konzerte großen Wert legt. Da kaum ein Zweifel darüber bestand, daß die militärische Behörde die Wünsche der Einwohner nach Möglichkeit berücksichtigt, sind wir nun auch in dieser Angelegenheit mit dem Herrn Oberst in Verbindung getreten. Auf unsere Anfrage teilt er uns mit, daß die Promenadenkonzerte durch kein Verbot betroffen worden find. Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, wird am 13. August ein Promenadenkonzert stattfinden. Nach den Herbstübungen, zu welcher Zeit die Kapelle des Regiments an den Sonntag- Vormittagen nicht so stark von Vereinen ic. begehrt wird wie im Sommer, werden die Promrnadenkonzerte wahrscheinlich regelmäßiger stattfinden können.
"Ein alter hessischer Volksschullehrer, Kantor Adam Becker, der in Kürze in seinem Wohnorte Kappel sein goldenes Dienst- und Berufsjubiläum zu feiern gedachte, ist im Alter von 70 Jahren gestorben.
Landkreis Gießen.
A Klein-Linden, 1. August. Auf Dem Felde starb heute vormittag die 29 Jahre alte Ehefrau de§ Landwirts Anton Schäfer. Die Frau, welche in gesegneten Umständen war, hatte einen Herzschlag erlitten.
+ Großen-Linden, 1. August. (Volksbad.) Im Monat Juli wurden abgegeben: 261 Brause- und 170 Wannenbäder.
A Hungen, 1. Aug. Ein Feldzugsteilnehmer von 1848/49 ist in Utphe im Alter von 84 Jahren gestorben. Joh. Georg Feuerbach war der älteste Einwohner des Dorfes. Er hatte^im 1. Hessischen Infanterie-Regiment, jetzt 115er, den badischen Feldzug mitgemacht.
Kreis Lauterbach.
~ Dirlammen, 1. Aug. Mit welch unredlichen Mitteln manchmal Geschäftsreisende beim Aufsuchen von Bestellungen das Publikum zu täuschen suchen, zeigt nachstehender Fall. Vor einiger Zeit erschien ein Reisender einer Berliner Buchhandlung auf der hiesigen Bürger- meisterei und suchte Bestellung auf da§ Werk „Die Befreiungskriege" nach mit der Angabe, die Kreisschiilbehörde wünsche die Anschaffung dieses Werks für die Schule und er müsse dem Kreisschulinspektor die Ortschaften, die das Werk bestellen, namhaft machen. Auf diese Angaben hin wurde das Werk bestellt, da§ bei barer Zahlung 41 Mark, bei Ratenzahlung 45 Mark kostete. Unterdessen hatte sich jedoch der Bürgermeister, dem die Angaben des Reisenden zweifelhaft waren, bei der Kreisschulbehörde über die Wahrheit der Angaben erkundigt und es stellte sich heraus, daß diese von gar nichts wußte. Als das Werk bei der Bürgermeisterei eintraf, wurde e§ selbstredend der Absenderin wieder zur Verfügung gestellt, die, nachdem ihr mit Anzeige gedroht wurde, in wohl überlegter Weise das Werk wieder zurücknahm. Auch in anderen Orten des Vogelsberges soll der Reisende dasselbe Manöver ausgeführt haben.
Hessen-Nassau.
f) Marburg, 2. Aug. In der Ehirurgischen Klinik starb kurz nach seiner Einlieferung ein junger Bursche namens Jakob Schmidt aus Buchenau im Kreise Biedenkopf. Er war in der Nacht vom Sonntag zum Montag auf der Heimkehr von einem Feste in Elmshausen mit dem Rade eine Böschung hinuntergestürzt und dort bis zum anderen Morgen liegen geblieben.
W Wiesbaden, 1. Aug. Generaldirektor Albert, der Vorsitzende beS Aufsichtsrates der Chemischen Werke Albert, der, wie bereits mitgeteilt, am Freitag einen Ausflug nach der Roten Wand am Karersee unternommen hatte und seitdem vermißt wird, ist gestern abend an der Noten Wand tot aufgefunden worden. Er ist durch Absturz verunglückt.
