Nr. 294
Tn »IftmeT Siqdfet ftkfvmt täglich, miger Mag«. - Beilagen! viermal wöchenilich Gietzenet.^amllftndlätter, upctmnl rvöd)enilJ(ielSi Natt für b<6 Kreis Glcfcee (xifiietag unbftrehaq); zweimal monaiL tanft« wlrlfchafUlche Stltfwei ■.lenilpied) - ibilctih'ifie: litt tie Sieöofhon US, ‘Z'erlaq u. Expedition 51 Adresse Ifit Depeschenr «uzelger Gießen.
Annahme oor HnjeigeR hü die Tagesntmnner bi» vonnitwgs 9 Uhr.
Erstes Blatt
16t Jahrgang
Donnerstag. 14. Dezember 19U
eneral-Anzeiger für Ober
Rotaflonsbrutf und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch. und Steindruckerei K. Lange. Redaktion, Lrpedition und Vruckerel: Schulstrahe 7.
Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 SeschSstrftelle vahnhofstrahe 16*.
Be ina*»rel I: mpnoilldi75 l '..Dienet* ffibrUdt 'IVf. 2.W: durch Äbbole- !•_ . ,;ret-^'ieUen monairttb 6E> Ps.: durch die Post *!'!?. 2.— viertel* jahrL aiividü.
3etlenpreii: lokal l5Pv» anJinan» 80 Veuniq. tibrfrebafieur: 21 Goetz, tirrmuiporihdj für den
®oeg; für .fituüle* ton', ,l<ennüdhic4' uuD ,®eitdn»faole; H. 9ku-
Conb*: E-Hrst; iür den Auzeigenieil: H. Beck,
Die heutige Nummer umfafet 14 Seiten.
Das indische Nrönungsdurbar.
Ein englischer König, der nicht in Delhi, der uralten heilige^ Stobt der Inder gekrönt ist, gilt in den Auaen der Hindus als Usurpator. Zwar haben die Königin Viktoria von England, die, nachdem Indien im Jahre 1658 britische .Kronkolonie geworden war, zum ersten Male bad Jntpera* trtx Indiae ihren sonstigen Titeln beifügen konnle, sowie il,r Nachfolger Eduard VII. sich nicht persönlich in Delhi die indische Kaiserkrone ausS Haupt gesetzt, sondern in beiden Fällen den Statthalter, den Vizetonig von Indien, das KrcnungSdurbar abyalten lassen. Tas hatte teils in per- sönlichen, teils in politischen Verhältnissen seinen Gründ.
Äo ist Georg V. der erste Herrscher Großbritanniens, der der Äelt das Schauspiel eines KrönungSdurbars in Delhi geboten und damit die Tage der alten Grostmogule erneuert hat. Bei seinem ganz besonderen Jtnercsse für die Kolonien scheute er nicht die Beschwerden der langen Leereise und der Eisenbahnjahrt in Inoien selbst, für s.ch und feine Gemal)lin, um der Welt zu zeigen, wie großen Wert England darauf legt, sich Indien, diesen löstlichsten Edelstein in der britischen Krone, w erhalten, es sich durch eine Erhebung der Hindus oder durch einen Angriff der Muffen nicht entreißen zu lasfen. Die indischen pursten, denen man klugerweise bei der Eroberung Indiens ihren Rang und Stand belassen hatte, wenn sie auch im übrigen nur noch die Besitzer geioaihgcr Domänen blieben, Haven in ihren bianiaiitenbc|ätcn Gewändern König Georg gehuldigt, und die Tausende von Eingeborenen, die zu den KrönungSfeierlichleiten nach Teli,i gepilgert mären, werden daheim erzählen von all der Pracht und dem Glanz, die den Zkonig von Großbritannien und Irland, den„Kaisar- i-tzind" umgaben und seine ganze Machtsulle veranschaulichten.
