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Die heutige Nummer umfafjt 14 Seiten.
Als einzige Partei ist es die Sozialdemokratie, die Partei für das Ausland ergreift, indem sie Deutschlands 'Einsprüche und Ansprüche bei der Besitznahme Marokkos in Flugblättern und vssentlichen Versammlungen angrcift, um daraus Agitation für das liebe Parteiprogramm zu schlagen. Dabei schickt sich gerade das s o z \ a i t |t t f ch e
Bebel hat einmal gesagt, wenn das V<iterland angegriffen werde, wolle er selbst daS »ciochr Überhängen und mit gegen den Feind ntarfchieren. £b er sich da bet gedacht hat, das Reich müsse bei Kriegsgefahr doch um teden Prets den Frieden erbetteln? Be, dem Rechtlichkeit^ und Ehrgefühl, das im deutschen Volke lebt, glauben mir nicht, daß in dielen ernsten lagen der Weizen der Sozialdemokratie blühen wird.
Massen Englands, nicht aber für die Deutschlands, für welche diese Art ißeltpolitir nicht erforderlich sei. Er ergriff also gewissermaßen Partei für die englischen Kapitalisten. Das mar sogar der Genossin Rosa Luxemburg zuviel, allerdings selbstverständlich nicht aus dcutichnatw- n al en Gründen. Sic verösientlichte in der „Leipziger Volkszeitung" eine Kritik des großen Parteiflugblattes, nannte eS „herausfordernd miserabel", denn es sei von einer „allgemeinen, entsetzlichen Flachheit", es mache den Eindruck einer „sozialdemoiratiichen Manncgicfecrei". Das vom Parteivorstaiid herauSgcgebene Flugblatt war ihr nämlich nicht radikal genug. Sie hätte es lieber gesehen, wenn die alten Phrasen wieder gedroschen worden wären von dem Kapitalismus, der die Kolonial- und Weltpolitik auf dem Gewissen habe, wobei natürlich die d e u 11 ch e n herrschenden Klassen mit ihrem Militarismus und MariniSmus am schlechtesten weggetommen wären. Kvütsky hat auf diese „Musterkritik" mit drei Spalten im „Vorwärts" nicht übel erwidert. Mit beißendem Spott hebt er hervor, die Genossin hätte wohl gedacht, es müsse über die Marokkoasfäre „ein großer, allgemeiner, weltpoluisck)er Schwefel" gemacht werden. Sie habe alle seine Ausführungen verdreht und verdächtigt und sich „aus das frevelhafteste gegen das Wohl der Partei versündigt". Am nächsten Tag brachte dann der „Vorwärts" eine recht gedrückte und verlegene Grfiä- rung der Genossin Rosa Luxemburg, die darin bekannte, sie habe ja „nicht ben blassesten Schimmer" davon gehabt, daß Kautsch der Verfasser gewesen sei; aber darum bleibe das Flugblatt doch „sehr schlecht".
Imponderabilen nahm, vor deren Verletzung wir dringend warnten.
Tie englische Presse
setzt ihr altes Spiel fort, behandelt uns halb gönnerhaft, halb drohend. Wir sollen nur annclnnen büuen, was Ung land gnäbigft erlaubt. So meint der „Tailij Telegen uh", daß bei einem Fehlschlägen dieser Verhandlungen Frankreich weiter nichts zu tun übrig bliebe,«als die Verhandlungen abzubrechen, und für diesen Fall sei es wohl vorbereitet. Er schreibt
„Von Anfang bis zu Ende hat Frankreich mit größter Würde und Zurückhaltung, die einer großen Ration würoig sind, die Verhandlungen geführt. Aber cs kommt ein Zeitpunkt, wo Mäßigung und Geduld ein Ende nehmen und die Divlomaiie einsieht, daß das letzte Wort gesprochen ist. Wenn die Deutschen die Entschädigungen nicht als genügend ansehcu, so bleibt für Frankreich weiter nichts mehr zu tun übrig. Der erste Schritt liegt letzt bei Kiderlcn Wachter Er ma<i vielleicht annebmen, daß, je länger er die Angelegenheit verzögere, desto mehr aus Frankreich Jjerau- ziis bla J alte Ausrede verfallen, daß Frankreich Algccirasakte verletzt habe, und daß die Signatarmächte derselben zusammei,berufen nerven müßten, um ein neues europäische-:- Schicbsgericht zu bilden, oder er mag es auch iür weife halten, die Vorschläge Frankreichs anzunehmen Toch da.- letzte wäre dae- beste, was
politische Wochenschau.
