Nr. 219 Zweiter Blatt 161. Jahrgang
tttoeinl «f II* mtt thtfnafrne »e« Sonntag«. T 4 M a? AU
»e wfleBener Mrtn«nblitttt“ werden dem I g R< iz g| 8 Jl |g H
,Hnieifler' einmal wöchentlich beigelegt, bat 9 W W M I M 1L */KL Bll ik M 1LS ^L, wKreiibIatt fir bei Kreis «ießen" zweimal II v Nrv’av’ BVV TW v
wSchenilich. Tie „£<mbwlrtfd?aftltdfeii Lett- »» < «%< • «„ zi^t < ee
—uit* — General-Anzeiger für Oberhesstn
Montag, 18. September 1911
Ratattontbrud und Verlag der Br üblichen Untoersirät» - Buch» und 6teinbmdertL ft Lange. Lietzen.
Rebaftian. Expedition und Tnideteü Schul« strafte 7. Ervedition und Verlag: e*9 bl- Redaktion: «S112.2 et- ?Ib u Anzeig erließen.
Der Anschlag aus Stolypin.
Der Anschlag auf Stolypin mutz auch deshalb tragisch berühren, weil nach allem, was man hört, die Tätigkeit Stolypins als Ministerpräsident nahezu als abgeschlossen gelten konnte. Tic unerhörte Tatsache, daß er, der Unbestechliche, es wagte, dem höheren und niederen Beamtentum auf die schmutzigen Finger zu sehen, um der russischen Korruption ein Ende zu bereiten, schuf ihm unter dem Tschin Feinde genug, sogar in der Umgebung des Zaren selbst. Sein Äonfkft mit Tuma und Reichsrat wegen her Einführung der SemstwoS ui den Westprovinzen, her ihn veranlaßte, auf dem Wege des Staatsstreichs dem abgelehnten Lemstwogesetz Geltung zu verschaffen, hatten in national russischen Kreisen böses Blut genug gemacht, obwohl es doch gerade Stolyptns Bestreben gewesen war, die Vorherrschaft russischen Geistes nicht nur durch die Unterdrückung Finnlands, sondern auch durch dte Machtbeschränkung des Polenlums in den Wcstprovinzen über das ganze weile Reich zu verbreiten. Jedenfalls war Stolypins Stellung als Ministerpräsident durchaus unsicher geworden, ja, es hieß zeitweise sogar, daß er beim Zaren in Ungnade gefallen sei. Run, bic Kugel Bagrows hat unbedinat das bewirkt, daß sic dem schwankenden Zaren die Entscheidung aus der Hand nahm, ob Stolypin Ministerpräsident bleiben'soll oder nicht. Tenn mag Stolypin auch vielleicht mit dem Leben davonkommen, seines Amtes wird er schwerlich weiter malten können.
Der Täter.
Petersbilrg, IG. Sept. Die Blätter, die sämtlich oljne Rücksicht auf ihre politische Richtung den Anschlag auf Stolypin aufs schärfste verurteilen, berichten zahlreiche Einzelheiten über die Tat und den Täter. Darnach ist dieser ein großer brünetter Mann und der Sohn eines vermögenden Kiewer Rechtsanwalts. Nach einer Lesart soll er jedoch nur die Papiere des Rechts- anwaltsgehilfen Bagrow mißbräuchlich benutzt haben. Bei dem ersten Verhör schrieb der Verhaftete selbst seine erste Aussage in aller Ruhe nieder. Er ist Mitglied her sozialrevolutionären Partei. Am 1. September mar er in Petersburg, wo er vom Zentralkomitee feiner Partei mit der Ausführung des A n - Schlags betraut wurde Seine Zugehörigkeit zur politischen Polizei ist nicht fcstgestellk, jedoch ist Tab lache, daß daö Tljcaterbiltctt, das er benuPt hat, vom Kiewer Magistrat und dem Chef der dortigen politischen Polizei, Kuljabki, gegen schriftliche Quittung zugestellt roor den ist. ES heißt, der Polizeichef, habe dem Verbrecher das Billett gegeben, und dieser habe versprochen, den be absichtigten Anschlag, über heh er selber Anzeige erstattet, aufzuhecken und zu vereiteln. Stolypin soll übrigens bei der Abfahrt nach Stiem eine Warnung zugegangen sein.
