Das verMerungsgesetz jur Angesteole.
Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht den Entwurf des Bcr- stcherungsgefetzcs für Angestellte. Danach werden für den ö-alt der Berufsunsähigteit und des Alters sowie zugunsten Hinterbliebener int vollendeten 16. Lebenslahre vcmchert AngesteUt. in leitender Stellung, Betriebsbeamte, Werkmeister und andere Angestellte in einer ähnlich gehobelten oder höheren Stellung ohne Rücksicht auf die Vorbildung, wenn diese Bejchästlgung den Hauptberuf bildet, Landlungsgehilfert und Lehrlinge, Gehilfen und Lehrlinge in r'lpolhelen, Bühnen- oder Orcheüermttglteder ohne Rücksicht mir den Kunstwerk ihrer Leistungen, Lehrer und Erzieher, aus der Tchiffsbesahuitg deutscher See- und Binneinahrzeuge Kapitäne und Offiziere des Tert- und Maschmendieustes, des Verlehr- und Maschinendienstes, Verwalter, VerwaltitngsaNiiten- ten und die in ähnlichen ober in einer höheren Stellung befmo- lichen Angestellten. B o r a u s s e h u n g i )t, d ach das G c h a l l 50 00 Mark n i ch t üb cr st ei g t und das f e ch z i g st e Lebensjahr nicht vollendet i st. Wer ans versrcherungs- pflichtiger Beschästigung ausschcidet und milchestens 60 Monats- beiträgc erreicht hat, kann die Versicherung freiwillig fortfetzen oder, falls er 120 Monatsbeilräge entrichtet hat, die erworbene Anwartschaft durch die Zahlung einer Anerkeunungsgebuhr sich erhalten. Nach Höhe des Jahresverdienstes werden neun Gehaltsklassen gebildet. , . „ r .
Gegenstand der Versicherung wird fern N u he gelb und Hinterbliebenenrenten. Ruhegehalt erhält der versicherte mit der Vollendung des 6a. Lebensjahres als .Herabieizung der Arbeitsfähigkeit auf weniger als die Hälfte der normalen, ferner wer 26 Wochen mtunterbrochen berutsnuiähtg geroc,eit tlt, für die weitere Dauer der Berufsitnsähigkeit. Witwenrente erhält die Witwe nach dem Tod des versicherten Mannes,' Walfenrenie erhalten nach dem Tode des versicherten Vaters die ehelichen Kinder unter 18 Jahren und noch dem Tod einer Versicherten ihre vaterlosen Slinber unter 18 Jahren auch unehelich. Ane Wartezeit dauert beim Ruhegeld für männliche Verstcherte 120, für weibliche 60 Beilragsmonate, bei dar tzinterbliebcuepren^ 120 Beitragsmvnate. Tas Ruhegehalt beträgt nach Ablauf der 120 Beilragsmonate ein Viertel des Wertes der in dieser Zett entrichteten Beiträge und ein Achtel des Wertes der übrigen Beiträge, bei den weiblichen Versicherten nach Ablauf von sechzig und vor der Vollettdung von 120 Beitrggsmonaten ein Viertel des Wertes der in den erstell 60 Monaten entrichteten Beträge^ Die Witwen- und Witwcrrcnte beträgt zwei Fünftel des Ruhegeldes, das der Ernährer bezog ober bei Berufsunfähigkeit bezogen hätte, die Waisen erhalten je ein Fünftel, die Doppelwaisen je ein Drittel der Witwenrente. Tie Mittel für die Versicherung werden von Arbeitgebern und Versicherten aufgebracht. Der Monatsbeitrag betragt in den neun Gehaltsklassen Mk. 1,60, 3.20, 4.80, 6.80, 9.60, 13.20, 16.60, 20 —, 26.60 Mk. und die Anerkennungsgebühr jährlich 3 Mark. Die Versicherungspflich- tigen müssen sich die Hälfte der Beiträge vom Gehalt abzieheu lassen. Die Arbeitgeber dürfen nur auf diesem Wege den Beitrags- teü der Versicherten einziehen.
