der Landwirtschaftskammär schon längst noch Möglichkeit gespart werbe. Der bewährte Vorsitzende sei ein sehr guter Organisator, wenngleich die Organisation auch teuer sei. Die Landwirtschafts- kammer werde sich bemühen, auch auf dem Gebiete der Beamlen- haltung zu sparen. Tie hier beantragte (Summe sei aber hauptsächlich für landwirtsä-aftliche Dinge bestimmt und daran rönne nicht gespart werden. p„ ..
Abg. Dr. Weber (Bbd.) verteidigt die Anforderrmg für die Landwirtsäiustskammer und legt dar, daß die Zeit augenblicklich nickst erlaube, hier- Streichungen vorzunehmen.
Abg. Bähr (wild) bemerkt, er müsse der Zweiten Kanrmer das Recht bcftrcitcn, der Landwirtschastskanimer in innere JBerr waltungsangelegenheiten hineinzureden; es sei lediglich coache der Lcmdwirlschastskammer, die ihr erforderlich scheinende Zahl von Beamten zu bestellen. Der Forstverwaltungsbeamte sei allerdings nicht notwendig, aber weiter wüßte er keinen überflüssigen Beamten zu nennen. , _
Abg. Ulrich (Sozd) verwahrt sich gegen die Ausführungen . des Vorredners. Es sei nickst mir das Rocht, sondern auch die Pflicht des Hauses, die inneren Mängel der Landnnrtschaftskammer zu kritisieren und in der Verwaltung nach dem Rächten zu sehen. Die hier anwesenden Mitglieder dieser Kammer brauchten allerdings nicht anzugeben, welche Beamte überflüssig seien. Beklagen würden sich eigentlich nur die kleinen Bauern, wahrend in ber Landwirtschaftskammer nur die sog. Manschettenbauern eine Rolle spielten. Der Redner erklärt, daß er ein volles Recht darauf habe, über die Beamtenfrage in der Landwirtfchaftskammer zu sprechen und verlangt dann, daß auch die kleineren Bauern zu der Verwaltung berangezogen werden sollen. Als der Redner bann wieder auf die „Manschettenbauern" zu sprechen kommt unb durch Zwischenrufe unterbrachen wird, erklärt der Redner, daß er em eben fo guter Manschetten bauer sein würde, wie die anberen, wenn ihm z. B. der Abg. Korell sein Gut überlassen wollte.
Abg. Hauck (Bbd ),iß der Meinung, baß es auch Manschettenarbeiter gebe und ein solcher sei der Abg. Ulrich (Heiterkeit.)
Abg. Korell (Bbd.) erklärt, er sei bereit, dem Abg. Ulrich sein Gut zu übergeben. Dann würde dieser aber wohl anders reden als heute. Der Redner- macht dann einige allgemeine Ausführungen. „
Älbg. Dr. Wolf-Gonsenhtim (fr. Vp.) stellt fest, daß die kleineren Bauern seines Wahlkreises ihn direkt veranlaßt hätten, dafür in der Kammer einzntreten, daß die großen Ausgaben der Lanbwirtsch-aftskammer beschränkt werden. Selbstverstmidlich habe die Zweite Kammer so lange das Rocht, dabei mitzusprechen, so lange sie staatliche Zuscksttsse bewillige.
?lbg. Wolf-Stadecken (Bbd.) legt bar, daß in der Land- wirtschaftskwnmer nod) vieles besser werden könnte, besonders auf dem Beamtengebiet', der Beamtenapparat sei entschieden zu groß.
Abg. Breidenbach führt aus: In den ersten Jahren des Bestehens der Landwirtfckiastskammer hätte mau.wohl recht gehabt, wenn man größere Ersparnisse verlangt hätte. Heute sei das aber ganz anders geworden. Die Vorteile, welche die Landwirtschaftskammer jetzt biete, kämen doch in der Hauptsache den kleinen Landwitten zugute. Der Redner sucht dies an einzelnen Beispielen uac^uweisen.
