Ausgabe 
16.1.1911 Erstes Blatt
 
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IDer Kaiser Franz Josef fuhr cnn Sonntag ftüh in geschlossenem Wagen in einen pelzgefütterten Uniformmantel ge­hüllt zum erstenmal seit seinem Umup 1)11 mit aus L-chonbrunn nach der Hofburg. Das Publikum begrützte den Monarchen enthu­siastisch. Am Nachmittag empfing der Kauer den Nuntius Ael- monte in feierlicher Abschiedsaudienz.

Aus Lissabon roirb gemeldet: Die Bevölkerung, erbittert über den Aus st and der E i sen b a h n a r b e i tc r , drang am Samstag mittag in den Hauptbahnhof am Nocwpfatz, um das Abg eh en von Zügen zu erzwingen. Die Aus­ständigen haben sich im Bahnhof verbarrikadiert. Die Gas­anstalten, deren Arbeiter sich im Ausstand befinden, werden von starken Kavallerie und Jnfanterieabteilungen bewacht. Die Elektrizitätsarbeiter der öffentlichen Beleuchtungsanlagen sind eben­falls in den Ausstand getreten. Der Dienst der auSltandigcn Gasarbeiter wird von Feuerwehrleuten versorgt. Trupps von ausständigen Metallarbeitern machten vergebliche Versuche, die Weber zu sich hinüberzuziehen. Die Eiscnbahngesellichaft machte den Angestellten folgende Zugeständnisse: Die niederen Lohn­klassen erhalten eine tägliche Zulage von 100 Reis (0,4 >), allen Angestellten wird ein jährlicher Urlaub von 20 Tagen gewährt, während dessen volles Gehalt gezahlt wird und die Arbeitszeit in den Werkstätten auf neun Stunden festgesetzt: die Pen,ions- verbältnisse werden neu geregelt, sämtlichen Angestellten iahr- Hd)c Freikarten geliefert und die Streiktage als Urlaubstage angesehen und bezahlt. Die ausständigen Gasarbeiter fangen an, Sabotage zu treiben.- Der Ausstand ist infolgedeisen beendet.

Wiesbaden, München-Gladbach (Schlachthof), Barch, seid, Kreis Schmalkalden. Erloschen ist die Seuche auf dem Schlachtoichhofe in Metz.

Landkreis Gieren.

= Heuchelheim, 15. Jan. Das für Kestern abend vom hiesigen Turnverein auf das beste vorbereitete Stiftungsfest ist in sehr schöner Weise verlaufen. Turner und Turnfreunde hielten in äußerst fröhlicher Stim­mung den großen Saal zum Treppchen bis spät nach Mitter­nacht besetzt.

-l- Klein-Linden, 16. Jan. Am Sonntag abend hielt! der hiesige VolksbildungsvereinHeimatvercinigung" in derDeutschen Eiche" in diesem Winter seinen dritten Unter­haltungsabend ab. Pfarrer A u s f e l d-Gießen hatte die Güte, einen Vortrag mit Lichtbildern überLand und Leute am Kilimandschora in Ostafrika" zu übernehmen. Der eindrucks­volle Vortrag, sowie die trefflich gelungenen Bilder wurden mit großem Beifall der zahlreichen Zuhörerschaft aufgcnomm.n. Die vom hiesigen Kirchenchor gut vorgetragenen Gesänge gaben der ganzen Veranstaltting eine freundliche Umrahmung. Mit einer sehr beifällig aufgenommenen Ansprache des PfarrassisteMen Nieder- Klein-Linden über den 40 jährigen Gedenktag der Grün­dung des deutschen Reiches schloß die in allen Tellen wohl- gelungene Abendunterhaltung.

= Langgöns, 13. Jan. Man schreibt uns: Die Vorarbeiten für den am 10., 11. und 12. Juni d. I. stattfindenden Gesangswettstreit des Gesangvereins Germania schreiten rüstig vorwärts. Die Bedingungen des Wettstreites sind verschickt worden, die Vereine, die sie nicht erhalten haben, können sie auf Anfordern ebenfalls erhalten. Alle Vereine des Ortes, sowie die ganze Ge­meinde haben ihre Mithilfe zugesagt, um dem Feste einen würdigen Verlaus zu sichern; daß das zu erwarten ist, be­weist der von dem Verein Frohsinn im Jahre 1905 veran­staltete Gesangswettstreit. Hohe Geldpreise und wertvolle Kunstgeaenstände stehen zur Verfügung, so daß jeder teil­nehmende Verein einen Preis erhalten kann. Es wurde beschlossen, keine Reduziert-.ng der Geldpreise vorzunehmen, auch wenn sich nur soviel Vereine in einer Klasse anmelden, wie Geldprei.e Dorgefeijcn sind. Außerdem werden bei starker Beteiligung weitere Geld­preise ausgesetzt.

