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— Darf man im Theater husten? „Hem—hem, ^em—hem!" — Nichts unangenehmeres un Theater, als das Geräusch des Hustens, das Darsteller und Zuschauer in gleiaiör Weise stört. Einige Theatcrdirekwren beurteilen sogar die Aussichten eines neuen Stückes nach Dem Auftreten oder Ausbleiben des
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Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Hietzener Zamilienblätter" werden dem Sinniger' viermal wöchentlich beigelegt, das '.Kreisblatt für den Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Den P c t e r i n ä r o f f i z i c r c n ist cs gestattet, Prwatpraxls aus'.uübcn. Daß sic sic tu neimenfroertcm Uimange ausudeu tonnen, muß bezweifelt werden, da dies Du; dienstl«hen Veryatt- nissc verhindern z. B. längere Abweienheit.aus der Garnston. Die Ermittlungen haben ergeben, dan ein großer Test der «eterv närc gar keine Nebeneinnahmen haben, em anderer nur genüge unb nur bei wenigen kann inan von nennenswerten Einnahmen
lich war. ^ »nes Flucht. „Simple soldat en 1831 inarschal de France en 1864", stand in goldenen Lettern aut dem Marschallstabe Don Francois Achilles «ajaine her, vor hundert Zähren, am 13 Februar 1811, geboren, obgleich aus guter tfamilic, als Gemeiner ins Heer getreten und nie auf der Kriegsakademie in St Cvr gewesen war. Eine glänzende Karriere war ihm be- schieden, aber umso tiefer stürzte er, beladen mit dem Fludze und Hasse eines aanzeii.Volkes, das ihn ungerecht einen Verraternannte, herab Der Whn von Mexiko und Metz" wurde nach beendetem Kriege zum Sündcnbocke gemacht. Er selbst hatte 18/2 den Antrag gestelU, ihn em verhaften und vor em Kriegsgericht zu stellen Das geschah 1873. Unter dem Vorsitze des Herzogs von
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- stratze 7. Expedition und Verlag: e<^J>1. Redaktion.^S 112. Te!.-Adr.:AnzeigerGieben.
Donnerstag. 16. Februar
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'ichcn UnwerfitätS • Bilch- und oteinbruderei.
R. Lange, Gießen.
sonders aber Kundinnen, großer Warenhäuser sem cf)ai-fc Wahrheiten zu sagen. Es seien viele bos- villige darunter, die eine Freude daran empfanden, )ic überanstrengten Angestellten ganze Warenlager herbei schleppen und ausbreiten zu lasien, um schließlich überhaupt uichts zu kaufen. Bei mancheli wäre das allerdings mehr Mangel an Nachdenken, als gehässige Absicht Für diese müsse man also die Mahnungen in freundlicherem Tone wiederholen, doch sich stets gegenwärtig zu halten, wie viel Unheil sie mit ihrer Launen haftrgkeit anrichten. Fn dem Artikel findet man den Nachweis, daß die Leiter der Warenhäuser ein geheimes Syndikat gebildet haben, um alte wegen irgend einer Kleinigkeit entlassenen Angestellten aus allen Häusern auszuscheiden; überhaupt ist es feststehende Einrichtung geworden, day mehr al» Treißicnährige nicht neu ausgenommen werden. Man habe so ein Proletariat hcrangcbildet, um das sich bisher niemand kümmerte, das aber bald mit seiner Empörung furchtbar hervortreten werde. Tie Gesetzgebung habe nur unfruchtbar, wenn auch mit den besten Absichten, ern- gegrifsen; den Warenhaus-Gewaltigen gegenüber mußten ganz andere Saiten aufgezogen weroen.
Einen Kernpunkt der Betrachtungen bildet der Vergleich der französischen H a n d e l s a n ge st eilten mit de n deutschen. Ter Verfasser legt dar, daß, in Deutschland solche Schäden, wie die angeführten, nicht beständen Er spendet der Gesetzgebung des Nachbarlandes das erste Lob, hat aber eine ebenso große Achtung vor den .Großkaufleuten selbst, die verständig ihre Leute zu behandeln und zu erziehen wüßten. Besonders lobt der Verfasser die deutschen kaufmännischen Fortbildungsschulen.
