Ausgabe 
17.1.1911 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

de n grö

leiteten daun in passender Weise zu der Rede auf die deutsche Armee über. Prof. Luley führte dann aus:

Hochgeehrte Festversammlung! Meine Damen und Herren!

Im Eingang seiner, glänzenden Rede hat uns der hochver­ehrte Herr Vorredner in die große Zeit von 1870/71urück- »eführt und die größte Tat Bismarcks, die Gründung unseres Deutschen Reicl>es, gefeiert. Es war ein uns von der Ge­schichte überkommenes Erbteil, unser großes deutiches Vaterhaus nicht in Frieden nach eigenem Ermesse» bauen zu können, sondern uns die Bauerlaildnis dazu erst durch Waffengewalt vom Ausland Crll,5)anmtt warmes ent großes Glück für unser Volk, das sich seit Jahrzehnten nach einer Einigung sehnte, bofc ihm die Vorsehung in der Regierungszeit des großen Königs Wilhelm nicht nur den größten Staatsmann, sondern zuglerch auch hoch­begabte Heeresorganisatoren unb gcninlc Feldherren schenkte, Männer königlicheit, fürstlichen Blutes, Männer aus deni Adel imb dem deutschen Bürgertum. ,

Diese genialen Führer hatten in ihrer Hand das beste Offiziere forvs der Welt, vortrefflnhe, wohlgeschulte Unteroffiziere und Soldaten, alle erfüllt von höchster Begeisterung für bic große nationale Aufgabe, von größter Opfernnlligkeit und Hingebung und von mibegrenztem Vertrauen in die Führer. Und hinter dem Heere, dem Volke in Waffen, stand das deutsche Bucgertum, äußerlich noch ungeeint, aber im Herzen verbunden durch die gemeinsame Begeisterung für die nationale Sache, eine Begeiste­rung, die heute nur schwer nachgefühlt, mitunter kaum verstanden

Die Taten dieses HeereS und unseres unvergleichlichen von Moltke sind unvergänglich in die Blätter der deutschen Geschichte eingetragen. Die große Mehrheit unseres Volkes kennt sie heute fast nur aus Büchern. Doch in vielen Tausenden leben noch die unauslöschlichen Eindrücke jener großen Zeit, vor allem in den tapferen Mitkämpfern, von denen zu unserer größten Freude eine größere Anzahl hier unter uns weilt, und auch in Tausenden und Ab erlaufenden, die in der Heimat das Kriegsiahr mttdurchlebten, die mit gejubelt und vielleicht auch mit ge­rne int haben. ,

Lebendiger aber als Bücher sprechen zu uns heute noch die Schlachtfelder des großen National- krieges mit ihren zahllosen Gräbern und ehrenden Denk- mälern. Obgleich stumm, erzählen sie doch laut die herrliche Tapferkeit unterer Heere. Wer von den steilen, kahlen, im Rücken aber bewaldeten Höhen fron Spichern hinunterblickt in die weite Ebene, die unsere Truppen im furchtbaren Feuer des Feindes zu durchmessen hatten, wer von der Hochebene zwischen Gravelotte, Vionville, Rezonville, St. Privat hinschaut nach der engen steilen Schlucht vor Gorze, nach anderen Talsenkuügen, meist gedeckt von Wäldern, und wer die Massengräber an solchen ausmündenden Stellen übersieht, die Grabreihen meist parallel hinziehend mit den Höhenwänden, Hohl­wegen, Chausseen, den Eisenbahndamm und den wie Festungen wirkenden zahlreichen Gartenmauern, muß und wird aufs tiefste ergriffen sein von der heldenmütigen Tapferkeit und Opferwillig- feit unserer Krieger. Im Geiste sieht er gewiß die tapferen Scharen todesmutig und freudig aus der Schlucht hervortreten oder an den Höhenwänden und Waldsäumen dem fast sicheren Tode un­aufhaltsam entgegenschreiten, und in seinem Ohre erklingen bald laut freudige Hurrarufe, bald leise das Stöhnen der zu Tode ge­troffenen Heldensöhne unserer Allmutter Germania. Und ein Wirbel von Gefühlen, der Bewunderung, des Stolzes und heißen Dankes erhebt sich da in feiner Brust.

