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15.11.1911 Erstes Blatt
 
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+ Borsdors, 14. Nov. Unsere an das Wasserwerk in Inheiden angescblossene neu gebaute Wasserleitung ist fertiggestellt uno spendet ein vorzügliches Wasser. Die Bequemlichkeit einer ausreichenden Wa,serversorgung wird von allen Einwohnern unseres Ortes unumwunden aner­kannt. Nur ein einziger Hut sich geweigert, seine Hosreite der Leitung anzuschliesten, da er erst kurz zuvor einen Brun­nen Hütte Herrichten lassen. Nachdem vor einiger Zeit auch die Feldbereinigung hier durchgeführt worden ist, fehlt uns nur noch elektrisches Licht, und auch dies dürste im Anschluß an die Wölfersheimer Zentrale nicht mehr allzulange auf sich warten lassen.

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sorgte daS Geld. DaS Werk kam nicht zu Ende, Die na­türlichen Hindernisse waren zu groß. 1889 erfolgte der große Krach, die Gesellschaft mußte liquidieren. Doch wurde im folgenden Jahr ein neuer Vertrag mit der Republik Columbia abgeschlossen, der die Bauzeit bis 1903 ver­längerte, und während dieser Zeit wurde auch langsam weitergearbeitet. 1903 sagte sich Panama von Columbia los und sofort erwerb die Union von dem neuen Staat auf beiden Seiten des Kanals eine Zone von insgesamt 16 Kilometer Breite und begann mit der Arbeit. Bis'1916 hofft man, den Durchstich vollenden zu können. Der Kanal erleichtert den Verkehr mit der Westküste Amerikas und den Südseeinseln. Ostafien wird von Europa aus auf kürzerem Wege durch den Suezkanal erreicht und wenn, was zu befürchten ist, die Gebühren für den Panamakanal sehr hoch werden, so ist es leicht möglich, daß ein großer Teil der Schiffe, die von europäischen Häfen nach der Westküste von Südamerika fahren, nach wie vor den Weg durch die Mc^gelhansstraße nehmen. Daß dagegen der Verkehr zwischen der Ostküste Amerikas und der Westküste und Ostasien eine bedeutende Erleichterung erfährt, ist un­bezweifelt, so daß die Rentabilität des Unternehmens wohl gesichert ist.

** Der Evang. Arbeiterverein veranstaltet am Sonntag im Vereinslokal einen Vortragsabend. Land gerichtödirektor Schmeckenbecher wird überErinnerungen au dem Jahre 1866* sprechen.

** Im Kolosseum ist heute der letzte Gastspielabend des Ehepaares Schliff, bei dem u. cl eine Parodie auf Elektra" von Richard Strauß zum Vortrag kommt.

** Vom Kinematographen wird uns geschrie- , ben: Unter dem wirklich gut ausgewählten Programm ist vor allem hervorzuheben das Opfer des Mormo­nen. Die Tochter eines Direktors wird von einem Pre­diger der Mormonen durch Ueberredungskünste und Hypotis- mus gezwungen, mit ihm nach Merle zu entfliehen. Nach der Entdeckung der Flucht verstand der Mormone die mit der Verfolgung Beauftragten zu überlisten und mit der Tochter auf einem Dampfer zu entwischen. Hier beginnt nun die Schreckenszeit der Tochter. Der Mormone führt das Mädchen in sein Heim nach Utah. Endlich beschlossen der Verlobte der Tochter und ihr Bruder den Fliehenden nachzureisen um dem Mormonenprediger seine Beute zu entreißen, was ihnen auch gelingt. Ein gleich packendes Drama ist bisher nicht in Gießen gezeigt worden. Ein Be- such dürste sich sehr empfehlen.

Landkreis Gießen.

= Mainzlar, 14. Nov. Hier findet am Sonntag, 19. Nov., im Gasthause von Ph. Müller ein Vortrag statt über das Thema:Welche Mittel hat der Landwirt an der Hand, um seine Tierzucht rentabel zu gestalten?" Redner ist Oekonomierat Weitzel-Lich.

Grün berg, 14. Nov. Schwere Brad wunden erlitt das Kind des Bahnarbeiters Phil. Schomber, dem kochendes Wasser über Hals und Brust lief.

Kreis Büdingen.