Bagrom sagte bei seinem Verhör aus, er habe einen Anschlag auf eine höhere Person beabsichtigt, habe aber ein Judenpogrom gefürchtet.
Bagrow galt als tüchtiger Geheimagent, da alle seine Angaben bestätigt wurden. Tahurrf) erwarb er sich großes vertrauen des Chefs der Kiewer Geheimpolizei .ituljabko. Bagrow sagte aus, er habe Stolypin auf her Gesellschaft der Kaufleute töten wollen und lange auf eine günstige Gelegenheit gewartet, um niemand aus hem Publikum zu verletzen AIS sich ihm Gelegenheit bot, habe ihn der Mut verlassen, auf den Ministerpräsidenten zu feuern. Am nächsten Tage habe er dis zum zweiten Zwischenakt geschwanll, sei dann aber zu der Ueberzeugung gekommen, daß er eine bessere Gelegenheit nicht finden wurde. Außer der Kopfwunde, die Bagrow durch einen Säbelhieb beigebracht worden ist, siild ihm zwei Zähne ausgeschlagen. Es verlautet, daß die Revolutionäre, als sie mit Bestimmtheit erfahren hatten, daß Bagrow ein Verräter sei, ihm vorgeschlagen hätten, er solle sich durch die Ermordung Stolypins rehabilitieren. Ans diesen Vorschlag ging Bagrow ein. Tic .Kunde von der Tat machte auf Muljablo einen erschütternden Eindruck. Zum Verhör geladen, bat er schluchzend um die Erlaubnis, seine Aussagen schriftlich machen zu dürfen. Bagrow äußerte, als er erfuhr, er habe den Konzertmeister Bergler verwundet, Mitleid Das .Kriegsgericht luirh am 20. September ftattfinben. Au dem Wege zur Festung bat Bagrow die begleitenden Polizei- beamten um eine Zigarette, indem er hinzunigte, diese ganze Geschichte habe ihn furchtbar aufgeregt, und er könne bis jetzt noch nicht zur Besinnung kommen.
Teil neuesten Nachrichten zufolge gehört Bagrow nicht der .Kampsorganifation der Sozialrevolutionären Partei, sondern der iteugegruiibelcn autonomen Revolutumsgruppe au, deren Devise lautet: Terror auf allen Gebieten des Staatslebens, nicht nur Attentate gegen einzelne Hoch- gestellte.
TaS Befinden Stolypins.
Kiew, 17. Sevt. Ter Ra chm 111 ags-Kr an k- heitsbe richt besagt: Gestern nacht trat eine Verschlimmerung des Zustandes Stolypins ein. Es erschienen Anzeicheii der lokalen Peritonitis im Zusammen- dang mit Bluterguß unter das Zwergfell. 6.30 llhr früh: Temperatur 36,6, Puls 80, Atem 26 bis 28. 8.30 Uhr vormittags: Temperatur 37, Puls 101, Atem 24 bis 2d. Gegen 10 Uhr morgens wurde ein neuer Verband angelegt. Tic Wunde der Eingangsöffnung wurde in gutem Zustande befunden, am Hinteren Ende des Lchußkanals mürbe unter halb desselben der Sitz des Geschosses festgestellt. Tie Kugel wurde unter lokalem Angesthesicren entfernt. Ter Kranke überstand die Entfernung völlig befriedigend
Am S p ä t a b e n ö wurde über das Befinden des Mi- nifterpräfibenten gemeldet, baß die Bauchfellentzündung fortfchreitet. Temperatur 36,6, Puls 116 bis 120, r'Ui-iii 23. Ter Zustand des Patienten ist sehr ernst.
'Sic Untersuchung hat ergeben, baß die Schwe.-e der Berrnunbilng abgeschu'ächt wurde, meii^bie kugel an Stolypins Kruzifix a n s ch 1 u g. ~ie Hoffnung au einen günstigen Ausgang steigt. Auch heute wurden allenthalben Bittgebete abgebalten.
Petersburg, 16. Sept, .veuie mittag sand m der Kasaickathedralc ans Anregung der Zentrale der rechis- stehenben politischen Parteien ein öfsentlicher Bitt- gottesdienst iür die Genesung Stolypins statt.
Tie ungeheure flatbebrale war von Betenden überfüllt Anwesend waren Mitglieder deS Reichsrates, Tumaabgeorb- ncte und Vertreter der höchsten Militär- und Regierungsbehörden, sowie eine unabsehbare Volksmenge.
