erzählen, die am 20. Inni stattsind en wird, dann die Kretafkage zu behandeln und schließlich den Franzosen zu versprechen, daß sie in ihrer Marollovolitik ganz auf die Unterstützung Großbritanniens rechnen können. Dabei darf man nicht übersehen, daß die „Morning Post" immer noch das eigentliche Organ der höchsten Gesellschaftskreise des Landes ist, von dem Hof natürlich abgesehen. Tic vergrämte „Times" macht es nicht viel besser. Sie widmet den: Kaiserbesuch nur die Einleitung ihres ersten Leitartikels, aber sogar in den wenigen Sätzen, die sich mit dem Ereignis des Tages beschäftigen, bekommt es das Blatt fertig, ein paar grobe Taktlosigkeiten zu begehen. . Es betont mit besonderem Nachdruck, daß cs sich hier nur um einen Privatbesuch handele und fügt hinzu, daß „wir" immer bereit seien, politische Fragen mit fremden Souveränen zu besprechen, vorausgesetzt, d a ß c s auf dem vorschriftsmäßigen Wege geschehe, aber man könne es nichts leiden und hege auch einen gewissen Argwohn, wenn Gäste versuchten, derartige Dinge mir ihren Gastgebern zu verhandeln.
„Daily News" schreibt:
Der Kaiser kommt nach England, um dem Andenken seiner Großmutter, der Königin Victoria, für welche er oft als Herrscher wie als Verwandter seine besondere Wertschätzung ausdrückte, den letzten Tribut zu zollen. Die Besuche des Kaisers in England sind weit zahlreicher als die eines anderen gekrönten Hauptes. Der Eindruck, welcher einer direkten Berührung mit seiner mannhaften, tatkräftigen und gestählten Persönlichkeit entspringt, ist besonders geeignet, um die Wertschätzung der englischen Nation -u gewinnen. Wir sehen in ihm einen Souverän, der Souveränität ausübt, wie nur ein sehr fähiger Mann die sehr schwierigen geschäftlichen Aufgaben erfüllt, mit unbestreitbarem Talent, nie nach- lassendem Eifer und hervorstechender Gewissenhaftigkeit, der,,wenn er ohne die Krone in der allgemeinen Wageschale der Menschheit gewogen würde, an sich als einer der größten Männer unserer Zeit angesehen werden müßte. Wenn der Besuch auch privaten Charakter trägt, so wäre es doch unrichtig, solch freundschaftliche?: Vorgängen jede strternationale Bedeutung abzusprechen. Wir hoffen, diese Woche möge einen tatsächlichen, wenn auch nicht einen sensationellen Schritt für die Herstellung eines besseren Verständnisses zwischen Deutschland und England bedeuten, das nicht nur beiden Ländern, sondern der ganzen Welt ausgesprochene Vorteile bringen müßte.
„Daily Graphic" schreibt:
Der Willkomm, der dem Kaiser heute von dem Volke Englands geboten wird, und den es bei diesem Anlaß mit besonderer Freude auf seine huldvolle Gemahlin und seine einzige Tochter ausdehnt, wird von [einer geringeren Herzlichkeit sein, als bei seinem früheren Besuche. Der Kaiser kommt zu uns, wie er vor IQ Jahren kam, um mit uns an der Huldigung für seine erhabene Großmutter teilzunehmen. Es handelt sich Um eine Huldigung, die weit entfernt ist, ein bloßes Familienereignis zu sein, eine Angelegenheit der Nation und des Reiches ist. Sie bildet ein Band von namhafter Stärke, selbst von einer gewissen politischen Bedeut ung zwischen dem Kaiser und dem britischen Volke. Sie mag ihn nicht dazu führen, alle Dinge so anzusehen wie wir, aber sie wird die Sympathie und das wechselseitige Verständnis fördern, was für schwierige Zeiten einen großen praktischen Wert haben muß. So oft der Kaiser zu uns kommt, kommt er als alter Freund von erprobter Zuneigung und unwandelbarer Liebenswürdigkeit.
