Ausgabe 
17.1.1911 Zweites Blatt
 
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161. Jahrgang

Zweiter Blatt

Nr. 14

Erscheint K-Nch mit Aufnahme tes Sonntag.

Strasse 17

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^Journal.

Mbnln.

eigenen Aufgab n.

Bismarck hat seine ^hirgoBc gelöst. Er hat uns ein Vater-- land geschaffen und es so gestaltet, das; wir hoffen dürfen, cs werde allen Stürmen der Gegenwart und der Zukunft trotzen. Aber dabei wollen wir eins nicht vergessen. Tas; BPmarck solches vollbringen konnte, dafür schulden ivir nicht blvtz ihm Dank/ sondern auch seinem kaiserlichen Herrn, als dessen treuen deutschen Diener er sich selber bezeichnet hat. Wir alle können uns Zeiten denken, in denen auch ein Bismarck nichts vermögen würde, aus dem einfachen Grunde, weil ihm kein Raum gelassen wird, etwas zu vermögen. Kaiser Wilhelm I. hat Bismarck stets jeglichen Svielraum zur Betätigung aller seiner großen Fähigkeiten ge­lassen. Mit unerschütterlichem Vertrauen hat er an seinen Kanzler gehangen, nicht selten die eigene Meinung in Selbstverleugnung hinter die des genialen Mannes zurücktreten lassen. Er hat Treue mit Treue und niemals versagender Dankbarkeit vergolt?n. Und wenn ich Sie nun auffordere, dem Andenken des großen Kanzlers ein stilles Glas zu weihen, in Erinnerung an eine ruhm­reiche und schöne Vergangenheit, so beugen wir uns' damit zugleich in Ehrfurcht vor den Manen Kaiser Wilhelms I.

Die sich anschließenden, vom Chor gefundenen Volks­lieder von Silcher,Ter Schweizer" undDer Soldat",

Begleitung formvollendet vortrug. Dann yrei tüls-Professor Dr.iR 0 l 0 f f eine, die Bedeutung Gründung entsprechende Festansprache

Run noch eins: Lange hat unser Voll gelitten unter dem Druck der wirtschaftlichen Verhältnisse, und mchr ohne eigene Schuld. Auch das ist besser geworden, nicht nur durch nutzere Umstände, sondern auch durch unser Verdienst. MU Stolz dürfen

Die Reichrgröndungsseier in Sieben.

Gießen, 16. Jan.

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DieSiebener ZomMendlätter" werden dem Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt fflr den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

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Es sind nicht immer Gefühle der Freundschaft, die ausgelost werden durch die Erkenntnis dessen, was wir als Nation geworden Und. Ter Hellseher Moltlc hat schon vor jetzt 36 Jahren Wirte geprägt, die kein Deutscher vergessen sollte. Trifft es nicht auch )cutc noch zu, wenn er damals tif-einer Reichstagssitzung tagte: Was wir in einem halben Fahr mit den Massen errungenl 'aben, das mögen wir ein halbes Jahrhundert mrt den. Waffen schützen, damit es uns nicht wieder entrissen wird. Denar darüber dürfen wir uns keiner Täuschung hrngcbcn: Wir haben eit unseren glücklichen Kriegen an Achtung überall, an tiebe nirgends gewonnen." Für die uns als Natron nicht ent­gegengebrachte Liebe müssen wir Deutsche Ersatz suchen, und den t'ann jeder in sich selbst stellen. Schützen wir vor allem dm Ehre des deutsckpen Namens, wahren wir die lang ersehnte, ?ic endlich erreichte Einheit der . teutscheii Nation. Muß es nicht jeden Patrioten mit Trauer erfüllen, wenn er sehen muß, ^ es heute immer lioch Deutsche gibt, die so wenig kritisch veranlagt sind, um alles bei uns bemängelnswert, alles dagegen im Ausland gut und schön zu finden, die für ihr Vaterland, denen Schutz sie genießen uitd dessen Einrichtungen src nch zunutze machen, ivenig oder gar nichts, für das Fremde dagegen lehr jicl übrig haben. Für derartige Deutsche haben unsere Vater ihr Bestes nicht hergegcbeu. Die, dieses stattliche Haus nut Bbut und Eisen gebaut haben, sie haben einen ,A n spr ach :arauf, daß wir Nachkömmlinge das bewahren, was Ire geschahen, und das weiter ausbaucn, lvozu sie den Grundstein gelegt Haden.

