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21.10.1911 Erstes Blatt
 
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Deutsches

den anrichteten. Indessen wurde das Meer derartig bewegt, daß

kommen waren, zurückzurufen.

Am 17. Oktober herrschte den

ganzen Tag ein heftiger Sturm, der jede Operation

'schlechten Wetters noch eine Frist bis 6 Uhr früh für die Ueber- gabe ein. Die ganze Nacht über war das Meer bei Wind und Regen sehr beweat.

mit einigen Kanonen verteidigt würde. Von den Italienern wurde die Aufforderung zur Uebergabe ausgesprochen. Drei Türken, die an Bord gekommen waren, erklärten aber, nicht darein willigen zu Tonnen. Man ließ sie an Land zurückkehren und begann daun die Beschießung der S ch ü tz e n g r ä b e n und Türme, die zerstört wurden. Es wurden Schaluppen mit Lan­dungsabteilungen ausgesetzt. Zur selben Zeit wurde das Bom­bardement verstärkt. Die Schaluppen fuhren an Land und wurden von Gewehrsalven empfangen, die keinen Scha-

Schahs ausgeschmückt, welches in Astcrabad den Regierungs­truppen angeblich in die Hände gefallen ist und ungeahnte hochgestellte Persönlichkeiten bloßstellte. Tie Negierungs­truppen befanden sich aber gar nicht in Asterabad. Es erwies sich alles als eine absurde Erfindung. Der Exschah verbleibt an der Grenze von Persien, er ist nicht abgereist.

DerBerliner Lokalanzeiger" meldet aus Berlin: Tr. Mül­le r - S a g a n, der seit einigen Jahren die Syndikatsgeschäfte des Vereins der Brauereien von Berlin und Umgegend leitet, hat von dem Vorstand des Vereins einen längeren Urlaub erbeten, da er ernstlich erkrankt ist. Der .Vereinsvorstand hat diesem Ersuchen entsprochen.

Truppen sandten gestern ein Boot mit mehreren Offizieren an Land, um den Befehlshaber der türkischen Streitkräfte zur Kapitulation aufzufordern. Dieser bat um die Erlaubnis, an Bord kommen zu dürfen, um verhandeln

beruhigen. t.. ,

zur Uebergabe gewährte Frist vergebnislos verlaufen war, schritt man zur Beschießung der Festungswerke, welche kurze Zeit andauerte, bis die Schiffe mit der Ausschiffung, zu­erst der Matrosenkompagnien, dann der regulären Truppen, be­ginnen konnten. Als die ersten italienischen Streitkräfte landeten, wurden sie von den Türken heftig angegriffen: in-

unmöglich machte. Am 18. Oktober, sobald die Wellen­bewegung es gestattete, wurden neuerdings Landungskompagnien

werden bald in Ben-Ghasi eintreffen.

Die zweite Division des ersten italienischen Geschwaders er­schien vor Der na am 16. Oktober früh. Eine Abordnung von Arabern Tarn an Bord des Admiralschiffes und gab italien- freundliche Versicherungen und bat, daß die Stadt noch nicht bom­bardiert würde, da sie nur durch eine kleine Jnfanterieabteilung

Dom früheren Zchah von Persien.

Asch ab ad, 20. Okt. Gestern wurde aus Teheran das

Ausland.

Das österreichischeAbgeordnetenhaus 6 eg amt am Freitag die erste Lesung der Regierungsvorlage betr. die Errich­tung einer italienischen Rechtsfakultät in Wien. Der deutsch-nationale Abgeordnete E r l e r bekämpste die Vorlage und behauptete, daß diese nur nationalpolitische, agitatorische Zwecke verfolge. Der Unterrichtsminister betonte, daß

Aus Stadt und Land.

Gießen, 21. Oktober 1911.

** Tageskalender. Stadttheater: Sonntag nach­mittag 3% Uhr:Ein toller Einfall": abends lya Uhr:Tie Haubenlerche."

Konzertverein: Erster K a m m e r m u f i k - A b e n d. Sonntag nachmittag Uhr im Klubjaale.

Kunstverein: Neue Ausstellung, täglich geöffnet mit Ausnahme der Samstage.

Kolosseum: Täglich Vorstellung.

Kinematograph: Täglich Vorstellung.

