Ausgabe 
18.9.1911 Erstes Blatt
 
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feilen sein Nest anlegte, -t; HnnaiMe des Verkehr» ha: den scheuen Voael, der im übrigen sang- und klanglos lebte, 'ebenfalls verscheucht.

Kreis Schotten.

p. Scholten, 16. Sevt- Da die für den 6. Jun: Pramiierurigsmarkt vorgesehene Verlosung von Vieh, landwirtschaftlichen Geräten und Haushaltungsgegenüän- den infolge Ausfallen- des RindviehmarlteS an diesem Tage nicht stattfinden konnte, wurde beschlossen, sie an einem späteren Markte abzuhalten. Wegen der immer noch Herr- schenden Maul» und Klauenseuche ist auch eine Genehmi­gung )ur Abhaltung deS für den 18. Oktober vorgesehenen Nindviehmarlies nicht erteilt worden. TaS Verlosung?, komitee hat deshalb beschlossen, die Verlosung am 18. CIL im Rathaus ab-uhalten und statt der 10 lebenden Gewinne 10 Geldpreise von 300, 250, 220, 200, 170, 130, 100, 90, 80 und 70 Mf. zu verlosen. Weiter kommen noch landwirt- schaftltche Gerate, darunter ein Lauterbacher Wagen, ein .^andwaZeichen, eine Häckselmaschine, eine Dickwurzmühle, eine Dezimalwage, eine eiserne Egge, eine Iauchepumpc, ein Jauchefatz, eine Steigleiter, eine Waschbütte und noch sonstige wertvolle Haushai tungsgegenständc zur Verlosung.

u. AuS dem Vogelsberg, 17. Sept Angesichts der stets zunehmenden Verunreinigung der Flustläufe durch gewcrh. liche Betriebe, scheint eS anaebracht, der Fischzucht wieder mehr in den Gebieten der Quellen, austerhalb der schädlichen äusteren Einflüsse, nachzugehen Tenn man wird im tommenben Winter erleben, bah die Fische ein gesuchter Marklanikel sind. Tie Quellen und Bächlein im Bogelübera können durch enllprechende, aus billigem Gelände errichlele Anlagen intensiv Fischzucht be- treiben; es liegt im Vogelsberg noch Diel zur Fischzucht geeignetes Gelände unverwertet Wie man hört, will der Staat auch wieder die in Pacht der Stadt Schotten befindlichen Forellenteiche spannen lassen. Sie wurden vor Zeiten von dem Triebwerk-besitzer an der oberen Nidda ausgerissen, weil man glaubte, durch die Stauung mürbe Wasser entzogen. Wo heute überall Wasserleitung ist, feilten die Quellenläufe wiederholt ausgenützt werden in Stau- bebältem. es wird schließlich damit em gleichmäßigerer Laus der Bäche gesichert, stark beschaftiatcn Mühlen genügt das Wasser un größten Teil des Jahres doch nicht zum vollen Betrieb, sie ver­sorgen sich mit anderer Sh oft. Zu dem Thema Fischzucht schreibt man uns aus Nicder-Moos: Am ^arnStag morgen fand die AuSfischung des hiesigen Teiches statt. Tas Ergebnis war äußerst günstig. Es wurden 170 bis 200 Zentner Karpfen im Gewicht von 2 bis 8 Pfund ausgesisckt. Der Preis der Einzel- abgabe war auf 65 Pfg. bad Pfund festgesetzt. Der Bersaiid an Händler in Frankfurt a. M, Wiesbaden, Eisenach usw. erfolgt am nächsten Mittwoch.

KreiS Friedberg.

Q. Bad-Nauheim, 17. Sept. Veranlaßt durch die KrünungSfeierlichkeiten in London im Sommer dS. IS. weilten mehrmals indische Fürstlichkeiten sowohl auf der Hin- als auf der Rückreise dahier. Diese indischen Vasallenfürsten traten meistens mit großem Gefolge auf und gebrauchten einige Wochen die Kur dahier. Gestern reiste der letzte dieser hier weilenden Fürsten, der Khan Halbudullah, nach wöchentlichem Kurgebrauche wieder nach Indien.