Hustens bei der Erstaufführung, und so kann man sich nicht wun- bern daß in London, wo jüngst eine Erstaufführung durch minutenlanges Husten eines Herrn im Parkett erheblich gestört wurde, aus diesem Husten eine Haupt- und Staatsaktion gemacht worden ist und in den verschiedensten Blättern em lebhafter Meinungsaustausch darüber stattsindek. Dar) man im Theater husten? Das ist die Frage! Eigentlich ist die Frage falsch gestellt, denn das Husten erfolgt, vom phvsiologischen etanbjnmlte aus betrachtet, reflektorisch, unb so müßte man eigentlich fragen^ Tars bet Hustende inr Theater bleiben? Der Herr im St.JamcS- Theater, wo gerade G-orge Alexander, bei fernem fahrigen Bühnenjubiläum eine glänzende §estvorstellung gab, scheint du,e Frage bejaht zu haben. Mitten im ersten Akte fing er an zu husten: er hustete eine Minute, zwei Minuten, fünf Minuten, leim Minuten ja eine gan^e Stunde lang, wie die aufgebrachten Mdiau^ ! jedenfalls blieb er sitzen, unb
feiner seiner Nachbarn — es war in ben vordersten Parkettreihen — deutete ihm an, er täte besser, sich zu entfernen, nur auf den obersten Rängen brach roütrc Erregung au^ bic sich in Schurren mit Den Flitzen unb Zischen kundgab. Allein cs half nichts' George Alexander memt nun, es sei bedauerlich, das; jemand, der seine Eintrittskarte k^zahlt,habe, im Theater bleiben dürfe, auch wenn er durch Husten swre; außerdem so fügt er hinzu, ist das Husten ansteckend: wenn lemund rn den oberen Rängen gehustet hat, kann man beobachten, wie sich d.r Duften allmählich von oben nach unten aufbreitet. Andere Londoner Theaterleiter, die ebenfalls ihre Ansicht über die Husten^ frage im Theater geäußert haben, urteilen milder und behaupten sogar/wenn das vorgeführte Stück etwas tauge, werde niemand husten, oder, wenn jemand starken Hustenreiz verspürt, werd, er eben diesen Reiz bekämpfen, io guter tarn. Das ist nun ba «nem nut erzogenen Publikum zweifellos richtig, ledoch, was bleibt zu tun, wenn Der Hustenreiz stärker ist. als der bekanwfeude Wille, wie es zweifellos bei dem Herrn tm «t. James-Theater der Fall war. Dein ebenso zweifellos sein Hustencmfall höchst pern-
Aumale trat es im Oktober zusammen und nach melnwochiaeN Verhandlungen erklärte es ben Marschall am 10. Dezember 1874 einstimmig der Pflichtverletzung für schuldig und verurteilte ihn zur Degradation und zum Tode. Mac Mahon, damals Präsident, ein ehemaliger Kamerad, milderte die Strafe, inbem er sie m 9Q Jahre Hast nmwanbelte. Man fanbte Bazame nach Demi Fort der Insel Saiute-Marguerite, dem alten Staatsgefängnis, in dem u a. berühmten und berüchtigten Leuten auch der Rkann mit der eisernen Maske gesessen halt.'. Aber nicht lange brauchte der Gefangene in feiner übrigens milden Haft zu verweilen. Seine zweite, um 34 Jahre jüngere Frau, eine Nickte des mexi kanlscken Präsidenten, der Maximilian hatte ersckleßen lassen, und die er als bestes Beutestück aus dem menfanifdien Ab nteuer heimgebracht hatte, arbeitete an seiner Befreiung. Sie hatte ihm nod) während des Krieges, auf deutschem Boden cm Kind geboren, hing damals noch sehr an ihr ein Gatten, und als Mac Mahon ihren Bitten um vollständige Begnadigung wiberstaird, wutzte iic die Flucht zu organisieren. Sie setzte sich, wahr.ckeinlich mit Hille einiger Beamten, mit ihrem Manne in Verbindung und übermittelte ihm ein Seil. In der Nacht zum 10. August 1874 ließ sich der gefangene Marschall über Mauern unb Felsen herab und unten erwartete ihn seine Frau, die sich vom Festland? her mit einem Boote an die Klippen von Samt.'-Marguerite gewagt hatte Die Franzosen versuchten damals die Flucht als eine gefahrlose Turchbrennerei hinzustellen, sie war aber für ben alten, schwerfälligen Mann eine kühne Unternehmung. Nachdem zaine glüÄich auf spanischen Boden gelangt war, vernetz ihn seine Frau und kehrte nad) Mexiko zurück. fBajam* lebte m engen Verhältnissen und zurückgezogen noch bis 188b in Madrid.
