wird.
Abg. Dr. Junck (Natl.)?
auf ihr Nachsuchen unter
Meteorologische Beobachtungen der Station Siehe».
Getreide-Wochenbericht
der Preisberich l
^virlschaftsrats
sehr wichtige Schnellzugsverbindungen: 1. Ab
Marburg
409 nachm., in Gießen 435, ab Gießen 441, in Frank
14.
+ L2 ’O.
Viiebevjd)laa: — 0,8 mm.
Sljut/MvalX -fnodltt!
klammern
Weizen 100 Hg. 20.75-21.00 Roggen 100 Kg. 16.15-16.26 Mk.
Fuldas neues Schau- seit voriger Woche auch schönem Erfolge gegeben
a. M. 959 Marburg
ist, rote
Der Resolution des Zentrums über die Tarifverträge stimmen wir zu. Die außerordentlich maßvolle Begründung durch Dr. Pieper berührte uns sympathisch. Die Warnung deö Staats-
Die Marktpreise für Bieh und Frucht uud die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 13. März 1911.
dauernd geklagt. Auch für Hafer waren Käufer angesichts größerer Wasserzufuhren zurückhaltend, und nur zu Proviantamtszwecten geeignete geringere Qualitäten sanden Beachtung.
Es stellten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro 1000 kg je nach Qualität, wobei das Mehr (+) bearo. Welliger (—) gegenüber der Vorwoche in
furt a. M. 552 nachm. 2. Ab Frankfurt vorm., in Gießen 1121, ab Gießen 1130, in
1156. 3. Ab Co blenz 849 vorm., in Gießen 1115 vorm. 4. Ab Gießen 1208 mittags, in Coblenz 235 nachm.
— Bei der LandeSversicherungSanstaltGroßh. Hessen sind im Februar 3 0 8 Rentengesuche (271 Invaliden- und Krankenrentenanträge, sowie 37 Altersrenten- anträge) eingegangen. Unerledigt wurden in den Monat übernommen 318 Rentengesuche, so daß 626 Gesuche in Bearbeitung standen. ES fanden Erledigung: 227 durch RentenbewiÜigung (198 Invaliden-, 9 Kranken- und 20 Altersrentengesuche); 31 durch Ablehnung, weil unbegründet (25 Invalidenrenten- und 6 Altcrsrentengesuche), 19 durch andere Weise — Zurücknahme usw. — (14 Invaliden- und 5 Altersrentengesuche), zusammen 277, so daß 349 Gesuche als unerledigt auf den März übernommen werden mußten. Ferner wurden im Februar 220 Anträge auf Beitragserstattung gestellt, und zwar 179 infolge Heirat weiblicher Versicherter (H.), 40 infolge Todes versicherter Personen (T.) und 1 wegen Bezugs von Unfallrente (U.). Unerledigt wurden in den Monat übernommen 119 Erstattungsanträge, so daß zu bearbeiten waren 339 Gesuche. Beivilltgt wurden 213 Anträge (176 H. und 37 T.), abgelehnt wurden 19 Anträge (11 H. 7 T. und 1 U.), auf andere Art erledigt wurde 1 T. Erstattungsanspruch. Unerledigt blieben 106 Erstattungsanträge (78 H., 27 T. und 1 U.), die auf den März übernommen wurden. — In welchem Umfange die Landesoersichertmgsanslalt Großh. Hesien Heilverfahrenskosten für ihre Versicherten übernimmt, ergibt sich daraus, daß im
Blldapest April 195.95 (-f- 0.90); Liverpool Mai 153.40 (4- 0.95), Chicago Mai 140.80 (— 0.65). Roggen: Berlin Mai 166.25 (- 0.00). Hafer: Berlm Mai 166.25 (- 0.50) Mk.
im Frankfurter Schauspielhause mit wird, gelangt am kommenden Freitag hier zur ersten Auf. führung. Die Regie führt Direktor Steingoetter; die Haupt.
Februar 245 Personen in Anstalten usw. untergebracht waren.
