Die heutige Nummer umsaht 10 Seiten.
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Bemerkcnswcrr ist barumcr
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Wäsche
und literarischer Bekamuschafren.
sein Besuch bei Gustav Frevtag in
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ist, ohne jeden | Waschpulver, erbilligung des i großer »rsparnis.
pntl. Paketen. iÜSSELDORF. der wellberühmten
engung len! Kein vor- i der Wäsche i und Bürsten, - Vr stünd/^5 s Nachspb*.
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Herausgeber der „Vrcnzbot
Italien zu wand«
„Was wollen nur die deutschen Müitftlcr immer tu Zlalf 11!
Leipzig. .'Uj i)i
reißen, also im mittleren Ericiit dec wirtschaftlich aus schlaggebende Faktor werden.
Als der provisorische Vertrag veröffentlicht wurde, sprach man in diesem Punkte die Befürchtung aus, das; Rußland die Bahn Teheran-Ehanilin wohl erft am Rim mermehrstage bauen würde, da es dem Pertrage zufolge an keinen bestimmten Termin gebunden sei. Es bedeutet daher einen Erfolg der deutschen Tivlomatie, wenn sie es Durchqesetz: hat, daß in dem abgeschlossenen definitiven Vertrage Rußland sich verpilichten mußte, die Anschluß- ft rede Teheran Ehanttin in Angriff zu nehmen zwei Fahre, nachdem die Bagdaddahiigesellschast ihrerseits die Zweig Linie von Bagdad nach Ehanikin fertiggeslellt hat, und Rußland weiter gehalten ist, den Bau der Verbindungsbahn innerhalb ebenfalls zweier Fahre zu vollenden, wenn nicht das Recht des Baus der Strafe Ehanitur Teheran an Teutschland fallen solle. Es ift begreislich, daß gerade
einem £rt, der an der türkischen Grenze liegt, herzu stellen. Somit würde, da die Bagdadbahn den Bau einer Zweigbahn nach Ehanikin plant, Teutschland den ganzen translankasischen und nordpersischen Frachtverlehr an )id)
Was nun den Inhalt des Abkommens selbst anbetrisst, so muß man sich, um ihn zu verstehen, daran erinnern, daß Teutschland schon aus Anlaß des englisch-russischen Vertrages über Persien vorn Fahre 1907, in dem Rußland Nordpersien als Inten klärt hatte, daß es in Nordpersteii keinerlei politische Ziele verfolge, sondern nur wirtschaftliche. Fn dem ießt ver össentlichten Ablvmmen hat nun Teutschland, unbeschadet der Aufrechterhaltung seiner Handelsfreiheit, auf alle Eisenbahn, Wegebau, Schiffahrts- und Telegraphenkon- Zessionen verzichtet. Für diesen Verzicht, der das Zuge- stäildnis dec offenen Tür in Nordpersien natürlich nicht bc rührt, ist Rußland seinerseits bereit, dem Ausbau der Bagdadbahn unter Beteiligung sremden Kapitals leinen Stein in den Weg zu legen, sowie des weiteren - und das ift das wichtigste — bei dem Ausbau des nordpersischen Eisenbahnnetzes aud) eine Verbindung zwischen ihm und der Bagdadbahn durch die Linie T e h e r a U - E h a n i k i u, türkischen Grenze liegt, herzu
sind noch vorhanden. Später tra: in Raabes künstlerischen Ver suchen die Romantik mehr m Dch Vordergrund und besonders Landstnechtsszencn waren bei ihm beliebt. Fn Rondzeicknungen
ieiter ha: Raabe and) in späteren Fahren sein Zeichenlalent noch mend mal au.-gcnützl, im übrigen aber hat er nie beionberen Wert daraus gelegt. Tae anbei1 c Fach, worin er nach oem_ Urteile des Schulzcugni'cs heroorragend war, war der „deutsche Sti| ‘. Wirk
mal ine etwas mißtrauische .'(nerfemumg lesen: „Wenn dieser
grögtkil Erwartungen. ' Und er wai ntrllid) vom Scrülcr selbst versaßt. Aus die ihn weniger anziehcnden Fächer aber hat sich Raabe in der Sänne nie ton zentrieren linnen, und ein Unglüd ift m das schließlich >ür ihn aud) nicht gewesen „So wie jcyt, stramm, siramm — alles über einen .Hamm, so bin ich nicht hcrauf- ackommen, al'o hörte man ihn wobl schmunzelnd bekennen.
