totVtn auch UM Re Kte b-L F-sr IfiO 0ie JMe, 8er Se- schwerde stattzugwni. In der heutigen Sitzung führte der Vertreter der Firma aus, daß der §2 der Kanalgebühren^rdnun^ so zu verstehen sei, daß als „wirtschaftliche Einheit nur der ^eil des Grundbesitzes der Firma angesehen werden könne, der zum Betrieb erforderlich sei. Man könne aber unmöglich verlangen, daß von dem Rest des Grundstücks, der landwirtschaftlich benutzt werde und verpachtet sei, ebenfalls Kanalgebühren entrichtet wurden, sonst komme man zu ganz ungeheuerlichen Konsequenzen. Die gruiidbuchmäßige Bezeichnung dürfe nicht in betracht kommen, da dies dem Sinne des 8 2 wider,preche. Der Vertreter der Stadt Gießen machte dagegen geltend, daß nur dn grundbuch»- mäßige Flächengehalt in betracht komme. Die Bannrngersch^ Liegenschaft habe als ein Grundstück nur eine Nummer und cs sei unmöglich, nur den bebauten Teil heranzuziehen. ^nn in dem § 2 stehe, daß die Grundstückseinteilung nicht maßgebend sei, so solle dies nur verhüten, daß jemand fein Gr/indllua ui verschiedene Parzellen teile, auf einer derselben em Gebäude errichte und dann auch nur für diese Parzelle Gebühren entrichten wolle. — Der Provinzial-Ausschuß erklärte den Rekurs, inioroeit er sich gegen die Veranlagung für 1910 richtet, für wrmell zulässig und erkannte demgemäß zu Recht, daß die Firma wr das genannte Jahr nur insoweit zur Kanalgebuhr heranzuziehen sei, als der ihr gehörige Grundbesitz als Fabrikhosrerte in betracht komme. Die Beschwerde der Firma gegen ihre Heranziehung zu der genannten Gebühr in den Jahren 1908 und 1909 wird als formell unzulässig zurückgewiesen Die Kosten des Verfahrens sowie eine Verhandlungsgebühr von 25 Mark hat die Stadt Gießen zu tragen. t. f ; av,
3. RekursgegeneinenPolizeibefehl des KreiÄ- vmts Gießen bezüglich des Sofguts Utphe.
Es wurde die Einnahme eines Augenscheins durch eine Kom- wission des Provinzial-Ausschusses beschlossen. ,
4. Antrag auf Entziehung der Befugnis zum Anleiten von Lehrlingen gegen Schlossermeister Otto Ebersohn von Hungen.
Ebersohn hatte einen Lehrling nach 2Vsjähriger Lehrzeit LH. entlassen und die Ausstellung eines ordnungsmäßigen Zeumilsses verweigert. Der Vater des Lehrlings wandte sich an die Hand- werkskammer nach Darmstadt und nun stellte sich heraus, dav Ebersolm überhaupt keinen Lehrvertrag abgeschlossen hatte Auf eine Anfrage der Kammer, warum er den Lehrling entlassens habe, gab er feilte Antwort, so daß diese schließlich sich genötigt sah, bei dem Kreisamt Gießeii Antrag auf Entziehung der Befugnis zum Anleiten von Lehrlingen zu stellen. Das Kreisamt entsprach diesem Antrag auf gründ von Ermittelungen, die besonders auch ergaben, daß der fragliche Lehrling sehr viel zu Hausarbeiten, landwirtschaftlichen Verrichtungen usw. verwenoet wordeii war. Ebersohn verfolgte Rekurs an den Provinzial-Ausschuß, der zwar von einer Entziehung der fraglichen Befugnis absah, aber die Erwartung aussprach, daß Ebersohn für die Folge seinen gesetzlichen Verpflichtungen wehr wie seither nachkomme. Die Kosten des Verfahrens mit Ausnahme der durch die anwaltliche Vertretung des Ebersohn erwachsenen Kosten wurden der Handwerkskammer auferlegt.
