Ausgabe 
23.10.1911 Erstes Blatt
 
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sind Anzeichen großer Tätigkeit vorhanden. Bereits hat ein leichtes Scharmützel stattgefunden. Für Montag wird ein'ernst es Treffen erwartet.

Vuanschikai.

Peking, 21. Okt. In einem D a n k s ch r e i b e n a n den Thron erklärt Yunschikai, er müsse krankheits­halber seine Abreise nach Hube aufgeben. Er werde mittlerweile Vorsichtsmaßregeln ergreifen. Von Seiten des Thrones wurde ihm befohlen, möglichst schnell abzureisen und dadurch die Aufmerksamkeit und das Ver­trauen des Thrones zu rechtfertigen. Der erste Trans­port von Verwundeten aus dem Süden ist hier ernge- troffen. Wie verlautet, haben die Aufständischen Tschang- scha eingenommen. .

Nach hierher gelangten Berichten ist im N o r d e n v o n Kwangsi eine Brigaoe kaiserlicher Truppen von Truppen der Au f st ä n d i s ch e n, die über starke Artillerie verfügen, beschossen worden. Die Kaiserlichen haben sich in Verwirrung nach Simpang-Ehow zurückgezogen.

Die Eröffnung der chinesischen Nationalversammlung.

Peking, 22. Okt. Die Nation alversamm l u n g wurde namens des Regenten vom Prinzen Shihto eröf,net. Tie Thronrede enthält keine Anspielung aus den Aus­stand. Sie hebt den Wunsch hervor, eine konstitutionelle Regierung durchzuführen.

Im zweiten Berliner Reichstagswahlkreis wurde von einer Vertrauensmänncrvcrsammlung der Fortichritt- lichen Partei der bisherige Reichstagsabgeordnete für ranzig, Mommsen, als Kandidat aufgestellt. Der Wahlkreis wird gegenwärtig durch den Sozialdemokraten Fischer vertreten.

Der Vertrag mit Großbritannien über die gegen­seitige Auslieferung von Verbrechern zwischen Deutschland und gewissen britischen Protektoraten ist dem Reichstage zugegangen. In dem Vertrage wird verschie­denen Wünsche englischer Kolonien über die bisherige Auslieferungspraxis Rechnung getragen. An sich ist der Vertrag ohne Bedeutung.

Ausland.

Der russische Ministerrat brachte in der Reichs dum a eine Gesetzesvorlage ein, in welcher gefordert wird, die Be­kämpfung der Trunksucht zur Aufgabe des Staats zu machen.

Deutsche Kolonie«.

Der Gouverneur von Teutsch-Osta frika, Freiherr v. Nechenberg, hat, so teilt dieNordd. Allg. Ztg." mit, auf dringenden ärztlichen Rat telegraphisch um Gewährung eines vo rzeitige n Heimaturlaubes ge­beten. Tein Antrag wiirde oom Staatssekretär des Neichs- kolonialamtes stattgegeben, v. Nechenberg tritt mit dem nächsten Dampfer die Heimreise an. Die Geschäftsleitung übernimmt der erste Referent Geheimer Negierungsrat M e t h n e r.

Kirche und Schule.

Pfarrer Jatho hielt am gestrigen Sonntag in einer Berliner Volksversammlung einen Vortrag über,Kirche und Reich Gottes". Der große Saal war fast ganz gefüllt; Jatho wurde lebhaft begrüßt. Er erklärte zu Anfang, eine eng­herzige Richtung habe ihn wohl aus dem Amte gestoßen, der Gemeinschaft der Kirche aber bleibe er treu. Unsere kirchlichen Gebilde sollten die Augen offen halten für die Einfachheit und Schlichtheit der Religion. Auch er halte eine Kirche im modernsten Sinne für möglich. Das aber sollte ein Dom sein, nicht aus kalten Steinen und Mörtel errichtet, sondern aus Erde gebaut, in die das menschliche Herz als Samenkorn zu setzen sei, um es zur Entfaltung zu bringen. Am Schlüsse seines Vortrages erntete Jatho starken Beifall.

