Ausgabe 
2.12.1911 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

tischen Beziehungen, wobei es Persien eine Frist vvn sage intb schreibe 48 Stunden stellte. Tiefem Uebermut wollte sich aber das persische Kabinett nicht beugen, und so trat es am 15. November zurück, ja, es war sogar die Nachricht verbreitet, auch der Regent Nasr ul Mulk wolle abdanken.

Dazu ist es nun freilich bisher nicht gekommen, da Rußland und Persien die Vermittelung Englands annah­men, d. h. Persien klein beigab, indem es die Zurückziehung der Gendarmerie von besagtem Landgut verfugte und sich bereit erklärte, Rußland um'Entschuldigung zu bitten. Desto mehr Schwierigkeiten machte aber die Bildung eines neuen Kabinetts. Da erklärte Rußland gestern plötzlich in Form eines neuen Ultimatums, in dem es die Beschwerden gegen Shuster wiederholt und dazu noch neue gegen den belgischen Finanzbcirat Lecoffre vorbringt, daß es die Absetzung dieser beiden Finanzratge­ber verlangen müsse, wofern es den Vormarsch seiner in Persien stehenden, inzwischen auf 6000 Mann angcwachse nen Truppen einstellen solle. Auch müsse sich die persische Regierung verpflichten, ohne vorherige Einwilligung der russischen und englischen Gesandtschaft in Teheran keine Fremden in ihre Dienste zu nehmen und die Kosten der russischen Expedition nach Persien zu tragen.

Eine solche Anmaßung schlug natürlich, zumal der per­sischen Regierung hier ebenfalls nur eine Bedenkzeit von 48 Söunden gegeben war, selbst dem Faß der orientalischen Geduld der Perser den Boden aus. Man sah jetzt mit aller Deutlichkeit, welche Pläne Rußland Persien gegenüber verfolgt. Standen bisher die Demokraten jeder Kabinettsbildung durch Samsam es Saltaneh ableh­nend gegenüber, weil sie Machenschaften der von ihm in Aussicht genommenen Kabinettsmitglicder mit dem ehe­maligen Schah befürchteten, so fand das Ultimatum das Medschlis einig, das Kabinett Samsam kann unter kleinen Abänderungen zustande und wurde vom Parlament auch anerkannt. Ob dieses neue Kabinett Rußland gegenüber die nötige Kraft besitzt, das russische Ultimatum zurückzu­weisen, will uns sehr fraglich erscheinen. Denn der persische Löwe vermag weder dem russischen Bären, noch dem in seinem Gefolge einherziehenden britischen Leoparden irgendwelchen ernstlichen Widerstand entgegenzusetzen. Ob eine der Mächte einschreiten wird, um die Zerstückelung Persiens zu verhüten? Wir glauben es kaum, nachdem sogar Deutschland, wie es heißt, seine Zustimmung zu dem Vor­gehen Rußlands in Persien gegeben hat, um die Ergebnisse des Potsdamer Abkommens nicht in Frage zu stellen.

Ob das klug lvar, mag dahingestellt bleiben. Der deutsche Handel mit Persien ist zwar sehr unbedeutend, sein Anteil b^iffert sich in der Ausfuhr nach Deutschland nur auf 2 Prozent, in der Einfuhr nach Persien nur auf ein­halb Prozent, aber wir wollten doch durch das Eisenbahn- abkommen mit Rußland in Nordpecsien, durch die Stich- bahn zur Bagdadbahn unfern wirtschaftlichen Einfluß in Persien heben, und wenn erst England Südpersien, Rußland Nordperfien, was ja der Zweck der ganzen Hebung war, eingesteckt hat, wird man Deutschland dann nicht die Tür vor der Nase zuschlagen? Denn der Protest der Union wegen der Behandlung ihres Staatsangehörigen Shuster durch Rußland wird Persien herzlich wenig nützen. Es mag unter den Knutenhieben Rußlands zucken, wie es will, es mag im Lande der Großkönige zu weiteren inneren Un­ruhen kommen sein letztes Stündlein ist wohl nicht mehr fern.

Unnachgiebigkeit Russlands.

