Nr. 217
Zweites Blatt
16|. Jahrgang
<Md)ttnl täglich mit Au-nahme des Sonntag».
Tie „•lefcteet Saeülieeblättcr** werden dem .Anzeiger' Biennal roötbentlid) beigelegt, das „Krehblatt für de, Krell Sieben" zweimal wöchentlich. Die „randwtttschastNcheo Lei!» fragen" erfchcmen monatlich zweimal.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
Sicitag, 15. September 1911
Rotanonsdruck und Verlag der 8r üblichen UnwersiiäiS - Buch- und EteinbrutfcreL St. Lange, Sieben.
SPebaftion, Expeditisn und Tmcfetti: Behuf« st rave 7. Erpedition und Vertag: 61-
Redaktion: 112. Tel.-Adr2AnzeigerTießen.
Sünfunöflcbjig Zahre Scwerbesörderunz im Grobherzogtum Hessen.
Ter von der Ärotzherzoglichen Negierung im Jahre 1836 <n» Leben aerufcne „Grosz herzogliche Gewerbeverein", rocl cher im wesentlichen noch heute die ihm damals verliehene Organisation besitzt, bege : im 24 .
des 75jährigen Bestehens Au- dieser Veranlassung hat drc Großh. Zentralstelle für die Gewerbe als BerwaUungSstelle deS Vereins eine umfangreiche Denkschrift Der öffentlich!, die zugleich cm anschauliches rtulturbiib gibt von dem Entwiaclungsgang des yaitbiücrl*? und der Zn dustrie aus der Zeit der elften Tampfmafchrne bi.' zu un seren Tagen, wo hessischer Gewerbeflcist auf drm Weltmarkt lich eines anerkannten Rufes erfreut.
Nach den Jahren ber Napoleonischen Bölkerkrrcgc, mit dem iahen Zusammenbruch der allen Zunstvenassungen durch Ein- mbrung einer allgemeinen Gcwerbcjreiheil, roeileiierlen die befielt Geister der Nation in dem streben, den zerstreuten Berussgenossen in Lande! und Gewerbe neuen Zusammemchluh zu verleiben und b- «Schäden einer zügellosen Gewerbesreiheit wieder auszugleichen durch Verbreitung gediegenen Wissens und könnens in allen Gewerben Zn dieser Absicht rief Preußen im Zahre 182U den heute noch bestehenden Verein zur Beförderung des GewerheslecheS ins Leben, m gleichem Sinne gründeten die Staaten Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden, Hannover, ftnrhessen Gewerbe- und Znbuitne- vereme, und im Großherzogtum Lessen ging im Zähre 1833 aui der Zweiten Stönbeka miner der Antrag an die 'Jlc* gierung, einen Gewerbeverein nach Art des Lanbwirtschaitimwn Vereins ins Leben zu rufen, und iljm einen jährlichen Steale- beitrag Aur Verfügung zu stellen. Nachdem den Ständen eine diesbezügliche Regierungsvorlage zugegangen war, sand diese nach eingehenden, mehrjährigen Verhandlungen Aitnahnie, und im Zahre 1836 wurde bet Verein errichtet mit dem Houpizwect, „den vorhandenen Zustand des gesamten Gewerbewescns im Gros; Herzogtum zu erforschen und durch gemeinsames Streben sowohl den Umfang als die höhere Ausbildung der Gewerbe zu fl,renn '.
Ter junge Verein ging zunächst an die Aufhellung einer Heber- ficht über den Zustand der wichtigsten Gewerbe des Landes und begann den HiNsbcdürfrigstcn an die Land zu gehen durch Gin- lührung vraklischer Arbenebehelfe an Werkzeugen, Maschinen und Vorbildern, die er kostenlos zur Verfügung stellte, schon im Zahre 1848 befaß der Verein 36 Hanbwerlccichulcn und eine Anzahl weiblicher Bernssschulen, denen er Vorbilder und Muster- zeichnungen anlertigen lieh.