Nach weiterer Aussprache, au der sich die Abgg. Ulrich, Fenchel, Bähr, Brauer, Ulrich, Reh, Wolf -Gonsen- heim und Brauer beteiligen und in der «wiederholt scharfe Kritik an der Landwirtschaftskammer geübt wird, wird das Kapitel mit 144 190 Mark in Ausgabe genehmigt.
Kapitel 76 wird ohne Aussprache genehmigt.
Zu Kapttel 77, Kunst ft raßen wesen, Titel 1, nimmt 4lbg. Dr. Breidenbach das Wort und fühtt aus, daß der Aussckmß beabsichtigte, auch hier zu sparen. Er beantrage deshalb Bewilligung der angefordetten 124 760 Mark mit der Maßgabe, daß acht Stellen narr auf den Inhaber bewilligt werden.
Auf Antrag des Abg. Osann wird die Abftimmuna über diesen Anttag ausgesetzt. Titel 2, Bewilligung von 1 000 000 Mk. für StraßenunterHaltung, ferner Tttel 3, Neubauten, werben 90 000 Mk. und Titel 4, Straßenbauten lin unbemittelten.Landes- reilen, 29 240 Mk. ohne Aussprache bewilligt. Ebenso Kap. 78, Handelskammer, Ausgabe 21130 Mk.; Kapitel 79, Förderung des Kaufmännischen Unterrichts, Ausgabe 17 500 Mk.; Kap. 79a, Technische Privatunterrichtsanstalten, Ausgabe 850 Mk.' «Kap. 80, Handwerkskammer, Ausgabe 6000 Mk. und Kap. 80a, Handwerkergenossenschaften, Ausgabe 1500 Mk., werden ohne Aussprache genehmig!.
Bei Kapitel 81, Gewerbeaufsicht, spricht Abg. Raab seine Anettemmng aus, daß hier von der Regierung etwas getan wird. Der Redner beschwert sich aber über die schlechten Aufsichten beim Darmstädter Bahnhofs-Neubau. Viele Unfälle wären dott vor- gekommen und ersucht derselbe, auch hier für bessere Aufsicht zu sorgen.
Ministerialrat Hölxinger führt ans, baß die Regierung sich dieserhalb bereits orientiert hätte.
Das Kapitel 81 wird dann angenommen, Ausgabe 80 758 Mark. Zu Kapttel 77 wird bet Ausschußanttag angenommen.
Kapttel 82, Dampfkesselprüfung.
Abg. Brauer fragt an, ob Privat-Ingenieure das Recht hätten, Kraftwagen zu prüfen und Chauffeure aaiszubilden.
Geh. Rat Dr. B e st beantwortet diese Frage dahin, daß nur die staatlüheu Dampfresselprüfer hierzu ein Recht hätten, nur zwei Privat-Ingenieure, einer in Gießen 'und einer 'in Darmstadt, wären hiervon ausgenommen.
Alsdann wird das Kapitel nach Anttag des Ausschusses, Einnahme 61235 Mark und 781 Mark, Ausgabe 53 016 Matt, angenommen. Ebenso Kap. 83, Eichwesen,'Eimrahme 128 00 Mk., Ausgabe 23 810 Mk. Kapttel 84, Zentralstelle für die Gewerbe- unb Landesgewerbevereine, Einnahme 23 200 Mk. und 900 Mk., Ausgabe 46 922 Mk. und 85 520 Mk.; Kapttel 85, Chemische Prüfungsstation zu Darmstadt, Einnahme 16 000 Mk., Ausgabe L6 506 'Mk. und 5500 Mk.; Kapttel 86. Gewerbliche Unterrichtsanstalten, sowie Förderung von Handwerk und Kunstgewerbe, Einnahme 26 655 Mk., Ausgabe 253 451 Mk. und Kapttel 87, Kunstgewerbliche und gewerbliche Zwecke, Llusgabe 5800 Mk., werden ohne Aussprache bewilligt.