Unter der bewunderungswürdigen Leitung unseres großen Moltle schritten unsere Heere von Sieg zu Sieg, drangen bis tief ins Herz des feindlichen Landes. Weder die Heere des zu- sammenbreck-enden Kaiserreiches, noch die der jungen französischen Republik vermochten sie in ihrem Siegeszuge zu hemmen, so daß es den beiden geheimen Verbündeten Frankreichs unmöglich war, einzugreifen. So haben die glänzenden Taten unseres Heere unserem großen Staatsmann die Möglichkeit ge­geben, seine vaterländischen Pläne auszuführen und das Sehnen des deutschen Volkes nach Kaiser und Reich zu befriedigen, ohne daß das neidische und übelwollende Ausland, bis dahin Germanias aufdringlicher Vor­mund, es wagen konnte, ihm in den Arm zu fallen. Darum ist es wahr:Ter deutsch-französische Krieg hat unser Volk zum Wolke werden lassen." Für diese Taten, diese unge­heuren Dienste sind wir den Tapseren von 1870/71 Dank, heißen Dank schuldig. Das wollen wir heute wieder frei und freudig bekennen.

Seit 40 Jahren hat uns unser starkes Heer, schon durch seine Existenz, durch seine gewaltige, wenn auch noch gebundene Kraft, den Frieden erhalten. Ihm ist es in hohem Maße zu tonten, daß Bürger und Bauer, Arbeiter und Gelehrter den siedens ungestört nachgehen können, daß unser Volk sich wirttchaftlich so ungeahnt entwickeln konnte. Die Mög- lichkeu materieller Wohlfahrt und immer weiter und i^ser reichender Bildung unseres Volkes ist nur durch bte Wahrung des Friedens gegeben. Und diesen Frieden er- baltm uns Heer und Flotte. Darum ist es auch richtig, was der Apostel des Deutschtums, Heinrich von Treitsche, einst sagte: Unter Heer ist das allerrealste und wirksamste Band deutscher Einheit!" - Die großen Führer von 18 7 0/7 1 finb nun allesamt unter kühlem Rasen gebettet und ruhen A Nur noch wenige aus jener Heldenzeit tragen des

KZlers Rock. Ein anderes Geschlecht macht heute unser Heer aus Hat dieses Heer seit 40 Jahren als Ganzes auch nur bcn gesehen, |o hat es doch nicht gerastet und ist nicht

einzelnen Teilen in China und in unserer sudwettarritanischen Kolonie gegebenen Proben militärischen Kön- nens haben uns und der übrigen Welt gezeigt, daß Kriegstüchtig- ^it, Heldenmut und Vaterlandsliebe noch in unserem Heere zu Hause sind. Darum blickt auch das deutsche Volk mit Liebe und Werlrallen «if sein Heer, sieht in ihm den allzeit bereiten starken MU Ehre deutscher Erde, der deutschen Kaiserkrone imb de» Deutschen Reiches.

. bas die Gesinnung und Stimmung des deutschen Bürger- gegenüber dem gesamten deutschen Heere -und der deutschen Flotte, so gilt dies in besonderem Maße van unserer Gießener Bürgerschast gegenüberunserem" Regi­ment, dem Regiment Kaiser Wilhelm, dessen Offizierkorps heute ^tv°?l'ghler erschienen ist, um mit dem Bürgertum rnerer nufbh|benb«i Stadt gemeinsam das fteft unserer nationalen Wieder- geburt zu begehen. Lassen Sie uns nun, meine Damen und H^ren, unseren innigen Dank an die Tapferen von 1870 und unserer Liebe und unser Vertrauen zu L"^rem lebtgen Heere in freudigem Hurrarufe zum Ausdruck bringen und rufen -sie mit mir: Unser den sches des Kaisers Wehr, des Reiches Hort, des Volkes Stolz: Hurra, Hurra, Hurra! 9

Skeberunt folgte gemeinsamer Gesang:Die Wacht am Rhein" und die von der Kapelle gespielte Ouvertüre zu Euryanthe.

