Ausgabe 
16.2.1911 Zweites Blatt
 
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Gießen

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lauten, daß diese an Frische einerseits, an Geschlossenheit

I Gastspiel der Wiener Künstler um eine Ensembleleistung schlechthin handelt, hat das Urteil des Referenten dahin zu

evtl. Wiederwahl noch einen harten Kampf kosten, da es sich bei der unterlegenen Partei nur um vier Stimmen handelte.

Stifter und TurszinSky in Szene. Die Aufführung findet außer Abonnement bei gewöhnlichen Preisen statt, doch er­halten Abonnenten gegen Vorzeigung des 5. Abschnittes des Ermüßigungskupons klein e P reis e berechnet. Im Abonne­ment wird das Stück nicht wiederholt.

" Karnevalistische Unterhaltung« Wie aus dem heutigen Inseratenteil ersichtlich, veranstaltet der Turn­verein von 1846 am Sonntag den 26. d. Mts. in seiner Turnhalle in der Nordanlage eine große karnevalistische Unterhaltung. Die gleichen Veranstaltungen der früheren Fahre sind in Interessentenkreisen in guter Erinnerung. Für diese Saison ist ein besonderer Ausschuß gebildet, der die näheren Vorbereitungen zu troffen hat und sind mir in der Lage, verraten zu können, daß diesmal alles Gebotene über­troffen wird.

anderseits kaum zu übertreffen ist. Es war das straffste, wie

das Rädergetriebe eines Uhrwerkes präzise ineinandergreifende Zusammenspiel, das man sah; jeder stand an der richtigen Stelle und ging auf im Spiel des Partners und man sah meisterhaft verkörperte Bauernfiguren. Am Dienstag den 21. d. Mts. geht als Benefiz für Herrn Rudolf Goll die BurleskeMan soll keine Briefe schreiben" von

Markte.

/.6. Wiesbaden. V ie hh o,-M a rk tb e ri cht vom 15.Sehr. .Uuftrieb: Rmder 53 (Ochsen 18, Kühe 35, Bullen 0), Kälber 282, odiafc 44, erbrachte 410.

Gerichtrsaal.

X Hanau, 16. Febr. Im benachbarten unterfränkischen Orte Sommerkahl trug sich am Neujahrstage eine schreckliche Bluttat zu. Der 36jährige Steinbrucharbeiter Martin Dorn war verblich in die 21jährige Bauerntochter Emilie Moßbacher verhebt, jedoch ohne Gehör zu finden Am Neujahrstage faßte er beu festen Vorsatz, eine Entscheidung herbeizusühren und die Moß­bacher, wenn sie seinen Heiratsantrag wieder zurückiveisen sollte au ermorden und dann selbst Selbstmord zu verüben. Er ging in'die Wohnung der Moßbacher, die ihn aber wieder abwies. Sofort versetzte er ihr einen Stich in den Leib. Tas Mädchen wollte Ziehen, brach aber an der Tür zusammen; Dorn kniete sich über sie und gab ihr noch zehn Stiche. Binnen wenigen Minuten war das Mädchen eine Leiche. Der Mörder machte auch Anstalten, sich zu ertränken, hatte aber offenbar nicht den Mut dazu. Tas unter- fränkische Schwurgericht verurteilte ihn heute wegen Totschlags zu 6 Zähren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust.

mernderats verpflichtet und in den Dienst eingeführt.

± Engelrod, 15. Febr. Seit der am 14. Januar hier vorgenommenen Bürgermeisterwahl, in der Postagent Karl Schaaf I. gegen den seitherigen Bürgermeister Christ. Henkel als Sieger hervorging, ist in unserem Orte ein Parteihader entstanden, wie er schon lange Jahre nicht vorgekommen ist. Durch die von der unterlegenen Partei erfolgte Reklamation, in der die andere Partei beschuldigt wird, Wähler durch Geschenke beeinflußt zu haben, ist dec

putreten und den Landständen eine diesbezügliche Vor­lage zu unterbreiten, unter der Voraussetzung, daß die schulden entsprechend getilgt werden und keine allzuhohen I Steuererhöhungen erforderlich werden.

