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Millionen Kronen erhöht. Und beim Tode seines Schwieger-
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Derlans der Wilterunq seit gestern früh: Ein Rucken hohen Druckes erstreckt sich von Rußland über Deutschland und Rord- sraulreich bis zum Kanal. Depiessioucn lagern über Island und Süditalien. Jufalgeoessen wehen bei iiuS leichte nordöstliche Winde. Die Temperaturen bewegen sich bei uns um ben (ÄekieipunH, mährend im Olten Deutschlands nahe 20 Gr. unter Rull gemesser werden. Niederschläge sind keine gefallen. Unter der Vorherrschan des Hochs ist leichte Aufklärung und geringe Zunahme des Frostes $ Witteraussichten in Hessen am Mittwoch, dem 15. Febr. 19111 Zeitweise beiter, irocfcn, ciivaS luller.
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* Zum Tode des Barons Rothschild. Baron Albert von Rothschild, der Chef des Wiener Bankhauses S. M. Rothschild, der am Samstag plötzlich gestorben ist, hat ein Alter von 66 Jahren erreicht. Der Verstorbene war mit Baronin Bettina aus der Pariser Linie des .Hauses Rothschild vermählt, überlebte seine Gattin aber um fast 20 Jahre. Der Reichtum der Rothschilds ist sprichwörtlich geworden ht allen Ländern; Baron Mbert Rothschild war vielleicht der reichste unter allen. Zweifellos war er der reichste Mann in Europa. Und diesen Reichtum in seinem, heutigen Umfange Tratte er nicht etwa ererbt. Als er im Jahre 1874 nach dem Tode seines Vaters Anselm Freiherr von Rothschild die Leitung des Wiener Hauses übernahm, wurde das Vermögen auf 400 Millionen Kronen geschätzt. Heute beziffert sich der Bestand des Hauses auf über eine Milliarde. Die Gebäude dieses enormen Aufschwunges sind mannigfach. Erstens kann Rothschild kaum den zehnten Teil seines Vermögens aufgezehrt haben, so das; dauernd Zinsen zum Kapital geschlagen wurden. Und dann hat Baron Albert die größten Erbschaften, vielleicht der ganzen Erde, gemacht. Sein verstorbener Bruder Nathaniei hatte den ältesten Sohn Alberts, Georg, zum alleinigen Erben eingesetzt und somit das Wiener Vermögen um etwa 100
Die pest in China.
Berlin, 13. Febr Rack/ den lepren amtlichen Meldungen des Gouverneurs von Kiaut schon ans T s i n g t a n ist daS Schutzgeb ie tpestfrei. Aus T s ch i f u waren nach Tiingtau 200 und aus der Provinz Scha n t u n g 250 Todesfälle gemeldet. Tie letzte Angabe stammt von den in dem Innern der Provinz lebenden Europäern. Die militärische Abgrenzung des Stadt' gebietes und die Ueberwachimg der Schutzgebietsgrenze fettend bet cknnesischen Landbevölkerung unter der Leitung des deutschen B^irksamts hatte die erhoffte Wirkung. Zur wirksamen Aufrechterhaltung der militärisckxm Absperrung, die an die Besatzung große Anforderungen stellt, bleiben von den Offizieren und Mann- fdvrften, die am 22. Februar mit dem Dampfer „Neckar" Die Heimreise antreten sollten, zwei Offiziere und 288 Mann ut Tsingtau zurück, um nicht zu sehr auf die neu herausgekommene junge Mannschaft, die sich erst eingewöhnen soll, angewiesen zu sein. Bei dem ostasiatischen Marinedetachement in Peking hat ein Personalwechsel vorläufig nicht stattgefunden. Bei diesem Marineteil sind P e st f ä l le n i ch t v o r g e k o m m e n.
K i r i n , 13. Febr. Der Kommandeur der 23. chinestfchen Division wurde auf Befehl aus Peking versetzt, weil er sich weigerte, sich einer fünftägigen Quarantäne zu unterwerfen. Hier kommen täglich 23 Todesfälle an Pest vor.
