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13.12.1911 Erstes Blatt
 
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Hr. 295

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Annahme von Anzeigen für die Tagecnnininer dtS vormutag« 9 Uhr.

Erstes Blatt

161. Jahrgang

Mittwoch, 13. Dezember 1911

ietzeim Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Bofafionsbnttf nnb Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Lteindnickeret H. Lange. Nedattion, Lxpedttion und vnukerei: 5chuINraße 7. vüdinyen: Fernsprecher Nr. 269 Seschaflrstelle vahnhofflr«ße 16a.

Ve,aqG»rei5: monntliATS^^pterie!- fdhrtid) Ä Ut>; Mir* Ylbbole- il Zweig iellen monaili* 66 V.; burd) biei'oft -»k.L.vierte!- fäbrL aii»id)L 3ctleiwrtt»: total 13 i:U aMiioärt« lienniq. C detredakteur: ^?1 (Moen. Bfrantrootthd) für bei polmichen Teil:?hian,t ®oen; für ton', ,iennUdUH* und ,(toeud)t»|aaM: R. 9kn* ratb; für ,Stabt und Land": V.Hcv: für de« Anretqenleil: H. Beek.

Die heutige Nummer umfafet 14 Selten.

Die Reichrlagrwahlbewegung in hcffen.

Unser bs -Mitarbeiter in Darmstadt schreibt nnS:

Da die nationalliberale Partei auf die von unS be­reits gestern mitgeteilten Bedingungen der Fortschrittlichen 1'oIfSpartei nicht cingehen kann, ivird der Wahlkampf für! die ReichstaaSwahlen wohl ohne die Einigung mit der fortschrittlichen Volkspariei auSgcsochtcn werden müssen Die Nationalliberalen glauben umso weniger Ursache zu haben, daS Dckzeitern ber Verhandlungen zu bedauern, als in den Wahlkreisen, in denen die Hilfe der Fortschrittlichen DolkSpartei im Falle einer Einigung zugesagt war, diese dock» nur über eine recht geringe Slrmmenzahl sciiher ver­fügt hat. Die Fort schritt lickte Volkspartei ist bestrebt, den Wahlkreis Bingen-Alzey für sich zu gewinnen, da daS ihrer Ansicht nach der Wahlkreis ist, wo sie mit der meist en Aussicht auf Erfolg den Kamps aufnehmen kann Nur für Mainz-Oppenheim ist von der Fortschrittspartei noch kein Bewerber festgesetzt worden.

Nachstehend geben wir ein Verzeichnis der biS jetzt aufgestellten Kandidaten:

1. Gießen-9! idda: Tr. Werner (Deutsch-sozial), Parteisekretär Erkelenz (Bksp.), Beckmann (So;).

2. Friedberg-Büdingen: Tr. Strack (Ntl.), KeckstSanwalt Schröder (Zentr.), Scminarlchrer Leucht gens (DkSp.), Busold (öOA.).

Z. AlSfeld-Lauterbach: Landwirtschaf.Slehrcr Dr. H cd (Ntl ), Bindewald (Deutsch-,o^.), Pfarrer Mo­dus (Bksp), Redakteur Vetters (Soz.).

4 Darmstadt-Gr.-Gerau: Tr. Osann (Ntl.), Dr. Strecker (VsSp.), Redakteur Tr Cucfjcl (Soz.).

5. Off enbach-Diebura: Lehrer Dcrn (Deutsch- soz.), Stadtverordneter Ne,, cl (Zemr.), Rcchtsamvalt Kar niet (Vksp.), Ulrich (Soz.).

6. Bensheim-Erbach: Dr. Scior (Natl.), Buch­händler Nippel (Ehristl.-Soz.), Fabrikant Dr. Sauer (Vollöp.), Hasenzahl (Soz.).

7. DormS-Heppenheim: Frhr. v Heyl (Natl), Landtagvadg. liebet (Zentrums, Gutsbesitzer Becker lDolkSp Engelmann (Soz.).

S. Bin gen-Alzey: Dr. Becker (Swtt.), Pfarrer Aor eil (DvlkSp.), Adelung (Soz.).

9. Mainz-Oppenheim: Kommerzienrat 9)2 o I- than (Zentrum), Dr. David (Soz.).

Aul dem Wahlkreis Offeabach-Dieburg.

