Am Sonntag mittag folgte* ein
Deutschland I;och in Lyren", hatte. '.'In sie 'chloß sich ein Gälte in der „'.Neuen Welt".
änzend bewährt
wollte, das uns der alte Kaiser und fein Paladin Bismarck gc- schassen und das sich seinen Platz an der Sonne erobert hat. Eine Nation wie die deutsche hat feinen Feind zu furchten, sie dari aber auch nicht blind sein gegen die Gefahren der sort- geschrittenen Kultur für untere Jugend. Es gilt für die Fugend einzutreten und in diesen Bestrebungen stehen wir jetzt ja nicht mehr allein. Wtr wollen unsere Herzen erwärmen lassen zur Arbeit für die Zukunft unseres Vaterlandes. Wir muffen iperj und Lande erheben zu dem heiligen Gelölmkis, treu zu fein dem deutschen Vaterlande und der Arbeit für feine Zukunft. Wer es treu meint, der rufe: Gut .<?cil C'm Deut'chen Volle, der Schöpfung Jahns, dem deutschen Volksgut' 'Stürmische Gut Heil-Ruse.-
Architclt Schulz, der Vorsitzende der Berliner Turngemeinde, enthüllte darauf zu Füßen des Tenfmals einen Findlingsblock aus dem Grunewalde, der eine auf die Lundertfahrseier bezügliche Inschrift trägt. Damit war die offizielle Feier beendigt und cs folgten Die Kranzniederlegungen
Professor Reinhar bt-Berlin Danlte namens des Festausschusses allen Förderern der Feier, den Gästen und Ehrengästen für ihr Erscheinen, namcntlidj dem Prinzen Oskar, der sich unter L-Kl-Rusen der Menge verabschiedete. Tie gesamte Ver-
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sammlung sang zum Schluß: „C nomit Die Feier ihr Enee erreicht Begrüßungsabeiid Der auswärtigen
Festzug durch die Straßen Berlins, an dem iich gegen 15 OOO Turner, Schutzen und An-
gehörige sportlicher Vereine beteiligten Ter Vorbeimarsch Dauerte ungefähr eine Stunde. Seine Sviye bildete eine historische Gruppe. Voran ritten zwei verölt«, Denen eine uniformierte Musikkapelle zu Pferde folgte. Ihnen schlossen sich etwa 100 Fußtruppen und Reiter, sowie eine jtoftünigruDoe von Bürgern. Turnern und Studenten in der Tracht von 181) an. lebhaft begrüßt wurden ioDann die drei Wagen mit den AilsschußmitglieDern und vor allem die sechs Wag^n, in^Dcncn 'ich Die alten jVittglieber befanden. Die schon 1861 bei b:r FünfzigjahrTier am Tenkmal Jahns zugegen gewesen waren. Einen prächtigen Anblick gewährte die Gruppe der Loch sch ul en, Die in 80 Wagen Die Fahnen mit'ührte. Aus dem Tcmvelhoser Felde löste sich d r Zug^aus unö es begannen die Freiübungen, an Denen sich mehrere Taufeuoe beteiligten. Zu diesen Hebungen war Prinz Eitel Friedrich erschienen, der iich gegen zwei Stunocn aus Dem Felde aushielt und Dem Festausschüsse seinen Tank für Die Vorführungen ausiprach. Ein später einsetzendec Regen zwang, die Hebungen zu beschleunigen — Morgen sinden Turnfahrten in Die nähere und weiter«. Umgebung von Berlin und abends ein Fcstkommers in Der Philharmonie statt.
