Montag, ll- Dezember I9U
161. Jahrgang
Nr. 291 Erster Blatt
Die heutige Nummer umsatzi 10 Selten.
proklamiert.
Wiesbaden-Rheiugau.
Wiesbaden, 10. Dez. Cinc X?crtraucnßöiänucrr.*rinnui lung bco nationalen WahlverernS 191112 für den iwetten Nissan ischen Wahlkreis Wiesbaden-Rbeingall beüUat, für die fonimenticit Reid>stagswahlcn als Sammdfanbibatcn der rechtsstehenden T*or teien den Oberstleutnant a. D. Ludwig Dilhclmi WicSbw » aufzustellen.
WormS-Heppeaheim-Wimpfeu.
Worms, 11. Tez. au iticrirauvnvi.iuiiiicnxrfammliuifl d i national liberalen Partei stellte in einer gestern dbflf haltenen Sifrung den seitherigen Abgeordneten SrciU'rnt von y> e i) 1 wieder als Kandidaten auf, obschon er in itnem schreiben erklärt hatte, bafc er mit Rüctiidst auf seine GZundhen. Verhältnisse keine Kandidatur annehmen könne.
Die hessische LandcSvcrsammlung des Bunde» der Landwirte
tagte am Sonntag bei sehr gutem Besuche im „Frankfurter fro’" zu Mainz unter dem Barsch doS Abgeordneten Oekonomteral Kor eil, der zunächst den Vorsitzenden des Bundes der Land wirte Frhrn. v. Wangenheim, den stelloertr. Vorsitzenden Lud . die Provinzialvorschenden, sowie die Erschienenen, unter ihnen die Herren Breitenbach, Friedrich, Lengfelder, v. Helmolt, Wolf Stadecken begrüfete. Auch zahlreiche Anhänger auS den av grenzenden Provinzen waren erschienen. Er wies dann aus die verflossenen Landtagsmahlen hin, bei denen der Bund gut abgeschnitlen habe; noch gröber wäre der Erfolg für beide Teile geworden, so sagte er, wenn die nationalliberale Partei mit gegangen wäre. Nun werde fid) bei den Reichstagswahlen ein Kampf, beider denn je, entfpinnen, und es gelte, bei hem Ernst der Weltlage, die Uneinigkeit des deutschen Bürgertum^ zu befeittgen uns den .>.n:npi vereint gegen die «-ozialdemokrau - aufzunehmen. Leider hätten sich seine Hoffnungen nach oieier
Lollar, 10. Dcz. Tie Wuhlctv rfarnrnlung der f o r t- schrittlichen Volkspartei, die am Samstag abend hi der „Germania" stattfand, war von gegen 200Wählern besucht, darunter war etwa der vierte Teil Sozialdemokraten Der Vorfitzende, Bauunternehmer Ruhl, führte einleitend aus, das; der Kampf einerseits der fünfer- vativ-antisemitrsch-slerikalcn Rechten, andererseits der Sozialdemokratie gelte. Hierauf legte der fortschrittliche R c i ch ö t a g s t a n d i d a t, Verbandssekrelär Erkelenz, in längeren Ausführungen feine poli.iick)en Gr.mdanfchau- ungen dar. In den Mittelpunkt seiner Betrachtungen stellte er die Reichssinanzreform, auö deren Verlauf er die Rot- wenüigleit einer scharfen Bekämpfung des Zentrums, der konservativen und An« ernten herlertete. Hanptgrundiatz einer fortgeschrittenen liberalen Politik müsse die gleichmäßige Forderung der vier Haupisäulen deS Slaaislebens, des Handels, des Bauernstandes, des gewerblichen Unternehmertums und der Ardcüersct-aft fehl. Tic Landwirtschaft müsse gefördert werden durch eine gesunde Bauern-, niajt Großgrunbbe.cher-Poliiik und zur Turchführung einer solchen Bauernpolitik seien auch Zollmaßnahmen erforderlich Für die fernere politische Entwickelung Deutschlands fei es von ausschlaggebender Be».eutung, daß sich Burg er turn und Arbeiterschaft zu ammenfind.n zu gem.insam.r politischer Ardeü. Leider versage in dieser Beziehung der Teil der Slrbciicrfdjaft, der ,ich in der vsoziatdemoiratiC organisiert habe, und durch iijrc Alles- oder Richlspolitii und ihren radikalen Liiafsentampsstandpunkt starte die Sozialdemokratie die Neakiion, da |ie .-ierdurch ganz irn Sinne der Zunlerklasse cdtcn Keil zwischen das liberale Bürgertum und die Arbeiterschaft treibe.