Petersburg, 13. Febr. Der medizinische Generalinspektor meldet aus Wladiwostok: bisher wurden im Küstengebiete keine Erkrankungen an Pest festgestellt. In den Stationen Pogranitschnaja, Nikolsk und Ussuriisk wurden Krankenhäuser, an belebten Fahrstraßen ärztliche Beobach, tungsstationen eingerichtet, so in Chuntschun, Poltawa und Jinan. Zur Zeit der Eröffimng der großen Schiffahrt tmxb die ärztliche Beobachtungsstation in Wladiwostok erweitert. Man beabsichtigt, die koreanische Dorstadt von Wladiwostok, welche aus einer Anzahl eng zusammcnge- drängter und dicht bewohnter Baulichkeiten besteht, nieder- zulegcn und die Bevölkerung anderswo anzusiedeln. Zur schleunigen Feststellung des ersten pestverdächtigen Falles wurde ein umfassender sanitärer Kundschaftsdienst or- 9 " Jri Charbin ereigneten sich gestern 19 Todesfälle an Pest.
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child, sind gleichfalls Unsummen nach Wien gewandert. So kam es, daß das Daus Rothschild in letzter Zeit um ] neue Geschäfte nickt mehr warb: weder im industriellen Le- , bcn noch an der Börse. Das Vermögen war eben zu enorm geworden, seine Verwaltung verlangte die volle Zeit und , Tatkraft des Barons. Ein Bankgeschäft besteht wohl, aber - ein böses Witzwort hat davon behauptet, daß sich Albert i Rothschild dieses Bankgeschäft gehalten habe, wie etlva ein i reicher Kavalier einen Marstall. Mw zur Zerstreuung, nicht aber zum Gewinn. Baron Albert Rothschild war elbstvcrständlick auch einer der größten Großgrundbesitzer Oesterreichs. Er hinterläßt herrliche, ausgedehnte Walrungen, landwirtschaftliche Oekonomien und Paläste und Schlösser in großer Zahl. Die Frage seiner Nachfolgcr- chaft als Haupt des Wiener Hauses dürfte vielleicht testamentarisch geregelt sein. Der Verstorbene hinterläßt fünf Kinder. Vier Sohne und eine Tochter. In dieser Beziehung war der Verstorbene, dem sein Vermögen fast über den Kopf wuchs, vom Unglück verfolgt. Sein ältester Sohn Georg ist seit vielen Jahren als irrsinnig in einer Hellanstalt, sein jüngster Sohn Oskar ist vor zwei Jahren plötzlich gestorben: cs hieß damals, er habe sich erschossen. Zu "allem Unglück ist die einzige Tochter unhellbar taub. In Betracht als Leiter der Firma und Haupt des Hauscö dürfte eigentlich nur der jetzt 30 Jahre alte Baron Louts Rothschild kommen, der in letzter Zeit schon stets von seinem. Vater zu allen wichtigen finanziellen Beratungen zugezogen worden war.
* Der letzte Tote des Kriege? 1870,71. Der letzte Kanonenschuß im Kriege 1870/71 wurde von den Fran- zosen abgefeuert und zwar am 13. Februar bei Belfort. Sein Opfer war ein Schlesier namens Karl Gotsch von der 1. Kompagnie des 2. Westpreußischen Landwehrrcgiments Nr. 7, geboren am 13. Mai 1841 zu Mühlrädlitz, Kreis Lüben. Ter Totenschein ist heute noch vorhanden. Es heißt darin von dem Soldaten: „Religion: evangelisch, Stand: Hausdiener, verheiratet: nein. Ist bei den Belagerungsarbeiten vor Belfort am 13. Februar 18<1 durch einen Granatsplitter durch die rechte Brust verwundet morden und sofort gestorben. Dies wird hiermit bescheimgt. C. Qu. Valdoye, den 21. Februar 1871 2tes Bataillon (Liegnitz) 2len Westpreußischen Landwehr-Regiments Nr. 7. Für den erkrankten Bataillonslommandeur: Kahnert, Hauptmann und Kompagnicführer. Tr. Mager, stcllvcrtr. Stäbs- arzt." — Als Karl Gotsch, so berichtet das „Liegnitzcr Tageblatt", sich damals von seinem jetzt 77 Jahre alten Bruder verabschiedete, um ins Feld zu ziehen, tat er dies mit den Worten: „Na, Bruder, wir ,ehn uns nicht mehr wieder." Erst am letzten Tage ging durch tückischen Zufall |cin Todesahnen in Erfüllung.