West-Anlag^6 lh.U*4t , auf alle
übergebracht worden war, ausgestellt. Unter den Ehrengästen besauten sich Prinz £ 5 f a r von Preußen, der im Auftrage des Kaisers erschienen war, Vertreter des Kriegsministeriums, des Kultusministeriums, der Stadt Berlin, sowie 15 alte Turner, die noch die Fünfzigfahrseier im Fahre 1861 mitgemacht hatten und in Der alten Turnertracht: graue Beinkleider, blauer Foppe und schwarzem weichen Lut, antraten. Nachdem die vereinigten Turnerchöre „Tie Limmel rühmen des Ewigen Ehre" gelungen, ergriff Ministerialdirektor Scbwartzkovff das Wort zu einer A n spräche, in der er zunächst Das Ausbleiben des Kultusministers entschuldigte und Daun die Verdienste Jahns und Der deutschen Turnerswaft würdigte. Nach Dem freudig aufgenommenen Gut Veil auf den Kaiser teilte Exz Schwartzkopff mit. Daß dem Vorsitzenden Der deutschen Turnerschaft Geb San -Rat Tr. Götz, „Der in Dai Ehren seiner 85 Fahre sinnbildlich und vorbildlich für die deutsche Turnerschaft fei". Der Rote Adlerorden Drin r Klasse, Professor Reinhardt vom Festausschuß der itronen £tDen Dritter Klasse verliehen worden sei.
Tarauf bestieg, von stürmischen Leit Rusen begrüßt. Der Vor sitzende der deutschen Turnerschaft Geb Sanitätsrat Tr. Götz die Tribüne und hielt folgcnoc Ansprache: Wir sind heut: ver sammelt an einer Staue, Die geweiht ist für alle Zeiten dem Gedenken an das deutsche Vaterland. Von hier aus erging Der Ruf Fahns an das deutsche Volk, für Den Freihcitskamof, Der kommen mußte, sich körperlich und geistig zu kräftigen.^ Lier an dieser Stätte schuf derselbe Jahn, der treue Deutsche Mann, dem deutschen Volke sein deutsches Volksturnen. Ter Glaube Fahns freilich, daß das deutsche Turnen, die Kräftigung des Deutschen Volkes, dieses zu einem großen Ziele führen werde, der Traum hat 'ich mau erfüllt. Vcu-n wurD. in jaii’i Zeiten, Die nid", von deutschem, sondern von Metternich''s em eilte beherrscht waren, als Verfechter Der Lehre von Der deutschen Einheit verdächtigt, und das deutsche Turnen wurde verboten. Es kam aber emejmoerc Zeit, ein anderer Geist, Der Lohenzollerngeist, das Deutsche Turnen wurde freigegeben unD anerkannt als wichtigstes Mittel ’ür Die Erziehung Der Deutfchen Fugend. Fe loch der -tilterfühluig von 1848 und 49 war nur ein Traum, das beutfebe Turnen verfiel noch einmal, bis Die Stunde um, wo ein eeuntyer Fürfi, Ern st ton Eoburg - Gotha, den deutsch n Turnern die Stätte bot, wo sie sich 5um erstenmal vereinen konnten. Tas war die Zeit wo das Wort erfüllt wurde: „Tie Nachwelt setz: -edeit m uin Ehrenrecht." Leute können wir mit vollem Herzen bekennen, taß Fahns Werk völlig erfüllt ist.
2er Redner narr dann einen Rückblick auf Die Entwicklung der deutschen' Turnerschaft, die jetzt jedes Fahr 35 000 Rekruten ,ur das Leer stelle und suhr fort: Fahn füllte die große Zeit nicht erlcvcn. Wir Haven legi cm einiges Reich, nie Fahn es.
Gedächtnisfeiern für den Turnvater Zahn.
Berlin, 17. Funi 1911.