Prof. Tr. Körte- Lienen erklärte, daß er als Slaüanal- liberaler mit dem größten ä.eil der Ausführungen des Herrn Ertelenz ciiiDcr|tanDi.i sein könne, und fragte bann nau) der Stellung des äiandida.en zur Kolonialfrage, zu Heer und Flotte und zur Sozüüdeiuotratie. Ec totsse wohl, dag and) die Mitglieder der sozialdemokratisichen Partei em warmes, vatcrländiidics Oe suhl hät»en, aber ihre Fahrer iiclcn bei allen Gclcgcnl-ciien dem Vaterland in den Rüden und besorgten die Geschäfte des Auslandes. Herr M etz-Frankfurt glaub.e gcacn die „Perdachtiung" der lo’iatbenioiraliiüien Partei Protest cinlegen zu muffen, worauf Prvf. Dr. störte durch einen Zwischenruf nochmals seststellte, daß er in dieser Beziehung Michon den Führern der Sozialdemotratte und den sozialdemokratischen Wählern einen unterschied mache. Der sozialdemotratische Redner führte dann weiter aus, seine Partei habe mit ihrem Eintreten gegen die Kriegshetzer« gerade vaterländisch gc- handelt. \xrr Erkelenz haue fast sozialdemolratisch gc- Ivrochcn, aoer es komnie nicht nur aus Worte, sondern auf Taten an. Schon die voraussichtliche llnterstügung seiner Kandidatur burd) die „reatrionärc" nationalliberale Partei mache ihn in dieser Beziehung sehr verdächtig. Der Redner erging iich dann in längeren Ausführungen überdieReichs- iinanzresorm, um dann 3um Schluß die moralische Befähigung'd^ -Herrn Erielenz zum Rcichstagölcuibidatcn zu bc- zweiieln. Dies wollte er durch Mitteilungen über Voriomni- ntffe im gcwcrkschaftuchcn Mani|)|c beroeijen, indem er Bruch- ftüde aus einem nicht für die Oeifentlichkeit bestimmten Brief des Herrn Erkelenz verlas.
Stadtv. Tr. Ebel-Gießen wies-diese Art des Kampfes als unanständig zurück, worauf lebhafte Zwischenrufe der anwesenden Sozialdemokraten laut wurden. sJhir durch den entschiedenen Appell an das Aitstandsgefühl der Genossen lonntc der Redner sich schließlich Gehör verschaffen. Er wies dann namentlich die Angriffe auf das Zusammengehen der beiden liberalen Parteien zurück. Die Reichssinanz- reforni hätte beide znsammengefuhrt und Reden und Handlungen der nationalliberalen Reichstagsfrak.ion hätten be-
Dic Kcid)stagsiDQl)lb:u)cgung.
Die Wogen der Äahlbewegung gehen höher. Leider ist bei dec liberalen Einigung in Gießen eine D 0 ra us- setzuug noch nicht erfüllt worden, cs fehlt nämlia) noch die Zusage, daß die Fortschrittspartei im Bezirk AlSseld- Lautervach den nationalliberalen Kandidaten, Landwirt- schaftslehrer .Heck, unter stützen wird. Die dortigen Fort- schrittler haben bekanntlich vor einiger Zeit den Pfarrer ihren Kandidaten erwählt. ES wäre außerordentlich zu bedauern, wenn die Alsfelder Fortschrittler den Appell ihrer Gießener Parteigenossen, die Gießener Einigung nicht zu gefährden, unbeachtet ließen.
