Krönung Ferr y a n g e n o m men, die die Erklärungen der Regierung billig?und ihr das Vertrauen aus - iP richt, jie eine Politik verfolgen zu sehen, die den besonderen Interessen Frankreichs in Marokko und der Alge- cirasakte entspricht. Ter Passus, der das Vertrauen betont, wurde mit 434 gegen 77*Stimmen angenommen.
Aus Mekiues lüirb unterm 10. ds. gemeldet, daß General Moiuicr daselbst einen Militärposten eingerichtet habe, der aus zwei Schauje-Couns, ferner der Mahalla Omranis sowie einer Artillerieabteilung und zwei Kompagnieri algerischer nnb Senegalschützen bestehe. General Moinier werde sict^nach Norden wenden, um mit der Kolonne des Obersten Comte zusammenzutressen, und werde sodann zu einem neuen Aufenthalt nach Fez zurückkehren.
Die „Agence Havas" meldet aus Fez unterm 13. Juni: Der Sultan ist, wie cs heißt, höchst empört über die La n dir n g d e r S p a n i c r und wird energisch protestieren. Aus Mazagan wird der „Agence Havas" unterm 13. Juni gemeldet: Der Stamm Rahamna, der zu El Glaui hält, empörte sich und erklärte die Absetzung Mulay Ha f i d s. In Suk Djemao bei Marakesch wurde der Markt geplündert und mehrere Personen getötet. Bis zum 8. Juni herrschte in Marakesch Rühe.
Aus Tanger wird Pariser Blättern gemeldet, die Besetzung von Larrasch und El Ksar habe unter den in Tanger wohnhaften 7000 Spaniern eine sehr a n m a ß e n d e S t i m- mung hervorgerufcn. Die Meldungen aus Larrasch bewiesen, daß die Spanier sich dort für lange Zeit und gründlich festsetzen wollen. Da jedoch jeder Vorwand für diese Besetzung mangele, nähmen die gegen die Eingeborenen gerichteten Herausforderungen immer mehr zu. So habe der die scherifischen Truppen von El Ksar kommandierende Kaid einen Patronillendienst eingerichtet. Der Befehlshaber der spanischen Truppen, Rittmeister Ovilo, habe jedoch einer solchen Patrouille gedroht, sie ins Gefängnis zu werfen. Ter Kaid habe darauf ironisch erklärt, daß er seit dem „furchtbaren" Angriff, den die Stadt am 7. Juni zu überstehen hatte, es für nötig gehalten habe, durch den Patrouillendienst die Sicherheit und Ordnung aufrechtzuerhalten.
Die Lage in Albanien.
Prischtina, 16. Juni. Der EinzuZ des Sultans vollzog sich in großer Ordnung. Die «L-tadt ist überfüllt; aus dem Kreise Gilaue sind etwa fünfzehntauseud Albanesen ein- getroffeu. Extrazüge bringen Tausende von Uesküb und Mitro- vitza. Die Bewohner aller serbischen Dörfer mit Fahnen sind hier zu einem Festzug vereinigt und bringen dem Sultan und dem Kriegsminister Huldigungen dar.
Der Sultan hielt in Anwesenheit von über 100 000 Albanesen ein Sesamlik ab. Der Eindruck bei deu Albanesen überstieg alle Erwartung. Der Sultan stiftete 50 000 Pfund zur Befreiung der Albanesen aus der Schuldhaft und zum Ausgleich schwebender Blutrache. Mle wegen politischer Vergehen verhafteten Albanesen sowie 137 Bulgaren wurden begnadigt. Nach dem Sesamlik fand die feierliche Grundsteinlegung der vom Sultan gestifteten Hochschule statt.
In einem türkischer Kommunique werden die auswärtigen Nachrichten über GreucltatentürkischerTr uppen gegen die Malissoren dementiert. Die Behauptung, daß Soldaten Kinder ermordeten, sei eine böswillige Erfindung. Dagegen sei richtig, daß Rebellen und Montenegriner einem bei Kastrati gefallenen türkischen Soldaten die Augen ausgestochen haben. Das Äriegsministerium dementiert die Meldungen, nach denen bei Selke ein neuer, für die Truppen schwieriger Kampf stattgefunden habe, die Schalastämme sich erhoben und die Miraditen Alessio besetzt hätten.