„Daily Telegraph" schreibt:
Wir freuen uns stets, Kaiser Wilhelm an Unseren Gestaden willkommen heißen zu dürfen, und sind stolz, daß er als Freund zu Freunden kömmt. Die Zeit ist längst vorüber, als wir Kaiser Wilhelm als einen möglichen Störer des Friedens von Europa und als möglichen Feind Englands betrachteten. Er zeigte uns durch viele Handlungen, daß er Tein Uebelwvllen gegen uns empfindet, im Gegenteil, aufrichtige Bewunderung für die Eigenschaften und Kennzeichen, welche den Charakter des Engländers bilden. Eine der erfreulichsten Tatsachen bei der gegenwärtigen europäischen Lage ist, daß der deutsche Kaiser und der König von England durch Bande fester und inniger Freund- schaft verbunden sind und, wie man uns versichert, in ständige m schriftlichen M e innn g s a n s tausch über Fragen des wechselseitigen Interesses stehen.* *
Stuttgart, 15. Mai. Wie der „Schwab. Merkur" meldet, ist bei der Krönung in London der württembergische Hof durch Herzog Albrecht vertreten.
Deutsches Reich.
In der „Post" wird die Kandidat en Tiste der Reichspartei für die Reichstagswahlen 1912 veröffentlicht. Bis jetzt sind 38 Kandidaten ausgestellt, von denen nur 8 auf cmßerpreußische Bundesstaaten entfallen. Die jetzigen freikonservativen Abgeordneten kandidieren, soweit eine Aufstellung schon erfolgt ist, sämtlich wieder.
Ausland.
Im englischen Unterhaus wurde in 3. Lesung dieParlamentsbill mit 362 Stimmen gegen 241 Stimmen angenommen. Am Schluß erklärte der Staatssekretär des Innern Churchill: Im Namen des Fortschritts und der Einigkeit fordern wir die Annahme der Bill und werden sie sicher auch erreichen.
Die russische Reichsduma beendete am Montag die Hauptaussprache über das Arbeiterversicherungsgesetz
Ankauf eines Flugzeuges vom Typ des Siegers und durch die Genehmigung des Sonderoffizierfluges bekundet hat.
Interesse gewinnt der Flug auch noch dadurch, daß der Protektor der Veranstaltung, Prinz Heinrich von Preußen, der bekanMlich auf einem Eulerflugzeug auf dem Truppenübungsplatz Griesheim bei Darmstadt seine Pilotenprüfung geflacht und dort in diesem Frühjahr sehr schöne Dauer- und'Ueber- landflüge gemacht l>at, jedenfalls einige Etappen mit fliegen wird, voraussichtlich die des Offiziersfluges.
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— „König Oedipus" in Frankfurt a. M. In den drei Aufführungen des „König Oedipus", die für den 17., 18. und 19. Mai in Frankfurt a. M. festgesetzt sind, wird Alexander Moissi die Titelrolle spielen. Alexander Moissi spielt zurzeit den „König Oedipus" in Wien, nachdem er diese Rolle vor kurzem erst in 'Petersburg kreiert und unmittelbar daraus in Stockholm dargeftellt hat. Im Zirkus Schumann- Theater wird jetzt Tag und Nacht gearbeitet, um den Bühnen- und Zuschauerraum für die „König Oedipus"-Aufführungen Her- Anrichten. Der Oberinspektor des Deutschen Theaters ist bereits in Frankfurt eingetroffen, um die notwendigen Arbeiten zu leiten. Auf Grund seiner baulichen Angaben konnte noch eine kleinere Anzahl guter Plätze für den Verkauf preisgegeben werden, die an der Kasse des Zirkus Schumann-Theaters zu erhalten sind. In der Mittwoch-Aufführung sind die Rollen folgendermaßen verteilt: König Oedipus: Alexander Moissi. Jokafte, die Königin: Rosa Bertens. Kreon, ihr Bruder: Josef Klein. Teiresias: Alfred Breiderhof. Der Priester: Wilhelm Paul. Der Bote ans Korinth: Hans Werder. Der Hirte: Wilhelm Diegelmann. Die Mägde: Maria Tittrich, Grete Berger, Paula Bätzold. Greise: v. Fielitz, Fiebag, Techel. — Die Direktion des Deutschen Theaters ersucht die Besucher nochmals dringend, pünktlichst zu erscheinen, da nach Beginn der Vorstellung der Eintritt, um Störungen zu vermeiden, nicht mehr gestattet wird.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Man meldet ans Wien: In dem Befinden Ludwig Mahlers ist am Montag abend eine besorgniserregende Verschlimmerung eingetreten. — „Nieuw Rotterdamsche (Sourmnt" meldet, daß das am Samstag im Hotel „Drouet" in Paris gesteigerte und von dem bisherigen Besitzer für 143 00 Franks erworbene Gemälde des alten lwlländischen Malers Albert Cuyp, eines Zeitgenossen Rembrandts, eine Kopte sei. Das Original befände sich in der Londoner National-Galerie.
und beschloß, die Beratung der einzelnen Paragraphen erst während der Haupttagung vorzunehmen.