Köln, 1. Dez. DieKöln. Ztg." meldet aus Teheran vom 30. dLovember: Rußland verwei­gerte eine Verlängerung der Frist für Be­antwortung des Ultimatums. Im -Garten des Parlaments hatte sich eine große Volksmenge ver­sammelt, die gegen das russische Verlangen Einspruch er­hob und viele aufgeregten Reden hielt, die auf das Schlag­wortFreiheit ober Tod" hinausliefen. Ein Abgeordneter mahnte, ruhig zu bleiben und bis morgen zu warten. Darauf ging die Menge ruhig auseinander. Das Parla­ment und das Kabinett hielten geheime Dauersitzungen ab und telegraphierten fleißig an die Provinzen. W e der Korrespondent derKölnischen Zeitung" erfährt, wird ver­sucht werden, Shuster zu halten, wenn auch mit beschränkten Vollmachten.

Dasselbe Blatt meldet aus Teheran vom 1. Dezem­ber : Soeben wurde ein Attentatsversuch gegen A l a edDaul eh gemacht. Es ist nicht zu erfahren, ob er selbst getroffen ist oder irrtümlich sein Sachwalter, der in seinem Wagen saß.

Der Beschluß des persischen Parlaments.

London, 1. Dez. DieTimes" melden ans Tehe­ran : Das Medschlis lehnte einstimmig ab, dem russischen Ultimatum zu entsprechen.

London, 1. Dez. Das Reuterbureau meldet durch Telegramme, die es von der persischen Regierung erhalten hat, daß das russische Ultimatum die Forderung einer sofortigen Regelung sämtlicher zwischen den Mächten schwebender Fragen enthalte. Die persische Regierung habe ote guten Dienste der britischen Regierung erbeten zu dem Zwecke, daß die Zeit für die Antwort auf das Ultimatum verlängert werde, oder wenigstens Rußland veranlaßt werde, sein weiteres Vorgehen für ein paar Tage einzustellen, so daß das persische Kabinett die Frage in Erwägirng ziehen könne.

Teheran, 1. Dez. Sir Edward Grey hat die eng­lische Gesandtschaft telegraphisch angewiesen, der persischen Regierung dringend anzuraten, die russischen Forderungen zu erfüllen.

Teheran, 1. Dez. Der Petersburger Telegravhen- Aaentur zufolge ist infolge der Ablehnung des russischen Ultimatums durch oas Medschlis der Mtnisterdes Aeu- ßern zurückgetreten.

Der Vormarsch der Russen.

Petersburg, 1. Dez. Das Ministerium in Teheran teilte heute mittag der russischen Gesandtschaft mit, daß das Medschlis die russischen Forderungen abgelehnt hat. Die russische Regierung erteilte infolgedessen der in Rescht zusammengezogenen Truppenabteilung ben Befehl, nach Teheran vorzurücken.

Berlin, 2. Dez. Der BerlinerLokalanz." meldet aus Teheran: 250 russische Soldaten sind in Kaswin eingeh-offen. Kaswin, das an der Straße Resolt- Deheran liegt, ist nur 150 Kilometer von Teheran en tf ernt

Mordanfchläge in Te eran.

Teheran, 1. Dez. Der frühere Gouverneur von Fars Ala ed Dauleh, der heute früh beim Verlassen seines Hauses ermordet wurde, stand im Verdacht, mit Sepahdar im geheimen Einverständnis zu sein, um die Rückkehr des. früheren Schahs zu ermöglichen. Der Mord

wurde heute vormittag um 10 Uhr durch drei Männer ver­übt, die mehrere Schüsse abgaben.

Teheran, 1. Dez. Der Exgroßwesir M u s ch i r- es-Saltaneh wurde, während er auf der Straße vor­überfuhr, von einer Fidaigruppe überfallen und leichtverwundet.

Teheran, 1. Dez. Msir-ed-Dauleh, der seiner­zeit die Einführung des konstitutionellen Regims bekämpft ijatte, ist ermordet worden.

Eine Vorstellung der Vereinigten Staaten.

Neu York, 1. Dez. WieNeuyork Herald" aus Washington meldet, hat das Staatsdepartement zufolge von Rachrichten, nach denen das LebendespersischenGe- n er a l f ch a tz m e ist e r s Shuster bedroht sei, be- chlossen, bei Rußland Vorstellungen hinsichtlich des Schutzes Shusters als amerikanischer Bürger zu machen.

