161. Jahrgang
Zweiter Blatt
Nr. 58
Der ReichLmarinehaurhalt für 1911.
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Erscheint tLgllch mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Gießener Sowilienbltoer“ werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, da? '.Krcisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seilfragen" erscheinen monatlich zweimal.
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fimmer in Potsdam, die jährlich 2-1OOO Kg. Akten AU bewältigen hat, unter dieser Last zusammenbrrcht und bei der non ihr vorgenommenen Prüfung gar nicht feststellen kann, ob z. kB. die in Anrechnung gebrachte Arbeitszeit der Arbeits- '.eistlmg entspricht, ob die Materialien wirklich zweckdienlich cingcfnuft und richtig verwandt wurden, so wird man aufs energischste daraus bringen müssen, daß außer in Wilhelmshaven auch in Kiel und Danzig eine kaufmännische Buchführung eingeführt wird, daß materialkundige Leute den
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhesstn
Dienstag, 14- Zevruar 1911
Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen UniversuälS - Buch- und Sieiudruckerci.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Drrrckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: Redaktwn:^^112.Tel.-Adr.:AnzeigerTießen.
Zudar Maccabäur.
Zur Ausführung des Oratoriums durch den Gießener Konzert- Verein wird uns geschrieben:
DaS Konzert des Konzertvereins, das am 22. Februar m der Stadlkirwe stattsindct, wird uns einte Aufführung von, Händels Oratorium „Judas Akaceabäus" bringen.
Dieses Unternehmen des konzertgebenden Vereins wird nicht nur von den eigentlichen Musikfreunden mit lebhafter Freubc begrüßt, es darf auch auf ein reges Interesse weiter Kreise rechnen.
Es ist daher wohl angebracht, an dieser Stelle mit einigen Worten auf die Bedeutung des Werkes im Allgemeinen und seiner hiesigen Ausführung int Besonderen einzugehen. -tic Richtigkeit von Volbachs Ausspruch, daß bei dem Oratorium Das Wichtigste die Wahl des Stosses sei, bewahrheitet 'ick ganz bc- sonders beim „Judas Maeeabäus". Tie Erhebung eines^unter- drückten Volkes, die Begeisterung des Freiheitskamvfes, der soiegev- Mbel nach alücklicher Bcsreiung, das war eilt 5ton, der oetr Genius Händels zur Entsaltung in seiner ganzen xxarliaiteir entflammte. Es war aber auch ein etoff, der an sick Ichon geeignet war, dem Werk eine nachhaltige Wirkmrg für alle Berten aU ^Händel schuf — nach dem Ausspruch eines seiner bedeutendsten Interpreten — auf dieser Grundlage das Hohe Lied der rrrmheit und Kraft, ein Musikdrama nach innerer Anlage, ein Lratornnn nach äußerer Gestalt. . .
Ein Geist alles Edlen, Gropen und Tiefen hat diefes Werl geboren und wird es erhalten: jedes Zeitalter wird ferne Masi Laran prüfen nnD an der Wirkung sich selber erkennen dürfen.
Au lebendiger und nachhaltiger Wirkung ist dieses Händel,cve 'Werk, das nach den Worten eines Berufenen „Funken aus totem «Gestein schlägt und auch dein musikalisch Tauben cine^Almnng 20n der Macht der Töne erweckt", wohl allen feinen Lratorun — vom „Messias" abgesehen — überlegen
Es gehört noch heute zu den gewaltigsten Oratorien, zu •her äußerst beschränkten Zahl musikalischer Kunstwerke, Die wirklich ins Volk gedrungen sind." .