- Lehrerpersonalien. Entlassen wurde die Lehrerin an der höheren Burger-(Mädchen-)Schule zu AlS-
I Weißbrot 2 Kg. 62 Plg.
| Schwarzbrot 2 Kg. 54 Pfg.
feld Anny Peters auf ihr Nachsuchen. — In den Ruhestand versetzt wurde die Lehrerin an der höheren Bürgerschule zu Lauterbach Anna Fendt Anerkennung ihrer treuen Dienste.
•• Stadttheater. Ludwig spiel „Herr und Diener*, das
ihr Herz
und ihre Nerven bleiben ruhig, wenn Sie täglich Kathreiners Malzkaffee trinken. Er übt den wohltuendsten Einfluss auf Ihr ganzes Befinden aus. Trinken Sie ihn eine Zeitlang und Sie werden sehen, dass Kathreiners Malzkaffee diese wertvolle Eigenschaft besitzt
Handel.
— Frankfurt a. M., 14. März. Die heutige ordentliche Hauptversammlung der Adlerwerke, vorm. Heinrich Kleyer, A.-G^ hat sämtliche Anträge dec Versammlung einstimmig genehmigt unö das ausscheidende Aufsichtsratsmitglied wieder gewählt. Die Dividende von 80 Proz. ist sofort zahlbar. Tas den Aktionären vorbehaltene Bezugsrecht aus die drei Millionen Mark jungen Aktien zum Kurs von 160 Pro-, gelangt in der zweiten Hälfte des Monats April zur Ausübung.
vvm 7. bis 13. ALärz 1911.
Von einigen Tagen abgesehen, an denen England etwas mehr Interesse für argentinischen und australischen Weizen bekundete und dadurch auch in Wesrdeutschlaird und in Hamburg zeitweise einige Kauflust anregte, behielt das Getreidcgeschäst im allgemeinen seinen schleppenden Charakter bei. Die mit Klagen über den Saatenstand zusammenhängende Befestigung der amerikanischen Börsen fand nicht viel Beachtung, da Argentinien seine Forderungen nicht sonderlich erhöht hatte und Rußland sichtlich verkaufswilliger geslinimt war. Der Umstand, daß die Vorräte in der Hand der amerrlanischen Landwirte am 1. Vkirz noch 25,8 Prozent der Ernte gegenüber 23,5 Prozent im Vorjahre betragen, laßt von Amerika immerhin nod) größeren Export erwarten- zumal auch die sichtlichen Vorräte in zweiter Hand nicht unerheblich sind. Ausfchlaggebend für die weitere Gestaltung bleibt indes die Entwickelung der Saaten. Für Deutschland hat diesmal die Preisberichtstelle des D. L. 8i. eine ähnliche Erhebung borge- nominen und festgestellt, daß am 1. März von Weizen 22,8 gegen 22,6 im Vorjahre, von Roggen 26,9 gegen 27,8, von Hafer 35,9 gegen 36,9 und von Gerste 23,2 gegen 26,4 im Besitz der Landwirte waren. Bei Weizen erklärt es der ftarfe Export bei geringerer Einfuhr, daß trotz der größeren Ernte die Bestände nur wenig größer sind als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Dagegen ist der Roggenbestand um rund 330 000 Tonnen kleiner, und auch bei Hafer ergibt sich ein Minus von ca. 530 000 Tonnen, während für Gerste ein um ca. 240 000 Tonnen kleinerer Bestand als im Vorjahre sestgestellt wurde. Zu beaclsten ist, daß von den ermittelten Beständen noch ein größerer Prozentsatz zur Saat und zum Eigenverbrauch in Abzug kommt. Bor allem muß man damit rechnen, daß angesichts der knappen Haferernte und bei den im Vergleich zu Weizen verhältnismäßig niedrigen Roggenpreisen ein größerer Teil der Roggenernte zur Berfütterung gelangen dürste, als in anderen Jahren. 21ugeiü>licklich ist Roggen in schwimmender Ware zwar etwas reichlicher am Markte, aber das Angebot auf spätere Abladung ist ziemlich knapp, was in Verbindung mit unnachgiebigen russischen Forderungen die Tendenz stützte, lieber den Absatz von Weizen wird bei fehlender .Exportnachfrage und geringer Aufnghmechlugteit der Mühlen am
Hessen-Nassau.