Der montenegrinische Geschäftsträger unternahm bei der Pforte Schritte wegen der von türkischer Selle erfolgten Wiederbesetzung der Anhöhe von I c s c r o , die seit dem Jahre 1910 als montenegrinisches Gebiet anerkannt ist, sowie wegen der Errichtung zweier Redouten auf montenegrinischem Gebiete und wegen eines Brandes zweier montenegrinischer Wälder, die von den Türken aus strategischen Gründen niedergebrannt wurden. Ter Geschäftsträger verlangte die Räumung von Jesero und Beseitigung der Redouten. Die Abreise der türkischen Militär lornmiffion zur Abgrenzung der strittigen Punkte an der türkisch-montenegrinischen Grenze wurde bis zur ,(Ernennung montenegrinischer Delegierter verschoben.
Der Ausstand der Seeleute.
Amsterdam, 16. Juni. Die Bemannung dreier Dampfer, die heute im Hasen eingclaufen sind, schloß sich dem Streik an. Eine Schar alter Matrosen vom Königlichen Lloyd, die mit der Arbeit der streikenden Matrosen betraut waren, ist gleichfalls in den Ausstand getreten. Gegenwärtig beträgt die Zahl der Streikenden 300. Ein Dampfer der Rotterdam American Petroleum-Company, der heute früh auslaufen sollte, konnte keine Mannschaft anwcrben.
Zu dem Gerücht, daß sich Expräsident Castro au Bord eines unter deutscher Flagge segelnden Schisses in den Gewäsicrn von Haiti befindet, erklärt der Inhaber der Firma Georg Grvt- st ü ck - B e r l i n , Konsul Grotstück, den hiesigen Mittagsblatlcrn: Ich kaufte seinerzeit den von der italienischen Regierung amsran- gierten Kreuzer „Umbrio" und verkaufte ihn, nachdem ich ihn modernisieren ließ, an die haitianische Regierung. Vor einigen Tagen mußte der Kreuzer, der allerdings unter deutscher <nagge suhr, da er bis zur Uebernahme und Bezahlung durch die Regierung von Haiti mein Eigentum ist, Las Palmas anlaufen, um Proviant und Kohlen zu nehmeii. In Las Palmas wohnte Ex- präsident Castro, vielleicht wohnt er auch jetzt noch da; dies entzieht sich aber meiner Kenntnis. Das Anlaufen in Las-Palmas gab zu dem Gerücht Anlaß, ich habe das Schiff an Venezuela verkauft und Castro befinde sich an Bord, um von dort aus einen Puts d) in Szene zu setzen. Diese ganze M ä r ist ebenso lächerlich wie absurd, und, um das Ganze zu krönen, verwechselte man meinen Proturisteii, einen guten Deutschen, mit Castro. Heute nacht erhielt ich ein Telegramm, daß das Schiff gestern abend in Port-au-Prince eingelaufeir und von den dortigen Behörden feierlich empfangen worden sei. Heute im Laufe des Tages wird die Uebernahme des Schiffes und die Bezahlung durchs die haitianische Regierung erfolgen. Im übrigen besteht die ganze Besatzung des Schiffes, vom Kapitän bis zum letzten Mann hinunter, aus Deutschen, die sämtlich früher bei der Kqisex- lichen Marine dienten.
Auflösung einer reichslänöischen sranzosenfremdiichen Studentenverbindung.
Straßburg, 16. Juni. Die Angelegenheit der hiesigen Elsäßer-Verbinduna „Cercle des Etu- )iants", dessen sog. Semesteroericht sich in überaus deutsch-feindlichen Worten erging, ist, wie die „Straßburger Post" aus akademischen Kreisen erfährt, nunmehr zum Abschluß gekommen. Tie Studentenvereinigung wurde aufgelöst. Der Verfasser des fraglichen Artikels, Student Münck, ist für immer relegiert, den immatrikulierten Vorstandsmitgliedern vom vorigen Wintersemester ist die Verweisung von der Universität angedroht worden.