5. Aufbringung der Kosten des Geländeerwerbs für die Nebenbahn Grebenhain — Gedern.
Es wurde folgendes Urteil verbindet:
Die Kosten des Geländeerwerbs für die Nebenbahn Grebenhain—Gedern sind von den uochoerzeichaieten Gemeinden nach dem bei jeder derselben angegebenen Beitragsverhältnis aufzubringen und zwar von Bös-Gesäß 5 Prozent, Illnhausen, Nieder- Moos und Bannerod je 10 Prozent, Ober-Moos, Vaitshain und Kaulstos je 20 Prozent, Nisder-Secmen 30 Prozent, Siechenhausen und Volkartshain je 40 Prozent, Crainfeld, Grebenhain, Gedern und Mittel-Seemen je 50 Prozent, Herchenhain 75 Prozent, Bermuthshain, Hartmannshain und Ober-Seemen je 100 Prozent.
Die Kosten des Verfahrens haben sämtliche beteiligten Gemeinden nach Maßgabe ihrer sich hiernach ergebenden Beitragspflicht zu tragen. Außerdem hat iede Gemeinde die durch ihre anwaltliche Vertretung erwachsenen Kosten zu tragen. Von Erhebung eines Aversionalbetrages wird abgesehen.
6. Enteignung in Gemarkung Ober-Gleen für die Wasserleitung Kirtorf.
Nachdem die Gemeinde Kirtorf nachgewiesen hat, daß laut Quittung an die Gemeinde Ober-Gleen die zuerkannte Entschädigung bezahlt worden ist, wurde die Enteignung des Rechts der Röhrenverlegung in den im Urteil näher bezeichneten Grundstücken ausgesprochen.
Beikibs!unbgebungen zu phll. Köhlers Tod.
Ms Langsdorf wird uns mitgetei.lt :
Ms Anlaß des Hinscheidens des Abg Köhler-Langsdorf liefen zahlreiche schriftliche und telegraphische Beiieisdskund- geonngen ein.
Der Staatsminister Dr. Ewald drahtete:
„Bei dem Heimgänge Ihres um die Landwirtschaft unserer Heimat hochverdienten Gatten bitte ich Sie meiner herzlichen Teilnahme versichert zu sein."
Ter zweite Präsident der Zweiten hessischen Kammer Korell telegraphierte:
„Von schmerzlichem Bedauern erfüllt die Zweite Kammer die soeben emgetroftene Trauernachricht von dem Heimgänge ihres hochverehrten Mitgliedes Köhler-Langsdorf. Im Namen der Zweiten Kammer und im eigenen Namen drücke ich Ihnen das wärmste Beileid ans."
Dr. Rösicke-Gersdorf übersandte von Berlin folgendes Telegramm:
r. ."Ties ergriffen von der soeben erhaltenen Nachricht von dem Hmicheiden Zhre^> Herrn Gemahls spreche ich Ihnen mein aufrichtige^ Mitempsinden, mein inniges Beileid zu dem großen Schmerze aus, den sie sämtlich in Ihrer Familie erlitten haben. Das fibirfen des »eintgegangenen für den deutschen Bauernstand wird ihn in meinem Gedächtnis und dauernd im Gedäckstnis des Bundes der Landwirte dessen Vorstand durch mich fein aufrichtiges Mitleid ausspricht, lebendig bleiben."
'Der Bauernverein zu Bergen Bevischierte:
„Zum plötzlichen Tode Ihres geliebten Mannes, unserem lieben, treuen Freunde sprechen wir Ihnen unsere innig? Teilnahme aus."
Auch die Land tagsolbgeordneten v. Brentano und Meisti sandten Beileidöte.egramme.
r Heimgegangene auch der Wertschätzung
linksstehender Politiker erfreute, zeigen folgende Telegramme:
"Nehmen Sie mein höfliches Belleid entgegen für den Tod des ausrichtigen Mannes. Pfarrer Korell"
~ JF™ Jamllie mein Beileid bei dem
Tode Ihres vortrefflichen Mannes aus. Krumm, Gießen"
So eckig und schroff Köhler als Politiker und Verteidiger von Recht und Gerechtigkeit werden konnte, so offen und ehrlich, io zartfühlend und nachgiebig, so mild und weich, herzig war er als Freund und Gesellschafter. Wenn der erstere Teil seines Wesens gar manchen von sich abstieß so wirkte der andere Teil wohltuend und anziehend.
Aus Stadt und Land.