Das Haus beginnt sodann mit der Beratung des
Finanz-Haushalts
In der Hauptaussprache nimmt zuerst das Wott Geh. Rat Frhr. v. Biegeleben. Er bittet, die Streichungen des Ausschußantrages nicht vollständig zu genehmigen.
Abg. M o l t h a n begründet den Ausschuß-Anttag des Näheren und führt aus, daß sich die Bantätigkett im Laufe bcr Jahre bedeutend vermindert habe und da könnte bei den Baubeamten viel erspatt werden. Wenn es sich herausftellt, daß duxch die Streichungen die staatliche Bauorganisation geschädigt worden sei, könne immer noch Abhilfe geschaffen werden. Hierauf wird Kap. 98, Ministerium, angenommen. Kap. 99, Hausverwaltung, Ausgaben 21116 Mark, Kap. 100, .Hauptstaatskasse, Einnahme 1100 Matt, Ausgabe 119 634 Mark, die Stelle eines zweiten Direktors nur auf den Inhaber zu betvilligen, ferner Kap. 101, Forstverwal- tung im allgemeinen, Ausgabe 34 125 Mark, Kap. 102, Kataster, Einnahme 66 580 Mark, Ausgabe 233 487 Matt. 2>ic Stelle eines Vorstandes des Katasteramtes nur auf den Inhaber zu bewilligen, werden ohne Debatte angenommen.
Zu Kap. 103, Bauwesen, sprechen die Abgg. Noack, Best und Lang über das Baggerwesen, das abänderungsbedürftig wäre, da das jetzige Verfahren zu wenig einbringe.
Geh. Rat Frhr. v. Biegeleben gibt dies zu, möglich sei und auch geschehen solle.
Die Abgg. Heidenreich und Molthan weisen die Befürchtungen des Abg. Dr. Noack zurück.
Dann wird das Kap. 103 angenommen.
Kap. 104, Brücken und Uebernährten, Einnahme-217 281,36 M., Ausgabe 84 259 Mark, Kap. 105, Hydrographisches Bureau, Ausgaben 18 978 Mark, Kap. 106, Ausgaöe 18 978 Matt, werden ohne Debatte angenommen, ebenso Kap. 106, 3ntemational? Erdmessung, 1800 Matt.
Zu Kap. 107, Betriebskrankenkasse, nimmt das Wort der Abg. Ra ah und bemängelt die 16916 Mark, Die für persönliche Ausgaben festgesetzt seien. Redner ttitisiert bann Die Auslegung eines BetriebskrankenkafsenletterS, der einer fallierten Person das
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Ober. Odenwald
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Großherzogtum
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führte heute die Beratung über den Rhein st rornverband zu Ende. Von Zentrumsseite wurde bezüglich der Moselregulierung darauf hingewiesen, daß als Auslandsstaat doch nur Luxemburg in Betracht komme, das dem Projekte sicher keine ernstlichen Schwierigkeiten bereiten würde. Auch der frühere Minister Budde habe sich in diesem Sinne geäußert. Daß für Elsaß- Lothringen bebeutenbe Interessen babei in Frage kämen, sei unbestreitbar, und es sei auch die Frage zu untersuchen, ob nicht das Reich eine Verpflichtung habe, die ^Kanalisierung der Mosel und Saar vorzunehm-en. Vi
aus Württemberg wird die Meinung vertreten, daß die Kanalisierung des Neckars nur dann einen wirtschaftlichen Wert habe, wenn sie bis Groß-Stuttgatt durchgesührt werde. Andere durch die Natur begünstigten Landesteile sollten es auch billig finden, wenn denjenigen Landesteilen, die diese Vorzüge nicht genössen, von reichswegen Entgegenkommen gi zeigt würde. Er würbe sehr bedauern, wenn die Gegner 01 Vorlage diese mit Projekten belasten, in der geheimen Absicht, damit die Vorlage zum Scheitern zu bringen. Der Ber i ch t-
ES kommen im Jahr 1907 auf 100 ha
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Krankengeld nicht anszahite, weil dieselbe nur einen Tag in der Hofbibliothek gearbeitet babte. e , .. _ . _ .