= Grüningen, 13. Jan. Gestern abend hielt im Saale des Gastwirts Fay derZweigvereindesevang. Bundes, der jetzt 70 Mitglieder zählt, seinen ersten F a m i l i e n a b e n d für diesen Winter ab, der von Alt und Jung gut besucht war. Nach Gesang des Bundesliedes und Begrüßungsworten des Vorsitzenden, Kirchenrechner L e i d i u.), hielt der Ortsgeistliche Pfarrer R ö m h e l d einen Vortrag über die Dorromäus-Enzyklika, die Ereignis^ des letzten Sommers in ihren Ursachen und Wirkungen näher beleuchtend. Liedervorträge des Ad. Jsheimschen Gesang­vereins verschönten den Abend. Auch trugen Grammophon­vorträge und gemeinsam gesungene Lieder zu dessen Be­lebung bei.

+ Harbach, 14. Jan. Heute hielt der hiesige Jagd­pächter, Gutsbesitzer Clemm von Winnerod, die dritte dies­jährige Treibjagd ab. Von 6 Schützen wurden einige zwanzig Hasen und 4 Fasanen auf dem Felde zwischen der Sommersmühle und der Hattenröder Grenze geschossen. Beträchtlichen Schaden richten die Hasen vielfach an Obst­bäumen durch Zernagen der Rinde an.

-G. Hungen, 16. Jan. Gesteen früh starb Bier der langjährige, in weiten Kreisen bekannte Beigeordnete, Zementwarenfabrikant Chr. Jokel im Alter von 08 Jahren. Der Verstorbene hat sich durch seine eifrige Betätigung bei allen das Gemeindewohl betreffenden An­gelegenheiten die Achtung und Wertschätzung |einer Mit­bürger in reichem Maße erworben uud ein dauerndes ehrendes Andenken wird ihm bewahrt bleiben.

Kreis Büdingen.

= Büdingen, 15. Jan. Gestern abend sand die ordentliche Hauptversammlung der freimütigen Feuerwehr in ihrem Vereinslolal zum Hirschgraben statt. Kommandant Knaf erstattete einen sachlich gehal­tenen Jahresbericht. Die durchaus angebrachte Ermah­nung, bei Hebungen, und Bränden eifrig und rechtzeitig zur Stelle zu sein und sich als Feuerwehrmann durch gute Führung die Achtung der Mitbürger zu erwerben, wurde nicht vergessen. Ferner wurde Bericht erstattet über die Verhandlungen auf den Feuerwehrtagen in Butzbach und Frankfurt a. M. Rechner Harnisch legte die Jahres­rechnung vor, die mit einer Einnahme von 533.63 Mk. und einer Ausgabe von 528.78 Mk., somit mit einem Kassen­bestand von 4.85 Mk., abschloß. Bei der nachher vorge­nommenen Wahl wurde Steigerzugführer Fr. Schön wieder­gewählt. Als Zugführer der Spritzenmannfchast wurde Ph. Tresev, K. Dierusf als Zeugwart, Wilh. Gall als Zug- fübrer der Ordnuugsmannjchast gewählt. Als Sektions­führer der Wachmannschaft wurde Ludwig Heppner, als solche der Steigmannschaft Wilh. Albrecht und Gg. Lamp- mann, der Spritzenmannschaft Hch. Schwarz V., Konr. Hain­buch und Karl Salalhe wieder- und Wilh. Steinmark neu gewählt. Am 4. Februar findet im neuen Rathaussaal der Feuerwehrball statt. Zuletzt wurde noch ein kurzer Bericht über Verhütung von Gasexplosionen erstattet.