Aus Stadt und Land.

Giegen, 23. Oktober 1911.

Tageskalender für Montag, 23. Oktober.: © t a b t- theater: Volksvorstellung:Kabale und Liede."

F ü n i u h r t e e zum Besten des Frauenbundes der deutschen Kolonial-Gesettschalt, mit Lichtbilder-Vortrag. Von nach­mittags 58 Uhr im Gesellschastsverein.

O e f f e n t l. W ä h l e r - V e r s a m m l u n g der natlib. Partei. Redner Fabrikant A. K l i n g s v o r und Reichs- und Landtagsabg. Dr. O s a n n. Abends 88/< Uhr in Steins Garten.

*"Jn Audienz empfangen wurden vom Groß- h erzog am Samstag u. a.: Pfarrer Widmann, Hof­prediger in Gedern, und Amtsrichter Schneider von Bad- Nauheim.

** Ordensverleihung. Der König von Preußen hat dem Garn.-Verw.-^Oberinspektor a. D. Walter in Lich in Anerkennung der geleisteten 47jährigen treuen Dienste in der Armee den Roten Adlerorden 4. Klasse verliehen.

** Die Vereinigung für gerichtlich e Psy­chologie und Psychiatrie in Hessen hält ihre 14. Hauptversammlung am Samstag, 4. Nov., in Darmstadt ab. Die Tagesordnung lautet: 1. Be­sichtigung der Erziehungsanstalt O h l y st i s t bei Gräfen- hausen. Abfahrt vom Bahnhof Darmstadt im Wagen mm 10i/4 Uhr. 2. Sitzung im Hotel Heß um 2 Uhr mittags. Bericht. Geschäftliches. Vortrag des Professors Dr. Tan­ne m a n n - Gießen: Straf- und zivilrechtliche Beziehungen der Paranoia, illustriert durch Fälle aus der Praxis der hessischen Gerichte. 3, Gemeinschaftliches Gssen im Hotel Heß.

Stadttheater. Da das erste Opern-Gastspiel am 30. d. M. stattfindet, muß die Aufführung von Aristophanes Frösche" mit den Herren Hacker, Jürgas und Lehrmann vom Darmstädter Hoftheater auf einen späteren Termin als den ursprünglich in Aussicht genommenen, 31. Oktober, ver­schoben werden. Die Vorbestellungen fürDie Frösche" be­halten Gültigkeit, falls nicht direkte Abbestellung erfolgt.

** Zigaretten st euer. Im Interesse unserer zahl­reichen, mit der Zigarettensteuer unterliegenden Waren Handel treibenden Leser machen Mir an dieser Stelle auf die einschneidende Bestimmung in § 15 des Zigaret­tensteuergesetzes besonders aufmerksam, wonach der­jenige, der sich gewerbsmäßig mit dem Verkauf von Ziga­retten, Zigarettentabak, Zigarettenhülsen und -Blättchen befassen will, dies vorher der .Steuerbehörde anzuzeigen hat. Die Anmeldung hat im Bezirk eines Steueramts bei diesem, im übrigen aber unmittelbar bei dem zuständigen Hauptsteueramt zu erfolgen. Die Beachtung dürste umso­mehr erforderlich sein, als Zuwiderhandlungen gegen die betreffenden gesetzlichen Vorschriften mit besonders hohen Strafen, bis zu 300 Mk., geahndet werden.

** Christianentag. Der in den Tagen vom 16. bis 18. Oktober unter den Eisenbahnern veranstaltete Blumentag für den Erweiterungsbau des Christianen- heims in Erfurt hat hier in Gießen rund 300 Mark ein­gebracht.