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Aerztcu und Tierärzten auch die Zahnärzte versicherungsfrei -estellt. Im § 18 wird die Bestimmung, wonach eine freiwillige ' derjenigen Gchaltsklasse zulässig ist,

die dem Durchschnitt der letzten zwölf Pflichtbeiträge entspricht oder am nächsten kommt, dahin geändert, daß anstatt zwölf Pflicht­beiträge sechs gesetzt werden. Im § 29 wird für den Fall des Todes der versicherten Ehefrau eines erwerbsunfähigen Ehemannes für die Waisenrente, die Voraussetzung der Bedürftigkeit ge­strichen. Die Beschlußfassung über den § 59, der von der Rück­erstattung von Beiträgen bei Todesfällen weiblicher Angestellten handelt, wird ausgesetzt. Bei § 60 vertagte sich der Ausschuß auf Mittwoch vormittag.

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Ans Stadt und Land.

Gießen, 15. November 1911.

** Tageskalender für Mittwoch, 15. Nov. Stadt­theater: Gastspiel der Gesellschaft Noubaud-Paris: Les femmes Savantes. Anfang 3 Uhr. Abends:Meyers". Anfang 7 Uhr.

Religionswissenschaftl. Vorträge: Professor Dr. Krüger: Das firdiliclie Bekenntnis im Lichte der Geschichtsforschung. Abends 81/, Uhr in der neuen Aula.

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** Ordensverleihung. Der Großherzog hat das Nitterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Oberstabsarzt Dr. Groskurth, Neqi- mentsarzt des 6. Badischen Infanterie-Regiments Kaiser Friedrich III. Nr. 114, seither Stabsarzt im Infanterie- Regiment Prinz Karl (4. Hess.) Nr. 118 verliehen.

** Pfarrpersonalien. Der Großherzog hat den evang. Pfarrer Julius Happel zu Heubach auf sein Nach­suchen unter Anerkennung seiner langjährigen treu ge­leisteten Dienste in den Ruhestand versetzt.

** Der Heil statten - Verein für das Groß­herzogtum Hessen hält seine ordentliche Mitglieder-Ver- sammlung am Mittwoch, 22. November, nachmittags 21/2 Uhr, hier in dem Hörsaal der medizinischen Universitätsklinik, Klinik- ftraße 32, ab. Auf der Tagesordnung steht u. a. ein Vortrag des Professors Dr. Jesion ek-Gießen über Lupusverbreitung und Lupus be Handlung", im Anschluß hieran Verhandlung über Errichtung eines Lupus- Heims in Gießen.

** Religionswissenschaftliche Vorträge. Pro­fessor Dr. Krüger wird heute über das kirchliche Bekenntnis im Lichte der Geschichtsforschung sprechen. In einer Zeit, da die Stellung zum Bekenntnis die lebhafteste Aussprache hervorruft, darf dieses Thema besonderes Interesse in An- jpruch nehmen. Es wird sich dabei nicht um eine geschicht­liche, sondern in erster Linie um eine grundsätzliche Betrachtung handeln.

** Landwirtschaftskammer für Hessen. In der gestrigen Vorstanosfitzung wurden ijn Beisein eines Vertreters der Regierung eingehend die polizeilichen Maß­nahmen zur Bekämpfung der Maul- und Klauen­seuche besprochen. Die Frage selbst soll in der am 20. ds. Mts. stattsindenden Hauptversammlung auf die Tagesord­nung gesetzt werden. Der, Obst- und Gartenbauverein zu Ober-Ingelheim erhält zur Unterstützung seines Obstmarttes einen Beitrag, desgleichen wurde der Bereinigung zur He­bung des Zuckerverbrauchs ein Zuschuß gewährt. Auch er­hielt die Vereinigung ehemaliger Geisenyeimec zum Zwecke der Errichtung eines Denkmals für den verstorbenen Laudes- ölonomierat Goethe, der sich auch um die hessische Land­wirtschaft große Verdienste erworben hat, einen Beitrag. Die Gebühren für die Benutzung des Buch|ührungsdienstes wurden für kleinere landwirtschaftliche Betriebe erheblich herabgesetzt, so daß auch diesen die Inanspruchnahme dieses Dienstzweiges der Landwirtschaftskammer für die Zukunft ermöglicht wird. Weiter wurde noch über einige Umlage­einsprüche entschieden.

Abhaltung eines Vortragskurs u§ für praktische Landwirte in Gießen. Der von der Land- wirlschaftSkammer seit einer Reihe von Jahren regelmäßig abgehaltene Vortragskursus wird in diesem Winter in der Zeit vom 2.6. Januar 1912 in ^Gießen abgehalten werden. Es werden wieder wie früher an den vier Tagen täglich von 1/210 Uhr bis 1 Uhr Vorträge stattfinden und nachmittags fallen dann die Thematas von 35 Uhr be­sprochen werden. Als Vortragende sind wieder erste Auto­ritäten auf den fraglichen Gebieten gewonnen worden, so daß den Landwirten reichlicher Nutzen aus ihrer Teilnahme in Aussicht gestellt werden kann.

