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17.7.1911 Erstes Blatt
 
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Ver«g»vret»r monatlich 75*5!^ viertel» äbrlid) ML. 120; durch ')lbbole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost '1'112.viertel- ]ai)\L aufcicbL Beslellg« 3eilenprei8: lokal ISilu amMvärts 20 Vlenniq. (< befrebafteur: A-Voctz. verantwortlich für den polih|d)en Teil: August trioey; für .Feullle- ton', .DennychleL' und ffievichtfllaal. R. Neu­rath; für .Stadt und Land": E.L>cb; tüt den Anzeigenteil: H. Beck.

Nr. 165 Erstes Blatt 161. Jahrgang Montag, 17. Juli 1911

Ter «lefeener Hnjelger J3S&& W jjX ^SjT W

Gichencr Anzeiger

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WIW General-Anzeiger für Gberhefjen

Annahme von Anzeigen Rotationsönid und Verlag der vrühl'schen Unio.-Vuch- und Zteindruckerei H. Lange. Kcbcftion, Erpedition und Druckerei: schulftrahe 7. d.s vöniuu-'i' "ü"üh" Büdingen: Fernsprecher Nr. 50 cheschäftrftelle vahndofstratze f(»a.

Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

nie» finde.

ritten Macht u, solchen Ser* Im

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die schon am r London,

zelner eine gante Stabt leiben? Es ist jetzt viel von der orohenden Konkurrenz der Universität Frankfurt die Rede. Selbstverstänblich wirb, luenit man das freundliche Gesicht (Gießens grundsätzlich verdirbt, der Zuzug abnehmen. Sie Stabt besteht jetzt schon aus lauter Lheaterkulisfen und

Ter junge Leutnant blieb bei der Aufnahme von Palästina bis nach dem Berliner MongrcB, ließ jid) wieder altiv zur Aus­nahme von Cvvern kommandieren, jvielte daraus eine Weile Mili- tärkonsul in Crserum, iand aber, das; er doil weit vom Schutz sei, sehrte nad) Zypern zurück und tzarrte geduldig oder ungeduldig weiter, bis irrt Jahre 1<S82 cir Evelyn '-lüoob nad' Aegovten kam mit dem Auftrage, das ägvvtische Heer neu zu bilden. Sa nahm Leutnant Miidicner vom Jngenieurkorps das Gebitz ziviichen die Zähne, eilte ohne Urlaub schleunigst nach Aegypten, nielbete jid) zum Eintritt, wurde als sprachlundiger, mit dem Sftcn bci> trauter Mann sofort angenommen und erhielt eine von den zwei zunächst verfügbaren Stellen als Major bei der Kavallerie. Es war bei den hohen Bezügen für die ausländischen Lrganisaloren teilt übler Anfang. Sott) es follte besser kommen. Ser neue Major erwies sich bald als Organisator, als Führer, im Verkehr mit den Acuten, beim Nachrichtenamt und sonst in allen erdenkbaren Ver­wendungen als ein hervorragend brauchbarer Mairn. Jm Jahre

emp

gegenüber zu verletzen.

Es zeugt deshalb von einer hohen Befähigung dec Londoner Diplomatie, wenn sie es verstanden^ hat, die Erneuerung des Vertrages von 1905 über bas Jahr 1915 hinaus bis zum Jahre 1921 in Toiio burchzusetzen, wenn auch mit einer Umformung seines Jnhalts, die durch das englisch aincriianijche Schiebsgerichtsabkommcn veranlaßt ist War England vor dieser Erneuerung seines Vertrages mit Japan zweifellos gezwungen, sich im Kriegsfälle mit der Union auf die Seite Japans zu schlagen, so heißt cs jetzt im Artikel 4 des erneuerten englisch-japanischen Ver­trages:Sollte eine der lontrahierenben Parteien einen allgemeinen Schiedsgerichtsvertrag mit einer dritten Macht schließen, so wirb abgemacht, baß bei einem r,x:....." '

ttc ich direkt in der fofcm nur £0 eipzigerstr. Qq

Frankfurt a. M.

verlangen zu wollen, i Günstigste Sousgelkgknbt- ] :rd) Wegfall hoher IBcrfoei- I ;sen. -

Äar in der Fabrik ; ifee Läger von ea. M tmenten in allen Stvlartif ätzen und Preislagen. Zahlung - Miete - Ai mung der Miete bei Sfrkw nach Vertrag. < italoge gratis und trinke.

