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21.10.1911 Erstes Blatt
 
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161. Jahrgang

Erstes Blatt

General-Anzeiger für Gserhesten

Die heutige Nummer umfaßt 22 Seiten.

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politische Wocbenfdintt.

Gießen, 21. Oktober.

Nr. 248

Ttx 6it6en<r Anzeiger erscheint täglich, außer LoinUag«. - Beilagen: vier in n l wöchentlich 6t<(jentr^amiliCTiblättfr> iiöeimol n'ochentl.Ureir- dlatlsürdenXreUSieben lTienStng und Freitag): iroeimol monatl- tanö> Dirt|d)atllid|<8ritfragcn iiemipiccb - Änschluge: iiir die Redakuon 112,

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Schlachten werden nun auch wieder in der inneren ; Politik geschlagen. Nach der Wahlfchlacht.in Konstanz kann das Zentrum seine Flagge aus halbmast setzen. Ta dir Zahl der Wahlberechtigten auch in dem Bezirk am Boden sce gestiegen ist, hat es seinen Verlust nicht nur au> 1000 Stimmen zu beziffern, sondern aus eine weit gröücrc Zahl derer, die ihr Bekenntnis zum katholischen Glauben i nicht aus den politischen Ultramontanismus übertragen Und erfreulich ist es, das; diesmal nicht die Sozialdcmo traten die lachenden Erben sind sie haben nur etwa 450 Stimmen mehr als im Jahre 1907 aufgebracht , sondern die Liberalen Noch darf man ja freilich kernen Sieg feiern. Aber das politische Barometer, zeigt für das Zentrum eine fallende Tendenz, und das ist, da die all gemeinen Neichstagswahlen vor der Tür stehen, vielsagend. Wird der Liberalismus in Süddeutschland überall so ge­schlossen und ersolgreich arbeiten wie in Konstanz? Es wäre zu wünschen: denn dann werden die sozialdemo- Iratischen Bäume nicht in den Himmel wachsen, und der Abgeordnete Tr. Wiemer hat in einer Berliner Wahlvcr sammlung am Mittwoch deutlich darauf hingewtesen, das; cm Uebergewicht der Sozialdemokraue im neuen Reichstage eine schwere Gefahr für die Zukunft bedeuten wurde. Ein Rückschlag könnte nicht ausblciben. Natürlich macht Bebels Heer die allergrößten Anstrengungen. Schon in der zweiten Sitzung des wieder eröffneten Reichstages begannen die Ge nossen ihren Agitalionsfeldzug. Zwei Tage wurden ihren m lagen über die ungerechte Handhabung des Reichsvererns- gesctzcs gewidmet. Ter Genosse Albrecht brachte eine An zahl von Verstößen gegen dieses Gesetz zur Sprache: es zeigte sich aber, daß in dieser Frage die liberalen Redner viel wirtsamer vorgingen. Staatssekretär Tr. Telbrüa l;atte feinen glücHidjeit Tag, als er dem sozialdemokratischen Ansturm begegnete. Er konnte eS nicht leugnen, da|; in IP reichen tatsächlich bedauerliche Verstöße gegen den klaren Wortlaut dcS (Gesetzes vorgetominen sind, und er beging den großen Fehler, in der Rechtfertigung der Reichsrcgic- 'lung den schwerfälligen bureaukratischen Gaul in bte Arena fzu fuhren, aus dem verr v. Bethmann Hollweg als Rcichs- lanzler und preußischer Ministerprästdent mit Tulderblick cherniederschaut. Juristisch und büreaukratisch war ja alles kin schönster Ordnung. Aber vom prakkischeii^und taktischen Standpunkt aus war das Plädoyer des Staatssekretärs wenig glücklich. Es ist eben ein Zeichen von schwäche und Lauheit, wenn der Reichskanzler auf die Haltung der in Rede stehendeii bundesstaatlichen Organe so wenig wirk- lichen Einfluß auszuüben vermag. Saalabtrcibungcn und schikanöse polizeiliche Einmischungen, die gegen den Sinn des Gesetzes verstoßen, müssen mir größter Energie be- lämpft werden, wenn man die VolkSstirnmung vor den Wahlen nicht verschlechtern will. Aber der jetzige Reichs­kanzler besitzt ein merkwürdiges Geschick, auf seinem Schern zu bestehen und an seinem bureaukratischen Rechtstitelchen zu tnabbern. Er ivahrt seine Autorität hartnäckig und lonfeqncnt auf dem Papier. So hat er, nachdem der Äcliestenrat in Uebereinstimmung mit bedeutenden Rechts­kundigen die Strafprozeßnovelle aus dem Arbeitspensum vorläufig ausgeschieden hat, sich beeilt, in Berichtigung einer Zeitungsnotiz öffentlich erklären zu lallen, daß die Regierung sich geweigert habe, das mitzumachen ,,Ach'. wenn man so in fein Museum gebannt ist, Zlnd sieht die Welt kaum einen Feiertag, Manin durch ein Fernglas, nnr von weitem, Wie soll inan sie durch lleberredung 1 c11eu. Warum der Herr Reichskanzler wädrend all der wichtigen