** Verein ehemaliger 116er. Am Samstag abend hielt der Verein ehemaliger 116 er seine Herbst-Mitglieder-Ver- sammlung in der Restauration Sauer ab, die von über 100 Mit­gliedern besucht war. Der 1. Vorsitzende, Rechtsanwalt Kauf­mann, erstattete Bericht über die Tätigkeit des Vereins im abgelausenen Halbjahr. Der Ausbau des Vereins ist außerordent- ltch gefördert worden, und die Zahl der Mitglieder ist auf 375 ^gewachsen.. Der Verein war bestrebt, mit dem Regiment, den Gießener Militärvereinen und den auf vaterländischer Grund­lage stehenden bürgerlichen Vereinen Gießens ein gutes Ver- haltms anzubahnen. Dies ist ihm, wie sich aus der großen Zahl der gegenieitigen Einladungen ergab, geglückt. Der Verein wurde in den Hassia-Verband hessischer Kriegervereine aus­genommen. Der Vorsitzende schloß seinen Bericht mit einem Appell an die Kameradschaft unter den Mitgliedern und dem Gelöbnis der Anhänglichkeit an das Stammregiment, sowie der ^.reue zum Chef des Regiments, auf den er ein begeistert auf­genommenes Hurra ausbrachte. Die Tagesordnung wurde aus- nahmslos nach den Vorschlägen des Vorstandes erledigt. So befchlotz Die Mitgliederversammlung, daß der Vorstand mit dem hleiigen Regiment und den verschiedenen Vereinen und Verbänden

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Aus Hessen.

Die Freiheit der Landesuniversität.

Der fortschrittliche L an d t a g s k a nd i d a t für Gießen, Prof. Ur st ad t, ersucht uns um Auf­nahme folgender Bemerkungen:

Ich habe nicht gesagt, nur mit schwerer Mühe sei es gelungen, die Einsetzung eines Kurawrs bei der Universität zu verhindern. Ich habe nur ausgeführt, daß ich für die weitgehendste Selbst­verwaltung der Universität sei. Deshalb hätte ich es mit Freuden begrüßt, daß der vorübergehend erwogene Gedanke, einen besonderen .Kurator anzustellen, wieder fallen gelassen sei. Denn der Kurator hätte sich vielleicht auch in preußischem Geist auswachsen können zu einer außerhalb des Professorenkörpers stehenden Gewalt, die der Universität auch aufoktroyiett werden und ihr juristisch-bureau- kratisch im Nacken sitzen könne.

DioBerichtigung" bestätigt im Grunde den Sinn dessen, was von uns in der Versammlung notiert und wiedergegeben worden ist.

Vom Geh. Justizrat Prof. Dr. Biermann erhalten wir folgende Zuschrift:

Nach dem Bericht im Gießener Anzeiger Nr. 248 hat Herr Professor Urstadt in einer fortschritllichen Wählerversammlung Folgendes gesagt: Nanientlich auf dem Gebiet des Schulwesens 'zeige sich das Wirken der Reaktion. Die Freiheit der Universität werde von ihr bedroht und nur mit schwerer Mühe sei es gelungen, die Einsetzung eines Kurators zu verhindern. Als bisheriger Rektor der Landesuniversrtät erkläre ich demgegenüber Folgendes: Die ^ausgestellten Behauptungen können auf Tatsachen nicht gestützt werden. Die seit dem 1. Oktober d. I. bestehende Verwaltungs- organisation der Landesuniversität ist vom Senat selber aus­gearbeitet und von der Regierung anstandslos genehmigt worden. Ein Kurator ist der Landesuniversität niemals angesonnen worden. Möglicherweise hat der Redner Kurator und Kanzler verwechselt. .Das Kanzleramt ist allerdings auch in der neuen Verfassung der Landesuniversität beibehalten worden, es ist aber bekanntlich seit mehr als 20 Jahren mit dem Rektorat vereinigt und gänzlich -unschädlich. Wodurch sonst noch die Freiheit der Umversität bedroht sein soll, ist ebenfalls nicht verständlich. Vielleicht hat der Redner an die bekannten Angriffe der orthodoxen Geistlichkeit gegen unsere theologische .Fakultät gedacht. Diese haben aber bet der Regierung gerade kein geneigtes Gehör gefunden und sind in den Kammern bisher kaum behandelt worden. Die Berührungs­punkte zwischen Kammern ttnd Universität sind sehr gering. Sie bestehen fast nur darin, daß die Kammern alljährlich das Budget der Landesuniversität zu bewilligen haben. Hier aber sind bis­cher kaum jemals nennenswerte Schwierigkeiten entstanden, und die Tätigkeit des Referemen für das Budget der Universität, des Abgeordneten Brauer-Ofleiden, der seines Amtes stets mit großem Verständnis Md uneingeschränktem Wohlwollen gwaltet hat, ver­dient jegliche Anerkennung.