Ter akademische Senat hat den Beschluß in seiner Sitzung am 12. Juni einstimmig gefaßt. Begründet wird die Maßregel damit, daß der Artikel „Le bon sans com- mun. Peregrinations ä, travers roncas et broussailles, Pamphlet du jour.“, der in dem offiziellen Semesterbericht für das Wintersemester 1910/11 erschienen war, mehrere /deutsch-feindliche Aeußerungen sehr gehässiger und verletzender Art enthielt. Diese Tatsache stehe im offenen Widerspruch mit der Eigenschaft der „Studentenver- einignng" als einer vom Senat einer deutschen Universität genehmigten Korporation und das könne durch die literarische Form, in der der Artikel gehalten sei, nicht entschuldigt werden. Dann finden sich in dem Artikel nicht nur Aeußerungen, die die Sitte und Ordnung des akademischen Lebens, sondern überhaupt das sittliche Gefühl schwer verletzten durch eine längere Stelle sexuellen Inhalts, die geradezu als pornographisch zu charakterisieren sei. Erschwerend komme hinzu, daß die erwähnte Stelle an ein Bibelzitat anknüpfe, das selbst wieder zu einem Abschnitt gehöre, der die katholische, evangelische und jüdische Konfession in frivoler Weise verhöhne. Ms vierter Grund der Auflösung wird angegeben, daß aus dem Semesterbericht, Seite 11, hervorgehc, daß sich die Studentenvereinigung als Fortsetzung des Vereins Sundgovia-Erwinia betrachte, der am 11. April 1887 wegen!)eutsch-feindlichen Verhaltens aufgelöst worden sei.
Deutsches Reich.
Der Kaiser ist am Freitag kurz vor 3 Uhr mittels Sonderzug in Hannover eingetroffen. Er wurde am Bahnhof von dem Polizeipräsidenten v. Beckerath und dem Geheimrat Barney empfangen und in das Fürstenzimmer geleitet, wo drei junge «Mädchen dem Kaiser Kornblumen überreichten. Darauf fuhr der Kaiser, der die Uniform der Königsulanen trug, im Automobil unter den Hochrufen des zahlreich versammelten Publikums nach dem Rennplatz.
In der Druckerei der Firma August Scherl, G. m. b. H., haben sich am Donnerstag abend die Maschinenmeister geweigert, den Berliner Lokalanzeiger zu drucken, weil auf Grund eines Urteils des von Gehilfen und Prinzipalen zu gleichen Teilen besetzten Tarifamtes zwei Maschinenmeister entlassen worden waren. Daraufhin haben sich die Firmen Ullstein u. Co. und Rudolf Mosse mit der Firma August Scherl solidarisch erklärt und beschlossen, ihre Zeitungen Berliner Tageblatt, Berliner Morgenpost, Berliner Lokalanzeiger, Berliner Allgemeine Zeitung, Tag, Berliner Morgenzeitung und Berliner Volkszeitung nicht erscheinen zu lassen.
Bei der Landtagsersatzwahl int Wahlkreise Eschwcge- Schmalkalden für die ungültig erklärte Wahl des Äbg. Wendlandt (Rat.) wurde dieser mit 164 gegen 131 Stimmen, die auf den konservativen Kandidaten Landrat v. Keudell ent-
Rotterdam, 16. Juni. Die Ausstandslage ist kaum verändert; die Frachtschiffahrt leidet unter dem Ausstand weniger als die regulären D-ampserlinien. Seit gestern sind vier Dampfer von hier abgegangen.
Brüssel, 16. Juni. Das Syndikat der Seeleute gibt bekannt, daß sich der S tr e i f im Laufe des heutigen Tages wicfentlich ausgedehnt habe. Auf dem Dampfer „Devonshire" streikt die gesamte Besatzung mit Ausnahme zweier Heizer. Ferner verweigerten den Dienst die Mannschaften der Dampfer „Ocean", „Tunise", „Adolfe Deppe". Mehrere andere Dampfer mußten mit unvollständiger Besatzung in See gehen. Andere mußten außerhalb des Hafens Anker werfen, um gelbe Arbeiter aufzunehmen. Das Syndikat der Handwerker von Antwcrj>en hat einstimmig beschlossen, die streikenden Seeleute mit Geldmitteln zu unterstützen.