Von welcher Wirkling dies auf daS bisher jeder Statistik spottende Miltionenvolk der Inder von den Höhen des Himalaya bis hinab zur Insel Eenlon sein wiro, kann erst d.e Zeit lehren. Denn mag auch die indische offizielle Welt dem Herrscher Englands noch so ergeben sein, tu der Masse ocr Hindus gäljrt und brodelt es auch heute noch. Tie zahlreichen Verschwörungen, die gerade in den letzten Jahren aufgeoeeft wurden, sowie die ernsten Aufstände und Bombenanichläge haben eS zur Genüge bewiesen, wie ein großer Teil des indischen Volles nichts sehnlicher wünscht, als das brttiscl-e Joch abzujchuettln. Freilich, tulturell hat Indien unter brilifcher Hcrr.chaft immense Fortschritte ge- macht, und die Vizetönige waren auch stets klug genug, sich nidjt in die e.genlumlichen Ver.-ällnifse der Hindus mit ihrem Kastenwesen zu milchen. Aber das aufstrebende indische Volk kann es noch heute nicht verwinden, daß seine akademischgebildelen Elemente von den Höheren Verwaltungsstellen ausgeschlossen sind, und daß die Engländer aus dem tianoc hunderte von Millionen ziehen. Einen besonderen Grund für die Unzufrieden- 1/eit der Hindus bildet die vor einigen Jahren — angeblich aus Verwattungoruckftchten — vorgenommene Teilung der Provinz Bengalen, worin die Inder nicht nur die Zerstörung eines uralten hiftorifchcu Zusammenhanges, sondern auch i-as Bestreben der britischen Regierung sehen, das Hindutum zu teilen, es zugunsten der indiiä>en Mohame- dauer zu schwächen. Und diese Ansicht ist keineswegs irrig. Denn nicht nur durch die Teilung Bengalens, fonocrn auu) dadurch, daß man die besonder-.' von Mohamedanern bewohnten Gebiete von Behar-vlarlssa und Ehoca-Nagpur an das geteilte Bengalen angliebene, bezweckte die cnglifcfo
Regierung, der namentlich in Bengalen auftretenden Ve- roegung „Indien für die Inder" einen Damm entgegen- zusetzen, was ihr auch, wenigstens vorläufig, gelungen ist
ES bedeutet ein Vertrauensvotum an die Inder, wenn König Georg jetzt die Zitteilung der beiden oben genannten Gebiete an die beiden Provinzen von Bengalen rückgängig gemacht und ferner daS den Indern heilige Delhi an Stelle Kalkuttas zur Hauptstadt Indiens erhoben hat. Dieses DeriöhnungSgefchenk deS neugekröntcn Kaisers an die Iiider kostet England überdies nicht Diel, ja, eS bedeutet sogar eine Machwerstärkung der britischen Herrschaft in Indien. Denn ganz abgesehen davon, daß Kalkutta wegen seines ungünftigen Klimas und seiner Lage in der nordöstlichen Ecke deS Landes als Regierungszentrale viel weniger geeignet war, als bad im Herzen des eigentlichen briiifdycn Ostindiens gelegene Delhi, laufen in der neuen Hauptstadt alle Eisenbahnlinien zusammen, so daß es im Salle innerer Wirren oder auswärtiger Verwicklungen leicht ist, von dort aus Regimenter naa) den bedrohten Stellen zu werfen. Außerdem aber — und das ist vielleicht das wichtigere — überwiegt in Delhi das mohame- danische Element. Es ist al;o die Gefahr, daß plötzlich durch eine Empörung die Zentralgewalt lahmgelegt wird, wie das in dem reinl/induistischen Kalkutta nur zu leicht der Fall sein tonnte, nahezu ausgeschlossen. So hat von dem ^rönungSgeschenk an Indien in er।ter Linie die britische Regierung selbst Vorteil und mit ihr natürlich ihre treuen Schildrnappen, die indischen Mohamedaner.