Gießen, 2. Sept.
kf. Eine antike Venus st atue entdeckt. Dem bekannten Schriftsteller und Altertumsforscher Professor Spinazola, der seit etwa einem Jahre die Leitung des Museums von Neapel in Händen hat, ist soeben ein ungc wohnlich glücklicher Fund gelungen. Er hatte gehört, daß bei $lonora-goncv wo sich der antike Lrt S e n u e s f a erhob, allerlei antike Marmortrümmer ausgegraden worden seien, aber als „wertlose Dinge" ausgegeben würden. Ein Antiguitätenhändler batte sie bereits für eine Spoitfumme erworben; und sie würden zweifellos ins Ausland gewandert fein, wenn nicht Spinazzola im letzten Augenblick die Kisten, die sie enthielten, auf dem Bahnhose von Lparamse mit Beschlag hätte belegen lassen; er wollte doch wenigstens einmal sehen, was an dem Funde daran sei. Ein Frauentorso, auf den alsbald die Äugen des Forschers fielen, war mit Schmu £ und Schlamm bedeckt, um ihn zu entstellen Nachdem er gesäubert worden war, entpuppte er sich als eines der wunderbarsten Bildwerke, die man sich denken fann: die hohe Gestalt einer Ben u s, die aus dem Bade steigt, und von unvergleichlicher Schönheit ist. Tas Fehlen des Kopfes und der Amte raubt der Figur nichts von ihrer Herrlichkeit: der Körper scheint zu atmen und zu leben. Für wenige hundert Marl verschaffte sich Spinazzola die Statue, unb so ist heute die wunderbare Venus von Senueffa auf einem Sockel im TI ui cum von Neapel aufgefletlt, so die Reihe feiner Schätze um ein kostbares Stück vermehrend.
Zu Ehren des von feiner zweiten Forschungsreise zurückgekehrten Herzogs Adol' Friedrich von Mecklenburg fand im Uhlen horste r Fahrhaus im Hamburg ein Festmahl statt, an dem Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, Herzog Paul Friedrich von Mecklenburg, Bürgermeister Dr. Predöhl,
Die Kuriere öes Kaisers.
Zu den wichtigsten Fmiktionären, die sich in größerer 2b,zahl in der Umgebung des Deutschen Kaisers bei seinen häutigen Reisen im SSnlanbe und Slu'lanbc befinden, gehören die Kaiserlichen Kuriere Seitdem der Monarch die Gewohnheit angenommen hat, nur die allcrdrmglichsten und eiligsten Anordnungen, die auch nicht den Aufschub einiger wenigen «künden vertragen, durch den elektrischen Draht oder durch Funkspruch übermitteln zu lauen, für welch letzteren Zweck die großen Landstaiionen ^'corddeich und Pola und die Schiff Kation auf der „Hohenzollern" zur Venugung stehen, werden ausstilrlichcrc Beichte und Anweiiungen, umsang* reichere politisckn' Tirsltwen, Handschreiben an tremde Monarchen und dergleichen mehr fast durchweg durch die Kanerlichen Kurier^ beförbert. Sie sind, wie man zu sagen pflegt, ein drenach geliebtes ztorps, daS sich aus £ frisieren rekrutiert, die iid) durch Tüchtigkcn und Eignung für diesen Spezialdiemt bcionders auszeichnen. Nach vorangegangener Empf.'hluna durch die.Ehe.» der Lruppenkorpei werden sie einer eingehciiden Prüfung auf ihre Brauchbarkeit unter worsen, wobei die Fähigkeit zu schnellen (inticblicBungcn, fucqK* lose Energie und Tapferkeit und besonders auck gute dieitrunu an erster Stelle stehen. Auch so iveü sie nicht der t'cnon des Kaisers attadnert sind, sondern ,tch bei Botschaften und Geiaiidt- iebaften im Auslände befinden, unterucheit ne, obwohl lie liu- glieber des LffizierkorpS bleiben, nicht dem KriegsmiNiNer oder einer an bereu militärischen Kommandogewatt, sondern re nachdem dem 2luSwartigen Amt ober dem betreffenden Bottchatter ober Gesandten unD beziehen außer der Lfstztersgage noch cm deioiwercs Gehalt und selbswentändlich höbe Entschädigungen Tür ihre Retie- auslagcn und Tagegelder. Tte Stellung, die un Urteil des großen Publikums von dem Reize des Gedeimiii-vollen. umichle.ert in, erweist sich in der nüchternen Wirklichkeit als ein Amt, das reich an Anstreiigung und Verantwortlichkeit i|t, und vor allem die persönliche Freiheit fast vollständig ausschließt.