Die Landtagswahl in Großcnlinden-Heuchelheim.

,<- ließen- 22. Ott. Eine liberale Vertrauens- münnerversammlungbeiderRichtungen, fort­schrittliche Volkspartei und Nationalliberale, tagte heute .nachmittag im Lenzschen Felsenkeller, um sich mit der -Landtagswahlim Wahlkreis Großen-Linden- Heuchelheim zu befassen. Von den Rednern wurde die .Notwendigkeit einer gemeinsamen liberalen Kandidatur be- iüont. Mehrere Redner vom Lande hoben hervor, daß das liberale Element des Wahlkreises eine Kandidatur erwarte, andernfalls sich der Wahl enthalte. Darauf wurde Bür­germeister Kreiling-Heuchelheim als Landtags­kandidat endgültig aufgestellt. Alsbald erfolgte auch die Wahl eines Ausschusses, der die Wahlagitation ausnehmen soll und einen Wahlaufruf aufstellen wird. In einer An­zahl von Orten werden schon in den nächsten Tagen Ver­sammlungen stattfinden.

Deutsches Kelch.

p In der bayerischen Kammer der Abgeord­neten antwortete der Minister des Aeußern Dr Graf v. Podewils-Dürniz auf die Anfrage der Sozial­demokraten, warum die.Staatsregierung während der deutsch-französischen Verhandlungen in der Marvkkoangelegenheit von dem Bayern zustehen­den Recht der Einberufung des Ausschusses des Bundesrats für auswärtige Angelegenheiten keinen Gebrauch machte, daß er bereit sei, die Anfrage zu beant­worten, sich dies jedoch mit Rücksicht auf die noch schwe­benden Verhandlungen vorläufig versagen müsse. Für die bayerische Regierung und den Landtag bestehe aller Anlaß die gleiche Zurückhaltung zu üben, die sich die Reichs- lertung für die parlamentarische Behandlung des Geaen- standes auferlegte.

Aus Hagen wird berichtet: Bei regnerischem Wetter fand am Sonntag unter starker Beteiligung die Einweihung des Turms bei Hagen statt. Der Turm ist 24 Meter hoch und hat ttwa 60 000 Mark gekostet. In dem Turm fSet nn e n j; ? V" "V r mit vielen Erinnerungs-

Men aus dem Richternachlaß. Unter den Festgästen befanden sich die Abgeordneten Wremer, Gyßling, Wagner, Sommer und Wr. Kruger. Die Feter am Denkmal wurde mit einem von Alb Trager verfaßten Prolog eröffnet. Die Festrede am Turm hielt 0eü?,bte/..rba6 ^ne Partei die politische Arbeit am Gerste Richters werterführen werde. Abends folgte ein Kom- mcrs, aus dem u. a. Pros. Krüger sprach.

waren er die kaufen

ernte ist im Vogelsberg gut ausgefallen. Die Knollen sind stark und sehr wohlschmeckend. Das gute Wetter hat die Aussaat von Korn sehr begünstigt, viele Aecker stehen schon grün da. ,

auf dem Brandplatz zum Markt gekommen. Da Wurst erheblich billiger abgab als man sie sonst zu gewohnt ist, hatte der Mann bald ausverkaust.

Kreis Schotten.