Biograph: Täglich Vorstellung.

liberale W a h t e r v e r s a m nt l u n g des Landtags-Wahl­kreises G r o ß e n - L i n d e n H e u ch e l h e i m: Ausstellung eines Landtagskanoidateli.

A >i l a g e m u s i k am Sonntag mittag 12 Uhr in der Süd. Anlage. Spielplau: l. Schäfers Sonntagslied von E. Kreutzer- 2. Ollvertnre zur Oper:Das Glöckchen des Eremiten" von A. U'iaiUart; 3. Grosze Phantasie aus G. Verdis OperTrovatore" bearbeitet von W. Loder; 4. Kmderlieder-Marsch von M. Ziehrer'

den Italienern nur zurückgegeben werde, was sie bereits besessen. Der Minister stellte ausdrücklich fest, daß die Fakultätsfrage aus­schließlich als innerpolitische behandelt werde, ihm sei von einer Einflußnahme von Seiten auswärtiger Faktoren nichts bekannt. Die italienischen Abgeordneten Loiva und Gasser traten ent­schieden für die Verwirklichung einer Rechtsfakultät in Triest ein. Die nächste Sitzung findet Dienstag statt.

Im französischen Mini st errat erörterte der Mi­nister des Aeußern de Selves die auswärtige Lage und bemerkte, daß die französisch-deutschen Unterhandlungen einen be­friedigenden Fortgang nehmen. Nach Beendigung telegraphierte de Selves an C a m b o n die I n st r u t i o n e n bezüglich der Fortsetzung der Verhandlungen. Da diese in den letzten Tagen einen beträchtlichen Fortschritt gemacht haben, hofft man, in einem ver­hältnismäßig nahen Zeitpunkt zur Lösung zu kommen. Man glaubt, daß der 7. Nov. endgültig für die Zusammenberufung der Kammern gewählt worden ist.

dessen gelang H den Italienern, die G e g n e r zurück zu- Gerücht hier verbreitet, der E r s ch a h sei heimlich von , ch l a g e n und sich zu behaupten., Nach und nach wurden v i e r - Kvmeschtepe nach A s ch a b a d q e f l o h e n. Die Nachricht

rung,sehr, lebhaft fortgesetzt wurde. Die Italiener griffen nach einer glänzenden Wendung, die gegen Sonnenuntergang ausgeführt wurde, die Kaserne und Sidi Hussein an und nahmen sie mit einem

bewunderungswürdig durchgesührten Sturm. Sämtliche Truppen der Staffel waren abends an Land gesetzt und lagerten in den er­oberten Stellungen, die sie stark besetzten. Heute morgen wurde infolge der noch immer feindlichen Haltung eines Teils der Araber notwendig, den Südteil der Stadt zu bombardieren. Es wurden eine beschränkte Anzahl von Kanonenschüssen abgefeuert.

Tie Lage wird immer günstiger für die Italiener. Andere Truppen , Aus Lieser an der Mosel wird gemeldet: Die Automobu- ~" ~ ......" fahrt des Kaisers, die -er am Freitag machte, führte über Eus­

kirchen, Münster (Eifel), Blankenheim, Schmidtheim, Stadtkyll, Hillesheim, Dreis, Sttckweiler, Gerolstein, Prüm, Schönecken, Molberk, Kyllburg, Eisenschmidt, Groß-Littgen, Wittlick, Bern- kastel nach Lieser, wo der Kaiser um 5.45 Uhr eintraf. Ein längerer Aufenthalt war in Prüm und Kyllburg. Auf Schloß Lieser fand Abendtasel bei dem Minister v. Schorlemer-Lieser statt. Die Abreise im Sonderzug erfolgte um 10 Uhr nach Wildpark.

entsandt, denen es gelang, die Stadt zu besetzen und die italienische Fahne zu hissen. Tagsüber war eine weitere Ausschiffung, außer einer Abteilung Genietruppen unmöglich. .Gestern wurde die.Aus­schiffung der Truppen und Materialien ausgenommen.

Tripolis,, 20. Okt. Die vor Homs angekommenen

Die Revolution in China.

Heute kommen wieder widersprechende Meldungen. Es ind anscheinend voreilige Nachrichten, die von einer Ein- chließung der Aufständischen und ihrer Besiegung durch )ie kaiserlichen Truppen reden. Nach übereinstimmenden päteren Meldungen haben am Mittwoch die Aufständi­schen die Oberhand, gehabt.