§ Büdingen, 14. Jan. Durch den Verein für Armen- und K'ranlenpflege wurde am Ende des verflossenen Jahres eine z w e i t e K r a n k e n s ch w e st e r angeftclU und damit einem dringenden Bedürfnisse Rechnung getragen. Reichlich flössen die Gaben aus hiesigen verschiedenen Kaisen, vielen vermögenden Familien. Aus dieser Opferfreudig­keit ist klar ersichtlich, daß man die segensreiche Einrich­tung der Gemeindekrankenpflege wohl zu schätzen weiß, wie auch die Krankenpflege im Delanate immer mehr Unter­stützung und Verständnis bei der Bevölkerung findet. (£111 zweites Gastspiel gibt dasM i 11 e lr h ei ni s che Verbaudstheater" unter Direktion des Spielleiters Hans Wühe.my vom bürgerlichen Schauspielhaus in Wies­baden im Saale des HotelsFürftenhos" am 6. Februar. . /-A11 l5)9.en' 15. Jan. Das Großherzogspaar traf mit dem Prmzenpaar Hermann zu Stolberg-Wernigerode gcucrn mittag V,1 Uhr hier zum Besuch der F ü r st i n - M u t t e r ecu Nach dem Diner auf dem Oberi-of, dem auch der Fürst und die Fürstin zu Jienburg-Büdingen beiwohnten, besuchten uricliche Schloß. Die Rückkehr nach Darm­stadt erfolgte im Automobil um V,6 Uhr abends. Der Eis- v er em, denen Eisbahn aus der Brurhwiefe in ganz vorzüglichem Zustand ist, veranstaltet am Mittwoch nachmittag ein Eisfest.

stadt, 14. Jan. Aus dem benachbarten Rodenbach war eine Anzahl Personen auf einer ch littenfahrt Begriffen, wobei die Pferde durch- gingen und die Insa,fen herausgeschleudert wurden, alück- licherweise ohne ernsthaften Schaden zu nehmen.

Kreis Friedberg.

. Butzbach, 15. Jan. Zu dem in voriger Woche mit- getelllen Bericht über eine Winterwanderung nach dem Feldberg >ei üerichtigend mi.geteilt, dog nca-t der Vogeteberger Höhen- klüb, iou.e».n der Verkehrs- und Wanderverein diese Wanderung übernommen hat. 1

merkte der Redner, ^ngesteM. DaÄmH, daß ^Vetri^^Z Landwirts in den letzten Jahren sich m hiesiger Gcgendum30 dis 45 Prozent verteuert habe, ,mu)fc er naturaemaß far fewie Produkte mehr nehmen. Das sei aber keine Begehrlichkeit somcrn eine eiserne Notwendigkeit. Eine erheblicheVermehrung der^Vieh­zucht könne durch Anlegen von Weideflachen und durch Moor- kultur erreicht werden. Daß Stadtverwaltungen Viehzüchternen selbst betreiben, wie unter anderem von den sozialbemokratllcheii Stadwerordneten in Frankfurt gefordert worden, sei zu verwerfen, da dabei nichts herauskäme.

Direktor H i r sch e l - Fri edb er g L H. behandelte dann das Thenia:Produzent und Konsument". Er führte aus, daß der Landwirt von allen Produzenten der genügsamste sei. Trotz­dem werde er für alles Uebel verantwortlich gemacht und eine nichtswürdige Hetze gegen ihn ins Werk gesetzt, an der sich vor allem die Metzger beteiligten, und er als Lebensmittelwucherer hingestellt. Wenn die Stadt Frankfurt an dem Wassergeld janmd) 806 000 Mark verdiene und an Heu- und Futtermitteln auf den Schlachthösen von den Viehhändlern bis 50 Prozent nehme und die Stadt Gießen in dm letztm Jahrm dm Oktroi von 42000 aus 92 000 Mark heraufgeschraubt habe, darüber verliere niemand ein Wort. Das Ziel der Landwirte sei, betreffmd der Viehpreise, daß diese sich auf einer mittleren Linie bewege und stetig bleibe Nachdem der Vorsitzmde noch kurz die Milchfrage gestreift und darauf hingewiesen hatte, daß der Bauer unter 18 Pfennig den Liter Milch unter keinen Umständen verkaufen dürfe, ttnrrbc in die Aussprache eingetreten, an der sich die Landwirte Chriftian- Unter-Liederbach, Knauer-Alten-Haßlau, Veith-Niedn-Wöllstadt, Landtagsabgeordneter Breidmbach-Dorheim, Dr. Kropatlchcck- Eschersheim, Lehrer Dern-Nm-Jsenburg und der Fürst zu yfen^ Burg und Büdingen-Wächtersbach, beteiligten. Es wurde vor allem darauf hingewiesm, daß der Hansabund und der Bauernbund eine Gefahr für das wirtschaftliche Leben in sich bergm, und folgende Entschließung angenommen: .