im Fahre 1907 batte m Alsfeld-Lauterbach Der nationalliberale Kandidat Wal lau 6200, der deutsch- soziale Kandidat Bindewald C455, der freisinnige Kandidat Reh 1310 und her Sozialdemokrat Crbig 1194 Stimmen bekommen. Bei der Stichwahl siegte Vindewald mit y-SG.s Stimmen gegen Wallau, der 7836 Stimmen erhielt. Man sollte meinen, diese Zahlen müßten den Weg andeuten, der im Interesse einer liberalen Einigung gegangen werden muß. Beharren die Fortschrittler in Als- leld-Lauterbach auf der Ausstellung ihres Kandidaten, so laden sie eine schwere Verantwortung auf sich. Wenn bann imd) den Wahlen die liberale Sache in Gießen so- wohl nnc in Alsfeld verloren ist, wird man in erster Linie ihnen die Schuld zuweisen. Der nachstehende Bericht über die gestrige' Vcrtrauensmännerversaminlung der Fortschrittspartei in-Gießen gibt ein Bild der heutigen Lage:
Ter L-ahlkreis «ießen-Grünberg-Nidda.
Gießen, 11. Tcz. Die fortschrittliche Volks- Partei hielt am Sonntag nachmittag im Großherzog von Hessen eine Bertrauensmänncr-Dersamm- I u n g ab, die namentlich vom Lanoe stark besucht war. Naco einem kurzen Vortrag des Vorsitzenden, Geh. Zusiizral Metz, über daS seither in der .ttanöibatcufrage Gcichchenc und einer feine grunbsätzlickx: politische Stellungnahme scharf kennzeichnenden Ansprad)e des Kandidaten, stimmte die Ver fammlimg einstimmig der Ausstellung deS Derbandssckretärs Erkelenz zu. . -, - l
Inzwischen war der von der gleichzeitig tagenben nationalliberalen B e r t r au c n s mä n n e r - V c r- sammlun g gefaßte Beschluß telephonisch übermittelt worden. Die nationalliberale Partei hat banad) einstimmig beschlossen, die Kandidatur Erkelenz tatkräftig zu unterstützen, wenn die fortschrittliche VolkSpartei tm Wahlkreis A l s f e l d L a u t e r b a ch - Sch 0 11 e n f ürdie Kandidat rrrdesvon den Ratio nLllibc- ralen aufgestellten Landwirtschaftslehrers Heckeintritt.
In der fortschrittlichen Vertrauensmännervcriammlung herrschte EinstiNimigkeit darüber, daß im Interesse der liberalen Sache und besonders auch im eigenen Partei-Znteresse alles Versuchtwerdenmüs so, die Li nigungauf der Grundlage des nationalliberalen Vor- schlags zu erzielen. Es wurde eine Entschließung angenommen, bte die bestimmte Erwartung aus- spricht, daß fid) die fortschrittliche Partei des Wahlkreises AlSfeld'Lauterbach im Interesse der Partei dieser politischen Notwendigkeit fügt und unter Zurückziehung ihrer Kandidatur für den nationalliberalen Munbibaten cm- Tritt Der Borst and wurde beauftragt, mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln auf die Erreichung dieses Zieles hinzuwirken. Inzwischen soll die Waylarbeit eifrig allem sortgefetzt werden. Für Montag abend wurde eine <-er» jammlung in Daubringen und wenn möglich in einem benachbarten Ort angesetzt.
wiesen, daß ihre Handlungen liberal und durchaus von sozialem Gefühl getragen feien.
WS zweiter sozialdemokratischer Redner sprach Avbcilcr- selretär Riegel-Gießen ebenfalls über die Reichsfinanz reform.