Die Aufständischen eingeschloffen.

London^ 20. Okt.Daily Telegraph" meldet aus Peking: Der Generalgouverneur von Hukuang, Juan- schikai, reist morgen nach Wutschang ab. General Mn- tschang, der kaiserliche Befehlshaber, ist in der vergangenen Nacht mit acht Bataillonen Infanterie und sechs Batterien Artillerie über denJangts e gegangen. Die Einschließung ist.nunmehr durchgeführt, und man hegt die Hoffnung, das gemeinsame Bombardement durch das Landheerunddie Marine vermeiden zu können, um das Arsenal von Nanyang, das auf dreißig Millionen Taels bewertet ist, zu retten. Die Aufständischen können in jedem Augenblick zusammenbrechen. Die unerwarteten Bewegun­gen der Truppen verursachen erhebliche Kosten. Wie ver­lautet, soll im kommenden Monat im Auslande eine An­leihe von zwei Millionen Pfund ausgenommen werden. Die Lage wird dadurch gekennzeichnet, daß sich Juanschikai, als er seine Wiederernennung annahm, vom Thron für die Eröffnung des Parlaments 1912 die Er­nennung eines rein chinesischen Kabinetts zu- stchew ließ, das Recht erlangte, eigene Abkommen mit den Aufständischen treffen zu können und sich unbegrenzte Vollmachten für das Jangtsetal geben ließ.

Die Kaiserlichen bei Hanka« zurückgeschlagen.

Han kau, 20. Okt. Bisher sind die Revolutionäre siegreich. Am Mittwoch zwangen sie die Kaiserlichen, sich aus ihr Lager zuruckzuziehen. Am Nachmittag eröffneten die Kanonenboote das Feuer, aber sie schossen zu weit. In der Nacht wurden die Revolutionäre verstärkt und sie ^^run9 ein. Am Donnerstag rückten Aufständische vorsichtig gegen das Lager der Küiser- lichen vor und verbrannten Hunderte von Hütten, in denen h^ten Deckung finden können. Der .Widerstand, dem sie begegneten, war ziemlich schwach. Die Kanonenboote gaben nur wenige wirkungslose Schüsse ab. Das Lager d e r K a i s e r l i ch e ii ist verlassen und wurde von Revolutionären besetzt, die Zette und 6 Waggoir- bepack und Munition vorfanden, die von den Kaiserlichen zuruügelassen wurden. Die Regierunas­truppen zogen sich 7 Meilen von dem alten #a0er öuruck, m welchem sich jetzt die Revolutionäre fahren $ie Kanonenboote sind flußabwärts ge-

Mehrere andere Meldungen bestätigen die Erfolge der Revolutionäre. Dagegen ist bei der chinesischen Gesandt­schaft in Berlin eme Depesche des Vizrtönigs in Nanking eingetrosfen, nach der die Aufständischen erheblich gesMagen wurden. Die Regierungstruppen und die chinesische Marine seieii siegreich geblieben. Man wird nähere Einzelheiten .abwarten inussen. ö y 11

Am Freirag wurde in dem Pekinger Amtsblatt Bericht des Generals Äinchang, der noch keine Nach-

Die Betriebseinnahmeii der preußisch-hessi­schen Staatseinnahmen betrugen im September gegen­über dem September des Vorjahres im Personenverkehr 3,7 Mil­lionen Mark, gleich 6,65 Prozent, im Güterverkehr 12,0 Mil­lionen Mark, gleich 9,86 Prozent, insgesamt einschließlich der Mehreinnahme aus sonstigen Quellen von 16,9 Millionen Mk., _______w__________________ ______ ________ ______M gleich 9,08 Prozent mehr. Die Zahl der Sonn- und Werktage man es für richtig hielt, die Truppen, die noch nicht am Ufer ange- in den beiden Jahren war gleich., Die außerordentlich starke Stei­gerung in den Einnahmen aus dem Güterverkehr entspringt zu einem beträchtlichen Teile dem Verkehre, welcher der Eisenbahnver­waltung infolge der Lahmlegung der Schiffahrt durch den ganz ungewöhnlich niedrigen Wasserstand zugeflossen ist und noch zufließt.

