Ausgabe 
15.9.1911 Zweites Blatt
 
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damit die Parteileitung auch einen Juristen in ihr Ki^legium bSomme. Haase sei bereit, seine Praxis in Königsberg auf- xugeben und nach Berlin überzusiedeln. Ullrich (Offenbach) Duendet sich gegen die Wahl von Haase, da Ebert größere Ge- Vmhr für gute Ausfüllung des Postens biete. Schließlich wird die Abstimmung, die durch Zettelwahl erfolgen soll, auf morgen vertagt.

Deutscher Richtertag.

+ Dresden, 14. Sept.

Der heutigen Sitzung des 20. Deutschen Richtertages wohnten düch zahlreiche Damen bei: sowie Oberbürgermeister Geheimrat Dr. Veutler und Kaiserlicher Rat Eltzner (Wien). Zunächst smmmt Oberbürgermeister Beutler das Wort, indem er aus- kLhrt: Es gibt Leute, die meinen, der Richter stehe außerhalb des Iprccktischen Lebens. Ich bin nicht dieser Ansicht. Ich habe viel­fach bemerkt, daß zwischen Richter und Volk eine enge Fühlung besteht.

Der stellvertretende Landgerichtsdirektor Reichert (Augs­burg) sprach über Inwiefern empfiehlt sich ein weiterer Ausbau des Gerichtsverfassungsgesetzes über die Unabhängigkeit der Rich- !ter?" Er stellte hierzu folgende Leitsätze auf:

Die Unabhängigkeit des Richters ist das Fundament einer K Rechtspflege. Unsere heutige Gerichtsverfassung bietet keine lende Gewähr für die richterliche Unabhängigkeit. Diese erheischt, daß 1. das Richteramt auf sein wesentliches Gebiet be­schränkt uni> 2. der Träger des Amts mit einer staatsrechtlichen Stellung ausgestattet wird, die im Einklang steht mit den Auf­gaben des Amts. Hierzu ist erforderlich a) feste Anstellung aller Richter: b) klare Abgrenzung der richterlichen Verantwortlichkeit gegenüber der Justizverwaltung; c) ausreichende materielle Sicher­stellung der Richter. Die gesetzliche Regelung dieser Normen vbliegt dem Reichsrecht. Es empfiehlt sich die Erlassung «eines deutschen Richtergesetzes.

herbftübungen.

Friedberg, 14. Sept.

Die Truppen der 21. Division haben in dem sehr bergigen Gelände um die Höhen des nordöstlichen Taunus ihr dreitägiges «Gefecht abgeschlossen: ein Ruhetag schließt sich an. Die ganze Division ist zwischen Friedberg und Usingen einquartiert. Besonders militärisch geht es in Frickberg zu. Hier liegt der Stab der 42. Infanterie-Brigade, die Stäbe der 6er Ulanen, der 80er, der 81er, der 63er Artillerie und der 21er Pioniere, ferner zehn Kompagnien 80cr, Artilleristen, Pioniere und Ulanen, ins- g cf amt 2200 Mann. In Bad-Nauheim liegen der Stab er 21. Feldartillerie-Brigade und fast 1000 Mann Infanterie (81er), sowie 63er jArtillerie. Auch die Orte Ockstadt, Nieder- Mörlen, Ober-Mörlen, Münster, Ostheim, Maibach, Langenhain- Ziegenberg und Hochweisel sind dicht mit Militär belegt. Der ^Führer der 41. Brigade liegt in Usingen, die 87er befinden sich in »Ansbach und Merzhausen, der 88er in Usingen und Eschbach, die 87er Artillerie in Hundstadt, die Pioniere in Schmitten und Dorfweil, die 6er Dragoner in Pfaffenwiesbach, Kranzberg und Eschbach. Usingen hat 1500 Mann, ba£ kleine Eschbach 700 Mann Einquartierung. Das Hauptquartier der 21. Division ist Hom­burg. Das Infanterie-Regiment 168, das bisher der 50. Bri­gade zugeteilt war, stieß heute zu Blau. In Freiendietz ist eine Sanitätsabteilung und ein Feldlazarett eingetroffen. Heute sollten die Truppen Biwak beziehen. Aber infolge des Regenwetters wurden die Biwaks meist eingczogen, die Soldaten kamen in Massenquartiere. Die Berproviantterung der Regimenter geschieht aus den Proviantämtern zu Mehlen mtb Zollhaus. Am Mansfelder Kopf stürzte ein Leutnant der 8. Kompagnie 115er und brach das Bein. Bei Zollhaus erschoß sich Haupt- piann Moliöre von den 168ern.