Für die Regierung bildete schon früh der Gewerbeverein und seine Zentralstelle eine Auskunfrs- und Berarungsbehörde, deren sie sich bediente bei Bearbeitung größerer Aufgaben, wie ber Gewerbeordnung, des v.rdingungsweiens, des Arbeilerschuves, der Zabrikinsoektion, Bauordnung, Sonntagsruhe, der Gewerbegericht., des Ausstellungswefens nsw. Ter Verein trat schon früh ein hir rroedmäbige Landwerlsorganiiation, für fakultative Meister- rriifungen, Genossenschaftswesen, Versicherungen und Hilfskancn: freiwillige Gesellenprüfungen sanden erstmals im Zahre 1886 statt. Heber 50 Gewerbeausstellungen wurden von dem Gewerdeverczn im Lande Veranstalter, bei den Weltausstel- Iungen in London, Varis, Wien und Philadelphia vertrat bi; Zeiuralstelle für die Gewerbe die Interessen des hessischen Staates und seiner Aussteller und der Gewerbeverein selbst wurde wieder- holl preisgekrönt für seine Stiftungen auf dem Gebiete des Schul wesens.
3m einzelnen behandelt die Tenkschrift neben ber allgemeinen Ucbcrfidit der Entwickelung des Landesgeioerbevereiits bic Bibliothek nut vorbilbersammlung, das Gewerbemuseum, die Ver- einS-eitf chrift - Gewerbeblatt für bas Großherzogtum Helfen . Ferner die Gewerbeförderung durch Preisausschreiben, Gewerbe- imb L.'hr- lingsarbeiten-Aiisstellungen. G fellenprufungen und Meisterkurse. Gin weiterer Abschnitt ist dem gewerblichen Hnterrichtswesen gewidmet, den zahlreichen Hanbiverkerschulen, den Gewerbe-, Bau- gcivcrT-, Munügcivcrbe- und Fachschulen; hierin jchliestt sich ein Verzeichnis ber veröffentlichten Unterrichtsmittel an. Tie Gut- Wickelung, Geschichte und Tätigkeit der feit 25 Zähren bestehenden und der Zentralstelle angeglieberten Großh. Chemischen Pro. sungsstation für die Gewerbe bildet einen besonderen Abschnitt, dem sich alsdann eine mit zahlreichen Tabellen ausgestattete Hebersicht der Aufwendungen für gewerbliches ll n- terrichts wesen u n b G e w e rb e f ö r d e r u n g anreibt. Hier finb einzeln aufflefübrt die Zuschüsse und Beträge, die in wahren vom Staat, Gemeinden, Sparkassen, Vereinsmügliedern und cin- zelnen Sintern auigenxitbet worden sind für das gesamte, weit verzweigte Arbeitsgebiet des Lanbesgewerbwereino und seiner Zentra! stelle. Tie Gesamtsninme beträgt rund 15 Millionen «00 ONN I'.ark, wovon 46 Prozent oder 7 200000 Mark aus Staatsmitteln auf- stebrachl wurden. Tic Aufwendungen für den Landesgewerbe- verein, die Zentralstelle, die Chemische Prüfungsstation, dv' gewerblichen Hnterrichtsanstaltcn betragen Hiervon 13 393 m 0 '..\arf. Tie Einnahmen bestehen neben dem bereits erwalmten ^taatebatrag fok 7 200 000 Mark aus eigenen Einnabmcn des Vereins in .volle von 2 619 000 Mark, darunter 1 131 430 Mark Mitglieder beuiäge und rund 5 870 000 Mark Borbeitrüg. und Natural- leistungen, wie uncntgcltlidK Stellung von llnicrridniräumcii uiw ; an Scvulgeldeirt gingen habet ein 2 450 000 Marl, -ras -vermögen der. einzelnen Crtc-gcrocrbcvemne und des Lanbesgetverbe^ Vereins beziffert sich auf rnnd 1300 000 Mark unb ut in der Hauptsache angelegt in Schulbauten, welche die Vereine errichtet haben.