Ter Entwurf des Verftcherungsgesehes für Angestellte bestimmt Wetter: Der Bun des rat kann allgemein die Versicherungspslicht auf solche Personen erstreaen, welche eine ähnliche Tätigkeit wie die genannten aus eigene Rechnung ausüben. Versicherungsfrei sind die in Betrieben oder im Dienste des Reichs, der Bundesstaaten, der Gemeindeverbände, der Gemeinden oder den retthsgesehlichen Versicherungsanstalten Beschäftigten, wenn ihnen d^e Anwartschaft aus Ruhebett» und Hinterbliebenenrenten im Mmdestbetrage der Sätze der erfreu Gehalts k.aste gewährleistet ist. Das Gleiche gilt für Lehrer und Erzieher au öffentlichen Schulen und Anstalten. Versicherunes,rei ftnd ferner Beamte, Lehrer und Erzieher, so lange sie lediglich für ihren Beruf ausgebildet werden, sowie im Lieichs- oder im Staatsdienst vorläusig beschäftigte Beamte, sowie Personen, die während ihrer wissenschastrichen Ausbildung gegen Entgelt unterrichten. Auf Antrag wird bon der Bersiche- rungsp flicht befreit, wem vom Reiche, dem Bundesstaat usw. oder auf Grund früherer Beschäftigung als Lehrer oder Erzieher ein Ruhegeld, Wartegerd u,w. im Mindestbetrage der ersten Gehaltskrasse bewilligt und daneben die Anwartschaft aus die Hinterbliebenenfürsorge gewährleistet ist. Fabrik-, Seemanns- oder ähnliche Kassen können auf die von chnen gewährten Unterstützungen Rrn-egeld und Hinter- blrebenenbezüge dieses Gft.-es mue^nar Derart ge aasten können auch ihre satzungsmäßigen Leitungen, die sie vor dem Inkrafttreten dieses Gesekes bewilligt haben, gegen dre Einzahlung eines Deckungskapitals au, die Reichsoer- stcherunasanstalt übertragen. Die Unterstützungen der Knappschaftsvereine und K. ap schaftSia.sen e.mä igen s.ch um den Betrag, der durch dieses Gesetz bestimmten Bezüge an Angestellte, die zur Zeit der Verö,fentlichung dieses Gesetzes bei anderen privaten Lebensvecftcherungsunterneh- mungen versichert sind. Sie können auf ihren Antrag von der Beitragsleistung befreit werden, wenn der Jahresbetraa der privaten Ver,tcherungsbeiträge dem gesetzlichen mindestens gleichkommt. Tie Arbeitgeber sind m bi Jen Fäl.en verpfttchlet, ihren Beitragsanteil an die Reichsverftche- cungsanstalt abzuführen, d^e den Bereicherten halbe Letstun- geit dieses Gesetzes gewährt.
Die Deutsch- und Lhrift!lch-§ozici!en und d;e Reichziagrwahlen.
Am vergangenen son.rt.ag ivurde in Groß-Umstadt b rn-N eu-Is en bürg als Reichstagstcm- n!? 7eut|5■ Chrtstlich-Sozialen für den Wahlkreis Ofsenbach-Arebnrg aufgestellt. '
ffbriftG/S r n,mAf ^us^mer Parteitag der Deutsch- und N^^ozralen von heuen und Heoen-Na.sau findet, wie berettv gemcibet, am nässten sonnrng in Fr an k fur t statt Tagesordnung : Die nächsten Reichs- und Landtags- ^fcb^r: ReichStagsabgg. Behrens und B tnd ewa ld, Stadtverordneter Ripp cl-Hagen, Viar- rer Schuster, Oberlehrer Dr. Werner, Generaiselre- tar Henning s en u. a.
Deutsche» Ueieh.
Das „Dresbener Journal" veröfsemlicht eine ministerielle Xkr-orbnung über ble Einfuhr von Sch lach tr Ui^ru
tob2Ö0eÖ hii 300 «'Uder, Zwickau bis
Ans SiaOi unc LtZnü.
©ie&en, 17. Januar 1911.
Versorgung der Provinz mit elektrischer Kraft «.ÄÄ-S.