Mit militärischer Kürze, aber in sehr herzlicher Weife sprach dann Oberstleutnant Heuer den Dank des Reall ments für die ihm gezollte Anerkennung aus. Er hob her­vor, daß Gießen hinsichtlich der guten Beziehungen zwischen Regiment und Bürgerschaft sich vor vielen anderen Gar­nisonen auszeick)ne. Spreche doch jeder Gießener von un­serem Regiment und dienten in chm doch stets viele Bürger- söhne Gießens. Mit Hem Wunsch, daß das schöne Verhältnis zwischen Bürgerschaft und Regiment stets bestehen bleiben moae, unb einem Hoch auf das liebe Gießen, in das die zahlreich amvesendcn Offiziere des Reginlenis lebhaft ein- stimmten, schloß der Redner seine wirkungsvolle Ansprache. . .. ?^nn ml .Orchesterbegteitung gesungene

prächtige MännerchorFriedrich Rotbart", der in gesanglicher Hinsicht wohl den .Höhepunkt des Abends bildete.

Dann betrat Stadtv Dr. Ebel die Rednertribüne, um in formvollendeter Weise der deutschen Frauen zu

gedenken. Er schilderte, wie sie zu allen Zeiten und naj mentlich auch in den Einigungskriegen willig ihre Gatten und Söhne dem Vaterland gegeben hätten, und wie sie in La^retten und auf den Schlachtfeldern Schmerzen gelin­dert und Verwundete gepflegt hätten, bannt einen Herois­mus beweisend, wie ihn die deutsche tytait von jeh^c be­wiesen hätte. Die neue Zeit stelle an die deutsche Frau, die man früher nur im Kreise der Familie sich habe denken können, neue Anforderungen. Die Entwickelung der wirt­schaftlichen Verhältnisse dränge sie rn das Erwer^leben und damit Hand in Hand gehe das Bestreben, den Frauen auch auf politischem Gebiete mehr Rechte zu erstreben. Es sei aller Wunsch, daß über diese neue Entwickelung die deutsche Frau ihre seither bewiesenen echt deutschen und echt weiblichen Tugenden nicht verlieren möge. Das Hoch des Redners galt den deutscheii Frauen und alle timmten jubelnd in diesen Huldigungsgrutz ein.

Dem gemeinsamen LiedeStimmt an mit hellem hohen Klang" folgte eine herzliche Dankesrede des Staptv. Jann für die Veranstalter und Mitwirkenden bei dem erhebenden patriotischen Feste, die sich um den Vaterlands­gedanken sehr verdient gemacht hätten.

Für diese dankte Oberbürgermeister Mecum mit fol­genden Worten:

Namens aller, die bei unserem Feste mitgewirkt haben, spreche ich dem Herrn Vorredner für seine freundlichen Worte mb Ihnen allen für Ihre Zustimmung zu beweiben herzlichsten Dank aus. Hat sich boch heute wieder einmal recht gezeigt, daß Gießen eine deutsche Stadt ist, und baß bte Gießener Burger- chaft fest und treu zum deutschen SBaterlanbe steht.

Ich bäte Sie, zur nichts,iiziellen Fortsetzung unseres Festes noch länger hier zu verweilen. .