Stolypin» Stellvertreter.
Petersburg, 16 Sept Ter Gehilfe des Ministers des Innern, Kryjanowski, ist für die Tauer der Krankheit Stolypins zum Verweser deS Mini- terrumS des Innern ernannt worden. Kryjanvtvski, der im AuSlandc weilt, trat die Heimreise an
Ter Zar auf Reisen.
Kiew, 16. Sept. Ter Kaiser ist heute früh 8Uhr in Korosten an der Kiew-Kowel-Bahn cingetrorfen, von ido er sich im automobil nach Lwruksch begab, um an der Eimveihung einer neuerbauttpi Kirche teilzunehrnen. Um 3 Uhr erfolgte die Rückkehr nach Kiew über Korosten. Auf der Hin- und Rückreise wurde der Kaiser von her Landbevölkerung, die Ehrenpforten errichtet hatte, lebhaft be- jrüfjt. Um 6 Uhr traf her Kaiser in Kiew ein und begab ich Dom Bahnhos aus im Automobil nach dem Krankeu- ;aus, wo er Stolypin besuchte. Sodann begab er sich in den Palast.
Die Linderung der Schaden 6es Grnteausf alles.
Rach einer Meldung der „Norbd. Allgem. Zig." be- chäftigte sich das preußische Staatsrniniftcrium mit den staatlichen Maßnahmen zur Milderung der Schäden, wie sie der Er nie ausfall an Kar tosseln, Gemüse und Futterstoffen für die Volksernährnng und die Erhaltung deS Viehslandes mit sich bringen wird. Unter anderem wurde beschlossen, auf den Staatseisenbahnen eine üOprozentige Frachtermäßigung fürFultergcr st e,MaiS,frische Kartoffeln und Gemüse einschließlich Bohnen, Erbsen und Linsen einzuführcn. Beim Bezüge von Waren durch gemeinnützige Organisationen und Gemeinden werden besondere Vergünstigungen cintretcn. Die Fracht f ü r Düngemittel wird auf die halben Sätze des Spezialtarifs 3 herabgesetzt. Auch für den Transport frischer Seefische tritt eine Frachtermäßigung in Kraft. Um einen Teil der in Brennereien verarbeiteten Kartoffeln für Speise- und Futterzwecke zurückzuhalten, beschloß bas Ltaatsniinistcrium, beim Bundes rat die Gewährung und Erleichterung zur Verarbeitung von Getreide und Mais in den Brennereien zu beantragen.
Vie Schlußsitzung der sozialdemokratischen Parteitages.
~ 3 c n a, 16. Sept
Tic letzte Sitzung des Parteitages war von kurzer Tauer, da man sich nur noch mit der Erledigung einiger Anträge, der Wahl der Parteileitung und der Bestimmung für dm nächstjährigen Parteitag zu beschäftigen halte.
Mit bcsondercr Spannung erwartet man das Ergebnis der Parteivorflandsvahl, da bekanntlich au Stelle dcö verstorbenen Paul Singer ein neuer zweiter Voriitzcnder der Parrei zu wählen war Nachdem Parteisekretär Evert '/Berlin) verzichtet und Bebel selbst den Rechtsanwalt S) u g o Haase Königsberg i. Pr.) für diesen Posten empfohlen hatte, war bcfirn Wahl zu erwarten, obwohl von dem Abgearonetcn Ullrich (Cifenbach) dagegen Güiiprud) erhoben worben war Rechtsanwalt Haase, der nach ersoigt.-r Wahl seine Praris in Königsberg auigebcit und nach Berlin über liebel» wirb, hat in verfSiebenen ostpreußischeu SmsationSprozesseii her beiden Icuicii Jahrzehnte mitgeroirh. 1897 wurde er in her bis da hm frei- ,innig Lertrclcncn Stadt Königsberg zum ReichstagSabgeordnelcii Scwählt, 1907 iehod) wieder durch den Freifinnigm verdrängt, int Mcmeler „Sdwndsanlcnprozeß" und einigen anocren Prozenen gegen iozialdcmokrat'.iche Reballcure halte er hestige Fehdm mit ben ostpreußischeu Gerichtsbehörden zu belieben, bie ziemlid) hohe Str mm gegen ferne Klienten festsetzten. Bebel sühne besonders seine inrisliichen Talente alb ausschlaggebend für dm Wunsch des Parteivorstandes an, ihn in Berlin zu iehm. Ta hier aber bereits eine ganze Reihe tüchtiger bekannter sozialdemokratischer Anw.stie wirkt, darunter her reviiionistifchc NcichStagsabgevrbnele Tr Heine uiib her ultraradikale Tr. Liebknecht, fo entsteht bie uilcrciiuik Frage, weshalb man nicht auf diese zuruckgegrisfen hol. Rechts anwalt Haase, her aus Allcnstein in Ostpreußen stammt, ist jüdischen Glaubens unb steht gegenwärtig im 48. Lcbmsrahr.
