Ausgabe 
16.5.1911 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfafet 10 Seiten.

einer einer

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2.

3.

bat nur ver-

Bisher hat man immer mit den Glanzleistungen einzelner gerechnet, bie unter günstigen Umständen erzielt worden sind. Pom verkehr St echn ischen und militärischen Stand­punkte aus ist das bisher Geleistete insofern äußerst lpichtig gewesen, als hierdurch der Beweis von der bedingten Tauglichkeit für mancherlei Zwecke erbracht worden ist. So hat schon die Post in den französischen Kolonien den Aeroplan in ihren ^ienft gestellt und die erfolge der amerikanischen Flieger, die sich wahrend der mexikanischen Wirren in den Dienst der PankceS gestellt batten, smd ja bekannt. Der oberrheinische Zuverläfsiy- keitsslug wird in manche Frage Licht bringen unl> fein Ergebnis trirb mrtbesttmmend für die künftigen Wege der Flugzeugtndustrte sein.

Dieser letzte Gesichtspunkt war auch mit maßgebend sür bie Art der Bewertung der Flüge. Man hatte anfangs eine Punktwertung mit Gut- und Strafpunkten beabsichtigt. Zn einer langen Sitzung, die beinahe einen ganzen Tag unter dem Bor» sitze des Protektors des Fluges, des Prinzen »ein richvon Preußen, in A ni pru ch nahm uno bei der bei anders bie Flugzeugindustrie ihre Wünsche kundgeian, einigte man sich, nur die Zeil zu berechnen, da in dieser Zeitrechnung auch' die Zu­verlässigkeit mit enthalten ist. Außerdem nxrben noch folgende Zeitvergütungen gegeben. Derjenige Flugzeugführer, der Mit einem Passagier an Bord fliegt, erhalt 15 Pro;, der ,ylug;rit in Abzug gebracht, vorausgesetzt, daß Flieger und Paiiagier zuiammen 140 Big. wiegen Zedern Flugzeug mit d e u t s ch e m M o t o r wird 5 Pro; der Flugzeit in Abzug gebracht, em Amichlag von 50 Proz auf die Flugzeit erfolgt, wenn der Flieger die Tagesetappe an einem von der Eberleitung des Flugtages genehmigten 51ugtai er ft am nächsten Tage vollendet. Legt er auch an diel em ^.agc die Etappe nickt zurück, so hat er auf die großen Zuver^Ugkeits- preise keinen Anspruch mehr. Er kann dann nur troch um i>tc Lokaloreise, die für Die Veranstaltung von ^d>ai; uno Passagierilügen an den Etappenorten gegeben werden, konkur­rieren.

Die gan-ye Bewertung ist, wie auS Den kurzen Ausführungen - rsicktlich ist, bauptiäcki'.- .-<e militärischen Ansprüche an, das Flugzeug die sich jedoch beinahe immer mtt den verlehrstechnischen decken, zugeschnitten. Deshalb lxtt das preußische Kriegs- Ministerium an dem tommenben Flug das größte Zntercsw, was es. fluch durch Prtzsfttfmng durch hefl in Aussicht gestellten

herzlich lachte.

Dem Frühstück im Buckingham-Palast wohnten viele Fürstlichkeiten bei, Darunter die Königin Alexandra, der Herzog von Eonnaught und Prinz Arthur von" Eonnaught. ' 'Jind) dem Frühstück empfing der König in Anwesenheit des Kaisers eine Abordnung von Offizieren und Unteroffizieren des preußischen I. Gardedrngoner Regi­mentsKönigin Viktoria". Der Empfang tvar sehr herzlicli. Ter König verlieh den Offizieren verschiedene Klaffen des Biktoriaordens uiT6 den Unteroffizieren die Biktoriamedaille. Als die Offiziere im offenen königlichen Wagen fortfuhren, wurden sie von der seit der Ankunft des Kaisers vor dem Palast versammelten Menge stürmisch begrüßt.