Die Spuren bc* „Judas Maceabaus' lasten nch bis in das treuere deutsch Studentenlied und bis in die musikalischen Sckul- stbeln rerfolgen. Es sei hier nur an Den Begrustungschor: ,>5ebx, er kommt, mit Preis gekrönt", welcher in den mustkalstchen Volksschatz übergegangen ist, erinnert
teilweise recht schwierige Aufgaben gestellt haben. _ Zwischen den KlaviersoliS wird Frl. Mathilde Petri auS Frankfurt a. M., eine Schülerin Eugen Hildachs, die Güte haben, mehrere Lieder (von Beethoven und Schiunann) zu singen und einige Ensemblestücke für Cello und Klavier werden nnS die Bekanntschaft deS jungen Cellisten Herrn Renzo Giulini machen lasten. Die Eintrittspreise sind so mäßig (Mk. 2,1 unb 0,50), daß — namentlich auch bei dem gemeinnützigen Zweck des Konzertes — fein Freund von gediegener Musik desten Besuch unterlasten sollte.
" Ein FortbildungSkursuS für Organisten und Chordirigenten der evangelischen Kirche deS Groß- Herzogtums Hessen findet vom 18. September bis 7. Oktober in Darmstadt unter Leitung von Kirchemnusikmeister Pros. Arnold Mendelssohn statt. Meldungen dazu muffen bis zum 15. Mai emgereicht werden.
•• Die Eisbahn ist wegen der gelinden Witterung bis auf weiteres während der Mittagsstunden geschlossen. In der Regel wird sie von 5 Uhr an wieder eröffnet locrben können.
•• Gefährliches Spielzeug. Am Sonntag nach» mittag vergnügte sich ein ISjähriger Geometerlehrling an der Anneröoer Straße damit, nach vorbeifahrenden Radfahrern mit einem scharfgeladenen Revolver zu schießen, -tic Polizei machte der Spielerei ein Ende, indem sie dem Burschen den Revolver abnahm und Anzeige gegen ihn erhob.
Ankauf des Reu- und den Verkauf' des Altmaterials unter sich haben, unb daß dem Reichstage am Schlüsse des Rechnungsjahres eine nach kaufmännischen Grundsätzen ausgestellte Bilanz vorgelegt wird.
Piel schlimmer, ja, beinahe lächerlich find die Arbctls verhälknisse im Reichsmarineamt. Wenn man härt, daß sich die Abschreibekosten für einen Bogen auf 5 Mark belaufen, daß der Beamte innerhalb 6 Dienststunden nur 6 Pflichtdogen (natürlich sehr weitläufig geschrieben■ zu leisten hat und ihm jede Mehrleistung innerhalb dieser Zeit, sowie jede Hausarbeit extra vergütet wtrd, so daß aus dem Unteroffizierstande hervorgeganaene Beamte im eklatantesten Falle 6600 Mark Gehalt, bOO Mark Funktions zulage und 1300 Mark Wohnungsgeld — ganz abgesehen von der horrenden Bezahlung der Extraarbeiten erzielen, so steht einem, mit Verlaub zu sagen, der Verstand stille. Mit diesem bureaukratischen Stiftern, mit dieser Verschleuderung der Steuergelder des deutschen Volkes muß jeden- falls gebrochen merben. Es muff verlangt werden, baff die Kanzleibeamten mindestens ihre acht Stunden arbeiten, daff die Sätze für Extraarbeiten herabgemindert werden, und baff die ganze Schreibarbeit durch Benutzung von tuet- • teren Schreibmaschinen beschleunigt und verbilligt wird. > Für mechanische Arbeiten brauchen wir keine hochbezahlten Subalternbeamten, sondern tonnen diätarisch beschäftigte i Schreibmaschinistinnen anstellen, die in Berlin für acht
Stunden Arbeit etwa 150 Mark monatlich erhalten, und bic Ertraarbeiten für etwa 2 Mark pro Bogen Herstellen wurden Hier muff der Reichstag durchaus feine beficrnbe Hand anlegen unb bie Ausfchiißentschließungen zu den seinigen machen, soll das deutsche. Voll feinen Stolz und seine Freude an der Wehr zur See nicht verlieren.
