Ausgabe 
1.7.1911 Viertes Blatt
 
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M. Jahrgang

viertes Blatt

Nr. (52

Erscheint tSgtich mit Ausnahme bc8 eonnfagS.

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Ucbl, ngSmarsch untcinclpiien unb unterwegs eine Hebung im Herstellen von 9?oittan3portinitlc(ii baur.t vcrbinbcn. 'lud) das Abkochen unb die Labung der. markierten Verwnnbeten :e. wirb dabei geübt roctbcn.

TieAiegener Lamilienblöttrr" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigclegt. daS Kreisblatt für ben Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Tiecandwirtschaftlichen seit- tragen" erscheinen monatlich zweimal.

Ans Stadt und Land.

Gicßcn, 1. Juli 1911.

Fericnsonvcrzügc.

sprochcn, um sic drehte sich and) die Jugend im -Lanz, wäh­rend die Alten int Schatten saften und zechten.

Ein Liebling des Volkes ist die Linde geblieben in den Städten ivie aus dein Lande, und wenn and, die alten Ge richt-- oder Fehmlinden nicht mehr als solche gelten, geranzt wird bod) ohne Zweifel noch um jo manche Linde zur Som»

mer-'ZeilUnter der blühenden Linde" mundet ganz gewiß

auch 'jeht nod) vortrefflich ein volles Glas. Zeit wird s, es

zu versuchen. FoftanncsTrojau.

rereinimntrit Ciiijier übe ruxt noch irgend melde Trupv n mir äieren. Tiefen Weg Bieter nicht gcgamv.n! Wirmn? Veil er die Wahrhe.r erfamu und ihr mutig die ehre gegeben L~; Ti- vt a ueb man viel: für Männer im öffentlidicn veben bebrütet es immerhin eins: bi: ö i * c n 111 ch c '..i e i n u ;i g wird ihnen narfnigen, dar >ic and) im Hamm der Meinungen und widcrilrcbeuter 3 nie reiten und Gemalten iidi er und klar bas ifiiipc gewahrt V tben, ro.io jedermann zur Ehre gereicht: EI» araklcr.

Tcmnächft werden die Fahrpläne für die sämtlichen auf 1 deutschen Bahnstrecken in den Monaten 3uni bis August d 3. zur Beförderung gelangenden Sonderzügc zur Aus I gäbe gelangen Auch in diesem Jahre haben die .vi/auuc;- Eiscuvahnocrwaltungcll wieder reichlich dem crholung , uchenden reisenden Pi blikum 1 ielegt vcrsd)icdcnstcn Ferienzeiten zu wesentlich ermäßigten Fahr preisen an die Lee, und) dem Rhein oder ins Gebirge zu gelangen. Nachstehend folgen die wicht ssten Feriensonder züge, die auch für viele Gießener von Interesse sein dürften. An die Lstscc werden in den Monaten 3ll*i 1,1,5 August nid)t weniger als 53 Londerzüge von Berlin, Brcs m, Dresden und Kattowitz abgelassen. Ten Verkehr nach der Nordsee vermitteln 55 Sonderzüge, die ihren Ausgang von Berlin, Halle a. 2., Hamburg, Leipzig, Magdeburg, von verschie denen größeren rheinischen stabten, von Franksnrt a. M., von Straßburg i. E., Basel, München, Stuttgart und Trcs- den nehmen Nach Thüringen und dem Harz werden 11 bzw. 18 Sonderzüge von Berlin, Bremen, Hamburg, Tauzig und Königsberg i. Pr., Köln, Düsseldorf usw. gefahren. Nad) dem Rhein (stöhn sind es deren 4, ab Berlin, s.mmburg und Straßburg i. E. Nach dem Riesen-, Iser-, Glatzer und Altvatergebirgc gelangen 23 Sonderzügc von Berlin, Brcs lau, Bromberg, Tauzig, Königsberg i. Pr. und Stettin zur Ablassung. Besonders reichhaltige und mannigfache Ge Icgcnl)cit bietet sich wiederum für Fericnreisen nach Süd­deutschland und der Schweiz. Nad) München werden 69 Sonderzüge aus Berlin und den verschiedensten Teilen Nord- und Mitteldeutschlands gefahren, woran anschließend an einigen Tagen Sonderzügc nach Kufstein und Salzburg abgehen. Nach Basel vermitteln 43 Sonderzügc den Bee lehr der Ferienrcisenden von Berlin, Bremen, Hamburg, Halle a. S., Leipzig und Rheinland-Westfalen. Nach Stutt­gart und Friedrichshafen verlehren 8 Sondcrzüge, nach der Reichshauptstadt Berlin 20 und zwar von Altona, Dresden, Wien, .Köln, Elberfeld, Tüfseldor-, Saarbrücken, von Franl surt n. M., Basel, von Straßburg i. E., Metz, von Stuttgart und von Stockholm. Schließlid) werden nod) 11. a. nad) Wien 6 Sondcrzüge von. Altona, Berlin, Breslau und Leip zig und nach der sächsischen Schweiz 7 Sonderzügc von Altona und Berlin-gefahren. Für solche, die eine Rundreise machen wollen, werden besonders die verschiedenen Aus gangspunlle der Zericnsondcrzüge eine gewisse Bedeutung haben. Alles nähere enthalten die unentgeltlich zur Bei­fügung stcheudcn, sehr eingehend ausgearbeiteten Uebcrsid) teil, die außer den Auskunttsstellerr auch sämtliche größeren Fahrkartenausgaben vorrätig halten.