— Heber Langlebigkeit und andere Probleme äußerte sich Tr. Ehalmers Mitchell, Sekretär der Zoologischen Gefellschast zu London, in einem Vortrag,,in dem er u. a. ausführte, daß es unendlich zweifelhaft sei, ob ein wirklich natürlicher Tod bei Menschen oder vieren jemals eintrete. In den meisten Fällen trete oer Tod infolge von Unfällen, durch die vergiftende Wirkung versckue- dener Arten von Krankheiten, durch ungesunde Lebensbc- dinqungen und dergleichen ein. Wenn all die aufgezähltcn ungünstigen Bedingungen aus dem Leben der Menschen und Tiere entfernt werden könnten, würden sowohl Menschen als auch Tiere ein weit höheres Atter erreichen. Es sollte ’ durchaus nichts Außergewöhnliches fein, daß ein Mensch das 100. Lebensjahr erreicht. Hundertjährige unter den 1 Menschen seien vergleichsweise auch nichts Seltenes. Unter ! den Tieren erreichen nur gewisse Gattungen ein so hohes i Alter, Walfische, Elephanten, .Adler und Papageien.
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der Leute an der Tafel und in ^cklafs-alen spotte jeber Beschreibung: die Leute seien tatsächlich jahrelang von dem'notwendigen Lust- und Umgebungswechsel abgesperrt und siechten deshalb elend dahin.
Den schwersten Vorwurf erhebt der Verfasser gegen die Unehrlichkeit der Warenhausbesitzer oder der Direktoren, die sich mit wohltätigen Einrichtungen brüsten, wahrend tatsächlich von ihnen nichts geleistet werde. Tie Hilf-.'- .assen lönnten überhaupt nicht der geringsten Anforderung entsprechen und abgesehen vom Bon MarchS habe lein einziges Warenhaus eine Pensionskasse, die des Namens würdig wäre. Uebrigens suchten die Ausbeuter ihre Untergebenen auf jede Weise von den „Wohltaten^ der Pensionierung auszuschließcn oder jedenfalls den Zeitpunkt dieser Pensionierung hinauszuschieben, indem sie die jungen Leute und Mädchen jahrelang als Hilfsangestellte behan dein, so daß diese Tienstjahre für ihr Pen.ionsalter nicht ählen Sogar im Bon Marche, wo die edle <yran Pouci- caut für alle Mitglieder des Hauses auf ewig gesorgt zu haben glaubte, seien jetzt solche Mißbräuche von den ge. missenlösen Nutznießern ihres Edelmutes emgesuhrt
Aus den Reichstagsausschüssen.
:: Berlin, 15. Febr.
Der Mililärhaushalt im Budgetausschutz.
Der Bubgelausschuß verhandelte heute das Ordinarium des Militäretats. Die Kapitel: Abjutantur-Offiziere und Offiziere in besonderen Stellungen, sowie Generalftab- unb Land es - vermessungswesen, wurden ohne erhebliche Debatte genehmigt. Vom Kriegsministerium wurde mitgeteüt daß die Zahl der fehlenden Leutnants stellen am 1. Oktober 1907 1005 betrug am 1. Oktober 1910 604; es ist alfo em Ruckgcmg um 400 eingetreten Tas Kadettenkorps ist voll besetzt, die Kriegsschulen sind übervoll. Vor allem ist bei den SpezialtrUppM ein großer Andrang. Zn Sanem fehlten am 1.. Januar 1911 89 Leutnants; ihr Ersatz ist volltommcn durch Fähnrichs gedeckt.
