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an die Bundesstaaten mit der Ditte um
Da ist es zunächst sehr schwer festzustellen, waS unter diesen ciff fallt; die Sachverständigen selbst sind sich darüber nicht
m M, mu BorMIäg« ptDcnbt. mtb yyn tri, SSorenW« »nd boS Saiiftaeäterbe 06 >md forbcrt
Begriff fällt; die Sachverständigen selbst sind sich darüber nicht einig und die Grenze sehr schwer zu finden. 3cf) habe in der Ausstellung im Abgeordnetenhause mit einem Sachverständigen vor einem Tisch gestanden und habe ihn gefragt: was gehört nun von den Sachen darauf zur Schundliteratur und da antwortete er Mir: daS kann ich Ihnen selber noch nicht sagen. Ta ist natürlich em gesetzgeberische» Einschreiten sehr schwierig. Wir Haven uns aber
mb. Deutscher Reichstag.
148. Sitzung, Mittwoch, den 15. März.
Am Tische des BundeSratS: Delbrück, Richter, Ta spar.
Präsident Graf Schwerin-Löwitz eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Minuten.
Der Etat des Reichsamfs des Innern-
vierter Tag.
Erscheint täglich mit Au-nahme de» Sonntag».
Die „Gießener Hamillenblätter^' werden dem Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, da» ’xrelsblatt für de« Urei, Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen LeU- fragen" erscheinen monaUich zweimal.
Abg. Schwabach (9?nt[.):
Der Resolution der Volkspartei, die eine liberale Hand« habnng der VercinSpesekeS fordert, stimmen luit S». Ten polnischen Antrag auf Streichung des Sprachenparagraphen lehnen wir ab. Unsere Stellung zu dieser Fran- hat stch n.ch: geander: Dar Redner führt Vesckwerde, daß in den oitlicben Promnzc. der vom Reichskanzler zugesicherte Mitgebrauch der mafu- rischen und litauischen Sprache m ^eriammlungen durch die preußisck)en Landesbehörden zmn Teil verhindert werd? Tas entspricht nicht dem Kompromiß beim «prachcnparagraphei- Es handelt sich um eine durchaus letale Bevölkerung, die >nn. der bisherigen Praxis schlechter behandelt wird al» die Po.en
zu errichten. Redner fragt die Regierung, wie sie sich zu diesem Beschluß der evangel. Landessynode stelle.
Abg Dr Osann weist auf die bekannt gewordenen Mitteilungen über die Gründung einer Stiftungs-Universität in Frankfurt. Es sei zu befurchten daß die Neugründung eines solchen Instituts eine große Konkurrenz bedeuten würde. Wenn in Frankfurt ein derartiges Institut verwirklicht würde, so müsse dasselbe auch zweifellos titele Studenten von den nächstgelegenen Universitäten herbeiziehen und damit auch der hessischen Landes-Universität eine große Schädigung zufügen. Tie geplante Stiftungs-Universität würde angesichts der reichen Mittel und der großen Stiftungen, sowie im Hinblick aut die dortigen vorzüglichen Krankenhäuser sich sehr rasch entwickeln. Deshalb habe sich schon der Kommunallandtag in Kassel und dte Universität Marburg energisch gegen die geplante Errichtung der neuen Universität gewandt. Es sei sehr notwendig und empfehlenswert daß alle süddeutschen Universitäten zu einem gemeinsamen Protest zusammentreten und daß auch die Großb. Regierung energisch gegen die neue Universität ihr Beto einlegt.