Aus kleinen Anfängen heroorgegangen, hat ber Landes gewerbeverein im Laufe der Zeit das gante Henenland mit h'incr segenbringenden Wirksamkeit um sagt und, durch erfolgreiche Anregungen und Ausmunterungen fortschreitend, -Industrie und Gewerbe in neue Bahnen gelenkt. Namentlich aber auf dem Gebiete des gewerblichen Hnterricktes, auf dem Gebiete der Heranbildung und Fortbildung der gewerbnchen^Ztt gend bat fül» der Landesgewerbevercin ein unvergängliches -lent- ntal gesetzt, und man darf wobl sagen, dost schwerlich in irg.nd einem anderen Lande im Vergleich mit den auf gewendeten Geld- mitteln für bas gewerbliche Schuln»efcn so viel g ei ehe ton ut, als im Grostherzogtum Hessen, welches hinsichtlich der Verbreitung des gewerblichen Hnterrichts mit an erster Stelle steht
Ter letzte Abschnitt der Denkschrift ist in der Tätigkeit der £ r t ö gewcrdevereinc im allgemeinen gewidmet 3 u öic ..Tenkschrift" sind eingestreut die Bildnisse der ehemaligen Präfi deuten und Generalsekretäre des Grosth. Gewerbever.nns und bei Vorsitzenden der Grosth. 3cntralfMle, ferner die Abbildungen der für di.- größeren gcmerblidten Hnterrichtsanstalten errichteten eigenen Gebäude.
3n 120 Handwerkerschulen, 10 Gewerbe- und Bauschulen, ir Baiigcwcri , Kunstgewerbe- unb Fachschulen mit einem Fahre buoget von 658 000 Mark werden an 10000 Schüler fahrt im unter richtet, und die Zahl der Vcreinsm.tglieder, der Scküler unb Lehrer, die sich in gemeinsamer Arbeit im Landesgverbeoer ein lu’am gesunden haben, betragt heute über 20 000, ein Be.oeis b-’ groste Lcbenssähigkeü der vor 75 Zähren gescyaz jenen Ginrichtung.
So3ialöcmofrati|d)cr Parteitag.
~ Jena, 14. Sept.
Der für heute angekündigte
Vortrag Bebel» über die ReichStagiwahlrn
batte bewirkt, daß Saal und Ttibiuie des Bol is barst, s schon lange
Sitzung teilt ber Voi.ltzcndc Tietz zur allgemeinen Hcbciraschung mir, daß der Parteitag bereits morgen, Freitag mittag, zu Siwe verein.
Mit minutenlangem Beifall empfangen, führt hierauf Bebel unter lautloser Stille aus:
Zunächst cme persönlich formelle Bemerkung: Dir und darüber übercingelommcn, dost die Marokkirage und die Rcickc-tags- wahlen in einem Von rag vc handelt werben sollen. Zch iverde mit dcr Marokkofache beginnen, mit der Frage, die uns gcgcnmanig am meisten interessiert. Tic Kolonialpolitik hat in den letzten Zahrzehnten überall das leddasteste Zntereüc gesunden, entweder, iveil die rerschiedenen Staaten veriuckt haben, ihre Interessen u eiwcitern, oder um ganz neue Mulonialgebicte zu crschliestcn. Deutschland war bi» ü:Dc der LOigcr Jahre ein kolcnialfreies Lano, bis es endlich unseren kolonialircnndlichcn Hrci cn gelang, den Fürsten Bismartt für eine dcutsche holonialpalitil cinzu- nchmen und er seine Zunemmang zur Eroberung und Erwerbung unserer Kolonien in Südafrika, Cliafrila, Togo uiw. (.ab. Tic .'toloniaigcfü.itie ist seit dem 17. Zahrhuwxrt eine Geschichte, die mit Lnut geschrieben und mü verbrechen bciubelt ist. Ganze Völker ivurbcn auegerottet, alte Shiliurai zerstört. TaS ftärfit:, was sich Teutschland gdciilct hat auf lolonulem Gebiete, ist im südafrikanischen Ausstande
geschehen, wo bic (i in geboren cm schlicßliäi au, i.anbcn und bas taten, was ihr gutes Recht ist, nämlich ihr Land gegen Eindringlinge zu
VaS man un» ai?