Ohne 5rage hat König Georg mit fuiuem Krönungs- g cf eben t eine Politik der Ver,öhnung einleiten wollen. Und es i;t wohl nicht zufällig, daß das gerade in einer Zeit geschieht, wo das Verhalten Englands gegenüber der Türkei und Perlen ilpn den haß der Mohameoancr zugezogen hat. Tie indischen P^ohamedaner daher noch fester an sich zu fetten und bte Hindus zu gewinnen, lag al|o heute mehr denn je im Interesse der britischen Politit, zumal es wohl keinem Zweifel unterliegen kann, daß nach Der Aufsaugung Per Jens dura) England und Rußlano biefev schwerlich an der jetzigen Demarla^ionelinie halt machen wird. Sein Expansiviisdrang wird es ganz naturgemäß dazu treiben. Den Perfstchen Golf zu erreichen, so daß die Puiierstaaten $5cluDjaji|tan und 9tigl)auiliau, jonnc das nordwestliche Jnoicn, späterhin be.i Schauplatz des eng- lisch-ruislschen teiiißciid abg.buti werden. Auch ui Unglano rechnet man trotz Der Annäherung mit bie|er Möglichleit. hat doch Lord Kita-ener, als er Oberoeschlshaber der in ^nbieii steheliden Truppen war, das Schwergewicht der Landesver».el0igung aus der Rorovftecke verlegt, und Die Erhebung des zentral gelegenen Tet^r zur Hauptftadt schließt sich biefer Maßnahme nur folgertch.ig an.
Das Urteil im Sp.onaöeprojej Schultz.
Leipzig, 13. Tez. Im Spionage-Prozeß Schultz und Genossen wurde heute um, 2 Uhr 10 Minuten vom Senats- Präsidenten Tr. Menge das Urteil verkündet. Schiffs- Händler Schultz erhielt 7 Jahre Zuchthaus, Ingenieur hipsich 12 Jahre Zuchthaus. Ingelt ieurWulffLJahreZuchthaus, der Kaufmann v. Maack und die Wirtschafterin Eckermann je zwei Jahre Zuchthaus. Die b-rgcriu en Ehrenrechte werden Schultz und Hipsich auf zehn, den andern Angeklagten auf fünf Jahre aberkannt. Gegen alle wizrde auf Zulässigkeit von Polizeiaufsicht erkannt. Bei Schultz wurden 6, bei den andern 4 Monate Untersuchungshaft angerechnet.
In der
Urtcil6bcgtünbuii(i
wirb miSgeführt: Durch die Verhaftung des englischen Sdv.”. Händler- Schultz, bic am 1. Mär» 1911 in Hamburg erfolgte, üt eine Gesellschaft von Spionen u »schädlich <n macht, die sich seit mehreren Monaten bemühte, für das engh die Svionageburcau militärische Geheimnisse in Deutschland zu er tuubcii, deren Preisgabe für Die Sicherheit d e S Reiche- tn höchstem Grabe schädlich ist. Tte Verhandlung c. gab etn erdrückendes Beweismaterial. In fall allen wesentlichen Punkten stützte sich das Gericht auf die Ji n g a b e n von Schultz. Wenn er auch vielleicht nicht alles gejagt bai. was er weiß, so konnte ihm boch Glauben geidjcnli werden Als er ocrfea;tet wurde und man ibm vortztett, bau die- ein Un glück für ihn sei, sagte er: nein, es war mein Gluck; denn wenn ich nicht verhaftet worden wäre, hatte ich noch viel mehr gemacht, ich wäre zwanzig Jahre nicht au- Deuifchland herausgekomiinn. LaS Gericht ist überzeugt, daß Schultz über die Tätigkeit b. .• cnalischcn Nachrichtendienstes seiner Agenten wes elf - liche Tatsachen vetschivieg, glaubt aber feinen Angaben, ni l nur soweit sie ihn selbst bcireficn, sondern mich soweit sic diinllidi leine Mitangeklagten btlai.cn. Anscheinend bemtbte Schultz Reifen, die ihn als SchinShändler nach Deutschland iührten, um mit allen möglichen Personen zur Erkundung von Miluargeheinmissen Verbindungen anzuknüpsen. Er wandte sich insbeionocre an die Angeklagten Hipuch, Wulff und v. Maack, dermittelte bereu Berühr mit dem englischen NachtipUendienil, gab ihnen eine Tca- adreise und Teckworie für ihre Korrespondenz und wirkte iclbit bei Der Absendung der Gehcminme mit. Die pefamtt Tätigkeit von Schultz war -ufammenzufancn aU em sortgcsetzte- Verbrechen gegen § 1 bei Spurnagegeievc-
Hipsich, ein geborener Oenerreichcr, seit mehr als zwölf Jahren an Der WeserwcM angencllt, erwarb 1909 bic deutsch • Slaalsangchörigkert, nachdem Daß Reichsmarineamt Die Beschä' tigung von Ausländern in derartigen Betrieben verboten hall- Turch seine dienilliche Tätigkeit halte er (tfelegenbeit, Pläne von KriegSschisien kennen zu lernen und Einsicht m viele geheim zu haltende Dinge zu nehmen. Er hatte eine große Sammlung von Plänen und anderem wichtigem Material angelegt und alle? an das englische Nachrichtenbureau geliefert. Ter große Wert dieses MatenalS geht am beiten aus der Ueberraschung und unverhohlenen Ireude her*»or, die von Engländern darüber geäußert wurde, daß es überhaupt möglich war, solches Material zur Ve • jügung zu stellen. Dem Angeklagten Hipuch ist eme wöchcntlicl i. Belohnung von 40 Mk. versprochen worden: im wurde ein Vorschuß von 400 Mark gezahlt Bei Hipsich liegt ein fottgeiibio Verbrechen gegen g 1 bei Spwnogegesetzcs vor.