N. Reichelsheim, 16. Sept. Tie diesjährige Kar­toffelernte ist nahezu eingebracht. Sie kann als gute Mittelernte bezeichnet werden. Neuere Sorten, wie Hassia und Ella, brachten recht ansehnliche Erträge, während In­dustrie, die feuchten Boden liebt, weniger ertragsfähig war. Bei dieser Ernte hat sich so recht gezeigt, daß der Landwirt bestrebt sein muß, hin und wieder neue Setzkartoffeln ein- zuführen, wenn sie auch im Ankauf etwas teuer erscheinen. Im Jahre 1908 wurden für bauliche Veränderungen im hiesigen Pfarrhaus etwa 5000 Mk. ausgegeben. Nach Angabe unseres Pfarrer- ist aber das Wohnen in diesem Hause gesundheitsschädlich, da an allen Wänden die Feuchtig- keck durchdringt. Von der Behörde wird nun die Gemeinde angegangen, da« alle Pfarrhaus niederzulegen und einen Neubau aufzuführen. Hierzu wird sie sich aber sehr schwer entschließen können.

te. Butzbach, 17. Cept. Die Leiche deS Haupt­manns Moliöre von der Leibkompagnie des hier garniso- nierenben 5. Grobherzoglich Hessischen Jnfanterie-ReglmenlS 168 wurde aus dem Vlanövergelände durch den Feldwebel der Kompagnie und einen Gefreiten am 15. September nach Gießen überführt, wo die Witwe des Verstorbenen, die zwei Kinder und sein Schwager sie in Empfang nahmen. Von Gießen wurde die Leiche nach Königsberg m Preußen über­führt, wo die Beisetzung in seinem HeimatSorte m der Nähe von Königsberg erfolgt.

Starkenburg und Rheinhessen.

R.-B. Darmstadt, 17. Septbr. Großherzogin Eleon oreS Geburtstage fest. TaS GroßherzogSpaar verbrachte den Tag in WolfSgarten. Nachmittags fand ein Festmahl statt. Abends ging im Hoftheater als Gala-Vor­stellung neu einstudiert GounodS »Romeo und Julia in Szene. Das Großherzogspaar erschien in Begleitung des Erbprinzen zu SolmS-HohensolmS-Lich. Oberbürgermeister Tr. Gläfsing brachte ein Hoch auf die LandeSfürstin aus, in

Ja3 da3 Publikum degeuiert emfnmmte. Tie Aufführung deS Gounod'schen Werkes verlies, von Hofkapellmeiffer de Haai' liebevoll geleitet und durch Oderregiffeur valdeck, namentlich im ersten Akte, glänzend inszeniert, sehr schön.

m Offenbach a. M, 17 Sept Tic Höchftae schwindigkeit der elektrischen Straßenbahn, Die bisher 2-> Kilometer pro Smnde betrug, soll jetzt, wie cs bereits m Frankfurt der Fall ist, bis auf die Mazimalge schwindigkeit von 30 Kilometer in der Stunde er­höht worden.

Kreis Wetzlar.

r. Wetzlar,!^ Sept. Heult bcglnnen für sämtliche Land­schulen des Krcu'es Wetzlar die merwöltzentlichen v c r b fl - freien Außer den wenigen ftbulfraen Tagen um 'Stibnada.n, Ostern und Pfingsten, gibt es jetzt nur noch Heu- und Kartoffel - ferien.

Hessen-Nassau.

V Marburg, 16. Sept. Ter Direktor der chirur­gischen Klinik, Geh. Medizinalrat Professor Tr Fried­rich, hat den an ihn ergangenen Stuf an die Universität Königsberg angenommen.

)( Treisa, 16. Sept. Ter in der Nacht aus Sonntag um 2 Uhr von Gießen nach Gerstungen abgehende Güter- zug fuhr im hiesigen Bahnkof in em mit Wagen besetzte: Gleis, wobei c8 zu einem Zusammrnstoß kam. Außer dem Lokomotivteiider entgleisten eme Anzahl Wogen, die teils mehr, teils weniger beschädigt wurden. Einige Zug- beamten erlitten geringfügige Verletzungen. Glücklicherweise ivar der Güterzug nur mit mäßiger Geschwindigkeit gefahren, so daß der Unfall noch verhältnismäßig günstig ablief.

W. Wiesbaden, 18. Sept. Ter Direktor her Sie­mens Schuckerttverke und Siemens u. Halske-Gesellschaft, Geb. Baurat Schwieger, als Pionier der elektrischen Baynbauten weit bekannt, ist gestern in Wiesbaden im Alter von 66 Jahren plötzlich an Herzschlag gestorben.

