t e s unb tor- Zwischenfalles. I lgewre.en, seine |
politische Lagesschau.
Tie Aufhebung der Exporttarife
dürfte der Landesciferwahnrat gegen Ende des Monats beschließen. Tiefe Maßregel ist bereits vom Reichskanzler bei den Teuerungsbesprechungcn angetündigt worden. Für die preußischen Häfen sollen die Ausfuhrtarife in Kraft bleiben. Dem Beschluß des Bundesrats, die Einfuhrscheinordnung dahur abzuändcrn, daß die Einfuhrfcheine nicht mehr für 6 Monate, sondern nur für 3 Monate Geltung haben und bei der Einfuhr von Kaffee und Petroleum nicht mehr verwertbar find, wird in parlamentarischen greisen leine Bedeutung beigelegt. Diese Maßregel dürfte auf das Wirtschaftsleben kaum einen größeren Einfluß ausüben.
Die Herbeiführung einer Kaleuderrcform und der Festlegung deS Osterfestes
dürste als gescheitert betrachtet werden. Die deutsche Regierung Halle bekanntlich im Parlament im Frühjahr dieses Jahres erklärt, daß sie einer Kalenderresorm nur näher treten könne, wenn die übrigen großen ihiiturncüionen sich dieser Frage freundlich gegenüber stellen. Die deutsct-e Regierung steht auf dem Standpunkte, daß eine folche Reform ,ich nur durchführen laffe, wenn sie auf einer internationalen
Konferenz für alle europäischen Staate« c,«geführt werde. Namentlich in Englaird wird aus eine Reform des gregorianischen Kalenders hingcarbeiict. Der Handelskammctkon- sreß in London hatte vor einiger Zeit bei der schweizerischen Regierung den Antrag gestellt, eine internationale diplomatische Konferenz in dieser Sache einzubemifen. Der chweizerische Bundesrat hatte sich der Sache angenommen und bei allen 'Xalioncn angefragt, ob die Einberufung einer solchen Konferenz durchführbar sei. Die Antworten der meisten Stabilen lautete« austvcick)end, namentlich Zta- icn und Rußland hatten erklärt, daß sie an dieser Konferenz ücht leilnehmen wurden und diese Bestrebungen nicht unfertigen würden. Dadurch dürfte die Ängclegetcheit vorläufig erledigt sein.
Reichstagserfahvahl-Vsrbereituttgen.
Die nationalliberale Vertrauensmänner-Verfammlnng des Wahlkreises K a ife r s l an t ern — Tür khe i m beschlaf', die Kandidatur des Professor- Hummel-Karlsruhe (Fortschr. Volksp) zu unterstützen. ,
Tas Zentrum stellt für den Wahlkreis Duisburg — M ü l- heim a. Ruhr, den Arbeitersekretär Äloft-Essen auf.
Anstelle des bisherigen Vertreters Manm Spahn stritt das Zentrum im Wahlkreis H ö ch st — W a r b u r g den Freil-errn von Mcrfcring als Kairdidaten auf. „ .
Im Wahlkreis Höchst — Ufingen haben die National- liberalen den Pfarrer Kuester-Höchst als Kandidaten aufg.'iteilt.
Im Wahlkreis Solingen hat das Zentrum den Ehcf- rebalicur Kraus Düren als Kandidaten proklamiert.
Das nationallibcralc Wahllomitec des zweiten Hannoverschen Wahlkreises Aurich — Wittmund beschloß einstimmig, Dr, Seniler als Kandidaten wieder auszustellen.
Tie Fortschrittliche Volkspartei hat im Wahlkreise Bo chu in— Gelsenkirchen beschlossen, an der Sonderkandidalur Pieper sestzuhallen und bat weitere Verhandlungen mit den National- liberalcn abgelehnt._____________________________
Deutsches Reich.
Die „Voss. Zeitung ' schreibt: Fu den Wandelgängen des Reichstages wird bestimmt versichert, daß die dent j ch- konservative Partei keineswegs einmütig das Verhalten des Herrn v. Heydebrand gebilligt, ein Teil der Fraktion vielmehr, insbesondere Gras v. Kanitz, mit großer Entschiedenheit dagegen gesprochen und den Standpunkt des Reichskanzlers vertreten habe.
Der Notenwechsel zwischen der deutschen und der englischen Regierung wegen der u a r 1 - wright-Affare wird dem Dudgetausschuß des Reichstags vorgelegt werden. Es handelt sich bei diesem Notenwechsel bekanntlich um die Anfrage der deutschen Regierung über das bekannte Interview in der „Neuen freien Presse".