Ter Turnvater Fahn teilt mit vielen deutschen Größen das Schicksal, erst am Abend seines Gebens oder nach dem Tode richtig gcirüibigt zu werden. Tas geeinte deutsche Reich, jur das er als Knabe gebetet, als Jüngling geschwärmt und als Mann gelitten, hat ihm in immer steigendem Maße den Lorbeer geweiht, der ihm im Leben versagt blieb. Leute feiert ganz Teutschland die Erinnerung an einen Mann, der in trübner Zen an der Zukunft seines Volkes nicht verzweifelte, in erster Linie die Reichs- hauvtstadt, ans Deren Boden Fahn seine turnerischen Plane zum erstenmal zur Turchsührung brachte. Aus märkischem Sande, in der Laseiiheide, die damals noch weit draußen vor der -Ltadt lag, gründete Fahn vor 100 Fahren den ersten Turnplatz. Turch das Wohlwollen des Sbersorstmeisters v. S ch c n l wurde cs Fahn im Fuili 1811 möglich, einen Platz inmitten der mageren Kietcrn- jdjonung überwiesen zu erhalten, den er mithilfe feiner Schüler euifriebigtc und aus Dem er einige einfache Lolzgerätc anüindue. Etwa 200 Schüler, Studenten, Effizient und Burger hatten iich ihm angefchloffen und turnten dort an einigen Abenden in der Wodje. Das war der Anfang der Berliner 2 u r n er -- f cha ft. Sie bat Die Verdienste ihres Begründers nicht vergessen und ihm an der Stätte seines ersten Wirkens ein Tentmal errichtet. Hier soll die Lauptfeier zum Andenken au die Gründung des Fahn-Turnplatzes vor 100 Fahren ftattfinöcn.
Die Reihe der festlichen Veranstaltungen anläßlich des Fuvi- läurns wurde heute vormittag eingeleitct durch die B i s in arck- spiele Der höheren Schulen auf dem Tempelhofer Felde. Gegen 9 Hljr morgens waren etwa 10 000 Schüler mit riircn Lehrern versammelt. Gemeldet hatten iidj im ganzen 32 Kymnasi.n, Realgymnasien, Realschulen und andere Anstalten. 2ic Sviele bestanden nt Weit- und Lochspringen, Barlauf, Pferd- und Boa springen, Reck und anderen Geräteübungen. Direktor Trendelenburg vom Friedrichs-GlMinaiium brachte Das Kaiser- hoch aus. Tie Spieler erfreuten fick; einer großen Zuschauermenge: besouDers zahlreich waren die höheren Töchter vertreten.
Am Abend wurde unter zahlreicher Beteiligung von Vertretern Denn"eher Turnvereine der Hauptstadt, aus dem Reiche und dem Auslände Die Hundertjahrfeier vor dem Fabndaikmal festlich begangen. Die Strahlen Der jinfcnbai Sonne übergossen die Wipfel der das gefdjmüdtc Denkmal umgebenden alten Eichen, blühenden Linden und mächtigen Silberpavvcln, als aUmäbhdi die zirta 120 FahiienaborDnuiigen der verschiedenen Turn und studentischen Vereiiic anrüeften und im Halbkreise um das Denkmal Plag nahmen. Zur Linken des, mächtigen Unterbaues wurde das Banner Der deutschen Turnerschast, das aus Frankfurt her-
Erstes Blatt
161. Jahrgang
General-Anzeiger für Oberhessen
Nr. Hl Erstes Blatt 161. Jahrgang Montag, 19. Juni 1911
Ter Siebener Anzeiger ÄegV Ä Mg Beznqtzvret»:
erscheint täglich, außer JMefr ▼ ■ ▼ monatlichTSPf^viertel-
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Dieser Bekanntmachung ist eine Erklärung deS Taris- amtes der deutschen Budwrucker, des Vorstandes des Ver banbes Der deutschen Buchdrucker und des Verbandes bei Buchbruckerei Hilfsarbeitt »gefügt, in der es
heißt: „Die Zeitungsrotationsmaschinenmeister ber Firma Scherl legten unter wieberboltem Kontraklbruch und Taris bruch bie Arbeit nieber. Veranlassung hierzu gab angeblich bas Urteil bes Tarifamts, ber obersten Schicbsinstanz im Buchbruckergewerbe. Trotz fluiibculangcr Verhanblungen, trotz bes weitesten Entgegenkommens ber Firma Scherl und trotz gütlicheii und ernstlichen Zuredens aller hierfür in Betracht kommenden Stellen, bestanden Die Maschinenmeister Darauf, baß bie entlassenen zwei Maschinenmeister wieder eingestellt und baß sie nicht früher bie Arbeit wieder auf nehmen würben, bis ihrer Forbernng entsprochen sei. Das übrige Personal ber Firma, Setzer uitb Stereotypeure, schloffen sich biesem Vorgehen nicht an. Wegen des begangenen außerordentlich groben Tarifbruchs und der damit un Zusammenhang stehenden groben gewerkschaftlichen Tiszi pluilofigfcit sind Die in Betracht kommenden Maschinen meister aus dem Verbände der deutschen Buchdrucker ans geschlossen worden. Tie Unbesonnenheit ber in Frage Tom menden Personen muß aufs tiefste Gebauert werden."
