Ausgabe 
13.4.1911 Erstes Blatt
 
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Nr. 88

Erstes Blatt

161. Jahrgang

Donnerstag, 13. April 1911

GiehenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberyeffen

Ter Sletzener «nzelga erschein« täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiebenerZamilienblätter, zweimal wöchentl.Nreir. blatt fürdenKrelsGiehen (Dienstag unb^reüaq); zweimal monatl. tand- wirtschaftliche Seitsracen srernsprech - Anschlüsse. für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse lut Depeschen: Anzeiger Gießen.

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Die heutige Nummer umfafet 16 Seiten.

Neue winzerunruhen in Lrantreich.

Die Winzer im Marnedepartement sind eigentümliche llÖTTtge und gewalttätige Menschen. Sie haben vor dem Osterfeste ganz Frankreich in Unruhe und Schrecken vei> setzt Und die abscheulichsten Greuel verübt. Der Grund war folgender: Im französischen Senat hatte der Abg. Lenoir den Antrag einaebracht, die Regierung zu ersuchen, die Abgrenzung aller Weinbaugebiete, die im Dezember 1906 fest gelegt worden war, wieder aufzuheben und allen Weinproduzenten und Champagnerfabrikanten Frankreichs somit das gesetzliche Recht zu geben, ihre reugnisse nach Belieben herzustellen und zu bezeichnen. Als der Senat den Vorschlag T-enoix mit großer Mehrheit an­genommen batte, da brach die kaum verhaltene Wut der Winzer in der Marne mit geradezu elementarer Gewalt los. Das aus 102 Mitgliedern bestehende Winzerkomitee vielt gerade unter dem Vorsitze seines Präsidenten Balour- oet die Sitzung ab, in der über die Lage und die zu er­greifenden Schritte beraten wurde. Daher waren die Führer ferin von ihren Mannschaften und konnten auf diese keinen beruhigenden Einfluß.ausüben. In jener Sitzung gelangte denn auch eine beschwichtigende Tagesordnung zur An­nahme, in der das ganze Vertrauen der Winzer der Marne in die Entscheidung des Staatsrates gesetzt lvurde. In­zwischen sei den Winzern Ruhe und Mäßigung anzuemp­fehlen. Diese weise Tagesordnung kam nicht mehr zur Kenntnis der großen Masse der Winzer. Wie ein Lauf­feuer verbreitete sich dagegen von den Städten aus die telegraphisch übermittelte Nachricht von dem erwähnten Senatsbeschlusie, und dies war das Signal zu einem schreck­lichen Aufstand, über den heute folgende Meldungen vvr- liegen:

Die Erstürmung und Plünderung brr Champarnerhäuser.

Paris, 12. APril. Der gestern vom Senat an­genommene Beschlußantrag, in dem die Regierung auf­gefordert wird, alle Abgrenzungen der Äein baubezirke abzuschafsen, hat unter der Winzer- bcvölkerung des Marned,eparteme«rts die größte Erregung Hervorgernfen, die bereits heute »acht in den schlimmsten Zerstörungen zum Ausdruck fant. Jn den Ortschaften Damery und Dizy wur> den fünf Champagnerhäuser, die in dem Ruf sranden, Wein!aus anderen Departements zur Champagner bereitung zu benützen, angegriffen. Besonders in Dizy wurden arge Verwüstungen angerichtet. Die Kelle­reien der Firma Castellane wurde,t voll­ständig ausgeplündert; von den dort lagernden 2 3 00 00 Flaschen Champagner soll fast nichts übrig geblieben sein. D^r gesamte Wein wurde in die Gossen abgelassen und die Leute wateten stellenweise bis zum Knie darin herum. In Damery bom­bardierten die Ruhestörer die Maschinen mehrerer Eham- vagnerfirmen mit Steinen. Besonders arg wurde das .Haus oes Weinhändlers D e l v o u i n mitgenommen.