Ter Kaiser, die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise verließen später den Palast im Automobil, von der Menge nut lauten Zurufen begrüßt, und fuhren zuin Marl- bouroughouse, um den Tee bei der Königin Alexandra ein­zunehmen, die sich nachher aufs Land begab. 'Nachmittags besuchte der Kaiser die Mitglieder der königlichen Familie. Abends fand Familiendiner im Buckingham-Palast sbatt.

Englische Preffestimmen.

^London, 15. Mai. Mit einer einzigen Ausnahme widmen alle hiesigen Zeitungen bem Kaiserbesuch ihren ersten Leitartikel. Die Aufnahme hübet DieM urning P o ft", die es für wich­tiger hält, ihren Lesern etwas über eine Kirchenkonferenz >u

Flagge auf Hauptmast gehißt und feuerten den Königssalut, als dieHohcnzollern" sich dem Ankerplatz vor Port Vik­toria näherte. Di? Majestüten werden die A'ncht an Bord verbringen und morgen vormitkag nach London fahren.

Kurz nachdem dieH o de n z o l l e r n" fest gemacht hakle, begab iid) der Oberkommnitdierende der Nord-Ma- rinestation Adm>ral Sir Eh. v Drurd in Begleitung des Vizeadmirals Prinzen von Battenberg, des Konneadmi- rals Dinmaunev, des Lberwerftdirektors von Chatham, des Geiterals Barker, des Kommandeurs der östlichen .Küsten­verteidigung, an Bord der Kaisersacht, wo sie vom Kaiser mit vänbedruck empfangen und der Kaiserin und der Prin­zessin Viktoria vorgestellt wurden. Tic Herren blieben zum Tiner an Bord, ebenso der d e u t s ch e B o l s ch a s t e r G i a j Wolff Metternich, der zur Begrüßung des Kaisers sich ebenfalls an Bord eingeiuuben hatte. Der deutsche '.Via rin rat tnd)6 in London, Korvettenkapitän Wideman^ war den Majestäten bis Blissingen entgegengefahren.

Der Empfang durch daS UonigSpaar.

London, 15. Mai Tic Majestäten wurden auf dem prächtig geschmückten Bahnhof von dem König, der Kö­nigin und anderen Mitgliedern der Königsfamilie begrüßt. Aach Austausch herzlicher Begrüßungen fuhren die Majestä­ten, von der Zuschanermenge mit lauten Zurufen begrüßt, durch die dichtbesetzten Straßen nach dem Buckingham- Palast, wo sie Wohnung nahmen.

Als der kaiserliche Extrazug hielt, bemerkte man, daß der Kaiserliche Salonwagen infolge eines Versehens außer, halb des Teppichbelagcs stand, mit dem der Bahnsteig be­neidet war. Der Zwischcnsall schien Verlegenheit zu er­zeugen, Tmc der Kaiser i cd och durch sein herzliches und energisches Wesen rasch beseitigte. Tie beiden Herrscher trugen Zivil. Ter Kaiser trug einen grauen Gehrock und Zylinder, die Kaiserin eine Parma Veilchenrobe und einen großen Rcmbrandthu: Der Kaiser bot ein Bild frischer Gcsimdheil und guter Laune. Tic Prinzessin war ganz in Weiß gekleidet Als der Kaiser sich dem cuglifd)cn Königs- paare anschloß, schien er in bester Laune und machte wahr­scheinlich eine scherzhafte Bemerkung, da das Kvnigspaar

Der Zuverlössigleitrflug am Oderrhein.

Von F. v. A 11 e n k a m m c r.

Hailer Wilhelm in England.