Der Finanzausschuß der Ersten Kammer hielt I heute nachmittag unter Vorsitz des Grafen zu Erbach- I Fürstenau mit der Regierung eine Beratung über die Ge - Imeindeumlagenreform ab, die sich bis in die zehnte I Abendstunde ausdehnte. Ausschußberichterstatter war Frhr.

Landkreis Gießen.

= Klein-Linden, 15. Febr. Am 2. Juli wird der GesangvereinArion" sein 20j ährig es Ju­li e l f e st begehen. Mit dieser Festlichkeit ist auch ein Ge- sangswettstreit verbunden, zu dem schon eine »An­zahl auswärtiger Vereine ihre Beteiligung zugesagt haben. Der Geschäftsausschuß ist schon fleißig an der Arbeit, den zu erwartenden Festgästen einen genußreichen Tag zu ver­schaffen. Auswärtige und hiesige Gönner haben durch I namhafte Zuwendungen von Geldbeträgen einen Fonds , geschaffen, aus dem zwischen 2000 bis 3000 Mk. an Geld­preisen ausgesetzt und außerdem wertvolle Kunstgegenstände jedem wettsingenden Verein zuerkannt werden können. Klein-Linden ist in der angenehmen Lage, für das Preis­singen sehr geräurniae Säle zur Verfügung äu stellen. Als Festplatz ist die bei der Kleinkinderschule gelegene Pfingst­weide in Aussicht genommen.

Großen-Buseck, 15. Febr. Der Ziegen-« zuchtverein hielt eine gut besuchte Versammlung unter dem Vorsitze des Bürgermersters Schwalb ab. Der Land- wirtschaftskammerbeamte Kreutz- Klein-Linden hielt einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über Ziegenzucht, er hob besonders die Auswahl der Zuchttiere, ihre Aufzucht, Pflege und Haltung hervor und sprach seine Freude über den guten Stand der Ziegenzucht in Großen-Buseck aus. Bürgermeister Schwalb sprach dem Redner den Dank des Vereins aus. Der Verein erhielt mehrere neue Mitglieder.

-b. Hung en, 16. Febr. Am Donnerstag, 23. Fe­bruar, findet hier Beigeordneten Wahl statt, zu der schon mehrere Kandidaten aufgestellt sind. Der Gesang­vereinEintracht" brachte gestern abend seinem Mitgliede Bahnhofsvorsteher i. P. Armin Lotz anläßlich seines 70. Ge­burtstages ein Ständchen dar, wofür der Gefeierte dankte und zu einem Glas Bier intPrinz Carl" einlud.

Kreis Lauterbach.

± Dirlammen, 14. Febr. Heute nachmittag wurde unser neugewählter Bürgermeister, Heinrich Ziegen­hain I., durch die Kreisbehörde in Anwesenheit des Ge-

Aus den hessischen Finanzausschüssen.