Ter Kaiserliche Kurier muß sich umuuerbrocrcn zur Vermgung halten, darf seinen StativnsoN auch nicht auf die Dauer einiger Stunden verlassen, muß stets rencbereit und tmuande sein, vielleicht schon in einer halben Stunde nach Empfang eines, wichtigen Auftrages mit dem nächsten Schnellzug sich auf eine itrapajioic Reise von Tausenden von Kilometern Lange zu begeben, irr kann sich dafür allerdings auch auf allen Besörderungsaeicgeilheuen der denkbar besten Beauemlichkeitcn bedienen, die sich sonn nur der Luxusreifende leisten kann, zum Beispiel auf deutschen sännen einer -ecparaitabüic erster Klasse und ebenso auf ben Bahnen eines ü para teil Abteils erster Klasse, fobalb er sich gegeiuiber dem Zugführer als Kaiserlicher Kurier ausweist. ^ein £tenitgcpäd unterliegt auf den Grenzstationen nicht der ZoUreoisi.m, doch ilt er auf Befragen verpflichtet zu erklären, ob er als sein Privat-
Bürgermeister Dr. Burchard, bic Senatoren Holthusen, Tr. v. Melle, Westphal und Strandes, der preußische Gesandte von Bülow, sowie viele Vertreter der Handels und Geehrtenwelt tcilnahmcr. Senator Dr. v. Melle begrüßte »en Herzog als Vorsitzender der wissenschastlichen Stiftung namens der Stabt Hamburg und schloß mit einem s?od) auf ben Herzog. Dieser dantte für das von Hamburg bc.vicfenc Zntcrefje an der Reife, so.vic für die ihm gewordene sieund- hche Aufnahme und schloß mit einem Hoch auf Hamburg. Geh. Kommerzienrat von Passavant Frankfurt a. M. brückte eine Freude über das vorzügliche Ergebnis der Forschung«, reise aus und toastete auf den Herzog und feine Gefährten.
kf. Ein Preis für Gebauten Übertragung. Ein Preis von 20000 Mk. liegt feil einem halben Fahre in London für den bereit, der ben überzeugenden Beweis für die Möglichkeit der Gedankenübertragung erbringt. Ein Kreis von Gelehrten hat den Preis ausgeschrieben, um endlich bat vagen und unwissenschaftlichen Theorien nbec die Fragen bet Telepathie unb bei Gebankeinidertraauntz em Enbe zu machen und eine Entscheidung darüber herbei zufübren, ob ein streng wissenschaftlicher unr> endgültiger Beweis dieser viel umslrittenni Vorgänge möglich fet. Jene Gelehrten haben vor einem halben Fahre an alle mög- licken Leute, bic ihnen als Autoritäten auf dem Gebiete ber Telepathie bekannt waren, Rundschreiben gerichtet, in denen sie sie zur Teilnahme an dem Wettbewerb auiforber- tcn. Aber das halbe Fahr ist vergangen, ohne baß auch r.ur ein Bewerber austrat: selbst jolwe »yond.ct, Die ehedem mit gewichtigen Worten behauptet hatten, unwiderlegliche temetfe für bas Vorhandemein jener Phänomene erbringen *,u können, hüllten sich in Schweigen Nunmehr wird oas Preisausschreiben wiederholt, und zwar in öffentlicher Form, die sich an jedermann wendet. Die „Times drucken soeben den Ausrus ab, der zur Anzeige jedes Falles von Gedanken- übertragung an Herrn Matthew Farvis, Rechtsanwalt in London, 4, Finsbury Square, aufforbert.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- schast. Einen geologisch rinsig DauchcndenFund iruidxe ber Befetzer Mateblowski. Fn Grotzberlung bei ÄUenueiu stieß er beim Brunnen bohren in einer Tiefe von 26 Meter auf eine Schicht uralten Holzes unb unter diesem out cm Bernsteinlager von anscheinend großer Mächtigkeit.
Der Tag von Sedan sindet das bculfthc Volk diesmal in keiner Feierstimmung Wohl werden der Erinnerung an die große Entscheidungsschlacht stille, ernste Betrach tuugen gewidmet. Ader mehr als die Vergangenheit de- wegen uns die Gegenwart und die Zukunst Ter Erbfeind im Westen ist noch unversöhnt, will uns mit Hilfe seines Verbündeten in ben Hintergrund drängen und rechnet wohl darauf, bet guter Gelegenheit die Med er läge von 70 und 71 int Kriege gegen uns wieder wett zu machen. .Von dieser Richtung droht also der Friedensbruch. Der Ernst der Lage wird noch verstärkt, da das deutsche Volk nicht weiß,
durchführen wollen. Der Kanzler schweigt, der staats- fefretär ist von einem kurzen Erholungsurlaub eben erst aus Dem Wuvlanbe znrnckgekehrt, ustd der Kaiser hat zwar in diesen Tagen acht Reden gehalten, aber sic hatten kernen alles Gute von England bekämen.