** Eis enb ahn Gießen Bieber Hinter- land. Die Pläne für die Hinterlandbahn werden in den nächsten 11 Tagen seriiggestellt sein. Tie Bürgermeisterei will dann ungesäumt an die Weiterbetreibung des Pro­jetts Herangehen. Tie Fertigstellung der Pläne durch den

richt über einen Kampf bei Han kau am letzten ine guiisu- vi.uu.jt uutt .Vut uuy vvttvt viu 4vuu- «.tu Mittwoch enthält, veröffentlicht. Er meldet aber, bewegt. Gegen morgen begann sich das Wetter zu daß das 22. Regiment am Sonntag in Hankau angekommcn Um sechs Uhr, als die der Garnison von Ben-Ghasi Ttnb daß es, als es den Fluß und die Eisenbahnstation -,f erreicht, hatte, van den Ansständischen angegriffen wurde.

Sie seien zweimal zurückgeschlagen worden.

Am gestrigen Freitag fand in Wiesbaden die zweite ge- me jsu an «zo rammen zu um veryanaem Stfc ' und ' ° des"'

M können. Als er das Schtff betreten hatte, wiederholte scher Arbeitgeberverbände statt. Tie Verhandlungen be- man dte Aufforderung, stch zu ^ergeben, worauf er um Auf- trafen Fragen des Arbeitsnachweises. Ueberdas Problem der fchüb bat, der ihm nicht gewährt wurde. Nachdem er an Arbeitsvermittlung" sprachen Professor Dr. Adolf Weber- Laud zurückgekehrt war, verschanzten sich die Türken und Köln und Generalsekretär Dr. Flechtner-Stettin. General- .trafen Vorbereitungen für den Widerstand. Die italie- stkretär Dr. Beumer-Düsseldorf, Mitglied des Abgeordneten- nischan Kriegsschiffe eröffneten nun das *!«>» A-r-Ms-r Kratz. Elsen, der tz-schLftliche Leiter Feirer auf hii> Kaserne und die Tr-pfhmaStnprfp irhnnton des Arbeitsnachweis des Zechenverbanoes, berichteten überdie

S ungleiche Behandlung bet verschiedenen Arten der Arbeitsnäck)-

rr? 6 ^xc.tuei|e weise durch die Gesetzgebung". Ueberdie Bedeutung der öffent- ö 1 a99 e gehißt. Dre Italiener wollten landen; da lichen Arbeitsnachweise für die Industrie" sprachen die Geschästs- das Meer aber zu bewegt war,, mußte dre Landung auf sichrer der beiden Arbeitgeberzentralen, Generalsekretär Dr. Gra- t) eute verschoben werden. benftedt und Syndikus Dr. Tünzl er-Berlin. Das Er-

Der Spezialberichlerstatter des >,Matin" in Tripolis gebnis dieser Becichttrstattungen, sowie der sich daran anschließen­telegraphiert: Der türkische Dransportdampfer den Aussprache war die übereinstimmende Ueberzeugung, daß -Derna", den die Italiener mit einer Ladung von Waffen dre Arberlsnachweise der Arbertgeoer technisch am vollkommensten und Munition zunächst passieren ließen und dann versenkten, ?eXV^flntert burdmuk r^ü?bi?e^nbUe^§ bC 119

ist wieder gehoben worden. Das Schiff wird nach Athen 9

gebracht, nachdem es wieder in seetüchtigem Zustand versetzt worden ist.

Airche und Schule.

Dortmund, 20. Okt. Bei den gestrigen Repräsen­tationswahlen zu der Reinoldi-Gemeinde erhielten die kirchlich-liberale Partei, also die Anhänger des Pfarrers Traub, 2575, die Positiven 789 und die evangelische Vereinigung 470 Stimmen.

Arbeiterbewegung.

Berlin, 21. Okt'. Eine Versammlung des Verbandes der Schneider, der Schneiderinnen und der Wäsche- arbeiterinnen erörterte den Mißstand, daß kein fester Lohn­tarif zwischen den Zwischenmeistern einerseits und den Heim­arbeitern andererseits bestehen. Die Aussprache endete mit der Annahme be? Tarifs durch die Arbeiter. Es sollen nunmehr Ver­handlungen mit den Konfektionsfirmen angebahnt werden.