Stimmungen vor mrck rtsenes Personal'. lalänr-Pianos

Ter letzte Gang der a l» b e m i i d) e n Freiheit. Zn Jena har man, wie der Köln. Ztg. geschrieben wird, bis ata-» bemiid'c Freiheit dieser Tage zu Gr^be getragen. Sic Teutonen märens, die das Leichenbegängnis übernommen hatten, und sie l-allen wahrlid) Grund dazu. Ser Bürgermeister, der die hohe Polizei unter sich hat lein Warne ist Müller ist der über­modernen Ansicht gewesen, datz cs ein Verlctzrshindemis bilde, wenn die ^rubenten an langen Tafeln auf dem Gehweg sitzen und den Fußgängern einen Umweg über den Jahr bim ni an­muten: und so verbot Sr. Müller den Teutonen, fürder auf dem Bürgersteig zu sitzen, zu zechen und zu fingen, und verwies sie in ihr Haus und ihren Garten. Sie Antwort war eine fürchter­liche Kundgebung, die die allergrößte Heiterkeit hervvrriei. Zn langem Zuge ginge durch bie <stabt; Trauerweisen spielte die Staötlavelle; in einem ,argähnlleben Gebilde folgte dieaka­demische Freiheit", von idn-ar» geileibeten Männern getragen. Sann kam ein Wagen, der das cimnge Jena zeigte zecheiide Studenten ohne Polizei, dann das Gegenstück; eine getreu: kopierte Gemeinderatsiikung unter dem Voriitz des allgeiuattigen Polizeichefs. Ser Frtieur, der riefe Köpfe zurecht gemacht, ffrittc viel Geschick gezeigi, die Stodtverordneten, die sich des öitern gegen das studentische Treiben hatten hören lassen, fanden sich hier in getreuem, nenn mich etwas karikiertem Monteriet: Sie agierten eine stürmische Sitzung, die es auf den Tod Der aka­demischen Frechen abgesehen hatte. Eine Klosettpapierrolle ent­hielt lauter Ltraimanoakc. Und endlich kam als Hauptsache der Hinweis auf die im Jahre 1913 ablauicnde Wahlperiode des Bürgermeisters Sr. Müller; die Leute, die diese Gruppe ver­körperten, fangen das schöne Lied:Sas muß ein schlechter

stellen.

Ser englisch japanische Vertrag ist m England nie . , wesen Man sah m ihm, da England den Schutt der aftatiscyen Kolonien, vorzüglich Jnbiens, Japan anvertraul bam, von vornherein eine freiwillig? Schinälerung des Ansehen-' Großbritanniens mib miß billigte ihn in nationalen und kirchliche,i Steifen umsomehr, als er mit einem Volk der gelben Rasse und heidnischer Religion abgeschlossen war. Saß Frankreich kurz banne!) einen ähnlichen Vertrag mit Japan abschloß,^änderte an der Bolksmeinung nicht das geringste, und die Tatsache, daß der engliscl; japanische Vertrag, wie oben ausgeführt, durch die Veränderung der politischen Lage immer mehr an Be dcutung verlor, ließ ihn in London ziemlich nbcrslüsfig erscheinen. In Japan mochte man ähnlich denken, denn die Gefahr, das; Ettina mit Japan Mei eg anfangen würbe, verflüchtigte sich, se heiliger bie Differenzen zwischen Rutz land und Ehina über bie M-ndschurei wurden, deren trtege rischen Austrag sich Japan, ohne selbst das Schwert zu ziehen, in ।ebem Falle zunntte gemacht haben würbe, Unb dos Gespenst einer kriegerischen AuseinandersetzunA zwischen Japan und der Union hatte 'ich vorläufig wieder in weitere Ferne zurückgezogen, scitbem die japanische Einwaiiberungs jrage in bie Union im Sinne eines Entgegenkommens Japans geregelt war. So blieb für Japan als einziger Grund für die Aiurechlerhaltiing des Vertrages mir Eng land die Möglichkeit übrig, seinen bnrniebernegenben Fi nanzen mit englischem Gelbe aufzuhelfen, während Eng­land an dem Vertrage nur noch das eine Interesse hatte, seine ostajiatische Flotte in der Nordsee verwenden zu lonnen.