Frankfurt a. M., 17. Sept. Ter 8. Vertretertag des. Zentraloerbanocsdcuiicher Tonkünstler und deutscherTonkünstlervereine fand am 16. und 17. Scp icmber biet statt Nach Eröffnung durch den Vorsitzenden Kapell­meister Göttmann (Berlin) bearüistc Stadlrat Meckbach die Per- tret er namens der Stadt. Aus dem Jahresbericht des Vor fitzenden geht hervor, daß der verband aui eine sehr günstige Ent­wicklung zurückblicken kann. Seine Wünsche und Ziele sind z. T. in Erfüllung gegangen, z. T. auf dem Wese, sich zu verwirklichen Aus den veryaiidlungen hervorzuheben ist noch der Dortraa deS deren Rich. I. 2 i ch b e r g , Berlin, über eine einheitlicheP - fu ng darb nun g", die den lintrourf einer Musterprüfung bringt und in ihrer Form und Durchführung dem Musiklehrerstande eine luirfiidic Förderung, besonders in wlrkschafilicher Beziehung, ver- heißt und em daucriides Streben nach Weiterbildung gelbähr­ieistet: sowie ein Vortrag des Herrn Tr. Cahn Franfturt a. M. über die geplante verilcherung der Privatangestell- t en. Ein großer Teil der Verhandlungen war der Ausstellung neuer Satzungen gewidmet. Tie Wahl ergab Wiederwahl deS bisherigen Vorstandes, Jtajjcllmeiuer Göttmann (Berlin- Vorsitzen­der: .stomponist rnichard I Eickberg (Berlin) Schriftführer: Stjnw. Eduard Behm (Berlins Schatzmeister. ES folgte die Vertreter- Versammlung der Pensionsanstalt, in der eine erfreuliche Ent- ivialung durch den Vorsitzenden Kapellmeister Reckeiilin (Berlin) sestgestellt wurde.

Cufijcbinabrt

Frankfurt, 16. Sept. Heute morgen um 6.30 Uhr startete vom Truppenübungsplatz in Tarmstadl-Griesheim der Leutnant >2canzoni von Lichtenfels vom Lelbregiment Nr. 115 uuf dem dem Frankfurter Flugsportklub gehörigen Euler-Toppeldecker mit Leutnant v. Hiddessen als Passagier und Beobachter. Tie Flieger landeten um 6.55 Uhr glatt in Mainz. Die Flugmaschine ist dazu bestimmt, an den Korpsmanövern des 18. Armeekorps teilzunehmen.

Cholera.

Sofia, 16. Sept. Burgas ist für cholerafrei er­klärt worden. In irgend einem anderen Ort Bulgariens hat sich kein Cholerafall ereignet.

o n st a n t i n o p e l, 16. Sept. Im Laufe des gestrigen und des heutigen Tages sind hier 57 Erkrankungen an Cholera und 35 Todesfälle vorgekommen.

Saloniki, 16. Sept. Seit gestern sind hier drei Eholerafälle vvrgekommen. Ein englischer Dampfer, an dessen Bord ein Albaner an Cholera gestorben war, durfte seine Reisenden nicht landen, sondern mußte zur Quarantäne nach Klazomene in Monastir fahren. Die Ulemas fahren fort, die :'.irohammedaner gegen die Äerzte aufzuhetzen.

vermischtes.

Eine Million unterschlagen.

Bei der Wechsel- und Tiskontobank in Augsburg find um- »angreiche Unterschlagungen und Betrügereien ent- bedt worden. Nach den bisherigen Feststellungen handelt es sich um mehr a l s eine Million. Als Schuldiger wird der 31 jährige Kaufmann Friedrich Heyner bezeichnet, der die Siel- lang eines zweiten Direktors und Prokuristen bekleidete. H. hat die Flucht ergriffen und man vermutet, daß er ver­suchen wird, nach Amerika zu entkommen.

Kleine Ca-eschronik.

Eine folgenschwere Erplosion In Berlin brach auf dem Grundstück der Allgemeinen ClektnzitätSgesellschast in der Sickinqerstraße ein großer Schornstein »ufammen herabstüriende Teile töteten den Ingen,enr Wigand, den Monteur Werner und den '.'kbeiter $ u b I m e 0 e r. Ingenieur Spitzer von der Anhaltiichen Maschinenfabrik und Arbeiter Kubiak wurden schwer verletzt. Fünf Personen find leicht verletzt. Die Katastrophe ist darauf zurückzuiuhren. daß bei Aus- vr.'bierung einer Anlage, welche lur (rrieugun.i von Waflerstoffga» dienen soll, die Gase in den unfertigen Schornstein drangen und erplobierten Außer D* genannten Personen wurde der Monteur Wendisch schwer verletzt.

