Nr. 261 Erstes Blatt
161. Jahrgang
Montag, 13. November 19U
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Gietzener Anzeiger
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Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.
Der Sd)Iu6 der lHaroffoausfprad)c.
Nach breitafliflcr Schlacht hat der Reichstag am Sonnabend das Marolko-Ablomnicn nnb die verschiedenen da- mit im Zusammenhang stehenden Anträge aus Verfassungsänderung dem BudgclauSschusz überwiesen. Tas bedeutet vorläufig einen Sieg der Volksvertretung über Herrn v. Bethmann-Hollweg und seine Regierung, die da glaubten, dem Reichstage das Marokko-Abkommen lediglich z»lr „Kenntnisnahme"' unterbreiten zu können, aber im Verlaus der dreitägigen Aussprache nicht einmal den Mut sanden, auf diese staatsrechtlicke Frage einzugehen, angesichts der Mißstimmung, die im ganzen Reichstage (mit Ausnahme der Sozialdemokratie) gegenüber der Marokkopolitik herrschte.
Und doch loagen wir schon bei Betrachtung der ganzen dreitägigen Schlacht nickt an einen endgültigen Sieg der Volksvertretung zu glauben Zwar waren alle bürgerlichen Parteien in der Verurteilung dcS Marokko-Abkommens mehr oder minder einig, zwar stellten sich auch die Konservativen nach ihrer schroffen Abkanzelung durch Bcth- mann-Hollweg aus die Seite der übrigen Parteien, die eine Revidierung der Verfassung hinsichtlich der kaiser- lichen Machtbefugnisse über Gewinn und Abtretung von Schutzgebieten zugunsten der legislatorischen Gewalt des Reichstags fordern. Aber mit diesem Erfolg — Verurteilung des Marokko-Abkommens und Ausbau der Rcichs- versassung — hätte man schon am zweiten Tage die Ma- rotkoaussprache schließen sollen. Es war nid)t wohlgetan, daß diese klare Lage durch die Redner des dritten Tages verdunkelt wurde und die ganze fernere Aussprache schließlich, weil eben über das Marotko-Ablommen nichts sachliches mehr zu sagen war, verflachte und in Partcigezänt auslief.
Aber die Abänderung der Verfassung steht dennoch jetzt im Mittelpunkt des Interesses. Man würde den Schluß der Marotkovcrhandlungcn als ein Zeichen neuer und besserer Zeiten ansehert können, wenn nicht das dem Reichstag zugegangene Weißbuch über Marokko mit seinen ganzen — sage und schreibe — 2\ > Seiten bewiese, wie gering Herr v. Beihmann-Hollweg das Gewicht des Reicks» tags einschatzt. Dieses Weißoucy eickhütt nicht, wie es der Reichstag wünschte, das gesamte -)totcnmatcrial über die deutjch-sranzösisct>en Marotkoverhandlungen und den Notenwechsel zwilchen Teutfchlcurd und England, sondern nur zwei Aktenstücke, die das veröffentlichte Marotto-Abkommen insofern für Teutickland ungünstiger erscheinen lassen, als Herr v. ftibeilen darin auf die deutsche tLuoicnbetcüi- gung am marokkanischen Bahnbau verzichtet, und das Pro- tettorat Frankreichs über Marokko darin ausdrücklich atu erkannt wird. Tenn die Leffnung des Hafens Agadtc für den internationalen Verkehr, sowie die in Aussicht genommene Schlichtung deutsch-sranzöiischer Differenzen durch das gerade in jetziger Zeit recht sragwürdibe Haager Schiedsgericht steht doch lediglich aus dem Papter.
Eine Ergäujuog des Marokko- und Kongo-Vertrages.
Der Inhalt eines Notenwechsels zwischen dem Staatssekretär von Kiderlen und dem fran- zösischcn Botschafter Eamb on, von dem bereits bei den französischen Verhandlungen in Paris die Rede gewesen ist. ist nunmehr auch dem Reichstage zugegangen.
