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15.11.1911 Erstes Blatt
 
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Funde von fossilen Säugetieren auf Kuba. Zn den Quartarschichlen itubas sind neuerdings von dem süd- amtnlaniicl cn Anthropologen Ameghino, der dort auch einen primitiven Menschenunterkiefer, demHomo cubensis zugehörig, gefunden hat, 16 Hahne eines Individuums entdeckt worben, die mit Ausnahme des und Lchneidezahns cm gesamtes unteres Gebig darsleUcn. Als der Träger dieses wurde cm Affe von beträchtlicher Größe bestimmt, der in Die Gruppe Der iüdamerika- nischen 'Arien gehört. Zn der Bildung der Zahntronen ähnelt es Dm Menschenaffen und dem Menichen. veutc gib: es aus MuLa [eine An.n mehr, wie die weitinoischen Inseln üocchaupl arm an emteinum m LanDiougeiieren sind. Der Fund weist daraus hin, Dais Die Asien neben Hmeltcmresiern, Zahnarmen und stachcl- ichnieiiiariigcn 'Jiagetiercii von dem iüdameritaniichen Kontinent ubergctcaniert sind, als zwischen ben Znseln und dem Festland nock eine feste Brücke beitand. Taft bieie erst in der lüngiten PerieDe Der Erde abgebrochen wurde, lehren, wie die Nalur- wissenschaitliche Rund'wau mitteilt, auch die Funde, die in Löhlen von Spencer und de la Torre gemacht worden sind. Es handelt sich besonders um Die Reste von ausgestorbenen Nagetieren und Zahn, armen, die dem Quartär angehören.

Carnegies Wohltätigkeitöindustrie. Aus Neuyork wird berichtet: Carnegie Hal sich jetzt sechst als Ge- seltschaft begründet, um seine Wohckätrgkeit zu organisieren. Zn Ncuyork ist DieCarnegie Corporation" begründet, die lünftig über alle Sch.niungen des berühmten MüliarDärs zu bekmunen hat und die von Carnegie gemalten Stiftungen ver- wallet. Carnegie tat dieser Gesellschaft als crite Einzahlung ein itayüai von lüu Millionen Mk. überwiesen, und mit Dieser 2uinme ioüen cinstwei.en Die von Carnegie bisher so großem betriebenen Stillungen und Reugründungen von '-Dtbao« ii;.ien und wissenschaftlichen Instituten ^rtgc'Cöt jücrociL 2er Corporation" gehören.neben Carnegie se.bst noch Senator Roo:, Mr. Frick, De: $r- ident des Carnegie-Instituts von xn.t.burg nn.

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®ie Üa i der mit seinen woh.taligen Schenkungen oerrnüpften Arbeit bi mit der Z.it aber d:e Kräfte Carnegies hmausgewa^sen, oer Mnliaroär zugtt heute 76 Zayre, möchte einen Ten Der

Arbeitslast von seinen Schultern werfen und sich vor aller* Nicht mehr im einzelnen mit Den eingehenden Prüfung en, Nach­forschungen unD Feststellungeii beschäftigen müssen. Die jeoer grob» ren Schenkung vorausgehen. Bor allem liegt ihm Die Sorge am Serien, daß Die von ihni gestifteten Einrichtungen unD Biblio­theken auch künftighin über Die genügenden Geldmittel zup Ver­wirklichung ihrer Ziele verfügen. Carnegie hat bis letzt für össentckche Schenkungen und Stiftungen ü b e r 8 0 0 M i l l i o n e n Mark ausgegeben, und Damit denreichsten Mann Der Welt", Rockefeller, lies in den Schatten gestellt, denn Die Schenkungen Rockefellers belaufen sich bisher auf annähernd 320 MUl. Mark.

ki. Die Krönungsge schenke der chinesischen KaiserfamilieanGeorg V. werden gegenwärtig im Vikto­ria» und Albert-Museum und im Bethnal-Museum ausgestellt; sie sind wahre Wunderwerke des chinesischen Kunsthandwerke-. Die Königin bekam einen Toilettentisch, der mit seinem Lack über­zogen ist, einen dazu passenden Stuhl und eine Fußbank. Die Geschenke an den König bestehen aus folgenden Gegenständen. 2er Kaiser sandte einen prachtvollen zwölfteiligen Wandschirm aus Nosenholz, Der mit Täfelungen in Clo. onne, eine Art Porzellan, in vrad tcoller farbiger Zusammenstellung ausgestatlet ist und reid e Perl.'rulagen zeigt. Ter Prinzregent von China schenkte ebenfalls ein paar Wandschirme in Pekinger l.'adarbcit, in Denen sehr schone chinesische Darstellungen eingeschnitzt sind und die au' Dir Druckseite ^aoebuchstaben von glücklicher Bedeutung tragen, io b B. das Symbol mr langes Leben. Ter Sonderg: ano:,- zu Den Aronungsicierlichkeiten, Prinz Tiai-Chen, überreicht: ein stehende Panelierungen in einem geschnitzten Rahmen aus Rosen- Holz aufweisen.