Der in der Bahrenselder Feldmark stationierte Polizeisergeant Meika verletzte wie angenommen wird, au* Unvor­sichtigkeit aut der Bahrenfelder Rennbahn mit seinem Dienst- reoolver den 2 toll mann Äio ubi u* schwer und tötete s ich durch Rcvolverschüsie in die Schläfe.

Bon der holländischen Grenze wird gemeldet, daß unter den Nindviedbeständen eine unbekannte Krank- o erblinden. Auch unier den Pferden ist eine Seuche ausgebrochen.

Wie dieSchief. Ztg " meldet, brach in Bralin in der Nackt vom Freitag auf Snmstag im Haufe der Witwe Jo- cuski Feuer aus Das £)au6 brannte vollständig nieder Zwei Füfiliere des 38. Infanteile Regiments in Glatz, die im Hause cinauartiert waren und bereits ihre Schlafstelle aufgefutbt hatten, verbrannten

In Syrakuse \Staat Neuyorf' rannte beim vorgestriger Wettrennen über 50 Meilen ein von Lee 01 b f i c U> ge» steuerte- Automobil in einen Menschen Hausen hinein Sechs Personen wurden getötet und vierzehn verletzt. Der Fahrer blieb unversehrt.

Die Staalsdruckerei in R i o de Janeiro ist vollständig niebergebrannt

Handel.

Die Ernte in Rußland

Der PetersburgerHandels- und Industriezeituita" zufolge ist na di der Schlußichätzung de» Ernteertrages von :Hufdanb am Ende Augitst Wmkerroggen unbefriedi!7end- »chlecht in Orenburg, Uta, Siamara und Siaraioiu; unbefriedigend in Perm, Nifchni- nowgoraod, Pensa, Tongebiet, Stawropol und Teilen de- Kuban» gebiet-: gut in Polen und in den an Moskau angrenlenden Be­zirken, teilweise in den nordwestlichen GomertiementS: Winter- weizen gut in Kiew, Polen und einem Teil Tschcrnigows, Kursk, Crcld. Sommerweizen unbefriedigend ichleckt in Ssimbirsk, Sfa- mara, einem Teil Orenburg» und Siaratows: unbefriedigend in Perm, Ufa Kasan, Penia, Woronesch, Tcngrbiet und Stawropol. Gerste und fcafer mittelmäßig; schlecht »n Sfamara, Orenburg, Sfaratow, Siünbirff, einem Lei! ftaian» und des Ikmgebietö; un­befriedigend in Perm, einem Test Äiatkao, Woronesch-, und PcnsaS: gut in Polen, den baltischen Provinzen, einem Teil Stawropols und in den rfli Moskau aigjicnjenben Bezirken. Außerdem ist Laser gut in den südwestlichen klnnrussifchen Gou- verncmcnts. In den übrigen Gouvernements ist die Ernte bei sämtlichen (Sctrcibeartcn befriedigend und mittel.

Umtticher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen.

Wettcraiisiichten in Hessen am Dienstag, den ltz. Septbr. 1911. Trüb, leichte Niederschläge, Teuiperatiir wenig verändert.

Letzte Nachrichten.

Die Wiener Unruhen.

Wien, 17. Sept. Ein Aufruf der sozial de»»« kra tisch en Parteileitung fordert unter vinweis, daß nach der ruhigen Arbeiterkundgevung disziplinlose Elemente bte Kämpfe mit der Polizei und dem Militär begonnen hätten, die Arbeiter auf, sich jeber weiter en Kundgebungzu ent­halten und am Montag früh wie gewöhnlich die Arbeit auf­zunehmen.

Ein französischer Dureaukrat.

Paris, 18. Sept. Der Großkanzler der Ehrenlegion weigerte sich, den Erlaß zu unterzeichnen, durch den der vor­gestern verstorbene Luftschiffer N l e n p o r t zum Ritter der Ehrenlegion ernannt wurde. Er begründete feine Weigerung damit, daß Nienvort schon tot war, als ihm der Kriegsminister das Kreuz der Ehrenlcgwn anheftete.

Französische Eozialdemokralen.

Baris, 18. Sept Bei Bussang (Vogesen) fand unter freiem Himmel eine Versammlung französischer und elsässischer Sozialdemokraten statt, in bet gegen die Krieg-Hetzereien Einspruch erhoben wurde.