Vas Proletariat bet Warenhäuser in Frankreich.
0 Paris, 15. Febr.
Eine interessante Studie Rahmoud PcrraudS in La Revue" rollt ein Bild ungeheuren Elends auf. Ter Verfasser weist nach, daß die frankoiifcbcii Einrichtungen den meisten Angestellten der Warenhäuser jebeu Ausblick auf eine erträgliche Zukunft verschließen, daß trotz aller Gesetze und Vorschriften die skrupelloseste Ausbeutung die rvnischste Verachtung vor Gesundheit und Moral, so bald die Angestellten in Frage kommen, Unehrlichkeit ihnen gegenüber, krasser Egoismus und Gefühllosigkeit unter den Besitzern Leitern und Emporkömmlingen dieser Häuicr Herrchen Arbeitstage bis zu 11 Stunden bei Ansangsgehal- tern, die kein Halbwegs rühriger Arbeiter der niedrigsten Klasse annehmen würde, bilden fohusagen die Regel. r>ur Hygiene wird nirgends gesorgt, die Vorschriften über dte Sitzgelegenheiten werden emfach nicht befolgt, das Ver- Eaüfm auf offener Straße in alle« legt ben
Keim zu furchtbaren Epidemien. Die Statistiken beweisen, daß die Krankheiten der Lunge und auch der Verdauungv- organe unter den Angestellten der Warenhäuser in erschrecklich höherem Maße grassieren als unter anderen Berufsständen Diese Magenkrankheiten erklären sich daraus, bak man den Angestellten die Mittaasstunden in empörendster Weise verkürzt und selbst Die geringsten Zugeständnisse in dieser Hinsicht verweigert. Bei denen, die tn ben Warenhäusern selbst beköstigt werden unb wohnen,
(Ein $lug in die Sahara.
In der Geographischen Gesellschaft zu Hamburg entwickelte der Bezirksgeologe Tr. L. Siebert (Berlin) einen Plan mit einem lenkbaren Luftschiff die ö stl i che Sa h a r a zu überfliegen. Tiefer Teil der Sahara ist fast noch ganz unerforscht. Einigermaßen betannt ist das sich dem Niltal westlid? anickttetzende Wüstenhochland mit dem es betttenzenden Gebiet der ^ybüchei Oasen. Danach folgt aber ein --00 Kilometer breiter Guitt von Sanddünen, der gänzlid? unbekannt ist und atit den ublichcxr Reise-Mcthoden auch nicht erfüll»t werden kann. An dies Gebiet schließt sich eine mehr bekannte ^and- tmd Ge^olleoene.
2r. Siegert hält die lleberquenmg der Wüste ylr wohl ausführbar, und zwar sowohl an der Küste des Mittelländischen Meeres, wie vom 'Niltale ans. Tie Entfernung von einem Punkte zum andern beträgt etwa 1500 Kilometer. Bei einer Eigengeichwindig- feit von etwa 30 Kilometern in der Stunde unb einer Windgeschwindigkeit von 20 Kilometern würde bicic Strecke in ungefähr 30 Stunden zurückzulegen sein. Zui bevorzugen wäre die Absahrt an der Mittelmeerküste nut dem Niltale als Ziel, weil sowohl im Sommer, wie im Winter in der östlichen Sahara nordwestlickze und nördliche Winde vorherrschend und. -Me Anfangs- und Endstrecken dieser vollständigen llcberquerung der Wüste müßten durst) die nötigen Hilfs-Krastwagen, die Mittel bei sich führen, gesichert werden. Tie Getahren, die dem Luftichls drohen, bestehen besonders in dem großen Unter um ed d c r~.uTt - temperatur unb in der Somiensttahlung, durch welche Glutwinde, Staub stürme und Gewitter hervorgerufen werden. Es ist daher felbswerständlich, daß nicht sofort eine Durchguerung unternommen wird, ionbern zmtLchst erst zahlreiche Bo r v e r, u ch e angestellt werden. Für den Anfang wäre cme .Landung m der Wüste zu vermeiden. Aber aud? ohne dies