R. B. Darmstadt, 15. Febr. Die Finanzaus­schüsse der beiden Ständekammern hielten heute vormittag wieder Eingehende Beratungen über die all­gemeinen finanzpolitischen Fragen ab, teils mit, teils ohne Regterungsvertreter, als welche die Staatsminister Ewald Mtntster des Innern v. Ho mb ergk, Geh. Rat Dr. Becker ii. a. erschienen waren. Die Verhandlungen drehten sich heute um die Frage der Sch uld en tilg un g und deren Einwirkung auf das Budget für 1911. Beide Ausschüsse waren der Ueberzeugung, daß eine erheblich stärkere Schul­dentilgung als bisher eintreten müsse, doch stimmte man zunächst dahin überein, daß das Schuldentilgunasgesetz wegen der andauernden Erkrankung des Finanzministers > für das Jahr 1911 doch nicht mehr in Kraft treten könne, > imb daß daher für das laufende Jahr ein Notgesetz! über die Schuldentilgung in Aussicht genom­men werden müsse. Nach diesem Notgesetz sollen zus I Schuldentilgung zunächst dem Ludwigsbahngesetz ent­sprechend verwendet werden 600 000 Mk. plus 5er er­sparten Zinsen von etwa 300 000 Mk., sodann aus Staats- rententäpitalien 107 200 Mk., weiter an Rückzahlungen von Bad-Nauheim und dem Domanial-Ergänzungsfonds 510 000 Mark, ferner 3/5 Prozent der Nicht-Eisenbahnschuld von etwa 74 Millionen Mk. mit 446 000 Mk. Im ganzen würde cm Betrag von rund 1800 000 Mk. für die Schuldentilgung M verwenden sein, gegenüber nur 800 000900 000 Ml im vorigen Jahre. Der Ausgleichsfonds muß, nachdem her neue Schuldentilgungs-Gesetzentwurf nicht zum Gesetz erhoben worden ist, wieder hergestellt werden, und es wird ihm em Vertag von 2 041 125 Mk. zugeführt werden, in welcher Summe allerdings etwa 1 400 000 Mk aus ihm selbst entnommen sind. Durch diese Maßnahmen wird nun­mehr erne erheblich größere Schuldentilgung im Interesse unserer Staatsfinanzen vor­genommen, wie diese nur auf das freudigste begrüßt werden tarnt. Es ist alle Aussicht vorhanden, daß die heutigen Besprechungen der beiden Finanzausschüsse zu einem entgülttgen Ergebnis in der angedeuteten Richtung führen werden.

Kreis Friedberg.

= Kircpgöns, 15. Febr. Dieser Tage fand in bet Wirtschaft des Johannes Müller III. Witwe hier die Hauptversammlung des hiesigen Kaninchen-, Vogel- und Geflügel-Zucht-Vereins statt. Ter Vor­sitzende Ludwig Gerhard verlas den Geschäftsbericht und teilte der Versammlung mit, daß der Verein nunmehr 100, Mitglieder zählt. Der Kassier Zöller erstattete den Kassenbericht, der mit einer Einnahme von 293.64 Mk und einer Ausgabe von 270 Mk. abschließt. Der seitherige Vorstand wurde durch Zuruf wieder- und die beiden Bei­sitzenden und zwei Kontrolleure durch Stimmzettel gewählt Der Ehrenvorsitzende Stoll aus Bad-Nauheim host die Verdienste des Vorsitzenden um den Verein hervor. Er schrieb es lediglich seinen Bemühungen zu, wenn der Verein nunmehr einer der größten am hiesigen Platze sei und sich allgemeiner Gunst erfreue.

O Bad-Nauheim, 15. Febr. Die hier seit Samstag cröTlnete K och- und Gasapparate-Ausftellung im. Stadthause erfreut sich eines außergewöhnlichen Besuches. Schon einigemal wurden Vorträge, mit praktischen Vorführungen ver- Kunden, gehalten. . Die Ausstellung wird kommenden Sonntag abend geichlossen. Im hiesigen Frauenstimmrechts- verein hielt gestern abend Dr. Käthe Schirmacher einen Vortrag überKultur und Frauenbewegung". Der Vortrag, der im Verhältnis gut besucht war, bot viel Anregung. Das bewies die lebhafte Aussprache, die sich anschloß.

Starkenburg unv Rheinhessen.

w. Mainz, 15. Febr. Der Großherzog und die Groß. Herzogin von Hessen, sowie die Prinzessin von Battenberg, wohnten der hiesigen Erstaufführung vonRosencavalie r" bei- . Um 10,34 Uhr erfolgte im Hofwagen mit dem fahrplan, mäßigen Zuge die Rückkehr nach Darmstadt.

Hessen-Nassau.