«chulstudicn wurden abgebrodjer., es ging ins Leben hinaus — tHiy will lagen in die Ereutzi'chc Buchhandlung IN Magdeburg, wo Raabe als Lehrling euurat. Tie Bedeutung dieser vier Lehr' lingsjahrc liegt vor allem darin, baß er in der mdn gar zu rcge beschaingien Buchhandlung seinen Leiehungcr voll bc'ried:gcn konnte. Taber war rs cm besonderer Glucks'aU, daß sich in der Ererw'chm Buchhandlung die ganzen Sornmentebenc seit der ersten !öälite des 1b. Fahrhunderls in al bi cs erhalten hatten, wo durd) Raabe Gelegetiheu zur Äciuitnis der Literatur auch auf ac- gclcgeneii Gebieten erlangte. Was er in Magdeburg wohl- und ,y sternlos in sid) ausgenommen batte, das hat er dann in seinen Berliner Fabren still in sich verarbeitet.
Rid'ts in aus dem Berliner Auicn:haltc gerade für Raabe so charalteristisch, als daß er tn der preußochcu Haupt- und üömgsstadi auch dre .Hlcrnftaoi, die damals noch einen größeren Raum als henr einnahm, 'char'augig zu entbcden und gemütvoll zu beobachten vernand Volksleben, Volksrypcn, Voltstheatcr1 das ur den
dichter, dec dann hier, grögtenteils im Kolleg — schon um dic Heizung zu sparen — ferne „cbrcntl der Sve. -.r.'.: schrieb
und Damit seinen eigentlichen Berus fand. Äncrkinnend. x ruhen gaben dem iungen Siebter, der nun nach WoN nbültel cinkehrte, Rclie). Su Woliendnaeler Tage, Du nun ivlaien, waren -Lagc des Glücks, er fand dort Freunde — der noch heute parlamen
tarisch tätige greife Marl Schroder gehörte damals zu seinem Wolscnbüttcler Stammtifchc —, er sand feine Braut Bertha Leiste, die Der Stern dieser schönen Wolfeiibütteler Tage wurde. Ten Abschluß seiner eigentlichen Bildungsiahr.- machte Raabes erste große Reife, die er im Frühling 1859 antrat. Es war r a t eigenttid) eine Bildungsreise, Die der „Literat, schlank, \mare und Augen braun", wie ihn fein Baß beschrieb, ins deutsche Land unternahm. Sie führte ihn über Leipzig und Tresocn nad) Prag und Wien, nach München, Stuttgart und an den Rhein und vermittelte ihm eine Fülle intcrrhaiuer menschlich c
Dieser Passus des Vertrages in Petersburg auf ernst iidicn Widerstand flößen mußte, da es uni Die Nonzession jur diesen Bahnbau erst in Teheran nachsuchen muß und damit bei Den heute russenfeindlickicn Persern keine Gegen liebe finden dürfte Daher bedeutet cs ein Entgegenkommen höchsten Grades, wenn Rußland auf diese Bedingung ein gegangen ist, um nicht die erste tatsächliche Furcht der 'rvisbamei Begegnung in Frage zu stellen unb fo Die russisch deutsche Anna! erung zum Schemen werden zu lassen So bleibt im Einblick aus das letzige dcitlsch-russisdie Ablvm- men der entscheidende Eindruck der, daß Die deutsche Dipto matte in der persischen Frage nicht versagt hat Sie hat ui diesem Falle erfolgreich operiert: denn die Preisgabe der etwa ui Rordpcrften von beutidteni Gel de zn erbauen den Eisenbahnen wird mehr als rndilid) ansgewogen durch Den Anschluß der Bagdadbahn an das nordpersisdie und russische Eisenbahnnetz
Ter Wortlaut bet Vertrags.
Petersburg, 19. Aua. feilte wurde von dem d eu t f ch c n B o t s ch a j t e r, Grasiit v P v u r t a l ö ♦ , und dem ßclluertretciiDcn Minister des Auswärtigen Amtes, Roratow, nachstehendes Abkommen unterzetchnet:
Von dem GrunDfav ausgehend, haß Der Handel aller Nationen in Persien gleichberechtigt :st, und in Dtr Ünvägung, vast Rußland in Diesem Lande besondere Fmereisen besitzt, luähriiih TeutschlanD Dort nur .vaudcispolillk verfolgt, haben hie deutsche und russische Regierilng sid, über solgenbe Punkte
Artikel 1. Ttt kaiserlich-Dentiche Regierung erklärt, Dan fi ■ ,i. i.: die VIbud. bat, i icblid ( ner timt . di t on j
Fjsaban Fcsb und Kl,akh sühn und unter D ir.