Minister ti. Homb ergk bemerkt zunächst auf die Anfrage des Äbg Lutz, daß die Regierung darüber in Erwägungen ein^ getreten sei, in welcher Weise am besten der Wunsch der Laudes- "fnitobe nach Berufung eines Tl)eologen positiver Richtung für Die theologische Fakultät ber Lanbesuniversität einer befricDigenbtn Lösung entgegengeführt werden könne. Eine jetzt darüber statt- sindende Erörterung würbe aber der brache nicht dienlich fein und deshalb wolle er von einem näheren Eingehen darauf un Augenblick absehen. Für Frage der U n i p e r s 11 ä t s g r u n- d u na in Frankfurt führt ber Minister aus, die Regierung habe sich zunächst auf diplomatischem Wege über die Angelegenheit m- formieren wollen, aber bislfer noch feinen Beichew erhalten. 'iJlan müsse ja von dem Grundsatz o.usgehen, daß die Genehmigung zur Errichiung einer Stiftungs-Universität in Frankfurt lediglich Zache des preußischen Staates sei. Diesen Standpunkt habe auch die preußische Regierung anläßlich der Errichtung einer Universität im Staate Hamburg eingenommen. Tie Regierung verkenne aber andererseits nicht die vielen Gefahren, Die ein folches Institut zweifellos für unsere Landes-Universität und auch für Die 3tabt Gnjuni mit sich bringen wurde. Tie Regierung befchaftige sich ernstlich mit dieser Angelegenheit und werde nicht verfehlen,
Donnerstag, j6. März M
Rotationsdruck und Verlag der Brstbl'schen UnwersiiätS - Buch- und öteinbrudereu 9L Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und 5ruderet: Sd'ul- stroße 7. Expedition und Verlag: eatsa oL Redaktion:^« IIL. Lel.-Adr»AnzeigerGießen.
an entsprechender Stelle ihre ernsten Bedenken zur Geltung zu bringen. , .
Das Kapitel wird barmt uniiimnug angenommen, cbenp mit erheblicher Mehrheit der Antrag Best auf Streichung der 800 Mk,
Es kommt nunmehr Kapitel 75 a
Landwirtschaftskammer jur Beratung, wofür ein Betrag von 144 190 Mark angefordert wird. _ , ,. , .
Abg. Reh (fr. 33p.) wünscht, daß auch hier gespart werden möge. Tie Landwirtschaftskammer fei kein Institut, bei welchem Gelder angesammelt werden sollten. Er hoffe, daß im nächstjährigen Etat auch hier Ersparnisse gemacht werden.
Abg Breidenbach r^bb.) stellt fest, daß die Landwirtschaftskammer im Jahre 1909 209646 Mark verausgabt und nur einen Staatszuschuß von 144 190 Mark erhalten habe: sie mußte also einen bedeutenden Betrag zu legen. Ebenfo im Jahre 1910. Ter Redner sucht an der Hand der iw den letzten 'hren bewilligten Staatszuschüsse nachzuweisen, daß der^ Staat nicht zu viel für die Laiidwirtschaftskammer tue. Tie ^ahre der Ersparnisse seien jetzt vorüber: es sei ja auch schon bei den einzelnen ÄussMssen so viel gestrichen worden, daß der Redner nicht begreifen könne, wo noch mehr gestrichen werden sollte.
Abg. Reh erklärt, er habe durckxrus nichts gegen bic Tätigkeit der Landwirtschaftskammer sagen wollen, fonbern e- nur für seine Pflicht gel-alten, darauf hinzuweisen. Daß es notwendig fei, den zahlreichen Anregungen von allen Seiten zu folgen und auch hier auf Erspaniisse bedacht zu sein _ = m
Abg. Bähr (wild) hält die Ausführungen des Abg. Reh für einen Irrtum, denn die Erivarnisse der ersten drei Jahre feien inzwischen vollständig ausgebraucht. Der Redner warnt das Haus davor, auf die vom Abg. Reh geforderten "Abstriche bei der Landwirtschaftskammer einzugehen.
Abg. Reh 'frei).) rote-xi. olt feine Ausführungen uoer Die Notwendigkeit von Ersparnissen Er stütze seine Anschauung auf die Denkschrift der Regierung unD weise Darauf hin, bau das Beamtenheer ein sehr großes fei; hier könnte gewiß geipnri werden.