Die heute versammettm Landwirte weifen die in der Presse immer erneut auftretenden Beschuldigungen, daß die Landwirte begehrlich seim und bemüht, die städtische Bevölkerung zu übervorteilen, mit Entrüstung zurück, well sie ja an und für sich in der Hauptsache, noch keinen Einfluß auf die Preisbildung landwirtschaftlicher Produkte besitzen. Nicht Viehteuerung be­steht, sondern Fleischteneruna, weil sie hervorgerufen ist durch die Dielen Zwiichenstationen, die sich zwischen dem Viehproduzent und dem Fleifchkonsummt einbeschoben haben, wobei besonders die Dielen Spesen, die auf Viehmärkten und Schlachthösen in dm städtischen Verwaltungen erhoben toerben und eben,o schwer dm Konsummten belastm, als früher die städtischen Fleisch­steuern. Die Werte, die die deutsche Landwirtschaft hervorbringt und für die Ernährung des gesamten dmtschen Volkes Gewähr leistet, sind dm Werten, die die Industrie hervorbringt, nicht nur gleich, sondern sie übertreffen sie noch. Die Erlöse, die der deutsche Bauernstand aus seinen Produkten erzielt, kommm der Industrie, dem Handel und dem Gewerbe wieder zu gut; denn, würde der Erlös dem Landwirte als Reingewinn zufließen, dann müßte ein unerhörter Reichtum bei der deutschm Landwirtschaft vorl-andm sein, währmd das Gegenteil der Fall ist, trotz Spar­samkeit, Fleiß und Nüchternheit des dmtschm Bauemstandes."

Der verhaftete Vorsitzen^ derLorraine Sportive", S a m a i n, ist nach Hinterlegung einer Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Die Nachricht einiger Bfatter, der Bezirks- präsidmt von Lothringen, Graf ^ppe iN-Afchhan,en sn Mit­glied derLorraine Sport'.ve" gewesen, ist, so m.ldet da- Wolffchc

T7Knk'E°"s-Ilsch°ft stimmte mit d-- Ml. gemeinen Elektrizitätsgesellschaft unb Lernens u. Halske eme «rX Ni,nkentelegraphen-Betriebsgesell; chaft ?ür Deutschland. Die belgische Gesellschaft für drahtlofe Tele­graphie, die Besitzerin der.deut,chen Marcoiiipatmte, ist an der neuen Gesellschaft beteiligt und trat die langfristigen Mareom- vetträge mit dem Rorddmtschm Lloyd und der vamBurg-Amerika- ^^D^Blätter° melden: 92 Bergarbeiterversammlungen befaßten sich am gestrigen Sonntag mit der L o Hube w e g u n 3 de r R u b r b e r g l c u t c. Es waren die Belegschaften von 130 bis 140 Sechen beteiligt. Die von dm Organisatwnsleitungm vor- gelegfa Entschließung gelangte zur Annahme. tuurbe ibarm die Einreichung der Lohnsorderungen Bei den einzelnen ®rubiTV= verwaltungm durch die Arbelleransschüsse^ gutgeheißm.

MM

Bier-Grosshi

Gieße Stanlhnttt Etr.: Null m trftl NWklich

Gießen, 16. Januar 1911.

Die Reichsgründungsseier.

Die Re lchsgrü n d un gsseier, die gestern die Gießener Bürgerschaft am Vormittag im Stadtlyeater und am Abend in Steins Garten veranstaltete, vertief bei außer­ordentlich zahlreicher Beteiligiing in schönster Weise. Bei dem Festakt im Stadttheater wirkte außer der Reglinents- musik ein aus dem akademischen Gesangverein und dem Kronbauerschen Qliartettvetein bestehender gemischter Chor mit, während Professor Tr. Rolofs die gedankenreiche Ge­dächtnisrede hielt. Bei der Feier am Abend sang ein an§ hiesigen Männergefangvereinen zusammengestellter Rtänner- chor, teilweise unter Orchesterbegleitung. Tas Hoch auf Kaiser, Reich und Großherzog brachte Oberbürgermeister Mecum aus, während Provinzialdireklor Dr. U sing er aus das Vaterland sprach. Ter Rektor der Landesunioersität Prof. Dr. Biermann widinete dem Andenken des Reichs­kanzlers Fürsten Bismarck em stilles Glas. Prof. £ ulet) sprach auf bie Armee, worauf Oberstleutnant Heuer dankte und ein Hoch auf die Stadt Gießen ausbrachte. Stadtv. Dr. Ebel brachte einen Trmkspruch auf die Frauen aus. Den Dank der Bürgerschaft an die Veranstalter und die Dtlt- wickenden der Reichsgründungsfcier brachte Stadtv. Jann zum Ausdruck. An den Kaiser und den Großherzog wurden Huldigungstelegramme abgesandt. (Näherer Bericht folgt.)!