In bie) em Notenwechsel werden noch einige Punkte betreffend Marokko fest gelegt. Für den Fall, daß die französische Regierung die lieber na ljme des Protektorats über Nlaroklo erforderlich halten sollte, werben seilens der beut- schen Regicruiig dein keine Schwierig ceüen m den Weg gelegt werden. Tic in Artikel 1 des deutich-fraiuösiscl-en Abtomniens deutscherseits der Regierung eingeraumtcn Befugnine iüib.n natur-- gemäß auf alle Fragen Anwendung, die einer Regelung durch Verordnungen unterworfen und in der Algceirasakte vorgesehen sind. Betreffs der öffentlick>en Arbeiten hat die deutsche Regierung davon Abstand genommen, eine vorl-ergehcnde Feustcckung der
Quoten zu verlangen, die der bculid)cn Industrie bei Eisenbahn bauten in Marokw zuzufallen haben. Tie französische Regierung bat erklärt, daß sie in Bezug auf öffentliche Arbeiten, deren Ausführung Angehörige eines der beiden vertragschließenden Staaten übertragen erhalten sollten, die Bildung von Interessen- tengcmcinscl'aft.n zwischen ihnen stets begrüßen würde Außerdem hat die französische Regierung der deutschen Regierung die Zusicherung gegeben, daß der im Interesse aber Nationen liegen:c Eisenbahnbau Tanger — FeS öffentlich ausgc schrieben »»erden soll, bevor die Ausschreibung irgend eincS anderen BahnbaueS in Marokko erfolgt. Desgleichen tvird die französische Regierung b.t der m<.
tragen, den Hasen von Agadir dem internationalen Handel zu öffnen. Endlich wird die französisch: Regierung aus Wunsch der deutschen Regierung bafür Sorge tragen, daß, sobald ein Gesamtplan für die im allgemeinen Interesse liegenden marokkanischen Eisenbahnen zur Ausarbeitung gelangt, die marokkanisä-e Verwaltung hierbei die wirtschaftlichen Interessen des Landes auf das gewissenhafteste berücksichtigt. Insbesondere soll die Führung der Linien so gewählt werden, daß eine Ver- bindilng der erzhaltigen Gegenden mit den ösjcntlichen Eisenbahnen und mit den für ihre Abfuhr bestimmten Häsen tunlichst erleichtert wird. Wenn die in Artikel 9 des Abkommens vorgesehene Rechtsordnung in der Zukunft in Marokko eingeführt ist, wird die französische Regierung, sobald die Skonsulargcrichie ersetzt sein lverden, dafür Sorge tragen, daß die deutschen Staats angehörigen vor den neuen Gerichten die gleicl>e Stellung ein nehmen werden wie die französischen Staatsangehörigen. Tic deutsck>e Regierung bat erklärt, daß sie nach dieser Regelung ihre Konsulalsgerichtc gleichzeitig mit denen aller Mächte einziehen werd?. Beide Mächte sind übercingekoinmen, alle Mei- nilngsverschiedenh.iicn, die sich ans dem Marokkovertrag ergeben könnten und sich nicht auf diplomatischem Wege regeln lassen, einem Schiedsgericht zu unterbreiten, welches nach Maßgabe der Bestimmungen der S?aager Konvention vom 18. Oktober 1907 zu bilden ist. Bei Meinungsverschiedenheiten bei der G r en - a b st e cl u n a in >1 o n g o soll ein von den beiden Regierungen gemeinsam gewählter Schiedsrichter, der einer dritten Macht angchören muß, die Entscheidung fällen. Beide Regierungen werben es gcin fehen, wenn zwischen den beiderseitigen Staatsangehörigen I n l e r e s s e n g e m e i n f ck a s- t c n für Unternehmungen in den durch das deutsch-französiselre Abkommen berührten Kolonialgebieten gebildet werden.
Eine sottfchrittllche Volksversammlung.
Berlin, 13. Nov. In einer Versammlung des Zentralausschusses der Fortschrittlichen Volkspartei, der am Sonnlag im Reichstagsgebäude zusammentrat, nües Äbg. Wiemer auf die durch bie Attacke des Reichskanzlers gegen Herrn v. Heybebranb zugesprtzte Lage hin, warnte aber Davor, ben Glauben zu unterstützen, als ob nunmehr eine Entwicklung in liberaler Richtung zu erwarten sei. Der Redner schilderte den voraussichitichen Verlauf der Verhandlungen im Budget- ausschuß über Marokko, kennzeick)nete bie Unsicherheit der Lage und betonte bie Notwendigkeit der Abwehr gegen die Sozialdemokratie. Der Hauptzweck des Wahl- kämpses sei die Beseitigung der jetzigen Mehrheit.
Angriffe der „France MUilaire".