Abg. Lutz iSbD.) ist Der Ansicht, daß der Abg. Reh eie Denkschrift Der Regierung jedenfalls nicht ücrftanDen habe. Die für die Landwirtsck/astskammer beni.lig.cn Mittel seien no.irenoig und er hoffe, Dag ni^-ts Daran gestrichen werde.
Abg. Brauer (Bbd-- steht aus dem StandpunU, baß it$
hejsiiche Zweite Kammer.
R. B. Darmstadt, 15. März.
Am Regierungstische: Staatsminister Ewald, Minister v Homberak, Geheimräte Dr. Becker, <yrhr. v. Siege» leben, Dr. Weber, Dr. Best, Ministerialrat L o r 6 a * er.
Vizepräsident Morell eröffnet Die Sitzung um 9.20 Uhr Das Haus tritt sofort in die Tagesordnung ein und genclfmw zunächst die Regierungsvorlagen, be^-Nachw.'i,ungen über die Staats-Einnahmen und Ausgaben des Großhcrzogtunis im Cta.s iahr 1906 mit 62 Anlagen und Erläuterungen, sowie die aus ber Rechnung des Fonds zur Ergänzung des Familrcneigentum > des Großh. Hauses für 1906 gefertigte Nachweifung mit den Hinzug eg ebenen Erläuterungen. «._
-^as Haus wählt bann durch Akklamation an stelle de. uirüdgctreteneii Abg. Tr. Gutfleisch den Abg. Reh zum MitgliL d^sSonderausschusses-für die Verwaltungsgel ehe.
Dann wird die
Haushaltsbrralung fortgesetzt. In der gestrigen Abeiidsitzung war, nachdem die Jour naliften nach 7 Uhr Die Tribüne verlanen hatten noch die Generaldebatte zum Justizetat zu Ende geführt unD dann der Gat, <tap 88—97, ohne Debatte genehmigt worden, ymtc. rourix zunächst das zurückgestellte Kap. 36,L an de s u n i D erst tat, beraten, das eine Einnahme von 0/8 987 Mark und eine Ausgabe von 1599821 Mark ausweist. , ..
Abg. Best <Natl.) hat hicrsujuicn Antrag eingebracht, den sür evangelische: und katholische ^Ijorge in der Universitätsklinik angeforbetten Betrag von 800 Mark zu streichen. xr
Antragsteller besagt, baß immer nur für evangAifche und latholifdh Lultuszwecke Mittel angeforbert würben, midft aber auch rote dies doch im paritätischen Staate Der ßdl st ^^^llte, auch Mr die übrigen Rcligionsgesellschaften, wie z. B. MennomUn, 3ätWCniHUat°Lr. Seber bitt* bat Amr« Beit nicht.m ge- nehmigen, denn Der Betrag sii sehr minimal unb |ct n richtig, daß auch für bic staatliche Lcelforge etwas getan roe .
Abg. Lu d -<?UD.) erklärt, in Der cuang. Lande-,t-iiodc sti ber Beschiuv geiaüi worben, bic Regi.rung zu er,uchen, für. Die poj sitive Richtung in ber theologischen yalultat einen ^ehrstuhl
(Beifall.)
Abg. Gothcin
Ich erinnere mich noch der Zeiten, da die Nationalliberaken den Zolltarif einfach für , cheußlich hielten. Unter einem gewissen Truck scheinen sie sich jetzt daran gewohnt zu haben Für unsere Zollpolitik gilt der Grundsatz: .Mensch mit zugeknöpften Taschen, dir tut niemand was zu lieb, Hand Wirb nur von Hand gewaschien, wenn du nehmen willst, ’.o g:r.
