Ausgabe 
14.9.1911 Zweites Blatt
 
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Zu Beginn der Nachmiltagssitzmrb wurden die zum Dolks- hcmse strömenden Delegierten Zeugen einer

nationalen Jugenddemonstration

die von den Lünern inti) Turnerinnen der Jenenser Volksschulen veranstaltet wurde. Unter Vorantritt einer Musikkapelle und mit einer großen schwarz-weiß-roten Fahne zogen die Knaben und Mädchen unter den Klängen derWacht am Rhein" am Volkshaus vorüber, und es dauerte geraume Zeit, ehe die Genossen an der fröhlichen Schar vorüber in ihr Versammlungslokal gelangten.

Zur Verhandlung standen zunächst die Anträge zum Württemberger Partei streit

Und zu der Mannheimer Sonderorganisation. Der von bem Redakteur W e stm eher und 105 Genossen gestellte Württemberger Antrag besagt:Der Parteitag nimmt mit Bedauern Kenntnis von den Vorgängen in der Württembergischen Landesorganisatwn. Er beauftragt den Parieivorstand, mit dem Württembergischen Landesvorstand und mit der Stuttgarter Parteileitung in Ver­bindung zu treten, um die Entwicklung der Partei in Württemberg im Sinne und Geiste der Gesamtpartei und ihrer Beschlüsse zu sichern."

Der Antrag, die Sorwerorganisationen betr., ist von Karlsruhe gestellt und verlangt, daß der vom badischen Parteitag gefaßte Beschluß:daß ohne Zustimmung der örtlichen Organisation keine Klubs und Sonder-Organisationen gegründet werden oder be­stehen dürfen. Da, wo zu Bildungszwecken besondere Vereinig­ungen und Zusammenkünfte notwendig sind, sind solche nur im Rahmen der Parteiorganisation zulässig" für ungültig erklärt wird.

lieber den Württemberger Streit berichtet Frau Dr. Du n ck er- Stuttgart. Sie führt aus, daß das Stuttgarter Parteiorgan, tote allgemein bekannt sei, revisionistische Anschauungen vertrete. Der Chefredakteur dieses Blattes habe offen erklärt, daß er sich hüten werde, für die Rebellionsidee auch nur ein Wort zu verlieren Wir wenden uns deshalb an die letzte und höchste Instanz, den Parteitag. Wir wollen rricht, daß schon jetzt hier ein Urteil ge­sprochen werde, weil dazu längere Unterfuchungen und Verhand­lungen gehören. (Sehr richtig!) Wir verlangen lediglich, daß die Partei den schädlichen Streit schlichten möge. (Lebh. Beifall.) Erst wenn die Krise vorbei ist, die das ganze, Parteileben vergiftet, werden wir geschlossen gegen den gemeinsamen Feind cmftteteu können.

In der Aussprache bittet Die tz - Stuttgart, den Anttag ohne wettere Aussprache anzunehmen. (Zuruf von den Württembergern: Nein!) Sie können ja diesen Antrag abtehnen so fährt Dietz fort, wenn er Ihnen nicht gefällt. Ich bin aber der Ansickit, daß wir hier eine tagelange S-ebotte Hervorrufen würden, wenn wir die Debatte eröffnen würden, "ünd diese würde dem Frieden sicher nicht dienlich sein.

Redakteur H ildenbrand -Stuttgart: Es ist richtig, daß wir ursprünglich damtt einverstanden waren, daß eine Debatte zur Sache stattsinde. Nachdem jckroch die Genossin Duncker hiei die Angelegenheit in einer Art und Weise dargesteilt hat, die schwere Beleidigungen der württembergischen Landesorganisation in siü schließt, ist es selbstverständlich, daß wir das Recht erhalten müssen, bot Angriffen der Genossin Duncker entgegenzutteten. (Großer Lärm und Widerspruch. Beifall bei den Süddeutschen.)

Parteisekretär Ebert-Berlin: Der Parteivorstand bedauer' ebenfalls die Angriffe der Genossin Duncker auf die württem bergische Landesorganifation. (Gelächter bei der Mehrheit. Rufe: Der Parteivorstand für die Revisionisten! Es wird immer schöner!) Mer trotzdem möchten wir doch dringend bitten, von jeder wetteren Debatte abzusehen. Wir werden unbedingt ins Uferlose kommen.