S h e e r ii e ß , 15. Mai Das deutsche Kai f er* paar und die Prinzessin Viktoria Luise sind gestern nachmittag 51« Uhr an Bord der .Hohcnzollern" vor Port Viktoria angekommen. Tic Kaifcrjadjt wurde vom Kreuzer Königsberg" und dem TepeschenbootSleipner" begleitet. Als dieHohenzollern" an der Grenze der britischen Terri- torialwäsfer anlangte, empfing sic eine Division britischer Torpedobootzerstörer und geleitete sie zur Ankerstättc. Alle Kriegsschiffe im .Hafen von Sheerneß hatten die deutsche.

7. Tag. Von Mannheim über Worms nach §i am Main mit einer Zwischenlandung in Mainz

8. Tag. Von Frankfurt über Osf^enbach nach Frankfurt mit einer Zwischenlandung in Darmstadt.

Außerdem wird nun nach den neuesten Dispositionen ein gesonderter L i i i z i c r S f l u g eingeschaltet werden, da das Krieg-numficrium den Linzierspiloten verboten hat, um Geld preise *u fliegen. Für diesen Flug, der seinen Amang am 25 Mai in Karlsruhe nimmt, ist folgendes Programm auigc,teilt: 25 Mai. Von Karlsruhe nach Mannheim mit Zwi­schenlandung in Heidel der g.

26 Mai Von Mannheim, Worms berührend, nach tfrant» furt a. M. mit Zwischenlandung in Mainz.

27. Mai. Von Frankfurt, Lffenbach berührend, nach erranfiurt. Zwischenlandung in Darmst ad t. . .

Ttc Höchstzahl der zuzulaßenden Lstizicre Ut.auf lechs bc- ftimmt und zwar wird hierzu das KriegsminMerium einige Alicqcr von der Döderitzer Fliegerschule obkommandieren.

Ter gxoßc Zuverlässigkeitsflug wird von folgenden Herren

bare Nähe gerückt ist.

Auch der Grundstein für den neunten und ausncktsreichen Zweig der Luftschiffahrt, der uns lehrt, mit Maschinenickwerer als die Luft" die uns umgebende gasförmige Almofvharc zu durchfliegen, ist in Süddeutschland, in Frankfurt aui Der ,,3la , gelegt worden. Von den Ersabrungeii Dieter Veramtaltung, Die Den Veranstaltern zwar keinen fhngcnDcu Gewinn brachte, zehren wir noch heute, und je mehr man litb über Das damals Gcleiftcte klar wird, um so mehr ersieht man Die wmemchaftlichcn unD

roirtidtaftlidicn Gewinne. 0

Nock einmal war Die alle Kauer,taDt am Main Zeugin eines flugtechnischen Ereignisses. Es war im rüat, ommer vorigen Jahres, als unsere Flieger fick loweitflügge fühlten, daß sie Die geschlossenen Flugplätze nut ihren gumtigen -terrams unD Den bctänntcii WinDrichtungen oerlanen zu können glaubten und nun UcberlaiiDflüge machten. . Ter erlte Deuticke lieber» lanDilug von Frankfurt bis Mainz i|t iwch in aller imnncrung. ' Nun stehen wir kur; vor einer Konkurrenz m Luddeutfck- land die Der raschen Entwicklung des Flugzeugs vollauf Mcav nung trägt und es aui seine Z u v e r l äj f i g f e 11 prüfen wird.

'Hm '0 Mai, also am nädinen ^ounabenD, werden von Baden-Baden aus 13 Flieger auf eine achttägige Reise geschickt werden, während welcher Die Piloten unD ihre Flugzeuge lieben UcberlaitDilüqc in folgenden Etappen zurück;ulegen haben: - Tag. Bon Baden Baden nach tyreiburg nut einer vorgeschriebeneti Zwischen la nbung in neu bürg.

Tag Von Freiburg nach V! ulhau, en i EU. mit einer Zwisäfenlandt ng in Mülheim B aden w c i l er.

Tag. Von Mülhausen nach Straßburg i. EU. mit einer Zwischenlandung in Eolmar.