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^ocketr. 12

Dienstag, 17. Januar 1911

Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen UniversüätS - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Dießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: e^sjol.

Redaltion:^KI12. Tel.-Adr.: Anzeiger Dreßen.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesjen

Die Fürsten, Staatsmänner und Heerführer, die Deutsch - land's Einheit in jener großen Zeit begründeten. Und nichv mehr. Ihre verehrungswürdigen Gestalten ziehen heute wieder einmal an unserem geisttgen Äuge vorüber.Gedenke, daß au ein Deutscher bist", rufen sie uns zu. Viele, die ihre Mitstreiter waren, sind in der Zwischenzeit gleichfalls zur ewigen Ruhe eingegangen. Einer voii ihnen sprach vor nunniehu 15 Jahren als damaliger Provinzialdirektor der Provinz Ober- Hessen von diesem Platz über dasselbe Thema zu Ihnen wie uh heute. Mit den gleichen Worten, mit denen er ferne Ansprach« öeenbete, möchte auch ich heute schließen: Deutschland, Deutschland über alles! Unser Vaterland es lebe hoch, hoch und immerdar hoch!

Dem gemeinsamen Gesang vonDeutschland, Deutsch­land über Alles" folgte der ChorDas treue deutsche Herz' von Otto, worauf der Rektor der Laudesuniversität, Gel). Justizrat Prof. Dr. Bi er mann, das Gedächtnis B is ­marcks durch folgende, gedankenreiche Ansprache ehrte:

Zeitung einen Artikel verosfenlrchte, derwohldurch diegesamte in- und ausländische Presse ging und ter vrellercht recht vielen Deutschen erst die Augen darüber geöffnet hat, wie sich das Deutschland von vor 40 Jahren heute den Augen der erstamiten Welt darstellt Dem Fremden scheint innere industrielle und finanzielle Entwicklung geradezu- verbMfMid.weist!daraus bin daß die Bevölkerung m den letzten 30 Jahren von 4o Mil- lionen auf 65 Millionen gesttegen ist. Nach semer Ansicht haben wir uns aus einem, damals säst nur Landwirtschaft treibende. "-.Land in ein Gebiet mit erftaunhc6er^nbuftrieHer^ti9reit umge» Die sandelt. Er sieht inneretnationale Industrie mi..RiesmEr^

Aks vor 15 Jähren zum 25 Mal der Tag der Wied er - mrfrichtung des deutschen Kaiserreichs sich jährte, feierte ihn die Gießener Bürgerschaft durch ein Fest und einen Sommers. Es lag nahe, in diesem Jahre, in dem wir ans vier Jahrzehnte lang der Segnungen des neuen deut­schen Reiches erfreuen dürfen, ebenfalls eine Gedächtnisfeier zu begehen und es war eine dankenstverte Anregung des nationalliberalen Vereins, im gleichen Sinne und in gleicher Art eine solche Syrier zu veranstalten. Der unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Mecum zu diesem Zweck gebildete Festausschuß, dem Vertreter aller Kreise ange­hörten, fand die freudige Unterstützung aller Vereine und Einzelpersonen die er darum ansprach und so konnte Gießen »nie Feier begehen, würdig der Stadt und würdig der Sache, der die Feier galt. ,

Das Kriegerdenkmal und die Veteranentafelii int alten Hathaus trugen 'entsprechenden Schmuck und auch zahlreiche Gebäude hattenFlaggenschmuck angelegt, damit auch äußer­lich die Bedeutung des Tages kennzeichnend. Den ersten

och dc« 18.