Außer in Mainz-Oppenheim ist auch in Offenbach- Dieburg die Kandidatenfrage noch nicht endgültig er­ledigt Zu der auch von uns erwähnten Meldung von einer bürgerlichen Sammcllandidatur schreibt die natiouallibc- rale ,^Öffcnback)er Ztg.":

Eine sortschrittlich-nationalliberal-anti- femitisch-agrarische Kandidatur in Lnenbach- tiebutg" soll nach einer Meldung de* ..Os-enbo^cr Abend­blattes ' am Sonntag in Ticburg beschlossen worden sein. Tie Kandidaturen Tcrn -christlich-so'.ial) und Garnier Fortschrittliä.c Volkspartei, seien zurückgezogen und KreiSamtmann Stammler ton Ticburg alä Kandidat ausgestellt worden, bec wohl ber icat- tionürenhessischen nationalliberalen Lande.<Partei", nicht aber dernationalliberalen Reichsvartci" beitreten wolle. '2lu5 lefc- terem Grunde hatten sich die Offenbacher Nationalliberalenvor- läufig noch nicht einverstanden erNärt" usw. ufiu.

Wir bemerken dazu, das; mir er -war vollstäitdig begreifen, baß Herrn Ulrich eine bürgcrlicne Sammelkandtdatur einiges Un­behagen machen würde, allein diesmal waren die Ohren des Lvezial-SpitzelS desLssenbacher Abendblattes" doch nicht lang genug, um richtig zu hören, .was in einer gcfdiloucnen lammluna aesprockren und beschloßen wurde. 9iia)tig an ber .. icl»

kung ist lediglich, daß am Sonntag in Dieburg auf Einladung eines dortigen stomite.S eine Besprech uns Cnttianb, in ber wobl die itanbibatenfragc von verschicoenen GesichtLpunklen au8 er­örtert wurde, in der aber weder irgendwelche bin­dende Beschlüsse gefaßt, noch Zusagen nach ir­gendeiner Richtung ober von irgendeiner Seite gemacht wurden. Bon freisinniger Seite wird auch bcreit-5 oift- rll erklärt, daß dort von der ganzen Sache überhaupt nichts bekannt sei

AuS dem Wahlkreis Friedberg Büdingen

wirb unS geschrieben:

x Friedberg, 11. Dez. Nachdem nun seit einigen Tagen die Kandidaten frage im Wahlkreise endgültig gelöst ist, hat der Wahlkampf eingesetzt. Ter seitherige sozialdemo- kratijche Abg. SBufoib und der von den Nationalliberalen ausgestellte uno von den Dündlern unterstützte Sammel- fanbihat Strack-Gießen find schon seit WoHcn an der Arbeit. Amtsgerich.'srat Strack benutzte sckon die Zeit des LaudtagSwahltampfcS, um sich in einigen Trtcn den Wäh­lern vorzustcllen. Seit gestern sind nun auch F-ortschrittliche Volkspartei und Zentrum in die Agitation cmgctreten. Ter fortschriUl. ManbiDct Seminarle. rer LeuchtgenS-Fried- bciQ, der in der Landtagswal,l in Lich-Hungcn zum ersten Male im politischen ficbcn hervorgetreicn ist, entwickelte bereits in Nendel, Groß-Karden uno Büdesheim sein Pro- gramm, während Rechtsanwalt Schröder-Friedberg, der küiibibat des Zentrum.', in Nieder-Mörlen seine erste ..'ählerversammiuiig adhiclt. Me Kandidaten haben biS zetzt nur auf dem Lande gearbeitet.

Aus dr« Wahlkreis Krefeld.

K refeld, 13. Tez. Im Wahlkreise Krefeld haben die Nationalliberalen den Ebefrcdakteur Ernst Brust als Kandidaten ausgestellt.

Der sächsische Kulturminister über dar letzte päpstliche Uiotu Proprio.

Die sächsische Zweite Kammer verhandelte am Dienstag über die nationalliberale Anfraae:Was gedenkt die StaatSregicrung zu tun, um das sächsische Schul­wesen vor den Wirkungen des Modernisteneides zu schützen, und welche Stellung gedenkt sie dem jüngsten päpst­lichen Motu proprio gegenüber cinzuneymen?"