Der italienisch-türlijche Krieg.

Der Großwesir in der türkischen Hammer.

Aus der entscheidenden Kammersitzung in Konstanti­nopel ist aus der Rede des G r o ß w e s i r s noch nachzu-

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äußeren nnb inneren Frag n so b?lLv:r i i schweigsam sic an sein Mu cum in Hohenfinow bannt, hat man noch niuV von ihm erfahren.

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Was das Verlangen nach Repressalien gegen die , Italiener anbctresse, so besitze die Pforte das Recht zur Ausweisung, aber nicht das Recht, die Italiener wie Kriegsgefangene zu behan­deln. Die Ausweisung wäre leicht, doch müsse man bedenken, ob diese Maßregel dem verfolgten Ziel nützlich sei. Auch die Franzosen hätten 1870dieDeutschenausgewiesen, hätten dann aber Milliarden zahlen müssen. Daher hätte die Türkei provisorisch die Durchführung der Ausweuungen aufgcschoben und den Konsulaten nur die Anweisung gegeben, keine neuen Italiener ins Land zu lassen. Der,Großwesir wies die Behauptung des Oppositionellen I s s e d Pascha zurück, daß der Mriegsminister gleich nach der Kriegserklärung den Komman­danten von Tripolis beauftragte, die Forts widerstandslos zu räumen. Ter Mriegsminister ordnete im Gegenteil an, jeden Widerstand zu leisten. Zur eigentlichen Tripolissrage überaehend, erklärte der Großwesir, es gebe zwei Wege: Widerltand ^der friedliche Lösung. Der eine schließe den andern nicht aus. D i c Regierung arbeite auch diplomatisch. Es sei un­zweifelhaft, daß die Ottomanen in den Grenzen des Menichcn- möglichcn Widerstand leisten müßten. Auf den Zwischenruf:Bis zur gänzlichen Vernichtung", erwiderte der Großwesir, das Ziel lei nicht Vernichtung, sondern Fortbestehen, lieber das Ergebnis der Vermittlungsverhandlungen könne er nichts be­stimmtes sagen, da sich die Dispositionen zu der Vermittlung der Mächte während der Verhandlungen je nach den Umitänden andern

Der neue Sudermann.

Man schreibt uns aus Berlin: Tas neue Werk Hermann Sudermanns, die Tragödie in sünf Akten und einem Bor­svielT e r Bettler von Syraku s", errang bei ihrer^Ur- aussührung im Königlichen S ch a u | p i e l h a u s am Don­nerstag abend einen starken äußeren Erfolg. _ . ..