Ich glaube aber, wir bünen den offiziellen Teil nicht schließen, ohne zuvor noch einer Ehrenpflicht zu genügen. In unserer Mitte weilt eine größere Zahl von den Männern, die vor 40 Jahren unter Einsatz ihrer Gesundheit und ihres Lebens bte Güter er­ringen halfen, deren wir uns erfreuen; und mit Stolz zählen wir sie zu unseren Mitbürgern. Ihnen den Dank der Stabt Gießen und ihrer Bürgerschaft besonders auszusprechen, hegt mir am Herzen. Und ich glaube, wir können baä nicht besser als mit dem Wunsch: Ihnen allen möge es vergönnt fein, in zehn Jahren die fün,zigste Jubelfeier der Gründung des Reichs in derselben geistigen und körperlichen Rüstigleit zu.begehen, wie heute die vierzigste. M c r

Ich bitte Sie, mit mir einzustimmen in den Ruf: Unsere Veteranen leben hoch!

ylochdem dieses Hoch verklungen war, bestieg einer der Veteranen, Schretnermetster Konrad Köhler, die Tribüne, um mit kurzen herzlichen Worten für diese Ehrung zu danken.

Damit hatte die erhebende Feier, auf die die Stadt Gießen stolz sein kann, ihr Ende erreicht.

Auf das Huldigungstelegramm an den Kaiser ist in­zwischen folgende Antwort eingegangen:

Herrn Oberbürgermeister Mecum, Gießen.

Berlin, 16. Januar 1911, 3)r 50 Min.

Seine Majestät der Kaiser und König lassen der dortigen Bürgerschaft für den freundlichen Gruß gelegentlich der patrio­tischen Gedenkfeier bestens danten. Der Gehetme Kabinettsrat. gez. von Valentins.

Ans Statt unt Land.

Gießen, 17. Januar 1911.

** Stadttheater. Die Premißre von Karl Schön- HerrsGlaube und £>eiinatfl findet am Dienstag, 24. d. Alls., statt. 9115 Feiloorslellung zu Kaisers Geburts­tag am Freitag, 27. Januar, iitMinna von Bornheim" gewählt worden und diese Aufführung von Lessings ewig jungem Lnstspel dürfte besonderen Reiz dadurch gewinnen, daß die ausgezeichnete Naive des Darmstädter Hoftheaters Fräulein Käthe Gothe an diesem Abend als -Franziska" gastieren wird.

Landkreis Gietzen.

r. Londorf, 16. Jan. Zu dem an Pfingsten d. Js. tattfinbenden Gesang wett streit des Gesangvereins Frohsinn hier wird im Festausschuß fleißig gearbeitet. Gestern traf ein von dem Gcoßheizog Ernst Ludwig gefluteter Ehrenpreis hier ein. Es ist ein in Silber getriebener, prachtvoller Pokal mit enlsprechendev Widmung, innen ver­goldet und reich verziert. Rian ist ernstlich bemüht, einen Wettstreit zu veranstalten, der in allen seinen Teilen streng reell durchgeführt werben soll. Den Vorsitz im Festausschuß führt das aktive Mitglied des Vereins, Bürgermeister 9lumann h»er, der auch gern Interessenten Aliskunst erteilt.

= (9 ö 6 e 1 n c o b, 16. Jan. Anläßtich bes Hinscheidens des Reichs- und Landtagsabgeordnetcn Philipp Köhler sei noch mitgeteilt, daß er sich auch um Göbelnrod sehr verdient gemacht hat. Demi nur Köhler Haven wir es zu verdanken, daß wir eine Haltestelle erhalten haben . Nachdem das Gesuch der Gemeinde wegen Errich­tung einer Hallestelle bei der Eisenbahnöetriebs-Fns pektion mehrmals abgelehnt worden war, wurde Köhler um Hilfe gebeten und er war es, Her durch Fürsprache beim preußischen Eisenbahnminister erreichte, daß die Haltestelle genehmigt wurde.