Der deutsche Reichstag trat am gestrigen Montag in . ■ bie zweite Lesung des Reichshaushalts für 1911 ein, die , I ,hn bis weit in den Monat März hinein beschäftigen wird, ■ unb begann seine Beratungen mit dem Marinehanshalt, i I her im Reichsbudget mit der sehr stattlichen Ausgaben- ; | summe von 174 286825 Mk. (+ 10 308545) figuriert, ganz ’ abgesehen von den Ausgaben für aut schau unb das ost- ।
asiatische Marinedetachement (7 708 160 Mk.) und den Aus- aobeti des Extraordinariums in Höhe von 109 059 91 < [Z 3676 522), wie sie durch den Bau neuer Schiffe im Uottengesetz begründet sind. Das find in Summa .-91054 902 Ml, ober im Vergleich zum Vorjahr, da auch der Haushalt für Kiautschau ein Miims von 422 856 Mk. verzeichnet, eine Mehrbelastung des deutschen Volkes um 6209 167 Ml. r . k .
Hervorgerufen wurde die Steigerung bei den ordent- ijchen laufenben Ausgaben burdi die Schaffung einer Anzahl neuer Stellen, wie sie insbesondere in diesem .laffre durch die Indienststellung des 1 7. Linicn- schiss es, durch das die Hochseeflotte vollständig wird, veranlaßt werden. Es entsallen darauf 37 000 Mk., woraus sich schließen läßt, baff bic Indienststellung des 17. Linienschiffes erst gegen Ende des Rechnungsjahres erfolgen wird. 3ür diese, wie für die vermehrte Indienststellung von Zchiffen gröfferen Typs und von Unterseebooten, die im ganzen eine Steigerung der Ausgaben um 3 360 574 Mk. bewirken, ist eine Vermehrung d e s M a r i nepe rs o- iials vom Deckoffizier abwärts um 3264 Köpfe in Auslicht genommen, sowie von 143 Offizier-, Ingenieur-- und -anitätsoffizierftellen, vom Vizeadmiral, Chefingenieur um Generalarzt abwärts bis zum Leutnant zur See, Ingenieur inb Assistenzarzt, unb dazu noch einige Zakstmeisterstellen. ter Bubgctausschuß hat diese ©teilen natürlich bewüligen müssen, doch scheint es, baff der geforderte Vizeadmiral, Dessen Gehalt im Ausschuß nur mit einer geringen Mehr leit bewilligt wurde, noch keineswegs gesichert ist, weil wir mit 32 Admiralen gerade Admirale aenug haben, und es angebracht sein dürfte, endlich einmal einem der Chef-Jn- aenieure, die bisher nur den Rang eines Fregattenkapitäns toben, Admiralsrang zu verleihen.
Die im Rahmen des Flottengesetzes liegenden Ausgaben für den Ersah bezw. Neubau von Schiffen hat der Ausschuß natürlich ebenso anstandslos bewilligt, wie bic mit bem Vorjahr übereinstimmende Forderung von 15 Millionen •Piart für den Bau von Unterseebooten. Die Abstriche, die er in Höhe von 307 450 Mk. am Marinehaushalt 1911 oornahm, setzen sich aus allerlei kleinen Posten zusammen, Oie der Erwähnung nicht wert sind. Viel wichtiger sind die Entschlieffniigen, die der Budgetausschuß annahm, und bie verlangen, baff ber Reichskanzler die ersorderlichen Maßnahmen treffe, um bic Rech nungs kontra, l e, beson- f.?rs in den ivirtschaftlichen Unternehmungen, möglichst zu vereinfachen und an Ort und Stelle zu bewirken, so- ii,ie ferner dafür zu sorgen, baff in ben verschiedenen Reichs- b,'Hörden eine genügend einheitliche Arbeitszeit der Beamten gewährleistet und durch anderweitige Organisation eine Verbilligung der Kanzleiarbeiten hcrbeigefuhrt werde.