Der Nachfolger öes Herrn v. Lindequist.

Berlin, 2. Dez. DieTägl. Rundsch." schreibt: Wie mit Bestimmtheit verlautet, ist die Entscheidung über die Rachfolge des Herrn v. Lindequist gestern gefallen.. Der bisherige Gouverneur von Oftafrika Dr. Frhr. Albrecht von Rechenberg soll zum Staatssekretär des Reichskolonial­amts und an seine Stelle Dr. Sols zum Gouverneur von Ostafrika ernannt werden.

Deutsches Nerch.

Der Vorstand des Reichstags setzte den Arbeits­plan für die nächsten Tage folgendermaßen fest: Voraus­gesetzt, daß die Privatbeamtenversicherungsvorlage morgen erledigt wird, würden auf der Tagesordnung am Montag die dritte Lesung von Rechnungsfachen gesetzt wer­den. Die Marokkvfache würde am Dienstag juir Ver­handlung kommen, der Schluß des Reichstages am Mittwoch spätestens zu erwarten sein.

Im Reichstag wurde am Freitag abend die Nachricht verbreitet, der Reichskanzler habe in den letzten Tagen mit verschiedenen Parteiführern Besprechungen über die kommende Marokkoaussprache gepflogen. Di Reden sollen allem Anschein nach kurz fein. Das Zen­trum sei bereit, durch Freiherrn von Hertling nur eine kurze Erklärung ab zu geb en. Die Reichspartei werde sich am Samstag darüber schlüssig werden, wie sie sich bei den -Marolkoverhandlungen verhalten soll, und die National- liberalen wollen dies am Montag tun. Von verschiedenen Seiten wird die Nachricht verbreitet, daß der Reichskanz­ler nicht das Wort ergreifen wird und dies dem Staats­sekretär des Auswärtigen zu überlassen gedenkt.

Der Bundesrat überwies die Entwürfe der Kaiser­lichen Verordnungen betreffend 1. den Geschäftsgang und das Verfahren des Reichsverficherungsamtes, 2. die Ge­bühren der Rechtsanwälte im Verfahren vor Sicherheits behörden den zuständigen Ausschüssen. Der Vorlage be­treffend die Aenderung der Anlage b zur Eifenbahnver­kehrsordnung wurde zugestimmt. Dem Kriegerverein in Windhuk und dem Männerturnverein in Swukvpmund wurde Rechtsfähigkeit verliehen.

Unterstaatssekretär im Reichspostamt, Franck, wurde seine Versetzung in ben Ruhe staub bewilligt unb ihm der Charakter als wirtticher Geheimer Rat mit dem Präbi- kat Exzellenz verliehen. Der Dttektor im Reichspostamt, Grunzow, wurde zum Unterstaatssekretär im Reichs­postamt ernannt.

Zur 2. Beratung des Versicherungsgesetzes fürAnge stellte beantragt die slortschrittliche Volkcpartei bes Reichstags in einer Entschließung, den Reichskanzler Alt ersuchen, beim Erlasse der Wahlordnung auf Grund oer Paragraphen 111, 135, 150, 162, 165 des Verficherungs- gesetzes für Angestellte tunlichst die geheime Abstim­mung und die Sicherung des Wahlgeheimnisfes anzu­ordnen.

Der Berliner Magistrat beschloß, allen ver­heirateten, in städtischen Diensten stehenden Personen, deren Verdienst zweitausend Mark nicht übersteigt, eine einmalige Teuerungszulage von vierzig Mark zu gewähren. Es kommen 12 500 Personen in Betracht, so daß etwa eine halbe Million Mark erforderlich sind. Der Stadtver­ordnetenversammlung geht unverzüglich die entsprechende Vorlage zu.

Der OldenburgischeLandLag bewilligte 700 000 Mark zu Kolonisierungszwecken sowie 4 365 000 Mk. zu Bahn­umbau- und Betriebszwecken. Ferner genehmigte er ein selbständiges Oberversicherungsamt. Bei der Präsidenten­wahl wählte er endgültig den Abgeordneten Schroeder zum Vorsitzenben und Tanzen-Stollham zum Stellvertreter.

Ausland.