TerIorstao^. ngverein ^Heiterkeit.

elpiad-Clöti;

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Eine Feier der Reichsgründung ist iwtwcndig eine Feier der Erinnerung an Bismarck, eine Feier der großen Tat notwendig eine Feier dessen, der die große Tat vollbracht hat, der uns! das Reich geschaffen, und so geschaffen hat, daß es heute keinen Zurechnungsfähigen in ganz Deutschland >nehr gibt, der den heu­tigen politischen Zustand mit demjenigen vor der Reichsgrün-- düng vertauschen möchte. Bismarck erfüllte den Traum ter Besten der Ration und setzte ihre Ideale in Wirklichkeit um. Und er war der Mann dazu, die ideellen und die materiellen Kräfte des deutschen Volkes zusammenzufassen zu einem großen und hehren Ziele Denn er war selber der Typus des deutschen Mannes. Ein leidenschaftlicher Mensch, groß in der Liebe, aber auch groß im Haß Ein Mann von durchdringendem Verstände, von nie ermüdender Energie, ater batet von reichem Gemüt, von großer Jartheit der Empfindung, ein musterhafter Gatte und Vater. Von unerschütterlicher Treue gegen seinen Kaiser und Kö­nig, aber von einer Treue, die mit ebensoviel Stolz unbl Selbst­achtung gepaart war. Ein Recke an Gestalt, ein Recke aber auch an Seele, durchaus vergleichbar den Heldengestalten ter alten deutschen Sage. Ein Mann aber auch, der in seiner. Person eui Menschenlos darstellt, der, nackrdem er Träger einer fast mi- umfchränkten Macht gewesen war, am Ende letitcr Tage outen, jähen Sturz erlitten und menschliche Schwachheit und mensch­liche Undankbarkeit in reichem Maße erfahren hat.

Bismarck hat das Reich nicht nur gegründet, er hat es mehr als zwei Jahrzehnte lang geleitet, und dieser Zeit ten Stempel seiner großen Persönlichkeit auf'gedrückt. Und so ge­waltig, so beherrschend war sein Einfluß, daß die Generation, die in den 70 er und 80 er Jahren tes vorigen Jahrhunterts iung war, nicht eigentlich liberal und nicht eigentlich konservativ, sondern eben bismärckisch war. Es will uns heute scheinen, als wenn darin nicht unbedingt ein Glück lag. Die Indifferenz gegenüber politischen Prinzipien, die Unklarheit und Verschwom­menheit des politischen Denkens, die politische Jnteressenlosigleit, die wir heute gerate bei den g.bild ten ^och di: n der Nation wahr^ nehmen und doch wohl bedauern, stammt vielleicht zum Teil daher. Die bismärckische Politik bezeichnet man gemeinhin als R alpolitck- das will besagen, daß sie eine Politik war, die stets das Er­reichbare, das zur Zeit Beste crsttebte, nicht ein mehr oder Minter phantastisches Ideal zu verwirklichen suchte und Programme, auch Parteiprogramme, nicht zur Richtschnur des Hantelns nahm. Eine solche Politik kann nur dann Erfolg haben, wenn sie ver­bunden ist mit einer durchaus klaren und völlig erschöpfenden Kenntnis aller tatsächlichen Verhältnisse, auf denen sie sich auf­zubauen hat, und mit der sicheren Auffindung der Mittel, mit denen man diesen tatsächlichen Verhältnissen gerecht werden kann. - Und wenn man so häufig in späterer Zeit eine Rückkehr zur Bismarckschen Politik empfohlen hat, so hat man damit wohl mehr verlangt, als man billigerweise verlangen durfte. Denn diefe Politik erforderte eben einen Bismarck, und der stand- mals wieder zur Verfügung. Und bann darf auch Folgendes nicht übersehen werden. Die Bedeutung ter Bismarck'schen Politik liegt ja gerade darin, daß sie die tarsächlichen Verhältnisse, die Machtfaktoren jeglick;er Art aufs genaueste in die Rechnung ein- stellte. Wer aber wollte leugnen, daß sich diese tatsächlichen Ver^iltnisse seitdem in entscheidenden Beziehungen geändert haben?

Wenn wir auf unsere heutigen Verhältnisse blindlings Bismarck'sche ; Maximen und Aussprüche anwenden wollten, >'o würden wir - damit gerade keine Realpolitik treiben und so unbismärckisch wie möglich handeln. Jede Zeit hat ihre eigene Sorge und ihre

auf den Schlachtfeldern gebracht werten mußten; ater btt Trauer wurde gemildert durch den Freutenruf: wir sind befreit von vielhundertjähriger Erniedrigung und Verirrung, befreit von den Schranken, in denen wir zu verkümmern drohten; wir haben ne zerbrochen mit eigener Kraft, und wo ist nun ter, ter sie uns wieder aufzwingen mag! .