Die meisten Berliner Blätter drucken eine Notiz dec „National-Zeitung" ab, wonach Staatssekretär von Kiderlen-Wächter eine einstündige Unterredung mit dem Abgeordneten Erzberger hatte, wobei Herr v. Äiderlen vertrauliche Mitteilungen über die Stellungnahme des Reichskanzlers zum BerfafsungsLuderungsantrag des Herrn Freiherrn o. Hertling gemacht und dem Zentrum > abgeordneten auch verschiedene Aufschlüsse über schwebeiide F-ragen, die sich auf die auswärtige Politik begehen, gab. Wie das „Berliner Tageblatt" hierzu hört, soll Herr Erz-
Forderungen schriftlich zu wiederholen mit dem Hinzufügen, daß die russische Regierung im Falle der Nichterfüllung sich Maßnahmen zum Sckmtze der russischen Interessen Vorbehalte. Tie Note überreichte der Gesandte qeftern.
Petersburg, 13. Nov. Tie gestern von dem ruf ft- djen Gesandten in Teheran der persischen Regierung über- reichte N o t e droht für den Fall der Nichterfüllung der Forderungen mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen.
Ter Rücktritt bt8 Regenten und des Kabinetts.
London, 13. Nov. Tie „Times" meldet aus Teheran von: 12. Nov.: Der Regent und das ganze Kabinett sind infolge des rufsifchen Ultimatums zurückgetreten.
Teheran, 14. Nov. Vom Auswärtige« Amt ist dem russischen Gesandten mitgeteilt worden, daß die persische Negierung daö russische Ultimatum noch nicht beantworten könne, da es fein Kabinett gäbe.
Eine Anfrage im Unterhause.
London, 18. November. Zm Unterhause fragte Ronalds hay, ob die Regierung benachrichtigt sei, daß Rußland der persischen Regierung vorgestern mitgeteilt habe, falls nicht die periischen Gendarmen von dem Besitztum des Bruders des Exschahs Schoa es Saltaneh zurückgezogen und dem russischen Gesandten eine Entschuldigung überreicht würde, wurden die diplomatischen Beziehungen zu Persien abgebro- ch c n. Pariaments-Unterfeiretär des Aeugern A e l^a n d erwiderte: Wie ich erfahren habe, verhält sich die Sache so. Die englische Regierung ist an der fraglichen Angelegenheit, die Anlaß des Streitfalles ist, unbeteiligt. Sie würde jeden ernsten Bruch der Beziehungen Rußlands zu Persien l e b h a f k b e d a ue r n. Ich bin nicht in der Lage, gegenwärtig weitere Erklärungen abzugeben.
Finanzinteressen russischer Beamten in Frage kommen.
In dem Streitfall, der jetzt zu der russischen Kriegsdrohung geführt hat, handelt es sich um das Gut des Schua es Sultane!), eines Bruders des früheren Schah, das von der perji|d)cn Regierung beschlagnahmt werden sollte, indem sich aber die Russen häuslich niedergelassen hatten. Wir erhalten folgende Meldungen:
Petersburg, 13. 9kov. Der Petersburger Telegraphenagentur zufolge hat die vom Finanzbeirat Morgan Shuster angeoronete und teilweise durchgesührte Beschlagnahme des Hauses des an ruchische Untertanen verpachteten Landgutes des Prinzen Schua es - u 11aneh, dcö Bruders des Ex- schahs, zu einem Konflikt mit dem russischen Generalkonsul geführt. Tiefer erfuhr von der Besetzung des Hauses uno des Landgutes durch Geiwarmen. Er entsandte koniularbeamte, die die Gendarmen entfernen sollten. Obgleich die russische Gesandtschaft erhärt hatte, sie erhebe bei der rUmfiszierung des Eigentums von Anhängern des Ezschahs teiue prinzipielle Einwendung und fordere nur Garantie für die mit dem Eigentum etwa verknüpften Zntercsien der rus,ischcn Untertanen, wäre eS bei der Entsendung von Konsularbeamtcn beinahe zu feinem blutigen Konflikt getommen, da die Gendarmen auf die Beamten das Gewehr an legten und nur durch einen zufällig anwesenden perjischen Offizier am Feuern verhindert wurden. Tie persische Regierung richtete an den russischen Gesandten zwei Waten, in denen sie die Abberufung deS Generalkonsuls und der Konsularbeamte« forderte. In Anbetracht des durchaus korrekten Verhaltens der Beamten wurde dem Gesandten vorgeschrieben, sich mit dem persischen Minister des Aeußern mündlich freundschaftlich aus einanderzusetzen, die persischen Noten zurüctzu- geben und Genugtuung zu fordern. Tie persische Regierung verweigerte dies unb for verte eine gemeinsame Unter)uchung des •^em5ufolge wurde der Gesandte nunmehr angewic , .
