Ausgabe 
14.11.1911 Erstes Blatt
 
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Heer und Flotte

«und die Prinzessin Viktoria Luise ein.

en sich .Hockstand, Seitstütz, Liegestütz n. a.

Das Gastspiel der Herren Hacker,

Darmstädter Hoftheater mit Äristo-

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(S. Anzeige).

** Stadttheater.

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Köln, 13. N Motors bei Len tiohensteuer ist z>

feierlichen Vereidigung Prinz und Prinzessin ......

linb Prinzessin August Wilhelm, Prinz Joachim, Prinzessin Fried­rich Leopold nebst Tochter, Prinzessin Viktoria Margarete, die

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Ständ.Laper u. Vertretung Allgem. Elektro- u. Maschi­nentechnischer Ve tr. Louis Geiershöfer. Frankfurt a. M., Neue Mainzerstr. 31.

Herren des Kaiserlichen Hauptguartiers, die Generalität, die frcmdherrlichen Offiziere und die direkten Vorgesetzten der Pots- damer Truppen hei.

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^Gründung- '"dverbandes

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hcrger schon während der Verhandlungen mit Frankreich von Herrn von kiderlen informiert worden fein, während dienichtschwäbischen Führer einer anderen Partei, die Herrn v. Kiderlen vor dem Ab­schluß der Verhandlungen mit Frankreich um eine Unter­redung ersuchten, nicht einmal eine Antwort be­kamen.

Die militärischen Kontrollversammlungen im Kreise Gießen nehmen morgen in Lang-GönS ihren Anfang. Die Kontrollpflichtigen aus der Stadt Gießen haben am 21. und 22. Nov. Kontrollversammlung.

Der gesu chte Sultan. Durch Ausschreibung des Amtsgerichtes Bad-Nauheim wird auf Veranlassung eines Frankfurter feinen Herrengardcrobe-GeschäfteS dem Prinzen Raschid, Sultan von Sansibar, früher in Bad-Nauheim, jetzt unbekannten Aufenthaltes, öffentlich die Klage wegen einer Forderung von Mk. 1378,5 0 nebst 4 Prozent Zinsen zugestellt. Der Prinz soll sich zurzeit in London be- frnden. Weiter verlautet, daß der Prinz, der sich im Inter-

Kreis Wetzlar.

O Krofdorf, 13. Nov. Die im Saale von Gastwirt Moos veranstaltete Bezirks-Geflügel- und Kaninchcnans- st e l l u n g war überaus gut beschickt. Trotz der ungünstigen Witte­rung war der Besuä) rege.

Hessen-Nassau.

? Rodheim a. d. Bieber, 13. Nov. Der 6. November ist der.Gründungstag des ältesten Vereins, des Gesangvereins Eintracht", am hiesigen Ort. Aus diesem Anlaß wurde am Samstag abend im Stammlokal bei Gastwirt Bechthold das Stif­tungsfest gefeiert. Leider hat der sonst rührige Verein jetzt keinen Dirigent, da es auf dem Lande vielfach an tüchtigen Gesangs-- lcitern fehlt. Ter Abend ist dennoch auf das beste verlaufen. Gestern nachmittag hielt die im Jahre 1906 gegründete frei­willige Feuerwehr ihre Schlußübung ab. Interessant war der Brandangriff auf das Anwesen des Gastwirts Karl Schlier»/ bach der trotz des strömenden Regenwetters viele Zuschauer anlockte.-'

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In der Angelegenl>cit des Aftikaforschers Krause teilte die italienische Regierung dem deutschen Bot­schaft er mit, daß eine Untersuchung des Vorfalles eingeleitet und gegebenen Falles Krause für den Verlust entschädigt würde. Ter italienische Gouverneur von Tripolis sei angewiesen, alle Krause gehörenden Gegenstände, soweit auffindbar, zurück- z u c r st a t t e n.

Auf Antrag des Seepräfekten von Lorient wurden heute sämt­liche alten Vorräte des P u l v c r s B, die sich im Pulver­magazin von Lorient befanden, mittels eines Transportdampfers auf offener See versenkt.