Ingenieur Erainseld hat sich wider Erwarten in die Länge gezogen. x.

AuS dem Militär-Wochenblatt. Befördert: Keller (Gießen), Lt. der Landw. 1. Aufg., zum Oberlt.; zum Lt. der Res. der Vizemachtmeistcr Saum (I Darmstadt) des Großh. Hess. Train-Bats. Nr. 18. Der 2lbschied be­willigt: Gabriel (Gießen), Hauptm. der Landw.-Jnfanterie 2. Aufg., Euler (Worms), Oberlt. des Landwchr-TrainS 2. Llufg., beiden mit der Erlaubnis zum Tragen der Landw.- Armee-Uniform.

** Eine Sitzung des Provinzial-Aus- s ch u s s e s findet am Samstag, 28. Oktober, vormittags 9 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Antrag der Stadt Alsfeld auf Uebernahme der Fuldergasse auf den Kreis Alsfeld. 2. Enteignung von Gelände zur Ver­breiterung der Kreis st raße Ober-Seemen Mittel-Seemen. 3. Baugesuch der Firma Gebrüder Dececco L Ferrarin zu Bad-Nauheim.

* Kunstverein. Die Gemälde-Ausstellung am Brand ist von morgen, Sonntag, an wieder geöffnet. Tie Aus­stellung hat u. a. der hier gern gesehene Portrait- und Land­schaftsmaler Otto Jung-Stuttgart beschickt, dec außer Del» gemälden auch eine Kollektion reizender Aquarelle und Poctraits auS hiesigen Kreisen ausgestellt hat. Ein hier im Kunstverein noch nicht gesehener Künstler, Professor Robert von Haug-Stuttgart, hat die Ausstellung mit acht seiner 'Arbeiten beschickt. Maximilian M o d d e - Berlin, der auch für Gießen neu ist, hat Fruchtstücke, Landschaften und ein Motiv aus Alt-Gießen, dieZozelsgasse", ausgestellt. Mit fünf schönen Landschaften ist Professor von Eschwege- Weimar vertreten. Maria Casper-Filser-München, welche als brillante Landschastlecin bekannt, hat ebenfalls einige ihrer Arbeiten hier aufzuweisen. Je eine Kollektion des Münchner Malers Robert Niemerschmid und von Anna Bayer-Darmstadt vervollständigen die Ausstellung. Geöffnet ist die Ausstellung täglich mit Ausnahme Samstags von 11 bis 1, Mittwochs auch von 3 bis 5 Uhr nachmittags und an Sonnlagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen.

** Stadttheater. Die Volksvorstellung am näch­sten Montag, SchillersKabale und Liebe", giot Herrn Schröder Gelegenheit, sich alsFerdinand" in einer größeren Aufgabe zu zeigen. Ein anderes Mitglied, Frl. Hildegard Böbm, bisher erste Sentimentale am neuen Biele­felder Stadttheater, wird alsLuise" überhauvt zum ersten Male vor das hiesige Publikum treten. Die Lady Milford wird von Frau Baumeister, der Präsident von Herrn Bakof, der Miller von Herrn Norden, der Wurm von Herrn Gühne, die Frau Miller von Frl. Scholz und der Kalb von Herrn Großer gegeben worden, so daß bei erster Besetzung eine vorzügliche Aufführung erwartet werden darf.

** Don Iosä b e Laböro , b er Meistergebanken- l e s e r. Man schreibt uns: Einfach ist sein Auftreten und in kurzen, jeboch bestimmten Worten stellt er sich vor. Ein Mann von etwa 28 Jahren, mit tiefliegenben faszinierenden Augen und einer, hohe Intelligenz verratenden Stirn, einer jener Weld, wunder, die unsere Wissenschaft vor Rätsel stellt, die wohl nie gelöst werden. Diesen Meister zu sehen, bedeutet unstreitig einen hohen wissenschaftlichen Genuß. Eine Viertelstunde voller Ge­heimnisse, voller Seltsamkeiten, man mochte glauben zu träumen unb doch ist alles was man sieht Tatsache. 5 Personen melden sich, mit in der Tat raffiniert ausgebachten Experimenten, er loste sie alle, unter atemloser Spannung des durch chn all­abendlich gefüllten Hauses. Alles sieht sich fragend an tiefte Stille herrscht, kein Geräusch macht sich bemerkbar alles fteyt. unter dem Banne dieses seltsamen Mannes. Noch ein alter Herr meldet sich, um die Freiheit seiner Gedanken an dem Meister auszuprobieren, in der er gar arg getäuscht wurde. Senor b6 Lab6ro brachte auch seine Gedanken mit unheimlicher Schnelligkeit zur.Ausführung.