Aus Petersburg meldet man: Der Oberproknreur des Heiligen Synods Lukjanow ist infolge seines Abschiedsgesuches seines Amtes enthoben worden. .An seiner Stelle wurde das Neichsratsmitglied A b l a r, der ehemalige Gehilfe des Oberprokureurs, ernannt.
Der spanische Minister des Aeußern und der japanische Ge- jaubte in Madrid unterzeichneten einen spanisch-japanischen Freundschaftsvertrag.
In einer Eingabe an die Zentralregierung spricht sich der neue Vizekönig der Mandschurei gegen die Einführung der Miliz in der Mandschurei aus und schlägt vor, die zu dieiem Zweck gesammelten Gelder zur Verstärkung der regulären Truppen in der Mandschurei zu benutzen. Der Vizekönig spricht der Miliz den Kriegswert ab und ist der Meinung, daß sie bei gewissen Verhältnissen für die Ruhe des Landes und der Dynastie eine ernste Gefahr bieten könnte.
Die „Kölnische Zeitung" meldet aus Addis Abeba uitterm 15. Mai: Der Bruder der Kaiserin, Ras Wolie, ist zum Tod verurteilt ttvorden. Er war des Hochverrats angeklagt. Außerdem war bei ihm ein Brief gefunden worden, der den Befehl zur Ermordung des Dedjasmatsch Tessama enthielt, der im vorigen Jahr von der Regierung gegen den Rat Wolies ausgesandt worden war. Die Tat führte dann der Ras Guasa aus.
Athleten - veMrsest.
* Gießen, 15. Mai.
Am Sonntag fand unter sehr starker Betätigung das Bezirksfest des 3. Bezirks des Hessischen Athleten-Berbandes statt. Nach einer Kampsrichtersitzung am Samstag abend begannen am Sonntag vormittag die W e 11 k ä m p f e im G e w i ch t- heben, Schleuderballwerfen, Laufen über 100 Metzer, Kugel- und St ein stoßen. . Alles wickelte sich sehr schnell ab, uni) sehr gute Leistungen wurden erzielt. Das besondere Interesse des zahlreich erschienenen Publikums erregte das Tauziehen und der Ring kam Pf. Leider ereignete sich beim Ringen der Leichtgewichrttasse ein Unfall, indem sich der Meisterschaftsringer von Westfalen und Lippe eine Verrenkung des Armes zuzog. Die sofort angestellte ärztliche Untersuchung ergab, daß der Unfall nicht gefährlich ist. Die abends vom Bezirksvorsitzenden vorgenommene Preisverteilung hatte folgendes Ergebnis:
Den Ehrenpreis, für höchste Punktzahl der Sieger gestiftet von derStadtGießen, erhielt der A t h l e t e n - C l u b Einigkeit-Gießen mit 31919Ao Punkten. An zweiter Stelle stand der Stemm- und Ring-Club-Marburg mit 2597/2o Punkten.
Im Tauziehen erhielt die 1. Mannschaft des Athleten- Club Einigkeit-Äießen den 1. Preis und der Stemm- und Ring- Club-Friedberg den 2. Preis.
In Klasse A. der Schwerathletik erhielten: 1/ Preis: Fritz Bleck, Stemm- und Ring-Club-Gießen, mit 53»/» Punkten; 2.: Rich. Klaue, Einigkeit Gießen, mit 46; 3.: Christ. Heck, Stemm- und Ring-Club-Marburg, mit 45%; 4.: Louis Valentin, Einigleit-Gießen, mit 41%; 5.: Ludw. Küßpert, Einigkeit-Gießen, mit 41; 6.: Ernst Stolz, Stemm- und Ring-Club-Marburg, mit 40%; 6.: Johann Schäfer, Stemm- und Ring-Club-Marburg, mit 40%; 7.: Ferdinand Lang, Stemm- und Ring-Club-Marburg, mit 27%; 8.: Ludwig Süß, Einigkeit-Gießen, mit 21.
In Klasse B. der Schwerathletik: 1. Preis: Albert Lattermann, EinigTeit-Wetter, mit 43% Punkten; 2.: Karl Valentin, Einigkeit-Gießen, mit 43%; 3.: Ludw. Dörr, Einigkeit- Gießen, mit 40; 3.: Walter Bertuch, Stemm- und Ring-Club- Marburg, mit 40; 4.: Heinr. Kuhl, Stemm- und Ring-Club- Friedberg, mit 39%; 5.: Wilh. Schimpf, Stemm- und Ring-Club- Gießen, mit 36%; 6.: Fritz Klotz, Stemm- und Ring-Club- Gießen, mit 33; 7.: Heinr. Hormann, Einigkeit-Gießen, mit 27%.