Kurze N a w r ii_dj * ? w « n S Kunst und Wiskeu­sch a i t. Unter allen äußern Zeichen eines großen musikai.7 >en Ereignisses fand am Ti n-rng in der Königlichen Cpcr di. Ber­liner Eriiaufiuhrung des Rosenkavaliers von viieyarb Strauß statt.

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Erstes Blatt

16(. Jahrgang

General-Anzeiger für Oberhessen

Nr. 269 Erster Blatt 16V Jahrgang Mittwoch, 15. November 1911

Tet «leBener anjdger /TOJ Q ZS /\ y-f O Vezngtzpr-t»:

erscheint täflliii', außer rSr monatlichTbB^ viertel-

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wirlschaftllcherettsre-tn ~ H Fj M V V IS TU ~ Thekredakteur: A Goetz.

Ferinvrech-Anfchlusfe: K AI Verantwortlich für den

für Die Redaktion 112, v politischen Teil: August

SSsr General-Anzeiger für Oberhessen

h"n<rHce2ag,«nmiune" Notationsdruck und Verlag der vruhl'schen Unio.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. 0and-:^E.vest:den bis vormiuagz 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Rr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck.

Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten.

Vie Auslösung des bayerischen Landtags.

ÄaS man bei der Macht des Zentrums und bei der bis hcrigen Abhängigkeit der bayerischen Negierung von ihm noch in den letzten Tagen bezweifeln konnte, ist nun doch cingetreten. Ter im Frühjahr 1907 gewählte bayerische Landtag, in dem das Zentrum auf Grund des von ihm ausgeheckten neuen bayerischen Wahlrechts und einer anf seine Bcrl)ältnisse zugcschnittenen Dahlkreiseintcilnng mehr denn je den Ton angal', ist vorn Prinzregenten Luitpold aufgelöst worden. In ganz Bayern und Dem ganzen übrigen Teutschland, soweit es nicht klerikal ist, wird man diesen Ent­schluß des greisen n nur aufs freudigste i. j können. Tenn die Auflösung der bayerischen Zweiten Kam­mer richtet sich gegen daS Zentrum, dessen Fesseln daö Kalnnett im Einvernehmen mit der Krone ab schüt­teln will, weil die Zentrnmsherrschaft nicht nur für das Land, sondern auch für Ministerium und Krone nachgerade unerträglich geworden ist.

Ter Grund für diese plötzlich sehr energische Maßnahme des Kabinetts Podewils liegt schon einige Zeit zurück. Es war im vorigen Jahre, als das Zentrum dem Verkehrs­minister v. Frauendorfer aus Anlaß eines im Eiseu- bahndirektionsbezirk Regensburg vorgekommenen Falles die Fehde ansagte, inbem es von ihm verlangte, er solle den Cisenbahnaiigestellten die Zugehörigkeit zum Süddeutschen Eisenbahner-Verband verbieten Dieses Verlangen des Zen­trums, das sich trotz seiner früheren engen Verbindung mit der Sozialdernoiralie plötzlich als Staatsretter auf­spielte, wäre in Rücksicht auf die Bedeutung eines ungestör­ten Eisenbahnbetriebes für handel und Wandel, sowie im Kriegsfälle für eine Mobilinachung durchaus verständlich gewesen, wenn es den Beweis erbracht hätte, daß der süd­deutsche Eisepbahner-Verband tatsächlich sozialdemocratst scheu Bestrebungen huldigte, den die ycrrcu Crlerer, Taller, Lerno, und wie die bayerischen Zentrumsgrößen alle heißen, aber zu führen schuldig blieben. Uebrigens hat es sich auch für das Zentrum bei der ganzen Aktion gar nicht Darum gehandelt, sondern vielmehr Darum, durch das Verbot Der Zugehörigkeit zum Süddeutschen Eiseubahner-Verbande jür Die bayerischen Angestellten dem unter seiner Aegche nur vegetierenden christlichen Eiseubahner-Verbande neue Mit­glieder zuzuführen, um ihn so für die ReichStagsneuwahlen als eine weitere Zentrumsorganisation zu ver.oenden, und sodann darum, aus dieser Cisenbahner-Afsäre dem ihm miß­liebigen, weil liberalen Verkehrsminister v. Frauendorfer einen Strick zu drehen.