** 3ohannisfest. Morgen feiert der Orts ver­einTn P 0 g r a p h i a", Gießen des Verbandes der Deut­schen Buchdrmcter das diesjährige 3 0 b a n n i s f c ft dnrd) einen A u s fing mit Muiit nach dem Hardt Wäldchen wo)elbst Gciangsvorträge des GesangvereinsGutenberg" mit Musitstücken des Gießener Orchesters (H. Weller und Kinderspielen abwed)selu.

* Die freiiu. SanitätSkoloune vom Roten Kreuz wird kommcndcn Sonntag vormittag 7 Uhr einen größeren

Redaktion, Erpedition unb Druckerei: Schuf» flroEC 7. Ervedrtion unb Verlag: e^jöol. Redaktion:eEl 12. Tel.-Adr^ AnzeigerGießen.

befreit.

** B orschristcn der >? audwerkska nun c r über den Lehrvertrag, sowie über w e i b l i d) c Lehrlinge. Bon den Beschlüssen der Vollversammlung dler Hess. Handwerkskammer verdient besondere Beachtung die neue Vorschrist, daß lüustig alle Lehrverträge im Hand werk dreifad) ^nicht wie bis,er nur doppelt« ausgeferhgr werden müssen Das dritte Ercmvlar ist, ohne hierzu erst eine Aufforderung abzuwartcn, mit der Anmeldung an die Handwerksfammcr einzureichen und verbleibt bei deren Akten. (Bisher war der Lchrhcrr zur Ginrcidmug Ieiner Lehrverträge nur dann gehalten, wenn die Handwerks, lammer ihn ausdrücklid) hierzu auffordcrtc ' Turd) diese neue Maßnahme wird eine bessere Kontrolle über den recht­zeitigen Abschluß und die inhaltliche Ridttigteu des Lehr­vertrags bezweckt Die zweite wichtige Neuerung betrifft die Einbeziehung der weiblichen Handwerkslchrlingc unter die Vorschriften der Handwerlskammer. Tic Rcichsgeiverbc ordnung macht leinen Unterschied im Geschlecht und deshalb sind an sich die weiblichen Handwerler ohne weiteres den gleichen Vorschriften unterworfen wie die männlidjcn. Wenn sich daher die Handwerkstammer bisher darauf be fchränlte, im wesentlichen nur die Vorschriften auf die männlichen Handwcrter anzuwenden, so gefdiah dies, weil in dieser Beziehung noch eine Uebergangszert bestand. ^>un mehr hat sich aber als notwendig erwiesen, die fraglichen Vorschriften in vollem Umfange and) auf die weiblichen Handwerker auszudehnen. Besonder- biu)id)ttid) der Be­stimmungen über die Befugnis zum Jilulcitcn von Lehr­lingen (ueiuer Befähigungsnachlveis), fzestseüuug der Lehr­zeit, Anmeldung bei der Handwerkskammer, vorsmriftsmaßi- ger Lehrvertrag »sw. in den Vorschriften der Handwerts tammer zur Regelung des gewerblichen Lehrliiigswcsens t|L daher zunächst ausdrücklid) bestimmt, daß sie nunmehr aud) in allen Fällen auf weibliche .Handwerker Anwendung finden. U. a. ist die Lehrzeit für weibliche Lehrlinge bei Weißnähe­rinnen, Puttmacherinncn und Damenfriseusen auf 2 3ahre, für alle übrigen Gewerbe 15. B. Damcnschiieiderinnen auf 3 3ahrc festgesetzt. Es sei ausdrücklid) bemertt, daß die Arbeitgeber weiblicher Lehrlinge gesetzlich verpflichtet sind, diese Lehrzeit einzuhalten, nicht aber nach eigenem Gut dünken eine kürzere Lehrzeit zu vereinbaren. Tie Lehr h er rinnen sind weiter verpflichtet, die Meisterprüfung ab* zulcgen, soweit sie nicht die Befugnis zum '.Tnleiten von Lehrlingen nad) Antrag amtlich weiteeverlicheu erhalten