Tursie man schon deshalb mit einer Erneuerung des Vertrages über das Jahr 1915 hinaus kaum rechnen, so

So brachten die Ergebnisse der Potsdamer Begegnung vom Dorigen Jahre, bei der Rußland sich verpflichtete, an keiner politischen .Monstellation teilzunehmen, die sich gegen Deutschland richtete, die Ententenpolitii König Eduards, in der auch der englisch japanische Bündnisvertrag eine Rolle spielen sollte, ins Wanken. Denn ohne Rn; land fann uns England wohl Schaden auf dem Meere tun, uns aber nimmermehr besiegen, weil die für den Friedens schlutz entscheidenben Ereignisse sich ans dem Festlande ab spielen würden, wo die französische Wehrmacht, mag sie auch durch englische Kontingente verstärkt werden, sich der deutschen gegenüber von vornherein im numerischen Nachteil befindet, Rußland dagegen, selbst wenn es sich trotzdem an England und Frankreich anschließen wurde, wegen seiner militärischen ül.nmacht kaum in Betracht käme. Cb die ostasiatische Flotte also in den englischen Gewässern weilt, fann Deutschland daher völlig gleichgültig fein.

Umsomehr wirb man den zwischen England und der Union verhandellen Schiedsgericktsvertrag, der nur noch ber Bestätigung durch die Parlamente bedarf, jus Ge sacht sühren müssen, um zu zeigen, daß der englisch japa uische Vertrag von 1905 umgearbeitet werden mußte, wollte er diesem hochpolitischen Vorgang Rechnung tragen Es ist bei den ersten Nachrichten über biejen Schiebsgerichts- vertrag öfters betont worden, daß er, ber alle zwischen England und der Union aus.auchenden Mcinnngsvecschie denheitcn einer schiedsrichterlichen Entscheidung antcrbrci len will, eigentlich eine Art Bündnisvertrag darstellt. Eng­land lamt deshalb nicht, wie bisher, mit Japan gegen die Union und mit der Union gegen Japan verbündet sein, will es sich iiicht eines schonen Tages gezwungen sehen, seine BündniSptlichten dem einen oder anderen Staat

wenn diese and) im Blumenschmuck glänzen, so sieht man sehr bald, es ist nichts dahinter. Stabtcrmciterung klingt sehr schön, aber S-adtverschöneruug auch nicht übel. Hier liegen die Ausgaben ohnehin auf der Strafe: Siehe Kracheburg, Lindenplatz und ähnliche interessante Ruinen­stätten. Prof. A. Hansen.