Der ungarische Unterrichtsminifter Graf Zichh unterbreitete den gesetzgebenden Körperschaften eine Vorlage be­treffend die Gründung von Universitäten in Preß­burg und D e b r e c z i n. In Preßburg wird eine medizinische, eine juristische und eine mathematisch-naturwissenschaftliche Fa- kultat, in Debreczin eine reformierte theologische, juristisch und philosophisch-philologische Fakultät errichtet. Außer den von den betreffenden Städten gewidmeten Fonds roerben vorerst für zehn Jahre jährlich zwei Millionen Kronen für die neuen Universi­täten in das Budget eingestellt.

Aus Kopenhagen wird gemeldet: Infolge vorgekoin- mener Fälle von Maul- Und Klauenseuche verbot heute das Land Wirtschaftsmini st erium jegliche Ausfuhr von Klauentieren aus Seeland, Fuenen, Laa- land, Falster, Langeland und Aeroe sowohl nach ben noch nicht gesperrten Teilen Dänemarks wie nach dem Auslande.

Die schwedische Regierung beschloß, vier Ausschüsse zu ernennen, um über die finanzielle Leisi ungsfähig- keit des Landes unb einem ihr angepaßten wirksamen Landesverteidigungsplan zu beraten.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 2. Dezember 1911.

Advent.

Am ersten Adventssonntage wird in den christlichen Kirchen das Evangelium vom Einzuge Jesu in Jerusalem verlesen, und die Prediger variieren je nach ihrer und ihrer Gemeinden Eigenart das Thema: Siehe, dein König kommt zu dir. Die feiernde Gemeinde versetzt sich an diesem Tage in die Stimmung, die einst die Suchenden unter dem Menschengeschlechte in der Zeit, die dem Kommen Jesu unmittelbar oorausging, erfüllte. Alte Provhetenworte, Worte voll von Kraft und Trost werden lebendig. Die Zukunftshoffnung des unter die Zwingherrfchaft der Römer gebeugten jüdischen Volkes, die Hoffnung auf einen König, der fein Volk zum Siege führt, wacht wieder auf. Man redet auch von den Gottsuchern unter den ernsten Heiden, die von ihrer Kultur völlig unbefriedigt waren unb ihre heitere Götterwelt in Trümmer zerfallen sahen, und man matt aus, wie in diese ab sterb ende, kleinmütige und ideal­

lose Welt hinein Jesus kam und sie mit Geist, Kraft, Trost unb Leben erfüllte. Aber die Christenheit freut sich in der Abventszeit auch des gegenwärtigen Heils, gewiß baß Jesus auch in unsere unruhige Weltmit ihren tausend Plagen unb großen Jammerslast" Kräfte des ewigen Lebens einfließen läßt. Darum sttmntt sie in dieser Zett frohe Iubellieder an. Unsere Adventslieder sind voll von wunder­barer, gottinniger (Stimmung. Wenn man auf sich wirten läßt, was Paul Gerhardt, Benjamin Schmolck unb Friedrich Rückert zum Preise des einziehenden Messias gesungen, jaben, so glaubt man in eine Sommerlandschaft hinaus­zuschauen, ui eine Landschaft mit blauen Bergen, wogenden Kornfeldern und weißen Wolken am Himmel.

Es hat im Verlauf der Geschichte, besonders im Ver­lauf des letzten Jahrhunderts, oft genug den Anschein ge­habt, als ob Jesus abgetan sei und in der Geschichte nur noch als eine Größe der Vergangenheit weiter lebe. Der Religion, die von ihm ihren Ursprung genommen hat, hat man häufig in aller Form den Todesschein ausgestellt. Gerade vor 100 Jahren war die Paulskirche in Frankfurt am Main baufällig. Ein hoher Beamter wurde um ein Gutachten über die Reparatur angegangen; er faßte sich urz und sagte, eine Reparatur fei nicht nötig; denn es jerrfefje ein solcher Widerwille gegen das Christentum, daß Die Menschen ben Gottesdienst überhaupt nicht mehr be­suchen wollten. Vor vier und fünf Jahrzehnten wollte ich der Materialismus an die Stelle der geoffenbarten Religion setzen, unb in unseren Tagen macht ber Monismus Den Versuch, dem Christentum die Palme streitig zu machen.