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Vinzial-Ausschuß in dieser Höhe zu übernehmen nich^ verantworten zil können glaubte. Um ledoch der Landbevölkerung Oberhessens und b e s o n d e r s d e r, d e r e n V e r - tretungen sich zum Anschluß an Lisberg , chon bereit erklärt hatten, in kürzester Zett dre Segnungen der Elektrizität zuteil werden zu lassen, hat bie Proviiizialverlvaltnng sich alsbald einen vorläufigen Ersatz für Lißberg zu verschaffen bemüht. Die dreferhalb mit dem Staat wegen Lieferung von Elektrizität aus einer Zentrale bei Wölfersheim gepflogenen Verhandlungen ftnd liuninehr soweit gediehen, daß die Provinzialvertre- tnng darüber in kürzester Frist endgültig entscheiden wird. Die Ausführung des neuen Projekts wird voraussichtlich nicht soviel Zeit in Anspruch nehmen wie es die Berwirk- lichnng des Lißbergcr Werks erfordert hätte. Es steht hiernach nicht zu befürchten, daß unter der Zurückstellung des Lißberqer Projekts die Gemeinden zu leiden haben werden, die sich bis jetzt für Anschluß an Lißberg erklärt haben. Ihnen wird es wohl einerlei sein, ob sie unter gleichen Bedingungen elektrische Energie von Lißberg oder aus einer anderen Quelle erhalten.
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" Tageskalendor für Dienstag, 17. Jan. Stadt' tHeal er: ,Er und feine Schwester". An'ang 8 Uhr.
*• Das Inhaltsverzeichnis der Gießener Familienblätter und der Landwirtschaftlichen Zeltfragen liegt der heutigen Nummer unseres Blattes oei. Wie in früheren Jahren lassen wir auch diesmal praktische Einbandmappen Herstellen, die je nach Wunsch für bas vergangene Jahr oder für das laufende angeferligt werden. Bestellungen sind an bie Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers zu richten.
** Ordensangelegenheiten. Der Großher- zog hat dem Mitglied der Preußischen Eisenbahndireklion zu Berlin, Preußinen Regierungsrat R e i t e m e i e r, aus Anlaß seines nm 1. Oktober 1910 erfolgten Ausscheidens aus den» Eisenbahiidirektionsbezirk zu Frantsurt a. M. das Ritterkreuz 1. Klüfte des Verdienstordens Pyttrpps des Großmütigen verliehen und dem Griechischen Konsul Fritz Go ld- s ch m i d t in Mainz die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem König von Griechenland verliehenen Ritterkreuzes des Erlöserordens erteilt.
Inder hessisch en Vereinigungfür Volkskunde sprach gestern der Denkmalsp,leger, Geh. Baurat Prof. Dr. W a l b e aus Darmstadt, über die Land kirch en Oberhessens. Der Vortrag, der in der großen Aula der Unioer.ität statifand, wurde durch ptäch.ige Lichtbilder erläutert und wurde von der zahlreich erschienenen Zuhörerschaft mit lebhaftem Beifatt atisgcnommen. T^er Vortrag wurde gestern nicht zu Ende grfuijrt und wird am nächsten Montag sortge^etzt roerben. Wir werden dann darüber im Zu,ammenhang berichten.
'* G crichtsper, on a lien. Der Großherzog hat den £onbgecid)isjetvetäc bet dem Landgericht der Provinz Starken'ncg Dr. Herwann v. Ackermann auf sein Nach- Nichen bis zur Wieoerherstellung seiner Gesundheit in den Ruhestand vetsetzl tinb den Genchtscissessor Karl Denk aus Mainz z"nt Lnnbgerichtssekretär bei dem Lanbgericht ber Provinz Starkenburg mit Wirkung c :n\ 21. Januar 1911 ernannt.
Shepographen» Gesell sch c st „Gabelsberge r^. Bei der am 14.Janum abgehaltenen Huriptversammlang erstattete der Vorsitzende zunächst den Geschäftsbericht, auS dem hervorgmg, baß auch im abgelaufenen Geschäftsjahre rege Tätigkeit geherrscht hat. Siach Vortrag ber Rechnung wurde dem Kasseivari Entlastung erteilt. Die Vorstand Siva hl halte folgendes Ergebnis: L. Lenz 1., p. Raii 2. Vorsitzender; H. Vogel 1., Fr. Schneider 2. Schriftführer; L. Gravelius Ka!,ewart; H. Rialkemus Bibliothekar; St. H. Kuhl, A. 'Diccfei, W. Pepplec Beisitzer. Sendungen sind an den 2. Vocsttzenben, Prokuristen Rau, Weserslraße 27, 511 richten.