<B(?rid)tsfaaL
Düs Urteil gegen Oberstleutnant Stritzl.
München, 1. Aug. In der bekannten Inseraten-, Sch acherange legen h eit, über die wir wiederholt berichtet haben, wurde heute das Urteil gesprochen. Der angeklagte Oberstleutnant Stritzl wurde zu fünf Monaten Gefäng-
Labbe im „Journal des Döbats" gibt darüber Auskunft. Man trinkt aus zwei Gründen: erstens um das Durstgefühl, das bie Nerven in der Kehle erregen, zu beschwichtigen, zweitens um btc Wasseraufnahme und -abgabe und das Schwitzen, das Kühlung hervorruft, zu regeln.
Der Hauptstock, auf den es dabei ankommt, ist natürlich das Wasser, und alles andere, was man im Getränk zu sich nimmt, dient als bloße Beigabe. Die Frage nach dem Was kann also vorläufig mit dem Worte Wasser beantwortet werden. Das wieviel ist eine Frage, die nicht ganz leicht zu entscheiden ist, denn sie ist je nach dem Klima, in dem man lebt, nach der Nahrungsweise, die man befolgt, nach der Jahreszeit und nach dem körperlichen Zustande, besonders nach der Arbeitsfähigkeit der Haut, verschieden zu beantworten. Einen ziemlich unzuverlässigen Maßstab, dafür, ob man die richtige Flüssigkeitsmenge zu sich genommen hat, gibt die Durstempfindung, einen weniger guten das Schwitzen, denn das ist von der Beschaffenheit der äußeren Luft mit abhängig. Die Wasserausscheidung durch den Harn, die beim Durchschnittsmenschen etwa 1500 ccm täglich betragen soll, ist auch fein durchaus zuverlässiges Maß, weil die Haut bei trockener Luft den Nieren einen großen Teil ihrer Arbeit abnehmen kann, besonders bei körperlicher Bewegung. Die Aerzte geben gewöhnlich an, daß der Mensch am Tage gegen 21/» Liter Wasser auf- nehmen müsse, nm die Zusammensetzung seines Körpers und die iL-alzausscheidung im Gleichgewicht zu erhalten. Diese Wasser- menae läßt sich aber nicht nachmessen, weil ja sehr viel davon nicht als Getränk, sondern in den Nahrungsmitteln dem Körper zugesührt wird. Je nachdem man Pflanzen- oder Fleischkost bevorzugt, braucht der Körper auch wenig oder viel Wasser. Das natürlichste Getränk ist reines Wasser. Dieses muß verschiedene Eigenschaften haben: es muß gewisse Salze im aufgelösten Zustande, ebenso Gase enthalten. Destilliertes Wasser ist als Gerank ungeeignet, weil es von diesen Stoffen zu wenig, ebenso das Meerwaster, weil es zu viel davon enthält. Unter den Gafen ist es der Sauerstoff, der am schwersten beim Trinkwasser zu vermissen ist. Wasser, das durch Kochen keimfrei gemacht worden ist, hat deswegen einen faden Geschmack. Trotzdem ist das Tri n- k e n gekochten Wassers im Sommer zu empfehlen, weil es keine Krankheitserreger enthalten kann. Den frischen Geschmack erhalt es wieder, wenn man es lange genug an der Luft stehen lagt. Das; Trinkwasser klar-und geruchlos sein muß, braucht nicht werter ausgesucht zu werden. Aussehen, Geruch und Geschmack sind bereits drei gute Kennzeichen für die Güte des Trinkwassers. Um es als brauchbar gelten zu lassen, muß man jedoch seine Herkunft kennen, denn das Auge ist nicht im Stande, manche schid- lrche Beunengungen, besonders Keime, zu erkennen. Wasser, über dessen Herkunft man un Zweifel ist, macht man trinkbar, indem! man es sterilMert, was durch Aufkochen, durch Filtern ober durch einige chemische Verfahren erreicht wird. Wer reines Wasser nicht mag, findet vielleicht mehr Geschmack an dem Wasser, was die 'Jlatur selbst mit wohlschmeckenden Stoffen versetzt hat, an den Mineralwässern, die verschiedene Salze in gtz-
n i s und zur Ausstoßung ausdem Heere verurteilt, nachdem der Vertreter der Anklage 1 Jahr 6 Monate und 15 Tage Gefängnis, 3 Jahre Ehrverlust und Ausstoßung aus dem Heere beantragt hatte. Die Urteilsbegründung hebt hervor, daß es dem Angeklagten nicht ein einziges Mal gelungen ist, einer Person eine Stellung zu verschaffen, wie er es m ben Inseraten versprochen hatte. Gleichzeitig wurde betont, daß er des Betruges und Betrugversuches in mehreren Fällen für schuldig befunden sei. Man nahm ferner an, daß der Oberstleutnant im Verein mit dem durch Selbstmord geendeten Agenten Hahn die Inserate abgefaßt, mindestens aber ihren genauen Text ge- tannt habe. ______
Arbeiterbewegung.