*" Taub stummen-Gottesdienst. Am 19. Nov., also kommenden Sonntag, findet in Lauterbach im Kon­firmandensaal nachmittags um 2>/4 Uhr Gottesdienst für Taubstumme statt. Ausweise für Fahrpreisermäßigung er­halten bedürftige Taubstunime durch Oberpfarrer' Muller, Lauterbach.

Stadttheater. Das neue Lustspiel von Leo Stein und Ludwig HellerSie Ahnengalerie", das am Freitag hier zum ersten Riale gegeben wird, hat bei der Uraussühriing im vergangenen Oktober am Darmstädter Hoftheater, lute schon mitgeteilt, einen durchschlagenden Erfolg erzielt. Wir ent­nehmen den damaligen Besprechungen einige Schlagworte: »Alles in Allem, man amüsierte sich köstlich bei dieser Episode aus dem 600 Jahre alten Geschlechte derer von Kray-Itzbach." Sie Uraufführung hatte, in Gegenwart des Hofes, am Hoftheater einen starken, von Akt zu Akt sich steigernden Lust- spiclecfolg." .Das Publikum kam aus dem Lachen nicht heraus. Wer sich einmal recht amüsieren will, möge sich den neuen Schwank ansehen." Die hiesige Aufführung dürfte bei dec sorgfältigen Vorbereitung und guten Besetzung den­selben Erfolg erzielen, wie die Darmstädter.

** Der Panamakanal und seine Bedeu- tung. Pros. Sievers hielt am Montag abend in der Gießener Freien Studentenschaft einen Vortrag über den Panamal'anal. Die Bemühungen, an dem Toppelkonti- nent Amerika eine Durchfahrt zu finden, sind fast so alt wie di^ Entdeckung des Kontinents selbst. Als die geeig­netste Stelle für einen Durchstich mußte die Landenge von Panama erscheinen. Auf zivei internationalen Kongressen wurde auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Landenge zu durchstechen und einen Schleusen!anal zu errichten. Fer­dinand v. Lesseps, der Erbauer des Suezkanals, begann dre Arbeit 1882; eine französische Aktiengesellschaft be­

Ausland.

Der französische Minister des Aeußern, be Selves, erklärte vor dem Kammerausschuß für auswärtige Angelegenheiten, daß auf Spanisch-Guinea und das Des­interessement Deutschlands an den französisch-spanischen Verhand­lungen bezügliche Klauseln beständen, wenngleich sie nicht veröffentlicht worden seien. Sie seien in dem erklärenden Briese infolge eines Uebereinkommens der deutschen und französischen Staatskanzleien nicht aufgenommen worden.