Vorstellung findet außer Abonnement statt, doch gelten Gur scheine. Am Freitag, 24. November, fällt dafür die Vorstellung aus., Nochmals sei auch an dieser Stelle auf das französische Gastspiel am Mittwoch nachmittag 3 Uhr hingewiesen, das mit M o l i ß r e sLes f e m m e s s a v a n t e s" eine mich dem we­niger .Sprachkundigen interessante Vorstellung bietet, da die Gäste, wie die letzten Jahre erwiesen haben, sich durch vorzüglich deut­liche Aussprache auszeichnen.

** Eis enbahnpersonalien. Der Gütervor­steher Kabe ist in gleicher Eigenschaft zum 1. Dezember von Gießen nach Altenkirchen versetzt. Ernannt wurden: der Telegraphist Schröder zum Telegraphenassistent, der Meichcnsteller im Probcdienst, Kern, zum Weichensteller und der Aushelfer Schäfer, alle in Gießen, zum Weichen­steller. Der Hilfsbahnwärter Schramm in Dillenburg wurde zum Bahnwärter ernannt. Versetzt wurde der Bahn­wärter Klös von Gießen nach Nidda.

** Missionsvortrag. Es dürfte wohl in wei- tereir Kreisen interessieren, daß es gelungen ist, Missions­direktor Spi eck er aus Barmen zu einem Vortrag über seine Visitationsreise in Niederländisch-Jndien (Sumatra, Java, Mas) zu gewinnen. Ter Vortrag wird am Montab, 20. November, in Steins Garten gehalten werden. Dtrektor Spiecker hat eine ganze Fülle interessan­ter Dinge erlebt. U. a. hat er bei seiner Anwesenheit in Pearadja, dem Mittelpunkt der Batakmission, wo auch das Missionsspital steht, an dem der unter uns vielen be­kannte Missionsarzt Dr. Winkler wirkt, die Familie des im Kampf gefallenen Singamangaradju, des letzten der großen Zauberer und Priesterkönige der Bataks, durch die Taufe in die christliche Kirche anfnehmen dürfen.

** Frauenturnen. Die Uebungs stunde, die hier am Sonntag für die Leiter von Franenabteilungen des Gaues Hessen von Gauturnwart Will abgehalten wurde, nahm einen sehr befriedigenden Verlauf. Sie gab aus verschiedenen Gebieten neue Anregung und neuen Stoff zur Verarbeitung. Zu gleicher Zeit diente sie der Vorbereitung zu der 50 jährigen Jubelfeier, die der Gau Hessen im nächsten Jahre hier begeht. Dem geplanten Auftreten der turnenden Frauen bei diesem Fest war der erste Teil der Vorturnerstunde gewidmet. Gauturnwart Will nahm zu diesem Zweck einen sehr ansprechenden Aufmarsch mit Keulenübungen durch, die auch unter Musikbegleitung aus­geführt wurden. Alsdann folgten an der wagrechten Leiter unter Bastian-Alsfeld l.eichtere und schwierigere Hangelübungen. Klos- Friedberg entwickelte eine Gruppe Schrittarten mit an­gehängter Freiübung. Die Vorführungen am Reck, bei denen Uebungen im Stutz und Hangstand mit solchen der Beine und Arme in die verschiedenartigste Verbindung gesetzt wurden, können, wie Beispiele zeigten, sehr schön zu Gruppen für Schauturnen mit Musikbegleitung ausgcarbeitet werden. Am Barren leitete Günther -Marburg eine Gruppe Uebungen, die zum Teil schon durchgebildete Turnerinnen erforderten. An die einfachen Uebungen im Schwingen schlossen sich .Hockstand, Seitstütz, Liegestütz u. a. mehr an. An den Schaukelringen ließ der Gautunrnwart Ueb­ungen turnen, dic besonders die Kraft der Arme in Anspruch nahmen und auch die Rumpfmuskulatur stärkten. Einige Reck­spiele beschlossen das Turnen.

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Di e Rekruten Vereidigung der Garnison Potsdam fand am Montag vormittag im historischen Exerzier­haus, das festlich geschmückt und in dem ein Altar aufgebaut war, statt. Ter Kaiser traf gegen 11 Uhr und mit ihm die Kaiserin Ferner wohnten der in Eitel Friedrich, Prinz

Gerichtssaal.