lauen udj am dem Gebiete der Mcieorologie, Topographie unb Geomorphologie^ ins- befonbere der Dünen intereijante Ausgaben löien. Die Kosten der Expedition werden auf ctiua 900 000 Mark veramdftagtt Dr. (Siegert wies darauf hin, datz Tur das Jahr 1.911 m Deutschland für Ballone Flugpreise von über drei Millwnen Mark zur Verfügung stehen und schöpft daraus die Hosmung, datz.uck auch Mittel finden würden, für ein großes national^ wmemchaft- liches Uni er nehm en, durst) das der Name der Geber mr alle Zeiten mit dem Anfang einer neueren Zeit der EMdeckungssahrten
Zu einer längeren Erörtenmg gab die Versorgung der Militäranwarter Anlaß. Der Kriegsminister erklärte, daß diese Frage der Heeresverwaltung whr am Herzen liegt. Die Aussichten liegen aber schleckt, da bereite Zivitauwarter eingestellt werden mußten wegen des Mangels an geeigneten Militäranwärtern. Tke Schwierigkeit liege darin da; de Mann aud) die Stelle finde, die ihm paße. Aus dem Aiisickutz heraus wurde die gegenwärtige Art der Versorgung für ungenügend erklärt. Sie führe aud) zu erheblichen Mängeln m unicrcm unteren unb mittleren Beamtenvcrsonat. Von konservativer Leite wird die Ansickt vertreten, baß durch die Rnorm der ReickS- versichernngsgesetze neue ScamtenHeilungen tur üiüuaianmartcr gcidiaffen werden können. Es könne nur von Vorteil lein, w.mi staatserlstiltende Elemente in diese Stellungen hinemgelangUm.^ Tas Zentrum stellt den Antrag, m dem es ben ReidiSkauzler. erlucht, in Erwägung darüber cinziUrcten, inwieweit Acndnungcn der Zivilversorgung der Milikäranwärtcr möglich )mb, unb hjer bei die Ansiedlung von Mitiläranwärtern vi_ laufen. per Kriegs Minister hebt die Vorzüge der nuhtarifdicn öciuolr nuiig und Eigenschaften der Militäranwärter für den deanUen- stand hervor. Ein fortschrittlicher Redner erkennt ne guten Eigenschaften der Militäranwärter an, weist aber aut nachteilige Wirkungen anderer Art h.n. Dem Grttndgedankcn des Zentrumsantrages stimmt er zu, bekämpft aber den Eedanken der Konservativen, politische Momente in die Beietznnq der stellen bei sozialpolitischen Gesetzen hineinzutragen. Werter veiwahrt sich der Vertreter der Volkspartei gegen zu weitgehende ZmPortion unb Einmischung der Bezir kskom man dos in pn vate und politische Angelegeiiheiten der tz.?r,onLn des Benrlaubtenstandes, sowohl der Osstziere wie der Mannschaften. In gleichem Sinne äußert sich ein sozialbcmolrati'cher ..ftbner, bekämpft aber den Antrag des Zentrums als unburdiluhrbat unb für das Reich zu teuer. Ter Kriegs Mi n ist e erklär t, die Bezirkskommandos führen ferne Listen über die politilchc Gesinnung der Mannschaften des Beurlaubtenttandesnur dann werde nackgeforfcht, wenn es sich um eine Betorderung Handels Ter Verkehr der Bezirkskommandoe bürte nichl unter dem Mang t an Personal leiden, besonders nicht im MobilmackwngStatl. .etzige Forderung stelle das allerdringendste Bobürsnis bar, um den Dienst aufrecht erhalten zu können. Die Unteroftiziero ictze die Heeresverwaltung nicht aut die Straße, ohne tur fi? ju (argen. Tiefe Frage der Versorgung fei von großer nationaler Bedeutung. Die An siedln ng der Unteroffizier c an t öem Lanbc sei bereits in Erwägung gezogen: gewiße Schwierigkeiten seien,
noch zu überwinden.
Die Entschließung des Zentrums wird angenommen.