Breitengrade von Gas Hit die nßjl.muidjc Grenze erreicht, für itai
ii Kbörigc» zu untcrflüpen
Vi rtilel 2. Sie ruimdif Regierung, Dic von Del per
. -1 n . di« Konzession für Den Bau ein« i
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kl N endigen soll, um 1CNCS Eiscnbabnnev an der lurknd) per- sischeu Grenze an Die timte »actbicl) vatiekin anzuid,ließen, sobald diese Fwctgskcllc der Eisenbahn »onia-Bag- o a ö f e r ti fl g c ft c 111 iß. Nad, Erlangmig Der Monzesnon nun ich Die Bauarbetle» aus Der beicidmclcn Bahnlinie iväirflcitfl zwei Fahr- nach FerligstcUung D«r Zweigstrede ^ahiDich vanrfir begonnen und im Laus« von mer Fahren vollendet werden
Tie rusniche Regierung behält sich vor, ihrencits. Die eno gültige Linienführung Der in RcDc ftebenben Bahn fest zusetzen, wird aber hierbei den Wunsche n Der heu liehet.’
liei ii iip ;iiechnung tragen Ti« .
werden den internationalen Verkehr auf Den Limen S Teheran und Hanekin Bagbad fördern mio a i VJ1 ts . vermeiden, di ihn
von TurchgangSzöllen oder die JlnroenDung von Tisscrenzierungen. Sollte bei Vlblain von zwei Fahren Die Fertigstellung Der Jiuein Urne SaDtDicö- faiietin Der Eiienbahn Üonta Bagdad und der
.i.i zrisf genommen si in, fo wird Die russische Regieiung Dic De uh die Regiei-ung Davon bcnadiriduiqcn. Daß sie aus Die .Honjcition lür Die letztere Linie
T< i Deutsch« ii Hcgicruiw soll
Artikel 3. Fn Würdigung Der allgemeinen Bedeutung, ig d« i Bagdadbahn süt den int e I
, vervstichtet um die russisch«
Maßnahmen zu treffen, dic bei
■•'imi fremden Kapitals an diesem Untern I latürlidj, Daß für Rußland daraus kein .. i kuniärer oder winfchasilicher Art erwachsen würden
Artikel 4. Tie russische Regierung behalt iidi das Recht vor, die Herstellung . geplanten Bahnan>d'lu>ses wi
Eisenbahn netz m Persien und Der tiinic Sadibich—Hanekm und) ihrer Wahl einer ’remben Finanzgruppc zu übertragen, anuait - Den Bau selbst aussühreu zu lassen.
Artikel 5. Unabhängig Davon, wie sich Der Bau Der in
Zwei»eh3rlse- gd SMW
wenn
zwistigkeiten auf zwei bis drei Wochen der Zwischenakts- Vorhang gefallen ist.
Tic Verössenllidmng des Abkommens Hatte fdioti eine Woche früher geschehen lönnen, aber Rußland wollte wohl bei der Spannung, wie ne wenigstens tageweise zwischen Berlin und Paris herrschte, feinen pekuniären Nährvater an der Seine nicht verletzen. Tte Marokkopauie war ledenfalls für die Veröffentlichung des Abkomniens besser gewählt, als jede andere Zeit vorher Nur bleib: es bei dem Abkommen, das doch, nachdem es einmal zu lande gekommen war, gut und gern noch langer tu den deutschen und russischen Archiven balle lagern können, zwctielhast, ob nut seiner jetzigen Veröffentlichung Teutfch land oder Frankreich indirekt ein Tienft erwiesen werden soll. Tenn nock) vor einigen Wochen ging die Nachridit durch die Blätter, das-, der Abschluß des Äh.ommcns über Persien erst dann erfolgen werde, wem, sich Deutschland und Franlrcid) über Marolto vertragen hatten, was dem
Wenn es aber schon jetzt veröffentliche wurde, wo dic rnarollauische Frage noch nicht gelöst ist, so kann das nur Den Zweck haben, einen Truck auf Frankreidi im Sinne der Erfüllung der deutschen Forderiingen auSzuitben Weiß man doch in Petersburg zur Genüge, wie ein Ao
zunächst nur clsenbahntechnifchcn Inhalts sein, auf das militärisch so schtvache Fraulretck) in einer Zeit wirkt, wo politisch völlig rnatlgcsctzt i’t. So haben wir aud) Ykdrin eine sreundschailliche Tat Rußlands zu erblicken.
Dom jungen Raabe.
„Born alten Raabe weiß man seit dein September 1901.