Redakteur Keil-Stuttgart bittet ebenfalls um Zulassung eines württembergischen Debatteredners, da Frau Duncker ganz einseitig, ganz tendenziös und so einsettig wie nur irgend mög­lich berichtet habe. (Erneute Unruhe.)

Auer-München: Der Zweck des vorliegenden Antrags war Unstreitig, Frieden zu ftiften, und nun ist die Rede der Genossin Duncker alles andere gewesen als eine Mahnung zum Frieden. Ich hätte den Antrag Dietz mit Freuden begrüßt, wenn er vor dem Referat Duncker zur Mstimmung gekommen wäre. Mer jetzt müssen wir, um das Ansehen des Parteitags zu wahren, auch einem Genossen der Gegenpartei das Wort geben. ^Großer Lärm. Zurufe:^ Abstimmen! Abstimnren!) Unter mtbauernh., Lärm wird hierauf die Mstimmung voraenommen und der Schlui der Aussprache angenommen sowie der Antrag Westmeyer-Duncker dem Parteivorstand überwiesen.

Zu einer

Erklärung der Württemberger verlangt und erhält sodann nach längerem Parlamentieren das Wort Redakteur Hilden brand. Unter allgemeiner Spannung führt er aus: Die württembergische Landeskonferenz ist ernstlich bemüht, die in ihrer Mitte bestehenden Differenzen zu schlichten und die überwiegende Mehrheit der Parteigenossen des ganzen Landes ist von dem festen Willen erfüllt, den persönlichen, die Parteiarbeit schädigender: (Streitigfeiten ein Ende zu machen. Will der Parteivorstand die württembergische Landesorganisation in diesem Bestreben unterstützen, so wird das von allen Partei­genossen Württembergs einmütig begrüßt werden. Die württem- bergische Landesorganisation wird wie bisher so auch künftig jm Sinne und Geiste der Gesamtpartei arbeiten (Zurufe: Wie bis­her? Wie bisher? Unruhe) unb bedarf daher keiner Anweisung. Deshalb weisen die Unterzeichneten namens der von ihnen ver- tretenen Parteigenossen den durch den Antrag Duncker erweckten Anschein, als hätte die württembergische Landesorganisatton bisher nicht im Sinne und Geiste der Gesamtpartei gewirkt, als eine boshafte Behauptung mit aller Entschiedenheit zurück. (Beifall bei den Süddeutschen.)

Unter großer Erregung meldet ^sich darauf Reichstagsabg. David zum Wort und bemerkt: Ich habe mich mehrfach zum Wort gemeldet und habe es nicht erhalten, obwohl andere Redner es erhalten haben. Ich stelle fest, daß dies

der zweite Fall der Vergewaltigung in dieser Angelegenheit ist. (Großer Lärm und Zuruf der Leip­ziger Delegierten.) David (zu den Leipzigern gewendet): Ihr müßt ja ein sehr böses Gewissen haben.

Sodann folgte ein Vortrag des Reichstagsabg. Molkenbuhr über die Reichsversicherungsordnung. Er konstatterte, daß die Wünsche der Sozialdemokratte in keiner Weise erfüllt seien, das Gesetz vielmehr durchaus arbeiterfeindlich fei, daß es aber gerade deshalb /in durchaus wirksames Agitationsmaterial für die Reichstagswahlen sein werde.

Frau Zieh- Hamburg begründete als Vorsitzende der Frauen- konferenz die von dieser angenommenen Anttäge betreffs Mutter- und SäuglingsfÜrsorge, die sodann auch der Parteitag einstimmig gutheißt.

Es kommt bann nochmals der Württemberger Strett zur Sprache, indem Chefredakteur Keil bas Wort zu einer persön­lichen Bemerkung nimmt. Er wendet sich gegen die Behauptungen der Genossin Duncker:

1. daß dem Redakteur Westmeher auf der Württembergischen Landeskonferenz das Wort abgeschnitten fei, und

2. dagegen, daß dieTagwacht" feit Jahren die Minorität vergewaltige.