*

"* Tagest ölender fvr Montag, IS. Jan. Oberhess. Ge­sellschaft iür Natur- und Hcilkiinde: Generatversaminlung, Vor- trag von Piivatdozent Tr. Ak e y e r und Pnvatdozent Tr. Beichte: Das Erdöl. Abends 8'/, Uhr tm Hörsaal des physi­kalischen Instituts. #

* Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem Ziegeleiarbeiter Ioh. Gg. Döring zu Beuern, m Diensten der Ziegelelbesitzer Adam Lindenstruth III. und Gg. Linden- ilrirth daselbst, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der In­schriftFür treue Arbeit^ verliehen.

* * 9db herein ignng. Der Großherzog hat den Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Starken- burg Jak. Hofmann zu Darmstadt zum richterlichen Mit- gliede der Landeskonimifsion für FeldbereinigungSsachen bestellt.

Erledigte Stellen. Erledigt sind: Je eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu GinS- heim und Kelsterbach. Die Stelle eines Steueraufsehers bei dem Hauptsteueramt Mainz.

Stadttheater. Ta von vielen DienStagabonnenten der Wlinsch geäußert ivurde, das erfolgreiche Vaudeville Buch­binders nut der hübschen Viusik EmödhöferS ebenfalls im Abomiemellt zu erhalten, so wird morgen, Dienstag den 17. Januar ,Er und seine Schwester* gegeben werden. Othello* gelangt bann am Freitag zur ersten Aufführung. "'Der E iS verein halt von jetzt ab die Eisbahn Montag und Donnerstag von morgens 11 Uhr ab und abenbs von 810 Uhr geöffnet. Letzteres geschieht, um namentlich auch den GeschäftSteuten Gelegenheit zum Schlilt- schiihlausen 511 geben.

. ** ~cr Stenographen-VereinStolze-Schrey v^,tzüaUet morgen, Dienstag, abend in seinem Vereinslokal Scyiptapatz einen Anfänger-Kursus, woraus Jnter- eiienteit hingewieien werben.

<smmer gem utlich. In einer Wirtschaft am Asterweg kam es heute nacht zwischen zivei Gästen (Brüder) und dem Wirt zu einem Wortwechsel, worauf der Wirt die beiden Gäste hinauSwieL. T,e beiden Brüder schlugen darcmshui dem Wirt die Fensterscheiben em und bewarfen fan mit den Glasscherben. Der Wirt erlitt solche Verletz- ungen, bat; er sich in ärztliche Behandlung begeben mußte.

®tn b ebäuerlicher Unglücksfall ereignete sich uni abenb ai: bcr.i Gießener Bergwerk. Der 20 Jahre

alle x,o..;.iüituim)rcr R e dj aux> Biever mürbe vrn einem entglctiien ^rziDagen zwgchen bie Lokomotive und bie Zimmerung fiff 0eqUCr,u;t' öcc nach

* Ai a ul - uno y. laucnfciifac. Neue AuS Brüche öec Seuche sind gemeldet aus Kriftel, Regierungsbezirk

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Das preußische Abgeordnetenhaus Begcttn am Samstag die erste Lesung des Haushalts. Da jedoch zu Beginn das Haus beschlußunfähig war, beraumte der Präsident für 121/4 Uhr eine zweite Sitzung an, setzte aber die Wahl des Präsidenten von der Tagesordnung ab, so daß sofort bei Beginn die erste Lesung des Haushalts ausgenommen werden konnte. Mchste Sitzung heute Montag 11 Uhr. Tagesordnung: Präsi­dentenwahl, Fortsetzung der Beratung.

Dem preußischen Abgeordnetenhaus ist eine Denkschrift über die Verwendung des Fonds zur Förderung der inneren Kolonisation in den Provinzen Ostpreußen und Pommern zugegangen. Die ostpceußische Landgeselljchaft hat im Haushaltsjahr 1909 sieben Güter mit 3279 Hektar für 2 948 500 Mk. zur Austeilung angekauft. Das Angebot von Gütern war nach dem Jahresbericht der pommersch>.n Ansied- lungsgesellschuft geringer als in den Vorjahren, nämdfa 72 Güter mit 35 217 Hektar gegen 138 Güter mit 58 381 Hektar im Jahre 1908. Die Nachfrage nach Anfiedlerstellen war 1090. Die An­siedler stammen meistens aus der Gegend der besiedelten Güter. Die Ansiedlung von Arbellern ging auch im Jcchre 1909 nicht in dem erwarteten Maße vorwärts. Die Zahl der Anträge der Grundbesitzer ist nach wie vor gering. Die wirtschaftliche Lage der Ansiedler ist durchweg zufriedensteilend, bie Rentenstunbungen find über bas gewöhnliche Maß nicht hinausgegangen.