Tas neue Werk spielt im Altertum in jener Zeit, da die Karthager Groß-Griechenlaiid zu erobern strebten, bevor |ie mit den Römern in den großen Kamps auf Rieben unb etob gerieten. 2a-5 Vorspiel gibt in einer packenden 'L-zene die Grundlage Tur die Vorgänge der eigentlichen Handlung. Ter Feldherr der isyra- lujancr Lylon wird durch den Verrat seines nachllen Gefährten Arratos in die Schlinge der listigen Afrikaner gelocki: im todes­mutigen Verzweiflungskampf erringt er seinem Vaterlanbe den Sieg, gerät aber in Gefangenschaft und ichmachv olles bergen en, während sich Arratos seine Lorbeeren anmaßt und die^hochite Macht in Syrakus erringt. In der Haupthandlung des Trmnas hat dann Sudermann einen Stoss aujgegriffen, der in der Welt­literatur von Odysseus bis zu Enoch Arden die Sichler beickjaMgi baf es ist das Thema vomheimkehrenden Gatten". Als blnwer Bettler tonimt Lykon nach der Vaterstadt und niimni hier, indem er allmählich in allen die Erinnerung an den verschollenen tfclb; Herrn wiedererwcckt, Rache an dem einstigen Genoiien, der ihn verraten nnb sein Andenken ausgeläscl t in den Herzeii der Menichen. Ganz leise, wie von fern her, weht in einzelnen Szenen ein -tuft aus der Odyssee herüber, so ttt jenem Austritt, da die alte ^ckannenn und seine früheren Diener den Bettler waschen, iveifen uitd »leiden, dabei ihreö noch immer geliebten Herrn gedemeiw, io bei dem dramatisch gestalteten Gaümahl, da der Blinde die, Jüng­linge der Stadt in gewaltiger Rede ausreizt zum Mampf gegen bie fremden Unterdrücker. Aber der Goldglanz homerischer Poe ne kann natürlich nur ganz von weitem austeuchten ui der echt Sudcrman lisch en Atmosphäre, die von den bei ihm |o beliebten Verschärfungen und Gewaltsamleiten erfüllt ift. Ter Verräter hat bc- Lykon Weib geheiratet, das ihm ewige Treue gelobt hatte- seinen Kindern tritt Lylon unerkannt gegenüber; an dem Tage kehrt er zurück, da das Erinnerungsfest des eimtigen Sieges zu Ehren des Arratos gefeiert wird. Daraus ergeben uch span­nende Szenen, m denen all die gcräuiäwollen Requisiten aus Sudermanns Theatcemaschine u ic ein Schlostenregen niederhageln.

daneben Hot der Verfasser noch ein anderes Thema cin- gcführl, das den eigentlich eit Sinn des We»»cs i>ariteilen soll.

damit, den Mitteltafeln ihren alten Platz anzuweisen; die sechs Flügel hielten sie nicht lür wertvoll und nicht für unbedingt zu dem Werk gehörig. Die primitive Kunst der alten Nieder­länder galt überhaupt damals nicht viel in ihrem Vaterlande; man ließ die Flügel im Magazin verstauben und bekränzte in gleicher Zeit ein Modebild Louis Davids, das damals das Ent­zücken von ganz Gent erregte, täglich mit frischen Blumen Sv wurde es dem Kunsthändler van Nieuwenhuyze leicht, die sechs Tafeln des Flügels für den Schleuderpreis von 600 holländischen Gulden zu erstehen: von ihm taufte sie ein Engländer und von diesem für die damals hohe Summe von 410 000 Francs das Berliner Museum. Tie Verschleuderung geschah ganz offenkundig, und eine gegen die Kirchenvorsteher erhobene Anklage wuroe niedergeschlagen. Nicht besser wie den sechs Flügeln ging es den beiden Tafeln, die Adam und Eva dantellen und die ersten realistischen Akte der neueren Mnnstyeschichte sind. Joseph II. hielt es für unpassend, daß diese beiden unbekleideten Figuren an einem heiligen Ort ausgestellt wurden: man hielt sie bis 1861 verborgen, und heute befinden sie sich im Brüsseler Mu­seum, während die Kirche sich mit Kopien begnügen muß.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­schaft.Tie letzten Tinge", zwei Komödien aus dem Volksleben von Ludwig Ganghoser, gelangen morgen, am 21 d. M., am Schauspielhaus in Stuttgart zur Uraufführung. Otto Borngräber hat, nachdem die oberbayeruche Re­gierung das Münchener Polizeiverbot feinerErsten Men­ichen" die Regierung von Mittelfranken das Nürnberger Aufnihrungsveroot desErotischen Mysteriums" bestätigten, Be­schwerde beim Bayerischen Ministerium des Innern eingelegt. Ter Geheime Medizinal rat Professor Tr. Arthur v. Hippel, Direktor Der Augenklinik zu Göttingen, feierte am 24. Okt. seinen 70. Geburtstag, Dippel, der sich 1868 in Königsberg habilitierte, wurde 18/4 a. o. Professor und siedelte Drei Jahre sVäter als ordentlicher Professor nach Gießen über. 1890 fair, er nach Königsberg, 1892 nach Halle und am 1. April 1901 nach Göttingen. In Königsberg i. Pr. lit am 19. d. M. ber a. o. Professor Der Haut- unD Geichlechtsirankheiten an der Dortigen Universität Geh. Med.-Rat Tr. Julins Easvary im 'Alter von 74 Jahren geworben. Wie verlautet, wird Die Steile bis Lehrers für Zahnheilkunde an der Universität Göt­tingen nicht wieder besetzt nnb damit der zahnärztliche Unter-, richt bis auf weiteres eingestellt roerben»