An uns ist es nun, sestzuhalten und weiter auszuba^n, was unsere Väter und Großväter errungen, und unser Fest gibt Anlaß zu ernsten Entschlüssen für die Zukunft Der politische Kamvs unserer Tage ist recht geeignet, Verwirrung zu erzeugen Jedes große Staatswesen hat große und immer neue Aufgaben zu erfüllen; bei ihrer Lösung stoßen Jitteressen und Meinungen hart aufeinander, und unser Volk hat eine strenge Probe feiner politischen Reife zu bestehen. Da möge ter heutige Tag uns erinnern asn das Große und Gute, das uns cuugt, nnb ui allem Streit der Leidenschaften möge die Erinnerung als lau­terndes und erlösendes Moment einigend wirken. Und wie nur unseren Besitz nicht durch inneren Unfrieden uns verkümmern lassen, so wollen wir ihn auch gegen Zerstörung von außen wahren durch Erhaltung des Friedens unb zu diesem Zweck durch starke

Vergangenheit. ,

Ich brauche Ihnen diefe Vergangenhett nicht zu schildeim.

Zwar sind inzwischen neue Geschlechter herangewachfen. Tu, wanocii. |ta,i «5W..V -v---'-

.'braten, die an den Siegesdepeschen von 1870 ihre ersten Leie- vorwärts schreiten. Sei dochZahl der beschäftigten. Arbeiter Übungen machten, die damals mit fliegenden Fahnen undDie bei uns in 25 Jahren von nind 7 ,4 Millionen ans rund 14 4 Mtt- Wacht am Rhein" singend unsere Straßen durchzogen, haben in- lionen gesttegen. Unfere Ein- und Ausftchr^ die im Jahre tvvu zwischen die Höhe des Lebens überschritten, und schon ist bie nnü) 5 M ill iarden betrug, belief sich .^nepL9f?9^T ^ ^äe .weite Generation zu Männern herangereift; von denen, welche 15 Milliarden. Die, Zahl und ^To^ngetelt ter ^unsere Üe Trübsal jener Zeiten am meisten gekostet haben, ist die tzäftn einlaufenten ^ine ttt m den letz^ -8 Zähren um rund Mehrzahl schon heimgegangen, dankbar, daß sie den Anbruch»der WO $103 ent i-urTb ^00

besseren Zeit noch erlebt Üben. Ater in uns allen lebt doch m Handelsmarine haben sich iu 19 Mren um runb.400> $roiait voller Sttirke die Empfindung für die damalige Sage imieres und ihr Tounengehalt wgar nin rund 1000 Ao^ent wnanehrto Vaterlandes. Unser tüchtiges Volk hatte vor nahezu 100 fahren Eingelegt waren bei unseren putschen Sparkafien un^^ahre1880 bas fremde Joch abgeschüttelt. Es hatte auf dem Gebiete des rund 2i/2 Milliarden; un Jahre 1910 find es wahrfcheml^ Geistes eine wunderbare Höhe mietet erstiegen und sing an, rund 16 Milliarden aewe'en. qaWpyt ririimPn

aus langer Verarmung sich zu erholen. Aber es konnte die po- Tas sind ia nur wenige von vielen Zobll^' 'uan br 1 g I'tische Form des gemeinsamen Lebens nicht finden. Daher außen töuntc aber fies d)on bewemu den rmgeahn^n uff W S Ohnmacht und Zurücksetzung auf allen Gebieten: innen Druck, Deutfchlands nn Z^sleich Mit fimhei 'vu un^ >o mtw.