wurde diese Annahme säst zur Gewißheit, als die wich tigften britischen Kolonien, Australien und Manabo, die während des lapanisch-amerikanifcheil Einwanderungskon sliktes nickst für den Verbündeten des Miltterlandes. Japan, sondern offen für die Union Partei genommen batten, weit auch sie eine ihnen unliebsame "japanische Einwanderung iürdneten, gegen 'den englisch-japanischen Vertrag rebel lierten. Das aber wäre schließlich noftt angegangen, wenn man nicht im ganzen britischen Weltreich die Einpfindnng gehabt hätte, daß die Unterstützung Japans in einem Kriege mit den Bereinigten Staaten, also einer stammesverwaud ten Nation, des britischen Volkes unwürdig sei und als Preis dafür nur die Kriegsbereitschaft gegen ben d utsc . i B heraussprang, die man in den intelligenten und nicht chauvinistischen Kreisen allgemach für überflüssig er achtete, namentlich unter dem Gesichtspunkte, hast Engländer und Deutsche bei einem Kriege gegen­einander nichts zu gewinnen hätten, sondern viel mehr durch ihre gegenseitige Zerfleischung ihr bisheriges Prestige an andere Nationen abtreten würben.

Der neue englisch-japanische vertrag.

Bekanntlich hatten England und Japan am 12 August 190.5 einen Vertrag abgeschlossen, der zehn Jahre, also bis zum Jahre 191.5, in Geltung bleiben sollte. In diesem Vertrag garantierten sich die beiden Mächte ihren Besitz stand in Asien und madjtcn sich anheischig, im Kriegsfälle mit einer brüten Macht sich gegenseitig zn unterstützen Bei der damaligen politischen Lage konnte für England nur Rußland und Deutschland, für Japan Rußland, die Bei einigten Staaten und allenfalls China als Gegner in Be tracht kommen Japan übernahm daher den Schutz Indiens gegen Rußland und ermöglichte es England, feine ostajia rische Flotte zum Schutz des vereinigten Königreichs gegen Scutschland in die l e mischen Gewässer zu dirigieren, mäh renb Japan seinerseits den Vorteil hatte, das seegewaltige England in lebcm ostasiatischen Konflikt hinter sich zu wissen.

Aber die polilifcheii Verhältnisse änderten sich. Eng Hub brauchte nicht mehr nm Jnbicn zu zittern, seitdem es sich Rußland in Zentralasieti genähert hatte, und Japan wurde ebenfalls die Furcht vor dem Zarenreich los, nach­dem es sich mit irm in verschiedenen Verträgen über die ''Mandschurei und Mongolei geeinigt hatte, bie einem un­ausgesprochenen Bündnis verzweifelt ähnlich sahen blieb für England nur die deutsche Gefahr, für die aber neben der Besserung der bentsch englischeii Beziehungen die jetzt in den englischen Gewässern zil>ammengezogene große veimatsflotte genügende Sicherheit bot, und für Japan die Aussicht auf einen Krieg mii ter Union, vielleicht auch mit China, ivo in beiden Fällen England laut des Vertrags gezwungen geiucfen wäre, sich ans die japanische Seite zu

Lord Nitchencr Statthalter in Aegypten.

London, 16. Juli. Lord Kitchener wurde zum briti­schen diplomatischen Agenten von Aegypten ernannt.

Lord Kitchener ist 63 Jahre all. Ein alter Soldat wird zum Siplomateu ausersehen Nicht alle Engländer sind damit einverstanden, obgleich die Bedeutilng von Kitcheners Persönlichkeit überall anerkanitt werden mag. Sie Liberalen hegen ein altes Mißtrauen, einen Soldaten an 'die Spitze einer Zivilverwaltung zu stellen. Aber, so sagte ,,Daily Chronielc" schon vor ein paar Tagen, es herrsche zurzeit in Englandeine wahre Dürre an tüchtigen, für den Reichs - dienst versügaren Männern."