Denn hier liegen aus den Werften und im Reichsmarine- amt Sic Verhältnisse sehr im argen. Zwar haben die Erfahrungen des Mieter Werftprozesses in dieser Hinsicht an- foornenb gewirkt. Es soll mit der Einführung kaufmännischen Geistes Ernst gemacht und zunächst für Wilhelmshaven ein lausmännsicher Sachverständiger angestellt werden. Aber wenn es Tatsache ist, daß bic Oberrechnungs-
Landkreis Gießen.
Saasen, 13. Fcbr. kürzlich weilten Finanzrat Balser-Darmstadt, Oberförster Wallenfels-Grünberg und Bauinspektor Heyer-Gießen hier. Zugleich hatte sich Over- amtsrichter Geh. Iustizrat Nickel-Grünberg als Anlegungsrichter des Grundbuchs, der Kirchenvorstand^ des Kirche spiels Vcitzberg-Saascn unb Bürgermeister ^chepp cin- qefunben. Während der größere Teil ber «ir die bet Kirchcnqemeinbc Veitsbcrg Saasen gehörte, befanb lid) bay Ehor irrt Besitz bes Fiskus, bem auch bic Unterhaltung oblag. Fm Laufe ber Vcrhanbluiigen tarn folgenber Vertrag zu - stände. Der Fiskus tritt sein Teil an bie Kirchengcmeinbe Veitzberq ab, unb zahlt als Entschädigung nod, rund 2600 Mark, die verzinslich angelegt werden. Ein Teil — 900 Mark — wird zur Unterhaltung der Kirche benutzt, der Rest ist zu einem Neubau in etwa 60 Jahren vorgesehen. Er wird sich bis dahin aus etwa 8000 Mk. erhöhen. Ferner tritt ber Fiskus sein Teil vom Friedhof an bic politische Gemeinbc Saasen ab. Gleiche Vcrhanblungen schweben über bas interessante Kirchspiel Wirberg. Das frühere Kloster Wirberg besteht aus Kirche und Pfarrhosrcite, der frühere Moorensee ging schon vor einigen Jahren in ben Besitz ber politischen Gemeinbc Göbelnrob über. xSCfft beabsichtigt ber Staat, aud) Kirche unb Pfarrhofrcitc an bas Kirchspiel Wirberg gegen eine entsprech ende Summe zu überlassen. Früher gehörten 7 Gemcinbcn zu Wirberg, zwei sind fdwu abgetrennt unb ber Pfarrei Winiierob zugeteilt worben: Saasen unb Linbcnstruth, ferner ist Lumba zu Grunbcrg gekommen. Zu bem Kirchspiel Wirberg gehören jetzt nur noch Göbelnrob, Beltershain, Reinharbshain und Vorbach. — Unser Konsumverein hielt gestern im Gasthaus Sdscpp seine Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Bürgermeister Schepp, erstattete den Rechenschaftsbericht über das Geschäftsjahr 1910. Der Jahresumsatz betrug 27 467 Mark, ber Reingewinn 1380.50 Mk. Nach Wzug der Unkosten kamen 808 Mk. (5 o/o) Dividende zur Verteilung. Der Verein blickt auf fein drittes Betriebsjahr zurück. Er war mit 40 Mitgliedern gegründet worden und zählt jetzt 54 Mitglieder. 2 am ad) erfolgte die Entlastung des Vorstandes und die Neuwahl dreier Aufsichtsratsmitglieder^
Kreis Alsfeld.
-t- Alsfeld, 13. Fedr. Unter dem Vorsitz von Geh. Oberschulrat Block auS Darmstadt fand heute die Reifeprüfung an der hiesigen Oberrealschule statt. Von ! Den 13 zugelassenen Oberprimanern haben 12 die Prüfung
Hermann Stephani dem Wert durch eine Umstellung einen neuen dramaliichen Ausbau, eine Form gegeben, bic allen modernen Anforderungen gerecht werden dürfte.