Raaoe Dagegen iiocit wenig . leitet Herrn. Anbeis zu Leipzig crjcheincnDcs Büchlein „Tcr inngc Raabe ein, Dac -
Lehr und Studtemayic recht 'rtuvcigfam, und wenn er urige Nachrichten über j einen Lebeiislaut zu lesen bet am, fo ergötzte ihn das eher; „je mntlnichcr, um Io bester," pflegte Der nlie ectai. dann wohl zu bcmcrlcii. Aber er hatte Dod) auch StnnDcn, wo ei m der Gebelaune war, und feine Mitteilungen sanden eine vor tresssliche ErAäiiznng Durdi feinen Bruder ivtHnd), Der iur -tat fiidjcit und Laten ein bctonders scharjcs Gedächtnis hatte oder sie gar aktenmäßig zu belege» wußte Tas sind Die beiden Caicllcn, aus denen Hruger Die Mnteilungen seiner Schrift gesdwvfl hat, durd) Die nun Raabes Fnibzeil zum ersten Male in voller An schaulichkeit oorv Auge tritt.
Es war Diese Fngendzeit Wilheint Raabes nicht anders, als wie fein ganzes Leben gewesen iii: äußerlich nicht rcidt an bewegten oder bedeutenden Ereignissen, um so reicher an stiller innerer Emwidelung und tief wurzelndem Erlebet Tas Ergebnis semei Sdniiitubicn faßte bei seinem llcbergaiige ins praftiidn* Lebe.-, fein Abgangszeugnis mit den Worten zusammen: „Fm beneiden Stil und im freien Handzeicl-nen bat er einen Grad btr Volltominenhc'.l .r.angl. wie er auf Der BilDungsstufe, au' welcher er ficht, nicht häufig il't ' An Diciett Worten ift ebenk* intcreffaiU, was lie tagen, wie was fie verschweigen: Denn cs geht daraus hervoi. Daß tn Denen anderen Tiszivtinis Der Schüler Wilhelm Raabe es nid . gerade sonderlich weil gebracht hat. Taß er ober ein Nicht fluiotihiid e: zeichner.ich.. Talen: besag. Das wird Durch .'trüget völlig bestätigt. Ter kleine Wilhelm pstegte zu Den eiter lieben Geburtstagen kunstoolle v 1 adromischschrciben mu Englem usw. anzusenigen. .11s Dic Mutter Dabei einmal bemerkte, Dic Engel, sollten aber cttvas an haben, io mmienc sic Wit. elm höchst nirtungeeali mit bunten - V . ' .-ud 3-ad;, ließ >ic lange Pfeifen rauchen, gab ihnen Regeniunr-ne in Die vanD, unD was Dergleichen witzige Einfälle me.ir waren. Einige dieser ergötzlichen Bogen
I N1, LitteL .A-, I von ^iien Ijj iffi*
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’olltcn lieber nach Den Niederlanden gehen. Da ift Das gelobte tianD gcrmantfcher Kunst, Da tollten sie hinzicl.cn, wenn fie etnws brauchbares lernen wollen." Tie beabfithtigic Rci'e nach Ftalun wurde übrigens Durch Die oolitifchen Ereignisse deS Fahl s lb59 uon selbst unmöglidi gemacht Als er im .derbste nad) 2tj!fm* büttel zuruckkehne, war er zum Manne gtreiu Zeug» Devon legt die Höre und id^arfe Sclbnctarafxvrniif ab. Die t in einem Freundesbnesc aus jener Zeit ron fid) felbft gegeben ha!
„Tröge unD inooknr tm hoch»en Äradc, bin ich coch o r größten Energie fähig Einen Von'ar, Plan, Wunsch geb ich feiten au’. Fch komme feartnüdig au! Den Gedanken jurüd, wenn auch Fahre fnt Dem ersten Amtauch.n vergangen jint ' li lade niemals »in Trauerfvic. Der sranzönichen Mlainfcr Durd. t .ön ncn. Für Die antike Welt iß mein Verständnis und menu Teilnahme anc geringe. ... Es stecken eine Menge Gegen).' c in mir unD feit trüb.-fier FugenD habe ich midi felbstot. chk.i mit ihrer Analyse beschäftigt Fm gc'ellschaftlichen Lcocn will niemand Den Poeten in mir erkennen: ein ästhetisches Gefpraty kann mich in Den Sunwr jagen. Fch hebe einen Mreis guter Ge eiten, c... gute jtganc unD, ivcnn cs sein mug, einen guten Trunk Tas Volkstümliche satte ich instinktiv au* Von Natur etwas blöDe unD id.cn, werde ich Deshalb oft ’iir f.onörtig und anmaßenö i.. .i, Tem >i ae 'o.l irt- Fhn n meine idullernDe Seele noch . • 1 .■
cern, Si. haben gnoiß ja ou gering unD übergenug daran ' F,
Das deutsch-russische Abtommen über Persien.