In einem Artikel über bie Dilauz der Marokkokrise kommt „La Franee Mili tut ' zu folgendem Ergebnis:
„Frankreich geht aus der Krise moralisch und politisch gestärkt hervor. Es bat niemals bester die Bedeutung ieiner Macht und die Festigkeit seiner Bündnisse unb Freundschaften empfunden gegenüber der Lchwääie derienigcn Macht, bereit Feindseligkeit für uns eine ständige Trohung ist. Nun scheint diese Drohung für den 'Jhigenblid beseitigt. Aber sie besteht tatsächlich weiter, iveil im Grunde sich nichts geändert hat. Tas Abkommen über Marolko war nur ein Zwischenfall und ein Vorwand. Andere Zwischenfälle und Vorwände werden folgen. Geivissc Leute, die allerbings immer seltener werben, sagen nun: Es muß jetzt eine Verständigung zwisä)cn Frankreich und Teutschlanb euurcten, die Zeil der Aussöhnung ist gekommen, der Zankarßl, Marokko, ist beseitigt, und nichts mehr ttcht einer engen Annahrung zwischen den bciocn großen Völkern entgegen, die so dazu geschaffen sind, ftd) zu verstehen. Aber solches Gerede hat keinen SfurS mehr, aucp nicht in Berlin. Man erklärt dort sckwn heute, daß die Reibungsflächen nur noch vennchrt finb. Es ut entschieden besser, alles osten aus- zusprcchen. Wir wüßten kaum etwas lächerlicheres, was auch
Aus öem vorvbuche von Nelson; „victory".
Bei Sothebv in London wird dieser Tage eine wertvolle Reliquie zum öffentlichen Verkaufe gelangen, ^nämlich ecn^ Bordbuch vom Flaggenschiffe „Biclory" aus den Tagen der Säilaät von Trafalgar. Tie Eintragungen barm stammen von dem Leget- meiner Atkinfon. Von diesem Besitzer ist das Buch im Wege der Erbschaft bis auf den Enkel weilergegeben worden, der es nun öffentlich versteigern läßt.
Tie Engländer werden Atkinfons^Bericht über bie Schlacht von Trafalgar unb ben Tob ihres großen S e c h e 1 b e n M e s f o n mit einer gewissen Rührung leien, denn er ist, obwohl fast zugleich mit den Ereignissen aufgesetzt, dock ganz knapp, trocken und sachlich gehalten. Ucbrigens enthält er einige Angaben über den Signalwechsel zwischen Nelson und der Flotte am 20. und 21. Oktober 1805, die der Adnnralitatsberickt nicht ocröfsentlichl Hal. Ter Bericht über die Sckiackt bei Trafalgar selbst beginnt ganz trocken: „Flaue Brise, wolkig." Tann wird die Stellung zur feindlichen Flotte angegeben, unb hierauf heißt es, daß vier Minuten nach 12 die Backborbgeimützc das Feuer eröffneten. Kurz vor halb ein war das allgemeine Ge^eLl im Gange, und nun folgt die erste Eintragung über Nelsons Verwundung: „Um 1 Uhr 15 wurde der Right Honourable Lord Viscount Nelson K. B. and Eommairdcr in Chief an der Schulter verwundet. Um 1 Uhr 30 strich die ,.Rcboutable" die Flagge und wir hörten auf, mit unseren Steuerbordgcschützen gegen sie zu feuern."
Tie Fortsetzung berichtet nur in ganz kurzen Worten über den Verlaus der Schlacht, und um die Zeit, wo der Steg entschieden war und daS Feuern bereits nachließ, folgte wieder ein: Eintragung." Tas Feuern hielt bis 4 Uhr 30 an, wo Lord Nelson. . . (ber Titel ist nicht wieder ganz ausgeschrieben an feinen Wunden starb, nachdem ihm die Siegesnachricht überbraart worden war." Von Nelson selbst ist in dem Schlachtberichte weiter nicht bie Rede, vielmehr berichtet Atkinson ganz gleichgültig, wie er einen schwer beschädigten Mast ausbessern ließ, bann schildert
er das Welter unb berichtet, wie er Grog und Wein verabreichen ließ. Erst am 6. November, wo ein TankgotteSbienst stattfand, berichtet er wi:der über die Schlacht ben Verlauf des Tank- gottesdienstes ctedoch nur kurz angedeutel- und über den Plan eines Nelfond.nkmales. Aus dein Bordbuche kann fein Unbeteiligter eiunchmen, daß Atünson viele Schlachten unter Nelson mitgcmacht hatte und iym recht nah.'stand. Man nmß sich übrigen» darüber wundern, wie Arkmson sein Bordbuch so luhi hat icor eiben können, denn er selbst hatte einen Schuß in bie Schulter erhalten. K. F.