Die Lindenblüte.

Wenn auf Rosen iidi weit unb breit Blühende Lmden niederneigen, £ schönste Beit und dock) die Zeit, Ta schon verhallt der Vöglein Reigen. Um Johanni fangen die Linden zu blühen an, im nord lichen Deutschland gewöhnlich ein paar Tage vor dem 3v hannisfest, manchmal aud) früher schon, cd jicl int Jahre 1901 der Beginn der Lindenblüte in Berlin auf den !>. i^nin. Tagegeu habe ick) für 1902 vermerkt, daß in diesem x>ahrc die Berliner Linden erst am Ende dieses Monats zu biülwti anfiuaen. Es kommt ia darauf an, ivie dec Frühlimz gewesen ist und wann die Linden ihre Blattknospen cntialtci haben. 311 den Fuhren 1882 und 1903 geschah das in Berlin schon im März, gewöhnlick; aber erscheint dort da-.- erste Lindengrün nid)t früher als uni die Mitte oder am Ende des Monats April.

Tie Lindenblüte dauert recht lange, denn es gibt zwei Arten von Linden, deren eine erst dann zu blühen anfängt, wenn die Blütezeit der andern iidi schon dem Ende zuneigi. Sommerlinde und Winterlinde heißen sie oder großblättrige und kleinblättrige Linde. Tic mit den großen Blättern l-iibe ich in einem alten Buch auch als zahme Linde bezeichne:, während die andere wilde Linde genannt wird, und das hat wohl etwas für sid), weil unsere Sommerlinde zweifellos ursprünglich nur angepflanzt bei uns vorkonnnl.

Tie Sommerlinde mit den großen Blättern ist dem Auf­sehen nad) entschieden die schönere von den beiden Arten, und auch ihr Blütcnduft doch dem stimmen nickst alle bei gilt für feiner als der ihrer Verwandten, der Winter- linde.

Tie Blüten der Linde haben nichts Prächtiges an sich. Es find," sagt der alte Hieronymus Bock von ihnen,etwa drei wohlriechende Blümlein an einem dünnen Stiel, der fick) vorne in drei Teile zerteilet, und hänget an icdem Blumenstengelein ein dünnes gelbfarbenes Blättlein als ein Heines Zünglein." Dieses gelbliche Zünglein oder Deck blättcheu fällt bei den Linden besonders vor und nad) der Blüte sehr in die.Augen, die anspruchslosen kleinen Blütcu- dolden aber spenden einen Wohlgcruch, der zu dem Wunder- ollsten gehört, was die Natur uu--- bicter Auch holen die Bienen von ihnen Wachs und Honig.