4. Tag. Ruhetag in Straßburg.

5. Tag. Von Straßburg, nach Karlsruhe mit Zwischenlandung in Weißenbur g.

.6 'Tag. Von K ar 1 sruhe nach Mannheim mit Zwischenlandung in Heidelberg.

Tie jüngste Errungenschaft der Teckmik, die Luftfahrt, gleit!) bei ihren ersten Anfängen in SüdDemickland nicht eine eifrige Pflegestättc, wildern auch eine grotze Anzahl ständiger und kapitalkräftiger Förderer gefunden. Allerdings Hatten damals die süDDeuticken Gaue eher als alle anderen das Glück, Zeugen von jenen denkwürdigen Probcahrten der Zeppelin Lustkreuzer ;u sein, und ihre Bewohner fühlten zuerü ienc Be geiftcruiig, Die auch Den nüchternsten Menschen überkommt, wenn ihm unwiderleglich klar vor Augen geführt wird, Dau nun auch Die Acra, in Der Der Mensch Die Luft beherrschen roirD, in greif.

kemiTJ^aninn' Flugz.: Aviatik-Zweidecker: Motor: Argus. 2. Charles Laemmlin Flug^ug: Aviatik-Zweidecker, Motor.

3 . Raimund H. Goring (Flugzeug: Albatros-Zweidecker: Mo­tor: Gnome, 50 PS

4 . Ingenieur Brunduder ttylug5eug: Mbatros-Zweidecker: Mo- tor' Gnome, 70 PS). _ , _

5 ^ipl Jng. Karl Wilb. Ditterstätter (Flugzeug: Eulcr-Zwc. dccker: Motor: Gnome).

6 Hellmut Hirth, Stellvertreter Bruno Zablonskv erlügitufl: Eirick-Rümpler-Eindecker: Motor: CcUCTr Taunlcr, PS).

7 Roben Thelen, Stellvertr Rudolf Kiepert (Flugzeug: Wright- Zweidecker: Motor: R. A. G., 58 PS). . . .

8 Bruno Wcrmgen Flugzeug: Eindecker eigener Konstruktion.. 9 August Euler Flugzeug: Eulcr-Zwcideckcr. Motor: Gnome).

10. Ingenieur Ltto Reichert (Flugzeug: .Euler-Zweidecker: Mo- tor Gnome). _ _ ,

11 <rac^nCr Tüder Flug;.: Euler-Zweidecker: Motor: Gnome). 12 Fna. Hans B. Krastel Flugzeug : Aer-Krafrel-Eindecker: Mo- "" tor: Gnome, 100 PS).

13. Tr. iur. Josef Hoos Flugzeug: Gefa-Emdecker).

Es find alfo dlamen von Klang, die Die nun abgeschlossene RenniNigsliste auußreiien hat. Viele der Flieger, Die den großen n-iug mitmachen werden, haben bereits ihre Meriten, und ihr Ramc wurde von den Zeüungen in langen Artikeln unD Be-

greifbare Ergebnis soll nun der Zuv er lästig keirsf l ug zeitigen,' wird sich mancher fragen; wofür ist Die große Summe

Versammlung, dem Provinzialaussdmß, dem Aufsichtsrat der hessischen Landes-Hypothekenbank unD verschiedenen an icrcn gemeinnützigen und öffentlichen Körperfchaftcn an Wir können nur nnütichcn, daß ihnen sein Rat und seine reichen Lebenserfahrungen nocki lange zum Wohl der All­gemeinheit zugttte kommen mögen.