x Holzhausen, 14. März. .Am Sonntag fand hier die Bezirks Versammlung der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Biedenkopf statt. Durch den Bezirksoorsitzenden Hermann-Bottenhorn wurde der Jahresbericht bekannt gegeben. Im Kreise Biedenkopf bestehen bis jetzt 9 Wehren mit 324 Mitgliedern. In der Gemeinde Dexbach wird sich die zehnte Wehr bilden. Da Simmersbach in Anbetracht der Anlage einer Wasserleitung die diesjährige Bezirksübung ablehnt, übernahm sie Rodheim a. d. Bieber; sie wird am 16. und 17. Juli stattfinden. In Gladenbach findet am 29. und 30. April die Vorsrandssitzung des Feuerwehrverbandes Wiesbaden statt.
rollen sind mit den Damen Baumeister und Koch, sowie den Herren Marx und Bruno besetzt. Dekorationen und Ausstattung, soweit sie neu sind, wurden in den eigenen Werkstätten deö Stadttheaters hergestellt.
Kreis Alsfeld.
r. Rainrod, 12. März. Im Nickelschen Basalt- werk verunglückte der 22jährige Schießmeister Mahr von hier. Er wollte beim Laden eines Schusses (die großen Felsblöcke müssen alle gesprengt werden), etwas mit dem Trichter nachhelfen, währenddessen entlud sich die Ladung und ging dem Arbeiter ins Gesicht, wo sie ihn schwer verletzte. Auch die sonstigen Verletzungen an Beinen, Brust und Händen sind schlimm, ein Daumen und Zeigefinger wurden völlig abgerissen.
Kreis Schotten.
§ Ober-Lais, 14. März. An den vor etwa zwölf Jahren erbauten Sch ul s aal wird ein zweiter Saal angebaut. Auf die beiden Säle kommen zwei geräumige Lehrerwohnungen. Die seit vorigem Jahre errichtete zweite Schulklasse hat zurzeit ihren Unterrichtsraum in einem Privathaus.
herfrag5tt)efenS für Sie Auslegung nnb Dnweiibirna bet Verträge von feiten meines Amts geschehen ist. Das gesamte Dkaterial, das rechtlich und sozialpolitisch von Wichtigkeit ist, wird in meinem Amte schon jetzt gesammelt, und diese Publikationen tragen wesentlich dazu bei, die Bedeutung des
Tarifvertrages weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Aber ich kann mir nicht? davon versprechen, daß man
eine besondere Stelle au? der allgemeinen Behörde herausnimmt-, auch in diesen Fragen mujt gearbeitet werden in unmittelbarem Zusammenbang mit der Fülle von sozialpolitischen und wirtschaftlichen und juristischen Problemen, die unsere ganze Zeit bringt. Sobald eS notwendig ist, werden wir ein Gesetz über die Berufsvereine vorlegen können, ohne dafür eine besondere Stelle zu schaffen. Soweit eine Unterstützung beim Abschluß von Tarifverträgen durch da? Reich notwendig war, habe ich noch nie versagt. Es ist dafür ein Referent angestellt, mit prak- tischen Erfahrungen, dessen Rat ich jederzeit gefolgt bin. Das ist das, was geschehen muß, ein Mehr wäre vom Hebel. In Streitig, feiten habe ich mich, soweit ich angerufen bin, bemüht zu Hilfe zu fommen; darüber hinaus habe ich es im Interesse der Sache unterlassen. Kommt es schon beim Abschluß von Tarifverträgen wesentlich darauf an, daß beide Teile Vertrauen zum Unparteiischen haben, so noch in viel höherem Maße bei der Ausleguna und Anwendung bestrittener Verträge. Es ist sehr schwer, beide Parteien zum zweiten Male vor denselben Unparteiischen zu bringen, daher kann eine solche Stelle nur ad hoc geschaffen werden, solange man nicht eine solche Stelle mit Verhandlungszwang und Voll, streckbarkeit des Schiedsspruchs schaffen kann; das halte ich aber für unmöglich.
Wir legen Wert darauf, daß Wünsche der Arbeiter nicht auf Umwegen, sondern direkt durch die hochentwickelten Arbeiterausschüsse an unS gelangen.