-g. Hungen, 16. Jan. Der Turnverein bot mit seiner gestern abend im Saal derTraube" veranstalteten theatralischen Abendunterhattung Jemen zahl­reichen Mitgliedern einen recht genußreichen Abend. Zwei flotte Einakter wurden aufgefüyrt und ernteten die Mit­wirkenden durch die vorzüg^icye Wiedergabe lebhaften Bei­fall. Ebenso fand ein Couplet freundlichen Anklang. Tanz­vergnügen bildete den Schluß der schön verlaufenen Ver­anstaltung.

Kreis Alsfeld.

Atzenhain, 16. Jan. Unter den ältesten Einwohnern unseres Ortes befinden sich auch noch zwei Veteranen von 18 48/4 9. Es luto dies oer öctaprige Heinrich Müller L und der 84 jährige Heinrich Kneipp II. Ein anderer alter Ein­wohner ist der 87 Jahre alte Johannes Rahn. Rahn und Kneipp versehen noch landwirtschaftliche Arbeiten. In unserem Dorf wurden 1910 zehn Kinder geboren, sieben Ehepaare getraut; gestorben ist niemand.

Nicd er-O hmen, 16. Jan. Die neue Drahtseil- baljn, bic von der großen Eisen,winwäsche bet Busfeld bis an unser Dorf führt, ist vollendet. Sie ist nordöstlich vom Dorf durch den neuen Verladeplatz an bic Bahnstrecke GießenFulda cmgeichlossen. Hierher soll auch unser neuer Bahnhof gelegt werden.

Kreis Schotten.

V Laubach, 16. Jan. Die Konzert- und Vor- r a £ 5>? c r ml -n 19 u n 9 ^tte zu ihrer 2. Veranstaltung gestern abenb den Prwatdozenten Dr. Theodor Koch- Grünberg aus öreiburg i. Br. zu einem Vortrag überD i e Kultur der ? 11 k ttii x< 0 ,u e Ü.& c a, i l i e n d" gewonnen. Im Auf- tcag bes Kgl. Museums ,ür Völkerkunde in Berlin, an dem der £ortra9cnbc früher tätig war, hatte er von 1903 bis 1905 eine »yoischuiigsreiie in das Gebiet des Rio Negrv, des oberen Ama- jpucnl romö unternDnimcn. In sehr, interessanter und anschau­licher Weise schilderte der Redner mitte zahlreicher guter Licht-

büber das Leben, Sitten und Gebräuche der einzelnen Jndianer- ftämme, sowie das so gefahrvolle Passieren der Flüsse und Strom- schnellen in diesem Gebiet. Mit seinem Verständnis,-hat er in monatelangem engen Verkehr mit dem braunen Volk igre Eigen­art erforscht nub in so gutem Einvernehmen mit ihnen gelebt, daß er sie seinebraunen Freunde" nennt. In diesem Jahre gedenkt Herr Dr. Koch seine dritte zweijährige Forschungsreise nach Süd-Brasilien zu unternehmen. Ter Vortrag hatte sich eines besonders zahlreichen Besuchs aus unserer Stadt und Grün­berg zu erfreuen und reicher Beifall wurde dem Redner gezollt, der vor 20 Jahren Schüler des hiesigen Gvmnasillms war.

«startenburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 15. Fan. Das Großherzogs- p a a r wohnte mit Gefolge heute crbend der I u b i l ä u m s - Sitzung der Narrhalla bei, zu deren Einleitung ein humoristtscher EinakterFausts Bekehrung" von Che- lius zur Aufführung kam. Zn dieser Jubiläumssitzung waren viele auswärtige Deputationen erschienen, die Glück­wünsche überbrachten. Die Sitzung nahm einen schönen Verlauf.

-o. Mainz, 16. Jan. Einen schrecklichen Tod auf den Schienen fand heute nachmittag der etwa 18 Fahre alte Sohn des pensionierten Eisenbahnbeamten Frei aus Heidesheim. Der junge Mann war hier am Geleise bei der Kreuzung der Strecke Wiesbaden und Bingen-Alzey beschäftigt, als der Kölner Schnellzug die Stelle passierte, dem er ausweichen wollte. Dies tat Frei nicht rasch genug, die Maschine erfaßte ihn und warf ihn mit solcher Wucht auf eine Schiene, daß der Schädel in viele Stucke zer­sprang, was natürlich ।einen augenb.i.klichen Tod zur Folge hatte. Ueberfahren wurde der Mann nicht. Frei war erst vor ganz kurzer Zeit bei der Eisenbahn in Arbeit getreten.