Bezug auf die schwerwiegenden Ereignisse, die herein- Den offiziellen Partcistandpuiikt über die Marokkosraac brechen. Der englische Botschafter in Wien, der in ber r)at Mnr[ ftauUft) in einer Flugschrift niebcrgclcgt, bte „Reuen Freien Presse" die deutsche Politik als heraus- allerdings auch eingestandenermaßen nur den agitatorischen fordernd bezeichnet und den deutschen Warnen geschmäht .^eck hat, die Massen sür die Ucberzeugung cinzuianacn, daß hat, erhält von der „Nordd. Allgem. Ztg" keine Zurecht- Deutschland nutz und rechtlos sich an der Weltpolitik be- Weisung. Die gewundenen Erklärungen, die von englifrher teiiige, die einzig und allein — England fromme! Kautsch Seite dazu abgegeben wurden, bestätigen es nur, daß Str behauptet nämiich, in feiner Schrift bewiesen zu Haven, die Eartwright und mit ihm die englische Diplomatie von so Kolonialpolilik sei eine Lcbcnssrage für die besitzenden boshafter und heimtückischer Olef Innung gegen uns erfüllt ■ ' 1 r “ L"-
sind. Eine sachliche Zurückweisung der m dem Wiener Blatte veröffentlichten Unterstellungen hätte viel zur Be ruhigung beigetragen, aber in London versteckt man sich: man Hal sich eben ganz auf die ^citc unserer Feinde und Weiber geschlagen Dic|e Tatiachc beherrscht beim auch bic jianjc Voll. stimmnng. llcberall, auch in sortschrittlichen und bemokratischen Blättern, wird anerkannt, daß die Stirn mung im deutschen Volke gegen England sich gewaltig Der stärkt habe. Sogar die „Frankfurter Zeitung" stellt fest, daß in der auch von uns erwähnten Berliner Marolkovcr- sammlung die allgemeine Mißstimmung weniger auf Frank reich als auf England gerichtet geivescn sei. Die „Boss. Zeitung" bestätigt das in einem bcfonocrcn Leitartikel, in bem sic erklärt . „Man muß sich in Englanb baran gewöhnen, daß Deut schlau b keine anbere Bchanblung erträgt als aus dem Fuße ber Gleichberechtigung, bah eS Drohungen und Einschüchterungen unzugänglich ist." Und dabei deutet das Blatt, wie wir cd getan haben, auf bic Besichtigung bes französischen Grenzgebietes burch ben britischen Gcneralseldmar- ,chail Sir French, bic doch augenscheinlich auf eine Deutschen- jcindschaft schließen lasse. Die mit ihren Meinungsäußerungen stets vorsichtige und zurückhaltende „Stteuföig" betont gleichfalls: „Durch ein Jahrzehnt haben wir ui Deutschland die Erfahrung gemacht, daß man in England bet jeder Gelegenheit unsrcunolich gegen Deutschland handelte, um bann, wenn man sich in Deutschlanb energisch zur Wehr setzte, jede unfreundliche Absicht zu leugnen."
Frankreich an, Marokko zu unterwerfen unb in die Tasche zu stecken. Werden die Genossen diesseits und jenseits der Grenze das verhindern ? Dor srühcre Psarrer Waumann, der in seiner „fcilfe" gegen die „elende und törichte Schwatzerei" zu Treibe zieht, die dabei heraus- komme, daß die Berliner Oienoffcn einen Herrn Täumig den bewafsneten Volkswiderstand gegen einen .«krieg an kündigen ließen, ruft den deutschen Sozialdemokraten mit Recht ! zu, sie sollten dock, mal lesen, wie »hr Genosse Faurös die Bcsolgung der AlgeciraS-Altc durch die französische Politik beurteile! Und überall, wo Deutschland zurückgedrangt und verhöhnt wird, steht die Sozialdemokratie auf der deutsch- feindlichen Seile. So erhebt Eduard Bernstein in der gestrigen Wummer des „Vonvarts" Widerspruch gegen die „neue Englandlietze", indem er schreibt, cs scheine ihm fast, „als sei äit Fairsax Laigston Eartwright in eine ihm ge t lvltv stellte Falle gelaufen" Was Bernstein damit anbeuten will,
mlc seine Regierenden bic deutschen Ansprüche schützen und weiß er vermutlich selbst nicht, darum begnügt er fid), " ' 'zu dem Fall Eartwright nur noch zu bemerken, er wolle
darauf „nicht näher cingehcn". Fm übrigen lobt er in feinem spaltcnlangcn Ansfatz, wns wir wirtschaftspolitisch alles Gute von England bekamen.