H. Büdingen, 14. Nov. Zur endgültigen Abrech­nung über den S ch u l h au s n e u b au war auf heute mittag Gemeinderatssitzung einberufen worden. An- weseno war Bürgermeister Fendt, die Gemeinderätsmitglic- der Schulz, Treser, Keil, Rullmann, Klein, Diemer, Witte­kind und Methfessel. Als Vertreter des Fürsten Kammer- j Mreftor Dr. Meimer. Anwesend waren weiter Kreisrat I Boeckmann und von feiten der Bauleitung Professor Dr. 1 Vetterlein-Darmstadt und Kreisstraßenmeister Straub-Bü­dingen. Die Rechnungen sämtlicher Handwerker waren in einer Ausschußsitzung geprüft und für richtig befunden wor­den. Nur bei den Rechnungen über Maurer- und Tach- beeferarbeit waren Anstände zu verzeichnen. Der Firma Kellermann waren 2000 Mark qn ihrer Forderung von der Bauleitung gestrichen worden. Die Firma erhebt da­gegen Widerspruch und war in der heutigen Sitzung durch ihren Bauführer Schnitzer vertreten. Nach Prüfung wurden die Forderungen der Firma zum größten Teil als zu Recht anerkannt und genehmigt; auch die Aufstellung der Dach- deckerrechnstng wurde nach Anhörung des Tachdeckermeisters f Henney geprüft und für richtig befunden. Die Aufstellung der Wirtschaftsrechnung kann nunmehr erfolgen und zur Prüfung an die Oberrechnungslammer abgegeben werden. Am 21. November d. I. findet die Hochzeit der Prinzessin Anna, der jüngsten Tochter unseres Fürstenhauses statt. Die Büdinger Vereine und sonstigen Bewohner der Stadt sowie die Schüler des hiesigen Gymnasiums werden am Vor­abend dem Brautpaare einen Fackelzug barbringen. Die Büdinger Gemeindejagd wurde in drei Abteilungen auf neun Jahre für den jährlichen Betrag von 2100 Marl verpachtet. Die Mehreinnahme gegen früher beträgt 300 Mk. Hauptsächlich um ein Abschießen des Gesamtwildstandes zu verhüten, war von einer öffentlichen Verpachtung abge­sehen worden. Unsere Kreisverwaltung ist fortwährend bemüht, die nähere Umgebung Büdingens zu verschönern. Zurzeit werden in der Düdelsheim er Straße Lin­den bäume gepflanzt. Vielleicht gibt der Gemeinderat seine Zustimmung, daß die Straße in nicht allzuferner Zeit oen NamenLindenstraße" oderUnter den Linden" er­hält. Die Pflasterarbeiten der Obergasse, Neustadt und Vorstadt sind beinahe beendet. Die Vorstadt, die eine Klein- pslasteranlage erhalten, macht einen vorzüglichen Eindruck. Zu bedauern ist nur, daß der Kreistag die Herstellung der Bahnhofstraße bis zum Jahre 1914 verschoben hat. Die Straße ist fast unpassierbar und gleicht eher einem schlam­migen Feldwege als einer Fahrbahn durch den belebtesten Stadtteil. Tie Stadt würde gerne die Fußsteige mit Rand­steinen und M'osailpflaster Herstellen lassen, jedoch ist dies nach Aussage der Sachverständigen nicht möglich, wenn nicht auch zu glercher Zeit das Straßenpflaster hergestellt wird.

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Deutsches Reich.

Der Arbeitsplan des Reichstags für den Schluß der Tagung ist folgender: In dieser Wock)e sollen die zweiten Lesungen des Schiffahrtsabgabengesetzes und des Hausarbeits- gesetzes vorgenommen werden. Man hofft diese beiden Lesungen in vier Tagen erledigen zu können. Die Tage vom 20.23. ein­schließlich bleiben sitzungsfrei, um den Fraktionen Gelegenheit zu geben zu dem Berichte des Ausschusses über das Privatbeamten- versicherungsgesetz, das am 18. d. Mts. festgestellt werden soll, Stellung zu nehmen. Am 23. und 24. d. Mts. soll die zweite Lesung des Privalbeamtenpensionsgesetzes, am 25. b. Mts. soll die zweite Lesung des Hilfskafsengesetzes auf die Tagesordnung gesetzt werden. In der letzten Novemberwoche sollen die Aw­träge des Budgetausschusses zum Marokkoabkommen beraten wer­den und im Anschluß hieran die dritten Lesungen aller noch zu verabschiedenden Gesetze vorgenommen werden. Der Schluß der Tagung wird also am 30. November oder am 1. Dezember stattfinden.

Eine die Marokko-Politik billigende Erklärung des bayerischen Ministerpräsidenten in der Sitzung der Abgeordnetenkammer vom 11. November, übernimmt derStaats- anzeiger für Württemberg" mit dem Anfügen, er sei zu der Mitteilung ermächtigt, daß diese Erklärung sich durchaus mit dem Standpunkte decke, den die württembergische Re­gierung in der Marokkosache einnehme.

Tie mecklenburgische Regierung ließ dem Landtage die Grundzüge für die Vorlage betr. die Aenderung der bisherigen Versassungsentwürfe zugehen. Die Regierung ist zu dem Er­gebnis gekommen, daß als möglicher Weg, weite Kreise der Bevölkerung unter Vermeidung allgemeiner Wahlen an der Landesvertretung zu beteiligen, der bleibe, anstelle der Wahlen der Gesamtbcvölkerung Wahlen der Landgemeinden und städtischen Bürgerschaften treten zu lassen. Wenn auf Grund dieses Vorschlages eine Einigung über die Verfassungs- frage mit beiden Ständen zu erreichen sei, würde die Negierung gegenüber diesem Erfolge die nicht weiter aufschiebbare Vcr- fassungsreform im Einvernehmen mit beiden Ständen durch­führen können und sich auch mit einer weniger vollkommenen Erledigung der Frage zufrieden geben. Der Landtag soll für Mecklenburg-Schwerin aus 80 Abgeordneten bestehen; ein Ent- wurf für Mecklenburg-Strelitz ist nicht eingegangen.