Märkte.

Gießen, 17 Jan. 9)1 art tu erteilt. Auf heutigem Woelieir- maikte tollere; butter pr. Md. 0,901.00 Mk., Hühnereier 1 St. 1011 Mg., Enteneier 1 Stück 0 Pfg., Käse pr. St. 68 Pi., Kasematte pr. St. 56 Pfg., Tanden pr. Pr. 0,801,00 Ml., Hühner pr. St. 1,001,60 Mk., Halmen pr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. St. 1,802,20 Mk», Gänse das Pfd. 7580 Psg., Ochsen- fleisch pr. Pfd. 8492 Pig., Dthibrieifct) pr. Pfund 84b8 Psg,. Kntifleisch 70 Psg., Schweinefleisch pr. PinnO 8096 Psg., Kalv- fleisch pr. Psd.'7680 Psg., Hammelfleisch pr. Pfd. 6084 Pfg., Kartoffeln Pt. 100 Kg. 7.50 vis 8.u0 Mk., Weißkraut das Stuck 20 bi§ 30 Pfg., Zwiebeln per Ztr. 5,006,00 Mk., Milch das utter 20 Pfg., Birnen per Psd. 15-20 'Mk., 9lepfel per Ztr. 10 bis 15 Alk., Ansse 10U Stück 5060 Pfg., ver Ztr. 0-00 'Mk., Bohnen ver Pfd. 0000 Pig Marktzeit von 82 Uhr.

fc Frankfurt a. M., 16. Jan. (Crtg.-ieiegr. desGieß. Anzeigers".) K a r t o f f e i m a r k t. Man notierte: Kartoffeln ui Waggons Pik. 6.0.6.50, im Kleinhandel Mk. 7.508.u0 für je 100 Kg.

k.6 Wiesbaden. Viebbo^-Marktbericht vom 16. Jan. Auürieb; Rinder 83 (Ochsen 53, Kühe 30), Kälber 38, Schafe 30, Schweine 385.

Tendenz: Rinder ruhig, Kälber und Schafe mittelmäßig, Schweine tuyig. Preis Durch-

pro luu Pfd. fchnulspreis Redend, --.vtachl- pro 100 Pfund

O chs en. von-bisvon-bir Xicoe fte'vu^tta <1

Lollfleischige, ansgemaslete, höchsten

Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 4649 8486 47 85

Zunge, fleischige, nicht ausgemäsiete und

ältere ausgemästete 4345 8384 44 83

geuahrte junge und gut ge­

nährte ältere . . . ..... 3943 7883 41 80

Ungejochte 4750 8587 48 87

Färsen, Kühe.

^onfleildjige ausgemästete Färsen höchst.

Schlachtwertes ....... 45-50 8287 47 84

PoUnenchrge ausgemästete Kühe höchst.

Schlachtwertes bis zu 7 Jahren. , 3740 71 72 38 71

jieliere ansgemaslete Kühe und wenig

gut entivictelte stiugereKühe u. Für,en 3236 6469 34 66

M a L b e c.

Feinste 9)!ast- iVollnnlchmast) und beste

Saugkälber 60-65 100-108 62 104

Mittlere Mast- und beste Saugkälber . 5660 94100 58 97

(Geringere wcast- und gute Saugkälber 52-55 87 96 53 91

Geringere Sangkälber . . .... 4060 8084 49 83

Schafe.

Weidemastschase 40-00 80-00 40 80

Schweine.