Herr Erkelenz wies in feinem Schlußwort e- zurück, gewerkfchaftliche Streitfragen in den politischen ."amr ^neinzutragen. Tic meisten Bcrfammlnngsbciuchcr hatten feine Kenntnis von diesen Vorkommnissen, um sich au? den vier vorgcbrad)tcn Bruchstücken ein richtiges Bild mad ’h 311 können Er sei bereit, nach dem Reichstagswahlkampf u: einer besonderen Arbcitcrvcriammlnng feinen S.andpuukl tu vertreten. Wenn Herr Metz gesagt habe, er (Rcdnci ,-abc wie cm Sozialdemolrat -ge)pi0dh.n, so sei dies babunh zu erklären, daß die Sozialdcmotratcn den Wahlkampf mu liberalen Forderungen führten und die marxistisdicn Theo rien sorgfältig zu Haufe ließen. Er 30^bann einen scharfen Grenzstrich zwilchen Liberalismus und Sozialdemokratie nnd unterstrich seine bereits in der Gießener Hersammiung w äußerte Ansicht, daß durch das Verhalten der Sozialdemv fratie die Geschäfte der Reaktion besorgt wurden. Pvlituei^- Fortschritte seien nur zu erzielen, wenn Bürgertum 11 nb ^rbeiterschast n-rc OXgenfiiye zunächst zurüapi'lUen und gemeinsam ihre nächsten politischen Ziele verfolgen wüi ■ Den Auf die weiteren Anfragen des Prof. Tr. Mort c erklärte sich Erkelenz dann ai ■ < ntschi beutschen Kolonialpolitik und betonte die Notwendigkeit, Heer und Fiotte stark und schlagfertig zu erhalten.
Stadtv. Dr. Ebel forderte noch kurz unter dem Beifall des größten Teils der Verfammlungsbefucher zur Dahl de- Herrn Erkelenz auf und schloß die Versammlung gegen 2 Um mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland
Aus dem Reichstagsmahlkreis Mainj-Lp-enheim.
In einer am 'Sonntag nachmittag vom Zentrum abfle- halteneu Derlrauensmänner-Verfammlung des Wahtlrenes Mainz-Lppenhcim wurde zum RclchsiagLkanbidaicn einstimmig Landtagsabg. Kommerzienrat Molt Han
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General-Anzeiger für Gberheffen 5S&S «uzelger «letzen. tf *7 I • ” । 7 rnib; inr .Stabt und
Ltmahme von Anzeigen not(ifion$öru(! und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch. und 5teindruckerei 8. Lange. Nedaktion, Lrpedttiou und vruaerei: dchuinraye L. onnb.; L lür den M Bübingen: $em|prcd)tr Nr. 269 6e|d)äftiftcüt vahiholftr-!,- 16«. Wwnit.i: H. ^ea-.
ig. lieber Haupt: nach icvein Zuschauer unaushörliä', um ue, bann wäre nahezu alles drastischen Auftritte des Dv
Gietzener Sta-ttbeater.
Kyriy.Pyrttz.
Gießen, 11. Dezember.
Wi- dem hintersten Winkel ihrer Bücherei har die Thoater- biteltwn ein verstaubtes Bandd-en hervvrgeholi, e.us irnet al.en Singspiele, die vor einem Menschenaller |o bekannt unb.gciacrt waren wie in unseren lagen der Walzerrraum, die geichiedene Frau und andere Schlager, die uns cm paar uberiluinge ^mitocn angenehm vertreiben follar Etivas auigebugell unä aurgefniM, mit ein paar heiteren Kinkerlitzchen ausgevutzl, im übrigen aber behüdlf.b »mb altväterisch, so zogen gettern Re luttigmKyntzcr und die abgebrannten Pyritzer in Reitrock und ^awrmor^r Iber unsere Bühne und ivedten allenthalben ein u-mirnerbrodK- ues, ftöhlichos Edio. Bon Herrn Worben mu Wluhem schmid jekitet entwickelte sich bas uni erhalt) ame am Pwne
-emperamentvoll zum befriedigenden Ende AUe waren am Platz und alle ließen ihrer Laune bte Zugel ichicben, das es ^n )ver gnügliches, mitreißendes Jagen wurde, bet ^nli,^tf|cn ® wwohl, als auch icber Einzellre einen ^eis errang, schade, baß es sich nabt sdstldern laßt, was da alles urächügen Einiällcn und Tanwicn UcbcrraiÄungen.