Kultusminister Deck erwiderte:

Da- den Modernistencid anlange, so übten nur am Lehrer­seminar in Bautzen katholisch'' Geistliche ein Lehramt aus: hier habe aber ber Staat bas Aussichtsrecht. Es liege für bie Regie­rung kein begründeter Anlaß zur Ergreifung befonberer Maß­nahmen vor. In Bezug auf ben Erlaß des Motuproprios habe er im Einvernehmen mit bem Zustizminister zu erklären: Wenn der Regierung auch zurzeit noch keine authentische Aeußernng aus Rom vorliege, so fei doch anzunehmen, baß bas Motuproprio auf Teutsch 1 anb keine Anwenbung finde. Sollte diese Annahme totber Erwarten nicht zutresfen, so sei ber Regierungs- ftanbpunft folgenbcr: Ter päpstliche Erlaß sei mit ben Bor- fdjriftcn ber §§ 13 unb 15 bes Gerichtsversassungs- gesetzeS, nach denen alle bürgerlichen Rechtsstreite vor die ordentlichen Gerichte gehören, unvereinbar. Er wider­spreche auch dem 8 48 ber Verfassung, nach bem kein Untertan seinem ordentlichem Richter entzogen werden könne. Ter Erlaß werde deshalb zur erforderlichen landesherrlichen Genehmigung von der Staatsregierung niemals vorgelegt werden. Aus Mangel einer fola)en Genehmigung entfalle die Voraussetzung für seine Verkündung und für feine Anwendung durch die katyolisch-geist- lichen Behörden in Sachsen. Eine weitere Maßnahme gegen den Erlaß als diese Verhinderung feiner Anwendung^ im ^Lanbe durch Die Verweigerung des vlaeet sei nicht nötig. Tie Souve- ranitui bes modernen Rechts,taates dulde einen Eingriff ^in die geldlichen und veriaffungsinaßig verbürgten Rechte der staats- bürqcr grundsätzlich nicht. Ten konfessionellen Frieden im Lande aber sicher zu stellen, werde wie bisher, so auch in Zukunft eine der vornehmsten Ausgaben der Regierung fein. Er könne mit*

teilen, baß ihm soeben ein Schreiben des sächsische» Gesandten in München porgekgt worden sei, wonach an ;unefcmm lei, daß bie authentisch'' päpstliche Erklärung in dein Sinne auftaHen werde, wie sie die betbrn Sanomsten Hein eis und Abers dargelegt haben, daß also das Motuproprio a n s Deutschland keine Anwendung finde.

Vie Kaifcrtrönung in Indien.

Delhi, 12. Dez. In dem heut? mittag abgehaltenen Krönungödurbar ist der König von England förtn- Itd) zum Kaiser von Indien proklamiert worden.

Die Feierlichkeit fand in malerischer orientalischer Prachtentfaltung stall. Die Straßen waren von Tausenden von Zusckwuern gefüllt. Die britischen Gouverneure in Indien fuhren in StaatSeauivagen, die indischen Fürsten in mit Gold und Silber bedeuten Wagen vor. Der König unb die Königin verließen das Lager um UVi Uhr unter Eskorte von Husaren, Artillerie und anderen Truppenteilen. Bei ihrer Ankunft im Kaiserzelt wurden sic von dem Bize- lonige von Indien, Lord Hardinge, empfangen Die zusammengezogenen Musikkapellen spielten die National­hymne.

Der König und die Königin schritten zu der von einem vergoldeten Thronhimmel überdachten Plattform, die im Mittelpunkt eine- ungchcuren Amphitheaters errich­tet ist.

Der König eröffnet« die Feierlichkeiten des Durbar mit einer Rede, die mit anhaltendem enthusiastischem Bei­fall ausgenommen wurde. Die Kapellen spielten den Kcö- nungSmarsch. Sodann erfolgte die Verlesung der Kronungöproklamattvn durch einen Herold, wäh­rend welcher der König und die Königin vor ihren Thronen stehend verharrten. Die versammelten Iau|enbc riesen: Gott erhalte den König!

Hieraus kündigte Lord Hardinae eine Anzahl von Gnaden beweisen an, die zum Gedächtnis an die Fest­lichkeit erteilt worden sind. Unter ihnen befindet sich eine Lcnduna von fünf Millionen Rupien für Zivecke des Bolkc- unterrichts, ebenso eine Anzahl von Gnadengeschenken an untergeordnete Beamte und Soldaten, sowie die Begnadi­gung gewisser Klassen von Gefangenen. Die Zeremonie schloß mit dem Schmettern der Fanfaren und den sich immer wiederholenden Hochrufen der Menge auf den Kaiser und die Kaiserin von Indien.

Kurz vor Beendigung de- DurbarS verkündete der König, daß der Regierungssitz deS indischen Reiches von Ealcutta nach Delhi verlegt wurde.

Die Pläne I)uanf(t)itai$.