Lord Kitchener hat eine seltene und loechselvolle Laufbahn hinter iidi. Sah er, so entnehmen wir einer Sarüclhmg des Londoner Mitarbeiters derKöln. Ztg.". einer irischen Soldaten tamilic entstammt und im Januar 1871 nach Vollendung ieiner militärischen Studien auf der Akademie in ^Woolwich L'ssizier im jngenieurkorps wurde, ist bekannt. Sie, «agc beriditet, er ict nadi bcftaiibcncm Ezamen im Jahre 1870 nach Fran kreid) ge^ gangen, um iidi ans dem Kriegsschauplätze umziisehen, und habe ingar eine Weile in den französischen Reihen gekämpsi. Es i)t ivohl nur der erste Teil dieser Geschichte richtig, denn andernfalls hätte man in Frankreich, wenn nicht früher, dann doch iväter, die Sad-c sicher nicht verschwiegen. Eigentlichen Dienst bat der junge Offizier daheim nur von 187174 getan. Seine Vermögens Verhältnisse waren ücmlid) knapp. Es zog ihn in die Weir hinaus, und er trat zu einer 3eit, wo es im Cffcn zu rumoren begann, nach unseriu Spradigcbinud) n la suite seiner Waffe, zur Verniejfung von Valästina über. Seit ivar Gelegenheit, sprachen, Singe und Menschen kennen zu lernen, man war nidit übel gestellt und war rulleidjt bei der .öano, wenn iid> eine YUNMgc Gelegenheit bot. Es galt aber, eine ganze Weile geduldig aus- Dalten, Ins bieje Gelegenheit tatsächlich kam.

.JUL LI,LI in lujuiivii *-,**-W ................

Chaussee" hineinwünschen Man mag noch so oft durch die schmale Spalte, die unmittelbar aus hohen Straßen auf den Wicsenweg führt, hinausgetreten fein, jedesmal wird man wieder das gleiche. Gefühl der llcbcrraschung und Befreiung bei diesem schönen, weiten Naturbilde emp- inben. Es ist gleich hervorragend zu allen Jahreszeiten, nicht am wenigsten im Winter. Ser freie Blick, der unge­hinderte Sonneiischeiii an klaren Wintervormittagcn, gibt in nächster Nähe den Genuß, den man sonst erst in einer Winterstation findet. Ein solcher Spaziergang üt auch für verwöhntere Sinne ein ganz ungewöhnlicher Naturaenuß. Aus meiner Erinnerung weiß ich fein ähnliches Bild aus anderen Gegenden zu nennen. Also Gießen schütze deine Wiesenlandschaft! Sie Verlängerung der Straße wird, da die Wiesen fein idealer Baugrund sind, und bie klimatische Lage zum Wohnen nicht gerade anlockt, an Eleganz nicht hervorragen, und wir Gießener haben statt eines erfrischen­den Spazierganges zu unserem Stadtwalde einen Kanal voll Stabtluit unb Familienleben zu burchwanbcrn, ehe wir ins Freie kommen. Was helfen alle Naturschutz-, Verschöne- rling-- unb Berkehrsvereine, wenn unsere Stabtvcrwaltung sich immer weiter bestrebt, bas Bebürfnis ber Einwohner nach Lust und Licht, wo es geht, e'inzuschränken. Diese Neigung wird dadurch aufs neue illustriert, daß man ge­stattet, bie obere Süd-Anlage durch himmelhohe Häuser ein­zubauen. Einer dieser Wolkenkratzer steht schon unb wenn bie Häuserreihe nach einigen« Jahren ausgebaut sein wirb, so liegt dieser Teil ber schonen Anlage im Schatten. Wenn bie Stadtverwaltung nur eine entfernte Zuneigung zu den Grazien besäße, so hätte man hier nur zweistöckige Häuser zulassen dürfen, womit man doch schon in der Lst-Anlage einen schwachen Anfang gemacht hatte Es erscheint als Widerspruch, für eine Stadt-Anlage erhebliche Ausgaben zu machen, unb ihr die nötigen Lebensbedingungen abzu- schneiden. Die Erfindung, Pflanzen-Anlagen oi;ne Licht Isu pflegen, ist nun einmal, Bureaulratius zum Troy, noch nicht gemacht, falls man nicht anr Ehampignontuliuren im großen reflektiert. Natürlich werden auch bie Häufer-