In den 16 Jahren, die er dieTagwacht" kette, sei 1910 zum allerersten Male eine Debatte über die sachlichen und prinzipiellen Bedenken in der württembergischen Landesorganisatton erörtert worden. Bis dahin hätten prinzipielle Meinungsverschiedenheiten überhaupt nicht bestanden. (Lärm, Zurufe:Tas ist ja wieder eine Eröffnung der Debatte! Schluß, Schluß!" K l a r a Z e t k i n ruft:Pfui!" und meldet sich zum Worte, desgleichen Frau Tr. Duncker.) Ter Vorsitzende Dietz beweist jedoch seine diplomatische Geschicklichkeit,^ indem er erklärt,

die Hitze im Saale sei so enorm, daß er die Vertagung auf morgen in Vorschlag bringe. Ter Parteitag ist damit einverstanden unb beschließt, daß morgen an erster Stelle Bebelüberbie.Reichstagswahlen sprechen wirb. ;

heutigen öffent

Man will etwa einem Jahrzehnt gegraben. Da-

wurde vereinbart, daß diejenigen HauScmschlüsse, welche zum 1. Oktober b.. beim Elektrizitätswerk Gießen gemeldet werden, kostenlos hergestellt werden. Es liegt Der im Interesse der Hauseigentümer, die Anmeldungen

mit aus­sind der

bis an- da- bis

lichen KreisauSschußsitzung wurde daS Urteil über das feit Jahren mit der Gräflich Görtz'sch en Rentkammerzu Schlitz schwebende A blöfungsoerfahren der Streu- und Weideberechtigung in den Gemeinden Pfordt,' Uetzhausen und Niederstoll verkündet. Es lautete dahin, daß die Gräflich Görtz'sche Rentkammer für die Streuberechtiglmg zu entrichten hat: a) den Streuberechtigten der Gemeinden Niederstoll und Uetzhausen 10 x 106,48 Mk., b) denjenigen von Pfordt 16 x 489,52 Mk. Desgleichen hat die Gräfl. Rentkammer als Ablösungssumme für die Weideberechtigung der Gemeinde Niederstoll 24 x 196 Mk., der Gemeinde Uetz­hausen 20 X 119 Mk. und der Gemeinde Pfordt 27 X 615 Mk. zu entrichten. Die Hinterlegung der Ablösungs­summe hat bei Großh. Staatsschuldenverwaltung zu erfolgen. Die Kosten, die durch die Ausmittelung der Ablösungssummen entstanden sind, trägt, so weit die Ablösung der Streu­berechtigung in Frage kommt, die Gräfl. Görtz'sche Reat- fatntner, soweit die Ablösung der Weideberechtigung in Be­tracht kommt, die Weideberechtigten. Jeder Teil trägt bte Kosten, welche durch die Vertretung feiner Interessen ent­standen sind. Alle sonstigen Kosten fallen zu 1/g der Gräfl. Rentkammer, zu 2/s den Streu- und Weideberechtigten unter solidarischer Haftbarkeit zu.

? Grebenhain, 13. Sept. Am nächsten Sonntag hält unser langjähriger Geistlicher, Pfarrer Walter, seine Ab­schiedspredigt. Er wurde auf seinen Wunsch nach Trebur versetzt und gedenkt in der nächsten Woche überzusiedeln. Man sieht den allseits beliebten tüchtigen Geistlichen nur un­gern scheiden. Die besten Segenswünsche seiner Gemeinde begleiten ihn nach seinem neuen Wirkungskreise.

iuchsschächte sind schon gegraben worden.

50 solcher Schächte schlagen. Schon vor hat man in diesem Bezirk nach Eisensteinen mals zeigten sich reiche Lager.

Kreis Lauterbach.

~ Lauterbach, 13. Sept. In der

unterlaufen. Er hat berichtet, daß 'sich der Anwaltstag 619 gegen 244 Stimmen für den numerus clausus gesprochen habe. Das Gegenteil ist richtig. Es 619 Stimmen für die Klnfrechterhaltung freien Advokatur abgegeben unb 244 bagegen.

Deutscher Anwaltrtag.

4- Würzburg, 13. Sept.

II.

Der 20. Deutsche Anwaltstag setzte heute seine Beratungen fort. Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt und mitgeteut, daß dem Verein setzt 8692 Anwälte oder rund 78 Prozent aller deutschen Anwälte angehören. . ,,

Der Vorstand teilte mit, baß, um der finanziellen Notlage vieler Anwälte abzuhelfen, ein neuer Ge­bühr e n t a r i f ausgearbeitet worden sei, der in kurzer Zett veröffentlicht werden soll. Ferner habe die Vertreterversamm­lung am Montag beschlossen, zu bet Frage des vom Rechts­anwalt Soldan (Mainz) angeregten Projekts zur Gründung einet TreuhandgesellschastfürRechtsan w ä l t e einen mit Kooptationsbefugnis ausgestatteten Ausschuß einzusetzen. Auch mit der angeregten Gründung eines Erholungsheim für Rechtsanwälte soll sich ein Ausschuß befassen. .