Klara Zetkin begründet einen Antrag, nach welchem der Parteitag bie Notwendigkeit anerkcnM, dem
Ausbon der Parteisekretariate erhöhte Shinncrnämleit zu schen'.en Als Mulel zum Zweck craduci sie neben der materiellen BessersteUimg der leitenden Sekretäre die gute technische Ausgestaltung der Sekretariate unbchie Anstellung weiterer Krane. In Bezirken, wo es von Bedeutung ut, hau weite Zraulmmai'en agitatonsch criaßt und den Crgannihonen ihrer Stlaüe zugeiuhn roerben, müssen außer den leitenden Leite- taten aud) Sekretärinnen tätig fein. Ter Antrag wurde ohne Aussprache angenommen.
Taraur begrünoc: Rcchtsanwolt, Tr. Liebknecht wlgenbe Entschließung: .
,,Ter Parteitag nimmt mit Entruitung Äcnnnu» von den neuen Attacken des anrüchigen Zarismus gegen bas finnische Volk. Er brandmarkt die unter dem Vorwand Itratcgiichcr Notwmdigfcum begonnene Zerstückelung Finnlands, einen Ast roher Vergewaltigung, durch welche die nnfüd>c Re- gierung ihre bisherigen Infamien gegen das finmitbe Volk noch ubcnnxnu1': Ter Parteitag fvricht der tapferen smni'chni Bruberpartei unb dem gerungten nnnucten Volke im Ramm hes läniv'enden deutschen Proletariats 'eine herzlichsten xrm- patbien aus unb das Gelöbnis der Untcr'Myung in den ichioerm Kämpfen, die das finnvdie Volk, geführt von dem finnischen Proletariai, gcmeuväm mit oem rufiiidxm Prolerariar zur Nicberwcr'ung des Iansmus durcbzulamp^n hat."
In feiner Begründung rührte Liebknecht u. a. ans Richt lange mehr wird der Zarismus epilieren können, «km Llem nach dem anderen fällt von dem Absolutismus ab. E r ft g e U_e r n istcinerfolgreichesAtlentatgegendenMini'ter^ Präsidenten StoIyvin bekannt geworden, irs i’t batet uniere P'ltcht, wie au' Dem vorigen Parteitag, w aud’ d.es- mal wieder unsere Sompathic mr Finnland und emm Proim flL-qen Den Zarismus kunozugedcn Tamm rme ich: ..Aicoer mu dem Zarismus! Es lobe Die Freiheit des nnn'idxn L olst- Lsbhaner Beifall unb Händeklat'cven -
Es folgt die Mitieilmtg des Ergeöniffes der Lorstandswahlen.
E8 erhielten Stimmen: Bebel 390, Haafc Königsberg. 3 83: bie beiden find somit zu B o r f i s e n d . n g c -
- -
men gewählt. .'Us SchrinrÜtzrer: B r a u ii Äoingöberg. mu ^3, Ebert Berlin^ mu 6<*d, M. o 1 kenhuhr Berlin- mu 3fc9,
!?ermamt Muller Berlin mit 370, P f a n n l u d» Berlins
nm 39»', 3d'et bemann Kastel mit 353 A!» *:mrc:tH ci*
hielt Luise Ziep Hamd.im 389 Summen In Die Momroll-
iommtmon wurden genähll: Bock Gotha» mu 363, Brutme
(Franstur: c M.) mu 354, Ernst Berlin mit 361. Geck Cffnt- burg mit 371, Hengstdach Köln mit 347, Kadett Dresden mit 3*’>8, Stubbe Ham mm mit 361. Ttmm Münchms mu 298 und Klara Zeistn Smugari mit 264.