fir. 2b8 Ws viatt Jahrgang Dienstag, 14- November Ml
GietzenerAnzeiger
politischen Teil: A.must
GWW General-Anzeiger für Gberhefsen A'DM
Annahme von Anzeigen Rotationsbrutf und Verlag der vrühfschen Univ.'vuch- und Steinörudcrel R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstraße 7. den
K ionnittogtTub" Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Seschastrstelle Bahnhofstraße 16a. ___________^'^gemeil: p-
Die heutige Nummer umfa&t 12 Seiten. __
(Ein persisch-russischer Streitfall.
Rußland bat der persischen Regierung ein Ultimatum überreicht, und das persische Kabinett sowie der Regent Nasr-ul Mult sind aus diesem Grunde zuruckgetretcn Der Grund zu diesem Vorgehen lag darin, daß die persische Regierung freie Hand haben wollte gegenüber Personen persischer Nationalität, die ihrem Laude reaktionäre Schwierigkeiten machen. Rußland maßt sich aber ein Schutzrccht iji Persien an, obgleich auf Grund der Konvention von 1907 England und Rußland die Unabhängigkeit des Landes ancrfamit haben. Und Rußland geht so weit, das „Schutz- recht" nicht nur auf russische Untertanen, sondern auch über persische Reaktionäre auszudehnen. Ter persische Finanzbeirat Morgan Shuster hat dieser Tage in der „Times" auch durchblicken lassen, welche besonderen Gründe Rußland oft leiten mögen. „Fragen Sie die russische Botschaft," so meinte er, „warum die Prinzessin Bauoui Uzma in JSpahan nicht der persischen Regierung die Tausende ovn Toman Steuern zahlen soll, die sie seit Jahren schuldet. Sie werden bei der Antivort ein Lächeln nicht unterdrücken können." Es werden häufig die persönlichen
Die Macht öcs Unbefangen.
Bon Frithjof Raufen.*)
Im Anfang war die Welt dm Mensä-cn cm LUnchen. Alles, was außerhalb des Kreises des Genaubekalmten lag, war ein der Phantasie geweihtes Heun, ein Tummelplatz der Fabelwessl aller Mythen: ganz draußen aber lag das Reich des Tuntels unb der Rebel, wo fDiecr und Land und wimmel in eine geronnene Masse zusammenflosien — unb dahliuer öffnete sich der ungeheure Schluno be» Abgruiideo und der leere Raum des schreckens.
AuS dieser Ptärcbcnwelt haben die nüchternen Linien der Hörbild)ui Lanbschaft )ich im Laufe der Zellen lang)am cinpor- gehobeil. Mil unsäglicher Mühe ist das Auge des Men,chen Slück für Stück nach 'Jtorben vorgedrungen, über Berge unb Wälder und Tmidra unb durch die Nebel längs her oben EiS- meertüften — in Sie große Stille, wo io viele Käinpje unb Lewen sich abspieiten, so manche traurige Niederlage, wo 10 mancher stolze Sieger spurlos unter der weiche« Schnecbede ocridiwatw.
Wenn der Gedanke in wachem Traum incheiid burch die Zeiten jurüdeilt, so zieht, ein einziges gewaUigcs kspoi aut die Fähig keil des menschlidien Geistes, sich einer Idee ijinjugebcn, sei sie richtig ober verkehrt, an uns vorüber ein cnbloier Zug kämpsender, mit Reif bebedter Gestalten in dicker Kteidung, einige schlank und kräftig, andere gebeugt mib so schwach, datz ne )id) kaum vor den ödrtitten lveitcr swleppen können, Diele abgezehrr und vor Hunger und Kälte und an Skorbut irerbenb: aber alle blicken sie in die Ferne, nach dem Unbekannten jenseits der unier- gehenden Sonne, ivo das Ziel des Ringens zu ftnden «ein toll.