Bollsleifchige Schweine bis zu 2 Zentner

Lebendgewicht ....... 5254 6769 53 68

Pollfteijcmge Schweine über 2 Zentner

Lebendgewicht 5254 6769 53 68

tzollfleychige Schweine über 2'/, Zentner

Lebendgewicht 5100 6600 51 66

Fleischige Schweine unter 80 kg Lebend­

gewicht ... 5100 6600 51 66

Ueberstand : Rinder Ueberstand, Kälber unb Schale ausverkaust, Schweine langsam geräumt.

Kartossetmarkt-Bericht vom 16. Januar 1010. Dort­mund: Magnum boiium 3.00-0.00, iveiße runde 2.500.00, Gelbsleischige weiße 0.0U0 00, rote 9)ik. 3.900(0. Köln: Rote Sorten 'Mk. 2.450.00, Magnum dounm Mk. 2.9r3.05, weiße rnude Alt. 2.503.20, Gelbfletichtge rote 9)tt. 3.403.45, Gelb- fleischige weiße 9)1 f. 3.50. Krefeld: Role Daber Alk. 0.00, andere rote Sorten 0.000 00, Magnum bonrnn Mk. 2.90 bis 3.10, Gelbfleischige rote Mk. 2.90-810, weiße Alk. 2.90-3.10. Plaidt: Rote Dover 0.000.00, andere rote Sorten 0.00 bis 0.00, Aiagnum bonum 3.0U0.00, weiße runde 3.00, Gelbflelfchige rote 3.30-0.00, weiße Mk. 0.00O.bO. Regensburg: Rote corten 2.100.00, Alagunni borutm Alk. 0.00O.uO, ivetße runde Alk. 0.ciO0.00, Gelbfleijchige blaue 0.000.00, weiße Mk. O.uO0.00, (Alles für 50 Kg.f

"" " " 11 11 -J................

Meteorologische Beobachtungen der Station Siehe».

Jan.

1911

p»st?nqsr o0 inv

Temperatur der Lllst

Absolute ' Feuchtigkeit

Relative | Feuchtigkeit,

Wind­richtung

Windstärke 1

Grad der Bewölkung in Zehniel der sichid. Himmelsfl.

Wetter

16. 2

761,8

-3.3

3,3

91

W

2

8

Sonnenschein

li.. 9*

764.7

1.8

3,8

96

NW

2

10

Beo. Himincl

17.| 7"

766,7

- 1,0

4,3

98

W

3

10

e

W 9li

chlle T eb eigne

empera

uv a

m 15.

, 15.

n5 16.

. 16.

Ja

mar

0,80.

12,2C.

Zwei interessante Urteile!

Meine stron, welche sehr blutarm war, hat seit März 4 Pakete Bioson oervrauchl. -tait mglidte Quantum mürbe so gewählt, baß ein Paket ca. 4 Woche« reiditc. Mit bet Wirkung des Btosvn waren wir sehr zusneben, bemi her Appetit welcher sonst sehr mintntal war, bcfiertc sich, ebenso wurde baS AUge>netnbefinden merkltL bester. Das Körvergewicht bat ca. 34 Pfund zugenommen. Meine Frau bekam cm irisches Aussehen unö fühlt sich jetzt körverttch sehr geträftint. Dabei finden wir das Bioson sehr wohl'clnncckend. Meiner Frau lüuxbe Bloson von» Arzt verorbnet. Auch meine Schivägerin hat Bloson längere Zeil gebraucht unb sehr gute Resultate erzielt Die ist daransbt« trhtiiß geivorben und hat an Körpergewicht erheblich angenommen. -Lvrolkhösel. Str. Schwelm, 30. Juiti 10. I o h. 9tose, Techniker. Unterschrift beglaubigt: Die Poltzeloerwaltung. Btoion ist bas bette und billigfte Nähr^ unb Kräftignngsiniltel; erhältlich in Apothetcn, Drogerien usw., Paket lzirtä '/, Kilo) Aik. A. (b/it