Abg. von Strombeck (Zentr.s tritt entgegen der Resolution seiner Partei für die Hausierer ein, im Interesse des Hausierhandels im Eichsfelde. Es handele sich um ehrliche Leute, die man jetzt auf einmal aushungern wolle.
Abg. Kölle (Wirtsch. Vgg.) fordert erweiterten Schuh gegen Margarinevergiftung.
Weitexberatung: Mittwoch 1 Uhr.
Hchluß nach 7% Uhr.
TeTreTarS teert einer überstürzten Gefehge'büntz lvar gegenüber diesen Ausführungen wirklich nicht am Platze. Der Staat sollte auf der Hut fein, damit ihm die Verhältnisse nicht über den Kopf wachsen, wie die Trusts der amerikanischen Gesetzgebung über den Kopf gewachsen sind. Den Gedanken der Schaffung einer Zen. trat stelle zur Förderung der Tarifverträge billigen wir. Sie könnte als ein ReichSeimgungsamt wirken. Dem neugegrundeten Reichskartell von Verbänden der Reichs- und Staatsarbeiter sollte die Reichsregierung mit Wohlwollen gegenübertreten. Wenn bie in diesem Kartell zusammengefaßten mehr als 100 000 Arbeiter erklären, daß sie auf dem Boden der bestehenden Staatsregierung stehen, so hat daS eine große Bedeutung. Das Reichsvereinsgesetz ist ein liberales Gesetz trotz des von einer nationalen Not dik- herten Sprachenparagraphen. (Unruhe im Zentrum und bei den Polen.) Seine Anwendung läßt aber noch viel zu wünschen übrig. Eine Versammlung wurd^ z. B. verboten, weil ein Gendarmerie- wachtmeicher Hochzeit hatte. (Gr. Heiterkeit.) Jedenfalls miß- billigen wir es, wenn politisch mißliebige Versammlungen^ auf dem Wege der Versammlungspolizei verboten werden. Das wäre direkt eine Verhöhnung der Staatsautorität. (Beifall links.) Zwischen dem Staatssekretär und dem preußischen Minister des Innern besteht über die Genehmiguna oder Vertagung öffentlicher Auszüge eine Differenz in grundsätzlicher Beziehung. Ein Reichsgesetz, das nach den wiederholten Versicherungen des jetzigen ReicManz- lerS liberal gehandhabt werden sollte kann nicht in dieser Weise durch einen Bundesstaat eingeschränkt werden. Unsere Stellung zum Mittelstand hat unser Parteifreund Findel kürzlich ousführ. lich dargelegt. Die Rechte aber tut so, als hätte sie die Mittelstandsfreundlichkeit geradezu gepachtet. Der Redner geht nochmals auf die Frage der Tarifverträge ein und befürwortet eine Zentralstelle. Die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine müsse selbstverständlich verbunden fein mit zivilrechtlicher Haftbarkeit.
Staatssekretär Delbrück:
In bezug auf die juristische Behandlung und die noch strittigen Rechtsfragen in Sachen der Tarifverträge bestehen zwischen mir und dem Vorredner feine Meinungsverschiedenheiten. Ich bitte aber den Vorredner, sich einmal die Verhandlungen durchzulesen, die dazu geführt haben, daß die Vorlage der verbündeten Regierungen über die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine nicht Gesetz geworden ist. Eine Zentralstelle, soweit sie notwendig und nützlich ist, besteht ja eigentlich schon, und es erscheint mir zurzeit nicht zweckmäßig, darüber hinauszugehen, was jetzt schon im Interesse der Fortentwicklung unseres Tarif«
/Bestall rechts^ " Außerdem, von Sen RelWfagTreben allein kann man wirklich nicht leben. (Heitere Zustimmung rechts und im Zentrum.) Von Au sn ah m e g ese tz e n ist mir nichts bekannt. Sollte das Gesetz zum Schutz der Arbeitswilligen damit gemeint fein, so ist das kein Ausnahmegesetz, sondern ein zum allgemeinen Vesten zu schaffendes Gesetz. Die Staatsregierung darf nicht tatenlos bleiben gegenüber der Boykottierung von nicht gewerk« schaftlich organisierten Arbeitern. (Abg. Sachse (Soz.)r Die Arbeitgeber tun dasselbe.) Ja, das ist doch etwas anderes. Die Sozialdemokraten Hetzen ja ihre eigenen Standesgeiiossen von einem Arbeitsort zum andern. Sie machen ihnen das Leben unmöglich, wenn sie nicht ihrer Organisation angeboren. Daß ist eine schreiende Ungerechtigkeit. Auch ich glaube, daß der Entwurf der Privatbeamtenversicherung eine wesentliche Umgestaltung wird erfahren müssen. In bezug auf den Dankbeirat hat sich der Staatssekretär doch zu sehr vom Neichsbankpräsidenten leiten lassen. Man könnte ihm ooch gcloisse Befugnisse zuweisen. Z. B. könnte er das KreditverhaltniS int Lande beurteilen und Ratschläge über Zulassung ausländischer Wertpapiere erteilen. Die eigenen Revisoren der Danken haben ein ganz bestimmtes Gebiet, über daS sie nicht hinaus können.