Verkümmerung und Vergiftung des öfentlichen Lebens. konnten, ist eme feimnigenfAafMcncr groBen Tage, d sollen

Tann kamen jene großen Wentepmikte; zuerst die entfte Aus- kehr wir nach ^O mhdr oriebe^ sestbalten an

-inandersetzung .im Innern, uiib dann die große äußere Gefahr, uns deshalb strÄt ^berhetei^Wir '^llen ab^ festtelttn a^

die alle Grenzeii verwischte und alle Kräfte zum gemein, amen dem, was uni crc,n^rMu.9 "

Widerstand sammelte. Wie atmeten wir damals auf, als sich das, was so glncklich begonnen yo öen iiL Su nmi]auiD in

zeigte, daß aller Druck unb alle Trennung und alle Verbüß Zukunft 'Äutzcn wa- beu ä: Meü imb tomjir ÄleiB aus terung das Gefühl unseres Volkes für ferne Einheit und Grötze unfereni Vaterland iM^au e ter ^r-ehnte gemach> Y , und nicht zerstört hatten, daß Fürsten und Völker einmütig zusammen wir. wollen Kloben tes^ Reich seme Einrichtungen und feine standen! Wohl beklagten wir wieder die furchtbaren Opfer, dielBerfasfung allezeit hoch xu hauen.

bereinigte eine sehr zahlreiche Festversammlnng in bem baß ^ed es Volk das chm ^^^s ihm'lebS Geschick er^ mit Fahnen und Blumen fehr schon gefchmuckten großenl Umer Heer bat vor 40 Jahren das Fundament für

Saal von Steins Saalbau, den man durch den kleinen Saal Deutschlaiid geschaffeii unb deutsche Fürsten haben un

vergrößert hatte. Den gesanglichen Teil des Abends hatte Europas mit dem Kaiser an der Spitze eure Macht ge-

-'n Ma s sencho r übernommen, dem Sänger der Gesang-1 Gilbet, die, ohne selbst eine erobernde zu sein, bis heute ,0 stark vereine Bauerscher Gesangverein, Burgergesellschaft, Ge- geblieben ist, daß sie chren Nachbarii den Kriegv^bletcn kmurte^ mütlichkeil, Harmonie, Heiterkeit, Liederkranz, Maschinen- Was Kaiser Wilhelm I auf tem e r st c n d e u * / enReichsttig dauer-Gesangverein und Sängerchor des Turnvereins unter am 21. Marz als Wunfch «ussteach, ist m^Ewitt g g Leitung des Herrn Franz Bauer angehörten. Die Musik gangen

wurde gestellt von der Kapelle des Infanterne-RegimentS die- deuttche geführten Reichskrieg ist ein nicht

.ikaiser Wichelm unter Leitung des Herrn Ober-Mufikmeisters gio^cher Reichsfrieden gefolgt und das Volk hat die Löb er. Ausgabe, sich im Wettkampfe um die Güter des siedens als

Mit dem stimmungsvollen, vom Orchester gespielten Sieger zu erweisen, seither glänzend bestanden.

Einzug der Gäste auf der Wartburg" aus Wagners Tann- Wir Deutsche siiid nur zu oft befangen demgegenüber, was Häuser begann die Feier, worauf Oberbürgermeister Me- unser Vaterland leistet. Wir find wohl immer noch zu sehr Neu- XTÄbe Apache Dielt:' un^mit u. «ta

Liebe Mitbürger und Feftgenossen! um uns defsen mit aufrichtigem Stolz bewußt zu fern, was wir

Mit herzlicher .Freude begrüße ich Sie bei unserem Feste, geworden sind. Das Deutschland einst war, sagt uns die das aus Ihrer Mitte angeregt wurde, unb danke Ihnen, bay Sie ^schichte; was Deutschland jetzt ist, können wir uns felbft jo zahlreich erschienen find. Der Mangel eines größeren Saales! s^gem Es müssen aber iit Wirklichkeit nur oft anbere an unsere machte es zum lebhaften Bebauern des oortereüenten Ausschuf,es Stelle treten. Ein Franzose war es, der erst kürzlich in einer Pari,.'r uimwglich, alle Wünsche nach Einttittskarten zu befriedigen, fo test' - ^ ..... .

leider mehrere hundert unserer ^Mitbürger nicht mehr zugelassen werden founten. '

Die außerordentlich große Beteiligung beweist, wie sehr luiferc Stadt und unsereBürgerschaft am großen denttchen Vaterlaiite hängt, und daß die Muttere Erinnerung an die Männer, die es mit ihrem Blut geschaffen Mbat, unaustilgbar bei uns fort­ff ebt, die dankbare Erinnerung an die Befreiung aus trüber