Tie avarchiftischeil Versuche in Spanien.

Madrid, 18. Sevt Tie Sicherheitsbehörden von Seite* Iona entdeckten eine Bereinigung spanischer und ausländischer Anarchisten, bie einen Hauptausstand m Barcelona und daran anschließend eine Erhebung tn ganz Spanien Hervorrufen wollte. Mehrere beteiligte wurden verhaftet.

Ter Aufruhr in Tzeschan.

Tschungkieng, 17. Sept. Nach einer Meldung aui Tzefchau vom 16. Sept, haben die Aufrührer am Mittwoch 100 Mann Regierungstruppen aui einem Hinterbalt in der Nähe von Kientschau angefallen, vernichtet und T s ck e n g t a u erreicht, wo die Truppen die Bersolger lurüd» warfen und 100 von ihnen töteten. Tie Truvpengewannen am Donnerstag Kientschau wieder Ter Palast ist befestigt worden, während die umliegenden Gebäude zerstört sind. Tie Lage ist hoffnungsvoller.

Kiew, 18. Sept Kaiser Nikolaus ist gestern abend mit dem Dampfschiff nach Tschernikow abgereist.

Ich bin so nervös!

Diesen Beizweiilungsruf hört man so oft und mit so trost­loser Stimme aussroßen, als ob es gar fein Mittel gcacn dleicn allerdings sehr lästigen Zustand gäbe. Und doch haben die Forschungen auf dem Gebiet der Physiologie und der Nerven- lehre in den letzten Jahren den Weg gezeigt, wie man Nervo­sität und ihre Folgezustandc in verhältnismäßig kurzer Zeit beheben kann.

Tie normale Funktion unseres Nervenavvaratcs, zu.welchem im weiteren Sinne auch Gehirn und Rückenmark gehören, ist abhängig von dem genügenden Borhandensein einer Lubstanz, die man Lecithin nennt. Was das Eiweiß für den MuSkel, ist das Lecithin für den Nerv. Bei ungenügender Eiweißzuiuhr erschlafft und degeneriert der Muskel, bei Abnahme seines LecUhm- gehallcs wird das Nervensvstem außerstande gesetzt, feine lebens­wichtigen Funktionen zu erfüllen. Eine ganze Reihe schwerer Erkranlangen des Körpers wie des Geistes sind aui eine Zer­rüttung des Nervensystems, verursacht durch seine Bcrarmung an Lecithin, zurückzuiühren.

Der Weg zur Abhllfe ist somit von selbst gegeben. 23 e r a ut n ä b r t, heilt gut, sagte der berühmte verstorbene Kliniker Pros. Dr. v. Leyden. Und so gilt es denn auch hier, den Nerven denjenigen Nährstoff wieder zuzuführen, dessen ne zu ihrer >ltamgung bcbürien. Wie die wisscmchaftlichen Arbeiten zahlrei^ec französischer und spater auch DeuDder Autoren ge^ zeigt haben, beivirtt Die Zufuhr von physiologisch reinem Lecithin einen sofort bemerkbaren außerordentlich gunnigen Einfluß aus das Bei hallen des gesamten Nervensystems. Nervöse Schmerzen verschwinden: Schivache und Energielosig^.t machen einem wohl- tuenden itraftgefübl, erneutem Lebensmut Platz. tUrs, die Wand­lung ist eine so augenfällige, roje sie etwa entlieht, wenn em durch hunger Entlraftcter vlötzlW durch eine Irafiige t'xahlzcit gesättigt wird. Es liegen ja in Der Tat auch dieselben Berhall- niffe vor, Denn Das Lecithin, wie es im Biocitin enthalten

ist, ist fein MeDikament, sondern ein aus dem Dotter des Hlchner- etes gewonnener N a h r n o f f, der die wertvolle Eigenschaft be­sitzt, speziell die Nerven, zu ernähren und ihren Bestand an Nervensubstanz zu vermehren

Leider standen aber der allgemeinen Einführung des Lecithins in der ersten Zeit nahezu unüberwindliche Hindernisse entgegen, denn Die Verstellung dieses äußerst diifizilen SwsfeS war mit sehr großen Sinierigliiten und Kosten verbunden. Physiolo­gisch reines, unzersetztes Lecithin war daher (wie übrigens auch heute noch) nur selten zu haben, und es mußte erst ein neues Verfahren gesunden werden, da- die Herstellung genügender Mengen dieser kostbaren 'Nervenfubstanz von physiologisch reiner, unzersetzter Beschafscnheit ermöglichte.