Die zur Wiederherstellung der Ordnung ausgebotencn Dragoner und Gendarmen trafen erst ein, als das Zerstörungswerk schon vollbracht war. Tie Winzer hatten, um das Anrücken der Truppen zu erschweren, an drei Punkten Barrikaden errichtet. Nachts kam es zu einem Zusammenstoß zwischen Dragonern und Winzern, wobei mehrere Winker verwundet wurden. Die Ruhe störer hißten an den Bürgermeisterämtern in Damery und Comnieres eine rote Fahne und empfingen bie Truppen mit dem Rufe:Hoch das 17. Regiment!", eine An­spielung auf die Meuterei dieses Regiments, das im Jahre 1907 zur Unterdrückung des Winzeraufstandes im Süden Frankreichs Aufgeboten worden war. In Reims herrschte nachts große Beunruhigung, da sich das Gerücht verbreitete, daß eine große Anzahl aufrührerischer Winzer in geschlossenem Zuge anrücke. Den Truppen wurde Be­reitschaftsbefehl erteilt und sämtliche Kellereien der großen

Champagnerfirmen erweitert militärische Be­wachung. Der Verband der Winker wird heute morgen die Gemeinderäte, Bezirks- und Generalräte auffordern, ihre Entlassung zu geben.

In einer Meldung aus Ep ern ay werden diese schlim­men Nachrichten wie folgt bestätigt: Eine Kolonne Wein­bauer traf um halb 10 Uhr mit roten Fahnen an der Spitze in Dizy ein. Die dortigen Weinbauer, welche auf der Mairie versammelt waren, vereinigten sich mit den ankommenden. Alle wandten sich gegen ein Champagner- Haus, erbrachen die Türen zu den Kellern und Weinlagern und zerschlugen alles, was ihnen in die Hände kam. In den Lagern befanden sich 23 00 00 Flaschen Cham­pagner, auch die Geschäftsburcaus wurden geplündert. Mit dem Material der Weinlager errichteten die Winzer drei Barrikaden in den Straßen Dizys und steckten Tonnen und Teer in der Nahe einer Barrikade in Brand. Tas Feuer wurde durch die Bevötlerung gelöfchr. Ueberall in den Straßen lagen Glasscherben und Flaschenreste. Auf den Bürgermeisterämtern von D zy und Cumieries wurden r o t e F a h n e n gehißt. Aehnliches ereignete sich in Damery, wo ebenfalls ein Champagnerhaus geplündert wurde. In Eperuay erreichte die Erregung ihren Höhe­punkt. Truppen bewachen alle Straßen.

In Damery wurden die Winzer durch Rauchsignale und Sturmläuten herbeigeruseu. Sie bewaffneten sich mit Hacken, Piken und Balken und rannten bei fünf Champagner- firmen die Türen zu den Weinlagern ein. Dort schlugen sie die Tonnen entzwei und zerbrachen die Flaschen. Sie machten die Fuhrwerke unbrauchbar, warfen die Waren auf die Straße und versuchten die Häuser mit Stroh in Brand zu stecken. Das Stroh fing infolge der Feuchtigkeit des ausgegosscnen Weines fein Feuer. Alles wurde zertrümmert. Ein wahrer Strom von Wein ergoß sich in den Straßen Damerys. Zwei Schwadronen Dragoner wurden durch Barrikaden aufgeha.'ten. Frauen warfen sich vor diePferde, um sie nicht durch- z ul assen. Mitternacht war es den Dragonern noch nicht gelungen, in das Dorf einzudringen, das in eine Art Festung verwandelt ist.

Reims, 12. April. Der Zug der Winzer hatte sich gegen Dizy, Venteuil und Hautvillers zu gebildet Die Leute führen Rebstangen mit sich und fingen revolutio.^ näre Lieder. Der Zug gelangte bis in fcie Nähe von Ay, wo fetzt zwei Schwadiwneu Dragoner liegen: obgleich die Straßen gesperrt waren, gelangtes doch viele Winzer durch die Weinberge in die Stadt: airdere wurden außer­halb von Ay von den Truppen zurückgehalten. Gegen 12 Uhr mittags versuchten die Dragoner die DLenschen zu zerstreuen: viele weigerten sich aber, zu weichen und warfen sich vor die Pferde. Die Winzer beabsichtigen fet.t, nach Epernay zu ziehen.

Die militari) e Besetzung des Weinbaugebietes.

Reims, 12. April. Alle Punkte des Wein­bezirks wurden heute morgen militärisch besetzt. Ansammlungen wurden verboten. Gendarmerieabteilnng'en bewachen die Häuser von Damery, die heute Nacht ge­plündert worden siird.