Daraus erhält Kaden Tn>Dfn da- Won, um einen Antrag zu begründen: Rach ben Vvrstandswahlen ist <» NItwendtg gc- nrorben, die
Gedaltsfrage der Sekretäre
neu ;u regeln. Vir können den Otoväl)Uen schwer ; um ul en, daß fie sich in ihren Einkommeusverhalturnen verschlechtern Tober heouuage id» im Aamen her Kontrollkommission, das Gehalt der Sekretäre auf ;»000 Mark fcitiuffocu und hieicn Besdstuß auch nur ine allen Sekretäre und Malier er auCzudebnen, die bisher mir 4500 Mark bezogen. — Dem Anträge wird zu gestimmt. — olgi die Wahl des nächsten Tagungsortes. Solingm bat seine Umladung zurüdgezogen - Jur Tcüau tadel Linke und für Ehcmnitz Iacnsch ein. Es wird Chemnitz gciväbU.
Ter Vorsitzende Tietz vtcli ioDann iiocb eme Schlußrede.
Kongreß des Bundes deutscher Architetten.
Heidelberg, 17. Sept Ter Kongreß des Bundes bcul- (6er Archilestcn erledigte tu her hcuugen Sitzung fern uimang-' reiches Arbcusprogramm Vorträge hielten Professor Reurncistei- Karlsruhe über „die politische Belangung her Archileklen und Architekt Wagner-Bremen über „das technische und filnüleiiidtc BildungSweien '. Zum nachsteil Vcrsarnmluugsorl wurde Halle a. D. Saale bcflimnu. ProscsstTr Dülsel - Dresden wurde als erster »Geheimer Baurat F r e n b c n -JÄndjcn als zweiter Vor- itzender wiedergewahll. Tie von her Stadl Heidelberg zu Ehren >cs KongrefseS heule abend veranstaltete 2 ch l o ß b e l c u di t u n g nahm, begünstigt Dom herrlichsten Welter, einen glanzenden Verlaus. Ter morgige Tag ist AuSslügen und Besichngungm gewidmet.
Provinzial u <• i d(u ; der Provinz vderhesieru
L. Gießen, 16. Sept.
Anwesend Provinzialdirel^i Tr. Usingcr als Vorsitzerider, 7 ordentliche und 1 Erfatzimtglied.
1. Klage deS OrtSarmenverbandcS Weilburgs gegeudenLrtSarmenDcrbanhButzbachwegenUii- lerstützung des K. W.
K. W. mußte in Weilburg mit monatlich 5 Mark Zmchutz zur Hau-.-iniele tom bomgen CitsarmenDcrbanb unterstützl werden. Er besaß iwch dm Unlenüitzungswohnsitz in Butzbach und bims' erkannte aud» auf bcefallfigc :".nfrage von Weilburg icüic Unter- stütziiu.gepslicht an. Ta aber Weilburg zergliedrne KoNmrcchnuugi erst am Iahresfästuife an Butzbach ianbic, behauptete dieses, W. habe inzwischen ben lluterstützung^ivohnsiV verloren, weil bic Kvsleii nicht früher angefordert wo ihm wärm. Weilburg crb.'b darauf Klage, bic der Provmzial-Ausschuh heute dohin eimdiicb, baß Butzbach zu verurteilen sei, die bis letzt erwachsenen Unif iilützuugs- kotim an Weilburg nebst 4 Prozent Zinsm vom Fälltgleilolage oii zu ersetzen, bic Kosten des Verfahrens zu uagm und tiiicn Avcrstonalbctrag von b Mark an bic Provinzialkafse zu cutridnen.
2. KlagedeSOrtsarmenverbandesHanau gegen bic Örlskrankenkaf f e HL f f e n b c i m und Umgegend wegen Ersatzes von Pflege ko st en für W. R.
R. wurde vom 9. Zcbruar d. I. ab im Kranlmhau) Hanau wegen Rhcninalismus längere Zeit verpflegt. Bei feinet Vernehmung gab er an, bar er bis 8. Februar d. I. in Brudmibrückeni gearbeitet habe und Mitglied her Lnskrankenlaste Asfenheim gerne) en fei. Hanau trat deshalb au diese Kasse mit Lrsaviordcrung ich. 2it Kai e behauptete, R. iet angen wordm, hd) wegen seines Leidem im Hoipüal zu üticbberg verpflegen zu lassen, habe dico aber nidn getan. TicS verstoße gtacii Die Staluteu der Kasse und fie fei sonach nicht verpflidnei, lrriav zu leisten, vanau betonte b.inacgeniibcr, daß einmal der llntcr- itübie sich einer Weisung, nach uuebberg zu geben, nicht enifiune, zum andern dies aber aucychclangios in, Dae^ Pflicht desLrtSaimen- verbandes gewesen wäre, Unlermttzung zu leisten. Ter Provinzial-! Ausschuß gab auch dieser Silage statt unter Verurteilung des B»! klagten in die Kosten des Verfahrens unb eine Verhandlung-- gebühr von u Mark.