Wir seben einen Pythcas, Uug und mutig, über die Fäulen des Herkules hinaus iwrdwäns steuern, uni Britannien und Nordamerita zu enldeaen: wir sehen starke Wikinger mir eincTu Cttar, einem Leif Eiriksfon, m offenen Scbnien über grope Meere in Eis utto llnwetter hmeiwegeln unb d.n Nebelschleier von nner nngeseyenen Welt hinioegzichen; wir sehen einen Tavis, einen Bassin nad) Nordwesten, einen Barents nach Nordonen Vordringen und neue Straßen erschließen, während ein Hud'on, den Eis und Winter nid)t besiegt hatten, durch eine erbärmlich. Schandtat feiner Begleiter an ödem Strand ein einsames Grab findet. Wir sehen die glanzende Erscheinung eines Parry da, wo er vordringt, alle überwinden, einen NordensHöld ruhig und sicher neuen Ansichten Bahn brechen und einen Toll am rät sei Hape Weise in treibendem Eis rerfd'winden. Wir sehen Männer, von der Berziveiflung getrieben, einatider ersdiießeti und am- 5ehren, aber wir leben auch edle Menfd)en, die wie ein De Long sterbend ihr-.- Tagebücher vor der Vernichtung zu bewal?reu suchen, bis sie dabei zwammenbrecheii.
In der Pkitte des Zuges schreitet eine lange Prozession,
*) Aus dem neuen, dieser Tage bei F. A. Blockhaus in Leipzig erschienenen zweibändigen uiuftriciien Werte „Nebelheim" pes berühmten Forschers.
hunderlnnbdreißig Männer, die sckiwere Boote und Schlitten wieder Iübwärt3 schleppen, doch ite brechen im Gehen zusammen: sic bleiben unterwegs liegen, einer nach dem anderen, und bezeichnen den Weg durch ihre Reichen: das ftnd Franklins Leute.
Und dann das letzte Drama, der Grönländer Brönlunb, der iid) durch Kälte unb Winternacht über die Eisfelder schleppt, nachdem der Führer MyliuS-Erichien und fein Kamerad Hagen auf langen hosfnungslofen Eilmärschen hn Schnee erfroren sind. Er erreicht das Depot, mir um dort den Tod zu erwarten; aber er weiß, daß die Karten und die Aufzeichnungen, die er treu dahin getragen hat, gefunden und gerettet werden. Er bereitet |id) ruhig vor, den stummen Gast zu empfangen, und schreibt in feinem lückenhaften Dänisch in lern Tagebuch:
„Kam am Fjord 79 um, nachdem iaj vernicht hatte, über das Inlandeis heiinzukehren, im Ako wat November. Kam hier bei abnehmendem 'l'Lonb an und tonnte nicht weiter wegen erfrorener Füße und wegen der Tunlelhcit.
Tie Leia-en der anderen liegen mmen im Fiord vor Gletichern (ungefähr 21, Meilen).
lagert narb am 15. November und Mylius ungefähr zehn Tage ßanad). Jörgen Brönlluid."
Welch eme Geschichte in den weniaen Zeilen! Tie Kultur fenkr ihre Fahnen am Grabe diefes Eskimos.
Was iuducn sie alle im Eise und in der Kälte? Schon jener, der vor «echshundert Fahren den Königsspiegel schrieb, antwortete: „Wünschen du zu wissen, was Lerne in jenem llaiioc luchen ober warum Leute bei so großer Lebensgefahr dorthin fahren, so wisse, daß eine dreifältige ’Jiimr in dem 'JJiannc i|t, Cic ihn dazu treibt. Ein Dell ist Wette: er unb Neigung zur Berühmtheit : denn cs ist die Natur des Mannes, dortym zu ziehen, wo Au^iicbt aur grote Gefahr nt, uno sich dadurch einen bkamen zu machen Ter zweite Tell ist Wißbegterde: denn es ist auch Re Natur des Mannes, daß er bie Gegciwen, von denen man ihm erzählt Hai, keimen uno leben unb aucy wissen will, ob es bor: io ist, wie man ihm getagt hat ober nicht. Ter brüte Teil ijt Gewinnsucht; benn die Leute suchen üoerall nach Geld und Gut und gehen bonl-in, wo jie hören, bau man es gewinnen kann, wenn auch grove Gefahr dabei sein sollte."