Zwar gab Frauendorfer Dem Verlangen des Zentrums insoweit nach, als er eine Verfügung erließ, in der er die Eisenbahnangestellten daraus aufmerksam machte, daß er gegen sie vorgehen würde, wenn sich bei ihnen sozial- demokratische Beitrebungen geltend machten, aber er ließ darüber hinaus im Reichsrat (August 1910} sehr deutlich Durchblicken, daß man die Sozialdemokratie nicht mit Ge- waltmaßregeln, sondern nur mit Lozialreformen bctäinpfcn könne. Tas war für das Zentrum anscheinend ebenso neu, wie die Tatsache, daß ein bayerischer Minister gegen seine Herrschaft rebellierte. Tenn in Bayern war man es bisher gewohnt, daß die Minister dem Zentrumsbefehl: Pudel, spring auf, mach Faxen! unbedingt und sofort nachtamen. Tie Angelegenheit Der Eisenbahner trat nun zwar einiger­maßen zurück, desto mehr aber verfolgte das Zentrum den Minister Frauendorfer mit feinem Haß und verschmähte kein Mittel, die berühmte bayerische Voltsseele gegen ihn sogar zum Ueberkochen zu bringen, ohne freilich damit zu erreichen, daß Der Ministerpräsident Graf PoDewils Den bewährten FrauenDorser fallen ließ. Tenn hier sagte man sich: Was FrauenDorser passieren kann, kann aua, '.cDein

von uns passieren, wenn es Der Uebcrmut deS Zentrums so will.

Tic Anaelegenheit Frauendorfer trat dann in ein neues Stadium, als der bayerische Landtag wieder zusammentrat ildemokratie am 25 Lutober ds Zs über Die von ihm an die Eisenbahner erlassene Verwarnung fragte

' kam Frauendorfer in du- Lage, zu erklären, daß das Verlangen des Zentrums unerfüllbar sei, weil man fest angestellte Beamte nicht ohne ein regelrechtes Tiszipli narberjahren entlassen könne, ein solches aber nur Dann zur Tienstentlasfung führen könne, wenn für jeden ein­zelnen Angestellten nicht sozialdemokratische Gesinnung, son­dern eine Direkte Förderung der sozialdemokratischen Ideen, also tatsächliche Agitation, festaestellt fei. Ta das Zentrum verlangte, alle bayerischen Eisenbahner sollten bet Strafe der Tienstenllassung ans dem Süddeutsck)en Eisenbahncr- verband ausscheiden, so gab es. Da überdies feststand, daß Frauendorfer bei seiner Erklärung Das Äesamtkabinett hinter sich hatte, im Zentrum natürlich lange Gesichter.

Aber trotzdem verzagte mau nicht. Man wollte das ganze Kabinett Podewils zur Raison bringen und machte deshalb nicht nur am Voranschlag des Verkehrsministeriums im Finanzausschuß bedeutende Abstriche, sondern stellte auch das ganze Budget dadurch in Frage, daß mau Drohte, Den Gesetzentwurf über Verstellung einer Lotteriegemeinschaft mit Preußen abzulehnen, Deren Einnahmen (2,25 Millionen) zur Deckung De-.' Defizits aus Dem Jahre 1908/09 Dienen sollten. So fühlte lich Der Finauzminister v. Pfaff unD mit ihm Der Ministerpräsident Gras Podewils bedroht. Zwar glaubte man zunächst noch an eine Verständigung mit dem Zentrum, ja, es schien sogar, als wolle Herr v. $obe- wils dem Zentrum Die größten Zugeständnisse machen, aber da sich auch mit diesen das Zentrum nicht zufrieden erklärte, beantragte schließlich am 11. November Der Mi­nisterrat beim Prinzregenten Die Auflösung des Landtags.

Und nun griff Prinzregent Luitpold, den man in Rück- ficht auf feine 90 >: re bis zuletzt nicht mit einer Kabinetts­krise oder einer Auflösung des Landtags hatte beunruhigen wollen, in den Streit zwischen Zentrum und Regierung ein und lieft am 13. November die Oeffentlichkeit wissen, daß er mit der Aktion des Zentrums gegen den Verkehrs­minister nicht einverstanden fei, und daß er, wenn das Zentrum nicht klein beigäbe, den Landtag auflösen werde. Auch dieses letzte Mittel hat beim Zentrum nicht versangen, es bestand vielmehr auf Dem Rücktritt Frauendorfers und wohl überhaupt auf Dem des Kabinetts Podewils, um ein homogenes Zentrumsministerium an seine Stelle zu setzen.

