Richtung bisher nicht erfüllt' Man müsse entsprechend den Schlußworten der Rede de-, REkauflers mit snschem Mut, kaltem Blut, ruhiger Kraft und starker Emigkest vorgehen. Gelte cs doch den Schutz der Landwirtschaft. .
Es folgten dann Ansprachen des Oekonomrerats Lucke- Frankfurt und des Provinzialvorsitzenden für Rheinhessen d1 Dann stwach der^Bnndesvorsitzende Frhr. v. W an g enheim in längeren Ausführungen über die politische Lage Er ging hierbei auch auf das Verhältnis zur nationalliberalen Partei näher ein und erklärte, daß man unter der jetzigen Führung dieser Partei nicht mit ihr arbeiten könne. Sie werde uch bei weiterem Fortschreiten auf diesem Wege selbst zermalmen. Er wies ferner auf die von allen Seiten gegen den Bund erfaßenden Angriffe hin und wies sie zurück. Eine Hauptaufgabe des Bundes sei jederzeit die Unterstützung der kleinen Landwirte gewesen. Ter Redner drückt auch dem Reichskanzler seine Sympathie aus und hätte nur gewünscht, daß er seine letzte Rede ftiiber geyalten hätte. Bei den jetzigen Wahlen müsse das deutsche Volk beweisen, ob es hinreichende Bildung besitze, um sich nicht ein» fach verhetzen zu lassen. . „ .
An den Frhrn. v. Heyl - Worms wird dann ein Begrüßungstelegramm abgeschickt. Weitere Ansprachen hielten dann: Voß, der Grüße aus der Pfalz brachte und den Bund feierte, Wolf- Albig, der die Angriffe auf die Wormser Ecke zurückwies.
Abg. Breitenbach-Dorheim bringt Grüße von den Ob er Hess en, die im übrigen heute zahlreich erschienen seien. Er wünscht, daß auch in den beiden Provinzen Starkenburg und Rheinhessen die Landwirte so fest und treu zusammenhielten wie die Oberhessen, denn den Rutsch nach links könne man nicht mitmachen. Er bespricht dann den Wahlkampf im Odenwald, wo leider der Bundeskandidat Siefert-Fronhofen gegen die Nationalliberalen habe kämpfen müssen und durch die unglaublichsten Wahlmachinationen unterlegen sei. Die Nationalliberalen näherten sich immer mehr dem Freisinn, und diesen könne er nach dessen Vorgehen nicht mehr als staatserhaltende Partei betrachten. Der linke Flügel der Nationalliberalen unter Osann gehe zu weit nach links, dagegen könne man sich zu der Stellungnahme des Abg. Dr. Winkler halten, der das Vorgehen seiner Partei, die zu weit links gehe, scharf kritisiert und erklärt habe, daß sie wahre Kniebeugen vor dem Freisinn mache und in einer Art Hörigkeit zu diesem getreten sei. Der Redner macht dann auf die Presse aufmerksam, die man mit dem eigenen Geld jetzt in Oberhessen gegründet habe, da man nur hiermit Erfolge erzielen könne, und die Frankfurter Blätter, selbst gegen Be- zahllmg, keine Annoncen mehr ausgenommen hätten.
S ch e i b e r - Ingelheim polemisiert gegen die freisinnige Presse und die freisinnige Agitation und deren ungerechtes Vorgehen.
Lehrer Dern-Jsenburg stellt sich als konservativ-bünd- lerisch-antisemitischer Lehrer vor und erklärt, daß man mit dem Programm des B. d. L. einverstanden sein könne, da er den Schutz der nationalen Arbeit auf sein Programm geschrieben habe.
Obergüterverwalter Huf spricht im Namen der Beamten, die sehr wohl zu einer Verständigung hinarbeiten und Aufklärung schaffen könnten, daß nicht der Landwirt, sondern der Zwischenhändler und Großkapitalist der Brotverteuerer sei. Auch der Bund habe hinreichendes Verständnis für das, was den Beamten in den jetzigen Zeiten drückt. Der Redner hofft auf ein entsprechendes Entgegenkommen.
S i efert-Fronhofen erklärt, daß man ihn im Odenwald zwar besiegt, aber nicht geschlagen habe. Man werde furchtlos und treu weiter arbeiten.
Mit Dankesworten und der Aufforderung zu tatkräftigem Wahlkampfe schloß Kvrell die Versammlung.
Oer italienisch-türkische Krieg.