Ter „Lokalanzeiger" und bas „Tageblatt" sind heute abend wieder erschienen, jedoch wie die „B. Z. am Mittag" int verkleinerten Umfange.
Berlin, 18. Juni. Fn einer von über zweitausend Personen besuchten Versammlung des Buchdrucke- retpersonals der Firmen Mofse, Scherl und Ullstein wurde mitgeteilt, daß bereits gestern abend beschlossen moi- ben sei, die Arbeit bei Mo s f e und Ullstein sofort a u f- zune hm en. Nach stürniifcher Tebatte wurde auf An trag mehrerer Organisationsoorsitzenber fast emß.immig beschlossen: Tas Personal ber Firma Scherl, soweit es nicht entlassen ist, nimmt am Montag bie Arbeit auf. Tie 39 Entlassenen wählen eine aus drei Personen bestehende Abordnung, die morgen mit der Gescyäftsleitung von Scherl verhandelt.
Der Streit um Marokko.
Tie „Nordd. Alla. Zig." schrc.bt: -lic Meldungen über Die angebliche Ausweisung eines deutschen Mineninge- nieurs aus Tebdu cnvieicn sich nicht als zutrefsend. Dem bctreicinbcu wurde, wie auch anderen Europäern, IcDiglid) uahe- gclfgt, ein zurzeit infolge militärischer Operationen gefährliches Gebiet einstweilen zu verlassen. Dieser kam, wie Die anderen. Der Aufforderung bereitwillige noch. Ein Zwischenfall ergab fick) erst später Daburd*, daß derselbe Ingenieur in Oran wegen verbotenen Waf s c n t ra g e n s zur Verantwortung gezogen uJuröc. Die französische Regierung erteilte jedoch Die Weisung nad) Oran, beit Deutimen Fngeni . ■ außer Verfolgung zu setzen und ihm Die beschlagnahmten GcgenstänDc zurüdzugeben.
Der i p a n i i dj c sX't i n i ft e r i) r ä fj D e n t erklärte, Spanien werde sich daraus beschränken, für Die Sicherheit der Gebiete E o u t a u ii D Melilla zu sorgen und die Tabora von Larrasd) und El Kfar zu verstärken. Spcnien denke keineswegs daran, tu Der Richtung auf Arzila, Tanger oder einen anderen Punkt vorzurücken. Es schickte Truppen nach El Ksar, ebenso wie Die Franzofen auf der anderen Seite nach Lutkos, um die Agitation zu unterdrücken.
Von mehreren dem Qnay d'Orsay nahestehenden Blättern wird erhärt, daß die Mitteilungen der 'panischen Regierung über Die Vorgänge üt Marokko in Paris als unzureichend angesehen werden. Da dieselben (einerlei Andeutung über den Zeit- runtt der Räumung von Larrasch und El Ksar enthalten, und Daß deshalb tu den Verhandlungen un rollfommeitcr StillitanD ein getreten sei. Ein hiesiges Blatt läßt sich aus Madrid melden.
mau hege daselbst Die Besorg »iS, Daß Frankr. ich Die spanüdi mtUL'IL-.mfdic Altion nut Z o 11 r e v r c i s a 11 e n beantworten und Die bisherige strenge Hcbfrirad’ung Der spanischen Anarchisten unD Karlisten an Der Grenze einflrllcu könnte, was für den inneren tjncDcii Spaniens sehr gcfährlid» wäre.
