Ans Stadt und Land.
Gießen, 1. März 1911.
Hessischer Blumentag.
Wie wir mitteilten, findet in den ersten Tagen des M a i rin allgemeiner Blumentag in ganz Hessen zum Besten der Mutter- uudSäuglings für sorge statt. Mas ein solcher Blumentag bedeutet, wird den meisten «unserer Leser bekannt sein. Es soll sich im ganzen Lande einen Tag lang alles in den Dienst der BarrnHerzigkeit Kellen: vor allem anderen aber sollen junge Mädchen und Frauen aller Bevölkerungskreise eine kleine künstliche Blume, die Mume der Barmherzigkeit — vorgesehen ist das Maßliebchen —, auf den Straßen, auf den Bahnhöfen, •tn den Straßenbahnen zum Kauf anbieten, alt und jung, arm und reich soll mit ihr geschmückt, kurz überall, wo man hinschaut, die Blume der Barmherzigkeit zu sehen sein. Die Idee ist gewiß gut und schön. Daß sie auch durchführbar ist, zeigen die glanzenden Erfolge anderer Blumentage. Die Idee der Blumentage stammt aus dem Norden. Eine edle schwedische Dame verkaufte eines Tages an der Westküste Schwedens Maiblumen zum Besten armer Kinder und 'sie brachte soviel Geld zusammen, daß viele Leute sich für das schöne Beispiel begeisterten und daß bald die meisten schwedischen Städte am ersten Maitage ein allgemeines Blum en fest zum Besten bedürftiger Kinder veranstalteten. Auf allen Plätzen, in allen Straßen, in den Theatern, Restaurants, in Bureaus, in Werkstätten, in allen Häusern wurden Blumen verkauft und jeder Mensch betrachtete es als eine frohe Ehrenpflicht, sein Scherflein zu spenden. Speziell die Kopenhagener Blumentage erregten seinerzeit die Bewunderung der ganzen Kulturwelt. Kein Wunder, daß die Idee auch in Deutschland bald Boden fand. Es wurde zu weit führen, alle Blumentage, die schon statt- gefunden haben, hier aufzuzählen. Men war gemeinsam, idaß die ganze Bevölkerung ohne Unterschied sich in den Dienst der guten Sache stellte. Auch das pekuniäre Ergebnis war überall über Erwarten gut. In Frankfurt, dessen Blumentag allen denen in froher Erinnerung sein wird, die die alte Mainstadt im Zeichen der Margerite sahen, erzielte man einen Reingewinn von 105 000 Mk. Der Kölner Blumentag brachte 115 445 Mk., Erlangen, eine Stadt von nur 23000 Einwohnern, erzielte über 14 000 Mk., und der letzte beutfdic Blumentag, der am 12. d. Mts. in Leipzig statisund, Süchte gar an 16000t) Mk. — Nach den einlaufen'- den Nachrichten ist zu Pro ff en, daß auch der hessische Blumen- tag unter freudiger Teilnahme der gesamten Bevölkerung verlaufen wird.
** In ber Freidenker-Vereinigung wird, wie man uns schreibt, am Donnerstag abend Herr Tr. G. Falter über den „Einfluß des Darwinismus auf die moderne Weltanschauung" sprechen. (Näheres siebe Inseratenteil.) Dr. Falter, der früher hier studierte imo längere Zeit hier lebte, wird in den nächsten Tagen in Mannheim in der freireligiösen Gemeinde eine Prvbe- predigt halten, die obiges Thema als Text hat.
Landkreis Gießen.
△ Klein-Lind en, 28. Febr. Am Samstag abend fand im Saale ,Mr Burg" das Winterfest des Gesangvereins „Harmonie" unter sehr starker Beteiligung statt. Der Vorsitzende Wahl hielt eine Begrüßungsansprache. Unter Leitung des Lehrers Möller sang der Berern mehrere schone Chöre, und einige Gießener
Herren ernteten lebhaften Beifall für Konzertstücke. Den Glanzpunkt der Feier bildeten die theatralischen Aufführungen, die von größtem Fleiße des Dirigenten und der Mitspieler zeugten. Hier seien besonders hervorgehoben die Singspiele „Das Rosel vom Schwarzwald", „Im weißen Rössel", der Schwank „Gustel auf Posten" und das Einzelstück „Nordpvlreise im Äiilitärluftschiff". Der Verein beschloß, fm Juni 1912 sein 25iübriges Jubiläum durch ein größeres Sängerfeft im Durggarten zu begehen und dazu Die Gesangvereine der Umgegend einzuladen.
8. Lollar, 28. Febr. Nachdem SamStag, 25. Febr., der Gesangverein „Liedertafel" seine Kappensitzung, und Montag, 27. Febr., die Burschenschaft „Teutonia" ihren Maskenball abgehaltcn hatten, fand heute, am Dienstag, der diesjährige FastnachtSrunnnel in öffentlichen Umzügen und MaSkentreiben auf den Straßen sein offizielles Ende. Die Umzüge waren entgegen den früheren Jahren sehr minimal, hatte doch die Direktion der hiesigen Eisenwerke aus verschiedene Anregung und unterstützt durch den Gemeinderat die Urlaubserteilung für den Fattnacht-Dlenstag verweigert.