Der Redner spricht gegen den ..geehrten" Gros Canitz und die Politik deö Deutschen Laudwirtschafti-rats. -icr 'Handels- gedanke macht wieder energische Fortschritte in der odi- -b’1- müllen endlich aus der bisherigen Verteuerungspolitik heraus. Auch in Deutschland ist ein Wandel eingetreten. Bei den etzte» Nachwahlen haben nur b i e Parteien Erfolge gehabt, die Gegner des Schutzzolls sind. Graf Kanitz will auch uns m feine große Zollp halanr aufnehmen. Ten Nationalliberalen ric, er lockend zu: .Ernst, kehre zurück! ES ist alles vergeben! (Heiler keit.) Die Nationalliberalen würden in den Armen der Rechten anst entschlafen, wenn sie dem Rufe folgen würden. Denn ihre Wähler würden nicht mitmachen. Wenn Graf Kanitz auf uii<- rechnet, so befindet er sich in einer trügerischen Illusion. aj Kanitz: Sehr schade' Heiterkeit rechts.) Wir denken nicht daran, unS zu ändern. Wir bleiben die Alten! Die Rechte aber ürchtet die Wahlen, es wird brenzlich für sie. (Lachen rechst-. > Auch den Nationalliberalen gegenüber gibt e3 für uns einen Trennungsstrich. Darüber wollen wir keine Unklar heit lassen, keine Dämmerung und Verdunkelung. Wir erkennen aber an, daß in letzter Zeit die Nationalliberalen uns erhebtu- näher gerückt sind. (Hört! Hört! rechts.) Wir sind
dankbar dafür, daß sie in der . Finanzrcsorm jcn
geblieben sind, und daß sie fetzt in .sozialen und politischen Fragen eine Haltung zeigen der wir unsere An. erkennung nicht versagen können, («ehr gut! links. Hort! Horst rechts) Tie gestrige Rede Junckö war von liberalem und sozialem Geiste erfüllt. Ich halte mich für verpflichtet, das festzustellen. (Sehr gut! links. Hört! Hört! rechts.) Wenn dieser liberale Geist aus der nationalliberalen Partei herausklingt, können wir ein gut Stück miteinander marschieren! ^anu werden wir nach der Zertrümmerung des schwarzblaucn
Blockes (Lautes Lachen rechts und im Zentrum) —
warten Sie nur ab — auch den Exzeßen des prcu,>i scheu Polizeigeistes zu Leibe gehen können (Deifall Der Redner bemängelt die Zufammensetzung des roirlidinTlii»cii Ausschußes und spricht gegen den Zentralverband Deut,wer Industrieller, der nur die Schwerindustrie vertrete, und des,en Geschäftsführer B u e ck jede Anstandspflicht verletze, wenn er gewissermaßen gegen den als Gast anwesenden Staatssekretär w einer Dinerrede eine „Tisziplinaruntersuchung einlcite. («ehr richtig! links.) Herr Delbrück sollte bei der Annahme von Dinereinladungen vorsichtiger sein. (Lachen rechts.) Aber sweilich Die Herren von der Regierung sind ja abhängig von Jun lern, Schlotbaronen und Pfaffen! fyntrum
lebt just ganz im agrarischen Geiste. Auch das
Unternehmertum steckt voll Terrorismus. Wenn die
Rechte dem Mittelstand wirklich helfen will, dann soll sie die Lebensmittel verbilligen. Tarisvesträge schätzeni wir auster- ordentlich. Aufs entschiedenste bekämpfen wir die WlNkelbanten und daS Anreißertum. Vor diesen unsoliden Erscheinungen warnt gerade immer die Preste der Linken. Der Redner fordert cm ReichLberggcsetz.
Abg. Wohda (Pole): befTagt den Niedergang der Löhne im oberschlesischen Industrie- bezirk und führt Beschwerde über schlechte Behandlung der polnischen Arbeiter auf der Donnersmarck-Grube. Die Unternehmer. Millionäre haben kein Herz für ihre Arbeiter. Wegen der kleinsten Vergehen gegen die Gewerbeordnung schleppt man sie vor den Richter.