-s- D o r t mu n d^ 11. Nov. Die FolgeneinerOhr feige. Vor dem hiesigen Schivurgerichi Halle sich der Schlosser Ernst Schmidt wegen Körperverletzung mit Todeseriolg zu verantworte». Der bisher unbestrafte Angeklagte arbeitete znsammen mit einem Schlosser Kraisinger auf der Zeche Zollern II. Angeblich durch eine Unvorsichtigkeit des Schmidt kam eine Kette in dic Turbinen- Anlage und die sehr dringliche Arbeit mußte unterbrochen werben. Kratz,nger ließ sich dazu hinreißen, Schmidt eine Ohrfeige zu gebe». Schmidt ergriff darauf ein Stück Eisen und scblug damit von hinten aus Kraisinger ein. Ein Teil des Eisens drang in die Schä'deldecke ein. Trotz der schweren Verwundung arbeitete K. noch bis nachmittags, dann begab er sich in das Krankenhaus. Er erhielt einen Verband, starb aber zehn Tage nach der Verletzung. Bei der Sektion ergab sich, daß Knochensplitter in das Gehirn ge­drungen waren und dort eine Eiterung verursacht hatten. Ter Gerichtshof verurteilte darauf Schmidt wegen Körperverletzung mit Todesersolg unter Zubilligung mildernder Umstände 'zu ' zwei Jahren Gefängnis.

~ Hamburg, 11. Nov. Bet d e m 16. Husaren­regiment in Schleswig sind in den letzten Monaten in einer ganzen Reihe von Fällen Mißhandlungen von Rekruten durch ältere Leute ansgedeckt worden, die den Gegenstand einer umfangreichen Untersuchung bilden. Augenblicklich schweben gegen 2ö0 Ermittelungsoenahrcn. Der Vertreter der "Anklage hat sämt­liche Rekruten der 2. Eskadron durch den Untersuchungsrichter i» Flensburg vernehmen lassen. Als Ergebnis der Untersuchung wurde zunächst gegen einen eheinaligcn Gefreiten vor dem Kriegs­gericht Anklage erhoben, der einen angeblich unsauberen Rekruten

jedenfalls in ansgedehnten Gebieten Europas, nachdem der Rand des Inlandeises langsam nach dem Innern Skandinaviens zurück­gewichen war, wo die Eisdecke am längsten Bestand hatte.

Aus dem Urzustand als die Menschen in den Wäldern lund auf den Ebenen der warmen Zonen umherstreiften und von dem, was sie gerade fanden, lebten entwickelten sich in den ersten Anfängen mit langsamen Schritten frei umhcrstreifen.de Fänger und Jäger einerseits und ackerbauende, ansässigere Völker andererseits. Nomade mit seinen Herden bildet erst eine spätere Kulturstufe.

Die Jägerkultur war notwendig zum ersten Vordringen aüch in die nördlichsten, weniger günstigen Regionen der Erde und zum Ansässigwerden in diesen Ländern. Tie nördlichen Länder mögen daher zuerst von den umherstreifenden Fängern gefunden worden sein, die auf der Suche nach neuen Fanggebieten längs der Flüsse Und Meeresufer vordrangen. Ein spähendes Jägcrauge war es, das zuerst einen Strand und die vielen Inseln in der Hellen, träumerischen Sommernacht sah und über das schwarze, düstere Nordmeer hinschaute. Und der weitgewanderte Weidmann schlief im Schneehaufen ein, während die Zaubcrstrahlcn des Nordlichts über ihm flammten, Über dem ersten Opfer der eisernen Faust der Polarnacht!

Viel später kamen der Nomade und der Ackerbauer und siedelten sich auf der Spur des Jägers an.

** D i eS ch ö p f u n g" v o n H a y d n gelangt int näch­sten Konzert des GesangvereinsSan g erkranz" zur Aufführung, das auch für N i ch t m i t g li e d er des Ver­eins gegen Bezahlung zugänglich sein wird, um den Genuß des Werkes jedermann zu ermöglichen. Tie Aufführung findet am Totenfestsonntag 26. November statt, der sich zur Aufführung eines religiösen Tonw-erkes besonders eignet.