Ter AngeNagte v. Maack lernte im August 1901 Schul., kennen, her ihn gleich am ersten Tage fragte, ob er mit „feinen englischen ^reuubcn für Marincsachcn" korreipondicren uno 'Jlu: • kunste erteilen toollc, wozu Maack sich schließlich btrrt erklär.' Maack empfahl auch den Angellugtcn Hip,i.o von der '■üAieriiii : alS geeignet und gab an Schultz eine schriftliche Aufstellung über die Verwendung der Schine de- Norddeutschen Lloyd,, d.c S?apag usw. im Jolle eines Krieges. Diese Mitteilung wurde von Schultz nach England geschickt. Im Dezember 1910 ist baafi 'JJiaad selb st nach England gereift und mit Agenten deS englischen NachneyiendieniieS zniammeugetomnien. A uch diesen hat er T>v ic.) als geeigneten Mann für geheime Erkundungen empfohlen und angegeben, wie er am besten zu gewinnen sei. Er hat ferner ver,prochen, sich bei einer fuddeutschen Maschinenfabrik nach cuum Moivr zu erkundigen, über deiseu Verwendung für Kriegsschiffe die Engländer Kenntnis zu erhalten wünschten. Maack in daher Der Beihilfe -um Verbrechen nach 8 1 für schuldig besuitdcn worden.
Ter Angeklagte Wulff ist seit sechs Jahren bei der Noro- beutfchen Mafchinen-Armaturcnsabrik in Bremen angestellt. Er war hauptsächlich mit der Anbringung und Revision von Untir waifcnchallsignalen für Kriegsschtije und Unterieeboote betraut. Als Schultz im Jahre 1910 in Deutschland war, gab Wulft ihm zu erkennen, bag er bereit sei, ihm Material zu liefern. Im Marz 1911 pflog er mit Schultz eingehende Verhandlungen. Er erhielt u. a. Den Auftrag, über Das in Kiel im Bau befindliche Schiff „Ersatz Odin" Mitteilungen zu machen. Diesen Auftrag führte et aus. Wiaoeit er sonst noch von Schultz Aufträge
monOfejiungcn.