(!) Marburg, 15. Febr. Der Kaufmännische Verein beschloß, anfangs April hier einen Schaufenster-Wett­bewerb, verbunden mit einem Verkehrssonntag zu arrangieren.

x Biedenkopf, 15. Febr. Gestern tagte im Kreuzer» scheu Saale unter dem Vorsitz des Landrats Dr. Daniels etne Versammlung, die sich aus d?n Vertretern per Orte zusammensetzte, die an der Ne ub a h n st re ck e O b er- cheldBiedenkopf und in deren Umgebung gelegen mb. Es handelte sich um die Ausgestaltung der für den 29. April d. I. vorgesehenen Eröffnungsfahrt. Ob diese mit einem gemeinsamen Kommers in Biedenkopf oder in Dillenburg ihren Abschluß finden soll, darüber waren die Meinungen geteilt. Schließlich, entschied man sich für Dillen- bürg, und so wird die tfafyrt von hier ihren Ausgang nehmen. Auf allen Stationen sind kleinere Festlichkeiten vorgesehen, Ausschmückung der Bahnhofsgebäude, Gesänge Ansprachen und bergt So wird denn die lang gehegte' Erwartung bald in Erfüllung gehen und das Hinter­land mit dem Dillkreise den Wasserstraßen der Schelde Gansbach und Nerf entlang verbunden fein.

Der Reichsversicherunqsaußschuß

erledigte heute, in der Hauptsache nad) den Einigungsanträgen, das Sechste Buch über das Verfahren. Es folgt nunmehr die Beratung des Fünften Buches über die Beziehungen der Ver- ficherungsträger zueinander und zu sonderen Verpflichteten. Ob die nächste Sitzung schon morgen stattfindet, wird davon ab­hängen, welche Anträge zu diesem Buche einlaufen.

Der Ausschuß für dasKurpfuschergeseh"

verhandelte heute über den ersten Absatz des § 2 des Gesetz­entwurfes gegen Mißstände im Heilgewerbe. Nach diesem Ab-.. . .

latz haben die nichtapprobierten gewerbsmäßigen Krankheits-1H ? hl He ms heim.

be Handl er der zuständigen Behörde ihres Wohnortes über ihre I -------- . - -

persönlichen Verhältnisse, soweit sie mit dem Gewerbebetrieb im! MllS Stäöt UllO CcXIlO-

Zusammenhang stehen, insbesondere über ihre Vorbildung und ia 1q11

Tfzre leUhertge Tätigkeit, ferner über ihre Behandlungsart ** Q. o_ r i?' Sebruar 1911

auf Erfordern Auskunft zu erteilen. Es liegt hierzu wieder eine . Drebig-Mus e u m tu Gießen. Infolge des Reihe von Anträgen vor, die zumeist diese Vorschrift einschränken Ausrufes in der Zeitschrift für angewandte Chemie sind bis- wolleu. Diese Anträge und die hierüber geführte Aussprache I her ungefähr 28000 Mark für die Wiederherstellung des veranlagten ein ärztliches Mitglied der Volkspartei zu der I Liebig-Laboratoriums gestiftet worden. Außerdem sind dem eigentlich hier um ein GAetz handele Arbeits-Ausschuß schon jetzt eine Reihe von sehr wertvollen 3ur Regelung der Konkurrenz zwischen Aerzten und Kurp uschern Liebigerinnerunaen znaeoanaen Das^ Gebäude wurde unter ober um em Gesetz im Interesse der Volksgesundheit. Sie hurqS S ßXS ®r ff f MtaÄ approbierten Aerzte ständen unter sehr viel schärferen Bestim-1 swdt siii- di- rAnnnw.

mitngcn als die Kurpfuscher nach diesem Absatz. 'E für die Zwecke eines Ltebig-Museums für 60000 Mark

Die Aussprache wird morgen weitergeführt. Aus dem Verlauf Horben. Somit erscheint das Zustandekommen des Liebig- ber Ausschußverhandlung ergibt sich immer mehr die Unwahr- Mnftums m Gießen gesichert. Es wurden zunächst eine ) dj ein lid) feit, daß das Gesetz in dieser Tagung!Reihe von Arbeiten zur Erhaltung bes Gebäudes ausgeführt zustande kommt. I und die vielfachen Besonderheiten der Räume an der Hand