Als im Rovcmbcr 1910 Zar Rilolau in Pvl.-baut weilt«. und es dort zu gewissen Abmadmngen zwiidjen TeutsdilanD und Rußland kam, ßorditc ganz Europa aus TaS europäische Gleichgewicht schien versd-oben, weil Rußland bannt seine cntcntcfrcunDc scheinbar verließ, um sid) der Treibunds Politik anzujdzließcn. Zwar wurde sofort von Paris und London aus m diesen deutschen Hossnungsiocin rcidtlidi Wasser geschüttet, indem man feststellte, daß die Beziehungen Frankreidis und Englands zu Rußland durdi seine Annähc rung an Teutschland in keiner Weise berührt würdcii, es sick; vielmehr bei den Abmachungen lediglich um die Lösung einiger nordperfischer Eifenbahnsragen handelte Aber Rede des deutschen Reichskanzlers im Reichstage vorn 10. Tezernber, in der Herr v. Bethrnann erklärte, bau sich Rußland und Teutschland in Potsdam dic Z u sicherung gegeben hätten, an keiner .Kombination t eilznnehmen, die sid) gegen einen der bei den Kontrahenten richtete, ließ die Lesseutiichkeit noch immer au der Tatsache festhalten, daß in Potsdam etwas ganz außerordentliches geschehen sei, selbst wenn diese Rückversicherung sich, wie man später daritclltc, auch nur auf den näheren oder ferneren Cricnt erstreckte.
Diefer wichtigste Punkt der Potsdamer Besprc chungen ist bisher mcht aufgeklärt worden Erfunden aber kann er nicht fein, da Der deutsche Reichskanzler ihn im Parlament mit dem größten Nackidrnck hcrvorhob, unD Hen- fotoenifl kann es sich um ein Gel.cimabkommen handeln, du man ein solches nicht der Lessciillichkeir pretszugeben pflegt Am wai)rscheinlichsten ist noch, daß, tui Rußland und Teutscl' laut) gemäß bett Ergebnisictl der Potsdamer Besprechungen alle zwischen ihnen schwebenden Strcilißleiten, wie in erst er Linie die persische Frage, lösen und schlicknen wollen, mau auf diesem Wege zu dem Ergebnis gelangt, daß der dcutsmc ReicksSkanzler vor dem Parlament in eine beftimmtc Formel goß, ohne von Rußland irgendwelchen Diderspruck) zu eu fahren. Rußland hat jetzt jcbciriaibs eine Richtung in seiner ausioarriacn Politik ciitgeschlageii, die feiner früheren, deutsch-feindlichen direkt entgegenläuft. Tenn ganz abge sehen davon, daß es den sranzosensreuiiblichen Minister des Auswärtigen, Fswolsli, laltstellte, zog es auf Gcuito der Potsdamer Besprechung, die aud) deshalb politisch wichtig ist, weil bei ihr der Zar dem Berliner Hose seinen ersten vsfizielleu Besuch machte, einen großen Teil feiner Truppen aus den Westproviuzeii zurnck — zum Sdimerze der Fran zofen, und mischte sich ebensowenig in die montenegrinischen Handel, wie in Die Marolkofrage.
Unter diesen Umstanden will das Fehlen der gegenseitigen Erkläriing Teutschlands und Rußlands, sich in (einerlei Aktionen einzulassen, die eine agressive Spitze gegun einen der beiden Kontrahenten enthielten, in dem viff gestern ojfiziell vcröfsentlichten Ablomincn der beiden Mai)ennäd)tc nicht viel besagen. 4)!a>t darf aber and) nicht daran herummäkeln, daß Das Abkommen über Persien erst jetzt nad) etwa achtmonatlichen Verhandlungen zustande gekommen ist. Tenii erstens wurde sein Abschluß durd) Die Erkrankung des russischen Ministers des Auswärtigen, S a s s o n o w, ntcdlid) verzögert, zweitens aber wünschte die deutsche Regierung eine so deutliche Fixierung des Zn Halts, daß diese umfangreiche Studien in Nordpcriien notig machte, und sich fo der wirkliche Abschluß des liebereintom mens, dessen provisorischer Text ja sd)on zu Anfang des Monats Fanuar dieses Fayres durd) eine russische Note bekannt wurde, verzögerte. Trotzdem ist cs einigermaßen interessant, daß das deuksch-russische Abtommen gerade letzt veroffcntlicht wird, wo in den Deutsch frauzösisdien Marokko-
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Nr. 195 Erster Blatt 16V Fahrgang Montag, 21. August 19ß
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General-Anzeiger für Oberyessen SSsL
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