"(Sin Winterfest veranstaltet, wie an? dem Anzeigen- teil ersichtlich, der Schiklub Wintersport am 25. d. M. (Großherzogs Geburtstag) in seinem Klublokal, dem Ne- taurant Metro pol. Der Klub, dessen vornehmste Aufgabe in der Erschließung des Vogelsberges als Wintersportgebtet besteht, will damit seinen Mitgliedern einmal Gelegenhei geben, auch außerhalb des Winterfeldes in lustiger Geselligkeit zusammenzukommen. ES ist dazu ein heiteres Programm aufgestellt worden, und allerlei Ulk und Kurzweil wird die .Interhaltung wohl bald in recht gemütliche Bahnen lenken. Von einem Sprunglauf ist wegen dcS beschränkten Raumes zwar Abstand genommen (es fehlt auch ein Sprunghügel), im übrigen aber ist für die Gäste aufS beste gesorgt.

** Zu dem Al p e nv e r ei n s f e st- Be r i cht sei mitgc- teilt, daß Geh. Justizrat Prof. Dr. G a r e i s in München Mit­gründer und Ehrenmitglied der Sektion ist, aber für die Ver­leihung des silbernen Edelweißes um deswillen nicht m Frage kam, weil er der Sektion einige Zeit nicht angehörte. Der Hintergrund, der das Entzücken aller Besucher des Alpenfestes hervorrief, ist, wie berichtigend bemerkt sei, von Maler Holl­mann hergestellt worden.

** Aus dem Kolosseum wird uns geschrieben: In der gestrigen Vorstellung herrschte eine freudige Festes­timmung vom Anfang bis zum Schluß. Sie kam wohl >aher, daß ein jeder Besucher infolge der Ankündigungen mit hohen Erwartungen gekommen war und diese noch weit übertroffen sah. Das Publikum folgte mit großer Aufmerksamkeit den Darbietungen und belohnte jede Num­mer mit rauschendem Beifall, wie er selten in Gießen zu hören ist. Wohl schwerlich dürfte auch selbst an sehr großen Varietes ein zweites Programm existieren, welches an Reichhaltigkeit und Gediegenheit das nur noch $toei Tage währende jetzige Programm des Kolosseums übertrifft. Ganz besonders wußte der einzig dastehende Klavier-Humorist, Rezitator, Stegreifdichter u. m. Schüff nebst. Gemahlin zu fesseln. Solch köstlicher taufrischer Hu­mor ist wirklich selten zu finden und muß erquicken. Schon allein dieser, in ihrer Art hochkünstlerischen Darbietung wegen ist ein Besuch des jetzigen Programms sehr zu empfehlen.

Das geschah Jahrtausende vor jeder geschriebenen Geschichte, Und von diesen ersten Landnahmen wissen wir nur das, was uns die Reste erzählen können, die wir gelegentlich in der Erde finden; sie sind sehr spärlich und sehr unzuverlässig.

Erst weit später, im vollen Tageslicht der Weltgeschiw ziehen Männer mit der bewußten Absicht aus, das Unbcfanm nm seiner selbst willen zu erforid)cn. Jene alten Fänger lockten wohl neue Jagdfelder und mögliche Beute dorthin, aber auch sic hat, bewußt oder unbewußt, die Lust an Abenteuern, dic Sehn­sucht. nach dem Unbekannten, dazu getrieben; so tief in der Mcnschenscele liegt diese göttüdje Macht, die vielleicht die Trieb­feder der größten aller unserer Taten ist. In ollen Gegeitden und zu allen Zeiten hat sie den Menschen auf der Bahn der Ent- mcklung vorwärtsgebracht, und so lange das Ohr des Menschen die Wogen über der Mecrestiese rauschen hört, so lange das Mcnschenauge dem Spiele des Nordlichts über stillen Schnee­landern folgt und so lange der menschliche Gedanke ferne Himmels­körper in dem endlosen Raume sucht: so lange wird auch das I**** vmuuut, uuti uve ^cmz, uve |ia) im ^nier» Märchen des Unbekannten den menschlichen Geist führen, vor- clfc iemcc Gesundheit viel im Aublande aufhält, zu Gunsten warts und aufwärts! ! seines SohNeS dem Throne entsagen will.