Aus Stadt und Lund.

Gießen, 15. September 1911.

Lehrerpersonalien. Überträgen wurde dem Lehrer Otto Wilh. Diehl zu Kaulstos die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Blofeld.

* Auszeichnungen. Der Former Franz Heinrich Klapproth zu Weisenau hat am 6. Juni 1911 einen Menschen vom Tode des Ertrinkens gerettet. Als An­erkennung hierfür ist ihm vom Großherzog die RettungS- medaille verliehen worden. Der Bäckergehilfe Josef Marz in Oppenheim hat am 27. Juli l. I. einen Menschen vom Tode des Ertrinkens errettet. Diese mit Mut und Ent­schlossenheit ausgeführte Tat wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht.

Landwirtschaftliches Institut der LandeSj- universität Gießen. Im Sommersemester 1911 studierten am Landw. Institut Gießen 60 Landwirte von Beruf, von denen 51 in Hessen geboren waren. Neu immatrikuliert wurden im Sommersemester 1911 16 Studierende der Land­wirtschaft. Das landwirtschaftliche Staatsexamen bestanden im Sommersemester 1911: cand. agr. Wilhelm Amend au8 Großen-Linden, Heinrich Habermehl auS Wallen­rod, Georg Hopp aus Wenings, Ernst Schneider aus Gießen. Das Pflanzenzuchtinspektorenexamett bestand im Sommersemester 1911: Landwirtschaftslehrer Jakob Traut­mann aus Rimbach. Das Tierzuchtinspektoren­examen bestanden im Sommersemester 1911: approb. Tier­arzt Dr. Ludwig Cost aus Gießen und approb. Tierarzt Assistent Dr. Wilhelm Schmidt aus Darmstadt. Bei der philosophischen Fakultät promovierten in Landwirtschaft als Hauptfach im Sommersemester 1911: Assistent Albert Boerger auS Foerde, Schlachthoftierarzt Dr. Roßkopf aus Schwaben­heim, Landwirtschaftslehrer Jakob Trautmann auS Rimbach.

* Schiffsliste für billige Briefe nach den Vereinigten Staaten von Amerika (10 Pf. für je 20 g):Prinz Friedrich Wilhelm", ab Bremen 16. Sept., >,Kaiser Wilhelm II.", ab Bremen 19. Sept.,Viktoria Luise", ab Hamburg 23. Sept.,Kronprinz Wilhelm", ab Bremen 26. Sept.,Amerika", ab Hamburg 28. September, George Washington", ab Bremen 30. Sept.,Kronprin­zessin Geeilte", ab Bremen 3. Okt.,Kaiser Wilhelm der Große", ab Bremen 10. Okt.,Cincinnati", ab Hamburg 12. Okt.,Kaiser Wilhelm II.", ab Bremen 17. Okt. (Post­schluß nach lAnkunft der Frühzüae). Alle diese Schiffe außer Cincinnati" sind Schnellbampfer oder solche, die für eine bestimmte Zeit vor dem Abgang die schnellste Beförderungs­gelegenheit bieten. Es empfiehlt sich, die Briefe mit einem Leitvermerk wiedirekter Weg" oderüber Bremen oder Hamburg" zu versehen. Die Portoermäßigung erstreckt sich nur auf Briefe, nicht auch auf Postkarten, Drucksachen usw. und gilt nur für Briefe nach den Vereinigten Staaten von Amerika, nicht auch nach anderen Gebieten Amerikas, A. B. Kanada.

Landkreis Gießen.

-ü. Leihgestern, 14. Sept. Am nächsten Sonntag soll in unserer neuen schönen Kirche das Dekanats fest für innere Mission gefeiert werden. Der Gottesdienst, bei welchem die Pfarrer Weber - Lang°Gön§, Zentgraf - Darmstadt und Groth-Rödgen reden werden, beginnt um 3 Uhr nachmittags im Anschluß an den Bahnzug, der Gießen 2 Uhr 17 Min. verläßt.

A Grün berg, 14. Sept. Unsere neue Bürgerschule ist mit einem Kostenaufwand von 90000 Mk. vollendet; die Einweihung findet am 24. September statt.

Kreis Alsfeld.

Als feld, 14. Sept. Ein ehemaliger Volks schü- ter, der die Maturitätsprüfung mit gutbestand, befand sich unter den Prüflingen, die gestern hier ihr Examen ablegten. Hermann Keil aus Ettingshausen hat nur die Volksschule besucht und sich dann in jahrelangem Selbst­studium vorbereitet.