Ein Schlußantrag wird angenommen.
DaS Gehalt des Staatssekretärs wird bewilligt.
Tann wird über die Resolutionen abgestimmt.
Weiterberatung: Donnerstag, 1 Uhr«
Schluß 8 Uhr. _____
Strafen Sorge tragen.
Abg. GiesbertS (Zentr.)?
Wir bedauern die Stellung der verbündeten Regierungen zum Arbeitskammergesetz. Dir meinen, daß die Widerstände, die sich geltend gemacht haben, sich doch überwinden lasten, und daß das Gesetz noch in dieser Session verabschiedet werden wie die ReichSversicherungsordnung und das H°uSa^sgesctz. Tie Regelung des Privatbeamtenrechts sollte der erste Schn".auf dem Wege zur Reform der Gewerbeordnung fern. Ar wünschen ein Qrganisationsstatut für Pensionökasten. Die Mißstände bei der Auszahlung der UnfollSrenten sollten abgestellt werden, ^ehr bedauerlich ist rin Erla». das. di- V-rsicherunosanstalten Darlcheu nickst unter 3V, Proz g-tvähren Dürfen. Tie ab,olut negierende Kritik des Abg' Fischer muß nur hemmend ES sind eher
zu viel Gesetzentwürfe eingebracht worden al* au wenig Wenn die Sozialdemokraten den Arbeitern wirklich helfen wollen, dann sollen sie ihren Einfluß auf die Nationalliberalen ndtcnb machen, daß diese Den Widerstand m Der Arbeitersekretar- Frage ausgeben. Wern, die Sozialdemokratie drohen wurde den Nationalliveralen im Weigerungsfälle die Unterstützungi be, iden nächsten Wahlen zu entziehen, bann wurde jw da» Ziel erreichen. lLachen bei den Soz.) Der Borwurf, daß wir die Entwicklimg der Gewerkschaften behindern, trifft uns nicht. Die «roßten Gegner der Gewerkschaftsbewegung sitzen in den Reihen der Sozlaldemo- Iratie. (Lärm bei den Soz.) m
Der Redner verliest zum Beweise desien eine Reche Klagen bon Gewerkschaftsführern über bic Sozialdemokratie, bic vom Zentrum mit »Motten Hörtchärt-Äusen. van der Sa,rat. bemokratic mit fortbauernben Zwischenrufen begleitet werben Daß wir alle Ausnahmegesetze, die bie soziale Entwicklung hemmen könnten ober gegen bic Arbeiwrschaft sich richten, mit allen Mitteln bekämpfen würben, brauche ich nicht erst zu per sichern. Die Gefahr ber A r b c i t s m o n o p o l i s r er ung, die jetzt von ber Sozialbcmokratic vorbereitet wirb, bie shstc- matische Ausschließung ber christlichen arbeitet, ijt bwl fchliminer olß bie ärgste Scharfmachern von ber Gegenseite. Ich habe nie geliebt (Stürmische Heiterkeit) solche Dinge hier zu bestechen, aber es muß boch einmal gesagt werden. Sie stellen den Grund-
Abg. Graf Earmer-Zieserwttz (Kons.)
Graf Kanitz hat schon seiner Freude übet bie agrar- freundliche Haltung ber National l i b e raten AuSbruck gegeben. Der Hansa-Bunb gehört m bic,c Jg-ar- freunbschaft nicht hinein. Er konstruiert Gegensätze zwischeii ber Lanbwirtschaft unb ber Znbustrie. (Widerspruch lnilö.) Unsere Sozialpolitik macht uns fein Kulturstaat nach. Wir ,inb auch bereit, auf biesem Gebiete weiter zu arbeiten. Aber man Darf doch nickt verkennen, daß der Unternehmer schwer belastet ist, besonberS ber gewerbliche Mittelstand, Der von Dem ganzen wirt- sck-afilichen Aufschwung fp gut wie nichts gehabt hat. Er aber ist daS Rückgrat unseres ganzen StaatSwefcnS. Darum muß ihm jebe unlautere Konkurrenz ferngehalten werben. Der Rebncr empfiehlt seine Resolution, wonach für ben Betrieb eines WanberlagerS eine befonbrre Erlaubnis crforberlich ,ein soll, beren Erteilung von bem Nachweis eines vorhandenen Be- dürfnisteS abhängig ist.