Tie GeiLiane ocr artniazcn cntbecauigen zeigt, wie bie Entwicklung des ^ensa-engeschleans üüs dura» große Illusionen gefordert worden ist. Wie die cittbedimö Wettindieits durch Kolumbus einem groben Rechenfehler zu veioanten ist, jo lockte die iabelhafte Jniel Brazil einen cabot auf das Meer hinaus, und er ianb Nordarnerila. Phantafn:J.tU'wncn über offene Polar- meere unb oneue u.urcysahNe.l naaj len Reicytumern xyatois jeiveit-;’ des ci|C5 trieben trog der Mißerfolge üeure immer von neuem dorthin; oi. Polargegenden nmioen nacheinander erforscht. Jedes DOilltanbige ^mgeyen in einer ^bee gut uns etwas, |eu>u wenn cs etwas anderes itt, als erwartet ttntb.
Bor auem aber i|t die Genyüyte oso oourfährten eine einzige große kintjaltunj der -oary: des Unbtiaiuuen uoer das menny.^,1
Gemüt, vielleicht größer uno deutlicher erkennbar, als sie cs in irgend einem anderen Teile des Lebens des Meusd>enge|'d)lechtes ift Nirgends sind wir langsamer notgedrungen, nirgends hat jeder neue Schritt vorwärts so Diel Anstrengung, so viele Lcidcn und Entbchrungen gekostet, und nirgends haben die errungenen Entdeckimgcn wohl weniger materielle Vorteile versprochen — und dennoch standen jederzeit neue Kräfte bereit, um vorwärts zu stürmen und die Grenzen der Welt noch weiter hinauszuruckenl
Toch hat dies Kämpfe gekostet, so schenkt es auch Freuden. Wer mag das Gefühl in Worten auszudrucken, wenn bie letzte schwierige Eisscholle besiegt ist uno vor dem Ange das Meer tiach neuen Reichen hin offen liegt ? Wenn der Nebel sich verzieht und eine Berg' pitze nach der anderen, immer ferner und rem er, auf Eenen noch nie ein Menschenauge geruht hat, auftaucht, und gan* hinten am Horizont ferne Gipfel über dem Meeresianoe sich aiiitürmen, am Himmel übet ihnen der gelblichweiße Widerschein der Fitnfelder — wo der Gedanke neue Kontinente aufbaut! —
Schon seit den Reisen der alten Nordmänner haben bie Eismeerfahrten der Menschheit allerdings auch materielle Werte ge- 'iint:, ine reiche Fischereigebiete, Wal- uno Robbenfang unb anderes; fie haben wi|senschaitlid)e Werte durch das Rennen.ernen unbekannter Gegenden und Verhältnisse gegeben. Aber sie haben uns noch sehr viel mehr eingebracht; sie haben den menschlichen Wille« zur Ueberwituung von Lchwiengleiien gestählt; |ie jinb in der Schlaffheit wechselnder Zeiten eine schule der Männlichteik und der 5elb'Uiberwtnbung gewesen uno haben oer auftvachienden Generation männliche Ideale vorgehalten; sie haben der Phantasie Nahrung gegeben, dem Mino Das Märchen geschenkt unb tie Gedanken der Erwachsenen über btc Mühut des Älrtagsleoeits h.nausgeschoben. Wird unsere Geschichte nicht armer, wenn wir ihr ine arktiichen Reisen nehmen? Vielleicht haben sie barjn der Menichhert bas Größte gegeben.
Wtr sprechen von b.r einen Entdeckung des Nordens, wann der erste Memch die nötb.ichen Regionen der Erde erreichte; was wi>icn wir aber baiwn ? Wir f.iuien ja nur bie allerleßun Schritte ott WanDerungen der Memchen aut Der Erde. Welche Spanne ron ^ehntau'enDen von Fayr.n liegt zwisdien o:m ,j?n- Jdercrn oder Kelten, denen wir Dor: in der Snutzen, in oer frühesten Dämmerung der Geschia-te begegne«: Wie rer|d)Wuibenb kurz erscheint, damit verglichen, bie ganze spätere Zeit, die wir die geschichtliche nennen.
Was ui jenem langen ersten Zeüranm geschah, ist uns noch ein Geheimnis. Wir wissen nur. Daß Eiszect aiü Eieb.u |olgie uno Jtoiocuropa, teUmnic auch Asien unb Nordamerika, mit mächtigen Glenchcrn bedeckte, bie ui diesen Gegetiden alle spuren t-er eilten menschlichen einiicoiung vernnscht habt«. Tazwuchen wärmere Perioden, in denen die Rketuchen wieocr norowarts vordrangen, um von neuem durch die nächste Eisdecke vertrieben zu weroen. Gar vieles laut darauf fchliege«, dag die Wanderung vtp Menichen gen ytoeben bald nach der letzten Eiszeit erfolgte.