Antwerpen, 16. Juni. Heute ist hier alles ruhig, .ine Red-Star-Lime erklärte, daß sie den Abgang aller Schiffe für die nächsten sechs Wochen sicher gestellt habe. Die Dockarbeiter verhalten sich nach wie vor ablehnend gegen den Streik.
11' 10. Juni, ^us den heutigen Berichten verschie- dener -Lchntahrtszentren geht hervor, daß in vielen Fällen Dampfer Uch thre Mannschaften nur unter Gewährung erhöhter Lohne beschaffen konnten, während einige Mannschaften sich ^erljaupt meigerten, sich anmustern zu lassen, andre kündigten.
^chOle auf dem Tyne konnten sich moxgens die übliche .LuannjdiaK verichaffeu, nachmittags dagegen weigerten sich in ^ewcastle die Mannschaften, sich anheuern zu lassen. In Leith dehnt jid) der Ausstand aus; vierhundert Seeleute lehnten es ab, sich anwerben zu lassen.
N e u y o r k, 16. Juni. Der Verband der amerikanischen Seeleute, dem 20 000 im Küstenhandel angestellte Seeleute unterstehen, ordnete für heute den Aus stand an, um höhere Lohne und belfere Arbeitsvedingungen zu erzielen. Tie Führer veriicherm ne iDüriieit die ganze amerikanische Schiffahrt lahm- tegen. -rcc trausatlantgchcn Linien werden von dem Ausstand nicht bctrolsen J.ud) durch den englischen Ausstand sind sie, loweit Ncuyott in Betracht kommt, bisher nicht in Mitleidenschaft gezogen worden.
Exprästdent Lastro als Pirakentzäüptimg?
Wie in Washington bekannt gegeben wird, sollen Mehrere amerikanische Kriegsschiffe ausgesandt werdM,um das Schiff „Consul Grothus" zu Lerwachen am dem lich Caltro bcsmdm ioll. Cajrro lvll, menn er sich an Boro Ä Äu nad) LÄ
fielen, wiedergewählt.
lTtie w ürttemb er g ische 2. Kammer hat die neue Gehaltsordnung der Staatsdiener im engeren Sinn mit 81 Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen angenommen.
Zum Scheiden des Priiizen M a x von Baden aus seiner Stellung als Brigadekommandeur stellt der kommandierende General des 4. Armeekorps die Gerüchte über Differenzen zwischen ihm und dem Prinzen in Abrede.
Ausland.
Bezüglich der Meldung, caj mc Paris-Lyon-Mittel- m e e r - Ba h n g e s el l s ch.i f t bei zwei deutschen Firmen eine Anzahl Lokomotiven bestellt habe, wurde im französischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten erllärt, es sei richtig, daß mcycrc französische Gesellschaften in Teutschland Lokomotiven bestellt haben. Es stehe den Gesellschaften in der Tat frei, ihre Maschinen- und Wagenbauer selbst zu wählen. Immerhin habe der Minister der öffentlichen Arbeiten sie aufgefordert, ihre Bestellungen rechtzeitig vorzubereiten, damit sie infolge einer etwaigen plötzlichen Zunahme des Verkehrs nicht genötigt seien, sich an das Ausland zu wenden.
Tie, Hafenbehörden von Vigo belegten den deutschen Dampfer „Pluto", der heute von Villa Carcia hier ein- getrolsen war, mit Beschlug. Der Dampfer soll Kollis mit Awffen und Konterbande, die auf dem Bahnyof Eronse beschlagnahmt worden war, in Villa Carcia gelandet haben.
Ter neue Gouverneur von Chchunhus (Mexiko) kündigt an, datz bte neue Verwaltung keine Konzessionen an A u S la n der gewährt, die Monopolen gleichkommen. Es werde mit allen Mitteln versucht, die bestehenden Monopole einzu- Ichranken, bte sich in Händen der Amerikaner, Engländer und Deutschen befinden.
Ans Staöt und Cane«
Gießen, 17. Juni 1911.