Der Ausschuß für die Elsaß-Lothringische Verfassung der alten Pläne wieder hergestellt. Dabei fanden sich sehr verhandelte heute über §2, die Statthalterfrage. Das interessante Teile her alten Einrichtung, z. B. der in der Bentrum beantragt: An der Spitze des Bundesstaats steht ein Geschichte der Chemie berühmte Kaliofen, im wesentlichen vom s // i lk o - s ch l a a d e s Bundes rat es unversehrt. Um das für die Geschichte der Naturwissenschaft I« nzl^sf eVie n ® r! l " l nann'l nur'Lrch Bundesratsbeschluß abberufen werden kann. Die Abberufung güt vk enr jeboef) noch er h e b li ch e M r tt e l e r - als abgelehnt, wenn sie 14 Stimmen gegen sich hat. P $' deren Beschaffung die Mitwirkung wei-

Ein nationalliberaler Antrag will den letzten Satz des 3en«=|teTeT Kreise dringend erwünscht ist. Zur Förderung jdes trumsantrags über die Abberufung des Statthalters Planes ist eine Gesellschaft Liebig-Museum ^n streich en und eventuell dahin ändern, daß die Abberufung mit I Gießen begründet worden.

einfacher Mehrheit erfolgen kann Die Sozial demokraten Stadttheater. Zum Gastspiel desWiener verlangen die Wahl des Staathalters und auch )eme Abberufung Kunsitbeater«" mit 9ln'pnnrnhpra n n n r f» r h ft durchdenLandtag: die Wahl soll mit einfacher Mehrheit die ' V " ? J xD oppelselbft-

Abberufung nur mit mehr als drei Viertel Mehrheit crfalgcn. morb Freitag durste folgende Besprechung des .Dresdener

Von fortschrittlicher Seite wurde eine Erklärung Journals" interessieren: Soweit es sich in dem gestrigen des Z entrums provoziert, ob das Zentrum an den in ber 1 "* r,r ' 1 ----- - -

vorigen Sitzung gefaßten Beschlüssen zu 8 1 trotz der Erklärung bdr Regierung auch in zweiter Lesung festhalten würde: es wurde -hierüber von dem volksparteilichen Redner ein Zweifel geäußert Weiter wurde ungefragt, ob die Äußerungen der Neuen Straß­burger Zeitung, wonach der Beschluß über die Verleihung von drei Bundesratsstimmen an Elsaß-Lothringen nicht absolut unannehm­bar sei, einen offiziösen Charakter habe. Ein Zentrums­abgeordneter erklärte auf die Anfrage, seine Partei werde zweiter Lesung bestimmt bei ihren Beschlüssen 3ru § 1 bleiben. Die Regierung, die sich in der vorigen Sitzung aus staatsrechtlichen Bedenken gegen den Antrag des Zentrums zu § 1, der zum Beschluß erhoben wurde, gewendet hatte, gab eine Erklärung auf die volksparteiliche Anfrage nicht ab. In der fortgeführten Beratung wurde der Antrag der Sozialdemo- Aaten von verschiedenen Seiten als eine Folgerung aus dem Beichluß des § 1 bezeichnet, aber praktisch für unannehmbar ertlart. Die Volkspartei stellte einen Antrag, wonach der Statthalter vom Kaiser unter Gegenzeichnung des Reichs-! ranzlers auf Vorschlag des Landtags zu ernennen ist und Zwar auf Lebenszeit. Der Antrag der Sozialdemokraten wird gegen Mer, der der Volkspartei gegen acht Stimmen abgelehnt. .Ser Zentrumsantrag wird mit dem Eventual­antrag der Nation al liberalen mit 21 gegen 6 Stimmen bei einer Stimmenthaltung angeno m- men. Donnerstag Weiterberatung.

vermischte».