Negierungsrat Dr. Becker bebauert, auf letzteres mayt sofort antworten zu können. . ...
Abg. Bähr beantragt, Kap. 107 auszusetzen und dieser Anttag wird angenommen. ._ , , _.
Kap. 108, Privat- und außerheifrsche Staatseisenbahnen, Einnahme 13 600 Mark, Ausgabe 7700 Mark, Kap. 109, Münzenwesen, Ausgabe 700 Mark, Kap. 110, Staatsrenten Ausgabe 267 119,44 Mark, Kap. 111, ©terbquartale, Ausgabe 6000 Matt, Kap. 112, 9111g. Fonds für Verttetungs- und Aushttsekosten usw., Ausgabe 60000 Mark, Kap. 113, Porto-, Telegraphen- und Fernsprech-Gebühren, Ausgaben 130000 Mark, werden ohne Ansprache genehmigt. ., . nr
Kap. 114, Ausleihungen und Staatsichuld wird auf Anttag des Abg. Dr. Osann zurückgestellt.
Bei Kap. 115, Pensionen, fordert der Mg Bach Ausbes- erung der Lehrerwitwenversorgung um 4000 Mark un ersten ^°^Das Kap. wird nach dem Ausschuß-Anttag, Einnahme 975 906 Mark, Ausgabe 4 624 100 Mark, genehmigt
Kap. 116, Verhältnis zum Reiche, Einnahme 3 925 861 Matt, Ausgabe 5151474 Mark, Kap. 116a, Ausgleichs- und Tttgungs- fonds,Einnahme 937 727 000 Mark, Ausgabe 1 728 111 Matt und Kap. 116b, Nachfrage, Einnahme 370 389,32 Mark.
Bei Kap. 117, Indisponible und reservierte Fonbs wittrscht Abg. Dr. Best einige nähere Abrechnungen, worauf bie Ausgabe mit 107 913,37 Matt genehmigt wird.
Das Haus vertagt sich dann auf Donnerstag, den 1b. Pparz, vormittags 9 Uhr.
Schluß der Sitzung Vs2 Uhr.
von Starkenburg und dem Großherzogtum zurückbleibt, b) Es kommen auf 100 ha landwirtschaftlich benutzter Fläche: im oberen Vogelsberg 78, im oberen Odenwald 94 Stück. Jetzt steht also der Odenwald voran: wie kommt das? Von der landwirtschaftlich benutzten Flache entfallen im oberen Vogelsbera 54 Pvoz. auf Mesen (Grasfläche), 46 Prozent auf Ackerland, im oberen Odenwald aber 25 Proz. auf Wiesen, 75 Proz. auf Ackerland. Im Odenwald werden die Erträgnisse des Ackerlandes in weit höheren Maße zur Ernährung des Rindviehs herangezogen ols dies im Vogelsberg der Fall ist (mehr Stallfütterung, weniger Weide- bettteb!).
2. Schweine, a) Es kommen auf 100 ha Gesamtfläche: im oberen Vogelsberg 33, im oberen Odenwald 32 Stück. Die Schweine-Dichte ist also fast gleich. Sie bleibt ziemlich beträchtlich unter derjenigen der betreffen!)en Provinz und des Großherzogtums, b) Es komm eia auf 100 ha landwirtschaftlich benutzter Fläche: int oberen Vogelsberg 50, im oberen Odenwald 96 Stück. Die höhere Zahl für den Odenwald erklärt sich wiederum aus dem lieber» wiegen des Ackerlandes gegenüber den Wiespn, die für die Schweinehaltung nur eine geringe Rolle spielen.
3. Schafe, a) Es kommen auf 100 ha Gesamtfläche: im oberen Vogelsberg 12, im oberen Odenwald 3 Stuck.
Aus den Reid)stagsau$fd)üficn.
:: Berlin, 15. März.
Die elsaß-lothringische Versassungsfrage.