HeilungOlfbskaleuder. Kine matograph: Täglich Lor»
Biograph: Täglich Vorstellung.
b> nr teilt onjert Sonntag nachmittag 4 Uhr auf der „meoigshohe-. *
er **.R/ 6) te? pcrsonalien ^er Großherzog hat den Amtsrichter bet dem Amtsgericht Wöllstein Jak. Keller zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lm.o en und den ^^ui)t3aijeifor Karl S t nmp f aus Arnsburg zum Amtsrichter bet dem Amtsgericht Wöllstein ernannt.
L c f; r i: P c r sonalien, liebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Karl He mb es aus Ober-Olm eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ohmes, dein Schulamtsaspiranten Joh. Ganß aus Groß-Zimmern eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Jügesheim; ferner der Schulamtsaspirantin Elisabeth F r ü h w e i n aus Darmstadt eine Lehrerinstelle an der Gemeindeschule zu Münster (Kr. Dieburg).
•• Stadttheater. In der Aufführung von „Graf von Luxemburg" am Dienstag wirken von neuen Lolokrästcn mit: Alice Tlmller vom Theater an der Wien als Angöle, Antoinette Ries, früher am Kissinger Kurtheater, als Juliette, Otto Beer von der Wiener Volksoper als Renöe und Gurt Harden vom neuen Stadttheater in Bielefeld als Brissard. Die Proben der Operette in Nauheim haben bereits erwiesen, daß eine ganz vorzügliche Aufführung erwartet werden darf. — Nochmals wird der Wunsch ausgesprochen, Billettbestellungen nur an die Kasse des Stadttheaters zu richten, da Briefe an die Direktion von der Post nach Bad-Nauheim geleitet werden.
" Kunst verein. Die Gemälde-AuSstellung, die seit Sonntag neu ist, hatte sich dieser Tage eines regen Besuches zu erfreuen und die ausgestellten Bilder von Wondra, Schreuer, Paul, Felber, Barnas und Hablik fanden allseitige Beachtung. Obgleich die moderne Hablik-Kollektion nicht Jedermanns Geschmack ist, finden die Bilder hier besonderes Interesse, wie auch auf allen größeren Ausstellungen Hablik mit seinen Arbeiten vertreten ist. Da voraussichtlich eine Anzahl der neu ausgestellten Bilder nur kurze Zeit hier bleiben, sei ein baldiger Besuch der vielseitigen Ausstellung sehr empfohlen. Verkauft wurde Motiv aus dem Vogelsberg (Oelgemälde) von C. Barnas, das in hiesigen Pcivatbesitz übergeht.
** Neuorganisation unserer Feuerwehr. Ter neue Branddirektor, Stadtbaumeister Braubach, hat sich auf 14 Tage nach Frankfurt a. M. begeben, um die dortigen Feuerwehrverhältnisse kennen zu lernen. Selbstverständlich will man nicht die Einrichtungen der dortigen Berufsfeuerwehr auf unsere Stadt übertragen, aber man hält es für nötig, daß der Gießener Branddirektor auch das Wesen einer Berufswehr und deren Einrichtungen genau kennen muß, um ersprießlich im Amt wirken zu können.
*• Fernsprechwesen. Das amtliche Verzeichnis der Teilnehmer an den Fernsprechnetzen im Ober-Postdirektions- bezirk Darmstadt ist in neuer Ausgabe erschienen. Es hat dieselbe Anordnung wie früher und ist für den augenblicklichen Gebrauch auch noch genau so unpraktisch wie früher, zum Schaden der Teilnehmer und beS gesamten Jernsprech- betriebes.
** Vom Alldeutschen Verband wird uns geschrieben: Tie Reihe der vom Alldeutschen Verband veranstalteten Vorträge, welche die Entwicklung des Deutschen Reiches seit 1871 behandelt und mit dem Februar-Vortrag des Professors Gisevius über die Entwicklung der deutschen Landwirtschaft begonnen hat, wird fortgesetzt in erben durch einen Vortrag des Professors Dr. P. Arndt (Frankfurt) über die Entwicklung des deutschen Handels. Der Vortrag findet nächsten Freitag in Steins Garten bei freiem Eintritt statt.
” Generalstabs-Offiziere in Gießen. Seit Donnerstag weilen 32 Generalstabs-Offiziere des 18. Armeekorps hier, die seit dem 5. d. MtS. von Hanau über Friedberg und Butzbach kamen und am 20. ds. MtS. unsere Stadt verlassen, um sich wieder in ihre Garnisonen zu begeben. Mit den Offizieren, die in verschiedenen Hotels der Stadt Quartler bezogen haben, sind 52 Burschen und Begleiter unterwegs. Bei der Reise handelt es sich um eine Hebung im Gelände.