^Alkohol und Straftaten in Heer und Marine. Diese Frage wird durch die Militär-Kriminalstatistlk, die das Deutsche Reich seit 1900 besitzt, in lehrreicher Weise beleuchtet. Einer Bearbeitung derselben bcn Kricgsgeiichtsrat 2 t c_ö, Rastatt: „Die Militärstrafrechtspftege int Lichte der Ärimmalftatutir t|f zu entnehmen, daß von den Straftaten gegen die Pflicht der militärischen Unterordnung in trunkenem Zustand verübt wurden: im Heer im Jahre 1901 12,4, 1902 ebensoviel, 1903 10,7, 1904 9,6, 1905 12,5 1906 11,6, 1907 8, 1908 10,9, 190J 11,5 Prozent, in der Marine in denselben Jahren 22,3, 18,9, 15,1, 16,1, 19, 12,2, 16,2, 11,1 und 20 Prozent, -labet ut jedoch die Nachweisung geringfügiger militärischer Unterordnungs- Vergehen noch nicht in der Stantzik enthalten. Auch bleiben, wie bet Verfasser selbst bemerkt, die Zahlen noch aus anderen Gründen hinter dem wirklichen Anteil des Alkohols sicher zurück. Der Älkoholverbrauch spielt, wie auch die Statistik aufzcigt, bei der Marine wie überhaupt so auch ,strafrechtlich eine größere Nolle als im Heere. Bon den schwersten Vergehen gegen die militärische Unterordnung, tätlicher Angräf, Aufruhr, Widelletzung, werden etwa 37 in der Trübung des Bewußtseins durch Alkohol - genuß begangen worden sein. Interessant ist auch die land- schaftlickie'Verteilung. In der Zahl der in der Trunkenheit begangenen Vergehen übertreffen die östlichen Armeekorps die wcst- liLeli: ebenso speziell hinsichtlich der schwereren Unterordmmgs 0ergeben und hinsichtlich des Zugangs an Alkoholvergiftungen in den Lazaretten (vergl. die Sanitätsstalistit>. „Alle diew Zahlen, schreibt Kriegsgerichtörat Dietz (in der Köliiftchen Zeitung), Tinben ihre Erklärung in der Tatsache, daß der Altohol^vorwiegend in den östlichen Gegenden (Marine!/ in seiner reinsten 0?rm (SchnapS) genossen wird; int Westen spielt mehr der Wem , in Lothringen auch Absinth), m Bayern das Bier die ent,meidende 8u)lk. Wir erkennen, wie auch Stabsarzt Tr Stier zutrciiend aussuhrt, datz der Mißbrauch alloholischer Gc.ranke keine E-igentumlichkeit des Heere« vielmehr der Gewohnheiten der einzelnen Landesteile angepaßt ist." Viele und gerade ernstere Straftaten gegen, die Unterordnung sind nach Sem obigen weniger der Ausdruck einer Disziplinlosigkeit als vielmehr einer Beeinftuifting des Organismus durch Alkohol.
Zeitung Leipzig, Verlag von I. I. Weber) verossentltcht m ihrer neuesten Nummer vom 9. Februar die 5 Preisgekrönten Entwürfe und ernwglidit es so jedem Leser, firn iclbft ein Urteu über den Ausfall des Wettbewerbes zu bilden. Von nodxutucllm Interesse ist ein mit instruktiven Abbildungen versehener Artikel über die Pest in Ostasien, in dem der Verfasser, Rcarinestadsarzt Di. voffmann-Berliii, zu dem tröstlichen Schlulse kommt, dap die Gefahr der Seuchcn-Einsckstii'vung für Deutschland so gut wie ausgeschlossen ist. Sei die Verheerungen die Erdbebeli in Turkestan angerichtet ljaben, erhellt aus einem reich lllustnertcn Aussatz des bekannten Orientmalers Oskar Jahnke. Mit dem Aufsehen erregenden Grabmalersund in der Dresdener Sophien- tirdic beschäftigt sich ein mit zahlreichen Abbildungen Derfehencr Artikel von Tr. Robert Bruck. Dem eigenartigen Schäften bei Malers Ludwig Bartning widmet Dr. Paul Kühn einen mit farbigen und schwarzen Reproduktionen anSgestatteten Beitrag. Humperdincks Musckmärchen „Königskinder" läßt Otto Sonne als einer der schönsten Früchte auf dem Opernmarkt der Gegenwart eine feine Würdigung zuteil werden. Ein ganzseitiges Blld nach einer lebensvollen Originalzeichnung von Franz Kienmaver fuhrt die volletzte Szene des 2. Aktes der Oper den Lesern vor Augen. Der immer mehr aufblühendc Wintersport habet u wohlgelungenen Bildern vorn Hauptverbandswelllaift des Deutsch:» Skiverbands in Oberwiesenthal i. E. und von den in St. Moritz abgehaltenen wintersportlichen Wettbewerben bic gebührende Berücksichtigung. Der übrigc_ Jnlwlt der Nummer bo friedigt wie immer die höchsten Ansprüche.