Tripolis, 10. !Dez. (Agencia Stefani.) Hier hat sich nichts Neues ereignet. Der Oberbefehl erhielt Nachrichten, nach denen die Türken und Araber, die sich bei Aziz'ia be- finden sollen, Mangel an Nahrungsmitteln leiden. Kanonen besitzen sie nicht. Die Zahl der Araber ist im Ab nehmen begriffen.
Ein drahtloses Täegramm vom 9. Dezember aus Ben- ghasi stellt die dortige Lage als unverändert dar. Am Abend des 7. Dezember machte der Feind einige Angriffe auf die Vorposten, wurde aber sofort zurückgeworfen. 'Die.Situation in T o h r u k und D e r n a ist gleichfalls unverändert.
Die Ausweisung der Italiener.
Die,,Kölnische Zeitung" meldet aus Smyrna: Die soeben bekanntgegebene Ausweisung verbreitet Bestürzung unter den hiesigen 8000 Italienern. Die Frist wird von Fall zu Fall festgesetzt, die Festsetzung beginnt morgen.
Konstantinopel, 10. 'T-ez. Nach Blättermeldungen erhielten die Italiener in Gallipoli an den ^Dardanellen eine Frist von drei Tagen für die Abreise. Den Italienern in Smyrna, deren Zakst einschließlich der Frauen und Kinder ungefähr 8000 beträgt, wurde eine Frist bis yirm 16. Dezember gesetzt. Das deutsche Konsulat ersuchte um Verlängerung der Frist. — „Sabah" meldet unter Vorbehalt, einige Mitglieder des Kabinetts gedächten ^uruckzutreten. Der gestern abgehaltene Ministerrat dürfte sich mit dieser Angelegenheit befaßt haben.
Ein türkischer Widerspruch.
Konstantinopel, 9. Dez. Das Kriegsministerium erhielt vom Kommandanten der tripolitani- schen Streitkräfte Nesched Bey ein Telegramm, in welchem die von italienischer Seite erhobene Anschuldigung, daß die Türken 21 italienische Soldaten lebend begraben und italienische Gefangene getötet hätten, entschieden zurückgewiesen wird.
Di« Hilfeleistung des deutschen Roten Kreuzes.
Das Zentralkomitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz teilt nrit: Die von einem Berliner Blatte am 30. November gebrachte Nottz, daßdas deutscheRote Kreuz bei fernem Hilfsangebot für die italienischen Verwundeten und Kranken im türkisch-italienischen Kriege eine Ablehnung „erwartet" habe, um „dann unverzüglich fatit aller Energie für die Unterstützung des t ü r k i s ch e n Sanitätswesens tätig sein zu können", ftndet in römischen Zeitungen eine unerwüns chte Auslegung dahin, daß das Anerbieten des deutschen Roten Kreuzes nur zum Schein gemacht worden wäre. Hiergegen legt das deutsche Rote Kreuz energisch Verwahrung ein und bemerk: Von dem Telegramm an den Vorsitzenden des ttalienischen Roten Kreuzes, Grafen Taverna, wurde auch dem deutschen Botschafter in Rom eine Abschrift in der Voraussetzung übermittelt, daß er in der Lage sei, das deutsche Hilfsangebot dem italienischen Roten Kreuz direkt zu wiederholen. In der Tat ist die Ablehnungsdepesche des Grasen Taverna in ebenso warmen Worten gehalten, wie der Brief des italienischen Botschafters in Berlin, der namens der italienischen Regierung lebhafte Erkenntlichkeit und die Ueber- zeugung ausdrückt, daß das deutsche Anerbieten die ganze italienische Nation tief berühren müsse. Auch der deutsche Botschafter in Rom beantwortete in ähnlichem Sinne wie Graf Taverna das Schreiben des deutschen Roten Kreuzes.
Die Revolution in China.
London, 9. Dez. „Daily Telegraph" meldet aus Schanghai: General Ts ch an g ist>in Hsuetschou, dreißig Meilen nördlich von Schanghai, ermordet worden.
100 gefangene Aufständische hingerichtet!
Peking, 9. Dez. Die Truppen des Generals Tschang nahmen an dem bereits gemeldeten Kampfe am gestrigen Tage hundert Aufständische gefangen, die heute früh hingerichtet worden
sind. Tschang ist mit dreitausend Mann in Hsuetschou eingetroffen. Es scheint, daß der Waffenstillstand nicht gehalten wird, weil es Schwierigkeiten macht, alle Kämpfer davon zu benachrichtigen. ___________________
Die persische Aage.