H ar t m ann s h a i n, 22. Okt. Die Kartoffel-

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 21. Ott. Die Räumlich keit en des Amtsgerichts waren seither schon beschränkt. .Nun sind im Juni d. I. vier große Dörfer dem Gerichte neu, zugeteilt worden. Dadurch ist der Raummangel noch größer geworden. Auch hat das Gebäude noch sonstige Fehler. Die Behörde sah sich deshalb genötigt, an einen Neubau zu denken, hat aber den Bau eines neuen Amtsgerichts einstweilen verschoben. In diesen Tagen ist der erste Srock des Hauses, der seither als Wohnung des Oberamtsrichters diente, frei geworden. Dieser Stock wird nun zu Gerichts- Räumen eingerichtet. Dadurch ist man einem Wunsche der Friedberger Einwohnerschaft gerecht geworden, die das Amtsgericht gern im Mittelpunkt der Geschäftsstadt be­halten möchte. Bis zur letzten Stunde hatte man ge­hofft, daß das Ministerium die Abhaltung unseres H erb st- Pferde Marktes gestatten würde. Gestern morgen nun fiel die Entscheidung dafür, daß der Markt nicht sein darf. Die mit dem Markt in Verbindung stehende Ver­losung findet nächsten Mittwoch statt.

Starkenburg und Nheinhesfen.

w. Darmstadt, 22. Olt. In Berlin-Charlotten­burg ist Generalmajor zur Disposition Benno v. Heineccius im Alter von 81 Jahren gestorben. Er war zuletzt Komman­deur des Feldartillerie-Regiments in Darmstadt, v. Heineccius machte die Feldzüge 1864, 1866 und 1870/71 mit und war Ritter des Eisernen Kreuzes erster Klasse.

d. M ai nz-Mo mb a ch, 22. Ott. Heute vormittag wurde die neue evang. Kirche und das Gemeindehaus cin- geweiht, außerdem wurde das 25jährige Bestehen der evang. Gemeinde gefeiert. Mombach, das zum größten Teil katholisch ist, hatte Festschmuck angelegt. Um 9.50 Uhr traf das Groß- herzogspaar im Automobil ein. Die Schulkinder, die Feuer­wehr, die Sanitätskolonne hatten Spalier gebildet und empfingen das Großherzogspaar mit Hochrufen. Am Eingang zur Kirche wurde das Großherzogspaar von Provinzialdirektor Geheimrat Dr. Breidert, Regierungsrat Weber, Oberbürgermeister Dr. Göttel- mann, Bürgermeister Dr. Schmidt, Ortsvorsteher Freber, Ober- konsntonalrat Euler, dem Ortsgeistlichen Dr. Berk, Geheimen Klrchenrat Frohnhäuser-Mainz, Dekan Lic. Jacob, Pfarrer Schneider-Darmstadt und Stadtpfarrer Dingeldey-Darmftadt emp­fangen und in die Kirche geleitet. Nach beendigtem Gottesdienst wurden zwei Kinder getauft. Die Weihehandlung der neuen Kirche wurde von dem Oberkonsistorialrat Euler vorgenommen. Es sand die Einführung der Gemeindeschwestern vom hessischen Diakon» senverem durchs dessen Geistlichen, Pfarrer Schneider- Darmstadt, statt. Zum Schlüsse der Feier fand ein Rundgang durch die Kirche und das Gemeindehaus statt. Um 11V- Uhr fuhr das Großherzogspaar wieder im Automobil nach Darmstadt zurück. Am Nachmittag fand Kirchenkonzert statt, in dem die Hosopern- sangerln Frl. Elisabeth Kaiser mitlvirkte.

Hessen-Nassau.

h. Marburg, 21. Okt. In der heutigen Sitzung des Kreistages für den Kreis Marburg wurde betreffs der Wie­derbesetzung des durch den Tod des Landrats Geh. Reg.- Rats v. Negelem erledigten Landratsamts der auf Antrag des Meilen der Kreistagsmitglieder Kaufmann Bücking folgen­der Beschluß gefaßt:Der Kreistag verzichtet auf sein Vor­schlagsrecht mit dem Wunsche, daß die Regierung den mit der komml||ari|chen Verwaltung beauftragten Landrat von und zu Löwenstein dem Könige als Landrat vorschlägt." Als Mit­glied des kurhessischen Kommunallandtages an Stelle v. Negeleins wurde Kreistagsmitglied Bürgermeister Breitstadt-Hassenhausen säst eilistimmig gewählt. Große Meinungsverschiedenheiten zwischen den ländlichen und städtischen Kreistagsmitgliedern brachte die Frage der bereits im Bau begriffenen Wanderarbeits- Itatte ui hrestger Gemarkung. Von ersteren wurde betont, daß es mn hpm s anb? irborftmthr halte, Arbeiter zu bekommen,