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Teil der Fettr hatte man in das wir sagen, wir sind tüchtiger geworden in der Arbeit. Kein Volk

Stadttheater aber kann sich bauernb groß erhalten, wenn es in der ürvett

be-legt, das den wärdigcn Nahmen abgab. Früh schon füllte -Eg-Ht. uns her d°ut.g° Tag. iuchNg ,u

es sich mit einer patriotischen Feswerfamnrlung, in der Entschlüsse: unsere Errungenschaften zu wahren

außer den Spitzen der Behörden alle Kreise der Bevölkerung ^rch Einigkeit in der Liebe zum Vaterlante, durch friedlichen vertreten waren. »Punkt 11 Uhr begann die Feier mit der Sinn und durch Tüchtigkeit in der Arbeit feiern nur unser p-eft Vorspiel zu den Meistersingern von R. Wagner, jn dankbarer Erümerung an die Vergangenheit, in aufrichtiger das unsere Reqimentsrnusik unter Leitung des Obermusik- Freude an der Gegenwart und m froher Hoffnung °uf die

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um formvollendet vortrug. Dann hielt Universi- und der Vorschlag des Oberbürgermeisters .R e c u m, uuiiing der Reichs- Kaiser und Großherzog Huldigungsielegramme zu schmen, orunvung erufpreafenoc ^efianipLuuje.Die Bevölkerungs-! sand lebhafte Zustimmung, ^ann sang er hör us f un zahl und die materielle Wohlfahrt wuchs außerordentlich, mungsvolle Tankgebet aus Kremsers altniederlandifchen es gelang, eigene Kolonien zu erwerben und durch die Volksliedern in vollendeter Weife.

dort tätige Mission wurde auch das religiöse Leben in <$ie von Provinzialdirektor Dr. Using er gehaltene Deutschland günstig beeinflußt. Dem Heros Bismarck ist Rede auf das Vaterland hatte folgenden Inhalt: cs gelungen, die Auseinandersetzung mit Oesterreich und Deutschland einst Teutschland jetzt! Vergangenheit unb dann die schwierige Frage der Macht Verteilung iin Bundes- müssen in Vergleich gesetzt werden, wenn wir, die

rat in>'glücklichster Weife zu lofen. Die von ihm in Deutsch-1 Epigonen, heute richtig beurteilen wollen, was sich vor fetzt

land eingeführte Regierungsform ist die des gemäßigten 4() Qa§TC!t ,n ber Weltgeschichte abgespielt hat. Das Ende einer 'lonstitutionalismus. Durch die Einführung des all- jahrhundertelangen Prüfung für Deutschland war da bas Enoc

verneinen gleichen Walilrechts bei den Reichstagswahlen einer Zeit, an die uns, wie Moltte einst sagte, heute noch die

wurde zwar der Bevorzugung materieller Forderungen großen Trümmer am!fterfar, am Wui unb tief intes>Unb^hinein Vorschub geleistet, aber dadurch der Aufschwung auf allen als bleibende Tenttnaler nnierer ^nstt^n Schwache nnd d - ZÄ3L nicht ansgchaltcn unb - Ä Zukunst ÄÄ

deutschen Volkes braucht man nicht beforgt zu sein, wmrn ! Führung seiner Fürsten unb ber besten feiner Söhne ans is auch fernerhin nach Goethes Wort handelt; das aberAusschmck König Friedrich Wilhelms IV. von ist der Weishett letzter Sckjluß:nur der verdient die Frei- Preuslen wahr zu machen, daß eine Kaiserkrone nur auf dem l)eit und das Leben, der täglich sie erobern muß." Schlachtfeld errungen werden könne. Sie zogen Humus zum

kungsvoN zu Gehör brachte. Dasein gelitten und gestritten, als das deutsche Volk; nun komme

Ter Fcstkommers am Abend bie Zeit, wo es an sich bie Wahrheit de^,Satzes bewegen könne,

k bed Volk tes ihm gebührente Geschick erringe ober erleide.

is deutsche Volk hat das ihm gebührende Gefchick er-

organa.

Mittwoch: suppe, llfleisch mit Kraut.

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