Stephani sagt ut dem Vorwort zu seiner neuen Textausgabc: „Ta« vorliegende Textbuch zu „Judas Makkabäus" verfolgt den praltischen Zweck einer möglichst eindrucksvollen Wiedergabe des geroaltiqcit Werkes. Es legt sein .Hauptgewicht auf den Vcrstich einer Neugestaltung des dramaiischen Aufbaues, Denen Gebrechen bislang wohl Klagen, doch lerne Heilung gefunden haben, und glaubt' dabei im Sinne Händels zu verfahren, dem cm lebendiges szenisches Bild bei der Schöpfung seiner Oratorien vor Augen schwebte Die dazu nötige straffe Zusammenziehung der Handlung auf eine einzige geschlossene, durch leichte Gcgensahe in ihrer Entwicklung belebte dramaiischc .Hauvtlinic bedeute zugleich eine, Zusammenfassung des musitalisch Werwollsten, das mit den aut den Kern des Kriegsdramas bezüglichen Textstellen zuiammenfällt/
In der neuen Form erlebte das Werk feine erste Auffüllung in Hagen in Westfalen am 19. Januar 1910 und errang einen von Presse und Publilum einmütig anerkannten großen Eriolg So schrieb die „Kölnische Zeitung": „Tie Hagener Erstautmhrung der Bearbeitung des Tr. H. Stephani hatte ohne Zweifel eine maßgebende Bedeutung . . Ter wertvollen Bearbeitung Stc- phanis ist im Interesse des herrlichen Werkes bie weitgehendste Verbreitung zu wünschen." _ =
3u dieser neuen Form, bic keine der musikalischen Schönheiten unterdrückt, sondern sic durch Weglassung von Unwesentlichem und gedrängte Zm'animenfassung des Stoffes in emheitlicher folgerichtiger Entwicklung erst recht zur vollen Wirkung kommen lafiri will nun der Konzerwerein das Werk darbieten.
Professor Trautmann und der )lllabemü'che Gesangverein widmen sich mit Hingebung ber Eimludierung des Werkes, dessen. Schwerpunkt in den Ehörcn liegt, das aber auch den L-olopartieu. und dem Orchester dankbare Aufgaben bietet.
Tie Ausführung erhält noch eine besondere Bedeutung babirrd , baff ”ber verdienswolle Neubearbeiter, Dr. Stephani, und Tr. Ehrysander, Dec Sohn des Händelbearbeiters, ihr beiwohnen werden.
Möge den hingebenden Bemühungen ber verdiente Erfolg beschicken lern, mögen reckt viele edlen Genuß imb Erbauung aus dem Anhören des herrlichen Werkes schöpfen.
Als nach den Napoleonischen Freiheitskriegen tm Norden Deutschlands die Musikseste aufzuleben begannen, da war der „Judas Maeeabäus" das fast ständige .z-estorawclum. „Dre Wahl fiel unwillkürlich am ihn: dec „Judas -^^ceabaus ist das Hohelied der Freiheit und Strait. In ihm ist die höchste Wsir- tung eines Kunstwerkes erreicht, 'olern sie dahin geht, eine Grundidee sür das Gefühl beftimmt auszupragen und sie m ker M del Zuhörer- zu warmem Leben ,u bnngen. «ramger und zündender, als er in dicicm Vratonum ;um AuSdnrck kommt hat her männliche Geist Handels überhaupt nicht 3um Bolte RX Snl i>™ muiitatii&en. Reichtum »anbels gmgen ihnrin , Judas Maeeabäus" die grotzen Eifekte nicht aus. Der gehobene Geist des Komponisten spricht aus dem volkstumlicheii Ton, in dem er hohe Stimmungen in dieiem Kerie sirtete und aus den großen Linien, ut welchen er Die Mehrzalst ber Sätze formte." (Kretzschmar. .
Nichts spricht besser für die Bedeutung der Händelichen --tum, als daß sie die tiefe und nachhaltige Wirkung dem Werke bis in die jüngste Zeit sicherte, trotzdem es am em -tertbuef) aut- gebaut roar! das von Anfang an mangelhaft, den Anforderungen einer neueren Zeit nickt mehr zu genügen verniochte.
