Ausgabe 
19.9.1911 Zweites Blatt
 
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langen Zeit, in der ich mit amerikanischen Studenten in engster Berührung gestanden habe, auf kaum mehr als drei Prozent zu schätzen. Und wenn von Trunkenbolden und Verschwendern ge­redet wird, so beruht das im großen und ganzen auf direkte Unwahrheit: der amerikanische Student ist im allgemeinen nüch- tern zu nüchtern sogar und meist auch viel zu wenig vermögend, um ein Verschwender zu sein. Auch muß man be­achten, daß in Amerika bei der großen Masse des Volkes rrnd Grane gehört dazu der BegriffStudent" ziemlich weit gespannt ist: was wir hier einen Studenten nennen, ist in Amerika überhaupt verhältnismäßig selten, und die ehemaligen ^Hochschulstudenten" in den Elends quartieren Neuvorks, von denen Krane erzählt, sind nichts weiter als Leute, die es hier in einer Realschule etwa bis zur Tertta gebracht hätten. Ge­rade den anstrengenden Anforderungen des modernen Lebens" aber sind die amerikanischen Studenten eher gewachsen als um­gekehrt: ein nicht unbettächtlicher Teil wendet sich nach Abgang von der Universität kaufmännischen Berufen zu und überflügelt darin rasch die Berussgenossen, die weniger schwer an ihrer Bildung, aber umsoviel schwerer an ihrer Einbildung zu tragen hoben.

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Nürnberg, 18. Sevt. Ter Teutsche Fliegerbund hielt hier gestern seine zweite ordentliche Generalversammlung ab, der nahezu alle flngsvortlichen Vereine TeuticklandS, insbesondere auch diejenigen Bayerns und Württembergs, sowie Vertreter des Kaiserlichen '.lutoinobtltlub-j und des Vereins Tcntscher Vlotor- ^ahrzeligindtlstrieller beiwohnten. Es winde besctilossen, in Fragen des Flugsportes künillg aenieinsaiu mit dem Kaiserlichen '21 to mobilklub und dem Verein Tentldier Motorlahr euuniöiiflriellcv vorzngehen. Zu diesem Zwecke traten der Württemberger Flug- sportklub, der Kölner Flugiportklub u. a. m. roeldie dem Deutschen Fliegerbund noch nicht angebörten, diesem bei. Die General­versammlung beschloß weiterhin, em Vreisausschreiben iür den bellen W a s s e r s l u g a v v a r a t zu veranstalten, sowie durch die Veranstaltung populärer Vorträge das Interesse iür das Flug- wesen zu fördern

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Schau. ES beteiligten sich 167 Schwimmer und Schwimmerinnen von 29 Vereinen aus 18 deutschen Städten. Zur Verteilung ge­langten 25 Preise. Bon den vier Ehren-Wanderpreiken errang der LchwimmvereinPoieidonE-Karlsruhe und der Erste F r a n k s u r t e r S ch w i m ni k l u b je einen, der E r st e Pi a i n z e r Schwimm verein zwei Preise. lieber kurze Strecken (48 Meter) siegte der Erst e Fran kiurter S chwim mklub, im Senior-Rückenschivimmen .Poseidon^-Karlsruhe und im SemorschwimmenSalamander'- M a n n h e i m.

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D. Frankfurt a. M., 18. Sept. Zum dritten Male blieb der Frankfurter R.-Sp.-B.A m i c i t i a" am Sonn­tag Sieger in 7.15 gegen die sich sehr tapfer haltende Mannschaft der§) a s s i a"-Gießen, die mit einem Ersatzmann am Schlag fuhr, mit ca. 2x/2 Längen (7.23). 3. Boot wurde Offenbacher Germania" in 7.45 und 4. Boot FrankfurterBorussia" in 7.58.Dassia" hatte für kurze Zeit die Führung, vermochte aber die Gärtner-Mannschaft derAmicitia", die beste unbesiegte Mannschaft des Süddeutschen Ruderverbandes, nickt nieder- ruringen.

Heidelberg, 18. Sept. Das gestern nachmittag im hiesigen Hallenbad vom Heidelberger EchwimmklubNicar" unter dem Ehrenschntz des Prinzen Wilhelm von Sachsen-Weimar veran­staltete 1. 'N a t i 0 n a l e I u b i l ä u m s - S ch w i m m s e st brachte

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_____ _ . gegen die 1. Mann­schaft des Fußballklubs Schotten statt. Das Spiel entschied sich mit 5:0 Toren zu Gunsten des F.-Kl. Gedern.

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Sport.

