclcgt haben. Wir bedauern diesen Ihren Entschluß um o mehr, als in Ihnen die Kammer einen hervorragen­den Vertreter des Volkes stets gesehen hat, der durch seine ausgezeichneten Kenntnisse und Eigenschaften die h ö ck st c '21 d) t u n g sich erworben hatte, und der in einer sack- licken und v e r s ö n l i ck e n Weise seine Gedanken und An­schauungen vertrat. Gerade wir, die >vir aus 'anderem vo- litischem Standpunkte stehen, haben dies stets zu würdigen gc^ mußt. Wir wünschen Fhncn einen langen und schönen Lebens­abend, ausruhend von all ber Mühe und Arbeit des Berufs und der politischen Tätigkeit.

Mit crg. Hochachtung.

F. A.: T r. Osann, VorsitzcndcL

teren Beamten abgelehnt worden sei. Redner ersucht bic Regierung nochmals, eine Teuerungszulage in Erwähnung zu ziehen.

Abg. Dr. Osann tritt für den ablehnenden Beschlutz des Ausicknisses etn. Die Notlage ber Beamten sei vorhanden und sic müsse baldigst behoben werden, man könne aber nickt einzelne Kategorien herausgreifen, sondern es müsse die Lage aller Unter beamten verbessert werden

Abg. Molthan schließt sich diesen Ausführungen an, ehernn Wolf- Stadecken, der sich noch gegen die neueren weiteren Anfor­derungen der Beamten wendet. Hier müsse zurückgehalten werden. Er und seine Parteien würden höchstens für eine Zulage der kleinen Beamten eintreten können. Der Ausschußantrag wird hierauf einstimmig genehmigt Tic Vorstellung ber Deutschen Turner schäft und anderer Körperschaften über die Pflege der Leibesübungen vom 1 118. Lebensjahre wird nach dem Aus' schußantrag für erledigt erklärt und die gewünschte Förderung bet Turnübungen befürwortet.

Tie Vorstellung des Hessischen Landesvereins für Frauenstimmrecht und anderer Frauenvereine, betr. die Zulassung der Frauen zur Schulverwaltung, wird dem Ausschußantrag entsprechend der Regierung als Material nk^rwiesen.

lieber den Antrag des Abg. h l cr-Langsdorf und die VorsteUung des Hessischen Landeslehrervereins, betr. die Acn- oerung der Ferienordnung, erstattet Abg. Bach münd­lich einen kurzen Bericht, worin er um Gleichstellung ber Schul­ferien in Stadt unb Land ersucht. Das Haus beschließt, die Beschlußfassung über diesen Gegeitstand auszusetzen.

Für erledigt erklärt iverden zwei weitere Anträge Köhler- Langsdors, betr. die Errichtung einer Ober-Bürgerschule in Lieh unb bic Sicherstellung ber hessischen Wetterdienststelle am land- wirtschaftlicheit Institut ber Landesuniversität Gießen. Bei Be­sprechung der Vorstellung des Arbeitsausschusses für die Er­haltung des Liebig-Laboratoriums in Gießen tritt Abg. M ünch - Darmstadt warm für bic Erhaltung bic Liebig Labora­toriums ein. Die Vorstellung wird bann für erledigt erklärt, ebenso die Vorstellung des Bundes der technisckf-industriellen Beamten, betr. Pensionsversicherung der Privatbeamten und einige Einzcl- vorstellungcn.

Ein Antrag des Abg. Reh, die Reaieritng zu criuchcn, den StaatSzusckuß von 20 000 Mk. für die. W i e d e r h e r st e l l u n g des Rathauses in Alsfeld nur um die bereits bezahlte 1. Rate von 6000 Mk. zu kürzen und in den Voranschlag für 1911 als 2. Rate 4000 Mk. einzustcllen, wird für erledigt erklärt.

Die Sitzung wird daraus vor 1 Uhr abgebrochen. Nächste Sitzung: Mittwoch vormittag 9 Uhr.

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Gderheffen

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