** L 0 k 0 m 01ivführerverein. Am Sanntag fand im Hotel Grotzherzog vm Hessen auf Veranlassung deS hiesigen LolomotwfiihrervereiuS vm dem Lokomotivführer Geck aus Kassel ein Vortrag über H eißdampflokom )tiven statt. Der« Bottragenbe erläuterte an Hanb von Lichtbildern die ver>chiebensten! Systeme ber bereits im Dienst befiublichen Lokomotiven, bei benen bie Einrichtung ber Ueberhitzer eingebaut ist. Bei Lokomotiven der seitherigen Bauart tourbe ber im Steffel entwickelte Dampf nicht genügenb ausgeimtzt. Um nun eine größere Leistungsfähigkeit Der Lokomotiven zu erzielen, hoben sich einige Ingenieure bie Aufgabe gestellt, bie Ausitupung des Dampfes burch Einbau von Ueverhitzerit in ben Langkefsel herzustellen. Der Ueberhitzer Hal den Vorteil, den im Lokomotivkeisel entwickelten Naßdampf durch eine Anzahl Rohren n.chrmalS durch ben Kessel zu leiten, wobei Die Gase, bie seither unbemiöt inS freie gingen, ihre Eimoirkuirg auf bieie Ueberhitzer-Einrichiung erzielen. Durch den Einbau von Ueberbibern im Lokomttivkessel wirb eine Steigerung deS DauipseS bis 300 Grad E. herbeigestihrt, wodurch eine bebeutenbe höhere Leiftungssähigkeit der Lotomotwen erzielt wirb. Aus ben preußischen Slaatsbahnen fmbet bas System des Regierungsbau- meiflers Schmibt-WilyelmShöhe Anwenbung. Durch biese Er- iinbung ist ein schnelleres Ansahten, größere Fahrgcschlvinbig- teil und größere Belastung ber Züge möglich. Nach bcenbetem Vortrag sprach bet Vorsitzende des hiesigen Lokmiotivführervereins Otzwald, Herrn Geck für ben lehrreichen Vortrag feinen Dank aus, eben]0 den anwesenden Herren der vorgesehtcii Behörde und den erfchlelieuen Siollcgen der hemrächarlen und ser hiesigeii Station, bie dem Bonrag mit großem Jnterefse folgten.
Landkreis Äschen.
*= Lich, 16. Jan. Am Sainstag abend hielt die hiesige Stenographen-GesellfchaftGabelsber- g e r ihr W i n t e r v e r g n ü 0 e n, Abendunterhaltung mii baraufsoigendem Ball, im Het.andschen Saale ah. Es war dem jungen, noch nicht eü ga zes Iaht bejlchendeu V.rein getuugen, em reichhaltiges Prograrum zu bieten. Neben mehreren Musiksrütten lvurden ettrige Kouplets- und Ge- iang-Solostücke, sowie ein Theater)mck „Die wilde Toni" vorgetragen. Samuiche Stücke wurden mit großem Ernst und Eifer gespiett und die Svielenden ernteten reichen Beifall. Später wurde getauft und eine Tombvla-.Ber- losung abgehalten.
Kreis Büdingen.