. Wie Ben, 16. Januar 1911.
staatliche Unfallversicherung. Heber die Festsetzung der von den Trägern der staatlichen Unfallversicherung M gewährenden Entschädigungen herrschen ni den Kreisen der Versicherungsnehmer vielfach iwd) irrige Ansichten, zu denen der Vorstand der laud- und forstwirtschaftl. BerufsgenDssenschaft für Hessen zu Darmstadt uns das Nachstehende mitteilt. Die Hohe einer diente wird in jedem Fall unter Berücksichtigung der körper- Irchen Verhältnisse eines Verletzten festgestellt.' Eine Rente soll kein Schmerzensgeld darstellen, vielmehr nur einen
Ausgleich für den Berittst an Erwerbsfähigkeit bilden. Schönheitsfehler ober geringfügige Verletzungen, die einen wirtschaftlich meßbaren Schaden nicht zur Folge haben, können nach den Entscheidungen des Reuhs- versicherungsamts zur Gewährung einer Rente nicht führen. Dahin gehören alle Verletzungen, die die Erwerbsfähigkeit um weniger als 10 Prozent schädigen. Durch den Verlust einzelner Fingerglieder wird die Erwerbsfähigkeit in der Regel nach Abheilung der Wunde und Eintritt der Gewöhnung nicht gemindert, ebenso nicht durch eine geringe Herabsetzung des Sehvermögens auf einem Auge oder durch geringe Steifigkeit einer Hand oder eines Fußes. Damit die Erwerbsbeichränkung auf 10 Prozent eingesetzt werden kann, muß die Arbeitsfähigkeit eines Verletzten wegen der Unfallfolgen gegen diejenige eines gefunden Arbeiters im Jahre ungefähr um 30 volle Arbeitstage zurückstehen. Dementsprechend hat das Reichsversicherungsamt erkannt, daß die Behinderung bei einzelnen Arbeiten, wie z. B. Säen oder Melken, wegen Versteifung oder Fehlens einiger Fingerglieder nid)t als wesentlich beeinträchtigt anzusehen ist. Was den Jahresarbeitsverdienst, nach dem eine Rente zu berechnen ist, angeht, so bleibt er oft hinter dem tatsächlichen Verdienst des Verletzten zurück, weil der Jahresarbeitsverdienst, wie er der Rentenberechnung zugrunde gelegt wird, durchschnittlich ist, indem bei seiner Festsetzung auch die Erwerbsverhältnisse älterer und jüngerer Arbeiter mitberücksichtigt werden müssen.
' Zu in Beteranen-Appell, der gestern mittag um 12 Uhr auf dein Trieb statlfand, hatten sich außer dein Offizierkorps des Regiments „Kaiser Wilhelm* ans dem Bezirk etwa 15(^ ehemalige Kriegsteilnehmer eingefimben. Oberst Weim e r- Nidda hielt eine kurze kernige Ansprache, worin er auf die Bedeutung des Tages hinwies. Hieraus begab man sich zum gemeinsamen Frühschoppen in die .Liebigshähe^. Der Frühschoppen wurde ziemlich lange aus- sedehnt, zumal die alten Kämpfer sich viel mitzuteilen hatten.
• • D ie W o h l tätig teils - K o n ze rt e des Kron- bauerschen Qnartettverems, die sich feit einer Reihe von Jahren zu Guniien hilssbedüritiger schulpflichtiger Kinder als segensreiche Einrichtungen beivährt haben, sollen auch in diesem Jahre ihre Fortsetzung finden. Als Tag ist der Sonntag, den 12. Februar, bestimmt worden und trotz den überreichen musikalischen Darbietungen, die dieser Winter uns bringt, unterliegt es keinem Zweifel, daß für diesen schönen, edlen Zweck niemand fein Scherflern verweigern wird, zumal das Konzert als solches durch Hinzuziehung hervorragender Kräfte auch in musikalischer Beziehung den erstklassigen zuzuzählen ist.
• • Die Schlachtviehpreise sind in unserer Gegend, nachdem sie im Dezember zurückgegangen und namentlich Kälber sehr preiswert geworden waren, nach Weihnachten wieder in die Höhe gegangen und stellen sich zurzeit in 1. Qualität für den Zentner Schlachtgewicht roie folgt: Ochsen 86-88 Mk., Rinder 82—84 Mk., Kühe 75 bis 76 Mk., Kälber 83—86 Mk., Schweine 69—71 Mk. Der Preis für schlachtreife Schweine ist in unserer Gegend um 2 — 3 Mk. für den Zentner höher als die Notierungen des Frankfurter Marktes.