Aus st ands-Un ruhen in Mexiko.
El Oro (Mexiko), 1. Aug. Die Truppen eröffneten au aus ständige Bergarbeiter der Esperanza-Mine, welche Gefangene aus dem Gefängnis befreiten, ein Feuer und töteten neun Personen und verwundeten 32. Die Arbeiter der Mexikomine stellten gestern die Arbeit ein. Man erwartet, daß die Arbeiter der El Oro-Mine heute ihrem Beispiel folgen. Die Arbeiter fordern die Erhöhung der Lohnsätze. Bisher sind 4000Arbeiter ausständig. Die Fremden sandten ihre Frauen mit der Bahn nach Mexiko-City. Die genannten Minen 6efinben sich hauptsächlich im Besitz von Engländern und Amerckanern.
Halle a. d. S., 1. Aua. Vor der Portlandzement- fabrik Salle in Granau bei Halle sammelten sich um Mitternacht etwa 300 ausständige Arbeiter, bombardiertet die Fabrik mit Steinen und schossen mit Revolvern au die Gebäude, wo Arbeitswillige wohnen. Die Hallenser Schubmannschaft stellte die Ruhe wieder her.
London, 1. Aug. 4 000 Hafenarbeiter und 1500 Kohlenträger auf der Themse sind in den Aus- st an d getreten. Die toon dem Ausstand betroffenen Firmen beherrschen tatsächlich die gesamte Schiffskohlenindustrie der Themse und umfassen fast alle ersten Schiffsfirmen. Die Arbeiter weigern sich, die Arbeit aufzunehmen, bis die Arbeitgeber die Gewähr leisten, daß sie das am Donnerstag erzielte Abkommen einhalten werden.
Cin großer brand in der Lüneburger Heide.
Lüneburg, 1. Aug. Seit Dienstag früh wütet um G i f k e n d o r s, Vastorf und Wendisch-Evern ein gewaltiger Heide- und Waldbrand. Das Dors Wendisch- Evern ist ernstlich bedroht. Es sind bereits umfangreiche Strecken an Wald unb Heide abgebrannt. Seit Dienstag morgen sind drei Est'adrons Dragoner und die Feuerwehren der Umgebung zur Hilfeleistung am Brandplatze. Nachmittags rückte ein großer Teil der Lüneburger Feuerwehr zur Loschhilfe nach Wendisch-Evern ab. Es erscheint nicht ausgeschlossen, daß der Brand auf Deutsch-Evern übergreijt. Es besteht feine Aussicht, daß dem Brande bald Einhalt getan wird.
Das „Berliner Tageblatt" vom 2. August meldet noch aus Hamburg: Die Brände in der Lüneburger Heide dauern noch an. In Jtzenbühl wurden vier Bauernhöfe durch Brand vernichtet. In S t e l l h o r n wurden insgesamt 10 Gehöfte in Asche gelegt. Bei Hipstedt brennt ein großer,Waldkomplex. Bei Hude sind 100 Hektar Heide und Tannenwald niedergebrannt. Der riesige Heide- und Moorbrand, der vor einigen Tagen bei Tornesch ausge- brochen ist, dauert immer noch an und breitet sich mit großer Schnelligkeit weiter aus. Die Einwohner sämtlicher umliegenden Ortschaften sind an der Brandstätte tätig. Die in der Heide einsam gelegenen Häuser brennen gleichfalls nieder. In Heidgraben steht seit einigen Tagen ein Moor in Flammen. Aehnliche Brände wüten in der Nähe der Schanze bei Heide. Ferner brennt das Börner Gehölz. Das Feuer in Uelzen wurde heute nachmittag 4 Uhr mit Hilfe von drei Eskadrons Dragoner gelöscht. Der Regierungspräsident selbst ist an der Brandstätte und leitet die Löschaktion. Bei Brahmsfeld ist eine Schonung von 100000 Tannenbäumen niedergebrannt.
vermischte».