Auf Anfrage erklärt ein Vertreter des KriegSmmisteriums, daß für Marburg lein neuer Uebungsplatz angeschatft wirb.
Beim Kapitel Bekleidung und Ausrüstung der Truppen wird von fortschrittlicher Seite Klage darüber geführt, datz cm umfangreicher Handel mit wenig gebrauchten und neuen militärischen Bekleidungsstücken vor sich gehe. Der K r i e g S m i n i st e r erklärt, er tonne eine abschließende Auskunft in bieier Frage noch nicht geben. Sehr oft würden abgetragene Sachen auigearbeitet unb als neu für den Verkauf angeboten. Heber ben Verlaut von militärischen Bekleidungsstücken seien genaue Bestimmungen erlassen.
Die Frage des Ersatzes der blauen Uniform durch bie feldgraue ist nach den Erklärungen der Militärverwaltung nodi in der Schwebe. Die Heeresverwaltung steht der Frage vorläuiig neutral gegenüber. Es muß erst erprobt werden, wie die feldgraue Uniform sich trägt. Der Kriegsminister gibt die Bestimmungen über das Tragen der grauen unb der blauen Uniform bekannt. Ein Kommissar des Bundesrats gibt Aufklärungen über die Abnahme von Tuch und die Vorbildung der damit beauftragten Persönlichkeiten.
Die heutige Nummer umfatzt 12 Setten.
Deutsch-französische yandelrbeziehunaen.
Nach den jüngst erschienenen documents statistiques sur le commerce de-la Frauce ist die W a reu einfu h r Frankreichs au s Deutschland von 661 Millionen Franc- Wert im Jahre 1909 auf 822 Millionen Francs Wert im Jahre 1910, also um 16 1 MiNionen Frcs. oder rund 95 Prozent gestiegen. Unter den an der Ernsuhr nach Frankreich beteiligten Ländern nimmt Deutschland den zweiten Platz ein; cd steht gleich hinter England, das für 898 Millionen Frcs. Waren (1909 für 886 Millionen Frcs.) nach Frankreich geliefert hat.
Die Ausfuhr Frankreichs nach Deuts chl and hat 764 Millionen Frcs. betragen gegen 726 Mill. Frcs. im Jahre 1909. Während also im Jahre 1909 die Ausfuhr noch um 65 Millionen Frcs. größer war als dte Einfuhr, ist sie im letzten Jahre um nicht weniger als 58 Mill. Frcs. hinter dieser zurückgeblieben. .
Zum Teil beruht die starke Zunahme der Einfuhr aus Deutschland darauf, daß vor dem Inkrafttreten des neuen französischen Zolltarifs, also im ersten Vicrtel- fafrr 1910, verschiedene deutsche Waren in vermehrtem Um fange ein geführt wurden. So ist z. B. infolge der Er Höhungen des neuen Tarifs die S p i e l z e u g e i u f u h r aus Deutschland nach dem 1. April 1910 zwar stark zuruck- oegangen, in den vorausgegangenen drei Monaten war sie aber umsoviel größer, so daß für das ganze Jahr 1910 ein Import von 24 710 Dz. sich ergibt gegen 20 2o4 Tz. im Jahre 1909. Ferner hat Deutschland im letzten Jahre 62 629 Tonnen Roggen und R o g g e n m e h l, 98 569 T Weizen und Weizenmehl und 19 731 Tonnen Hafer und Haferflocken nach Frankreich geliefert, während im Jahre 1909 |bicje Lieferungen zusammen nur 2156 Tonnen betragen haben. nr ,
Sugcnommcn hat aufietbem die beutjdje Ausmhr nach Frankreich in Steinkohlen und Koks von 3 340 o64 To in 1909 auf 3 908 279 Tonnen in 1910, in Eisenerz von 868121 auf 953 204 Tonnen, in L o k o in o t i v e n von 5881 auf 10 300 Tonnen, ferner in verschiedenen Maschinen, iin Eisenbahnwagen, Automobilen usw.
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Perraud ermangelt auch nicht, gewissen Kunden, besonders aber Kundinnen, großer Warenhäuser sehr Es seren viele b os-
Zweites Blatt M. Zahrgang *
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
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