Teheran- 9. Dez. Rußland hat eine Note an Persien gerichtet, in der es die Bestrafung der Mörder Ala ed Daulehs verlangt.
Aus Hessen.
Die Landtagsersatzwahl in Offenbach-Land.
m. Offenbach a. M., 11. Dez. In einer gestern nachmittag in Bieber bei Offenbach abgehaltenen sozialdemokratischen Vertreterversammlung beä 17. hessischen Landtagswahlkreises (Offenbach-Land), dem 11 hessische Orte angehören, wurde anstelle des verstorbenen Landtagsabgeordneten Johannes Orb Parteisekretär Earl Rink mit acht Stimmen als Kandidat dieser Partei zu der am 25. Januar des nächsten Jahres stattfindenden Ersatzwahl gewählt. Redakteur Adelung-Mainz, der ebenfalls als Kandidat in Vorschlag gebracht wurde, erhielt zwei Stimmen. Ein Ort (Diühlheim) fehlte bei der Abstimmung.
Deutsches Reich.
Weise durcki Liedert^s.'l und Festeist:-. — Als Solistin war diesmal eine hervorragende Künstlerin, die Konzert- und Oratoriensängerin Fru Lili Rot al aus Stuttgart, ge. Wonnen, deren Leistungen von der gesamten Presse der Städte, wo die Künstlerin auftrat, in überaus günstiger Weise besprochen wurden. Die jugendliche Dame verfügt über eine reiche und- schöne Sopranstimme, die namentlich in den hohen Lagen bestrickend wirkt. Dabei versteht sie es, durch deutliche Aussprache und gute Deklamation ihre Gesangspartien temperamentvoll zu beleben. So gelang es ihr auch hier, durch den seelenvollen Vortrag ihrer Lieder von Richard Wagner, Strauß, Grieg u. a. die Herzen der Zuhörer zu erobern, und reicher Beifall lohnte sie.
*• Stadttheater. Nochmals sei auf den heutigen Abend von Professor Marzell Salzer hingemiesen, der schon durch den Namen des Gastes Gewähr für einen glänzenden Verlauf bietet.
Landkreis Gießen.
W Klein-Linden, 16. Dez. Der Kaninchen- und Geflügelzuchtoerein beschloß, die 3. Oberhessische Pro- vinzial -Verbands- Kaninchen- Ausstellung, verbunden mit einer Allgemeinen Geflügelschau, am 4. August 1912 in der .Deutschen Eiche" abzuhalten.
---Grüningen, 10. Dez. Die Einführung unseres neugewählten Bürgermeisters Bi n g el wurde dieser Tage von
Die -,Nordd. Allgem. Ztg." schreibt in ihrem Wochenüberblick: Die Mitteilungen, die in der Schlußsitzung des Reichstages vom Reichskanzler über die deutschenglische Auseinandersetzung während der Ma- rokkoverhanLlungen gemacht wurden, wirkten im nationalen Sinne einigend. In den Beratungen des Budgetausschusses stellte der Abg. Bebel die Anfrage, ob es wahr sei, daß Sir Edward Grey in einer Unterredung über Die Bankettrede des Schatzkänzlers Lloyd George d e m B o t - schaftergesagt habe: GebenSienachHauseund beruhigen Sie sich! Selbstverständlich bewegten sich die Gespräche der beiden Diplomaten nicht m den Formen, wie sozialdemokratische Gemüter sie sich ausmalen. Eine Aeußerung des angegebenen Inhalts ist im Verkehr zwischen dem Botschafter Graf Wolfs-Metternich und Sir Edward Grey weder den Worten, noch dem Sinne nach gefallen.
Eine auf Einladung und unter dem Vorsitz des Oberpräsidenten der Rheinprovinz Freiherrn v. Rheinbabe n am Samstag in Kö ln abgehaltene, aus den Kreisen der Reeder und Schifssbautechniker zahlreich be uchte Versammlung erkannte einstimmig an, daß die gegenwärtige Rauchentwicklung auf Den Rheinschiffen als ein schwerer Mißstand zu bezeichnen und dessen Be- kämpfting anzustreben ist. Nach eingehender Beratung wurde ein aus 15 Mitgliedern bestehender Ausschuß eingesetzt, der bis zum 1. Juli 1912 bestimmte Vorschläge einer erneut einzuberufenden Versammlung ausarbeiten soll.