Die Danderlager, die hauptsächlich Ramschware fuhren, verleiten bas Publikum nur zu unnützen Ausgaben. BesonberS unerfreulich ist bet birekte Verkehr von Fabrikanten unb Groi,isten durch solche SEanbcrlager. Gerabezu verwerflich ,st aber, baß Kommunal- unb Staatsbeamte Waren en gros weit über ihren eigenen Bcbars beziehen unb bamit einen schwunghaften Hanbel betreiben. Auch Diensträume sollen biefen HanbelSzweckcn schon dienstbar gemacht worden sein. Das entspricht nicht ber Würbe unseres BeamtenstanbeS.
Die Warenhaus st euer
sollte erhöht unb bie Konsumvereine allgemein zu einer ent- iDrecbcnben Steuer herangewgen werden. Tas Ueberhandnehmen ber Schundliteratur ist direkt zu einer nationalen Ge- fahr geworden. Bei ben obszönen Postkarten in ben Schaufenstern kann von Kunst nicht mehr gesprochen werben. Auf diesen schmutzigen Bildern ist daS Weib nur noch das Objekt der Lüsternheit. Wir ^ehen darin geradezu eine Herabwürdigung der deutschen Frau. (Beifall rechts.) Wir marschieren damit fetzt schon an der Spitze der Nationen. 52 Verlagsbuchhandlungen mit 8000 Kolporteuren beschäftigen sich ausschließlich bamit, Schunbliteratur an Fort» bilDungSschüler, Laufburschen unb Dienstmädchen abzusehen. Biele Verbrecher werden erst durch bie Schunbliteratur auf die schlechte Balin gebracht. Fn Köln wurde ein neunjähriger Knabe erdrosselt. Zur Entschuldigung führte ber jungenbliche Täter an: ich wollte auch ein Räuberhauptmann werben, wie c5 in meinem Roman steht. (Hört, hört! rechts.) Tie Unfallziffer im A u t o - mobil wes en ist zurückgegangen trotz ber Zunahme ber Fahrzeuge. Geradezu minimal klein geworden ist bie Zahl der ^aße ui benen Automobile nach angerichtetem ■sdfaben schleunigst uner- fannt Davonsuhren. Die Schnelligkeitsfahrten will man ja jetzt selbst in Automobitkreisen fallen lassen, solange man keine eigene Bahn hat. Aber auch bie Onalitätssahrten bringen schwere Nachteile für bic Chausseen mit sich. Wie steht es übrigens mit ber Zwangsversicherung für A u t o m o b i l b e s i tz c r?
Staatssekretär Dr. Delbrück:
Mit dem Vorredner halte ich einen Detailhandel der Beamten zumal in ben Diensträumen für unzulässig. Gegen diese Mißbräuche sinb entsprechenbe Anweisungen ergangen, so daß wir ein Gesetz bazu nicht brauchen. In ber Frage ber Best euerung ber Warenhäuser unb ber Konsum, vereine ist Die LanDesgesetzgebung zustänDig. Es muß ben Bunbesstaalen überlasten bleiben, wie weit sie im Sinne bes Vor- rebnerß berechtigten Wünschen Des Kleinhanbwerks nachzukommen gebenken. Tie schweren Mißstänbe auf bem Gebiete ber Schmutzliteratur gebe ich burchaus zu, aber eine Aende. rung ber Gesetzgebung ist hiergegen nicht erforberhd). Tw bisherigen Bestimmungen genügen vollkommen, wenn sie gegen bic wirkliche unsittliche Literatur mit Energie angewandt werben. Etwas anbereS ist es mit ber
Schundliteratur.