So werden wir, da das bayerische Budget bis zum 1. April erledigt fein muß, demnächst, wahrscheinlich schon vor den Reichstagsnemoahlen (12. Januar), Landtagsneu- wahlen in Bayern haben. Tas Zentrum hatte vor 5 Jahren von insgesamt 16 3 Mandaten nicht weniger als 98 erobern können, während sich Die Liberale Vereinigung mit 24, Die Freie Vereinigung mit 19 unD Die Sozialdemokratie ebenfalls mit 19 begnügen mußte. Aus Grund Der jetzt bevorstehenDen Neuwahlen wirD Das Zentrum jeDeufalls nicht in gleicher Stärke in Die LauDstube" an Der Prannerstraße zurücktehren. Tenn ganz abgesehen Davon, Da ft Die Stellungnahme der Krone unD Die ganze politische Lage im Reiche Dem Zentrum ungünstig sinD, Haven fich inzwischen Die bayerischen LanDtagsliberalen zum größten Teil vertragen und sind auch wohl nicht ab­geneigt, mit der Sozialdemokratie gemeinsame Sache gegen Das Zentrum zu machen. Immerhin bleibt abzuwarten, ob die Zentrumsmehrheit im bayerischen Landtage zer­trümmert werden kann.

München, 14. Nov. Ter Landtagsabschied, Der heute nach Beendigung der Kammersitzung Den Abge- orDnctcn übergeben wurde, zählt die Beschlüsse beider Kam­mern des Landtags auf und erwähnt besonders, baft die Staatsregierung auch weiterhin allen Streikbestrebungen

m den Betrieben der Verkehrsanstalten mit allen ihr zur Verfügung ftchcnben Mitteln entgegentreten werde Ter Landtagsabschied schließt.

Tic' jünoften Vorgänge in der Kammer der Abgeoidnelcn nötigen und, b o n dem uns verfassungsmäßig i u - ftebenben Rechte Der Auflösung des Landtages Gebrauch zu machen, linier Bestreben wird, wie bisher, so auch ferner, unablässig dem Äoble Des geliebten Daierlanb»» geweiht bleiben, das Uns erst jüngst aus Anlaß Unseres 90. Ge­burtstages so einmütige und ergreifende Kundgebungen der An­hänglichkeit und Treue gewidmet bat

Vor dem Laiidtagsgebäude hatten sich schon vor Beginn der Sitzung der Kammer größere Meuscheumengett ein- gefunden 9lls die Minister gemeinschastlich das Land- tagsgcbäude verließen, wurden sie von der Menge mit stürmischen Hochrufen empfangen und eine Strecke Wegs begleitet.

München, 15. Nov. Nach den Bestimmungen der ba»e- rischen Verfassung müssen nach einer Auslösung des Landtages die Neuwahlen binnen Drei Monaten ftatttinben. Wie versichert wird, bürste ber Wahltag aus Ende Januar verlegt werben, da ein früherer Termin wegen ber Herstellung der Wählerlisten nicht möglich sei. ---------

Herr v. ttiderlen-wächler und der Berliner SchriWellerllub.

Tie ironischen Worte des Staatssekretärs v. Miberlcn* Wächter in ber Rcichstagssitzung vom 11. November über eine Berliner Marokko-Versammlung, bic seit längerer Zeit in ber Presse erwähnt worden war, treffen bei den be­teiligten Kreisen auf Widerspruch. Der Vvrstand des Berliner Schriftstellerklubs veröffentlicht fol­gende Erklärung:

Zum 4. Juli 1911 war ein TiSkussionsabend des Klubs über die Marokkofrage mit Zuziehung von Gästen geplant. Tas Auswärtige Amt, das von diesem Vor­haben Kenntnis erhielt, setzte iidi daraufhin mit dem Vorsitzenden des Berliner "Sckrriftstellerklubs in letzter Stunde in Verbindung und richtete an ihn unter Berufung aus das Aussehen das bie früheren Marvkkoabende des Klubs im Auslände erregten, und! unter einem Appell an ben Patriotismus Der Klub­leitung bie dringende Bitte, von ber Versammlung Abstand zu nehmen. Ter Versuch, dem Berliner Schriststellerklub irgend­welche politische Direktiven zu geben, wurde nicht gemacht, eben­sowenig die Mahnung ausgesprochen, vorsichtig zu sein. Ter Vorstand drs Berliner Schiiflstellerklubs glaubte dem Ersuchen des Auswärtigen Amts insosern Rechnung tragen zu sollen, baß er anstatt Der geplanten Versammlung nur eine vertrauliche Besprechung in einem kleinen Kreise veran­staltete. Bei der (Erörterung, an welcher Vertreter verschiedener Parteirichtungen teilnahmen, gab es selbstverständlich wederAn­träge noch Beschlüsse irgendwelcher Art. Unter diesen Umständen überlassen wir es der üe ff ent lief: fett, zu entscheiden, ob bie Auslassungen des Staatssekretärs nach dem Inhalte wie nach der Tendetu bie Tatsachen zutreffend Wiedergaben und ob sie dem loyalen Entdenkommen bes Berliner Schriftstellerklubs gegen bie bringlichen Wünsche des Auswärtigen Amts cntsprachen."