In Leichtathletik: 1. Preis: Heinr. Staubach, Einigt keit-Gießen, mit 25%0 Punkten; 2.: Karl Hormel, Stemm- und Ring-Club-Marburg, mit 23%; 3.: Fritz Schneider, Stemrn- und Ring-Club-Marburg, mit 20%; 4.: Heinr. Roth, Wetter, mit 19%; 5.: Rudolf Viemes, Marburg, mit 18%»; 6.: Peter Schneider, Stemm- und Ring-Club-Friedberg, mit 16%; 7.: Fritz Schnürung, Einigkeit-Gießen, mit 16%r>; 8.: Heinr. Heng, Stzemm- und Ring-Club-Friedberg, mit 15%; 9.: Georg Staubach, Einigkeit-Gießen, mit 14%n; 10.: Heinr. Scherer, Einigkeit-Wetter, mit 137/io; 11.: Heinr. Völk, Einigkeit-Wetter, mit 11%; 12.: Peter Jäger, Stemm- und Ring-Club-Gießen, mit lln/30; 13.: Justus Rinn, SteMm- und Ring-Club-Gießen, mit IV%0; 14.: Martin Stöcker, Marlmrg, mit IO21/«; 15.: Wilh. Scherer, Einigkeit-Wetter, mit 10%.
Schwergewichtringen: 1. Preis: Ernst Stolz, Marburg; 2.: Heinrich Staubach, Einigkeit-Gießen; 3.: Rudolf Niemes, Marburg; 4.: Albert Settermann, Wetter.
Mittelgewichtringen: 1. Preis: Chr. Heck, Marburg; 2.: nicht abgegeben: 3.: Fr. Schneider, Marburg; 4.: P. Schneider, Stemm- und Ring-Club-FriÄ>berg; 5.: Karl Martin, Einigkeit-Gießen; 6.: Heinr. Heng, Stemm- und Ring- Club-Friedberg.
L e i ch t g ewi cht rin gen: 1. Preis: Peter Jäger,StemM- und Ring-Club-Gießen; 2.: Max Klinke, Marburg; 3.: Heinr. Hartmann, Stemm- und Ring-Club-Gießen; 4.: Heinr. Scherer, Wetter; 5.: Martin Stöcker, Marburg.
F ed er g ewicht r in g en: 1. Preis: Justus Rinn,SteMm- und Ring-Club-Gießen; 2.: Wilh. Berg, GerMania-Friedberg.
Aus StuSt un- Land.
Gießen, 16. Mai 1911.
"Von der Universität. Der Privatdozent der Botanik an der Landesuniversität Dr. W. F. Bruck ist bis zum Dezember d. Js. beurlaubt worden. Er wird in der Zwischenzeit den von der niederländisch-indischen landwirtschaftlichen Regierung veranstalteten Internationalen Pflanzenkongreß besuchen und im Anschluß hieran eine Studienreise auf Java, den Straits Settlements und den Philippinen au§- führen. Die Reise geschieht mit Mitteln des Reichskolonialamts und des Kolonialwirtschaftlichen Komitees in Berlin.
** Für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung am Donnerstag, 18. Mai, nachmittags 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung festgesetzt: 1. Mitteilungen; 2. Baugesuch Alfred Töpelmann für Süd-Anlage 5; 3. Baugesuch L. Borngässer für Ecke Rodheimer- unb Krof- dorfer Straße; 4. Gesuch Geh. Kommerzienrat Gail um Ge- nehmiguna zur Einfriedigung und Errichtung einer Garten- halle in der Neustadt; 5. Einfriedigung Gutenbergstraße Chr. Schmidt II.; 6. Entwässerung Wolkengasse 16, Schuchardt; hier: Genehmigung des Straßenaufbruchs; 7. Anschluß Ost-Antage 37 an das elektr. Kabelnetz; 8. Vertrag mit dem Telegraphenamt über die Verlegung von Telegraphen- und Fernsprechleitungen; 9. Verpachtung von Gelände beim Schlachthvf an Moses Keßler; 10. Einrichtung der alten Klinik für Zwecke der städtischen Verwaltung; 11. Einrichtung eines Torhäuschens am Neuen weg für die Zwecke der Votkslesehalle; 12. Herrichtung des Gebäudes der früheren Pumpstation als Unterkunftsraum für städtische Arbeiter; 13. Bebauungsplan für das Gelände zwischen Mittelweg und Veterinärklinik; 14. Fußwegunterführung unter der oberhessischen Eisenbahn im Zuge der Ebelstraße; 15. Herstellung einer Einfriedigung längs der elektrischen Straßenbahn in der Sicher Straße; 16. Genehmigung der Rechnung der Plockschen Stiftung vom Rechnungsjahr 1909; 17. Genehmigung von Rechnungen; 18. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen; 19. An- und Verkauf von Grundstücken; 20. Erlaß einer Kühlhausordnung, Festsetzung eines Mietvertrags für die Abgabe von Zellen, sowie Festsetzung der Gebühren; 21. Einrichtung eines städtischen Fuhrparks; 22. BebauungLPlcm beim Justrzgebäude.