Wohl keine Frage Der Astronomie hat eine größere Popularität erlangt als Die nach Der Entstehung Der sogenannten „Marstanäle", jener langen, Duttl.cn Linien auf unserem Nachbarplaneten, Die man für künstlich erbaute Wasserwege, also für Werke vernunstbegabter Wesen gehalten hat. Interessant ist es nun. Daß einer Der größten Astronomen — Kepler — auch in den Mondkratern Schopf- mmen intelligenter Lebewesen sah. WahrenD wir heute Überzeugt sinD, daß die vielen mit Wällen umgebenen Vertiefungen auf der Alondoberflache durch den Fall lasinifajer Körper auf unseren Trabanten entstanden juw, hatte Kepler über ihre Herkunft eine ganz besondere Meinung: Er hielt sie für bewußt angelegte „Festuiigsfuidte" Der Mvnd- bewohner, die sich in ihnen gegen Feinde, gegen sumpfige Feuchtigkeit, namentlich aber auch gegen den B^anD Der Sonne schützen wollten, die ja auf dem Rtond 13 Tage unu Nachte hintereincuider scheint, jo daß ein Sonnentag an, dem Monde durchschnittlich die 2auer von 334 Stunden und 22 Minuten hat. Wie' Kepler stch die Heritcllung der schützenden Krater, die er Höhlungen" nannte, gcDaüU Hal, geht aus einem seiner Briefe an den gelehrten Priester Paulus Guldin hervor, mA dem er rege forreiponDiecte: „Sie rammen," heißt es hier von den ü)iondbewohnern, „in der '.Wüte des zu befeingeuDen Platzes einen Pfahl ein. An diesen Pfahl binden |te Taue, je nach der Gerau- migteit der künftigen Festung lange oder kurze: das längste mißt fünf deutsche Meilen. Mir dem fo bejefrigten Tau lausckir sie zum Umfang des künftigen Walles hin, den das Ende des Taues bezeimnet. Darauf kommen fie in Ala fe zusammen, um den Wall aufzufuhren. Die Breue des Grodens mißt mindestens eine deutsche Meile. Das yeraus- geschafste Material nehmen fie in einigen Sradten ganz Don inwendig fort, in anderen teils von innen, teils von iujjen, indem sie einen doppelten Walt schassen mir einem >ehr tiefen Graben in der Mitte. Jeder Wall kehrt in ftcy ieibst zurück, einen Kreis bildend, der dura) den iuinier gleichen Avjrand des Tauendes vom Pfahl be|ü)riebcn toicu .... In dem Graden nun wird die Feurhrigreit oes jumpfigen Bodens ge,aminelr, wodurch dieser enuväijeu
wird. Wenn Der Graven von Was,er ist, luirD ec fujtfibar, trocknet er aus, so ist er ais Landweg za benutzen. Wo immer also den Bewohnern die Macht der Sonne lästig wird, ziehen diejenigen, welche im Mu.relpunkt des Platze» sich bcsinden, sich in den Schalten des äußeren Walles und diejenigen, die außerhalb oes MittclpuntteS in dem von der Sviiue abgeive.we^en Teil des Grabens wohnen, in den Schaileti des inneren zuruck. Und aus Diese Weise folgen fie ivahrend 15 Tagen, an iue.ujem der Tcr DiftaiiDig von der Sonne ausgedöm wird, dem Schatreii, kurz, |ie waiideln umher, utu> ertragen jo die Hitze."
•
Zur (Ertlörung Oes NorOlichts.
Die herrlichen 2id)tctid)cuiungcn des Polarlichts, die gelegentlich auch in TeulflptanD fcoon wahrgenommcn^wurden, fließen icither auf große ^rttäruiigsichwietigleuen. Der Sitz Oicicd Polar!ichies in in euoa 200 Kilometer Hohe zu suchen. Doch reichen Die draociicahiuichen Formen des Nordlichtes bis GO Kilouieier herab. In Dieicit Hohen besteht die Attnofphäre vorwiegend aus dem se^r kivö.en toaneriton; der Luftdruck benagt nur noch Ü,OUo MiUimerer gegen 760 Mittimuer im Vtecresnioeau. xie Luft beunoex «ich demnach in 20U Xylometer yuUe ui ai-Nticher Verdünnung wie m Den oerannten Geißler- schcn Röhren. Es kann nun ms erwiesen ange.ehen werden. Daß das Polarlicht durch Kathosenf.rahcen hervurgeruien wird. Die von gewissen Teilen der Sonne ausürahlcn und in bieicn oberfien Aimoivharcn M.chtc.i ao orourt werden. Tag das Polarlicht nur in polaren Regionen zu beooadjicn in, bangt Damit zuiammen. Daß das magnerifche Der Erde die mognetncy abicnioei^n jiutbovcnhrayica an den Erouolen ton-^ntrieit. Die Geschwindigkeit die,er eieitniwen Sttay.en ift nahe gleich btt Llthtgeicywindigkeir.