' Nadfa hrerfest. Gelegentlich des am 8. d. Mts. in Wetzlar einberufenen Fahrwartetags des Gaues 9a (Sieg- Lahn) des Deutschen Radfahrer-Bundes wurde beschlosien, den FrühjahrSgautag in Verbindung mit einem großen Gala-Sportfeste und darauf folgendem Balle am 12. März in Gießen abzuhalten. Mit dem Arrangement der Festlichkeit, die m der Turnhalle stattfinden soll, wurde der Radklub „Germania^-Gießen beauftragt. Der Gauvorstand ist zurzeit nut der Festlegung des Programms beschäftigt.
* • Im Stadttheater war in der Nacht von Samstag auf Sonntag das Wasser in den Heizkörpern der Heizkammer gefroren, so daß am Sonntag früh zunächst keine Wärme in den Zuschauerraum zu bringen war und noch ivährend des Festaktes eine empfindliche Kühle herrschte. Es wurden sofort Maßregeln ergriffen, die eine Wiederholung dieses Mißstandes in Zukunft unmöglich machen werden; es wäre aber auch jetzt wohl ein Einfrieren der Heizkammer vermieden worden, wenn in der fraglichen Nacht nicht die Verbindungstür zum Kesselraum geschlossen gewesen wäre.
♦♦ In Am erika verstorbene Hessen. Phll. Köhler, 78 Jahre alt, in Troy; Hch. Horn, 64 Jahre alt, aus Schlierbach, in Dayton; Joh. ö er bei, 82 Jahre alt, aus Lang-Göns, in Washington; Phll. Klotz, 64 Jahre alt, aus Lampertheim, in Chllicothe; Aug. Marxhausen, 77 Jahre alt, in Detroit; Joh. W. Schaum, 54 Jahre alt, in Milwaukee.
Kreis Lauterbach.
= Engelrod, 14. Jan. Bei der heutigen Bürgermeisterwahl wurde der Postagent und Gastwirt Karl Schaaf I. hier mit 46 von 89 abgegebenen Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Der seitherige Bürgermeister Christ. Henkel, der das Amt 18 Jahre bekleidete, hatte eine Wieder- toaftf abgelehnt, trotzdem wurden 42 Stimmen für ihn abgegeben. Stimmberechtigt waren 96 Personen.
Kreis Schotten.
§ Vom oberen Vo gelsberg, 16. Jan. Seit Er- öffnung der Vogels berg bahn werden die wildreichen Wälder unseres Gebirges auch von Jägern aus der Ferne bevorzugt und die Pachtsummen mancher Gemeinden, deren Jagden an die Dahn unmi.telbar anschlie'.en, haben lich ganz erheblich, manchmal weit über 100 Prozent, gesteigert.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 15. Jan. Das Eis fest, das der Eislaufverein heute auf seiner Bahn abhielt, erfreute sich eines ungewöhnlichen Besuchs. Auch die Umgebung hatte viele Schlittschuhläufer geschickt. Die Bahn ist tadellos. Schon am Morgen tummelten sich viele Läufer auf dem Eise, zumal von 11—12i/^ Uhr die Mi.i.är-Musi.fchule konzertierte. Von mittags 3 Uhr fand ein Jugend-Preislaufen statt llm 51/2 Uhr fand die Verteilung der Preise (Bücher und sonstige Gegenstände) an die 30 Meger statt. Gegen Abend zogen der Vorstand des Vereins und die Preisgekrönten mit Musik durch die Stadt.
m. Bad-Nauheim, 15. Jan. Neben Land- und Reichstagswahlen haben wir in diesem Jahre auch Er- gänzungswa hlen zur Stadtverordnetenver- ) ammlung vorzunehmen. Bei Einführung der Städte- ordnung IM wurde die Zahl der Stadtverordneten von 12 auf 15 und die Zahl der Beigeordneten auf 2 erhöht Von diesen scheiden in diesem Jahve 5 aus und ferner muß eine Ersatzwahl für den Beig, Lutz stattfinden, so daß letzt 6 Stadtverordnete zu wählen sind. — Gastwirt und Fuhrhalter Georg Lampert hier, der am Samstag vor 8 Tagen in Nieder-Mürlen auf einer Geschäftstour durch
das AuSreiffen der Pferde aus dem Schlitten geschlenderl und schwerverletzt wurde, befindet sich auf dem Wege der Besserung. Doch dürfte es noch Wochen dauern, bis er wieder arbeitsfähig wird.