E. K. Tie Einweihung des „französischen Institutes" in Petersburg. Ta» 'ranzösiich: Innilul, bas dazu bestimmt ist, in der Hauptstadt Rußlands als Vorkämpfer französischen Geisteslebens und sranzösisckjer Kultur zu wirken, ist nun mit großer Feierlichkeit crö inet worben. Tie Hauptpunkte in dem Plan des Instituts bilben Geschichte, Philosooyie, Kunst und Literaturgeschichte. Ti-.- Vorlesungen über Kunst bat Pro'. Reau von der Universität Nancy ubcriwmmen, französische Literatur ließ Pro:. Hautecoeur, sranzösiichc Literaturgeschichte Pro'. E a m m a r b, außerdem werden im regelmäßigen Turnus eine Remc bekannter französischer Gelehrter im Institut Vorlesungen halten Eine große Biblwthek französischer Literatur ist Dem Institut angegliebert, und >oll vor allem dazu dienen, die Vorherrschaft der deutschen wissenschaftlichen Literatur in Rußland zu brechen. „Tas cusl^ndi'che Bucher- wefen in Petersburg", so berichten französische Blätter, „ut vollkommen von der deutschen wissenschaftlichen Literatur monopolisiert, und tamit drohte in Rußland der Empruck erweckt zu werden, als ob Frankreichs,geistige Schöpferkraft in den Hintergrund gedrängt fei." Tas franzöfische Institut hot die Aufgabe, den Franzosen die auf diesem Gebiete in Rußland entrissene Vorherrschaft wiederzuerobern.
— TeutschesTheater-Ädreßbuch 1912. Tas Jahrbuch des Teutschcn Lübncn-Vereins, das im Verlage O:stcr- held & Go., Berlin 23. 15, fortab alljährlich im Oktober zum
zugleich weniger der Vürdc beider Völker entsprechen würd', alS wenn zwilchen Frankreich und Teutschlanb nun eine K o in o- bic der Zärtlichkeiten gespielt würde. Es ist viel besser, die Wirklichkeit ins '?lugc zu fassen und sich eimuridnen auf bis endgültige Anseinandcrfetzung, die der inarok- kanifckcn Krise doch einmal folgen muß. Alles in allem, die Bilanz ist für und aktiv: aber vergessen wir nicht, daß es fick dabei um Zukunftswerte handelt. Blicken nie nickt ruckvans, sondern vorwärls!"
Der italieiuid):türtifd)c Krieg.
Verstärkungen der Türken vor Tripolis.
Tripolis, 12. Nov. (Agenxia Stesani.) Gestern inülag fanden einige bedeutungslose Scharmützel bei Stdi Mesri statt, wobei die türkisckse Artillerie einige Schüsse abgab, die keinen Sckxrden anrichtetcn. An der Ostfront wurden zwei Züge Grenadiere, die Arbeitern, welche das Schußfeld von den Trümmern säuberten, als Bedeckung bcigcgcbcn waren, plötzlich durch einen A n - griff der Araber überrascht. Die Grenadiere, die das Feuer erwiderten, hatten sieben Verwundete. Ein ttund- ichaster berichtete, die Araber hätten in dem Kampfe am 9. November hundert Tote und Venvundetc gehabt. Tie Verluste der Türken seien iticht bekannt. Unter ihren Tote» sind zwei Offiziere gewesen. Wie es hei ßt,^ hab en die Türken vor Tripolis größere Streitkräfte mit Feld - und Gebirgsartillerie zu- sa m m e n g c ä o g e n. Auch über drei Maschinengewehre verfügen sie, haben aber wertig oder feine Munition Vor Homs unb Suara wurden ebenfalls reguläre türkische Streitkräfte bemerkt.
Gestern fand aus Anlaß des Geburtstages des Königs von Italien ein Empfang der Notabeln der Araber und aller religiösen Belenntnisse statt, die die Ge- fühle der Huldigung und die Glückwünsche für ben König zum Ausdruck brachten. Am Nachmittag sand ein Empfang sämtlicher Konsuln, der fremden Militärattaches und der hervorragenden Perfvnlichteilen der europäischen Kolonie statt, an dem auch die Geistlichkeit, die Vertreter der Presse und der Arbertervereinigungen teilnahmen. An bie Armen und Moscheen wurden Unterstützungen verteilt.
Nückwirkuogen in Algier.