nnlen Wenn er einsehe, daß sie nationale Existenz der Türkei bedroht sei werde er bis -um Aeußcrsteii Widerstand leisten. Der Großwesir wandte sich gegen die Jsolierungspolink Wie jedes Land brauche 11Uei) die Türkei Alli a n zcn n nd Ententen; die Allianzen müßten ab'r auf gegcnseiligcn Vorteilen beruyen. a.ic Jurun brauche feine Allianzen, die das Land einer Gciahr auontzten: sie müsse solche suchen, die eine Lösung der gegenwärtigen Fragen baldigst ermöglichten. Der Großwesir wies weiter auf die Gefahr hin, die durch andere Verwicklungen entliehen könnten. Man sage, daß andere Staaten Vorbereitungen träfen. Italien habe i.'iue Mriegssaii.se im ganzen Archipel und bis vor deii 2.aroa- nci.cn. Tie Lage sei äußerst heikel, -schließlich erklärte sich der Großwesir mit allen M in ist er n solidarisch, be- sanders mit dem Minister des Acußern und dem Mriegsminister. Wenn die Kammer dem Kabinett kein Vertrauen schenke, werde es anderen, tüchtigeren Männern Platz machen.

Daraus wurde die Sitzung unterbrochen. Nach. der Wiederaufuahme ber Si^ung. sprach nur noch der gemäßigt- liberale Lutfifikri, gegen die Rede und gegen das Pro­gramm des Großwesirs polemisierend. Er erklärte, die Opposition könne das Mubinett, das unter Nebeneinflüssen stehe und das Land aus den gegenwärtigen Schwierig- reiten nicht zu retten vermöge, tein Vertrauen schenken. Ter Großwcsir erwiderte sichtlich erregt und wies die seine persönliche Würde beleidigenden Ausführungen des Vorredners zurück. Die Kammer nahm, wie bereits kurz ge­meldet, die Tagesordnung des Führers der Jungtürken an, welche besagt: Ta der Großwejir erklärte, daß er in der Tripolissrage seine Bemühungen auf eine wirksame Siche­rung der nationalen Ehre, der Souveränitätsrechte und ber Interessen des Reiches richten werbe, spricht die Kam­mer dem Kabinett ihr V e r t r a u e n aus.

Tie Bundnispolitik der Türkei.

Konstantinopel, 21. Okt. DerTanin" erklärt, daß Vorbesprechungen wegen des Eintritts ber Tür­kei in eine ber brei Mächtegruppen stattfindeu. Da sie geheim geführt werben, seien Einzelheiten nicht zu erfahren. Aber es sei bereits im Prinzip angenommen, baß bie türkische Regierung keine Engagements einzugehen brauche, bie sie unter bie Protektion ber Alliierten stellen würbe, sonbcrn baß sie mit voller Gleichberechtigung in bie Mombination eiutretc. Diese Ausführungen beS ,Danin" würben bem Korresponbenten besBerliner Tage- blattd" von parlamentarischer Seite bestätigt.