dem anderen den Rang streitig zu machen, leder irberrmmut'- icinen Gegenspieler, und die Wahl, tut emM weh, i^n man zuerst nennen soll. Folgen wir also dem TcheatNzcueh -err Bold spiel re den Stabt(anuncixr mit belKitbcr, l reibender 0 nuilichkeil, üerr Gühne den Aoorlieker mit er'reucnd« ^vi-^ büigcrlicbfcii und schier unglaublicher Gewandrheit, .verr RorDen S&ättanwter mit »hmger TamUäteü. -JSu- »« » burchschwärmter Rächt beimfehrc.i, das war von uberwaHiaenbG Komik. Wacker hielten zu ihnen ihr: ivrmtert, bewnder. JtQu.mt Scholz als listenreiche Ulrike, lyräulem Brehm als auidiu bene Eulalia und Fräulein Ganrey cüs leelenoolle ^.varoe- '.iiide spielten mit ichonftem Gelingen. Ein kecker Sekinchaner war Fräulein Jüngling, die mit thr-em Lted von dmMSwcken einen besonders starken Beiiolt cnan* ,cpcm
Abschnitt regten sich die Hairdc bei ■Denn es ihnen nach gegangen wäre, oieder^lt worden, vor allem bte dr»,..— rißet Terzettes, das von den Herren G o l l als Kwbtg, vilber als Schwcfclmann und G r o ) ] e r aU 'Xaufc gnnj zespielt wurde. Herr Goll m ictncr köstlichen Mosk^. oeran-
laute fortgesetzt die größte Heiterkeit. Auch Herr schrodcr als Ingenieur und bie Damen de la Cha pelle und schmidt fügten sich tabcllo5 in den Rahmrn. Die Musik unter Herrn Franncks Leitimg verbi ent ebenfalls volle Anerkenn,rng.
Der Krieg in der wüste.
Eine neue Phase des Tripoliskrieacs ist angebrochen, das umzingelte Tripolis ist bcrrcü, der gescplagene Feind in die Duste ennmchcn, und nun beginnt eine andere Form des Kammes, nun [leibt mir noch der Guerillakrieg. Das tu der Tenor ber amt- Itd-en italienischen Rachricksten nach den jüngften cnmbcibenben Waiienerfolgen bet Italiener, die jeßt dem wirklichen jump? m her Düste gegenüber stehen Für die Führer und die Soldaten Italien^ erhebt sich damit emc bisher unbekanme Eingabe, beginnt cm Kamvi, der sich unter fremden und ungewohnten Verhaltninen ab,vielt und Mc lriegerriche Energie der Armee in viel großer cm Maß anspannen rmro als das Ringen um btt Laien bei -tritwli*.