— Büdingen, lö. Jan. O 0 st-und Gartenbau- Verein. Man hört viele S&ag^n von Baumbesitzern über Beschädigung an jungen Obstbäumen durch Hasen (Hasensiaß). Infolge der seit 14 Tagen in Feld und Wald liegenden Schneedecke leiden die Tiere an Futter- mangel und fressen mehr als in den letzten schneearmen Wintern die Rinde junger, tedroeije auch schon älterer Baume, an. Nach Art. 2 des Hess. Wi.d.chadensge.etzes wi^d für folchen schaöen nur deoingung^wR^ ein Anspruch am schaoener,atz gegen den Jagdverech- gteu euer Jaadpächter gewahrt: „Der Wildschaden, ber an Ooitdäumen und Baum
schulen angerichtet wird, ist nicht zu ersetzen, wenn die Herrichtung von Schutzvorrichtungen unterb 'eben ist, die unter gewöhnlicheii Umständen zur Abwendung des Sck>cÄens aus- reichen." Also müssen Baumstücke und -Schulen mit dich- teii, gut verwahrten Einfriedigungen versehen werden oder die einzelnen Bannte müssen durch Drahtschutzkörbe, Dörner, Stroh ober in ähnlicher Weise wirksam gegen Annagen von Wild gesichert werden. Die Umwicklung des Stammes mit Stroh ist ost nicht wirksam, wenn sie nicht genügend sorgfältig und kräftig ausgeführt wird. Sollte infolge sehr hohen Schnees Wild der Zutritt zu gut eingezäunten Bauni- schulen, -Stücken oder -Gärten möglich gewesen sein, so muß der Schaden durch Wildfraß ersetzt werden; ebenso wenn dadurch Wild die oberen Stammteile oder Aeste unten geschützter Obstbäume angenagt hat. Die Strohhüllen ver- läume man aber nicht im Frühjahr abzunehmen und — am besten durch Verbrennen — zu vernichten, damit Ungeziefer keinen Unterschlupf findet und die Rinde aesund bleibt. Man hat beobachtet, daß Hasen es fertig gebracht haben, auch durch gute Umzäunungen in Gärten zu g.langen, indem sie sich an der Erde unter den Latten durchwühlten. In solchen Fällen besteht natürlich Anfpriich aus Ersatz von Wildschaden. Wem es aber darauf ankommt, sich g inz zu schützen, der sehe zu Schneezeiten manchmal im Garten nach und verwahre eine etwaige Einbruchstelle unter dem Zaun. Ein Baum, tu dessen Rinde ein ganzer Ring bis aufs Holz ringsum ausgeftessen ist, geht in der Regel zu Grunde. Ist die Rinde nur stellenweise angesressen, so muß die ganze Fraßstelle mit dem Messer glatt ausgeschnitten werden und dann mit Baumwachs oder mit einer Mischung von Kuhflaaen und Lehm verschmiert und zuge- bunden werden, damit die Rinde sich erneuert. Teer darf bei frischen Wunden nicht genommen werden. Man hole den Rat des Obstbauinspeltors Metternich ein.
= Lorbach, 16. Jan. Mit der Fertigstellung der neuerbauten Strecke der Kreisstraße Lorbach-Herrnhaag schien die alte Straße am Haagberg ganz zwecklos dazuliegen. Diese Annahme hat sttl) bereits als ein Irrtum erwiesen. Während in früheren Jahren die hiesige Jugend nirgends eine passende Schlittenbahn hatte, ioo sie ungehindert dem Sport huldigen konnte, hat sie jetzt mit einem Schlage eine Rodelbahn, die in ihrer Anlage fast ideal zu nennen ist. An der Nordseite des Berges gelegen und durch ein Wäldchen gegen rauhS»Ostwinde geschützt, hat diese bei 600 Meter Länge ein Gefall bis zu 12 Proz. Dabei hat sie nirgends scharfe Kurven, ist also ganz ungefährlich. So ist eS denn kein Wunder, daß eben bei dem prachtvollen Winterwetter die Jugend von hur und aus den benachbarten Dörfern auf dieser Bahn an freien Nachmittagen sich ganz der Freude des Schktttensahrens hin- gibt, ja selbst Männer, die in 30, 40 Jahren Leinen Hand- fchlitten gelenkt haben, greifen wieder zu dem beliebten Fahrzeuge ihrer Jugend uiid tummeln sich damit nach des Tages Arbeit und an Sonntag-Nachmtttagen nach Herzenslust.
Hessen-Nassau.