Uuaj Wotkenbildung lann durch diese Kathoden strahlen hervorgeruien werden. Becm.niiuo gehö.'tn zut 9äbct- und barnu Wolkeno üdung fug. KonDtn.miv ns leine, an bte ber W-'.e.dumpf einxt 3 Kilometer, Dem <A=> un,"c:er ^tiedcrfchGgc, »erben in en.cr Linie Ltaubkoruche.i oieie uii'a-..ii.riie 1uih.il ^n den Homeren ic^r fstanoarmen saji^icn mu ic.i aoer zur L-olkenoNuung aiwete KonDeniauo ns lerne ungern, mmen n,ctuen. c-s hat |tu) ^eze.gl, t-ad uu-tuDioL^es uiujr als auch KMhuo-.:i »ra^iM "erattige Kerne uei a,auidiwlL.e.ismw.i erzeug.n. LrottendiGung durch Norbttcht ist aoer yau,ig deoocsthter woroen. Auch Cirrus-
schleier (Federioölkchen) lönnen jenen Kathodenstrahlen ber Sonne m vielen Fallen zugeschrieben werben. Ganz Derfdjiebenartige dnadjen wirken Demnadi an ber Gestaltung bet Wettetetf'll-ci- nungai mit
— Alfred be Bigny, einst der Fteunb und Genosse Lamattines und Victor Hugos, deren dichteriiche Triumphe nidjt größer waren als bte seinen, starb in Paris vor einem halb n ^ahrhunbert, am 16. Dezember 1861. Ire dich war er vicl euer als jene vergeften uno aus der Mode getommtn. In die Mode kam er, um bei binem Ausdruck zu bleiben, etwa um bte Mitte ber Dreißiger Iahte bes vorigen Jahrhunderts butch fein damals hochveruhmtes Theaterstück „Ehattcrton". Al! reo Gus de Vigny ivar am 27. Marz 1799 am dem Schlöffe Loches in der Touraine geboren, erhiett feine Bildung in den Eollcg tn zu Pans, nahm Dann Mdnatdienste und machte als Leutnant oen spanischen Fetbzug 1623 mu. Von ieinen Dichtungen zeichnen fiaj besonders die „PoömeS ancienä et moderncs" catch Anmut, Zartheit, Frische und Tiefe des Gemüts, sowie durch schone Sprache aus. In Frankceuh fanden betonter-. Die rdt- gioien Gelange „Moi,e" uno „Eloa" Anklang. Sein „(Itna Mars" wird als Der „erste histocifche Roman Frankreichs' o>> zcichnet. Für die^Bühne jchruo er mehrere kleinere Luitspiete, das gefchichttiche Saaauipid „Le mor-u/o! o Ancre", lonuc Gun genannten, einit sehr jcjeierien „EhatteNon", eines ter .erji.n logcnanr.lcn „Känalerdtamen", Die Damals in allen Literatuc.n Mode waren: biete Dicymng Älsred be VignhS ist ncst.ci Ochlenscclugers „Eotteggw" eine bet hervoilageno.cen und pc , tischüen oet ganzen Gattung. Bon Sbaleipeare über>ecte Bigny Den „Olhkilo ', hiett sich aber Dabei so in Den beengenden <?rcn’3cn Der ttanzofifchen Dramaturgie, bab lerne Bearbeitung nicht selNa einet Parodie ahrUich schien.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Bn Heidelberg eclüt der vormals in 'Amner. m länge Rechtshii.oriket ^.Ptoi. Eonrad au: Dem veimtdeg r n einem Äorcrag eilten Sü;IaganiaÜ, der al.talv Dm Soo - iuferte. — Profestor Adolf Goldj chmiot — oce .... WSlfflins An Stelle des nach Akünchen v ; ■ .
Kan,:h. weiters <Seh. mm Pros. Heinr. W ölf sl in t , •
von ans ortens angetünDigt, Professor Tc.
, chMiüt, Der x>ertre.er d:c kun"tgq'a,iajte d c iln.o
angenommen tuu> feine h.c^cigtcit an u.; -minner um* orcittm mir dem oegmn des sommetiemejteis 1912 aiu