x Bad-Nauheim, 15. Jan. Auf Veranlassung deS Ortsgewerbevereins hielt heute abend in der'Turnhalle Professor B r 0 ck m an n-Offenbach a 9Ji. einen interessanten Vortrag über „Streifzüge buiZlj die Brüsseler Weltausstellung", der einen kleinen Einblick g währte in den Wettstreit der Nationen, wie er sich in Brüssel abspielte. Mehr als 100 Lichtbilder, von denen einige auch den Ausstellungsbrand und die durch ihn angerichteten Verwüstungen Wiedergaben, erläuterten die sehr bi ä l g aufgenommenen Aus.uhrunaen des Redners. — Im Vortragsverein veranstaltete am Samstag d 's Frankfurter Rebner-Quartett seinen vierten dies-winierlichen Beethoven-Abend. Zur Wiedergabe kamen: Opus 18 9ti. 4 G-moll und Opus 130 B-dur.
x Bad-N auheim, 13. Jan. Recht zu leiden hat auch hier das arme Wild. An dem so belebten Wiesenweg zivischen hier und Friedberg, wo sich sonst kaum ein Stück Wild sehen läßt, beobachtet man jetzt viele Ketten Rebhühner, ganze Scharen Hasen unb selbst Rehe. Eine große Seltenhell Dürfte es hier wohl fein, daß vom Hunger geplagte Feldhasen bis in belebte Straßen der Stadt kommen, wie das hier und auch in Friedberg (Kaiserstraße) in den letzten Tagen einige Male geschehen ist.
m. «Ober-Mörlen, 15. Januar. Im Alter von 71 Jahren verschied in der Nacht auf Samstag Frhr. Viktor Nordeck zur Rabenau. Der Verstorbene, ein noch äußerst rüstiger Mann, war nur einige Tage krank. Er hatte den 66er Feldzug mitgemacht, trat Dann kurz nach dessen Beendigung in den Ruhestand und wurde von Großherzog Ludwig IV. zum Rittmeister ä la suite beim 1. Leib- Garde-Dragoner-R g ment Nr 23 ernannt. Seinen W hn- sitz hatte Herr v. Raoenau bis vor einigen Jahren in Gießen, bis er in sein inzwischen von Frau v. Fechenbach in Dieburb (eine Schwester des Geschiedenen) erworbenes Stammsckl § hierher über.iedelte. — Unsere neue Rodelbahn, wohl eine der schönsten und ge,ahrlosesten in der Gegend, hat doch heute bei dem großen Andrang einige Opfer gefordert. Der Fahrradhändler Wagner von hier stürzte mit seinem Schlitten und wurde von nachfolgenden so schlimm überfahren, daß er in ein benachbartes Haus getragen werden mußte, bis es einer herbeigerufenen katholischen Krankenschwester nach beinahe zwei Stunden gelang, ihn zur Besinnung zu bringen. Tie Verletzungen am Kopse des Verunglückten sind bedeutend.
X. Büdesheim, 15. Jan. In den Voranschlag der preußischen Eisenbahnverwallung ist u. a. auch ein Betrag von 48000 Mk. eingestellt zur Herstellung eines Heber» holungsgleises auf unserem Bahnhofe (Strecke Vilbel- Heldenbergen). Ferner soll auf dem Haltepunkte Kaichen der Strecke Friedberg-Hanau ein Ueberholungsaaeis für 99 500 Mk. hergestellt werden.
Starkenburg und Rheinhessen.
-0. Mainz, 15. Jan. In der Nacht zum Sonntag brach auf dem rechten Rheinufer ein großer Brand aus, der allem Anschein nach angelegt worden ist. Es brannte das ausgedehnte Lager des Dachdeckermeisters Rach in Mainz, in dem neben allerhand Material eine große Menge Dachpappe, Teer in Fässern usw. aufgeftadpelt war. Im Nu stand die ganze Halle in Flammen uno an eine Rettung war nicht zu denken. Neben der Feuerwehr aus Mainz-Kastel erschienen drei MUitärfeuerwehren, die alles aufboten, um die umliegenden Lagerplätze zu schützen. Stark bedroht war das Kohlenlager von Thomae und' eine Ma- terialgatle der Eisenbahn. Die Mainzer Feuerwehr konnte erst später zur Hilfe eilen, nachdem sie zwei kleinere Brände in Mainz gelöscht hatte. Das Feuer war mit Wasser nicht zu dämpfen, da am Rheirrufer keine Hydranten zur Verfügung standen und teilweise die Pumpen einfroren. Die Mainzer Wehr kam auf dem Ueberfahrtsboot angefahren und nun wurde die Dampfpumpe des Schiffes in Betrieb gefetzt, die eine mächtige Mrkung hatte. Es gelang, die bedrohten Nachbar lager zu retten, die Rachsche Halle wurde dem Erdboden gleich gemacht.