Der bisherige Nationallibevale Reichstagsabgeordnete Dr. Contzc, Vertreter des Wahlkreises Minden 2 (Herford-Halle) ist in der vergangenen Nacht an einem Herzleiden aeftorben. Contze war für die Neuwahlen als gemeinsamer Kandidat der Nationalliberalcn und der Fortschrittlichen Volkspartei aufgestellt.
Ausland.
lieber die französisch-spanischen Marokkoverhandlungen wird aus Madrid gemeldet: Mehrere Blätter äußern eine gewisse Erregung über die Anwesenheit des englischen Botschafters bei den Besprechungen des französischen Botschafters Goffreys mit Dem spanischen Minister des Aeußern Äareia Prieto. Eine offiziöse Note bemüht sich, beruhigend einzuwirken, indem sie darauf hinweist, daß England an dem Abschluß des lAb- kommens zum mindesten ebenso interessiert sei wie Frankreich. Es heißt, daß bezüglich der Stadt Ceuta besondere eingehende (Erörterungen stattfinden dürsten. Ceuta soll in eine lediglich dem Hanoel gewidmete Stadt umgewan- dell, nicht befestigt und in militärischer Hinsicht neutralisert werden. In der Meerenge werde demnach nur die Festung Gibraltar bestehen.
A«s Stadt nnd Land.
Gießen, 11. Dezember 1911.
* *TageSkale»derfür Montag, 11. Dezember. Stadttheater: Lustiger Wend von Marcrll K a l z « r. Anfang 8 Uhr.
*
* * Landesuniversität. Professor Dr. v. Franqus hat einen Ruf nach Bonn erhalten. Seine Entschließung über die Annahme des Rufes, ist noch nicht gefaßt-,
* * Preußischer f lief er unten titel. Das
Preußische Ministerium des Innern hat eine Verfügung erlassen, nach der die Whwmg das Hoflieferantentitels eine Aenderung erfährt. Die Bezeichnung „Königl. Pr. Hoflieferant" wird als unzulässig hingestellt. Der Titel lautet: „Hofliefer-arnt S.M. des Königs". Da die Verleihung des Titels persönlich iL darf die Bezeichnung Hoflieferant nicht mehr nach dem Tod« deS damit Ausgezeichneten auf die ^irma übergehen, oder nach Verlegung des Geschäfts an einen anderen Ort weitergeführt werden. Handwerker, die den Hoftitel verliehen erhalten haben, dürfen künftig nicht mehr die Bezeichnung Hoflieferant führen, sondern nur den Meistertitel ihres Handwerks mit dem Vorwort „Hof", so zum Beispiel „Hoffchornsteinfegermeister Seiner Majestät des Königs". Die bisher allgemein verbreitete Sitte der Hoflieferanten, das Wappen mit der preußischen Krone auf ihren .Geschäftskarten zu führen, wird durch die Verfügung ebenfalls aufgehoben. Ein Recht zur An- imnflimg eines Wappenschildes besteht lediglich für die Außenfront des Geschäftslokals. Die Berleihungs- urkunde darf von Je$t ab nicht mehr zu Reklam^wecken in Schauauslagen angebracht werden. Auch die Bezeichnung „Hoflieferant Seiner Majestät des Kaisers und Königs" ist nicht statthaft, da der Titel vom König von Preußen verliehen wird: nur in den Reichslanden Elsaß^Lothringen würde sich ein Kaufmann Kaiserlicher Hoflieferant" nennen können.
** Der Oberhessische Geschichtsverein veran- taltet am Donnerstag, 14. Dezember, abends, im großen Hörfaal der Universität einen V o r t r a g des Prof. Dr. H a l l e r: Pius II., ein Papst der Renaissance.
” Die Gießener freiwillige Feuerwehr hält heute abend im Cass Ebel eine außerordentliche Hauptversammlung ab. Auf der Tagesorduung steht Beratung und Genehmigung der neuen Satzungen.
** Die neue Bücherhalle des Lesehallevereins in dem Torhäuschen am Stadttheater wurde gestern mittag 12 Uhr durch eine kleine Feier eröffnet. Wir kommen auf die Angelegenheit noch zurück.
** Der Kronbauersche Quartettverein be» Jing am Samstag, 9. d. Mts., sein 3 5. Stiftungsfest im Kreise geladener Gaste und Freunde in herkömmlicher
Regierungscat Dr. Merck vorgenommen. AuS diesem Anlaß wurde dem neuen Bürgermeister eine Ehrung in Form eine- FackelzugeS von seinen Wählern dargebracht. Im Auftrage der Wähler führte Schreinermeister Dlohn dem neuen Bürgermeister seine in Anbetracht der Zustände in unserer Gemeinde besonders schwierige Stellung vor Augen. Der Grundgedanke seiner Ausführungen: , Gerechtigkeit jedem, ohne Ansehen der Person^, dürfte freudigen Wiederhall gefunden haben. Nach dem auf den Gefeierten ausgebrachten Hoch dankte Herr Bingel allen Erschienenen und Wählem.
vermischte«.