Schließ-Instituts. Zn der Zeit vom 1. März b-.s 30. Ium 1911 fanden b:c sechs Wächter während ihrer näd;llichcn Revisionen 677 offene Haustüren, von denen 588 geschloßen wurden, während bet den übrigen das schließen veranlaßt wurde. 229 offene Hof- und Gartentore 'und 42 offene Waschküchen wurden geschlossen, bei 25 offenen Läden, 81 offenen Fabriken, Werkstätten, Lagerräumen, BnreanS 113 offenen Fenstern und 5 offenen Schaukästen wurde für sofortiges Schließen Sorge getragen. 75 Schlüssel wurden m den Düren steckend gesunden und den Abonnenten sofort zurück- gegeben, ITömol brennend gebliebenes Licht gelöscht, bezw. den Abonnenten sofort gemeldet, 3 offene GaShähnc geschlossen, eine Dampfheizung vor Erplosion bcivahrt, 14ntai wurde hcimkchrendcn Personen geöffnet und 20 Abonnenten wurden jede stacht zur bcstnnmten Zeit geweckt, 9 verdäckstige Per­sonen wurden anS den Häusern entfernt und beobachtet, 8 lose Pferde wurden angebunden, und 5 Pferde, die sich in der Halfter verwickelt hatten, auS ihrer gefährlichen Lage

Nicht jedes 3ahr ist an Lindenblüten gleich ergioig, 1 eines bringt mehr und das andere weniger, und bct~ein­zelnen Lindenbäumeu kommt cs vor, daß sic um di? Som­merszeit einmal ganz blütenlos bleiben. Sic versagen ein­mal, wie das aud) sonst bei Blüten unD Fruchtbäiimen und aud) bei Menschen vorkommt.

Als ein sehr volles Lindeublütcnjahr habe idi das Fahr 1896 verwertt. Aber auch in einem solchen 3ahr, in dem die Last der Blüten die Zweige tics hcrunterzieht, har der Lindcnblütenduft nichts Aufdringliches, sondern nur etwas lieblich Anmutendes, etwasLindes", wie es dem ganzen Baum eigen ist. Manche sind ans den Gedanken gekommen, dem BanmnameuLinde" läge das Eigenschaftswortlind" zugrunde, dod) ist dem nicht so. Es gibt noch ein anderes WortLind", das Bast bedeutet, und nach diesem ist die Linde benannt. Der Lindenbast ist ja von großem putzen. Tic Gärtner braudien ihn zum Aubmdeu ihrer Garten- gewäck)se, außerdem aber laiscu sich daraus Matten und Schuhe siechten. Auch das Holz der Linde ist zu mancherlei brauchbar, das wissen die Tischler, Drechsler und Ldmitzer. ferner wird die Lindenholzkohle zu Zahnpulver verarbeitet und diente einst auch zur .Herstellung des Schießpulvers. Daraufhin sagt der oben erwähnte Gelehrte Bock, der im sechzehnten Zahrhunderr lebte, in seinem .üräuterbuch, nach dem er von der Lindenrülde als Heilmittel gesprochen hat: Aus dem Holz (der Liude- machet man die gesdmikten Bilder, die man in den Kirchen anstatt der Heiligen verehret bat. Dagegen machet man aus den Lindeniohlen den jähen Tod, nämlich das Buchsenpulver, dadurck) Land und Leute verderbt werden. Also kann man Arzcnei und Gift aus einem Gewächs bereiten."

Toch der Nutzen, den die Linde mit ihrer Rinde, ihrem Bast und ihrem Holz bringt, kommt taum in Frage, wenn von ihrem großen Wert gcsvrochen wird. Sie ist der Lieb­lingsbaum des deutschen Volkes, der diesem, kann man wohl sagen, besonders ans Herz gewachsen ist. Mit ihrer breiten Krone, ihrem kühlen Schatten spendenden Laub- bad) ist sie dcr Baum, der da nicht fehlen darr, wo Deutsche . ivohnen. Sie gehört vor das »aus, auf den Schloßhof, auf den Angxr vor dem Dorf. Unter dcr Linde kamen und ; tomnicu noch die Liebenden gern zusammen, wenn bre Nach- tigal singt.' Unter der Torflinoe wurde einst Recht gc-

Glehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gderhejjen

Nieher.