lieber die Frage der Vorbildung der I u r i st e n be­richteten dann Justiztat Magnus (Berlin) unb Rechtsanwalt Meißner (Königsberg). Die Redner legten eine Reihe von Leitsätzen vor, in denen es heißt, daß die Klagen über mangelhafte Vorbildung der Juristen nicht jeder Begründung entbehren, aber übertrieben seien. Die Neuregelung des Ausbildungswesens fei zwar im Prinzip unbedingt zu empfehlen, aber vorläufig nicht zu erlangen. Das Aiel der Ausbildung fei weniger die An­eignung von möglichst viel Wissen, als die Fähigkeit, juristisch zu denken und die Lebensvethältnisse zu durchschauen. In höherem Maße sollten bewährte Anwälte zu Richtern er- nannt werden, eine Erweiterung der Ausbildungszeit sei zu vermeiden. Im allgemeinen stimmte man den Vortragenden Darin zu, daß die Frage zurzeit nicht spruchreif sei.

Damit war die Tagesordnung erledigt. Im nächsten Jahre fällt der Anwaltstag aus. *

Berichtigung.

Bei dem Bericht übet die gestrige Sitzung des Anwaltstages ist unserem Würzburger Mitarbeiter ein grober Irrtum

Aus Stafct und Land.

Gießen, 14. September 1911.

Steuern)esen. Erledigt ist die Stelle eines Hauptsteueramtsdieners bei Großh. Hauptsteueramt Offenbach.

Versetzung. Der Schreibgehilfe Franz Philipp Merle zu Lauterbach ist in gleicher Diensteigenschaft an das Finanzamt Osthofen versetzt.

Gottesdienst für Taubstumme. Nächsten Sonntag, 17. September, nachmittags 2 Uhr, findet im ttonfitmandensaale der LukaSgemeinde Gottesdienst für Taub­stumme statt. Nach dem Gottesdienst ist bei schönem Wetter ein AuSflug nach dem Schiffenberg geplant. Fahrtausweise sind bei Einsendung einer 10-Pfennig-Marke bei Pfarrer BechtolSheimer, Liebigstraße, zu haben.

* * Elektrizitätsabgabe an Krofdorf. Bei Ver­tragsabschluß mit den Gemeinden Krofdorf-Gleiberg

Deutscher Richtertog.

4- Dresden, 13. Sept.

Der zweite deutsche Richtertag wurde gestern nachmittag mit einer geschlossenen Bundesvorstandssitzung eröffnet, in welcher hauptsächlich Organisationsfragen besprochen wurden. Bei dem Begrüßungsabend im Belvedere hielten Landgerichtsrat L e e b Augsburg) als Bundesvorsitzender, ferner Oberlandesgerichtsrat Lobe als Vorsitzender des sächsischen Richtervereins und Ober­landesgerichtsrat Berger (Dresden) Ansprachen; ferner begrüßte die Tagung der sächsische Justtzminister und der Ooerregierungsrat Joel vom Reichsjusttzamt.

Heute vormittag wurde bei äußerst zahlreicher Beteiligung die eigentliche Tagung eröffnet, an der auch der bekannte Vor­kämpfer der Michterbewegung, Landgerichtsrat Kade (Berlin), teilnahm. Nach einigen Begrüßungen berichtete Oberlandes­gerichtsrat Stoffe (Dresden) überDie Stellung des Richters gegenüber dem Gesetz (besonders im Hinblick auf die freie Rechts­bewegung)". Er stellte eine Reihe längerer Leitsätze auf, in welchen er den Kampf um den Machtbereich der richterlichen und der vollziehenden Gewalt, die Ursachen dieses Streites, die Bedeutung der Stellungnahme zur neuen Quellenlehre, ferner die Ziele jeder gesetzlichen Regelung sowie die Umstände, unter welchen die Rechtsanwendung rechtsschöpferisch wirkt, erläuterte: schließlich besprach er die Anforderungen, welche aus seinen Aus­führungen an die Rechtswendung sowie für die Technik der Gesetz­gebung auf dem Gebiete des bürgerlichen unb des Strafrechts erwachsen.