* Ein eigenartiges Gesuch an den Kaiser unterliegt gegenwärtig der Begutachtung durch das Kaiserliche Zivilkabinett. Der Bureauvvrsteher Harms in Steglitz hatte kürzlich •auf dem Tegeler Schießplätze eine Granate gefunden, die dort etwa 45 Jahre in der Erde gelegen haben muß, da sie einem Modell aus der Mitte der Sechziger Jahre entspricht. Das ringen Beimischungen und mehr oder weniger Kohlensäure enthalten. Die natürlichen Mineralwässer sind den künstlich her- gestellten natürlich vorzuziehen. Es gibt aber auch Leute, denen sowohl reines Wasser wie Mineralwässer nicht recht munden wollen. Für diese gibt es eine ganze Reihe von Getränken, die während des Sommers durchaus nicht zu verwerfen sind. Unter den gegorenen Getränken erfreuen sich Wein, Fruchtweine und Bier großer Beliebtheit, da sie angenehm schmecken und außerdem eine anregende Wirkung ausüben. Wein ist als erfrischendes Getränk im Sommer in größeren Mengen .nicht zu empfehlen, dagegen eignet er sich vorzüglich als Zusatz zum Wasser, dessen Geichmack er erheblich verbessert, weil er gleichzeitig Keime abtöten kann. Auch das, Bier, das nur einen geringen Alkoholgehalt hat, ist als Sommergetränk zu billigen: manche Obstweine, z. B. Apfelwein, enthalten dagegen manchmal mehr Alkohol, als man darin vermutet. Stark alkoholische Getränke, Branntwein, Rum, Kögnak und Liköre sind als Sommergetränke zu verwerfen, dagegen können sie als Zusätze zur Geschmacksverbesser«ng des Wassers durchaus verwendet werden, wenn die Verdünnung weit genug getrieben wird. Der Pariser Arzt will unter dieser Bedingung sogar den sonst nervenKerrüttenden Absinth gelten lassen. Es gibt noch eine ganze Reche Arten, den Geschmack des Wassers zu verbessern. Bei uns verwendet man dazu hauptsächlich gezuckerte Fruchtsäfte. In Frankreich kennt man außer den Limonaden auch s i r u p a r t i g e Getränke, die aus zerguetsch- ten Früchten und Wasser bereitet werden': besonders beliebt sind säuerliche Früchte, außer Zitronen und Apfelsinen, Annanas und verschiedene Beerenfrüchte. Hat man sich ein passendes Sommer- getränf auSgewühlt, so muß matt sich die Frage vorlegen, wann es zu trinken sei. Trinken während der Mahlzeiten ist im Sommer nicht zu empfehlen, weil man sich leicht dazu verleiten läßt, dem Magen große Flüssigkeitsmengen zuzuführen und ihm so seine Arbeit erschwert. Längere Zett vor den Mahlzeiten kann man jedoch größere Flüssigkeitsmengen aufnehmen, da der Magen sich ihrer rasch entledigt, und gegen das Trinken nach der Mahlzeit ist natürlich erst recht nichts einzuwenden. Es erübrigt sich noch die Frage, in welchem Zustande, d. h. ivarm oder kalt, man Getränke zu sich nehmen soll. Die meisten Menschen entscheiden sich im Sommer für kalte Getränke, je kälter desto lieber, und wählen aus diesem Grunde häufig Eisgetränke. Hiergegen ist einzuwenden, daß häufig rohes Eis mit allerhand Verunreinigungen mitgenossen wird, zweitens aber, daß es für den Magen durchaus nicht gut ist, große Mengen eiskalter Flüssig- ketten aufnehmen zu müssen. Auch die erfrischende Wirkung, die man den eiskalten Getränken zuschreibt, ist nicht so ganz einwandfrei. Eis und eiskalte Getränke rufen im Munde und in der Kehle zunächst eine erfrischende Wirkung hervor, darauf stellt sich jedoch ent brennendes Gefühl ein und das Durstgefühl steigert sich noch, Maß zu halten, ist also auch hierbei eine gute Regel: man trinke gekühlte, aber nicht eiskalte Getränke.