Landkreis Gichett.

, Steinbach/ 11. Nov. Eine schon lange für unseren Ort erstrebte Wohlfahrtseinrichtung ist Anfang dieses Monats mit einem Spar- und Kreditverein nach Raiffeisenscbem Muster dahier ins Leben gerufen wor­den. Die Genossenschaft hat unbeschränkte Haftung und ist dem Verbände hessischer landwirtschaftlicher Genossen­schaften zu Darmstadt beigetreten. Ihre Mitgliederzahl beträgt bis jetzt 80, sie verteilen sich auf Steinbach unb Albach. Weitere Zutritte stehen in Aussicht. Tie Ge­schäftstätigkeit der Kaise beginnt mit dem 1. Januar 1912.

~ Grünberg, 13. Nov. In den schönen Anlagen auf dem Hainkopfe auf der Seite nach dem romantischen Brunnenlüe fand gestern eine einfache, aber würdige Feier statt. Galt cs doch zur Erinnerung an die Errichtung des ersten Turnplatzes auf der Hasenheide bei Berlin vor nun 100 Jahren durch Ernst Ludwig Jahn und seine Schüler, eine Jahn-Eiche zu Ehren des Turnvaters zu pflanzen. Etwa 30 Turner mit dem Vorstände des Turnvereins begaben sich am Nachmittage, trotz unablässigen Regens, vorn Brunnentale zumHainkopfe". Tort angekommen hielt an dem aus dem Grünberger Stadtwalde vorher beschafften hübschen Eichbäumchen der Elwen-Vorsitzende des Turnvereins, Karl Hermann Jöckel, eine von Herren kommende, packende Ansprache. Er schloß mit dem Wunsch, daß das Bön-uchen auch ferner unter Gottes milder Sonne wachsen und gedeihen möge in einem glücklichen, einigen deutschen Vater-- lande. Nachdem auch die anderen Vorstandsmitglieder die üblichen drei Schaufeln Erde dem ftisch gepflanzten Bäumchen unter entsprechenden Widmungen zugefügt hatten, schloß mit dem Gesang des Liedes:Frei und unerschütterlich wachsen uns're Eichen", die einfache erhebende Feier.

Kreis Alsfeld.

H. Hopfgarten, 12. Nov. Ein schlechtes Ende nahm die anfangs sehr hübsche Nachfeier der Kontroll­versammlung am Freitag für die hiesigen Kontrollpflichtigen. Sie benutzten unterwegs einen vorbeisahrenden Wagen. Auf diesem entstand unter dem gedrängt stehenden Häuflein ein heftiger Wortwechsel, bei dessen Ausartung Einer plötzlich in weitem Bogen über die Straße in eine am Rain stehende Schwarzdornhecke segelte. Llußer Hautabschürfungen am Körper stich sich der Geworfene einen längeren Dorn in das rechte Bein, der von einem Llrzt entfernt werden mußte. Die Schlägerei nahm dann erst ihren vollen Umfang an, so daß die Gendarmerie einschreiten mußte.

dr. Breidenbach, 12. Nov. Spurlos ver­schwunden ist seit dem vergangenen Dienstag die bei einem hiesigen Landwirt bedienstete 16jährige Dienstmagd Katharina Dittmar von Romrod. In einem zurückgelassenen Zettel gibt sie an, man könne sie nur in einem Wasser suchen, im Himmel gäbe es ein Wiedersehen. Ein Polizeihund konnte keine Spur von ihr auffinden.

Kreis Friedberg.

X Bad-Nauheim, 13. Nov. Auf vielseitigen Wunsch hin hat Oberlehrer Tr. Strecker heute abend in den 9räumen der Ernst-Ludwig-Schule wieder mit Winter Vorlesungen, dic jede Woche einmal stattfinden, begomien. Tie Vorlesung behandelt dieses JahrTic Vorgeschichte der französischen Revolution im Lichte der neuesten Forschung". Im hiesigen Vortrags- v e r e i n wird noch diesen Monat ein Rezitativ nsabcnd! stattfinden, für den Fran Lydia Lerner-Sioltzc, eine Enkelin des bekannten Stolpe, gewonnen ist. Tic nächste Veranstaltung b? Bildungsvereins wird eine Kindervorstellung des Rhein- Mainischen Theaters sein. Langes reizendes MärchenWeih­nacht im Walde" kommt zur Darstellung.