muncen9ZrSmerSrbnung über die Kolportage zu andern die Kolportage im Wohnort des Kolporteurs zu verbieten, eher als eS jetzt häuf'g geschieht zur Beschlagnahme zu greifen, und auch die ~trafpeftimmungen z u ver sch a r f e n. (Beifall.) Tie A u t o m o b i l w e 11 f a h r t e n als Geschwindigkeitsfahrten wer- den ganz verschwinden, eher die Zuverlassigkeitsfahrten sind nicht zu entbehren Tie LanDeSzentralbehorben toerben aber für bu Wahrung Der Rechte Der Anwohner der m Betracht kommenden
Zweites Blatt W. Jahrgang
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhellen
fafe auf. Oh"«. Rot kein Brotl
(Lcbh. Zustimmung.) Die Freiheit der Arbeiter ist vom Zentrum nicht bedroht. Warum bat trotzdem Herr sicher fast seine ganze Rede gegen uns gerichtet, die Nationalliberalen aber so zartfühlend behandelt? (Gelachter b. b. Soa.; Abg. ® t et)i (Coj.)i. Reben Sie ihm nicht ins Konzept hinein.) Herr Kollege Br^Y, wenn Sie so wenig Konzept nötig hätten wie ich, waren Sic ein vorzüglicher Redner. (Große Heiterkeit unb lebh. Zustimmung im Zentrum.) Wir werben bie Frei he i t bo.r Arbeiter gegen jeden Terrorismus aufrechterhalten. (Beifall im Zentr.'
Abg. Sachse <Soz.):
Als in diesen Reichstag sieben christliche Arbeitersekretäre ein. zogen, da hing ihnen Der Himmel voller Geigen. Was haben aber DiesiebenSchwaben — hätte ich beinahe gesagt — Denn hier geleistet? Tie „Christlichen" als Hüter DeS guten Tons! Es ist zum Lachen! Ich will nicht Die Kosenamen erwähnen, mit denen die christlichen Herren sich untereinander bedenken. Aber wenn es gegen uns geht, stehen sie immer wieder zusammen. Tas bahrlsche Zentrum hat sogar eine Resolution in bie Kammer eingebracht, wonach alle S o z i a I b e m o! r a t e n aus ben Staats- betrieben gejagt werben sollen. (Hort, hort! link-.) so sieht bas arbeiterfreundliche Zentrum aus! Ich könnte tagelang über Ihre Verbrechen reben! Sie treiben ein falsches Spiel mit Den Arbeitern. (Abg. Behrens-. Nein Sie!) Ach Herr Behrens, -^ie haben als Freund ber Unternehmer nicht mitzureden! Ueber die spaßige Rede des Herrn v. Gamp haben wir herzlich gelacht. Mag er sagen, was er will, ihre Bildung verdankt die moderne Arbeiterschaft nicht dem Staate, sondern ihrer eigenen Initiative. Sachen rechts.) Herr v. Gamp klagte über Terrorismus. Er sollte Dann in erster Linie Den Terrorismus Der ElberfelDer Farbwerke verhinDern, wo er ja ein großes Wort mitzureden hat. Herr Rieseberg hat sich um ungelegte Gier gekümmert. Er sollte bei seinen Backern unb beim Hefesynbikat bleiben unb bie Arbeiter in Ruhe lasten. Wir wehren uns nur gegen bie Streikbrecher, gegen die jeder anständige Arbeiter Stellung nehmen muß. Terroris- mus überall. In Bochum z. B. klagen die Klerikalen über den Terrorismus ber Nationalliberalen, bie Freisinnigen aber flogen ben Lunb der Landwirte an. Ter Redner lehnt alle Maßnahuren