Redner spricht über die sozialen Leistungen der deutschen Industrie. Die freiwilligen Leistungen gehen vielfach über die gesetzlichen hinaus. Wir wollen mal sehen, ob die sozialdemokratische Regierung in Frankreich die Industrie so belasten wird, wie es bei unS geschieht. Ich freue mich, daß die Haltung deS Staatssekretärs gegenüber dem Mittelstand eine freundlichere ist als es früher der Fall war. An Ernst hat eS auch seinem Vorgänger nicht gefehlt, aber leider vielfach an dem nötigen Wohlwollen. Die Regierung sollte beim Arbei- terschutz sich mehr der Mitwirkung der Berufs- genossenschaften bedienen. Die ablehnende Haltung gegen- über einer Zentralstelle für Tarifverträge ist durchaus berechtigt. Zentralstellen sind immer gefährlich, wenn man ihnen die Festsetzung ihres Arbeitsfeldes selbst überläßt. Ein gesunder kräftiger Arbeiterstand ist nicht zu erreichen, wenn nicht die Besserung der Wohnungsverhaltnisse ernstlich betrieben
Ans StaOt und Land»
Gießen, 15. März 1911.
Aum hessischen Blumentag.
Da der Blumentag der Großherzogin für die Mutter- und Säuglingsfürsorge in Hessen bevorsieht, interessiert es vielleicht manche, etwas über diese Bewegung zu höre», bereit Ziele hier und da noch nicht ganz erkannt werden.
Die Mutter- und Säuglingsfürsorge will nicht in erster Linie schwächliche Kinder grobziehen helfen, son- dern sie will gerade die Schäden so frühzeitig verhindern, daß die gesund geborenen gesund bleiben. Sie sorgt also vor allem nicht 'ür die Kinder, die in Gefahr sind, zu sterben, sondern hauptsächlich für d i e Kinder, die in Gefahr sind, an ihrer Gesundheit Not zu leiden und den Keim späterer Krankheit auszunehmen. Das Säuglingsheim in Darmstadt, das nächstens eröffnet wird, ist nur ein kleiner Teil des großen Arbeitsgebietes der Zentrale. Der Lrchwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt nicht in Darmstadt; sie errichtet in allen Kreisen Zweigstellen, die das gesamte Gebiet der Mutter- und Säuglingsfürsorge mit Unterstützung der Zentrale für ihren Bezirk regeln. 13 Zweigstellen bestehen bereits. Die Hauptaufgabe der Zentrale ist also, die Organisation der Blutter- und SäuglmgS- iursorge in alle Teile des Landes hinauszutragen. — Auf dem Lande handelt es sich in der Hauptsache um Die Etillpropaganda, für die die Hebammen, Aerzte, Geistliche und besonders die gebildeten Frauen zu gewinnen sind. In Gemeinden, die eine gewisse Große erreicht haben, sind unentgeltliche ärztliche Beratungsstellen am Platze, wo die Muller sich einen ärztlichen Rat darüber einholen laun, wie sie ihr Kind gesund erhalten kann; sie werden jetzt überall errichtet. Außerdem ist auf dem Lande eine geordnete Hauspflege, Wöchneriimensürsorge, Pflegekinder-Ueberwachung oon großem Nutzen. Diese ganze Organisation auf dem Lande ist Aufgabe der Zioeigstellen, die durch ihre Zusammensetzung dazu berufen und geeignet sind. Die Mitarbeit der Kranken- und Hauspflegerimien, der Arbeiterschaft, die Unterftüljung der Presse und die Verbindung der Säuglingssürsorge mit der Tuberkulose-, Krüppel-, Wohnungsund Trinker-Fürsorge ist dabei wichtig. In den gröberen Städten sind die Mutter-Beratungsstellen ebenfalls die wichtigsten Ein- richtungen. Sie bestehen jetzt in allen größeren Städten des Landes mit steigender Frequenz. Krippen, Srillkrippeit, Stillrälime, Säuglingspflege- und Säuglings-Krankenanstalten, Schwangeren- und Wochnerinnenfürsorge, Milchküchen unter ärztlicher Kontrolle, eine richtig geleitete Propaganda, die Verbindung mit der Berufsvormundschaft sind roeitere Mittel der Mutter- und Säuglingsfürsorge, die besonders in der Stadt wichtig sind.