Der Ausschuß Mr Vorbereitung des Verfassungsentwurfes für Elsaß-Lothringen setzte heute seine Beratungen fort. Die Anträge des Zentrums, welche die Bildung eines Kollegtal-Mrm- 'tettums und Ernennung der Minister durch den Statthalter vor- ahen, wurden gegen die Stimmen des Zentrums und der Sozml- )emokraten abgelehnt. Der Rest der §§ 2, 3 und 4 wurde in >er Fassung der Regierungsvorlage angenommen. Dabei ist bet ? 3 einem nationalliberalen Anttage stattgegeben worden, welcher ür die llebertragung landesherrlicher Befugnisse seitens des Kaisers an den Statthalter die Gegenzeichnung des Reichskanzlers vvr- chreibt. . .
Eine längere Aussprache entstand über die von einem 1 Mal- demokratisch en Mitglied angeschnittene Frage, in welcher Wem die Verantwottlichkeit des Statthalters gegenüber dem eflaß- lothttngischen Landtage in Vollzug gesetzt werden solle, ob ber Statthalter insbesondere verpflichtet sei, vor dem Landesausichuß zu erscheinen. Regierungsseitig wurde betont, daß in dieser B^ ziehung an dem Rechtszustand nichts geänbert werde, wonach bisher wohl eine Berechtigung, nicht aber eine Verpflichtung zum Erscheinen vor dem Landesausschusse bestehe. Bisher Jet ber Statthalter vor dem Landesausschusse allerdings noch nicht er- chienen. Von sozialdemokratischer Seite und von Vertretern der ottschrittlichear Volkspattei wird auf die bestehende Gesetzeslücke hingewiesen und betont, daß, wenn Man eine Verantwortlichkeit des Statthalters begründe, dami der letztere auch die Verpflichtung haben müsse, seine diesbezügliche Regierungsmaßnahme vor dem Landtage selbst zu vertreten. Es wird Vorbehalten, bei der dritten Lesung eine ergänzende Vorschrift zu beantragen.
Der Ausschuß wendet sich der Beratung des § 5 zu. Dazu beantragen die Sozialdemokraten, die Ersetzung be§ Landtages, der aus Erster uno Zweiter Kammer bestehen soll, durch eine einzige Volksverttetung. Außerdem wird von sozialdemokratischer Seite der Absatz 3 des § 5 beanstandet, welcher, eine Aufrechterhaltung des Staatshaushaltes gewährleisten will, auch wenn letzterer nicht fttstzeittg genug in dem Landtag zustande kommen sollte. Die Beratung hierüber wird auf nächsten Freitag vertagt.
Tie Kali-Propaganda im Budgelausfchnß.
In der fottgesetzten Aussprache über die Verwendung der Kalliabgaben beantragten die Nationalliberalen., nm die Bestimmung des Reservefonds außer Zweifel zu stellen,,ausdrücklich hinzuzufügen: Reservefonds „zur Hebung des Kaliabsatzes". Die Volkspartei und die Sozialdemokraten wollen die Propagandagelder gewähren „zur Hebung des Kaliabsatzes zu wissenschaftlichen und prakttschen Versuchen im Jnlande gegen Verwendungsnachweis in halbjährlicher direkter Verrechnung. Unter Umgebung der übergeordneten Bezugsvereine sind die Bettäge unmittelbar den beteiligten Stellen zu gewahren."
Nachdem noch einige andere Redner" zum Wort gekommen waren, wurde die Aussprache geschlossen.
Morgen, Donnerstag, findet zunächst die A b ft i m m u n g über die Verwendung der Propagandagelder statt. Dann soll nach Erledigung der zum Reichsamt des Innern vorliegenden Bittschttft die Kali-Aussprache fortgesetzt werden.