Zu den Auseinandcrsctzungcn im Hania-Bund erhalten wir folgende Zuschrift, die wir gern wicdergcben, ohne uns ober die darin vertretenen Anschauungen zu eigen zu machen:

Wer ruhig, unbeteiligt und nnpariciiiii) bic Auseinander «cßungcn int Hansabunde bcobad'irt hak, dcr fommt schon heute ;u tneicm bestimmten Urteil ? . < hat sich als ein glänzender Taktiker erwiesen. Daß der vaniabund, ,o wie er zunächst zusammengebracht war, eine dauernde Lebens sähigkeit nicht verbürgte, das war klar. Tie Interessen des Hano rocrL und des Kleinhandels insbesondere waren nie und ninimtr zu vereinigen mit den Zntercssen der Schwcr.nLufkrie, der M 0 l- lenbarvne und S ch l 0 t j n n k e r, die seit lange in gluck lichster Ehe lebten mit dem Großkapital 1 it bei Land wirtschaft. Die einen gaben den andern als zartes Angebinde die Getreidezölle, als Gegengabe luurb; ihnen aui dem Präicittür toller serviert, was man gclegenliid)Schutz der nationalen ..rb ü" nennt.

Wer mm jemals durck' dieieuigcn Gebiete Deutschlands ge

ist, ui denen diese Art national Arbeit betrieben wird, der weiß, daß Russen, Polen unb (S al i 5 i c r zu Hundert lausenden herangeholt werden, um in Den rheinisch-westfälischen Sohlen- unb Eisenwerken nicht nur der kerndeutschen Bevölicruug den Lohnkampf zu erschweren, nein, sogar mit dem ungewollten Ncbencrfolg, daß dauernd ständig uachiende polnische Enklaven Inf) bilden im Rheinland und Westfalen.

Mit jener rheinisch westfälischen Riesen Industrie das war Har mit 1 etter Industrie, für bic alles, was mit Ardens bcomguitgcn zuiammenbängt gemäß ihrer riefenhaiten Ausdehnung eine gewichtige Rolle spielt und die seit Jahren glaubt, ihre Inter cifen ausmünzen zu sollen in einem ganz besonders scharfen Scharstnachertuin, mit ihr mußte naturgemäß früher oder später bic Auseinander!ctzung kommen. Tas war klar, schon als der 5?ani'abund begründet wurde. Und als diese groBtayitalifhidh.' Industrie in den Hansabund hineinging, gleich zu Anfang, da war auch weiter klar, daß eines Tages innerhalb Dieses Bundes der Würfel fallen muhte: wer ist mächtiger, die Handvoll Industrie- Magnaten oder bic Masse mittlerer unb kleinerer Industrieller unb Gewerbetreibender bis 1 erob zum schlichten Handwerksmeister und zum Znhaber eines kleinen Ladengeschäftes Rietzers Verdienst liegt ohne Zweifel darin, daß er diese Auseinanders tzung c r z w u n g cn ! at unb zwar z u einer S tunde, als der Einfluß der Magnaten noch nicht die llebrrhand^gewonne.t Inti.* 1 * * * *, ;u einer Stunde alio, als es nod> Bcit war. ^chan heute kann man >agcn: der Erfolg hat thi" Recht gegeben, die reinliche Scheidung wie sie notwendtg war, ist vollzogen Ter Hansa b u it d hat den Ballast über B or d g e.w 0 rscn und sein Schifflein flott erhalten zu ruhiger, sröhltcher Fahrt.