Fundobjekt ist inzwischen int Spandauer Feuerwerkslaboraiorstüns' entladen und zerlegt wvrden. Der Finder hat sich in einer Bittschrift an den Kaiser als Finderlvhn die Erlaubnis erbeten, noch jetzt, obgleich er längst dem Landsturm angehort, durch Ablegung der Prüfung das Einjährig-Freiwilligen-Zeugnis zu erwerben. Gleichzeitig bat er, ihn zum ünteroNizier Der Reserve zu befördern. Es dürfte dies eine der origineUlten Bitten jein, die je an den Kaiser gerichtet wurden.
* Der Millionär als Mörder feiner ty rau._ Eine überraschende dramatische Wendung hat die sensationelle Affäre der Ermordung der jungen Millionärsgattin Airs. B e a11ie zu Richmond in Virginien genommen: Die Coroners Jury, das -toten- schaugericht, hat ben Gallen der ermordeten Frau tu Hast genommen und ein Urteil abgegeben, nach dem Mrs. Beatty während einer Automobilsahrt von ihrem Manne durch einen Gewehrschuß getötet worden ist. Der des Mordes angeklagte Millionär gehört zu den reichsten und vornehmsten Familien der Südstaaten und seit dem Tage, da er mit der jugendlichen Braut vor den Altar trat, ist kaum ein Jahr verflossen. Henry Bealtie halte nach der Rückkehr von der unheilvollen Aulomobilfahrt angegeben, daß ferne Frau während der Fahrt von einem unbekannten Mann ermordet ivorden sei, aber der Coroner brachte dieser Angabe von Anfang an berechtigte Zweifel entgegen, da eine Reihe von Indizien von vornhereiii den Mordverdacht auf den Gatten lenkten. Tas Kreuzverhör und die weiteren Nachforschungen bestätigten bann auch bie sensationelle Annahme. Es würbe erwiesen, baß Henrys Vetter, Paul Bealtie, am Samstag vor bet Tal das Gewehr unb bie Patronen gekauft unb seinem Vetter übergeben hatte. Als man ben jungen Manu verhaftete, bekam er einen hysterischen Anfall unb noch ehe bie Beamten überhaupt ben Zweck ihres Kommens erklären konulen, begann er wie irrsinnig zu rufen: .Ich habe es nicht gekauft! Ich habe es nicht gekauft!" Während des Verhöres würbe er mehrfach ohnmächtig, redete irre und schrie immer wieder: .Ich will die taulenb Dollar nicht haben, ich brauche kein Geld mehr!" Ter Mörder selbst trug bei der ganzen Untersuchung frostigen Gleichmut zur Schau. Während bie Jury auf ber Beranba bes Hauses tagte unb sich bas Automobil vor- führen ließ, rauchte er gemächlich Zigarretten unb bei ben Zeugenaussagen zeigte er nur ein hämisches Lächeln. Erst als ber Hastbefehl Detlefen würbe, ließ er seine Zigarrette auSgehen, zi'mbete sich aber nach einer kurzen Pause eine neue an, unb als er ab- geführt und in den Gefangenenwagen gebracht wurde, bat er bie Polizei, doch bei feinem Hause noch einmal vorzufahren, da er feine Guitarre ins Gefängnis mituehmen wolle. Bor der Wohnung des reichen Mörders hatte sich während ber Untersuchung eine erlegte Menschenmenge angesammelt, bie über ben Gartenzaun ben Vorgängen folgte unb bereit schien, ben gleichmütigen Henry Beattie zu lynchen. 'Rur mit großer Schwierigkeit gelang es ber Polizei, ihren Gefangenen »vohlbehalten bavon zu schaffen.