•• Justizperfonakkon. *er Großherzog hat d-n Landrichter bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Fritz Hoos zum Landgerichtsrat bei diesem Gericht'ernannt und dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Vilbel Herrn Müller den Charakter als „Amtsgerichtsrat* erteilt.
** Leh rerperson alten, liebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Aug. Wilh.'Ke i p p er aus Wallertheim die Sehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bertisburg; dem Schulamtsaspiranten Karl P o r t w i ch aus Altona eine Sehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schotten, dem Lehrer Rich. Walter zu Reichlos eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Dauernheim. Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Solms-Lich auf die Lehrerstelle an der Gemeinde- schule zu Hattenrod präsentierte Schulamtsaspirant ^arl Meidt aus Lang-Göns.
** Forstpcrs onalien. Der Großherzog hat den Oberförster der Oberförsterei Kirtorf Alb. Draudt aus Kirtorf bis zur Wiederherstellung feiner Gesundheit mit Wirkung vom 1. Juni d. IS. an in den Ruhestand zu versetzen und ihm den Charakter als „Forstmeister" verliehen. Tie Ober. ] försterstelle zu Kirtorf wurde zur Wiederbesetzung aus- ■ geschrieben.
" Ernannt wurde vom Großherzog Finanz, aspirant Wilh. Wandel aus Darmstadt zum Bureauassistcnten bei der Buchhaltung deS Ministeriums der Finanzen mit dem Amtstitel .Ministerialrevifor".
* * Nation allib er aler Verein Gießen. In einer heute abend (Dienstag, 16. Mai) stattfindenden Versammlung im Kaiserhos wird Herr Redakteur Henrich-Wetzlar über Handelspolitik sprechen.
* * Fortschrittliche Volksparte u Sonntag den 14. Mai wurde in Londorf nach einem Vortrag von Professor U r st a d t-> Gießen ein Verein der fortschrittlichen Volkspartei für Londorf und Umgegend gegründet. Vorsitzender ist Herr Gemeindeeinnehmer Berlin.
* * Vom Museum für Völkerkunde ist eine Sammlung von 70 Gegenständen aus China erworben worden.
* • Mission Sv ortrag. Gestern tagte im Saale der Johanneskirche eine Versammlung des Oberhessischen Vereins für die BaSler Mission, der Missions- inspektor Oettli aus Basel in sehr fesselnder, klarer und überzeugender Weise die Gründe darlegte, die die Basler Mission zur Besetzung deS Nordens von Deutsch»Togo drängten. In der sich daran anschließenden Besprechung fanden diese Darlegungen die volle Zustimmung der Ver- sammelten. Vor allem wurde betont, daß die Gemeinden, die erst neuerdings in die Missionsarbeit eintreten, Nord- Togo als ihre besondere Aufgabe betrachten möchten.
* * Zu dem Brandbericht über den Brand der Eishalle an der Lahn wird uns mitgeteilt, daß von einer fahrlässigen Handlungsweise der Arbeiter keine Rede sein könne, denn sie wären am Sonntag früh von 5—6 Uhr im Eiskeller beschäftigt gewesen und es habe keiner davon geraucht. Da die Halle direkt an der Bahn steht und um diese Zeit mehrere Züge die Strecke passieren, sei anzunehmen, daß von einer Maschine weggeflogene Funken das Feuer verursachten.