kg. Kir ch h ai n, 16. Jan. Der hiesigm Stadtg em einds ist von ben von hier stammenden, in Hamburg verstorbenen Eheleuten Tarnow ein Legat von 20000 Mk. »ugetallen, dessen Zinsen zu Wohltätigkeitszwecken dienen sollen. — Durch bie eingetretene Kalte ist es ben hiesigen Bierverlegern möglich geworben, ben nötigen Eisvorrat zu gewinnen. Dos Eis hat eine Stärke von 12 bis 15 Zentimeter mtb bei ber Gewimnuig und dem Transport sind zahlreiche Arbeiter besck)äftigt. Denen hierdurch willkommener Verdienst geschaffen ist. — Der Rodel fP 0 rt hat hier auch viele Freunde gewonnen. Von ben (teilen Hängen ber Anwneburg sausen die Schlitten zu Tal und all und jung beteiligt sich an dem Vergnügen. Da die Schlittenbahn meistens gerade ist, sind bemerkenswerte Unfälle bisher iwch nicht bergetoatmen. — Zum morgigen R i ndv i e h m a r k t glaubt man auf einen besonders starken Auftrieb rechnen zu tonnen. Wegen ber Maul- und Klauenseuche sind besondere VorsichlS- maöregeln getroffen. — Die Zusammenlegung (Felb- bereintgung) der Gemarkung Kirchhain ist jetzt beschlossen worben. Die gefamte Gemarkung umfaßt 1726 Hektar, darunter 170 Hektarf Wald. Die Stadtgemeinde hat allein außer Wald, Wegen und Gräben einen Besitz von 290 Hektar. Mit der Zusammenlegung werben umfangreiche Ablösungen von Hüteberechtigungen und Grasnutzungen verbunden sein.
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Berlin, 16. Jan. ^jculc begann vor der ersten Strafkammer bes Lonbgericyts III bie Verhanblung. gegen 18 Teilnehmer an ben Straßen unruhen im Wedb ing, die am 29. Ob wber 1910 anläßlich bes Streiks bei bem Schlächtermeister Morgenstern entstauben sind.
Saarbrücken, 16. Jan. Wegen einer im Jahre 1874 begangenen Unter,chlagung wurde ein früherer Postassiftettt, ber Itd) leit lener Zeit im Auslanbe auf gehalten unb sich nun selbst bet Polizei gestellt hatte, zu einem Jahr Gefängnis oer» urteut. Die Verjährung war regelmäßig unterbrochen worben.
DermiidUe».
, 5_r, Ballon „Hildebrand" gefunden? Der Bal-
tun ..„DUbebranot' ist im Wiidenvruchjee nördlich ber Stadt nSt in Neumark auf g e f unben worden. Die Gmbel rlDra,t;.. Nach Mitteilungen des zuständigen Forstmeisters wirb schon längere Zeit in einem Sumpfe bei Wilbeii- bruä) em gelber Gegenstaiib bemerkt, bvch konnte man nicht hinju gelangen, da ein Kahn fehlte. Das Berliner Lustschisfer- bn^ 9cbctciL Der Ballon liegt H/- Meter
unter dein Waster. Von beu beiden tödlich verunglückten n ,a > , e n steht eme Person in der Gondel, bie anbere hat sich rtfl/imtrinn ubergelegt Um ju bem Ballon zu gelangen, l>abeii m^pnU^rfUh^U uUU lyL Lcoen au,v Spctt ge,etzl unb
Smfp ltur emundeinenhalben Zoll starken Eis bis zur
unb hi? tn9MS-n--- Dre Funbftelle ist abgesperrt. Ter Ballon und bie totei^Jiiianen bleiben unberiujrt bis eine Untersuch- v 0 r a e e stattgeftmben hat, die morgen
o or genommen werben sott. Es ist nxh nickt feftaeftelO ob IÜ>°ch1/guM,ich^.^ d°ll»n „Hildebrandt-- I>an6elt, cs ist
L-tzts Nachrichten.
MU.«"« in'mab^eräätUber sfanfsche über b l 8^LaJrbent 'm tz.nctia au, bie Srörterui'gen über Die Beziehungen Sp aniens zu Portuaal, TTtfhtÄ Him «»Mi x • - ,, 5^, und Spanien werde
um bu|C Unabhängigteit zu verletzen.
ti f' 17' ^a,-L Gestern abenb fanb eine von ben b rufene ud ,o rt schrittlichen Vereinen -in Ärfi ft“8 i11 der gegen die Wahl von to^ben tollte Anspruch erhoben
mnrer, Ruhestörungen nicht ausgeschlojscn
t7t em »?hlretches Polizeiaufgebot ergangen Tic
Verfammlung Oeriie auch sehr stürmisch, ba lajjaeithe ®en- M?’±b<raT Ute bteHot^A Ke Ve?L telieftun^ feln!‘breiten. Zum Schlus; würbe eine Ent- .u/ . < . an9enommeu, IN der gegen die Hailuna der
Gemeinderats in die,er Angelegenheit Ein- ’Se. ^°6en Un7> 9C0en Wohl Verwahrung eingelegt