grafe < iirc ar,rechnet, das - n uu verbrechen nachgesagt und schlic
l-lC General v Lhrola zu ihrer Niedermctzclung entsendet, der die Scharen von Hereros, Munner, Weiher unb Minber, aus den glühenden Sandliug.in Lsestafrilac suiammentreiben und verhungern und verdursten liest. L.'btoite Vfui-Rnfe.) Ta» ist , .n Schanbflea s ü r T u t s ch l a n d , so lange es eine Geschichte gibt.
Nun hat in den letzten Zahrzehnten die AolonisationSpolitik sich hauvliacvlich aui As.ila gn ru a .ica) un tebeuitn Menschen- opfern könnt: Frankreich endlich Algier in Besitz nehmen, aber auch nur schünbar, denn die Eingeborenen wollten sich von den i.oueietn n.cht . iu .. ■■ u i.c. i)u im Lame
der Fahrzchnte zirka 6 biS 7 Milliarden Mark für Algier aus- gegeben, bic Menschenopfer gar nicht gerechnet, unter denen |ich leider auch -ihlreiche Toutschc bejanben. die sich für die Fremdenlegion batm cn;c ii . - - . - i>j c* auv ;püter,
eine Schiitzhi'rrschatt über Tunis geltend zu machen. Run lag cs aus der Haiid, dag es seine Zntercssensphure auch aus Maroklo ausbehnen .volltc. Zch will gerne zugestehen, da st MarokkoHu den Ländern gehört, bic bei einer vernünftigen Politik einer
großen Entwicklung fähig
i i n b Tic Kolonisation Marokkos würbe ben Handelsverkehr Teutschlands gewaltig steigern. Der Vorteil für Teuttchland unb seinen Handel liegt bann klar aus der Hand. Wir Sozialbcmo fiaicn, die wir der ganzen Marollopolitil seindlich gegenüber stehen und gegenüber stehen müssen, haben das natürliche Verlangen, bau Teutsü lands Hanbel unb industrielle Entwicklung unter den gleichen Bedingungen sich vollziehen kann, wie in anderen^Staaten, .'teine Nation soll der anderen vorgezogen werden. Sehr Der- schiebciic Slcpitaiiiicngrupvcn sind nun an diesem Ausbeutungsobjekt beteiligt, in Teutschland die Gebrüder Mannesmann und ihre Hintermänner, aui iranzösischcr Seite eine deutsch-französiswe Gesellsä-ast. Tide beiten .üapitalistengrupvcn haben sia» seit Zähren in Marokko ausS entschiedenste bekämpft und die Miauen der Gebrüder Mannesmann hat man dann als Grund zum Eingreifen angenommen. Allerdings hat die Tanger-Reife in der ganzen mohammedanischen '^. e.i c;a heroorgerusen, bau
die deutsche S aj u v derri'chrst der obamme o anischen Welt proklamiert sei. Tiefe ?lufsassung wurde noch bestärkt dadurch, bast ber Kaiser seinerzeit nach Konstantinopel unb Zeru- salem gereift war und fchöne Geschenke zuruckbrachte. Es wird den Marokkanern ergehen, wie es den Buren sernerzeir ergangen ist lebhaiteS sehr richtig! , und wie es den Ehinefen nach dem Mricgc mit Zapan ergangen ist. Es kam bann bic Algeciras- Monserenz, die Geschichte von Casablanca, wobei die Franzosen allerdings in barbarischer Art eine ganze Stadt vcrnichtclcw Es kamen Znterventioiien von verschiedenen Seiten, auch von Teutschland. Tie Algcciras-Akten liegen heute am Boden, der Algeciras Vertrag wurde schon zerrissen durch den Vertrag Teutfch- lands mit Frankreich, in welchem Teutschland ausdrücklich ann* kennt, dast Frankreich besondere polinsche Zmeressen in Marokko wahrzuncymen tot und andererseits Frankreich erklärt, dast es unsere wtrlschattlichen Zmeressen schützen werde Schließlich gingen bic Franzosen nach Fez und erklärten das bannt, der Sultan habe sie gerufen, aber, fo fügten fie hinzu, sie seien bestrebt, unter Bcobachtung der Algeciras Akie den Sultan