+ Nieder-Gemünden, 14. Sept. In der Affäre des Gendarm Rumpf von Homberg a. d. Ohm, der auf den geistesschwachen Landwirt Stroh drei Schüsse ab­feuerte, fanden dieser Tage hier Vernehmungen von Zeugen "durch einen Kriegsgerichtsrat aus Darm­stadt statt. Tie Verletzung des Stroh soll übrigens weniger gefährlich sein, als es den Anschein hatte.

Starkenburg und Rheinhessen.

w. Offenbach a. 9)L, 14. Sept. Auf dem hiesigen Hanptbahnhof geriet der Rangierer Heinrich Mede beim Rangieren unter die Räder eines Eisenbahnwagens, wobei ihm beide Beine unterhalb des Knies abgefahren wurden. Der Schwerverletzte wurde ins städtische Krankenhaus gebracht.

m. Offe n bad), 14. Sept. Dr. Leopold Fugge hat öer Stadt ein Vermächtnis von 22 800 Mk. vermacht, dessen Zinsen zum Zwecke der Säuglingsfürsorge verwendet -verden sollen.

Hessen-Nassau.

X. Hanau, 14. Sept. In der Generalversammlung des Kornhauses Hanau (landw. Ein- und Verkaufsaenossen- schaft) wurde bei der Erstattung des Geschäftsberichtes mit­geteilt, daß im verflossenen Jahre der Gesamtumsatz die Höhe von 7 738 783 Mk. erreicht habe, gegen das Vorjahr mehr 1659964 Mk. Der Bruttogewinn stellt sich auf 86 571.86 Mk., die Unkosten, Zinsen, Abschreibungen er­fordern 67898.45 Mk., der Reingewinn beträgt 18673.41 Mk., aus dem 5 Proz. Dividende (wie im Vorjahre) verteilt werden. Zum Schluß genehmigte die Generalversammlung die beantragte Erhöhung des Betriebskapitals von 350000 auf 700 000 Mark.

X. Hanau, 14. Sept. In der heutigen Stadtver- ordnet ensitzuna wurde befchlossen, den an die Stadt- kasse abgelieferten Betriebsüberschuß der städtischen Spar­kasse für das Rechnungsjahr 1910 in Höhe von 9489.55 Mk. je zur Hälfte den Stiftungen .Lungenheilstätte" und Kindererholungsstätte" zu überweisen. Der Antrag der Stadt Hanau auf Forterhebung der Gemeinde^ Wertzuwachssteuer bis zum 1. April 1912 ist von der Re­gierung wie von dem Ministerium abgelehnt worden.

Gerichtssaal.

- DasTageblatt" meldet aus Berlin: Der Prozeß gegen den Grasen Gisbert Wolfs-Metternich wird in zweiter Auf­lage vom 3. Oktober an die Strafkammer beschäftigen; da sich in­folge der zahlreichen Beweisanträge der Verteidigung die Zahl der Zeugen fast verdoppelt hat, wird die Verhandlung in dein kleinen Schwurgerichtssaal des alten Kriminalgerichtsgebäudes statlsinden.

3um Ausbruch des Aetna.

Catania, 14. Sept. Nach wie vor finden heftige Ausbrüche des Aetna statt. Der Hauptlavastrom z e r st ö r t e die sehr fruchtbare Landschaft von Jmboscimento und riß Land­häuser nieder. Er rückt rasch gegen den Fluß Alcantara vor, von dem er nur noch drei Kilometer entfernt ist. Durch die fort­dauernden Lavaergüsse und die mit ungehinderter Heftigkeit auf­tretenden Erdstöße wurde das Observatorium auf dem Aetna fast vollständig zerstört. In Catania herrscht ein furcht­barer Aschenregen.

Cholera.

Konstantinopel, 14. Sept. Heute sind 46 Erkran­kungen und 17 Todesfälle an Cholera vorgekommen. In Artaki (Marmaraküste) ivurben in den letzten 48 Stunden 50 Erkrankungen und 23 Todesfälle an Cholera festgestellt. In Saloniki ereigneten sich dank der energischen sanitären Maß­nahmen in den letzten 24 Stunden nur zwei Cholerasälle. Auch aus dem Innern des Landes liegen im allgemeinen günstigere Nachrichten vor.