-0. Worms, 15. Jam Zu dem Leichenfund auf der Landstraß« zwischen Weinsheim und Horchheim wird gemeldet: Am Tage vor dem Fund der Lerche des immer noch unbekannten Fremden, die in sitzender Stellung an einem Baume hing, war ein Reifender in Horchheim und Weinsheim in verschiedenen Wirtschaften eingekehrt, wo er den Gästen reichlich Bier zahlte. Der Mann hatte, wie bemerkt wurde, größere Geldsummen bei sich und man will von einem anwesenden zweifelhaften Menschen den Ausspruch gehört haben: „Dem könnte man vielleicht den Kragen abmachen." Auch soll ein verdächtiger Mensch später einen Hundertmarkschein habe wechseln lassen. Die Bevölkerung nimmt an, daß ein Mord vorliegt, die Polizei rechnet dagegen mit der Möglichkeit eines' Selbstmordes. Jedenfalls wäre es sehr auffällig, wenn ein Selbstmörder zuerst seinen Schirm zusammenfchlüge, dann beim Sichauf- hängen schwere Verletzungen erlitte und sich schließlich zum zweiten Mal an einem anderen Baum in sitzender Stellung aufhinge, denn darüber tft kein Zweifel, daß der Mann zuerst an einem anderer: Baume hing. Er war aufgeknüpft mit einem Strick, wie sie zum Strohbinden verwendet werden.
r. N^Ü?bessen, 13- Jmr. In den Kreisen der
rhemheinschen ForstfrQmde hört man gegenwärtig lebhafte Klagen toer. allrurerchlrche Abholzung des Waldes, an dem RHemdes,en ohnÄ>res nicht «ich ist Eben ist man dabei, im Weller- mald zwilchen Ingelheim und Heidesheim auf der Höhe etwa em Dutzend Morgen Privaiwald abzuholzen. In einer Reihe werterer Distrikte m Rheinhessen werden größere Waldflächen ausgehauen und mancher Forstmann sckKttelt bedenklich den Kopf Darüber, Auinal m den letzten Jahren, besonders in den Kreisen ■ömgen und -Narnz, grotze Lücken in die Schläge gerissen wurden. So fielen mehr als 40 Morgen zum Bau der Pulvermagazine zwilchen Heidesheim und Uhlerborn unter der Axt, nachdem kurz vorher dre gleiche Fläche zwischen Heidesheim und Budenheimi war, deren Holz zur- Ausschachtung des Bahn- iMes m Wiesbaden Veyoeudung fand. Der Anlage des Waldti vau,enschen Schlosses mrt Park mußten im vorigen Iah« etwa 20 Morgen a^gezerchneter Waldbestand weichen. Wenn es im gegenwärtigen Tempo mrt der Abholzung weitergehen soll, dürste bedeutender wirtichaftlicher. (Schaben unausbleiblich sein. Fach»
-fJc^)n eme Verschlechterung der Regennasser- Verhältnisse beobachten.
Hessen-Nassau.
ö' der gemeinsamen Sitzung des
Mabistrats und der S.adtverordneten wurde der ieitlierige bewahrte Bürgermeister Ernst Scheuern, unter dessen ersolbreicher jEätigfeit die Stadt sich in hervorragender Weise entwickelt hat, einstimmig auf 12 Jahre wiedergewählt. — Die Gemeinderechnung für 1C09/10 schließt in Ein- nahme mit 274 544 79 Mk., in Ausgabe mit 273 968.28 Mk. ab, )o daß ein Ueberschuß von 576.51 Mk. verbleibt Das neue städtische Auguste-Viltoria-Kcankenhaus erforderte eine Ausgabe von insgesamt 223100 M? 'gegenüber einem Kosten- Voranschlag von 188500 Mt. Zwecks Deckung der Hebert