* Die 1. Preußische Landeskonferenz für Säuglingsschutz trat unter zahlreicher Beteiligung von Vertretern staatlicher und städtischer Behörden am Sonntag vormittag im Sitzungssaale des preußischen Abgeordnetenhauses zusammen. Den Vorsitz führte der Wirkliche Geheime Oberregierungsrat Dr. Kröhne. Nach verschiedenen Begrüßungsansprachen trug Dr. Effler (Danzig) „Die bisherige Entwickelung und den gegenwärtigen Stand des Haltekinderwesens in Preußen" vor. Der Redner empfahl die ärztliche Kontrolle der Haltekinder in besonderen Pflegestellen unter Mitwirkung der Berufsvormundschaft.
Stadtarzt Professor Dr. v. Drigalski (Halle a. S.) sprach über „Aerztliche Forderungen zur Organisation des Haltekinder- wesens". Der Redner verlangte die Einrichtung von Fürsorgeämtern und eine ärztlich geleitete Ueberwachung der Säuglinge. — Anstelle des durch Erkrankung verhinderten Beiaeordneten Greven (Köln) berichtete der Geschäftsführer Dr. Recke über „Die ärztliche Organisation des Haltekinderwesens, insbesonderc seine Verbindung mit der Armenpflege, dem Gemeindewaisencat, Der amtlichen Berufsvormundschaft und der städtischen Säuglmas- fürsorge". Nach einer Pause reihte sich an die Aorträge eine kurze Besprechung.
Kleine Tageschromk.
In der Mhe der Pariser NordbahnhoseS rannte am Sonn» tag nachmittag eine Lokomotive einem von H i r o e n kommenden Zuge in die Flanke. Fünf Personen wurden getötet, acht verletzt. Unter den Getöteten befindet sich ein Deutscher namen» Theodor Schweb.
Das in der Nacht zum 18. September aus bet Kirche SaM Maria Novella in Florenz gestohlene Gemälde von Or« cagna ist in Rom ermittelt und von der Polizei beschlagnahat worden. Unter dem Verdacht an der Beteiligung des Diebstahl- wurden zwei Personen verhaftet.
Amrttcher wenerverrcht.
Oeffeutlicher Wetterdienst, Gießen<
WetterauSslchten in Hessen am Dienstag, Den 12. Dezember 1911: Langsam ausheiternd, noch geringe Niederschläge, im Gebtrg« Schnee, etwas kühler.
Letzte Nachrichten.
Türkische Siegesmeldungen.
Konstantinopel, 11. Trz. Der Lttiegsminister hat tiom Komm andanten von Tripolis die Nachricht erhalten, daß bei Suk el Djuna ein heftiger Kampf stattgejunben habe, der mit dem vo l l st ä ndi g e n Rück-ug de r J taliener geendet habe. Die Italiener hätten über .400 Tote und Verwundete, die Türken 20 Tote «ntz80 Her- letzte.
Enwer Bey meldet, daß bei Deruv ein Kampf statt- gefunden habe, bei dem die Italiener 200 Tote nub viele Verwundete, bte Türken nur einige Tote gehabt hätten.
Der Kommandant von Benghasi meldet, tzaß sich die Italiener innerhalb der Stadlwälle nur auf die Verteidigung beschränkten.
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9Jt. Offenbach, 11. Dez. In der gemeinsamen Ber- wauensmänner-'Versammlung der Nationalliberalen, der Fortschrittler und der Christtich-Sozialen in Dieburg wurde )er Kreisrat Stammler in Dieburg als gemeinsamer Kandidat ausgestellt. Gleichzeitig wurde >mttgetellt, daß die Kandidatur des Fortschrittlers Dr. Carnier in Seligen-- tobt und die des christlich-sozialen Lehrers Dern in Die- mrg zurückgezogen wurden.
Fraakfrrti.IL Amt 1, 1570.
Haselnüsse Wallnüsse
Tafelmandeln Tafelrosinen
Tafelfeigen Datteln
Kandierte Früchte Salz-Bretzel
bei "25*
Emil Fischbach
Telephon 267 GIESSEN Seltersweg 24