und die Handels- inteiessen der anb.rcn Staaten zu schützen Hier singen die Alldeutschen an, einzuscpcn. Tic .Teutschland zugemute.'c Rolle bezeichneten sie als unwürdig, sie sragten, wozu wir das starke Heer und die starke Flotte hätten und meinten, daß Teutschland sich vor Frankreich gedemütigt hätte. Unb diese Ausführungen ber alldeutschen Presse sanden eine gewisse Unterstützung, als plötzlicti am 1. Zuli der „Panther" vor Agadir erschien und sich dort iefllcgtc. Es war kein Zweifel, daß man im Auswärtigen Amt volllommen sich denen bewußt war, was dieser Akt zu bedeuten hatte. Trotzdem sagte man sosort, daß Frankreich und cmilanb lein Recht hätten, sich gegen unfer Vorgehen zu wenden. 3a, wenn es aui Recht ankäme, würde das vielleicht stimmen, aber cs kommt auf die Macht an. Lebhafter Beifall Am 3. I.uli •am dann tue ofuuöjc Note, dast in Agadir ansässige Temsche um Schutz ihrer Zmeressen nachgesuchl hätten. Es n»r dann ausgefallen, dast alsbald bic „Rheinifch-Vestfäl. Ztg " meldete, es i-al. eine Umfrage über bic Marokko-Angelegenheit bei Poli tikcrn, Offizieren, 3nbufmcllen ufw ftattgefunben und bdonders i.Ktcrc hätten sich für ein aktives Eingreuen in den Marokko- l-a'ndel ausgesprochen. Hier ictzte'dte Kriegshetze ein. Baffer- ir.atm tat nun jeßt im Gegensatz zu seiner Haltung in ir über en Zähren unter großem Bcisall ausgeführt, es könne kein Gedanke jein, tast Äompenfationen am Monga oder sonstwo .legen, um b.n Verlust Südmarokkos für Teutschland aufzuwicgen. Wir müßten in Marokko selbst Kompensationen haben und dort Land erhalten Zch war emsoch konsterniert und sagte: Basjermann ist doch sonst ein g e; chi e r Kerl!
Zuruf: Er ist naticnalliiera!Ta. nich: aus, daß er
g-.-c. ."h: ,role \?cir..f:n Er mut: do^i gant genau wiisen,
roddic nirctrbarc SMianon iiöj in Teutschland ergwt, wenn der Kriea absolut notwendig wtrd.
und trommelte ein halbes Hunden Redakteure und Politiker nach Berlin zusammen, morau* sie erNänen, daß sie in ihrer
Hort! Hört' und Betoegmig Wir werden io un Reichsiage Mibfrlcn baniber interpellieren Es kam bann das englische vm- greisen Tu1 englischen Minister er! inen mi: scharsni \!t:otu-r. England mürbe m Marolko nicht e>: । en, gegebenenfalls e.'.-e au.- Folterungen stellen Man must "M im Leben viele Wünfme rermarn. Ter ft a i f e r bat offenbar feinem Minister des Acutzeren einen gehörigen Dämpfer
aufgesetzt. Wir werden auch im Reichstage fragen, ivas Herr von Vnh-mann, ber Philosoph unter den Reichskanzlern ^euerfeu > üt eine Rolle gespielt bat Tie Engländer hab<n, rote ich zugcden nun, in unserer Marolkovcrbandlung in einer für uns sebr u n a n g c n e hm e n W r > > e cm gegriffen. Tun maa unsere Verhandlungen mit Frankreich nicht in der ganze.! Brette veroiientli&t, ist an uL leldstver endlich Stellen L»c iich vor. wenn eme grostc Gewerkscha't auf Leben und Tod mit den ztapitLüsten kümptt, sucht man natürlich Huden und drüben mein alles zu veröffentlichen. Tas könnte auf beiden Seiten itixitnit Aber die Sckrweigcpolittkdcr letzten f leben Wochen in Trutjchtand und Frankreich müssen wir auf das entichu-d.-mie verurteilen Ta# dürfen üch bic A'ationci- nickt gefallen lassen Aus ... Sparkassen ist j
agen, dast mich das gefreut hat. TaS ist den Herren von eben recht. Sehr wahr!) Man hat gesagt, wir würden im Falle eines Krtege»
den Massenstreikproklamieren.