Tie Agcnee Havas incIDct aus Fcz unlcrni 13. Juni: In Dem Protest gegen Die Besetzung non Larrasch Durdi Die Spanier erklärt der S u 1: a n , er würde wegen dieser Verletzung Di e Verträge an Die Algceirasmächk - appellieren und lehne cs inzwischen ab, io lange die Besetzung dauere. Die einzige Klausel Des 1910 in Madrid abgeschlossenen wamsch marokkanischen Ab- lammens anzuwendcn.
In der 'Rächt ans den 18. D M. wurde in Casablanca Der Deutsd)c Fungvogel und sein eingeborener Begleiter von zwei Strolchen, entlassenen französischen Soldaten, angegriffen und beschossen. Fungvogel schoß in Der Notwehr einen Der Angreifer tot. Der onDcrc entfloh.
21115 Hessen.
Nationalliberale Vertrauensmännerversammlung.
Gießen, 19. Funi.
Tie nationalliberalc Partei des hiesigen Reichstags- Wahlkreises hatte für gestern nachmittag eine Ver- trauensmännerverjammlnng in bas Eafö Ebel einberufcn, in der neben geschäftlichen Fragen auch die allgemeine politifche Lage int Reich und in Hessen erörtert wurde. Nach einem einleitenden Bericht des zweiten Vorsitzenden, Amtsrichter Gläscr-Grünbcrg, über die letzte Reichs- tagsreahl wurde folgende Entfchließung angenommen:
„Tie Ver.iaueusnninttervcrfaiiiinluilg der Wationatliberalcn Partei Des Wahlkreises Gießcn-Grünberg-'RiDDa spricht ihrem Kan- DiDaten für die Rcichstagsersatzwahl, Herrn Prof. Tr. G i f e v i u s , Tür feine aufopfernde Tätigkeit in Dem RcichstagSwahlkampf ben reärmiten Tant aus und bedauert, daß Oicicm hervorragenben Vertreter Der Laudwirlfchaft an der hieiigcn Universität und praktischen Landwirt namentlich seitens Der lanömirtidiaitireibenbcn Bevölkerung des Wahlkreises nicht Die erhoffte Unterstützung zu teil geworDeu ist, ^ic hofft zugleich. Da« Herr Pro'. Tr. Gifevius feine Kraft auch fernerhin in den Dienst der nationalliberalen Sache stellen wirk).
Gleichzeitig bringt sie Dem seitherigen 1. WablkreisvorsitzcnDcn, Herrn Rechtsanwalt Kaufmann, bei feinem freiwilligen Rücktritt von Diesem Amte in Anerkeiinung seiner uiieigennützigen, überaus eurigen Betätigung für bie nationalliberale Sadie Den aufrichtigsten Dank zum AusDruck unD hofft, Daß er auch in Zukunft für bie Partei mitarbeiten wirb."
An einen Vortrag ntr&r die kommenden Reichstags- unb Lanbtagsreahlen schloß sich eine eingehende 'Aussprache an, deren Ergebnis in folgender Entschließung niedergelegt wurde:
„Fn Rüdüd't aus Die Durch Die Rew ssinanzresorm von 1909 geschaffene voliiiidje Lage und die Entwicklung der oarteipoliti'chen Verhälmisse seit dieser Zeit im Reich und in unserem Wahlkreis hält es die Vertrauensmännerversammlung für Der Sachlage cm- sprccheiiD, in unserem Wahlkreise für Die nächste Rcichstagswahl und Die LanDbagswahlcn dieses Herbstes eine Einigung der liberalen Parteien herbeizusühren."
Bei der folgenden Wahl des Wahlkreisvorstandes reurbc zum Wahlkreisvorsitzenden Fabrikant A. Kling spar, zum 1. Schriftführer Oberlehrer Pros. Tr. Krausmüller gewählt.