Auch die Anhänger dieser Bewegungen werden zugeben, daß ihre Bestrebungen keinen sonderlichen Erfolg haben. Weder ist das Christentum tot in unserer Zeit, noch ist die christliche Kirche ihrem Untergänge nahe. Die Gottesdienste .int) in Stadt und Land noch immer weit besser besucht als Versammlungen irgendwelcher Art. Jesus ist auch unter uns eine lebendige, erfahrbare Wirklichkeit. Alle Bücher veralten. Wer liest heute noch Klopstock ober Jean Paul- Tas Neue Testament bagegen, das von Jesus redet, ist ein Gegenwartsbuch ohnegleichen; es bringt benHerrn der Herrlichkeit", wie ein Abventslied sagt, allen, bie nach ihm suchen, nahe. Die Traurigen hören ihn trösten: meine nicht! Den Sorgenvollen ruft er zu: Sorget nicht für den andern Morgen! Die Stolzen trifft fein Wort: Wer sich .elbst erhöhet, der wird erniedrigt werden. Die Mütter freuen sich, daß er die Kinder gesegnet hat. Unendlich viele, Die leiden, seufzen, sterben, fassen Mut, wenn sie aus- ichauen zu seinem Kreuze, und die Adventsgemeinde singt frohbewegt, während der Orgelton die weite Halle des Gotteshauses durchzieht: Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es tann und weiß. H. B.

** Tages ka lende r. Stadttheater. Sonntag nach­mittag 3ho Uhr: Meyers, abends 7H» Uhr: Polnische Wirtschaft.

Militärkonzert auf ber Liehigshöhe. Sonntag nach­mittag 41/2 Uhr.

Kolosseum: Täglich Vorstellung. Kinematograph: Täglich Vorstellung. Biograph: Täglich Vorstellung.

Anlagemusik vormittags 111/2 Uhr nt der Süd-Anlage <bei gutem Wetter). Spielplan: 1.Menuett", von I. Pa- derewski: 2- Ouvertüre zur Operette:Das Modell", ton Fr .v. Suppä; 3, Fantasie aus ber OperStradella", von Fr. 0. Flotow: 4. a) Gieß'ner M.-T.-V.-Marsch (neu), von WM Söbcr; b) Deutscher Techniker-Verband - Marsch (neu), von N. Dietrich-Gießen.

:*/

** In stiz Person alien. Der Großherzog hat den Amts­richter bei dem Amtsgericht Gießen Amtsgerichtsrat Adolf Strack zum Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Vilbel Amtsgerichts rat Heim. M ü l le r zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Gießen, bei Gerichtsassessor Karl Schnittspahn aus Bad-Nauheim zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Vilbel und den Gcricktsassesstr Phil. Weidemann aus Mainz zum Landgerichtssekretar bei dem Landgericht der Provinz Oberhäfen ernannt.