# Alsfeld, 18. Sept. Eiestern fand auf der Spiel­wiese des Alsfelder Fußball-Klubs 1906 zwischen dessen 2. Mann­schaft und der des Lauterbacher Fußball-Klubs 1909 ein Wett­spiel statt. Als Unparteiischer fungierte I. Hühn-Alsfeld. Schon in der ersten Viertelstunde des Spielens errang der A. F.-K. 3 Dore, denen sich in der zweiten Spielhälfte noch 3 weitere Tore anschlossen, während der L. F.-K. kein Tor zu erringen vermochte. Das Endergebnis mar also 6:0 zugunsten des Al. F.-K. 1906. Lebhafter Beifall der großen Zuichauermenge war der Lohn dos schönen Erfolges.

X Nidda, 17. Sept. Der hiesige Radfahrerver^in veranstaltete heute ein Dauerwettrennen über Ranstadt StadenEchzellBorsdorfUnter-SchmittenNidda, zusammen 40 Kilometer. Den 1. Preis errang Geometergehilfe Heinr. Schultheis aus Nieder-Seemen. Er legte die 10 Stunden

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Verordnetensitzung statt, in der der sozialdemokratische Gemeinde' Vertreter Fikenscher folgende Enthüllungen

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Gericht-saal.

4- Schweidnitz, 18. Sept. (Ein Reichstagsabgeordncter wegen Steuerhinterziehung vor Gericht.) Ter ehemalige Reichs­taasabgeordnete für den Wahlkreis Sckweidnitz-Striegau, Guts­besitzer und Amtsoorsteher E. Göllner, der selbst Mitglied der Steuereinschätzungskommission war, stand vor der lstesigen Ferienstrafkammer unter der Anschuldigung, wissentlich und in der Absicht, sich einen widerrechtlichen Vermögensvorteil zu ver­schaffen, unrichtige Angaben über seine VermögenSverhältnisse ge­macht zu haben. Namentlich soll er die Ernteerträgnisse erheblich niederer angegeben haben, als sie tatsächlich waren; auch den Wert seiner Wohnung soll er nach der Anklage viel zu gering angemeldet haben. Ter Angeklagte stellte entschieden in Abrede, wesentlich unrichtige Angaben gemacht zu haben und betonte be­sonders, daß die geringere Veranlagung der Ernteergebnisse auf die schlechten Ernten der letzten Jahre zurückzuführen sei. Tie Beweisaufnahme gestaltete sich so günstig für den Angeklagten, daß der Staatsanwalt selbst die Strafe fallen ließ und Frei­sprechung beantragte, die bann auch erfolgte.

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einem bayerischen Blatte behauptet ivorden, daß ine Fleischer vvn Davreuth die Lieferungen an die Behörden, Militär und Kranken­häuser zu einem außergewöhnlichen niedrigen Preise übernommen hätten, daß sie sogar von den EimialMen aus diesen Lieferungen an ihre Jnnungsrasse jährlich 6000 Mark abführten. Diese An­gaben seien nach seiner, Fikenschers, Kenntnis im Grunde richtta, nur die Zahl von 6000 Mark jährlich sei falsch^ in Wirklichkett belaufe sich die an die Jnnungskasse abgeführte Summe auf etwa 10 000 Mark. Ter Redner vermochte eingehende Angaben zu machen, iüic hoch die Beiträge für die Kas,e aus den einzelnen Lieferungen für die Irrenanstalt, das Gefängnis und die beiden Regimenter sei n. Diese Mitteilungen riefen natürlich einen Sturm der Entrüstung hervor. Es wurde die Frage aufgeworfen, welche Verdienste die Fleischer am Privatpublikum haben müßten, wenn sie bei den niedrigen Preisen für die behördlichen Lieferungen noch Abgaben an die Jmrungskasse machen könnten. Da von feiten des Magistrats die Mitteilungen des, Gemeindevertteters als ihm unbekannt hingestellt wurden, beschloß die Stadtverordneten­versammlung, zunächst einmal die angekündigte Pro test Versamm­lung der Fleischer abzuwarten und dann erst ihre Beschlüsse zu fassen.

Kleine Tagerchronlk.

In der Nacht zum Sonntag erschoß der Kunstmaleij Phuver aus Schloß Ricklingen seine Frau, seinen zweijährigen Sohn und sich selbst. Der Gnmd zu der Tat sind sinanzielle Schwierigkeiterr.

Zwischen Kahl und Dettingen fand man die Leiche eines neugeborenen Kindes. Das kleine Wesen ist vermutlich aus dem Frankfurter Schnellzug herausgeschleud ert worden, der um 8,2 Uhr morgens in Aschaffmburg einlauft.

In Marseille brach nachts in einem Kaufmannsladen infolge einer Gasexplosion ein Feuer aus, das das ganze Haus einäscherte. Zwei Personen, die ihre Schmucklachen retten wollten, verbrannten.