**GießenerRabatt-Sparve reinig u n g. Die dem Verein. der Detaillistenangegliederte R ab a t t - 2 Par- Vereinigung hielt am 15. l. M. ihre ordentliche Hauptversammlung ab. Aus dem von dem Vorsitzenden C. Röhr erstatteten Geschäftsbericht sei folgendes hervorge- hobeu: Tie Rabatt-Sparvereinigung besteht jetzt zwei Jahre; es wurde mit besonderer (Genugtuung fest gestellt, daß das Verständnis für die Bedeutung der Einrichtung im wirtschaftlichen Leben bei der Kaufmannschaft wie beim Publikum richtig ersaßt wurde und zuaenommen hat. Die Mitgliederzahl hat sich seit Gründung der Vereinigung auf das dreifache erhöht. Die Geschäfte der Vereinigung wurden erledigt in acht Sitzungen. Von Interesse ist, daß inr Laufe des Jahres eine. Ortsgruppe für die Kurz- und Kon- sektionsbrallche gebildet wurde. Die Gründung von Ortsgruppen ist auch für andere Branchen ins Auge gefaßt.
Die Rabatt-Sparvereinigung hat zu verschiedenen Bc- rufssragen, z. B. Vorlage der Regierung bezügl. der Kon- kurrenztlausel, der Pensionsversicherung der Angestellten usw. teils selbständig, teils gemeinsam mit dem Detaillist en-V er ein Stellung genommen und ihren Standpunkt in einer an die zuständigen Behörden gerichteten Eingabe ausführlich niedergelegt. Der Umsatz in der Rabatt-Sparver- einigung hat sich in einer gesunden Fortentwicklung be- lvegt; die Nachfrage nach Büchern und Marlen i|t in ständiger Zunahme begriffen. Der Markenverbrauch betrug im letzten Jahre 32 670 Mk. gegen 23 750 Mt. im Vorjahre. Rabatsiparbücher wurden im letzten Jahre für 26 860 Mk. eingelbft, während im Vorjahre nur für 9545 Mark Bücher zur Einlösung gelangten. Die Verwaltung des Vermögens erfolgt durch die mitteldeutsche Kreditbank, Niederlassung Gießen. Der Kassenbericht wurde von dem Rechner Rich. Buchacker erstattet. Kasfe und Rechnung wurden von einem vereidigten Bücherrevisor geprüft. Im Anschluß an den Geschäfts- und Kassenbericht wurde in der Versammlung auch die Frage der Erhöhung des Eintrittsgeldes beraten und das Eintrittsgeld, das seither 12 Mk. betrug, auf 25 Mk. erhöht. Tie Rabatt-Spar- Veremigung hat durch das Ableben ihres Mitgliedes H. F. Nassauer, der ihr warmer Freund und Fürsprecher war, einen schweren Verlust erlitten. Satzungsgemäß hatte, ab- ge>ehen von H. C. Röhr, der in seiner Eigenschaft als 1. Vorsitzender des Vereins der Detaillisten stets den Vorsitz führt, eine Neuwahl sämtlicher Ausschußmitglieder statt- zusindcn; die ausicheioeuden Mitglieder, Hofiieserant Brück, W. Mades, R. Jmheuser, R. Buchacker, I. Maternus, M. Levy und A. Kröll wurden wiedergewähli, während Kaufmann Schulze jun. neu gewählt wurde. Tie Vereinigung gehört dem Verband Deutscher Rabatt-Sparvereine, Sitz Leipzig, an, der Anschluß an diesen Verband hat u. a. den Vorteil, daß sämtlichen Mttgliederu die monatlich er» ich ein ende Rabatt-Spar-Vereins-Jeitung unentgeltlich zugestellt wird. Diese Zeitung enthält stets den Detaillisten interessierende und belehrende Artikel.
*• Wie dem kleinen Karlchen sein Hut v@taffctU* gelaufen ist. Das Beispiel des Männer-