Auch dadurch wird Rießers Verdienst nicht geschmälert, daß eine int Grunde ganz gleichartige Scheidung antnüpteud aiMue^ jeiben Vorgänge auch auf anderem Gebiete sich vollzog, -tenn was ift die Begründung des deutschen Bauernbundes, fein Ab- mar ick) voiu Bunde der Landwirte anders, als die zur Tat ge­wordene Erkenntnis Dom vorhandenen «vegeniatz zwischen dem Großlavital in der Landwirtschaft und zwischen bäucrhd;er Arbeit '? Gerade die Geschichte des Bundes der Landwirte hat zweirellos warnend Rießer vorgeschwebt, unb das mit Recht. Niemals untren lvir zu den Zuiiäuden m Teul'chlano gcfjmmcn, die mir heute beklagen, die abzuandern heute ein viel größerer Aunvano dlt nationaler Arbeit unb nationaler Äraft notwendig ilt, als lucnn sa on vor 15 Fahren ein Führer aufgestanden wäre, der mit Eriolg den Bauernstand hingeiric;en hätte au* seine Zuge­hörigkeit zum gewerblichen Mittelstand in Stadt und Land, aut ictnc wirtschaftliche und auch au) seine poUmche Zugehörigkeit Rießer hat >onach den Hansabund davor bewahrt, eben jene Blade su ivandelu, die der Bund der Landwirte gegangen ist. Er hat diesen Eriolg erreicht mit einem großen Au'waud von Arbeits . kraft unb Zähigkeit mit dem entfchlonenen Willen fern Jicl zu vcilolgcn und ohne das Schwergewicht eines innerlich umvaer bafteu Gemütes, das ängültd) nur bedacht bleibt au* die Erhaltung einer in seine Hand gegebenen Macht, und das auf der abfdmitgen Bal n einer schwächest uur von jenem Bestreben nad) Machtel ha 1 tung getriebenen Willcnsrichtung endlich dahin fommt, ^tüd für Stück der errungenen Stellung in Triimmer gehen zu lehen, und wenn auch nod' so wütende Zornausbrüede - ob eigener Lhu macke' die Welt im Glauben halten "Heu, als ob dimer dem

Folgen einer A n t i - S ch n n bl it e rat ur s ch a u.

Aus ber Bialz wird derFrarrkf. Ztg." geschrieben: Zu ver­

schiedenen v i ä U i i d) e it Stäbtcn veranstaltet setzt eine An­

zahl von Vereinen eine sehr instruktive Ausstellung zur

Bekänipfntrg dcr 5 d) 11 n b l i t e 1 a t u r. Em Rebirer stellt in anschaulichen Ausführungen Schundliteratur und künstlerisch wertvolle Siteratit' einander gegenüber und weist auf die Foig.n bey Lesens von Schund hin Tie Ausstellung enthalt als Belag dazu aas erforderliche Material: die bekannten Schundherte nut ihren schreienden, blutigen und grauiciierrcgcnDcn Illustrationen, ferner Tabellen, aus denen eriichtlid, in, wieviel das b tu time Volk sährlid' für den Schund ausgibt: Gerichtsurteile, die den schädlichen Einfluß der Schundliteratur dokumentieren, und gute Bücher, die den Schund verdrängen können. Eine u n c t nicht c Beigabe über hat sich leider hierbei gezeigt: daß nämlich eine solche Ausstellung .was ftd) allerdings nicht ....t L rmciben läßt auch zur Verbreitung der-uiidlu beiträgt. Es ni 3. B. beobachtet worden, daß halbwiich'iae Bur'chen beim Besuch dieser Bnch.'rschatr gerade der sehr 4 'ichhaltigtu Samir.* [ung von Scbundhesten ein a'.i'i.illiges 3ntcrc»ie entgegenbcadst.'i mit ,'ich riesig freuten, als * hier en dl i di diejenigeLil natur" cutdeclteu, nad) der schon lang: ihr Sinn itanti Schreiber die>es hat selbst gehört, ivie ziemlii erwachiene junge Leute, Die die Äbterlriug für schreienden Swuno einer sehr eingehenden Be­sichtigung unterzogen, einaiu r .mr Romane ausmerk'am maditeu, tic sic irow nicht gelesen hatten, bereit Titel sie sich aber nun merken wollten, um die betreuenden Wische zu kauien 3a, es ist vorgckomnieu, daß aus den Auflagen auf der Ausiteltn« tic heiß begehrten Bnstier gestohlen wurden. Es ist 'chade, ' ent 10 verdienstliches Unternehmen derartig unerwümchte folgen feat. Vielleicht wrirc es gut, halbwüchsige Burschen nnd minder gar nicht in eine loldje Ausweitung u lassen, die js u der HauMfache auch mehr für Lehrer, Eltern mrd Erzieher ge­dacht ist.

Samstag, l. )uli M

Rotalioirsdnick unb Bcrlcrz der Brühl'schen UniversitälS»Buch- unb etcinbrudcrcu R. Lange, Gießen.

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Müdigkeit cn'cfiiiHnbcL idilcditc Verbau Uva wirb gehoben burrti

Germania Drogerie Carl Seibel rc[. M - Aronfnirter Lin r umsoWERHälitW

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