An den Vortrag knüpfte sich eine längere Aussprache, in der Amtsgerichtsrat I a st r o w (Berlin) beantragte, sich dahin auszusprechen, daß die richterliche Gewalt dem Gesetze unter­worfen sei und der Richter daher nicht die Befugnis habe, von bem Gesetz abzuweichen. Dieser Anttag wurde schließlich an­genommen.

Sodann erstattete der Staatsanwalt und Privatdozent Dr. Klee (Berlin) einen eingehenden Bericht über die Frage Bilden die gesetzgeberischen Vorarbeiten zum neuen Strafgesetz­buch (Vorentwurf, Gegenentwurf, Kommissionsbeschlüsse) eine ge­eignete Grundlage für die Neuregelung des Strafrechts". Er gliederte seinen Vortrag in zwei Punkte: 1. die Grenzen der richterlichen Strafzumessung, 2. das System der Freiheitsstrafen. Zu jedem einzelnen dieser Puntte stellte er eine Reihe von Leitsätzen auf.

-Oberlandesgerichtsrat Oppmar (Colmar) ist nicht der An­sicht, daß der Richter die Verantwortung ablehnen solle, die das neue Strafgesetz ihm geben will. Es sei aber das beste, sich heute darauf zu beschränken, auszusprechen, daß die Richter in bem Entwurf im allgemeinen eine brauchbare Unterlage für die zukünftige Gestaltung des Sttaftechts haben. Der .Antrag wurde einsttmmig angenommen.

Hierauf wurden die weiteren Beratungen auf morgen vettagt.

Lnftschiftahrt.

Schwäbischer Flug.

Flugplatz Ulm, 13. Sept. 7 Uhr vormittags. Hof­mann ist um 5 Uhr 34 Min. gestartet, kam aber nicht über die Friedrichsau hinaus und kehrte auf den Startplatz zurück. Er berichtete von stark böigem Wetter. V ollmöller machle ebew- falls einen Probeflug unb stellte gleichfalls stark böiges Wetter fest. Er unb Hirth haben trotzdem zu starten beschlossen, finb aber bis jetzt nicht aufgestiegen.

Flugplatz Ulm, 13. Sept. 7.30 Uhr vormittags. Hof^ mann startete um 7.15 Uhr, Vollmöller 7.17 Uhr, Hirth 7.18 Uhr unb Linbpaintner 7.25 Uhr. Außer biefen vier Fliegern ist niemand aufgeftiegen. Die übrigen wollen hotte abenb fliegen.

Flugplatz Ulm, 13. Sept. Die fünf letzten Flieger sind' heute nachmittag ebenfalls zum Start nach Friedrichshafen er­schienen. Jeannin startete mit fernem Fahrgast, Leutnant Reuß, um 5,5 Uhr, Hanuschke allein um 5,6 Ulw Letzterer mußte aber über her Donau niedergehen und kam in bas Usergebüfch zu liegen. Anscheinend ist ihm nichts passiert. Rover startete um 5,8 Uhr, Nölle 5,10 Uhr, beide gleichfalls ohne Fahrgast. Kurz vor bet Startzeit stieg Schall um 5,15 Uhr auf, kam aber nicht wett. Er landete auf bisher unbekannter Ursache nach einem Fluge von etwa! 100 Metern wieder auf bem Flugplatz.

Flugplatz Friedrichshafen, 13. Sept. 6,30 Uhr abends. I e a n n i n ist um 6,2 Uhr glatt gelandet. Hoffmann, Hirth unb Linbpaintner sind heute abenb zu prächtigen Schauflügen aufgestiegen. Wie vom Flugplatz Ulm gemeldet wird, unternahm der dort zurückgebliebene Flieger Schall gleichfalls Schauflüge. Er und der am Tonauufer allzu früh gelandete

tum vorgenannten Termine beim Elektrizitätswerk Gießen .-.nzureichen, da später den Hauseigentümern unnötige Kosten jur Last fallen, die bis zu All. 100 betragen können.

Kreis Alsfeld.