Paris, 12. April. Die parlamentarischen Vertreter des Marne Departements mit Leon Bourgeois an der Spitze haben an den Winzerverband in Epernay ein Telegramm gerichtet, in welchem sie diesen beschwören, gegen alle Gewalttätigkeiten Einspruch zu erheben und die Winzer daran zu erinnern, daß der Erfolg jeder ge­rechten Sache auf der Achtung vor den Gesetzen beruhe.

Amtsniederlegungen.

Epernay, 12. April. Die Gemeindebehörden von Damery und Umgebung legten ihre Aemter nieder. Vom Rathause in Damery weht eine rote Fahne. In der vergangenen Nacht wurde in Venteuil das Kelter- Haus zerstört. Heute morgen wurden Raketen im ganzen Weinbaugebiet abgeschossen, um die

Winzer zusammenzurufen, die zu mehreren Tausenden auf Epernay marschieren.

Anfragen in der Kammer.

Paris, 12. April. Die Kammer beriet die An­fragen betreffend die Haltung der Regierung gegenüber der Abgrenzung der Weinbaugebiete. Berry maß die Schuld an den beklagenswerten Vorgängen im Marne­gebiet der widerspruchsvollen Haltung des Ministerpräsi­denten bei, worauf Ministerpräsident Monis erwiderte, er habe stets dieselbe .Haltung beobachtet. Berry forderte sofortige Abschaffung der Abgrenzung. Combrouze ver­teidigte die Abgrenzung und sagte, die Kammer dürfe nicht unter dem Druck des Aufruhrs darüber beraten.

Ministerpräsident Monis erklärte: Das Gesetz müsse a b g e ä n d e r t werden. Allerdings ist der jetzige Augenblick ungünstig. Diese Abänderung muß forgfälug überlegt werden. Ich bedarf des vollen Vertrauens der Kammer, nm die gegenwärtigen schmerzlichen Schwierig­keiten zu überwinden Die Stunde, über die Abgrenzung hier zu verhandeln, ist vorbei. Dies muß dem Aus­schuß Überlassen werden, mit dem die Regierung zusammen arbeiten wird. Nicht durch Worte, sondern durch Taten gedenke ich die Ordnung wieder her* zustellen.

Jaurös forderte Aufrechterhaltung der Abgrenzung, bis wirksame Maßnahmen zur Unterdrückung der Fälschungen ergriffen seien. Le fev re wünschte bestimmt zu wissen, was die Regierung zu tun gedenke. Ministerpräsident M o nis erklärte, die von Dalimier eingebrachte Tagesordnung annehmen zu wollen. Klotz verlangte ebenso wie Lefevre, daß Monis sich deutlicher erkläre. Der Redner kommentierte in beißender Schärfe dessen Weigerung, mehr zu sagen; trotzdem werde er im höheren Interesse des Landes sein Vertrauensvotum für das Ministerium abgeben. Monte« bello erklärte, er werde ebenfalls für das Ministerium stimmen, wenn es fein Versprechen halte, daß die Frage dem Ministerrat unterbreitet bleiben werde. Monis er- miberte, er mache sich dazu anheischig und stelle die Vertrauensfrage.

Der erste Teil der Tagesordnung Dalimier, nach welchem die Kämmer in Ruhe die Lösung der durch die Abgrenzungen aufgeworfenen Fragen zu verfolgen beschließt und an die Vernunft und an das Ver trauen der. Bevölkerung appelliert^ wird mit 542 gegen 7 Stimmen angenommen. Ter zweite Teil, der der Regierung das Vertrauen aus spricht, mir 323 gegen 97 stimmen, der Rest, der die Erklärungen der Negierung billigt und den weiteren Zusatz ablehnt, mit 328 gegen 138 Stimmen. Schließlich wurde die Tages­ordnung im ganzen in einfacher Abstimmung angenommen.

Die Erklärungen des Ministerpräsidenten Monis und die Abstimmung über die Tagesordnung der Kämmer wer­den wahrscheinlich die Folge haben, daß dis Abgrenzungs frage im Senat wieder auf- gerollt wird Wie heute abend verlautet, wird ein Senator, vielleicht Clemeneeau oder Poincare zu Beginn der morgigen Sitzung des Senats eine Anfrage über diesen Gegenstand einbringen.

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2lit5 Hessen.

Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer wirt», wie man uns aus Darmstadt mitteilt, seine Tätigkeit nad) Eitern, am Dienstag den 25. Avril, hneber aufnehmcn und n<h bann in erster Linie mit der Beratung der Rückäuyeruugenf aus der Ersten Kammer über die Abänderungen inbetreff des Gemeindeuinlagengesetzes beschäftigen, bei deren Be­ratung dem Vernehmen nach Finanzmiuistcr Braun selber Die Stellung der Regierung näijcr Darmlegen beabsichtiat. Ferner wird sich der Finanzausschuß noch mit der Beratung der Rs- gierungsoorloge bett, die Errichtung einer Brikett-, fabrik mit elektrischer Ue k> er la n dze n t r a 1 e in Wölfersheim (Lberhessen) zu beschäftigen haben. Bei. der m der vorigen Woche vom Finanzausschuß in jlcitung mehrerer Reaierungsvertrcter vorgenommenen '-SeHdtfigitn'j des staatlichen Kohlenbergwerks und der Prüfung der Pläne für die vrojektierten Neuanlagen soll das ganze Projekt bei der Melncheit der Ausschuß­mitglieder einerecht günstige Beurteilung erfahren haben.

Kunft Wissenschaft und Leben.

Bei Nachgrabungen im alten Stadtteile von Bonn wurden eine große Anzahl von Brandgräbern aus dem 2. Jahrhundert und Sk'elettgräber aus deni 3. Jahrhundert aufgedeckt. Bei den Leichen fanden sich feingeschliffene Gläser, Kannen und sonstige Trink­gefäße. Tie Brandgräber waren mit gestempelten Ziegelplatten der in Bonn stationierten 1. römischen Legion umstellt.

Preisaufgabe. Die Dr. Heinrich Brock-Stif­tung der Balneologisri)en Gesellschaft hat als erste Preisaufgabe folgendes Thema gestellt:Vergleichende Untersuchung über die Geschwindigkeit Der Resorption oon Mineralwässern und über Die dadurch bedingte Beeinflussung der Stieren tätigtet". Der Preis betragt 800 Mark. Die Arbeiten sind in der üblichen Weise bis zum 1. November 1912 an Geheimrat Professor Dr. Brieger in Berlin N. 24, Ziegelstraße 18/19 zu senden.

Eine Luftschifferkarte. Erst vor wenigen Tagen ist! von der geographischen Abteilung des französischen General st abes Die erste der Dienen Luftschifferkarten erschie­nen, und bereits in den nächsten Tagen wird die Ausgabe zweier Weiterer Karten erfolgen. Tie Luftschisferkarten zeigen einen Maßstab von 1: 200 000 und werden in einer Auflage von nur 100 Stück gedruckt. Die Grundfarbe der Karten ist weiß: die Straßen sind darauf jc nach ihrer, Bedeutung und ihrem Umfang durch einen einfachen schwarzen Strich oder durch einen Doppel - strich gekennzeichnet. Wälder, Weinberge, Gehölze usw. sind durch grüne Farbe kenntlich gemacht, steil abfallende Straßeit und Böschungen durst) Rot, wahrend Flüsse, Kanäle und Bäche durch Blau markiert sind. Durch geeignete Zeichen in Sristvarz sind auf den Karten die Silhouetten aller großen Bautet:, die dem Flieger in den Lüften besonders auffallen und als Anhaltspunkte dienen tonnen, ausgezeichnet, Schlösser, Kirchtürme und Fabriken,

wahrend zu gleicher, Zeit die Schuppen für Lenkballons und Flug- mafrinnen, die Gasfabriken und die Niederlassungen der aeronau­tischen Gesellschaften auf die gleiche Weise, jedoch in roter Farbe, deutlich gekennzcicynet sind. Eine zweite Karte wird nad> einem anderen System einen genaueren und ergänzenden Ueberbiick über Bodenbeickafsenheit und Geländeverhältnisse bietet. Diese zweite Karte wird von dem ständigen Navigationsausschuß des Mini­steriums der öffentlichen Arbcstcn ausgeführt. Bei den kommenden großen Manövern werden diese ersten Landkarten für Lnftschisser ihre praktische Brauchbarkeit zu erweisen haben.