Es fällt mir gar nicht ein, auch nur ein Wart hieraus zu erwidern Tic Frage t^s Verhaltens der Parte, im Falle eines Krieges ist nicht von heute aus morgen fcstgestrll:, sie liegt bereits seit Zahreii vor. .aif dein internalionalai Kongreß 1903 war beantragt, daß neben dem Massenstreik auch ein Mtlitarstretk zu inszenieren fei. Hauplfächlich waren es bic deutichcn Genossen, mit ocnen der Ancrag niedcrgestimmt wuidc Wir bebauten uns baiür, uns vorher irg.ndwie jestzulegcn. Auf oem vorletzten in ter nationalen Moitgrcü waren es bic gciamteit Franzosen von ber äußersten ‘Jlcancit bis zur äußersten Lutten, welche verlangten, beim Auebruch eines itriegey den allgemeinen Massenstreik zu vei anstalten Zch habe in kategorischer Weile erkl.in, bau wir Tcuuden uns nie zu einer solchen Rciolution iH-rftcbcit tönnten Wir haben sckließlich crllart: Beschließt, was euch guibünft, wir Teutichen tun nicht mit. Es ivurbe dann beantragt, baf Resolution vorberciicn sollten. Tas ist geschehen Es heißt darin: Wenn der Au-.vruch eines Kriege# droht, und ine lTroletarischcn ü lau en verpttichtet, alles amzubicten, um durch Anweiidung aller .'trug dennoch ausbrechen sollte, müikn nck die vrolctainchen Mlafiat bemühen, den Frieden micr.c berbeiiitfüfrr.’ii, ohne dast ein Schaden auf beiden Setten eintreien kann.
Wie werden sich im Falle eines Krieges die Tinge gestalten? Ta schreien bic Massen nicht nach einem Massenstreik, da schreien sie nrrrt) Arbeit (Brausender Brisatt und Handettauchen.- Und wer den jurchtbaren Winter von 1870 zu 71 miterlebt hat, hat leine Lust, diese» Leben noch einmal burchzumachen Tamm nehmen Sie bic Entschliessung bes Parteivorstandes an, damit wir den Leuten oben zeigen, wie das Volk über sie unb ihre Politik denkt stürmischer, minutenlanger Bestall
Ter Vorsitzende teilt mit, da» von den Genossinnen Rosa Luxemburg unb Klara Zetkin VerbciierungSvor schlage zu der vorstanosentschliestung angegangen seien.
Rcichstagsabg Tavib bittet, in eine Aussyrache überhaupt nickt cinzutreten und der Vorstandsentschließung einstimmig -u-u- stimmen
Äbg. Tr. Liebknecht spricht gegen Tavih Ter Schluß- antrag wird angcnommai Bebel erklärt im Schlußwort: Zch habe nur nodi sehr »äug zu sagen Zck bin mir sehr wohl bewußt, daß die Enstchlicßung nicht alles enthält und dast ich noch viel mehr hätte sagen können. Zch glaube aber, das Fehlende werden die Geiwisen schon selbst hcraussinden. • Sebr richtig?) Mit ber Annahme ber Vorstanbsentschliestmig ronb deutlich genug ge sagt, was wir zu tun gedenken und was notwendig ist.