Der Schiffahrtsabgabenausschuß__
681
661
552
280
186
318
50 18 96! 9
80 22
95 11
56 1
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5
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25
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13
eritOtter, ein Zentrumsabgeordneter, bittet, sämtliche Anträge abzulehnen. Der Grundgedanke sei doch, daß Befahrungsabgaben auf regulierten Flüssen erhoben werden sollen. Wenn neue Projekte hinzuträten, müßten die Mgaben verdreifacht werden. Minister v. Breitenbach warnt davor, das Schiff, wenn man es in den Hasen bringen wolle, so zu belasten, das; es untergehen müßte. Wenn Mosel und Saar in die Vorlage einbezogen würden, würde die Abgabe mindestens fünfmal so hoch sein müssen. Bei dem Moselprojekt trete die Interessengemeinschaft nicht so hervor, wie das bei anderen Projekten Der Fall sei. Das Gesetz wolle eben nur die Finan- zierungsmöglichkeiten schaffen. Bei der Mosel fehle Der Bauherr, der müsse erft gefunden werden. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen wendet sich der Minister auch gegen das Lahnprojekt. Es würde zu keinem nennenswerten Verkehr führen. Gegen die Projekte der Mosel und Saar sprächen bedeutsame Erwägungen. Vorwiegend seien es wirtschaftliche Gründe. Es bestehe die große Sorge, daß damit eine zum Teil vernichtende Konkurrenz gegen andere Landesteile geschaffen würde. Der Minister betont mit Nachdruck, daß der Ausbau der Flüsse nach der Vorlage Landessache, also die Durchführung der Projekte von dem guten Willen der Parlamente der Bundesstaaten abhängig fei. Er erklärt weiter, daß man heute noch gar nicht wissen könne, wie künftig die Nsenbalmfrachten gestaltet werden, wo dann alle Münsck>e befriedigt werden können, die man jetzt mit einer Kanalisation zu erreichen sucht. Ein sozialdemokratisches Mitglied hält bis jetzt den Beweis nicht für erbracht, ob durch eine Neckar-Kanalisation der Verkehr auf dem Rhein mehr gesteigert würde, als durch eine Moselkanalisation. ES sei nicht angebracht, eine Bevorzugung des Mains und des Neckars gut zu heißen. Da doch bie Kosten von dem gesamten Verkehr getragen werden müßten. Was man der Mosel
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Wiederholt seien hier folgende, für bie weiteren Vergleiche notwendige Angaben.
Die Gemarkungen des oberen Vogelsbergs umfassen eine ' Fläche von 38988 ha, diejenigen des oberen Odenwalds eine solche von 22523 ha.
Die landwirtschaftlich benutzte Fläche beträgt: im oberen Vogelsberg 11977 ha oder 31 Proz. der Gesamtfläche Ackerland, 14 017 ha oder 36 Proz. der iGesamlfläche Wiesen (Grasfläche); int oberen Odenwald 5546 ha oder 25 Proz. der Gesamtfläche Ackerland, 1889 ha oder 8 Proz. der Gesamtfläche Wiesen (Grasfläche; ferner: im oberen Vogelsberg 11389 ha oder 29 fßrok der Gesamtfläche Wald, im oberen Odenwald 14 554 ha oder 65 Proz. ber Gesamtfläche Wald.
Das Verhältnis der einzelnen Vieharten zur Gesamtfläche und zur landwirtschaftlich benutzten Fläche ist aus Tabelle II zu ersehen.
Tabelle II.