Das sind wirNich hübsche Bilder der sozialdcmokrati- scheu Zauberlaterne! Und unter solchen Aspekten merben morgen bie Berliner Genossen gegen ben Krieg protestieren, ben natürlich fein Dernünjiigcr Mensch in Deutschland will — wenn das Ausland ihn uns nicht anfzwingt. Ter alte
"eigenr-uni Gcgcnstänbe inu iid) fuhrt, die der Verzollung unterworfen find. Speziell ut die Gebeimtaschen, in Denen er die Bnefe an das Berliner Auswärtige Ami und die Minnterien verwahrt, ist fein twutfeber Zollbeamter berechtigt, Einsicht zu nehmen. Noch vorfichtiger wird mit den persönlichen ^Briefen des Kaisers an ander.' regierende Fürsten verfahren. Sie und Niemals ui den geh.imnisvollen Leberlaschen enthalten, zet r Arier hat vielmehr bic Pflicht, fie in dein von ihm jaocüig getragenen Anzug zu vernxihrcn, gleichviel in welcher Verfanung sie dann an den Adressaten abgeliefert werben können.
nr. 206 Erstes Blatt 16h Jahrgang Samstag, 2. SeptenWer Ml
Tet »letzener Snjelfn jC K li*75
rdcbeini täglich, aurei Y - kY . A W ▲ A. A jädrlicd Mk.LS0.bun»
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General-Anzeiger für Oberheffen MM
annahmt o«n Anzeige» Holütionsörud und Verlag der Vrühl'schen Univ.'Vuch' und Zteindruckeret R. Lange Redaktion, Expedition und Vrnckerel: Zchulslraße Land" : E-Heir; lüi den b» ^emüüagen9müK vüdingen: zernsprecher Nr. 50 Seschäftrftelle vahnhofftrahe lö.. Anzeigenteü: v. veck.
Ein Keiner Ausjchub in der Marotkoverhan-lung.
Der französische Botschafter 6ambon hat sich von seinem Unwohlsein noch nicht ganz erholt unb hütet wieder da» Zimmer. Daruni müssen die Vcrhandlnngeii zwischen ihm und Kiderlen-rSächter noch einige Tage verschoben werden Die „Voss. Ztg." meint, c» hanhle sich wohl kaum um ein diplomatisches, sondern ein wirkliches Unwohlsein; in Deutschland sei aber keine nervöse Stimmung vorhanden, und man werde das Warten vertragen können Dieser Ansicht muß man recht geben. Am Dienstag abend war freilich in Metz ein Gerücht verbreitet, der deutsche Bois,Hafter in Paris sei ermordet worden, und die dortige Bevölkcritug hatte eine sorgenvolle Wacht Natürlich war die Geschichte glatt ersunden. Um die Stimmung in Deutschland und feinen amtlichen Kreisen zu kennzeichnen, feien einige der letzten Acußcrungen der „Köln. Ztg." wiedergegeben. Da» Blatt knüpft an die Forderung des Jcntralncrbantw^beut scher Fnbustricller an, ber ausgesprochen habe: „Wo Frank reich sich bisher bic politische Herrschaft ungeeignet Hai, hat es immer verstanden, diese Gebiete zugunsten seine» eigenen Marktes den andern Watiouen wirtschaftlich zu verschließen." Dem fügt die „Köln. Ztg" hinzu:
Diesem Treibni m u ß i e p t endgültig ein Riegel oorgei (hoben werden, und eS wird von Den Bürgidioften, bic Frankreich für die Wahrung ber Gleichberechtigung gibt, al hängen, ob man zu einer Verständigung kommt. Als bic „Köln. Zgt." vor kurzem ausführte, boten, unb das Warten sei auch eine Wasse, hat man uns inigerweifc vorgeworfeii, wir wollten daS deutsche Voll zu geduldigem Warten aufforbern, obaletdi icbcr unbefannenc Leier sehen mußte, daß wir nicht unser Volk, sondern unsere Diplomatie mi Auge hatten Diele Ansicht haben wir auch letzt noch, nur ist seitdem bas Werk friedlicher Unterhandlungen wekntlüü er* ichwerl worden weil man im Auslände keine Rücklicht auf die