In China tobt trotz de-Waffenstillstandes" der Bür­gerkrieg weiter. Heute erfährt man wieder einmal etwas von Yuanschikai. Einem Führer der Aufständischen, der ihm bie Annahme der republikanischen Präsidentschaft anbot, erklärte Buanschikai, die fremden Regierungen wur­den eine Republik niemals anerkennen. Also denkt er wohl daran, eine neue Dynastie zu begründen:

Peking, 12. Dez. Trotz deS Waffenstillstandes haben rund um Shchkiatschwang wettere Gefechte stattgesun- ben, bie zu Gunsten der Kaiserlichen ausfielen. Tie Nachbut TschangshunS wurde in der Nahe von Pukau so gut wie vernichtet.

In Beantwortung eines Telegramms Hwangh - angs, des früheren Führers der Aufständischen in Äut- chang, in welchem dieser Auanschikai die Prasi- >entschaft der Republik anbot, wenn er sich mit deii Aufständischen vereinigen wolle, erklärte Puanschikai,

Der Streit um öas virmarckäenkmal am Rhein.

Eine Anzahl von Mitgliedern des KunstauSsämsses für daS Bismarü-National/Tenkmal lsttt folgende Eritärung er­lassen : Nachdem der Entscheidu:igöanS)chuß für das Bis- marck-National^Denkmal den Eiitwur von r^rers für die Ausführung gewählt hat, der sich nickst unter den vier von ber Majorität der Jury als Gruiidlagc sur die Ausführung empfohlenen Entwürfen befiiidct, scheu sich die Unterzeich­neten nicht in der Lage, an dcn Arbeitcn des Kunftaus- schuiseS für das Dismarck-National^enlmal ferner teil- neltmen zu können und erklären hiermit ihren Austritt. Dr. Deneken, Prof. L. Dill, Pros. Tr. öM^r, Prof. mann, Dr. Fri-S, Pros. SL @aul, Dr. tzonmanu Pro,. Graf o. Kalckrcuth, Prof. Klinger, Tr. Limllvark, »-r Ra- thenau, Wilhelm Schäfer-Dalendar, Prof, von ei'id, Prof.

Dr. TuaUleu. .. . _

Damit ist die Hoffnung, daß dic Errichtung t>c-5 maU auf der Elisenhöhe^ doch nodi zu verhindern ist, wieder bedeutend gestiegen.

Erinnerungen an die Belagern ng von Paris. Die fast alle französischen Politiker bat nun auch -cr frühere Marineminister Locktey feine Lebensertnne- mnaen geschrieben, von denen der Figaro einige -rtitel deroffenlticht, die sich aus die Zeit von der Belagerung von Paris beziehen. Lockroy tommandicrie bamaly cut ^rciwilligenbaraülon, daS bazu bestimm: war eine Ber- hcbanÄunq am Ufer der Seine, nahe am Emflust der^.iarne, äu verteidigen. Es herrschte in jenem AiMer eine bci- -pielloie Kaue, und die harten DitterungsverhaUntffc maa>- r^n sich auch rasch geltend. Das Freuvitügendatailton Ichmolz immer mehr zu ammcn, und mehr Leute warben Ihurd) Kälte und Frost dienstunfähig, als- durch Verwun­dungen im Kampfe. Erne dichte Eisschicht uderzog Die -Seine uno fchloß dabei auch eine Art Laiwnendoot ein, von einem fran^öfifmen Ingenieur ersonnen worDtu :var. Es blieb im Eis gefangen. Die Stundungen dcl Ka­

nonen drohend auf Paris gerichtet. Alle Wohnungen unb Hauser in den Vorstädten waren von den Besitzern geräumt worden, die Soldaten litten furchtbar unter der Kalte, und schließlich war eine allgemeine Plünderung der verlassenen Häuser nickt mehr zu verhindern. Die Mannschaften Drangen in die Wohnungen, zerschlugen die Möbel und machten mit ihnen Feuer, nur um sich ein wenig zu wär­men. Ein Hauptmann, der früher im Zollwesen befchästigt gewesen war, richtete sich in dem Erdgeschoß einer großen leerstehenden Billa prächtig ein; die Möbel wurden durch Beutezüge in die benachbarten Hauser erlangt, und bald vcrsügtc der Frciwilligen^Hauptmann über einen prunk­vollen Salon. Auf dem Kamin prangte eine Fraacnbuste aus Marmor, die in irgendeiner Nachbarvilla aufgestöbert worden war und die offenbar ein Bildnis war. Jener Hauptmann verliebte sich wie wahnsinnig in das unbe­kannte Original des Kmusttverkes, aber alle feine Bemüh­ungen, das Modell zu ermitteln, blieben erfolglos. Ein- nuü wurde Lockroy auch von diesem seltsamen Kompagnte- suhrer zum Eisen eingeladen: dem spateren Marineminister Frankreichs fiel es auf, daß aus dem sonst so luxuriös ein- gerichteten Salon das Klavier verschwunden war. Lackelnd machte ihn der Hauptmann auf dic im Kamin luftig lodern­den Hclzi'ckcite aufmerksam: man hatte das trinuier ein­fach in Stucke gehackt, um Brennmaterial zu gewinnen. Ta- Tiner wurde in prachtvoUen Töpfen feroicrt, in ivohren Sicistersrücken von Porzellantun., au, dem Tische traimie ein kostbares Tama tnchtum, in bc.2- ^aooen ein- acmebt waren, und bi-e Teppiche waren buchstäblich mit 'liarfum aber gossen. Und liier wuroe nun das kunstvoll Don dem Haup.mann r.i ammengeitcll.e E,sen angcrichlet, auf das er nia^t wenig stolz war: zuerü cm klein.r Hund, ber un>crleqc gciom: woroen war, und bann 24 prächtige Aalten) die in einer ge eimnisvollen Sauce auf der Tase.