X. Alsfeld, 12. Sept. Stadtvorstands­sitzung vom 12. September. Zu Beginn der Sitzung gab der Vorsitzende den Bericht über die Prüfung der neuen Akkumulatorenbatterie im städtischen Elektri­zitätswerk bekannt. Darnach ist die Batterie zurzeit in einem einwandfreien Anstande und gibt die garantierte Leistung. Der Erlaß einer Wochenmarktordnung für die Stadt Alsfeld wurde beschlossen. Der Vorsitzende teilte dazu mit, daß man nach Schaffung der Markthalle auch versuchen müsse, den Wochenmarktverkehr richtig zu gestalten. Ter Wochenmarkt soll jeden Mtttwvch und Samstag von 71 Uhr, im Winter von 1 Uhr auf dem Marktplatz und in der Markthalle stattfinden. Der von bem evangelischen Kirchenvorstand Alsfeld anläßlich der demnächstigen Neubesetzung der Ki rch en dien er stelle

Gerichtssaal.

Paris, 13. September. Das Kriegsgericht von Oran sprach den Leutnant Sabatier unb zwei U n t er o N iz i ere, die angeklagt waren, durch grausame Behandlung den Tod eme5 Soldaten der Disziplinarkompanie namens Arnoult herbeigeführt zu haben, unter dein Beifall der Zuhörer einstimmig frei.

gegebenen Anregung, den Glöcknerdienst vorn Amte des .^Kirchendieners zu trennen, wurde zugestimmt. Das PrLsen- tattonsrecht des Stadtvorstandes für die Kirchendiener­stelle wird durch die vorstehende Abmachung nicht berührt. Die Abänderung des Vertrages mit dem Wasen- meister, die von Großh. Kreisveterinäramt angeregt worden war, wurde ohne Debatte genehmigt. Ein Ge­such um Rückerstattung von Krankenversicherung^ beiträgen wurde ebenfalls genehmigt. Zu dem Wald- branb am Müncheberg, der von Schulkindern von Leusel hervorgerufen worden, und durch den der Stadt ein nicht mbedeutender Schaden entstanden war, beschloß man, von riner Haftbarmachung der Eltern für den Schaden abzu­sehen mit Rücksicht auf die besondere Lage des Falles. Doch soll eine entsprechende Bestrafung der Tater bei der Kreisschulkommission beantragt werden. Ferner wurde ruf Vorschlag des Vorsitzenden beschlossen, 100 Exemplare des LötzschenFührers durch die Invaliden- und Hinter- »liebenenversicherung nach der R e i chs v e r si ch e rnn g s- jrbnung" anzuschaffen und diese an Arbeitnehmer, die ich auf eine entsprechende öffentliche Bekanntmachung mel­den, unentgeltlich abzugeben, um die Versicherten über die neuen gesetzlichen Bestimmungen rechtzeitig auf» znklären. Letzter Punkt der Tagesordnung war die Heizungsanlage für das Weinhaus. Es wurde beschlossen, auch den Anschluß des sog. Weinhauses, in welchen: die Stadtkasse und das städtische Baubureau nach Fertigstellung des Rathauses weiter verbleiben werden, an Die zurzeit in Ausführung genommene Niederdruckdampf­heizung für die Walpurgiskirche und das Rathaus vor­zusehen. Ein Kredit bis zu 650 Mk. wurde hierfür be* willigt.

Alsfeld, 13. Sept. Gestern abenb kam es hier in einer Wirtschaft zu einer blutigen Schlägerei zwischen zwei Fuhrwerksbesitzern, wobei einer mit einem Streichholzständer am Kopse so schwer verletzt wurde, daß sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. Heute weilte Gerichtsassessor Neuroth aus Gießen zur Untersuchung des in voriger Woche berichteten Brandes in der Gastwirtschaft zurscharfen Ecke" hier. Vernom­men wurden 11 Zeugen und Einsicht an Ort und Stelle ge* hcklten. Der Besitzer der Schreinevwerkstätte, worin das Feuer entstanden war, wurde als der Brandstiftung ver- dächttg in Untersuchungshaft genommen. Wei­teres ist noch nicht bekannt.

= Alsfeld, 13. Sept. An der hiesigen Oberrealschule fand das RraturitätSexamen für Externe statt. Es unterzogen sich 16 Herren der Prüfung, wovon nur 6 be­fanden.

x Wettfaafen, 13. Sept. In den Waldwiesen der RainSbach" läßt gegenwärtig das Eisensteinbergwerk zu Rieder-Ohmen nach Eisensteinen schürfen. Mehrere Ver-

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Demmin, ycuht von einem teute früh zu ein des Vormittags unsicher fuhr, das Lustschif auf die Tollens schiff verbräun vernichtet, besahuna tom an Menschenle

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