Bei der
Abstimmung
über die Derbesserungsvorsckläge erheben itch jedesmal etwa 60 delegierte, darunter die Leipziger mid Solinger Zeder einzelne Verbesjerungsoorschlag wirb unter bem BascttlSsturm der Mehr Leit abgclehnt, rooraur die Eiilschliestung des Parteivorstandes einstimmig angenommen wirb
Es tritt bann eine tune Pamc cm, da Bcöel sich nach dein - ersten Teil seiner Rede etwas ermüdet sühtt, referiert Parteisekretär Psannkuch über die
Maiseier
ES wird dann in eine Aussprache cingetrcten, in ber verschiedene Redner für Aufhebung ber Nürnberger Beschlüsse ein- treten.
Inzwischen waren Entschließungen in der finnischen Frage unb zu ben Beziehungen z u England ein» gegangen. Ed. Bernstein stellte folgenden Antrag: „Ter Portcworstano möge, wenn möglich, noch vor den R.icketags- wahlcn, di: Ausgabe einer Broicküre vcranlaifcn, welche gegenüber den Beitrcbungen, England und Deutiwtano zu verhetzen, bie großen gemcinfamcn Zmcreiien der arbntenoen M Laif en beider Länder an der Erhaltung und Festigung der friedlichen Beziehungen zwischen ihnen bnrlcgl und das Falschspiel der Hetzer aufbedt."
Ter Antrag Lübeck, wonach die deulicken Telegierten im Zmernaiwnalen Bureau dahui zu mrfen Hai n, daß cne^Mat- mer aui oic Tagesordrrung b:5 nächsten intemotunolcn Sozia- listenkongresses gesetzt wird, wird angenommen. Ein Antrag, ocn Beschluß Oes 'TatriGerger PaNeita^s über oic ü. icerung des Tage-arbeitsverdtenstes vom 1. Mai au zahebcn, -oird mit -'37 gegen 172 Stimmen abgclehnt. Nunnrel i crflärt ocr Voriitzmde Tiev, daß der 'Antrag Hamburg, gegen alle biejentgen Mugltcber, bie »ich wetgern, oen Bdckli
ALlicerung der TageSardeitsvcrbimstes zu bdclgcn, das Aus- schluf-vcr'adren etnsul eiten, zurück gezogen iei roßet L :rm, lin- ruhc Zurufe Tas ist ein Blust, das ist ALfM Zie.sch Hamburg, nimmt den Antraa wieder auf. Es emstchen wi Auseinandersetzungen Zn namentlicher saft einitünbtgcr Äbstim- mutig wird bann der .ntrag mu 279 gegen 101 Stimmen angenommen.
Es folgen bann
bic Vorstandswahlen.
ES wirb vorgefchlagen zu Lorsitzcnd<n roäbicn: Döbel, Ei !: zu Schrntführern: Braun, Eber:, Mo.t<ndubr, Hermann .Au'.!, , Pianiikuck, ScheiOemarm unb Rucei' B die Genossin Luu'c Zieh.
Heber die Wahlvorickläge enttprnnL sich eine sehr lebhafte Aussprache, da es fick bekanntlich bn den Wahlen auck um bvu Eriatz Singers hawxlt. $arteifefrrtdr Ebert. noch ’-emheh mnget und wt-ger Mann, verzichtet or c‘ : inen Uchfrraicrung am die Wabl zum Vorsitzenden, woran' !>.ci ,tags- abgeordn-.ter Legi,'n warm tr Ebert .ntriti ur.D behau , oaß er ein fo wichtig.s Amt, woyt das wichtigste Amt mit uii r Partei, ausfchlagc. Bebel empfiehlt darauf, den RcchtS-
11 Haafc ^Königsberg- »um Korsrtzendat zu mahlen,
Kiderlen forderte jetzt LÜdrnarokko anroa