Starkenburg und Nhcinhessen.

.m. Offenbach a. M., 14. 9lob. In unser r Stadt herrscht zurzeit eine, starke Zunahme der T p p h u S c r k r a n ku n g e n, bereit Zahl in den letzten 8 Wochen auf 16 gestiegen ist. Tavon ist ein Fall tödlich verlausen. Tcr Ttzphnsherd erstreckt sich auf 8 Familien, doch haben die amtlichen Ermittelungen nach einer gemeinfchaftlick>en Ansteckungsquelle bisher kein Ergebnis gezeitigt. Die Typhuserkrankungen sind wahrscheinlich ans den Genuß ungekochter Milch ziirückznsühren. S v ir r l v s v cr- sck)wunden ist seit dem 5. November die 57jahrigc Witwe Margarethe Ried mann, geb. Nenbert. Die Fran hat sich unter Umständen aus ihrer Wotznung nufernt, die daraus schließen lassen, daß sie sich ein Leid angetan hat.

Jürgas und Lehrmann vvm , _____ ..... ......

phancsFrösche n" konnte nun endgültig auf Montag, 20. No­vember, festgesetzt werden: die alten Billetbestellungen behalten .Gültigkeit. Ms Feftvorstellung zu Großhei^ogs Geburtstag am Samstag, 25. November, wird GoethesIphigenie" mit Frau Baumeister in der Titelrolle gegeben werden. Diese

Aus Stadt und Land.

Gießen, 14. November 1011.

** Tageskalcnder für Dienstag, 14. November: Stadt­theater:Der Pfarrer von Kirchfeld." Anfang 8 Uhr.

** Kreisschulinspektoren. Der Großherzog hat den Kreisschulinspektor bei der .Kreisschulkommission Worms Professor Tr. Karl Frenzel zum Kreisscbulinspektor bei der Kreisschulkommission Darmstadt und den Oberlehrer an dem Realgymnasium und der Oberrealschule zu Gießen, Professor Joseph Luley zum Kreisschulinspektor bei der Meisschulkommission Worms unter Belassung seines Chcrrokters als Professor ernannt.

** Lehrerve rsoualien. Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg auf die Lehrer­stelle an der Gemeindeschule zu Wald-Amorbach, präsentierte Schul­amtsaspirant Fritz Gevert aus Hamburg, liebertragen wurden dem Lehrer Fritz Goll zu Breitenbrunn, dem Haupt­lehrer Gg. Simrock zu Klein-.Krotzenburg, dem Lehrer Jak. Strauß zu Sprendlingen, dem Schulamtsaspiranten Gg. Neeb aus Hahn (Kr. Darmstadt), der Schulamtsaspirantin Helene H o o s aus Wöllstein, der Schulamtsafpirantin Elisabeth Müller aus Michelstadt, der Schulamtsaspirantin Johanna Diehl ans Darm­stadt, der Schulamtsaspirantin Hermine W e y hu s e n aus Bremen, der Schulamtsaspirantin Kunigunde Elisabctha T h a r t aus Frank­furt a. M. und der Schulamtsaspirantin Bertha Domen aus Köln Lehrer- und Lehrerinstellen an der Volksschule zu Offenbach.

** Ernennung. Der Großherzog hat den StclleNanwärter Ernst Weihe in Laubach zum Pedellen nn dem Gymnasium Fridericianum zu Laubach ernannt.

Gehaltserhöhung für die Gießener Lehrer­schaft. Die Lehrer unserer Volksschule, die vor vier Jahren die letzte Gehaltsaufbesserung erhalten hatten, stellten bei der Stadt den Antrag, eine weitere Gehaltserhöhung ein­treten zu lassen. Nach den Anträgen würde der Stadt eine dauernde jährliche Mehrbelastung von rund Mark 40 000 bis 50000 erwachsen.

** Kandidatur Klingspor. Man schreibt uns: Die für Dienstag abend für Wieseck vorgesehene Wählcr- versammlung kann erst Donnerstag abend stattfindcn.