Saloniki, 14. Sept. In den letzten 24 Stunden sind 5 Cholerafälle unter der Zivilbevölkerung und 6 unter dem Militär vorgekommen: insgesamt sind 45 Zivilpersonen, meist Frauen, gestorben. Tie erregte Bevölkerung von Monaftir zwang unter Führung eines CHodschas den Sa­nitätsinspektor zur Abdankung und Flucht. Der Mali hob die Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche auf und ge­stattete das Waschen der Toten und das Verbleiben der Kranken in ihren Wohnungen, sowie das Begräbnis der an Cholera Ge­storbenen unter geistlichem Beistand. Er ließ ferner die ab - gesperrten Brunnen öffnen und erlaubte den Verkauf frischen Obstes. Daraufhin trat wieder eine Beruhigung ein.

vermischtes.

* Mehrere Brände, bei denen auch Menschen iu Schaden «gekommen sind, werden uns gemeldet: In dem im Kaisermanövergelände Gelegenen Dorfe Kublank brach abends ein Feuer aus-, das die Kirche Und viele Scheunen einäscherte. Bei dem Versuche, die Pferde vom Stabe der 17. Division zu retten, erlitt der Divisionsadju­tant, Major v.Stockhausen-Schwerin, schwere Brand­wunden. Er wurde nur durch die Geistesgegen­wart seines Burschen gerettet. Bei einem in der Gr. Märkerstraße in Halle a. S. ausgebrochenen Stubenbrande verbrannten drei Kinder einer Witwe. In der ersten Mor-genstunde brannte nach einer Meldung aus Detmold der StvckscheGutshof am Stiftsberge nieder. Das Feuer nahm schnell einen großen Umfang an. Viel Vieh, die Ernte- und die Futtervorräte wurden vernichtet. Im Jnntal brennt der Metzer Berg. Das Feuer bedroht auch den Klosterwald des Zisterzienser Mosters. Aus A r d e b e i l (Persien) wird gerüchtweise gemeldet, die Stadt Astara sei niedergebrannt.

* Ein jugendlicher Lebensretter. Durch die Tapferkeit und heldenhafte Ausdauer eines 16jahrigen Jungen ist in diesen Tagen an der nordamerikanischen Stifte das Leben von 60 Menschen gerettet worden. Der tapfere Junge heißt Jack Sheetz, er ist Ser Sohn eines Verlegers von Philadelphia und zugleich ein emsiger Freund mechanischer Studien. Der höchste Wunsch des jungen Jack war seit jeher, sich der draht­losen Telegraphie zu widmen, und er hatte sich auf diesem Ge­biete bereits so viel Kenntnisse angeeignet, daß die amerikanische Mereham and Miner's Dampfschifflinie sich bereit erklärte, den jungen Jack Sbeetz während' seiner Ferien als drahtlosen Tele­graphisten an Bord zu beschäftigen. So kam Jack an Bord des DampfersLexington", der in der Nähe des Hunting Island in einem furchtbaren Sturm scheiterte und )um Wrack wurde. Ter Orkan hatte die Vorrichtung für drahtlos Telegraphie vom Maste des Wracks herabgerissen und mitten im Toben der ent­fesselten Elemente kletterte der junge Telegraphist am Maste empor und bemühte sich, einen neuen Apparat zu befestigen. Stunden­lang hielt sich der Junge inmitten des Unwetter» an den Tauen festgeklammert und sandte unausgesetzt seine drahtlosen Hilferufe aus. Mehr als einmal drohte er dabei den Halt zu verlieren, die

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Meteorologische Beobad)hingen der Station Gießen.

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Mittlere Mast- und beste Saugkälber . Geriilgere Mast- und gute Saugkälber Schate.

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Märkte.

th. Gießen, 14. Sept. Der Heu- und Strobmarkt aui Oswaldsgarten war in den letzten 14 Tagen sehr spärlich be­fahren. Heu wurde der Zentner mit Mk. 5.506, Stroh mit Mk. 2 40-3 bezahlt.

ke. Frankfurt a.M. D i e h h of-M a r kt b e ri ch t vom 14.6evl Austrieb: 76 Rinder, darunter 14 Ochsen, 1 Bulle, 61 Kühe und Färsen, 984 Kalber, 240 Schale, 1978 Schweine.

Tendenz: Rinder voraussichtlich geräumt, Kälber lebhaft, Schafe ruhig, Schweine flau, erheblicher Ueberstand.

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* Elternliebe.Sie sind beschuldigt, Ihrem! zu drei Jahren Gefängnis verurteilten Sohne eine Feile in die Zelle gesck)muggelt zu haben. Was haben Sie dazu anzugeben?" Mein Gott, Herr Richter, es ist doch Elternpflicht, für ihrer; Kinder Fortkommen zu sorgen!"