— Der Kampf um die N e i ch s - Z u w a ch s st e u c r hat gezeigt, wievill Einfluß sich der Buick Deutscher Boden-- icformcr durch seine stille aber zähe Acbeft iiach und nach er« worben hat. lieber die deutsche Bodenreform, ihre Grundsätze und ihre roeüeren Pläne, gehen die Meinungen im Volke immerhin noch weit auseinander. Das Werk des Bmckesvorsweicken A. Damaschke: „Tie Bodenreform", Grundsätzlickies und Geschichtliches zur Erkenntnis und llebtrroinbnng der sozialen Not. (Jena, G. Fischer, 360 Seiten, Preis 2,50 Mk.), das soeben in 5. Auslage erscheint, schürt von neuem die Geister. Jin ersten Kapitel: „Weder Mammonismus noch Kommunismus" werden die leitenden Grundsätze bargelegt. Die p^cksten Kapitel besprechen die Bedeutung der Bewcgung für die mdustrielle (Ent» Wicklung und das Aqrarproblem. Es wird dann ein historiicher Beweis aus der Geschichte von Israel, Äeklas und Rom versucht Den Schluß bildet eine Geschichte der anglo-sächsischen Beilegung, in der die Bodenreformer bekanntlich am mächtigsten ftnd England haben sie die Mehrheit im Parlament) und eine Tai> stellung dessen, was die Hohenzollern im Mittelalter und in der Neuzeil für die Bodeiireformgedanken getan haben.
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-ch. Gladenbach, 14. Febr. Die elektrische Anlage der Oberschelder Hockojen-Zentralc ist jetzt schon bis ru unserem Städtchen ausgcbaut. Dank der bisherigen günstigen Witterung konnte am gestrigen Montag abend die elektrische Beleuchtung in probeweise Benutzung genommen werden. Zur Erzeugung der elektrischen Energie werden die bisher unbenutzt gebliebenen Huttengase der Oberschelder Eisenwerke verwandt.
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X r> anau, 13. Febr. Wegen fahrlässiger Tötung Halle sich beute der Bauunternehmer Andreas Knauf vor der Straskamm.'r zu verantwollcn, der im September v. Js. beim Sterbfritzer Chamotte- und Tonwerk einen Fabllkschornstein aufzuführen hatte, wobei der 17jähllge Maurerlchrling Hufnagel von einem hcrab- fallenden Backstein auf dem Kopf getroffen wurde und an den Folgen der erhaltenen Verletzung verschied. Dem Bauunternehmer Mnaui wurde zur Last gelegt, Nichtbeachtung der gegebenen llit- fallvcrhütungsoorschriftcn, doch kam das Gericht nach Anhörung der Sachverständigen zu einenr Freispruch.
Letzte Nachrichten.
Paris, 14. Febr. Der Kolonialminister hat eine Meldung vom 13. November v. I. erhalten, wonach bei Sag n a in r i s in Französisch-Zentralafrika ein weiteres Gefecht zwischen der Kolonne des Hauptmanns Faurc und Eingeborenen statt- gesunden hat. Letztere haben 200 Mann verloren.
Sosia, 13. Febr. Die Sobranje nahm den von der Presse lebhaft kritisierten Gesetzentwurf betreffend die Revision der Verfassung im Prinzip einstimmig an, nachdem Ministerpräsident Malinow sich mit einigen Amendements einverstanden erklärt hatte, namentlich damll, datz der König das ihm in dem Entwurf 'mgestandenc Recht, geheime Verträge ohne Wissen der Sobranje aäzuschließen, unter Mll- wissen und Verantwortlichkeit der Regierung ausübe.
Washington, 13. Febr. Präsident Taft hat heute den panamerikanischen Handclskongreß eröffnet, der hier zur Beratung der kommerziellen Vorbereitung für die Eröffnung des Panamakanals zusammengctrcten ist. An dem Kongreß nehmen etwa 100 Vertreter der Handelswclt aus dem gesamten amerikanischen Kontinent, sowie Diplomaten der sämtlichen italienischen Republiken Amerikas teil. Präsident Tast fielt eine Ansprache, in Iber er erklärte, der Panamakanal solle nicht politischen Zwecken, sondern der Förderung des Handels dienen. Des weiteren sprach sich der Präsident für ein Gegenseitigkeitsabkommen mit allen LändeiN der Welt auS.
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