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Dem Wieder­beginn der Reichstagsverhandlungen sind in der Presse Andeutungen voraufgegangen, als beabsichtige die Regierung, den Reichstag vorzritig aufzulösen und das Land nut einer un­erwartet frühen Vornahme der Neuwahlen zu über­rumpeln. Wir können mitteifan, daß nichts hinter diesen Gerüchten ist, die offenbar nur agitatorischen Bedürfnissen ihre Entstehung verdanken. Die Regierung muß Wert darauf legen, daß der Reick>stag hinrrichend Zeit behält, um die wichtigen fam noch obliegenden Aufgaben in aller Ruhe unb Sorgfalt £um Abschluß zu bringen. Die Regierung hat keineswegs bem Reichstag eine Reihe anerkannt wichtiger Vorlagen gemacht unb die,e im Verein mit bem Reichstag zum Teil schon well gefarbert, um biete Arbeit nun mitten auf bem Wege stecken zu fassen.

Am 22. Januar findet in Frankfurt a. M. ein Deuts'ch- loyaler und Christlich-sozialer Parteitag statt, wobei die Kandidaten für die künftige Reichstagswahl in der Provinz Heisen-Nasfau und dem Großherzogtum Heuen nominiert t allen Streifen Iverden Kandidaten aufgestellt, und die beiden Parteien gehen während der Wahl gemeinsam vor. Dresdener Journal" schreibt: Nachdem der Papst dem König von Sachsen schon vor längerer Zeit den Aus­druck aufrichtigen Bedauerns und entschiedener Mibbllligung be­treffs der Auslassung Mathies übermitt eile, ist jetzt dem Ätini- Iterium des Aeugern auf diplomatischem Wege die Nachricht zu­gegangen, daß inzwischen eine entsprechende Verständigung PutJ}c,n Öcnairfa,en Geistlichen seitens des apostolischen Nuntius m München erfolgte unb eine angemessene Erklärung von ihm dort abgegeben wurde.

Die juristische Fakultät der Universität Königsberg ernannte den Handelsmini st er Syd 0 w zum Ehren­doktor.

Der Antrag Sachsens, betreffend bie Fleischein- tuljr Don Frankreich, wurde vom Reichskanzler im we>entlichen unter denselben Bedingungen wie für Süddeutschland gestattet.

ifar Ausbringung des durch die neue Gehaltsordnung not­wendig gewordenen erhöhten Staatsbcdarfs Württembergs ftnd folgende Deckilugsniittel vorgesehen.- I. Eine Erhöhung des Satzes far die Kosten der Bewirtlchaftung der Körperlck-asts- gafaungen mit einem Ertrag von jährlich 210000 Mk.; 2. eine Lrbülmng her Umiaßiteuer mit einem Jahresertrage von 600 000 M«. 'm We 1911 und 800 000 Mi. int Jahr- 1912, eine nnl 9 j"nnnn und Gerichtsgebühren einem (iitrage a ? 95G °°0 ilJ - ein Znschlng znr Reichs, erbichaftsiteuer in der Hohe von 2o Prozent mit einem Jahres- d^cb0^in?^00 000 Mk. Der noch verbleibcnöe Abmangel soll ai^nfS 5 °kl r 1 c unb loweit d.e Einnahmen hier-

SllcrnibSÄuni biCCtten

LV Vre m bkc r 9 i f fa e zweite KamNier hat am Abgeordneten von Payer (fortschritliaw ^.Dlks- LA mit »Stimmen zum Präiidemcn gewählt. Dr. v. Miene fc!3. ln2«nr ,^um tt)tcu Vizepräsidenten wurde u. Miene

ist Krni\ m-Slunmen gewählt. Zum zweiten Vizepräs.d-n- en i|t M r q u t 78 Stimmen iviebergcivälilt loorben. Z i erste Cammer^ hat als totdfaertreter des vom Möiüg ernannten Piäft benten pursten zu Hohenloh^Battenstein dm Für ien zn W vurg-Zell-DrMchburg zum Vizepräiibeuten gewühlt.