3. Fasclhallun g in der G e m e i n b e Ulfa. "Bei der Neurergebimg her Fafelhainiug beschloß der Gemeinderal von Ulfa• gegen bic Stimme des Bürgtrrn. ':ers, diese dem WmigsNorDerndeir' Jäger zu übertragen. Ter Bürger meister bcnditcie Dagegen an' das Kretsamt, hab fein Anlaß vorlicge, die Haltung c-ent seitherigen bewährten Wärter zu entließen Ter Kreisaurfdmß des Streites Scholten entschieo dann in uichtostentlicher Sitzung, daß die Iafclhaltung in den HauDen des icitberigen Akkordaiucn -u verbleiben habe. Tiefe EuiicheiDimg wnroc dem Bürgermeister, mu Dem Austrag zugMclll, dem G.inemderai Mtnnlni.' au geben. Nachdem die Rekurosrift öerftiiLorn »uar, kam der Bürgermeister, diesem Auftrag nach. Er ver olgleu hierauf 4 GemeiuDerai^mit-' gliedec Rekurs, indem sie ürfeiithdK Verhandluug vor dem StrciS- 7!... te jetüd» die^Afim ernt
. ' dir En'.'ü'eiDung vor Ti.-cr >oies zwar in ieiner heutigen ^u,ung den Rekurs als nnjulamg ab, erkannte aber gleichzeitig bahtn, baß eine formell e t n io a n o- freie Zustellung DeS Urteils des Kreisausichuu'es an den l*k» meu-berat überhaupl noch nicht erfolgt fei. Es handele sich hier um Mciniingsverschiedenheiteil zwu'chm Bürgermeister und Ge- ineinoeuit. Tas Urteil mu"c ab'a beiden Pan eien uno zwar für ben Öernemberat dem SÖeiqeoronrten zugestellt werden Iniolange D.es nicht geschehen fei, bleibe bic Frage her Falelvergebung un- mtfchieden.
ICircbc und Schule.
= Darmstadt, 15 3cyi. Ter Brroanv eraug.usch k rch- licher Frauenvereine un Gcoi'herzvgtuni Reffen J/ieh ! . -nne Hauptverfammlung ab. 1.. IahrcSberichl zeigt., rneviel der aus 53 Vereinen und 23 cuijelnrjgliedern bmehmbe Verband geleistet ha: unb wie melfcüij ’c-.nc Betälignng ist Tie 4 Ver- banb’fon erenjen befchänigleu ich mu luberhxlo’enfür jTge, 5tei» Icntcrmutlung, BerusSvorm^nt d a't, Fraumirage ui.» Tie „Mitteilungen trugen Die GLdanken des ätrbanOL: ms Land hinaus und halfen wie die VerbanDsbchliochet imb mehrere Flugblätter die -libetr der Einzewereine anzuregm und zu ivrDcrn. Augmblidlid, strebt der V-rbanD danach, ourtr B.'-rrksron'ermzcn feine Tätvjfeu zu vert efett Ter Hauplgegenstand der damaligen Ver'amrnlung :uar Die Landkrankenpit. gc. Ter
iunäc?’t die Notwendigkeit von Nolhelferinneu neben ben Be.n: - pTicgcrmnen auf D.m LD.- und zeigte bann Dir Weg ,u b.Tcu. Ausbildung unv Bestellung. ^Ter Recn.r bot dnngmd um ,-.e Hilie dec Jrautn in Dicitr Sache, bie ^.sher in Hesfen o wenig Beriiänsnis gcrunbai. Tic FrauMvcreme in crflcr Lm:c find bermm, m ihrem Streue für ftranlenp!
P'legekräftc zu werb unt bnen Irbrti u tr» -
Siitteilungen von Frau klarier Strack Birkenau über eine Suidlenfahrt der Füntüi zu Erbach-Schönberg, die bic 2ac:-7neit'