Teutsch'feindliche Stimmung in Konstantinopel?

Konstantinopel, 20. Okt. Das Organ der ge­mäßigten LiberalenJslabat" wurde wegen eines deutsch­feindlichen,Der Wert der deutschen Freundschaft" betitelten Artikels suspendiert. An Stelle von Jslabat" erschien die ZeitungMaschri", die sich aegen die Suspendierung wendet und damit droht, zu anderen Mitteln Zuflucht nehmen zu müssen, falls das Kriegsgericht sein Vorgehen sortsetzen sollte.

Ter Teputierte für Ben Ghasi teilt brieflich mit, daß die Semussi in Stärke von 14 000 Mann ins Feld ge­zogen seien, um im Hinterlande von Ben Ghasi den Italie­nern Widerstand zu leisten. Nach Blättermeldungen mar­schiert der Häuptling des Stammes Fezzan mit 10000 Mann auf Tripolis, um sich den türkischen Truppen an­zuschließen.

Die Landung in Ben Ghazi und Derna.

Tripolis, 20. Okt. Heute vormittag erschien vor Öen* Ghasi die zweite Stössel des italienischen Expeditionskorps, be­gleitet von den LinienschissenVittroia",Emanuelle",Roma" Napoli" undRegina Elena", Dem PanzerkreuzerAmalsi" Den geschützten KreuzernEtruria",Picmonte" undLiguria", den ^orpedobootszerstörernLstro",Bersagliers" undGrana- tcire" sowie zwei Hochsee-Torpedo-Flotillen. Admiral Aubry sor- Derte den Platz sosort zur Uebergabe auf. Die türkischen Behörden verweigerten dies. Ter italienische Mmiral räumte infolge des

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Wahlschlacktcu werden setzt auch in Hessen ges/'lageu: die Wal l.ärnpje für die Laud.agswahlen haben be.-onucn, und nm 3. Nvvember wird die EnZcheiäung fallen. Mit besonderer Ausmerljamleit sind die Bemül iiugcn u?.i c:itc liberale Einigung verfolgt worden. Sie i? lei er wieder inmal in die Brüche gegangen, durch wes e:i schuld, wird nur der zuverlässig beu^.iteu lönnen, der genau iu b.c] Vorgänge hinter b.it Muli ,cn einge.veitzt i r. Es i t woZ aufbcibcn Sci»en iu biefer Hin icht gefehlt worden. In Gießen herrscht zwcijellos der Wunsch vor, es möchte wieber auf ein leiseres Verhältnis zwischen den liberalen Parteien hingcarl ci.et werden. Diesen Wunsch und die Abficht, den WahlLamps sachlich zu führen, al.cs auszus»ycidcn, was zu weiterer Verbitterung führt, hat in der gc :rigen sorJcurnt- lichcn Wählerversammlung iu Gießen auch Pfarrer Morell in auerlenncuswerter Weise ausgcsprochcu. Wir mochtcu im Anschluß daran noch einige bentertenvtocrle Ausführun­gen erwähnen, die der sortsa)iittliche Älbgeorbnetc Naumann am Mittwoch iu ber schou erwähnten Berliner Vcriamm- luna acinacht hat, als er auf bie Geschichte des Libe­ralismus zurückb.ickte. Er sagte:Was hat jener aitc Liberalismus der 40 er und 50 er Jahre voraus gehabt vor uns? Daß der Liberalismus nicht nur Partei war, sonderu eine Art Atmosphäre, eine gemeinsame Luft, eine Weltanschauuug voller Hoffnung, Glanz und Optimismus, jene Weltanschauung, bie daran glaubt, da|; cs nichts Größeres in ber Welt gibt, als bie menscljlichc Selbstäubig- k'eit, jenes große Zutrauen, baß bie Staaten aus nichts Besserem aufgebaut werben können, als auf bem Willen aller ihrer einzelnen Bürger." - Es wäre gut, wenn, über den unvermciblichcn Wahliampf hiniveg, auch bic Gießener Einwohner in bic gemeinsame Atmosphäre zurückkehren würben, statt zwischen engen Mauern in Erbitterung unter» cinanbcr zu leben. In bicsem Sinne meinen auch wir, das; bic weitere Wahlarbeit unter Verzicht auf persönliche Angriffe unb nebensächliche Abschweifungen, rein sachlich unb ohne Schürfen geführt werben sollte^