Turd) Tr. Gutfleisdis Mandatsverzicht hat Die Ltadt Gießen einen neuen Vertreter in die Zweite Kammer zu entsenden Tic Wahl erfolgt durck> die im Zähre 1908 ge wählten Wahlmänner und dürfte wohl die letzte sein, Die unter der Herrschaft des indirekten Wahlspstems ftnttfinDct. Tas Mandat wird bis 1914 Gültigkeit haben Ta damals nur Wahl männer für Tr. Gutfleifch gewählt wurden, die fast sämtlich auf dem Standpunkt der fortschrittlichen Volks- mrtei stehen, ist die abermalige Wahl eines Fortschrittlers icher. lieber Die Persvnensrage steht selbstverständlich noch lichts fest. Doch kann als sicher angenommen mcrDcit, Daß auch Der neue AbgeorDncte Der Stadt Gießen ein Gießener ein wird. Möge es ihm vergönnt sein. Die Interessen Gießens und Des Hesscnlandes so nachdrücklich zu vertreten, wie es Tr. Gutfleisch tat.

Aus dem hessischen Landtag.

R.B. DarmstaDt, 15. Mai. Tic Erste Kammer der 51 ä n D e wird am Dienstag, 23. Mai, vormittags 10 Uhr, zur Abhaltung mehrerer Vollsitzungen zusammen treten. Auf Der Tagesordnung steht Die ^chlußbcraiung über Die Wahlrechtsvorlaße und über Die vier Vor- lagen zur Verwaltungsgesetzrevisron, Ltädte^LrDnung, Land­gemeinde CrDnung, Verwaltungsrcchtspslcgc und die >tteis- und Provinzialordnung, sowie eine Anzahl kleinerer, von der Zweiten Kammer fertiggestellter Vorlagen.

Zn Der Zwischenzeit Dürfte sich auch Der Finanz­ausschuß der Ersten Kammer nochmals mit Den jetzt vorliegenden Beschlüssen des anderen Ausschusses über die GemcinDeumlagenreform näher beschäftigen Ta auf allen Seiten Der Dringende Wunsd) besteht. Dieses für alle Gemeinden des Landes so wichtige Gesetz nun endlich zum Abschluß zu bringen, so herrscht in Den maßgcbenDen Kreisen Die feste Zuversicht vor, Daß es, wenn auch erst nad) mühevoller Arbeit, Doch gelingen roirD, auf GrunD der gestern näher Dargelcgtcn Beschlüsse Des Finanzaus schusses Der Zweiten Kammer zu einer VerstäiiDigung zu gelangen. ,

jo. Darmstadt, 15. Mai. Heute früh hatten eine Anzahl Mitglieder beider Kammern im Ludroigsbahnhof Hotel eine vertrauliche Besprechung, die sich heute nachmittag in den Ausschußzimmern der Ersten Kammer fortsetzte. Tic Regierung wurde, wie wir hören, nickst zugezogen. Ta Die Verhandlungen streng vertraulich waren, ist Mnächst über das Ergebnis nichts genaues zu erfahren, zudem die gegenseitige Aussprache nur unverbindlich ge­wesen sein soll.

3um Rücktritt der Abgeordneten vr. Gutfleisch.

Gießen, 16. Mai.

Wie wir im grössten Teil der gestrigen Auslage mit- teilen konnten, hat unser Vertreter in der t*

Kammer, Gfh. Justiz rat Tr. Gntfleisch, mit Rücksicht auf seine angegriffene Gesundheit sein Landtagsmaudat nil scheidet ein Mann aus dem varlamen tarischen Leben Hessens, der lange Jahre hindurch auf dem politischen Sckfauplatz eine große, emflns, und segensreiche imkeit ausgeübt hat Schon vor seinem (Eintritt in die hessische Kammer gehörte er von 1881-1884 und dann roicbci von 1890 1893 dem deutschen Reichstag an. In der ersten Wahlzeit war er Vertreter unseres Reichstags-