Herrn Hofrat Professor Tr. Habermann und feinen Schülern ist die Lösung öicies wichtigen Problems gelungen, und unter Anwendung seines patentierten Verfahrens gelangt fett einiaen Jahren unter Dem Namen Biocitin ein Lecithinpräparat in den Handel, das sich wegen seiner reinen Beichasfenheit, ferner prompten, stets gleichmäßigen Wirkung, seines angenehmen Ge­schmacks und nicht zuletzt wegen feines verhallnismußig billigen Preises bie Gunst der Aerzte und des Publikums tm Flug er­obert hat. Im Biocitin besitzen wir nunmehr ein Mittel, durch das wir umere Nerven in einer Weife kräftigen können, daß sie den schädigenden üuiilüffen des modernen Lebens, Den über­mäßigen Anforderungen des Berufes, des Vergnügens usw. stand- 5alten können. «... , ... _

Die beispiellosen Erfolge des Biocitin hatten aber die Ent- stehung einer ganzen Neihe von zum Tell unglaublich plumpen Nachahmungen zur Folge. Jeder, der sich mit mehr oder weniger .meist allerdings mit iDenigcr, Recht dazu berufen fühlt, mengt ,ich heute selbst sein Lecithin-Praparatchen und preist es dann als billiger und womöglich auch noch sogar als belfer und kräftiger als das Biocitin an.Audj einigen alteren Präparaten, die gar kein Lecithin enthalten und durch das Biocitin wissen'chaftlich längst überholl sind, wird neuerdmgs versucht, eine gleiche Wirkung

zuzuschreiben. Man lasse sich daher nicht durch allgemeine Redens­arten über Lecithin fangen, sondern achte daraus, ob es sich im gegebenen Fall wirklich um ein Lecithinprävarat handelt, und welche Menge und Qualität des Lecithins garantiert wird. Denn ebenso rote die Reinheit ist auch die v e r f u n f t deS Leci­thin nicht aleicbgülng. So ist beispielsweise Pstanzen-Lecilhin dem Eiaelb-Lecithin, das nach Verfahren von Proses'or Tr. Haber­mann für Biocitin verwendet wird, durchaus nicht gleichwertig, roie ia auch schon der Name Lecithin oom griechischen Lekjrthos ----- Eidotter besagt, daß dieser Stoff naturgemäß aus dem Ei­dotter gewonnen werden soll Besondere Vorsicht ist manchen Lecithinpillen unbekannter Herkunft aegenuber erforderlich, denn hier ist bie Pillenform häufig auch zu dem Zwecke gewählt, um den schlechten Geschmack, das sicherste Zeichen unmnen, zerfetzt!-» Leci­thins, zu verdecken. Tas sicherste bleibt daher, aut oie ver- ad'olgung von Biocitin zu bestehen und jtoen Versuch, etwas anderes aufzudrängen, energisch zurückzuwe 'en.

Biocitin ist das erste und einzige Lecityinpraoarat, dac- nach dem von Hofrat Professor Dr. Habermann und 'einen Sdjjlcrn in jahrelangen versuchen herausgearbeitetcn vollkommensten Ver­fahren hergenelll wird. Biocitin ist daher o a 2 Lecuhinprärorat, das als xraitigungs» und Lunrischungsmütel der Nkriciifubstan» ernstlich überhaupt nur in Frage Lntmen kann.

Besonder» zu empfehlen nt das Btocutn bei schwächlichen Kindern, bie in der Schule nicht reckt oorwänstomm.:-. S; .er ist die Wirkung eine doppelte eine allgemeine Äräf.guni : ä ganjen Körpers, Daneben aber auch eine Hebung der gi . . i Kräne, verursacht durch bie Vermehrung der Nervcmubstanz Lecithin in Gehirn und Nerven, Die butnj den Gcdi5 . r Biocitin berbeigeiübrt wird Eltern fchwaiolicher Mine et willen daher nicht verabsäumen, einen Versuch mit yiocitm jj macken

Um sich von Geschmack und Betzö.nmlichkeit oc: Biocitin», dem iUDerläiiigiun Prütungsmtttel für Die Qualität d . l .uLme, selbst zu überzeugen, verlange mnn ungesäumt eine Grallsvrooe von Der Biocitin-Foorck -i b. £>., Zerlm 8. 17, (Cwye