Ein Brief Amundsens. Eine letzte Botschaft des norwegischen Polarfahrers A m u n d s e n, der nun von Madeira aus die Fahrt in die südliche Polarregion angetreten hat, wird in norwegischen Zeitungen veröffentlicht. Der Bries ist in Madeira aufgegeben und an ein Mitglied des Ausschusses gerichtet, das die Finanzierung von Amundsens Expedition betrieben bat.Sie hätten es eigentlich schon längst erfahren sollen," so fchreibt der Polarfahrer,dock) ich konnte mich nicht entschließen. Ihnen schon vorher Mitteilungen zu machen. Ich habe den EntscÄuß ganz allein gefaßt und muß auch die Verantwortung tragen: die Frcmi" geht direkt von Madeira in die antarktischen Regionen und wird an der Seite der Engländer an dem Wettkampf um den Südpol teilnehmen. Der ganze Plan ist in der Stille ausge­arbeitet und wohl durchdacht, so daß ich alle Hoffnung auf einen günstigen Erfolg habe. Ich beabsichtige mit neun Gefährten zu landen. DieFram" wird dann in den Atlantischen Ozean zurückkchren und ozeanographische Beobachtungen vornehmen. Im Jahre 1912 wird das Schiff zurückkehren, um uns wieder auf- zunchmen. Wir werden uns dann nach Neuseeland wenden und von dort telegraphisch Bericht über die Erfolge unserer Bemühungen geben: von Neuseeland geht die Reise dann nach San Franzisko. Bitte übermitteln Sie den anderen Mitgliedern des Komitees meine herzlichsten Grüße und meine Entschuldigungen dafür, daß ich unabhängig von ihnen diesen Entschluß gefaßt habe. Wir haben Proviant für zwei Jahre und viel Arbeit vor uns. Ich schicke Ihnen meinen letzten Gruß und warmen Dank für alles, was Sur

für mich getan haben. Ich will alles, was mir in meinen Kräften steht, tun, um Sie zu beschämen." Dieser plökliche Entschluß Ünnmdieus, die geplante Expedition in die nördlichen Eisrcgionen am zu geben und den Bug seines Schiffes statt nach Norden" nach ruben zu richten, macht begreifliches Aufsehen, unb man wird miü Spannung erwarten, ob es dem kühnen unb viclbewährten nor- wegnchen Forscher gelingen wird, der britischen Erpedition des Kapttan Scott im Kämpfe um den Südpol zuvorzulommeu.

* Die Tugenden der Frau und die Statistik. In einer lustigen Rundfrage hat sich ein großes Pariser Blatt an seme Leser gewandt: man wollte Durch eine große Msrirnmung test stellen welche zehn Eigenschaften bei der Frau am höchsten SU schätzen und am meisten zu wünschen seien. Bis jetzt find nicht weniger als 60 ersttebenswerte Eigenschaften bei der Frau ent­deckt worben. Aber die meisten Stimmen sind bisher der Reih: nach auf folgende Eigenschaften gefallen: Güte, Orbnungssinn Hingebung, Sparfamteil, Sanftmut, Kluaheit rntb Frennbliclsteitt Tie Güte ist also wichtiger als der örbnungssinn, denn auf |ie sind bereits 19 308 Stimmen gefallen, während der Ord- nungsftnn bisher 18 470 erhielt. Tie Hingebung steht mit 17 904 Stimmen an dritter Stelle, Treue, Geduld unb Bescheidenheit aber rangieren erst an achter, neunter unb zehnter. Tie Willens­kraft gar steht erst an 24. Stelle. Nur 2326 Stimmen forten von bet Frau auch Eleganz. Für Selbstbewußtsein imD StE bei der Frau plädieren nur 528 Stimmen, und diele Tugend steht Damit unter, 60 als zweiundfünf-igste. Lehrreich und gleich ein Trost für die modernen Trauen bleibt cs, daß nur c9 Stimmen von der Frau Demut fordern. Die Unterorbnuna des Weibes unter den Mann steht damit an allerletzte Stelle

Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft Der Rühlsche Chor zu Frankfurt -a. M. hat nach bet glanzvollen Wiedergabe des 100. Psalms von Reger vom Groß- Herzog von Hessen die Einladung erhalten, dieses Werk am 28 Mai in Darmstadt zweimal hintereiirander zur AuiMrung zu bringen.