Juli. Sie Blätter sprechen ihre Genugtuung über den neuen Vertrag mit Japan aus, ber ben Frieden in CItalien fiiv ein weiteres Jahrzelmi sichere unb England im Falle eine s K o n f l i ft es Japans mit A rnerika hon her B ü n b n i s pflicht befreie. Weiter wird betont, datz Japans Zustimmung tu ber Abänderung des Vertrages eine Fortsetzung feiner Politik ber guten Beziehungen zu Amerika bedeute und daß ber neue Vertrag bie Unterstützung ber britischen Kolo-

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trage für diese kontrahierende Partei keine Vetpflidilung Herbeigesührt merbeu bars, gegen eine Macht in ben Mrieg zu ziehen, mit ber ein Schicdsgerichtsvertrag abgeschlossen ist" Danach fd:eihet also Entzland al Bundesgenosse des Mikadoreiches sür einen amerikanischen Kriegsfall aus unb trägt damit der englischen Bolksstimmung, loivie der Auf- rechterhalnlitg des Völlersriebens Rechnung. Das ist ber springende Punkt bei ben jetzigen neuen Veieuibarungen, Juli in Kraft getreten sind

Stüöterwciterung in Sieben.

Jn Nr. 161 haben wir unter der Uebcrschrist:Sic L a g^e des zukünftigen Amtsgerichte s" ben Au trag des Stadtverordneten Prof. Sr. Sommer abgebrudt, der ber Stadtverwaltung den Vorfchlag macht, den Weg nach dem Philosophenwald zu einer möglichst breit anzu legenben Fahrstraße umzubauen und mit Bäumen zu be pflanzen. Hierzu erhalten wir eine Zuschrift von Prof. Sr. Hansen, die sich mit äußerst schwerwiegenden .Gründen gegen diese Anlage ausspricht unb ber weitesten Beachtung wert ist. Prof. Sr. Hansen schreibt:

Als Ausschutzmitglied des VereinsNaturschutz­park" in Deutschland unb Oesterreich, ber sich nicht bloß bie Anlage von Naturparken, sondern auch den schütz von Naturschönhcilen angelegen lassen sein will, gestatte ich mir, gegen den in Nr. 161 desGieß. Anz." abgeörurften Antrag des Stadtverordneten Sommer einige Einwendun­gen zu machen. Der jetzt amtlich vorgelegte Antrag emp­fiehlt die Verlängerung der L a n d g r a f e n st r a ß e bis zum Philosophenwald.

Durch diese Anlage, bie vorläufig nicht als eine drin­gende Forderung für bie Entwickelung ber Stabt gelten kann, würde einer ber schönsten, unmittelbar von ber Stadt zugänglichen Wege unb eines ber originellsten Lanbschafls- bilber, zugunsten zunächst vager Stabterweiterungspläne vernichtet werben.

Ser imGieß. Anz." verossentlichte Vorschlag ist zu wenig klar gefaßt, um erkennen zu lassen, wie das Projett in Wirklichkeit aussehen wird. Unter Verlängerung einer Strafe kann nur bie spätere Bebauung mitbegriffen werden. Somit würde, da man doch wohl nicht an einen bloßen näuscrschlauch zum Philosophemvalb denkt, die Verdrän­gung eines eigenartigen Naturbildes durch einen neuen Stadtteil erfolgen, Auch wenn vorerst, dem Vorschläge gemäß, bloß eine mit Bäumen bepflanzte Fahrstraße ge­baut würde, so wäre ein einheitliches, wahrhaft originelles Landschaftsbild völlig verborbeh. Nur nüchterne Mtzlich-

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feit kann sich in diese nicht unbcbcutenbc Wiesenlandschaft, I erbauer bald das Fällen der Anlagenbäume beantragen, mit ihrem schonen Abschluß durch Hügel und Wald eine Warum muß aber hier unter Bermiererspekulationen Ein- ' ... u .1 inih.'it 9 isä nt i«*ht ntri linn npr