* Boshafte Unterbrechung. Arzt: „Heute ist mir ein Fall Dorgeiommen, den ich in meiner Praxis iwch nicht erlebt habe; ich werde zu einem Kranken gerufen . . — Dame (unter
brechend) : „Ja, das ist allerdings seltsam!"
* Wo wäre der Mann'? Dame (die vor einem großen Auditorium über Frauenemanzipation spricht, mit Emphase): „Wo wäre der Mann, wenn das Weib nicht wäre?" — Pause, dann mit gehobener Stimme: „Ich wiederhole: Wo wäre ber Mann, wenn das Weib nicht wäre? ..." — Stimme aus der Versammlung: „Im Paradiese!"
Kleine Tageschronik.
AüS Oggersheim (Pfalz) wird gemeldet: Der Lohnrechner Sütter von der Mechanischen Weberei zu Linden, Hilfsfabrik Oggersheim, ist mit 17 000 Mark Lohngelbern flüchtig gegangen.
In Warnemünde ereignete sich am Dienstag ein schweres Bootsunglück. Ter Gymnafialdirektor Buckhöfd aus KottbuS mit seiner Tochter, der Gvmnasial- oberlehrer Professor Dr. Mic mit Tochter und Schwägerin aus Berlin-Halensee sowie der Lehramtskandidat Dr. R e n s ch uns Berlin ließen sich von dem Ingenieur O h l e - rich «aus Warnemünde in einer Halbjolle auf See hin aus- segeln. Das kleine Boot kenterte infolge des starken, böigen Windes und alle Insassen stürzten ins Wasser. Dem in der Nähe liegenden Maschinifienanwärter Weidlich und dem Fischer Harms gelang es, mit ihren Booten vier der im Wasser Treibenden zu retten, dagegen ertranken der Ghmnasialdirektor Buckhöfd, Professor Dr. Mic und Dr. Rensch.
In München fand am Dienstag in Anwesenheit des Prinzen Franz, als Vertreter des Prinzregenten, die feierliche Eröffnung des grost. en Zoologischen Gartens statt, der den Namen Tierpark Hellabrunn führt. Der Prinzregent stiftete 25 000 Mk. für'den Tierpark.
Aus Königsberg (Pr.) wird gemeldet: Unter- schlagunaen in Höhe von 28 000 Mk. verübte der etwa 18jährige Lehrling Horstmann von der Norddeutschen Kreditanstalt in Gemeinschaft mit dem Buchhalter B o d c ck e.
In Kol in brach am Montag in einer Brauerei Feuer aus, das auf das in der Nähe gelegene Schloß Übergriff. Das Schlotztheater und die Brauerei sind abgebrannt
„Das neu erbaute Kurhaus in P urmoiit geriet am Dienstag rub 3^2_Ubr in Br and. xa4 Feuer ist wahrscheinlich durch Kurzschluß im Ma,chinenraum entstanden. Es griff mit großer Schnelligkeit um sich und zerstörte den größten Teil des Kür- wuses und der Bäder. Der Schaden ist groß. Menschenverluste sind nicht zu beklagen.
Aus Charlotte (Nordcarolina) wird berichtet: Wegen andauernder Trockenheit haben 152 Baumwollspinner- eten m Nord- und ^udcarolma den Betrieb eingestellt
Märkte.
le. Frankfurt a. M., 1. Ang. Heu- unb Stroh markt. Angefahren waren 11 Wagen Heu unb 5 Wagen Stroh. Man notierte: Heu, alles, 0,00—0,00 Mk., neues 3.50-4,00 Mk Stroh Oiornlaugltrob) 2.40-2,50 Alk., Wirrstroh 0,00-0,00 Alk Alles für 50 Kilo. Geschäft flott. Die Zufuhren waren aus bem Kreise Dieburg und Oberheffeu.
Verantwortlich für „Aus Stadt und Land" i. V.: K. N e u r a t h.
Müller'sche Badeanstalt.
Waff erwärme der Lahn a m 2. A u g u ft: 20° k.
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Niedrigste , .31.
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