X Treis a. d. Lda., 26. Febr. Der landwirtschaftliche Konsum verein hier, der sich mit Anfang dieses JahreS aufgelöst hat, nahm gestern nachmittag seine Schlußabrechnung vor, bei der sich ergab, daß jedem Genossen noch etwa 100 Mk. Reingewinn zusallen. Der seitherige Lagerhalter führt das Geschäft auf eigene Rechnung weiter. — Am Abend hielt der hiesige Leseverein in Benners Wirtschaft seine Hauptversammlung ab. Nach dem vom Bibliothekar, Lehrer Walter, erstatteten Jahresbericht hat der Verein 55 Mitglieder und eine Volksbibliothek von über 200 Banden, die sehr eifrig benutzt worden sind. Der seitherige Vorstand wurde durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. Nachdem der Vorsitzende dem Bibliothekar für seine ehrenamtliche Mühewaltung gedankt hatte und die vorgelegte Rechnung als richtig befunden worden war, hielt Lehrer Hedrich einen Vortrag über die Pflege der Volksdichtung und ihre Bedeutung für die heutige Zeit, der von den Anwesenden mit Beifall ausgenommen wurde.
Starrenburg uuD Rheinhessen.
nn. Kirch-Bromba dr, 28. Febr. Schrecken entstand am Sonntag bei einer Tonz m usik im Wirtshause zum Schwanen. Mitten »näfrreiui des Tanzes fiel eine Petroleumlampe, die anfchistnend schlecht befestigt war, von der Decke zwischen die tanzenden Paare. Ein glücklicher Zufall wollte es, daß niemand getroffen wurde. Es entstand ein größeres Feuer, alles drängte nach dem nahezu sieben Meter vom Erdboden entfernten Fenstern und viele wollten herabspringen, wobei sicher manches Unglück passiert wäre. Einige beherzte Männer erstickten mit Tüchern und anderen Gegenständen das Feuer, so daß weiteres Unheil nickst entstand.
"Hw.
fc. Frankfurt a. M., 18. Febr. Heu- und Stroh markt. Angefahren waren 5 Wagen Heu und 1 Wage»! Stroh. Man notierte: Heu 8,10—8,60 Alk., Stroh (Korulangslroh) 2,50 bis 0,0) Mk., Affrrstroh 0,00-0,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschäft langsam. Die Zufuhren waren aus Oberhessen und dem Kreise Hanau und Dieburg.
— Kartoffelmarkt-Bericht vom 27. Februar 1910. D ort- m und: Magnum bonum 3.60—0.00, weiße runde 2.70—0.00, Gelbfleifchige weiße 0.00—0.00, rote Mk. 3.90—0.00. Plaidt: Note Daher 0.00 bis 0.00, andere rote Sorten 0.00 bis 0.00, Magnum bonum Mk. 8.70—0.00, weiße runde 4.00, Gelbfleischige
rote 3.70—0.00, weitze Mk. 0.08—0.00. Nkeg ensvurg: stete Sorten Mk. 2.10—2.20, Magnum bonum Mk. 0.00—0^)0, weiße runde Mk. 0.00—0.00, Gelbfleischige blaue 0.00—0.00, rote 0.00 bis 0.00, weiße Mk. 0.00—0.00. Köln: Rote Sorten Mk. 0.00 bis 0.00, Magnum bonum Akk. 3.90—4.10, weiße runde Mk. 0.00 bis 0.00, Gelbflecschige blaue 0.00—0.00, rote Mk. 4.10—0.00, weiße 0.00—0.00. Magdeburg: Rote Daber Mk. 2.20—0.00, andere rote Sorten Mk. 2.15-2.35, Magnum bonum Mk. 2.85 bis 3.00, weiße runde Mk. 2.15—2 35, Gelbfleischige rote Mk. 8.55 bis 0.00, weiße Mk. 0.00—0.00. (Alles für 50 Kg.»
der Kaffee aber heute famos!" —
„So? Na, da will ich Dir etwas verraten. Well Du so nervös warst, habe ich angesangen, Kathreiners Malzkaffee zuzusetzen, erft in kleinen Portionen, bann immer mehr — und was Du jetzt trinkst und so riesig lobst, das ist — reiner Kathreiners Malzkaffe; ohne jeden andren Zuscch. Nun stehst Du selbst, rote fein Kathreiners Malzkaffee schmeckt, von dem Du früher glaubtest. Du könntest ihn nicht trinken. Probieren geht über Studieren!-
S)in/fßtkaU
Die Mütter haben Unrecht, wenn sie ihren Kindern schon im frühen Sliter unverdünnte Milch geben. Zur Erhöhung des Nährgehaltes der verdünnten Mich aber eignet sich am besten „Kufeke", welches sehr wohlschmeckend ist und besser zur festen Nahrung überleitet als die unverdünnte Milch. (hv7/n
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braucht nicht ausrufallen, meine Herren, wenn Sie sich anaewöhnen, Wybert-Tabletten bei sichre führen und bei belegter Stimme oder rauhem Hals davon zu nehmen. „Es gibt kein besseres Mittel um die Stimme sofort klar und frisch zu machen." Dies ist der Inhalt zahlloser Zeugnisse über die in ihrer Wirkung unerreichten Wybert-Tabletten.dle in allen Apotheken 1 Mark pro Schachtel kosten. [«•/•
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