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- iSW kurzer Hand "»en, dah im Reichötaqe bie E worden ist. Wir fönner Le. tragen. Man mufe dabei -'nnchtung handelt, die aui nheblichem Umsonge bereit; >en, daß wir trotz der dor- n unserer Sozialpolitik bod n sind, sondern homärti.

und können ihn tun, ie moralische, die wirlschai,. ungsfähiglcit so steigert, all hoffe, daß wir uns in da

Vor ber Schlacht hat Lylon eine Erscheinung: ein geflügelter Tömoii erscheint ihm, ber Die Vergessenheit symbolisiert. Tas tragische Geschick bes Selben wirb hier vorausgcsagt: er soll ,'icgen und leben, aber ein schlimmeres Los erfahren als Tob, nämlich ewiges Vergesfenfein. So stößt benn der Bettler nach seiner Heimlehr immer wieder auf bic traurige Erfüllung dieses Spruches, ja er muß sterben, ohne baß man seinen wahren Namen erfährt, ohne baß man weiß, wer Arratos durch droh.'iibe o'ragen in den Tob treibt, bie Syrakusancr aufstachelr zum Kampf für die Heimat und das Vaterland rettet. In wechselnben Spiege­lungen leuchtet bie)c Tragöbie des Vergessenen immer wieder ans und sie scheint das einzige Erlebte in diesem Theaterstück zu sein.

Tie Aufführung war recht gut. Tas Beste bot Clewing als stolzer Feldherr und als armer Bettler; als seine F.rpu unb leine Tochter boten Rosa Poppe und Helene Thirnig Vorzügliches. Immer wieder durste sich der Autor vor dem bcifalldluittgcn Publikum verneigen. , Tr-

_ W i e die Flügel des Genter Altars ins Ber­liner Museum tarnen. Tie Tatsache, daß eins ber ehr­würdigsten Werke ber Malerei, der berühmte Genter Altar Der BrüDer van Eick, heute in seinen Teilen zerstreut ist unb an Drei verschiedenen Orten aufbewahrt wird, hat itetd VerwunDe- mng erregt. Wie konnte Diese Perle Der vlamischcn Malerei, um Die früher noch Die Romantik Desersten LclbilDes ber Wett" schwebte, von seinem urangestammten Platz m Der MutfjeDrale et. Bavon zu Gent gcriiien rocrDen? Welch glücklichem UmitanD ver­dankt heute Das Maiier-Friedrich-Musenm Die Flügel Des Altars als einen seiner größten Schätze? Auf Diese Fragen gibt em Bericht Des Konservators Der Brüsseler Bibliothek^ Des Manom-- fu5 van Den Gheyn, Auskunft, Der in Dem von Tr. Biermann herausgegebenen Ewcrone mitgeteüt wird. Tas berühmte Werk, Das DieAnbetung Des Lammes" barüellt, hat mancherlei wunkHr- lame Schicksale Durchgemacht. NachDem es 1566 Der Zeruorung durch Die BilDerstürmcr, 1641 ber Veriilchtung^Durch Feuer gluck- lich entgangen war, wurde es 1794 nach Der Invasion Der iraii- zösiscken Armee nach Paris entführt und kam von Dort nach Der Niederlage Napoleons 1815 wieder nach Gent zurück. An­statt aber nun Das ganze Werk wieder in Der Kapelle, wo es icu Dem erfreu Viertel des 15. Jahrhunderts geprangt Hane, aui- zufletten, beanüaten >-.ch die ttitchenvoriteher von ^t. Bavon

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