Diese kurzen Angaben lassen erkennen, wie umfangreich das Arbeitsgebiet der Zentrale und ihrer Zweigstellen ist. Daß zur Wetterführung dieser Organisation größere Mittel notwendig sind, ergibt sich von selbst. Die Beteiligung aller sachverständigen Faktoren und insbesondere aller Aerzte Hessens an der Organisation bürgt dafür, daß die Biittel, die der Blumentag bringen wird, zweckmäßig verwandt werden. Tie Zentrale ist auf diese Mittel angewiesen, da sie feinen baren Zuschuß vom Staate erhält, die Zuschüsse von Gemeinden und Kreisen entfernt nicht ausreichen und sie es im übrigen der carilativen Vereine wegen vermeidet, zahlreiche per- fönltche Mitglieder zu werben.
"Neue Zuge für Gießen. Der am 1. Mai in Kraft tretende Sommersahrplan bringt für die Hauptreisezeit, vom 1. Mai bis 30. September, verschiedene neue, für Gießen
Weizen
Roggen
Hafer
Königsberg
200 (—
147 (+ 1
160 (- )
Danzig
197 (- 1)
149 (4- 7»
155 (- 2)
Stettin
193 (— 1
147 (-
152 (- )
Posen
195 (-
143 (-
156 (- )
Breslau
193 (-
144 (-
) 155 (4- 1)
Berlin
196 (-
143 (- V.) 174 (+ 1)
Magdeburg
194 (-
148 (-
172 (- )
Halle
193 (— 2)
150 — 1
170 (- 2)
Leipzig
195 (- 1
151 - 1
170 (— )'
Dresden
196 (-
149 + 1
164 (- )
Rostock
186 (—
144 + 1
153 (- 1)
Hamburg
199 (— 1
165 (-
175 (- )
Düsseldorf
.198 (+ 1
155 (- 1
156 (- )
Frankfurt a.M.
204 (-11/,
162V, -
170 (- )
Mannheim
210 (—
162'/. (-
172'/, (- )
Straßburg
205 (—
167'/, -
17U (- )
München
218 (-
176 (+ 2
178 (- )
Weltmark
tpreise: Weizen: Berlin Mai 201.75 (-s- 0.75),
Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt tu 9)1. ■
Fleischpreise in Gießen
Ochsen
Kälber Schweine
50 Kg. Schlachtgewicht 91—93 Alk.
Stg. Schlachtgew. 93-100 Bf.
'/, t. ___iz 63—65 „
Kg. 84-92 Pfg.
V, , 84—88 , JA-.* 80-96 , _
Getreidepreise in M a n n h e i m
Brotpreise in Gießen
März
1911
Barometer auf 0° reduziert
Temperatur der Lust
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
(Brot) tat Bewölkung in Sebntel Der Pchld. Himmel»fl.
Welter
14. 2*1
734,6
6,1
4,0
61
SW
4
9
Bew. Himmel
14. 1
-34,5
2,3
4,3
79
SW
4
9
Bew. Himmel
16. 9*1 7*
«34,4
0,9
4,6
94
8
2
10
Schneefall
Hl
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m 13
bis 1
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+ 6,66 0.