erschienen.

__ in Weihna nohcnDen :

erinnert, lan - -r

cl: tsscherz r d n Goeche. Beim m einen ürmrchtSscherr

th cwi 1»3j ersch.caencu Leck

eines englischen Gvetheo-vehrers S. I. Kollar beruhtet wird unb erst durch die neue, von Flodoard von Biedermann hcraus- gcgcbcnc GefamtauSpabe von Go-theS Gesprächen unS zugöna- iich gemacht worden ist. Unsere Klassiker kannten ja noch nicht icnc innige Verehrung deS WeihnachlSscsteZ, wie sie ehoa im Leben und Tichcen Thwbor LvormS zum Ausdruck kommt, aber Goethe sowohl wie Schiller haben sich am Lichteroaum erfreut und Wil­helm Grimm überliefert unS rat schöne Gocihewort:Weihnachten, Weihnachten, Du warst der Kinder Freude, Die noch im Traume lachten." Kollar erzählt unter dem 2u. Hezrmber 1814: .Ln Teutidilanb herrscht Die Sitte, daß am Weihnachtsabend die Eltern Den Kindern einen mit Bändern, Kerzen, Obst geschmückten Baum bescheren. Einst war auch Goethe am Weihnachtsabend zu dieser Familienfeier bei Prasessor Lorsbach geloben, welcher eine ein­zige, schon erwachsene Tochter halte und für diese im Nebenzimmer einen solchen schönen Leihnacklsbcrum Aepfeln unb anderen Geschenken vorbereuet hielt. In einem anbem Zimmer wurde indessen musiziert, gesungen, Karten gespielt, mu Goethe gc- sorochrn: aber Dabei stahlen sich zwei icheimilche Kumpane Durch ein: andere Türe in das verschlossene Nebenzimmer, beraubien den Baum aller seiner Aevfel und Nüsse, und lehrten, al# wäre n'.cmS gechchen, in Die Geiettichaft zurück. Schlag 7 tom Der Vcucr, oi- Tochter an seiner Seue suprend, öffnete Dic Tür unD luo Die GcicUschaft zum Eintreten in jenes Zimmer mit Dnn Weihnacht-boum ein. Wie stutzten und erüanten alle. Da Der Baum kahl und lar mitten im Zimmer stand Goethe blieb vor dem taume mit am dzr Bruß orr>chrä.rlicn Huiiv-en iinneno stehen, und Die ganze Gesellschaft wurde still und wartete, waS Goethe Dazu sagen würde. Ter aber offnere btt Lwpm unb ries mit -chcrzhait patheiuck^r Stimme: Der^iel^n ia Dir! cS haben

ja <aohne Der Weüheu Rein gep....ivert vrn Baum, wela-rn oer Vater gepftanzi.' Freudiges Landcüarschcn, Lachen um ^cher^ ertönten allseits bei Dieftn witzigen Versen und 6ci schönen en Den ganzen Abend bis in die späte Nacht."

Können wir noch Christen sein? Von RuDol- Lucken. Verlag von Seit & Co. in Leivzig. Tod vorl.'g . Buch umerjucht Dai Wesen des ^htLientums, bie Gegennn'-.!^ Der Nerrzeir, Die cu5 Dem Kc-nfliv bctDer cnifubcnD: . es jucht Dann einen Boden jür eine Ucberwindung Der Gegensätze zu gewinnen, und e5 entwickelt von Da aus beüimmrc sZorde- rungen für Die Geitoltmig Dcä religiösen Lebens.