Paris, 12. 9!ov. Aus Algier wird gemeldet: Tie tunesischen Unruhen haben auch Ijter ihre Rückwirkung aus- geübt. Turch arabijche Anschtagszettel wurde die musel manische Bevölkerung aufgebracht, die Italiener zu boykottieren, vor dem italienischen Konsulat Straßen- fimbgebungm zu veranstalten unb für die Türkei eine Geldjammliuig einzuleUen. Tie Anschlagszettel wurden von der Polizei entfernt.
Die goloene Medaille für militärische Tapferkeit.
Rom, 13. Nov. Ter König zeichnete durch einen Erlaß dir Fahnen des 64. Infanterieregiments und des 11. Bersaglieri-Regiments mit der goldenen Medaille für niilitärische Tapferkeit aus. Tie Auszeichnung ist den Regimentern für ihre heldenhafte Haltung in den Kämpfen bei Tripolis, bei Soiara Sciat und Sidi Messri, am 23. und 26. Oktober, verliehen worden.
Deutsches Ueich.
Tas 16. Bittschriften Verzeichnis ist int Reichstage cmsgcgeben worden. Die meisten Bittschriften liegen zum Privatbeamten Pensionsgesetz vor. Daneben ymidett es sich um solche in Sachen der Teuerung und der übrigen dem Reichstage vorgclegten Gesetzentwürfe. Von den Bittschrillen allgemeinen Inl)al1s seien folgende erwähnt: Zuziehung von Drei Mitgliedern des ReickMags zu den Sitzuiigen des Staalsministeriums bei Fragen der auswärtigen Politik, Zulassung gut ausgebildeter Taubstummer als Zwischenbolmetscyer bei der Vernehmung von Taubftummcnangeklagten. Ferner wird vorgeschlagen, dem geplanten Kolonial- und Konsulargerichts- h v s den Namen Siedlungs- und HandlunZsschutzgericht bei»
Preise von 2 Mk. erscheint, liegt nun zum ersten Ntale vor. Tas Werf ist 1200 Seiten stark Die redaftionclle Anordnung ist sowohl in ihrer gcichidt kombinierten logiscken Reil^enforgc als auch durch die verschiedenfarbigen Papiere sehr übcriichilich. 2:r Nocizenteil auf weißem Schreibpapier emhält die Rubtilen: Merkmge für bie Th aterpraxis, Kalendarium, Verlehr-miorma- honen, Rollenverzcichnis: m rosa folgt em größerer reoaftionclter Teil, bann in blauweiß die Perfonaloerzeichiusse der deutschen Theater und in geibem Papier anschließend bas Register dazu. Wichtig find die Kapitel: Bühnenvertnebsstellen, Uraustührungen, die gangbaren Stücke des Spielolans und ihre Verleger, Regiepläne, tantiemenfrcic Stücke, ipater frei werdende Autoren, Adressen unb Werke der Bühnenautoren. Eine Bchliographie tu fort alle Werfe auf, die mr die Theater Praxis wichtig smd. Ein Verzeichnis der vermietbaren Theaterfäle Deutschlands unb die Zusammenstellung b:r Freilichtbühnen (68- schließt sich an. Der Theatertell ist durch neue Inchrmatwnen sehr nützlich bereichert. Tie den Ort betreffenden Angaben sind leicht aufiinb» bar und praktisch erweitert. Ten Abschluß des Jahrbuches bildet das Register und eine Liste gastierender uno ehemaliger Bühnenkünstler. Ein Nachtrag, in Dem alle nach dem 1. Oktober ein» getretenen Veranoerurmen enthalten sind, wird jeoem Besitzer des Adreßbuches ans 2ktlangen frei zugestellt.
— Kurze 81 a m r i ty t c n aus xunft und Wissenschaft. Aus der Türkcnsckanzc in Wien in der Nähe feinrr früheren Wohnung wurde das T e n t m a l von I o f e f il a i n ; r Gegenwart des Direktors d:s Hofburgtheaters Barons ovn B. x ger feierlich enthüllt. — Ter Laryngologe Geheimer Medizmalrcu Dr. ^raenkel ist in Berlin im 77. Lebensjahre gestorben. — Ter „Reichsanzeiger" meldet die Ernennung des Profe-sors Toblcr in Heidelberg zum ordentlich.» Professor in Breslau. — In Taris ist ter besonoer- durch seine Büdcr aus Venedig befannt gewordene Maler J i e m im Alter von 90 Jahren gestorben.