Aus Hessen.

Rücktritt des Finanzministers Tr. Braun?

DieFranks. Ztg." bringt in ihrem heutigen Mörgen- blatte die Meldung, Dr. Braun trage sich mit Rücktritts­gedanken. Wie ums von unserem Darmstädter Redaktions­vertreter mitgeteilt wird, ist die Nachricht, daß Finanz­minister Braun zurückzutreten gedenke, richtig. Dagegen steht es noch nicht fest, daß Minister Braun die Stelle des Präsidenten des Verwaltungsgerichtshofes übernehmen wird. Allerdings liegt es nahe, daß er für diese Stelle in erster Linie in Betracht kommt, da er die Verwaltungsreformgesetze, auf denen die Neueinrichtung des selbständigen Verwaltungsgerichtshofes beruht, in Ge­meinschaft mit Geheimrat Weber ansgearbeitet hat.

AnS dem Neichstagswahlkreis Alsfeld-Lauterbach-Scholten wird uns geschrieben:

Obwohl vom Wahltag uns nur noch etwa acht Wochen trennen, ist im hiesigen Kreise von einer Wahlbewegung noch wenig zu spüren. Als die einzigen sind seit einigen Wochen bis jetzt nur die Nationalliberalen mit ihrem Kandidaten, Landwirtschasts- lehrer Heck- Alsseld, in d?n Wahltampf eingetreten. Dieser hat auch bereits über 20 meist stark besuchte Versammlungen in den verschiedensten Teilen des Wahlkreises abgehaltcn und gilt für den bisherigen Abgeordneten Bindewald als gefährlicher Gegner.

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Die privatbeamteiwerficherung.

:: Berlin, 14. Nov. Die zweite Ausfchußlesung der Angestellteuversicherung. Der Reichsversicherungsausschuß begann heute die zweite Lesung des Versicherunasgesetzes für Angestellte und erledigte in dreser Sitzung sechzig Paragraphen. Grundlegende Aenderuugen an den Beschlüssm erster Lesung wurden bisher nicht vorgenommen. Jur § 1 wurde die Frage der Versicherungspslicht der Bureau­angestellten in der Angestelltenversicherung durch folgende Fassung geregelt:

Versicherungspslichtig find Bureauangestellte, soweit sie nicht mrt nrederen oder lediglich mechanischen Dienstleistungen beschäf- trgt werden. Die Handlungslehrlinge und Lehrlinge in Apo­theken werden aus der Versicherungspslicht herausgenommen; die Apotheken 9lummCr Iautet: Handlungsgehilfen und Gehilfen in

Beim 8 10 wird ein Antrag des Abg. Horm an n an­genommen, der besonders für Bremen von Wichtigkeit ist. Danach bleiben Lehrer an Vorschulen zu höheren Schulen sofern die Sicherheit bestehl, daß sie in den Staatsdiemt übernommen werden. Weiter werden neben den

Schüsse gegen^Sidi Messri ab. Kleingewehrfeuer folgte. Die Italiener erwiderten es. Später sah man hier uno dort sich Arabertruppen nähern. Dies ließ auf die Vorbereitung eines Nachtangriffes schließen, der jedoch aus­blieb. Der Feind ist überwiegend auf der Seite von Sibi Messri tätig, wie wenn er beabsichtigte, die linke Flanke zuumzingeln. Am 13. November mittags war zwischen feindlicher Artillerie bei dem kleinen Fort Messri und der italienischen Stellung in Sibi Messri ein Feuergefecht. Eine Kompagnie Infanterie, bic zum Schutze der Aufräumungs­arbeiten auf dem Schußfelde von Sidr Messri auseinander­gezogen war, wurde unter lebhaftes Feuer genommen, bas aus einem gegenüberliegenden Gebäude kam. Das Gebäude wurde von der italienischen Artillerie zerstört. Auf italie­nischer Seite hatte man zwei Verwundete. Trotz der un­aufhörlichen Regengüsse hält die Gesundheit der Truppen an.

In Ben-GHasi, Derna, Tobruk und Homs ist die Lage unverändert.

Gestern nachmittag versuchten die Türken \n der Oase unter AusnutzungdesschlechtenWettersdie italienische Stellung anzugreifen, wurden aber zurückgeschla­gen. In der Nacht wurde die italienische Stellung bei Sidi Messri durch Artillerie und Infanterie verstärkt und mit Scheinwerfern ausgerüstet.

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