Der Finan z aus sch n ß Der Ersten Kammer tagte am SaiuStag, um über Die Di nz mit Der Ziveiten Kammer wegen Des Gemeinde st euergesetzes zn beraten. Von der Zweiten Kammer wohnte Der Abg. Tr. Weber ben Verhandlungen bei. Es ivnrden verschiedene Kompconiiß-
Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.
Ein Wahlaufruf des hansabun-er.
Ter Lansabund erläßt im Hinblick auf Die nächst jährigen Reichslagsreahlen an djc Angehörigen d c s deutschen Gewerbe st anbes folgciiben Aufruf :
Der Verlaus bes Hansa Tages hat bewiesen, daß der deutsche Äewerbestand gewillt ist, mit allen Kräften für die gerechte Würdigung feiner nationalen und staatserhaltenden Arbeit einzutreten. Ties kann jedoch nur erreicht werden, wenn der deutsche Reichstag und die Par lamente ber Bunbesstaetten immer mehr burchsetzi werben von Angehörigen ber im Hansa-Bund vereinten Erreerbsgruppen aus Gewerbe, Han bei unb Jnbustrie. E-s gilt, ber vom Hansa-Bunb vertretenen gerechten, bas heißt allen Erreerbsstänben, einschließlich ber Lanbwirtschast, gleichermaßen gerecht reerbenben Politik auf wirtschaftlichem unb reirtschafkspolitifchem Gebiete zum Siege zu verhelfen.
Es müssen ferner bie Steuern und Lasten unter allen Enverdsstaudeu nach Maßgabe des Besitzes und ber Leistungsfähigkeit gleichmäßig verteilt werben.
Tic nächsten Reichstagsreahlen werben hierüber unb über bic nicht minder wichtige Frage zu entscheiden haben, ob der deutjche Gcreerbestand und das deutsche Bürgertum gewillt sind, mit aller Energie die ihnen zulommcndc Stellung in ber Gesetzgebung, Verwaltung unb Leitung bes Staates sich zu erkämpfen unb bafür Sorge zu tragen, daß die Gleichberechtigung aller Erwerbs stände in Zukunft auch im praktischen Staatsleben bic unverrückbare Gruublagc ber deutschen Politik wird
Wenn das erwerbstätige Bürgertum vor der Entscheidung versagt oder zaubert, wenn es feine eigene Sache nicht mit der bei ihm sonst üblichen Energie fördert, dann verdient es die Zurücksetzung, bic cs erfahren hat, unb alles, was ihm bann feine zahlreichen Feinbc noch in größerem Umfange auferlegen werben.
Ter Hansa-Bunb erwartet baher, baß jebes Mitglied» unb daß icbcr Angehörige bes bcutschen Gereerbestanbes seine Pflicht tue.
Ter Hansa-Bunb ist keine politische Partei; er ist eine wirtschaftliche Vereinigung mit den durch fein Wirtschaftsprogramm bedingten ' wirtschaftspolitischen Zielen.
Es gilt daher, gemäß den Richtlinien des Hansa-Bun- bes, die bürgerlichen politischen Parteien, welche allein die Wahlen durchzuführen haben, bei Aufstellung unb "Durchsetzung solcher Kandibaten zu unterstützen, iveldye bie Gr- wahr dafür bieten, daß sie in ihrer parlamentarischen Tätigkeit von den Grundgedanken des Hansa-Bundes nicht abweichen werden.
Die Streitigkeiten im Berliner Buchdruclgewerde.
Berlin, 17. Juni. Zur Arbeitsniederlegung der M as ch i n c n ni c i st c r der Firma Scherl erklären die Firmen Masse, Scherl und Ullstein in Sonderausgaben, daß Mosse und Ullstein sich aufgrund gegenseitiger Abmachungen Aushilfe zu leisten bereit erklärten, daß jedoch die Personale trotz wiederholter Aufforderung seitens ihrer eigenen -Organisationsvorständc diese Arbeit verkvei gerten. Fnfolgebesscn hätten bic Zeitungen dieser drei Firmen nicht erscheinen fönnciT.
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(Mi. W.
ingebäck ide Gotten Eis.
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