< uc , der ihn auch 189 und zwar ohne jede Agitation seinerseits, wieder in den Reichstag entsendete. Er war gleichzeitig im Wahlkreis Friedberg-Büdingen gewählt woi den und nahm dort das Mandat an. Tr. Gittslcisch gehörte Der deutsd>freisinn igen P a 11 c i an und zwar dem damals schon sozialresorrncrisch gesinnten Flügel der Links- liberalen. Er war als Reichstagsabgeordneler namentlich an der Gesetzgebung wegen der Kranken und iinfai:icrhme rung und auf dem Gebiet des Arbciteischutzes tätig und Hal auf ben Ziihalt unserer sozialen Veriichcruiigsgeietzgebiing großen Einfluß ausgeübt Bei der Spaltung der freiiinnigen Partei schloß jid) Gutsleisch der sortfchrittlichen Volkspartei an, ließ sich aber nickst mehr für den Reichstag aufftcllcn, ttotzdem ihn seine pjlitifdfcn Freunde wiederholt dazu zu 'bewegen suchten.

Tem Landtag gehörte er von 1887 bis 1893 als Ver­treter des Wahlkreifcs Gießen Land und dann wieder von 1899 ab als ^geordneter der Stadt Gießen an Durch seine große Sachkenntnis und unermüdliche Arbeitskraft, feine milde und vornehme Gesinnung, Die bei aller Be­tonung seiner liberalen Weltanschauung sleis auch der Atls- fassung der Gegner gcredft zu roerben versuchte, übte er bald in der Kammer einen großen Einfluß aus, der Die Starte seiner Fraktion im LanDlag bcbculeiiD übertraf. Er war Mitglied Des Finanzausschusses und lange Jahre Berichterstatter für das Jnstizwesen. An den großen Aus­gaben der letzten Jahrzehnte nahm er lebhaften Anteil unD feine Reden, Die er nur bei wichtigen Anlassen zu halten pflegte, wurden stets beachtet und übten oft eine maßgebende Wirkung ans. Namentlich bei der Vcrwaltunasreforni, der Lteuergesctzgebnng und der sozialen Gesetzgebung hat Tr. Gutfleifd) stets eifrig und oft mit großem Erfolg mitgcarbci; tct. Von Anfang seiner Kamincrtäliqfcit an trat er für die Einführung des tnrcUcn Landtagswahlrechis ein, wenn er auch Die jetzt im Gang befindliche Lösung dieser Frage nicht gut hieß. Es trifft sich eigenartig, daß er jetzt aus bem Landtag, dessen Zierde er lange Jahre gewesen ist, ausjcheidei, turz bevor der Schlußstein zu diesem wichtigen pohtiidicn Fortschritt das mühevolle Reformwerk freut. 2ic Universität und die Siadt Gießen Dcrlieren m Tr. Gm- fleisch einen tatkräftigen und warmherzigen Vertreter ihrer materiellen und ideellen Interessen, der niemals vom klein liefen Standpunkt aus die bciocqcingen Wünsche gegen­einander abwog, sondern von einer höheren Warte aus das Wohl des wanken zu fördern suchte

Mit dem Rücktritt vom parlamentarischen Schanpla; fdieibct Tr. Gut fleisch nicht ans der öffentlichen Wirflam- fcit überhaupt aus Er gehört noch der StaDlvcrorDnetcn-

Hr. U4 Erstes Blatt W. Jahrgang r Dienstag, 1b- M

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Annahme von Anzeigen Rotationsbrud unb Verlag ber vrühl'schen Univ.-Vuch- usb Steinbruderet K. Lange. Nebaktion, Lrpebltton unb vruderet: Schnifttatze 7. 2an^. E Heß: für den di, wÄTui) Bübingen: $ernfpre<her Nr. 50 «eschä«,spelle Sahnbefpratze i6a._______________________ An»«',-nie«: H.

i u r t von über einer Viertelndllion 'Mark von Freunden und Gönnern ber Flugsacke zur Verfügung flcftcllt worden ' Tic Beantwortung ber Frage ist sehr leicht. Es soll einmal Klarheit darüber ge- chafst werden, welche Leistungen dos Flugzeug bei fortgesetzter mäßiger Anforderung vollbringen kann.