** Ihr 25jähriges Best eh en wird am 19. No­vember d. I. die Gießener Fleisch er-In nun g be­gehen. Aus diesem Anlaß wird von den Frauen und Töch­tern des Gewerbes der Innung eine Fahne überreicht werden.

**- Ueber die Höhe der Preise auf unseren Wochenmärkten wird, wie man uns schreibt, die Bürgermeisterei durch Vertrauensleute auf dem Laufenden erhalten. Es stellt danach fest, daß einzelne unsere Wochen­märkte besuchenden Handelsleute mit ihren Preisen für Kartoffeln und Gemüse in den letzten zehn' Tagen um eine Kleinigkeit abgeschlagen sind. Kartoffel-Detailpreise bewegen sich in einer im allgenreinen durch nichts gerecht­fertigten Hohe gegenüber den Großpreisen. Am Donners­tag kommender Woche 'wird der Stadtverordnetenversamm­lung eine Vorlage zugehen, nach deren Annahme die Stadt mit der Beschaffung von Kartoffeln und Gemüsen beginnen will, wenn die Handelsleute sich fernerhin unfähig zeigen, unserer Bevölkerung zu angemessenen Preisen Wochenmartt- bedürfnisse zuzuführen.

** 40 000 Mark ersp art worden sind gegenüber dem Voranschlag bei der Erbauung der Schlachthofs­erweiterung (Schweineschlachthalle und Kühlanlage).. Dieser günstige Abschluß hat seinen Grund in den gesunkenen Preiset! der Materialien, die beim Bau verwendet wurden.

** Verein e h e m. 116 er. Heute'abend findet die ordentliche Herbst-Mitgliederversammlung statt, die außer über die Frage der Errichtung einer Sterbe-Bei- hiife-Kasse auch die der einheitlichen Vereinslleidung und der Vorbereitung des im Jahre 1913 stattfindenden Regi­mentsjubiläums entscheiden soll.

Kreis Alsfeld.

w. Romrod, 20. Okt. Gestern wurde in einem Fichtendickicht im Jägertal ein Skelett eines Mannes ge­funden. Neben ihm lag ein Revolver. Den noch vor­handenen Ueberresten der Kleidungsstücke und einem Strohhut nach zu urteilen scheint der Mann einem besseren Stande an- gehört zu haben. Bahnarbeiter wollen int vorigen Jahre in der Nähe der Fundstelle Leichengeruch wahrgenommen haben. Man kann sonach annehmen, daß die Leiche wohl kaum länger als 2 Jahre dort gelegen hat.

Kreis Friedberg.

L. Fr i ebb er g, 20. Okt. Das Krankenhaus (Hospital zum ^eiligen Geist) hat nach dem Entwürfe des Bürgermeisters einen großen Neubau erhalten, ferner ist bas frühere Krcis- hvspital umgebaut unb mit bem Neubau verbunden worben. Nahezu 200 Betten stehen zur Verfügung. Gegenwärtig ist bas Letchenhaus des Krantenhauses im Rohbau vollenbet worden.

Startenburg und Rl;cinhessen.

rm. Darmstadt, 20. Okt. Die Vernehmungen wegen der groben Ausichreitungen bet dem Streik der Transportarbeiter haben zur Verhaftung von weiteren drei Beteiligten geführt, die licök des LandfriedenSbruchs schuldig gemacht haben. Im ganzen lind durch dao Amtsgericht letzt 24 Verhaftungen bestätigt worden, wahrend 32 Perwnen unter Anklage gestellt werden. Sie haben Nch i-.üweise wegen einfachen, teilweise wegen schweren Land- sneden-sbruchs zu verantworten.

rm. Bischofsheim, 21. Okt. Durch die Puffer zu Tob. egegpeticht wurde heute ftüh feer v erheiratet eBahnaxheitW