.) Wie aus Tabelle II hervorgekch kommen auf 100 ha Gesamtfläche (Dichte): im oberen Vogelsq berg 52, int oberen Odenwald 31 Stuck. Die Rindvieh Dichte ist also im Vogelsberg bedeutend größer als im Odenwald, ohne Zweifel ganz wesentlich verursacht durch den großen Reichtum des Vogelsberas an Wiesen. <5ie übertrifft die von Oberhessen und vom Großher^ogtum, während die Rindvieh-Dickste des oberen Odenwalos etwas hinter befl
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und ber Saar verweigere, dürfe man den Nebenflüssen Main und Neckar auch nicht bewilligen. Minister v. Breitenbach entgegnet, Politik fei die Kun st des Erreichbaren. Allerdings würde die Einbeziehung der Mosel dem Grundgedanken der Vorlage entsprechen, aber dadurch würden Ungeheure Verschiebungen in unseren industriellen Verhältnissen cintreten, und das müsse man jetzt vermeiden. Ein fortschrittlicher Abgeordneter aus Sachsen wendet sich gegen die von einem National liberalen aus Württemberg der Opposition unterstellte Absicht^ die Vorlage durch Bepackung von Projekten zum Scheitern zu bringen. Der Redner unterstützt die wirtschaftlichen Bestrebungen des Mosel- und Saargebiets und insbesondere auch diejenigen, den Oberrhein von Basel bis Konstanz zu regulieren, verweist auf die Eingabe ber Handelskammern Konstanz Lörrach u. a.
Ter bayerische Bundesratsbevollmächtigte wendet sich gegen die weitgehenden Projekte, gibt aber zu, daß die Abgabe auf die Anlieger stärker falle, und meint, daß alle Projekte, die nicht in die Vorlage ausgenommen sind und die man jetzt erfüllt sehen will, Wechsel auf die Zukunft bedeuten. Wolle man derartige Wünsche erfüllen, so müßte eben die Abgabe verfünffacht werden. Von einem fortschritt* 1 ichen Abgeordneten wird festgestellt, daß die heutigen Verhandlungen sehr zur Klärung beigettagen haben. Es bestehe zweifellos das Interesse, noch einige Projekte in bie Vorlage hineinzubringen. Andernfalls hätte man den Titck der Vorlage ändern müssen. Speziell für Frankfurt würde man die Mainkanalisierung nur bis Aschaffenburg als einen Nachteil ansehen, sie müsse vis Würzburg resp. Bamberg ausgedehnt werden. Nachdem nod) ein Zentrums« rebner warm für die Sabnr egut i er ung gesprochen hat, vertagt sich ber Ausschuß. Donnerstag Abstimmung über den Rheinstromverband und Verhandlung über den Elbsttomverband. — 'j .,■■■■'.________ 1 । . . , ।
Heber Öen Viehstand im oberen Dogeisberg und oberen Odenwald.
(Aus den Mitteilungen ber Zentral st. für LandesstatistikZ Eine statistische Untersuchung von E. I h n e - Darmstabt.
Im Anschluß an bie statistischen Untersuchungen über einige lcrnbwirtschaftl. Verhältnisse bes oberen Vogelsbergs unb Obenwalbs (bergt Mitteil, ber Großh. Hess. Zenttal- stelle für die Lanbesstatistik Nr. 898, Juni 1910 unb Nr. 907, Jan. 1911) soll im folgenden bas Gleiche für den Vieh- stanb geschehen.
Zu Grunde liegt bie Zählung von 1907, bereu Ergebnisse nach Gemarkungen in Nr. 879 ber Mitteil, ber Großh. Zentralstelle abgeb ruckt sinb. Tabelle I enthält für bie Gemarkungen bes oberen Vogelsbergs unb Obenwalbs bie Gesamtzahlen. Oberer Vogelsberg und oberer Obenwalb sind in demselben Sinne aufgefaßt, wie in den beiden oben genannten ^Arbeiten, sie beginnen bei 400 Meter.
Tabelle I.
Gebietsteile
Stückzahl im Jahr 1907
Bewohner im Jahr 1905
Rindvieh
Schweine
Schafe
Ziegen
Pferde
Im oberen Vogelsberg
20 301
12 987
4 596
1417
1106'
19 069
Im oberen Odenwald
6 981
7 178
691
1809
675
10852
Oberhessen . .
162 723
163 842
45 127
33 717
20 370
296 755
Starkenburg. .
107 317
152 420
18 211
68 244
24 485
542 996
Rheinhessen . .
62 449
68 553
1 305
29 999
17 096
369 424
Großherzogtum
332 489
384 815
64 643
131 960
61 951
1 209175