** Unbestellbare Postsendungen Bei der Ober-Postdirektion in Darmstadt lägen: folgende gen, deren Absender vielleicht zu unseren Lesern zählen, aI-5 unbestellbar: Postanweisung über 20 Mk. vom 4. 3. 10 aus Gedern an unbekannt. Postanweisung über 10 Ml. vom 13. 9. 10 aus Bad-Nauheim an S. Aegid Walk- । rund in Berlin NW. Einschreibbrief vom 7. 9. 10 aus Gießen an Frl. Grämlich in Offenbach. Paket vom 5. 8.10 aus Friedb er g an Alex Jduga Kellner in Gießen postlagernd. Die zur EmpfMguahme der Gegenstände Berechtigten müssen sich binnen 4 Wochen bei der Ober-Post- direttion melden, widrigenfalls die Postanweisungsbeträge und die in den Sendungen enthaltenen oder durch Dec- ■ steigerung des Inhalts erlösten Geldbeträge der Postunter- j stützungslasse überwiesen, die Briese aber vernichtet werden.
Landkreis Gießen.
— Bellersheim, 15. Mai. Heute fand hier ein Waldsest statt. Eröffnet wurde die Feier durch eine An- , spräche deS Lehrers Deiß, der die Schönheit dos Waldes im Mai hervorhob und nochnmls für die Anerkennung seiner i 25jährigen Tätigkeit am hiesigen Orte dankte. Mächtig er- | klang jetzt der dreistimmige Kinderchor: „Wer hat dich, du schöner Wald", und flott wurden die beiden Märchenspiele: -- V „Was der Wald erzählt" und „Schneewittchens Ostern" von Paul Matzdorf, sowie das Festspiel „Aus großer Zeit" von den Kindern gespielt. Allgemeine Bewunderung erregten die Reigen und mehrstimmigen Gesänge der Nixen, Feen, Zwerge usw. in den meist selbst angefertigten Kostümen, die mit Blumen und Kränzen geschmückt waren-
Kreis Büdingen.
-1- Büdingen, 14. Mai. Die heute zur Feier des Bezirkstages hier eingetroffenen Mitglieder des Bezirks Offenbach des Rh ein-M ain g auv e r b an d e s Ga- I belsbergerscher Stenographen wurden von dem Vorsitzenden des Bezirks, dem Vorsitzenden des Büdinger Gabelsb. Stenographen-Vereins, dem Vertreter des Kreises und dem Bürgermeister begrüßt. An dem Wettschreiben beteiligten sich etwa 300 Personen. Nach dem Wettschreiben fand im Rathaussaale ein Festakt statt, an dem sich der Fürst von Psenburg und Büdingen, die Vertreter der Behörden, der Schulen und zahlreiche Personen aus der J Bürgerschaft beteiligten. Den Festvortrag hielt Realschuldirektor Dr. Pitz-Alsfeld. Der Redner wies aus die Wich- | tigkeit der Kurzschrift für unser ganzes wirtschaftlichem und j politisches Leben hin, zog die bisher zutage getretenen Versuche zur Einigung der verschiedenen Systeme in den .siane seiner Betrachtungen und sprach sich mit Entschiedenheit für | die Durchführung des Gabelsbergerschen Systems für den I Fall aus, daß eine Einigung nicht zustande kommen sollte. Das dem Festakte folaende Mittagsmahl vereinigte eine 1 große Anzahl von Teilnehmern im Fürstenhos und wurde | gewürzt durch eine Reihe von Trinksprüchen. — Die am Abend erfolgende Pr eisverteilun g aus dem Wett- 1 schreiben hatte folgendes Ergebnis: 1. Preis (ein von dem Fürsten gestiftetes Tintenfaß) für 240 Silben: Ernst Rausch- j kolb-Offenbach; Preis des Gabelsb. Stenogr.-Vereins Büdingen (ein Bild der Stadt Büdingen) für 200 Silbenr Münz-Offenbach; ein zweiter Preis für 200 Silben (Bucln 1 b nufer ei Schneider, ein Bier glas): Bindig-Offenbach: P-'ns ! der Stadt Büdingen (Buch) für 180 Silb.: Trau-Han an: ein zweiter Preis für 180 Silben (Geometer Eich, eine Mappe): \ Schmidt-Offenbach; Preis des Kreises Büdingen (Necesfaire) für 160 Silben: Heiueck-Büdingen; Preis der Stadt Bn- > dingen (eine Weckeruhr) für 140 Silben: Lambrechl-Lilen- bach; ein zweiter Preis für 140 Silben, GawLiweverem . Büdingen (eine Schale): Sina LotzMnPmchech^ Preis von I