Dazu bemerkt das Wolffsche Bureau,daß der Berliner Schriftstellerklub weder der in ber Presse verbreiteten, noch im Reichstag bereits m ber Sitzung vorn 9. November er­wähnten Version entgegentrat, baß es sich um eine vom Auswärtigen Amt einberufene und beein­flußte Versammlung handelte, in welcher das Aus­wärtige Amt bie Absicht von Lanberwcrbungen in Marokko habe Durchblicken lassen". Gegen Diese Insinuation wandte sich der Staatssekretär, nachdem sie lange Zeit von ein­zelnen Preßorganen ausgestreut war.

Kämpfe um Tripolis.

Immer noch schleppt sich die Entscheidung um Tripolis hinaus. Auch am Sonntag und Montag haben Gefechte stattgcfunden, über Deren Ausgang nach Dem amtlichen italienischen Bericht sich nichts besonderes sagen läßt:

Tripolis, 14. Nov. (Agenzia Stesani.) In ber Nacht zum 13. November gabbiefeinblicheArtillcrie

Kunft, rvijfcufchakt und «eben.

tzk. Preisausschreiben. Ter Verband der Tierschutz twreute des Deutschen Reiches veröffentlicht die Bestunmungeii eines PrcisauSsänecheus über das Thema:Innerhalb welcher Grenzen ist Der wissenschaftliche Versuch an IcixnD.n Tieren als unenibchrlich anzusehen Y" Für Die beste Arbeit setzt er einen Preis von 2000 Mk., für Die zweitbeste einen Preis von 1000Ml. aus. Tas Preisrichterlollegium setzt sich aus folgcnben iunj Herren zusammen: Geh. Mebizinalrat Pros. Tr. &is, xirctior der ersten Medizinischen Hlinit in Berlin; Prof. Tr. v. Frey, Tirektor Des physiologischen Instituts zu Wurzburg; Geheimrat Prof. Tr. Meusel in Gotha; Geheimrat Prof. Tr. Ellen­berger, Rektor ber Tierärztlichen vochfchule zu Dresden: Rentner Ltto L» art mann zu stoln. Näheres durch Den Bor­ste enden De» Verbandes Der Tierschutzvereine Des xaniaicn Reiches, E. V., £tto Hartmann, Köln a. Rh, Groye Wuw gaffe 32 34.

TievuthscheShakespeare-Sammlunguntcr der 5) a n D verkauft. Aus London wird berichtet: ~tc Lücheniebhaber und bic Sammler kostbarer alter^er, Cie be­reits die Reise nach der Themsestadt angetreten haben, um m diesen Tagen bei Sotheby an Der ^eriteigerung der beruh..:en Luthschen Büchersamnuung r^ilzunehmen, nuthen, stcu nut tirut schweren Enttäuschung abimben. Tte berühmte Sammlung a.tct Shakefpeare-AuSgaben, in ihrer Art wahr ote toitbarite oee '<telt, kommt nicht unter Den vamuü'r: es roirb letzt begannt gemaa ., daß alle Shakefv.arebüctar Der Samm.u.tg i>ufj bereit.' unter der yanb fest Verfaul worden sind. Der Name des Kau tr^ und der für die kostbaren Bücher gezahlte Preis werden ein in i.en noch geheim gehalten. Ter Verkauf um aßt eine lai: c Re.! : von alten Folio- und CuanbänDeii, die nach der Heuthen Be­wertung nut Gold aufgewogen werden, daruntec ein Band der ersten Folioausgabe vonJohn Lvilkes". Noch vor 4 Jarre,t wurde ein Stück davon für 72 O00 Mark vertarnt. Der L-u - v Banb der ernen Quar.aucgabe, Der seiner eck von Dc.n 2a.. iür 30^i0 Mark angetauit wurde, heckt heute em Vermögen Dar.