** Exlibris-Ausstellung. Die neben wissens schaftlichen Zwecken auf den weiten Kreis der Kunstfreunde berechnete ständige Ausstellung der Universitäts­bibliothek von interessanten Werken ber Buchkunst aus ihrem Besitz ist jetzt durch eine gewählte Sammlung von Büchern mit Exlibris bereichert worben. Diese eigen­artigen Erzeugnisse der graphischen Kunst, Blätter meist Heinen Formates unb aufejeftebt auf bie Innenseite des Einbanbes, sollen in gefälliger Form den Eigentümer des Buches bezeichnen (aus ber Büchersammlung") durch eine Inschrift, ein Wappen ober eine bildliche Darstellung. An­statt der im Mittelalter gebräuchlichen handschriftlichen Ein­tragung des Namens zuerst in Deutschland im 15. Jahr­hundert entstanden!und durch die großen. Maler-lund Kupfer­stecher ber Folgezeit kunstvoll ausgestaltet, haben diese Bibliothekzeichen eine kirnst- und kulturgeschichtliche Bedeu­tung und finb ebenso wichtig für bie Entwicklung der Ornamentik unb Heraldik wie bezeichnend für biie Geschmacks­richtung der verschiedenen Zeiten. Nach ber künstlerischen Glanzperiobe im 16. Jahrhundert erlebte bie Exlibrissitte eine schöne Nachblüte im 18. Jahrhundert, geriet bann aber fast ganz in Vergessenheit, bis sie in den jüngsten Jahrzehnten zu neuem Leben erwacht ist. Das in ber hiesigen Ausstellung nach historischen Gesichtspunkten aus- gewählte unb übersichtlich angeorbnete Material umfaßt vorwiegenb beutsche Kupferstichblätter vom 16. Jahrhundert an; bie meisten und 'schönsten sind zierliche Barockzeicht- nungen des 18. Jahrhunderts. Unter den adligen Wappen- Exlibris ist ein handschriftliches mit Bemalung aus Gräflich Görtz-Schlitzschem Besitz von 1620 hervorzuheben, auch bas der Mittelrheinischen Reichsritterschaftlichen Bibliothek (1762) ist besonders fein ausgeführt. Die bürgerlichen Wappen-Exlibris enthalten meist Phantasiewappen mit sym-* bolischen Darstellungen, bie zu bem Eigentümer ber Biblio­thek in Beziehung stehen, wie bie Maiblume in ben Büchern bes 1732 gestorbenen Gießener Professors I. H. May (Sohn), der seine ansehnliche Bibliothek ber Universität vermacht hat. Allegorische Darstellunaen, Ansichten bes Klosters ober von Bibliothekräumen, ibyllische Motive im Rokokostil, wie­der Laubengang auf den Exlioris des hessischen Ministers von Moser, schließen sich, oft kleine Kunstwerke, in reizvoller Mannigfaltigkeit an. Eins ber wenigen künstlerischen Ex­libris aus der kunstarmen ersten Hälfte des 19. Jahr­hunderts ist das von Ludwig Richter für ben Altertums­forscher Otto Jahn gezeichnete anmutige, vielfach reprobu- Aterte Blatt. Allerlei Proben von schönen mobernen Aus­führungen, barunter mehrere von Otto Ubbelohbe, bilden Bert Schluß der sehr dankenswerten Ausstellung. Ihr Be­such ist sehr zu empfehlen (im Erdgeschoß links); sie ist bei freiem Eintritt jeden Montag unb Donnerstag von 12 bis 1 Uhr geöffnet.

** Elsrnbahnpersonalien. Der Weichensteller im Probedienste Stepp an in Nidda bestand die Prüfung zum WelchensteUer. Die Anstelluugsfähigkcit für den mittleren

ütiiift

W

M iinö 5tC|' ; -'"Pfarrper ^erriieOe i« <Vruiiknieli der ft«*.

M Musik'Ntl ,'Kn M» LM * »scSiui«1 w lins, UIN dar, jtüicrbaiiDeremS ir [Hent tMe, um

Ä-graiittus:

] Luoerlure. M

Uiioiu

irgeiraflen vomßoit Lie, Mngms m ( llauS.TieFolru SipioDie, Mdtmam Miiicriänger weder U. Cornel i Wn, jt biorenlliier 1W

* Kunstver- U teilweise Still, feilung statt. fing unb Interesse Stellung empsoyl tcehr lange zu sch Mich, mit Ausn Löenb bei Steinac Mhle im Wiesent V Eschwege-Weunai 1 PllMarlsruhe,

** Stadtthea , Migl. Sachs. Vchch | JenuKn LienStag bür p 1Ahne unb Well lligeheiw iDÜroigt, w tan Spiel in leinet all seine wechselnden ii einem Worte

MrrckES in ihrem fachen, in ! in ihrer ganzen am A unb HesiMkunsl, n | aber die Matur jut. toij abroägentoi #1 | v^chtungsgaoeMese j Nti ÄrMW unter I M Grazien fit schot "Glosse , 4M bei Hiebet recht führen bres w allem mit bem h wenn ihre Porst! ie DireltorLhmnnb ; Miesen hat. Man suantenwar, macht : Wetten, Tamburine WH Blankenbui Hrament unb GM ta. Winkler- N Öamib, führte e S Wr, bas A $ andere erregte , Ja S ^aberkünftltt Manna Fleves «m mancherlei Kos ^eitEt

Ü ?ren

.. °JrQJenbem Wj.

'S 6dl0

hta 18 ü""'ic kt 111 8är6tl *

te