Ein Hauptmangel Der ganzen Anordnung war ber, datz Uck hipielhe Handlung m dem Werte wiederholte: ^Ber^roe^lu^g, luxV uÄ ^SÄft, Subei - Plötzlich Unglücksbatfchaft und wiederum Verzweiflung, Aufrichtmig uv. hieraus ergaben iicfi auch Längen, die dem Eindruck des Werkes.
Nun bebingt es bic Art des Händelschen Sckavcns, da« - worüber wohl alle mit seinem Werden und '^en Werken vertrauten Beurteiler einig sind — Aenderungen in der Anordnung seiner Werke sich nickt nur als zulasttg, fondern al» notwendig ^^’^änbel zwütgt niemand, was er mit leichter Mühe geschaffen als unverrückbares Dogma hinzunehmen -Bernoulli.
Wir sind nickt mir berechtigt, sondern logar gezwungen, die Dratorieii in eine Form zu bringen, welche unserer Zeit ent- ,tni<qviir wissen^a auch, baff Händel selbst seine Werke nachträg- sfch mehrfach kürzte und Aenderungen in ihrer Anordnung vormrhm.
1 ^ic Notwendigkeit der Anpassung der Oratorien an moderne Anforderungen erkannt und ins Vrasiischc übertragen zu haben, ift eines der größten Verdienste Ehryfanders. Unter Benutzung der von ihm gegebenen Fingerzeige hat mm neuerdings -tr.
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Aus 5taM und Land.
G ic p e n, 14 ^ebruar 1911.
•• Prüfungs-Statistik. Jrn Sommersemester 1910 unterzogen sich, n. d. „Darinst. Ztg.^, 13 Kandidaten der Prüfung bei der theologischen Faku ltät in Gießen, außerdem war 1 Kandidat vor der Entscheidung zurück- .etreten. Von den 13 Kandidaten, sämtlich mit Gymnasial- Vorbildung, waren zur Zeit der Prüfung 21 Jahre alt 1, 22 Jahre alt 5, 23 Jahre alt 2, 24 Jahre alt und darüber 5. £ie Studiendauer, d. h. die Zeit bis zur Exmatrikulation für das Examen, berechnet sich für 2 auf 7 Semester, für 7 aus 8 Semester und für 4 auf 9 Semester. Ein Kandidat hatte bereits als Einjähriger gedient. Zum erstenmal gingen 8 Kandidaten in die Prüfung; 5 erhielten die Note ,3m ganzen gut*, 1 die Note „Genügend", 2 bestanden nicht. Wiederholungsprüfungen legten 5 Kandidaten ab, davon bestand 1 beim zweitenmal, 3 beim drittenmal. Einem Kan- oidaten wurde eine zweite Wicderholiingsprüfung auferlegt. Die Bestandenen erhielten die Rote „Genügend". Von den 13 Kandidaten insgesamt bestanden also drei die Prüfung „icht. — Im Wintersemester 1909/10 wurden 14 Kandidaten geprüft. Davon bestanden 5 die Prüfung nicht, 2 sogar die erste Wiederholungsprüfung nicht.
*• Konzert zum Besten der beiden hiesigen 2 ch w e st e r n h ä u s e r i n d e r neuen Slula a m Sonn - tag, 19. Februar. Die Vortragsfolge zu diesem von Angehörigen der Körnerschen Klavierschule veranstalteten Konzert ist mit feinem Geschmack getroffen und verheißt uns namentlich für die Klaviersoli, die sämtlich auswendig gespielt werden, lauter Perlen der Ilassischen und romantischen Klavierliteratur. Eine ganze Anzahl der zum Vortrag kommenden Stücke sindet sich auch m dem Repertoire der Pianisten von Weltruf und man muff anerkennen, baß bie jungen Kunstbeflissenen — das Verzeichnis nennt uns die Damen Frl. Alma Schmidt, Gertrud Eichenauer, Gweudoltne Gordon, Toni Günther, sowie die Herren Heinrich Roese und Kurt Blumenau — sich durchweg äußerst dankbare, aber auch
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