In der Bunschenbach-Schlucht bei Bad Weißenburg int Kanton Bern stürzte das dort zur Kur weilende Fräulein Dr. meb. Käscher aus Warschau tödlich ab.

Auf dem deutschen DampferLützow", der von Ost- asien kommend, am Freitag in Antwerpen ankam, brach am Samstag im Lagerraum Feuer aus. Nach mehrstündigen L ö s ch° ungsarbeiten gelang es, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Die Ladung rotrb teilweise gelöscht werden.

Am Sonntag abend überfuhr der amerikanische Er­finder Edison mit seinem Automobil in L au f bei Nürnberg einen zwölfjährigen Knaben, der sofort tot war.

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vermischtes.

* Brände. In Hohenschönhausen b. Berlin brach nachts in der Gänsemästerei Hamerow Feuer aus, durch das die gesamten Baulichkeiten und zahlreiches Federvieh ver­brannten. Die auf dem >Wege von Johannisbad nach Marschendorf gelegene B r a n n b a u 0 e ist Sonnabend nacht niedergebrannt. In Saalfeld brannte die Knochsche Nähmaschinenfabrik vollständig nieder. In Teplitz- Schönau ist die S p i r i t u s s a b r i k von Bramsch mit Ma­schinen und Vorräten vollständig niedergebrannt. Als die 16jährige Verkäuferin Margarete Giesen in Berlin gestern nachmittag ihr Haar brennen wollte, stieß sie den Spiri­tusbrenner um. Sie erlitt schwere Brandwunden an Hals, Brust und Unterleib. Nach telegraphischer Nachricht aus Antwerpen wurde das Feuer auf dem deutschen DampferLützow" gelöscht, so daß das Schiff 'außer Feuergefahr ist. Das Löschen der Ladung wird fortgesetzt.

*Hohe F l e i s ch p r e i s e". Mit eigentümlichen Verhält­nissen im Fleischergewerbe hatte sich die letzte Sitzung der Stadt- pcrorbueten in Bayreuth zu beschäftigen. In einer früheren Sitzung des Magistrats war beschlossen worden, die Fleischer aufzufordern, mit den Verkaufspreisen für Fleisch berabzngehen und in Einklang mit den Einkaufspreisen für das Vieh zu bringen. Daraufhin beschlossen die Fleischer eine Protestversammlung ein­zuberufen, um den Nachweis zu führen, daß sie an den hohen, Fleischpreisen nicht schuld seien. Inzwischen fand aber eine Stadt-

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Universitäts-Nachrichten.

ckc. Marburg, 18. Sept. Sieben Privatdozenten Und 1910/11 in den Lehrkörper der hiesigen Universität ein­getreten. In der theologischen Fakultät habllitterte sich Sic. theol. Karl Bornhausen für das Fach der systematischen Theologie. Die venia legendi für Geburtshilfe und Gynäkologie erwarb in der medizinischen Fakultät Dr. med. Peter Esch, bisher Privat­dozent in Greifswald. In der philosophischen Fakultät haben sich niedergelassen: Dr. phil. Friedrich Flade für Chemie, Dr. Karl Änor4e für Geologie und Paläontologie, Dr. Wilhelm Harms für Zoologie, Dr. Christian Jensen für klassische Philologie und Dr. phil. Wiolf v. Unruh für germanistische Philologie.

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Frankfurt a. M., 18. Sept. Der dem Aufsichtsrat der Mitteldeutschen Kreditbank in seiner heutigen Sktzung vorgelegte Abschluß des ersten Halbjahres 19 11 zeiat in allen Zweigen des Geschäfts eine gute Fortentwicklung, bie in einer erheblichen Steigerung des Erträgnisses seinen Ausdruck findet. In der Sitzung teilte Kommerzienrat Wittekind, welcher der Bank seit nahezu 40 Jahren angehört, mit, er bt> absichtige mit Ablauf seines Vertrages, das ist mit dem 31. Dez. 1912, aus seiner Stellung als Vorstandsmitglied auszuscheiden.

Srl;ön! Ich gebe ohne weiteres zu,

X daß es ungezählte Reklamemittel gibt, die groß anaevriesen 1 werden und nichts helfen. Fays ächte Sodener Mineral- 2 Paüillen aber sind kein Neklamemitlel. Die find ein geradezu ideales Mittel gegen jede Form der Heiserkeit und Ver­schleimung, gegen Katarrhe der Luftwege ?<- 'rfi darum, weil sie die mineralischen Bestandteile der l erühmten -odener Heilquellen in bequemer Form darbieten. Soviel ich weiß, haben Fays -ächte Sodener Mineral-PaftiUell noch keinen enttäuscht, der sie gebraucht hat. Preis 85 Pfennig die Schachtel, überall erhältlich. ss11/,,

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An ihm beteiligten sich sechs Radfahrer,

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