In einem bemerknyn?erten Aunatz des Journal beschäftigt sich Charles Tanaue: mu dieser neuen Wa^nrnobe, bte Italiens harrt Ter Tari. ist cm tarnerer und ausdauernder Soldat, aber die Kampieslrast jener Mi>'ckbevölkerung der Duste, jener Ber- mensu'ui von 'Regern, Arabern unb Berbern, nt unsergleichüch, uns der' Elan dieler Incgcnicbm Söhne heiler Zonen blcw.t tut ben Gegner nirthtbar. Tie'e fünfen Sinter werden nie ein ernileres yrtedu durchfuhren, so lauge sie sich in der Mmderlicit rühlen, ,ie zögern nicht, zu fliehen, und immer roiebcr au Tbeirtre unb günstigere Gelegenheiten zu warten. Tie.eurooai'che -trappe, ixe numeooll m die öde Dü'tc vorbimgt, nuir, lebe Biinutc nur Uebenolle und Huna*’ Utberrcid-unatn gru't sein, unb dazu tritt bie JEinnnrhing dsÄimut-n Kl.mas, d.. Lede des Lamde., da- grelle >donmuli^, das au> die Tauer curopci u«. fa.c mu Blrndheu ichlagt, her Wassermangel, tvr an die Wideruattsskrau des «oldaten die sck^v-'riü'N Auiordenuigen stellt. Frankreich hat aut die,em Gebiete n seinen blutigen nordasrckanifchen Kämpfen ichlrmmc und ,dunerv fi* * (rr; •‘■runaen 'ammeln nuifftn, die gewiß auch den Italienern nickt er'öart bl:ibai werden. Man kämpft mu einem Gegner, bd?en Takrik allen miliränsch-n Begmnen Eurapas wotiet, unb irrtet Umüäni n, die dem nur enrooät'ch gechulten L"izi<r und Soldaten fremde uich >'d)n?erc Probleme.stellen >riet» ist der Gegner über alle Truppenbewegungen aui das Kknaueiir unter-
richtet: er selbst aber ist nur scower zu erkunden, ist nie zu packen, weiß sich Die kleinsten Zusällc zu nutze zu machen, um übtrraid)cno die marschierende Truppe mit einem Kaigelregcn m grüßen, tuo man dies am wenigsten erwartet. Ehe der unjichtbarc Feinb erkannt ist, ehe bte Lpfcr dices llebetjailS Zcü zu einem Todes ,'eu'zer gemnden haben, ist Der Gegner bereits verschwunden, und nur bei Widerhall galoppierender Pier de verrat, in welcher Richtung er gestuckt« ist. Zielet leichten Bewcglichleu des Feindes tanu Oie cuicpaiidjt Truppe mc gleiclstommen, all«? Verhältnisse im Wüstenlricgc scheinen sich mit den braunen Söhnen Der Wildnis zu verbünden.
B«'ond«c Schwierigkeiten erwarten die Italiener bei der A. s gäbe, ihre Truppen -um Wüsienkriege marichsahig und ihre Bor rate transportfähig zu machen. Bekanntlich haben b.. T> sämtliche Kamele aus der Umgegend von Tru»lis ins Innere «1 fuhrt, und Italien wird allo die,.- unentbehrlichen Reitliere erst v:r auswäris «Mähren müssen. Dorn kommt aber noch, uafj di Le.stungs'ähiglnt, die Widerstandsktan und die angcdlicke Ent haltsamk«! der Kamele stets maßlos übertrieben worden suio. Mir emem Vorrat von 100 Liter Wasser kann ein Kamel Drei ia<r leben, ohne zu trinken. Tann mach: 'ich der Durü iuh her, uc. Mindert die Lcistungsfährgkeu des Tieres, macht cs störrisch oe>- apathisch, und wird dem Tiere nickt Wasser gciuid,:, w legt es sich nach kurzer Beit zu Boden iuu> verende: Aus, du ander.n Seite ist die Marsch'ähigreit der Kamele nicht allzu gror, : r ?:-b strengt das Ti« unverhältnismäßig schw« an. .'Au .:_-na.; besonderer Ti«e unb besonder« Fälle, in denen man »origen das Leben des Kamels con i muß, kann man im aünmgftcn Falle und als I)öchstes Morimum von dem Ti« eine Ltagc5lcntung von 70 Kilometern verlangen wob« man allermindestens mit ein« Rast von 8 Stunden rechnen hat. Tas Kamel ist geschahen, im Schritt zu gehen, t>? Ti« ist phlegmatisch. Die guten Reitkamele leisten höchsten-: 8—10 Kilometer in der Stunde, uno die Lastkamele kaum 7 met«, wobei Borausicyung üt, oaß die Tiere am Tage d»rck schnutlieh nur 7—8 Stunden im Marsche bleiben.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wiffen- sckaft. Die fcierlitt)c - rlcihung o« Robelpreise fand gestern in Stockholm statt.