* Ein kleiner Irrtum. Gatttn (zum Gatten):Die Köchin hat gekündigt; wie konntest du ihr aber auch solche Grob-

vucherttsch.

Zur Förderung der deutschen Verkehrs- i n t e r e s s e n. In den beiden August-Nummern führt uns die illustrierte ZeitschriftDeutschland" (Düsseldorfer Verlags-Anstalt A.-G.) kreuz und quer durch interessante deutsche Städte und landschaftlich schöne Gebiete Deutschlands. An Hand reich illu­strierter Aufsätze geht es nach Bad Harzburg, zum Egge-Gebirae, nach Heidelberg und Lothringen Von diesen romantischen Ge­bieten romtbern wir in eine Hochburg der Industrie, nach Duis­burg, dessen Rathaus als Titelblld für Nr. 7 benutzt ist, auä der iwch folgende Beiträge besonders hervorzuheben sind:Von hessischen Trachten und Tänzen" von Paul Heidck- bach, Cassel,Wandern und Reisen ttn deutschen £anbe" von Rektor Hammelrath, Düsseldorf undEine Frühjahrswanderung am Rhein" von Prof. Ludwig Stelz, Frankfurt a. M. In Nr. 8 finden wir Aussätze über die Mosel von Prof. Ad. Plathner, über die Internationale Hygiene-Ausstellung in Dresden, Bad Kreuznach, während ein längerer, reich illustrierter Artikel über die Deutsche Nordsee von Paul Damm-Etienne zum Besuch der deutschen Nordsee-Bäder im Spätherbst anregen soll. In an­ziehender Weise behandelt Albert Schmidt, Hamburg die Lüne­burger Heide und den Naturschutzpark. Dr. Otto Loening plau­dert über die Beischläge in Danzig, die der Stadt einen so eigen­artigen Reiz verleihen.

mächttgen Windstöße rissen feinen Wrper vom Maste, aber e5 ge­lang dem tapferen Telegraphisten doch, sich mit bat Händen fest­zuhalten und immer itncbcr dem Wind zu trotzen. Als endlich, nach stundenlangen vergeblichen Bemühungen, seine Meldung ihr Ziel er­reichte und Hilfe herbeirief, war Jack Sheetz so erschöpft, daß er sich nicht mehr auf den Beinen zu halten vermochte: einige Matrosen mußten ihn festhalten, um zu verhindern, daß eine Sturzsee ihn fortschwemmte. In der Zeit, während der Jack im Tauwerk des Mastes saß, wurde das Schiff so wild umhergeschleu- dert, daß der 9)inft zweimal in die Wellen tauchte: der Körper des Telegraphisten verscbwand im Wasser, aber immer, wenn das Schiff sich wieder auftichtete, sah man ihn noch oben zwischen den Stricken hängen. Als endlich ein Zollkutter imstande war, die erschöpfte Mannschaft und die Passagiere des Lexington an Bord zu nehmen unb zu retten, brachte man dem 16 jährigen Lebensretter stürmische ^mdgebungen.

* Eine Friedens marke. Auf dem internationalen Friedenskongreß, der im vergangenen Jahre zu Stockholm abge­halten mürbe, wurde ein Antrag angenommen, demzufolge zu Progandazwccken eineFriedensmarke* heroestellt und in großen Mengen an die dreitausend in der ganzen Welt bestehenden Friedens- ueremigimgen abgegeben werden sollte. Diese werden die Marke -u dem Prelle von zehn Centinies verkaufen und den Erlös entweder ihrem eigenen Fonds zufließen lassen oder ihn zur Gründung weiterer Vereinigungen benutzen. Die Friedensmarke, die haupt­sächlich zum Verschließen der Briefe dienen soll, stellt einen jugend­lichen Reiter dar, der eine Standarte mit der Inschrift Fax mundi schwingt: sein Roß zerstampft den auf dem Boden liegenden Drachen der Zwietracht. Diese Darstellinig ist nicht ganz uninter­essant ; zeigt sie doch, daß die Befürworter des Weltfriedens auf dem Weg zu ihrem Ziele wiederum den Kampf sehen.

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Spielplan öes Kurhaus-Theaters Va- Nauheim.

Direttion: Hermann Steingoetter.

Sonntag, 17. September:CharleyS Tante/ Montag, ben 18. September: Gastspiel von Gertrud Baumeister-FelSegg: Öeimat." Mittwoch, ben 20. September:Die Kinder der Exzellenz." Freitag, den 22. September:Ter Sieb.'

Kuranstalt Hofheim JL

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