* Streng nach demDuellkodex". In Um­garn geht bekanntlich alles ritterlich zu. Darum darf es auch niemanden wundernehmen, wenn die allerletzte Affäre" der Herren Jakob Goldfaden und Simon Schwarz in der folgenden Erklärung ihren Abschluß fin­det, die ein Ofen-Pester Kreuzerblatt mit dem der Sache würdigen Ernst der Oeffentlichkeit preisgibt:Der Vor­fall spielte sich ganz anders ab, als dies Jakob Goldfaden in einem hiesigen Blatte glauben machen möchte. Ja­kob Goldfaden wurde bei jenem erhebenden Fest, das der Enthüllung meines von der Elite ber hiesigen Kaufmannschaft gestifteten Porträts galt, blutig ge­schlagen und in einem Leintuch weggetragen, weil er bas Gemälde mit einer Schere zerschnitt und zerstörte. Ich selbst gab ihm in Summa brei Ohrfeigen und einen Fußtritt. Ta jedoch Goldfaden seine zuerst abgegebene Behauptung zurückzog und mich nicht mehr als Feigling bezeichnet, bitte ich mit Beziehung auf den betreffenden Paragraphen des Bolgarischen Duellkodex, die erfolgte Be­leidigung als nicht geschehen zu betrachten. Topolva, im Februar 1911. Simon Schwarz."

. ,* «Am gestrigen regenreichen Sonntage waren die

Lokale überfüllt." Die Oerllichkesten? Nein, Wirtschaften.Laden- lokal zu vermieten." Ladenlokal? Weshalb -lokal? Genügte nichtLaden" ? Und wäre nicht Ladenraum besser und schöner' Aber immer wieder und wieder muß man so lesen, und die Orts- behörden werden zu Lokalbehörden, die OrtSblätter zu Lokal­anzeigern welch nichtssagender Ausdruck! - die Ortsnachnchlen S" Lokalnachrichten, der Heunatstolz zum Lokalpairiotismus und von Lokalzügen hört man noch immer sprechen, obgleich sie viel­fach behördlich in Vorortszüge verwandelt worden sind. Aber noch schöner sind die Lokalitäten - das klingt doch entschieden groß­artiger als Raume l .Empfehle (!) meine neurenovierten (!) Lokalitäten."

D du liebe deutsche Sprach', ich muß dich lassen.

Nur tu Fremdwörter alleine kann ich fassen. Was im Innersten ich fühl' und denk'.

* Im Bilde geblieben.Ihr Mann ist Färber? Ver^ bient er b.a genug?"Das könnte er, leider macht er zu ost blau!

31T ber heutigen Sitzung des Finanzausschusses ber Zweiten Kammer hatte ber Ausschußvorsitzende, Abg Dr Ösa nn, den Antrag gestellt, aus dem nach Kapitel 116a des Staatsvoranschlags in den Ausgleichsfonds fließenden Betrag den verheirateten Beamten und Staatsauwärtern, sowie ben Schulverwaltern mit einem Höchstgehalt von 2000 Mk. für das Jahr 1911 eine Teuer ungs z u l age von 100 Mk. zu gewähren. Der Antrag sand im Aus­schuß der Zweiten Kammer keine Annahme. (Er wird aber hoffentlich im Plenum der Kammer wiederholt wer­ben unb Zustimmung finden. D. Red.)

xpn ^.anfe der heutigen Ausschußberatung hat Staats- Streit noch größer geworden unb hat bereits zu Tätlich- muujter (riunlb die Erklärung abgegeben, daß sich die feiten ausgeartet. Hoffentlich erstreckt sich die eingeleitete Großb. Regierung für verpflichtet hält, möglichst bald Untersuchung bezüglich der Wahl nicht zu lange aus, damit an die Beamtenb esoldungsrevision heran- unser Ort wieder zur Ruhe kommt, jedoch wird es bei einer

rC^ÄUnser bester Glühkörper

"UbTCÄj ist nur echt in Originalpackung

mit Aufschrift Deeea

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