ehemaliger 116 er in Verbindung treten soll, um rechtzeitig die Vorarbeiten für eine würdige Durchführung des 1913 stattfinden- den Regimentsjubiläums zu beginnen. Einstimmig beschloß sie weiter, daß den Hinterbliebenen eines jeden Mitglieds im Sterbe- salle auö der Vereinskasse eine Beihilfe von 100 Mk. gewährt werden soll. Um diese besonderen Ausgaben decken zu können, wurde der Mitgliederbeitrag um 2 Mk. für das Jahr erhöht. Auch dieser Beschluß wurde einstimmig gefaßt. Die vom Vor­stand vorgelegte Trauerordnung wurde genehmigt. Bezüglich des einheitlichen Vereinsanzugs wurde festgelegt, daß mit der An­schaffung von blauen Mützen begonnen werden soll. Die Winter­festlichkeiten wurden wie folgt festgelegt: Anfangs November Licht­bildervortrag über die deutschen Kolonien: 24. November Groß- Herzogs-Geburtstagsfeier: 16. Dez. Weihnachtsfeier: 28. Januar 1912 Kaisers-Geburtstagsfeier (Abendunterhaltung mit Ball) im Cafä Leib. Nachdem noch aus der Versammlung heraus dem Vorstand für seine Mühewaltung und die gute Vorbereitung der einzelnen Vorlagen der Dank der Mitglieder ausgesprochen worden war, ging man zum gemütlichen Teil über, der die Mitglieder beim Gesang froher Soldatenlieder lange zusammenhielt.

*^TerEvangeli|che Ar beiterverein feierte gestern sein Stiftungsfest. Nachmittags fand ein Feftgottesdienst in der Johanneskirche statt, in dem Pfarrafsistent Schor lerne r die Festpredigt hielt. Die durch den Gemischten Chor des Vereins zu Gehör gebrachten ChöreHarre meine Seele" undIch bete an die Macht der Liebe" verliehen dem Gottesdienst ein besonderes Gepräge. Bei dem Abends in Steins Garten abgehaltenen Fa­milienabend hielt Privatdozent Dr. Vogt eine sehr beifällig aufgenommene Ansprache. Im übrigen trugen die Darbietungen des Gemilchten Chors unter Leitung seines Dirigenten, Musik- lehrcr Gernhardt, die Deklamation der kleinen Schnabel, sowie bas airigefiiljrte Theater MUDer Nachtwachter" wesenttich zur Verschönerung des Abends bei.

** Gieß ener Eisverein. In der Hauvtver- sammlung des Eisvereins wurde mitgeteilt, daß das sür einen geplanten neuen Hausbau vorhandene Kapital 10 000 Mark beträgt. Der Eisverein wird fürHen kommen­den Winter einen Warteraum mit Heiz- uird Kochgelegen­heit für die auf der Bahn beschäftigten Arbeiter Herrichten lassen. Beschlossen wurde, die seitherigen Vergünstigungen für die Besucher der Volksschule, bestehend in Freikarten, freie Lauftage und Dauerkarten zu sehr billigen Preisen, bestehen bleiben sollen. Der Abendlauf soll im Interesse der kaufmännischen Angestellten weiter ausgedehnt werden. Außer betn seitherigen Jugenopreislausen ist für 1911/12 ein großer Wanderpreis-Kunstlauf offen sür Läufer aus Hessen und Hessen-Nassau geplant, für den ein Preis be­reits zur Verfügung gestellt ist.

** Wur st verkauf auf unseren Wochenmärk­ten. Am Samstag war ein Landmetzger aus dem Nassau­ischen das zweite Mal mit einem größeren Vorrat Wurst-

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