Ausgabe 
14.9.1911 Zweites Blatt
 
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Nr. 2(6

Lrfchemt täglich Ausnahme bei Gonntogk

em»

aber künstlerisch geboten

fehlen im Louvre? Nach all den

sind die beiden Tireitoren Artur Hellmer und Mar Rei­mann, bis jeßt Mitglieder des Schauspielhauses emschlossen vorgcgangen und beben die neuesten Erfindungen der Beleuchtungs» lechnik ünd des gesamten modernen Thcaterbaues ihrem Theater dienstbar gemacht und vor allem mit allem Nachdruck für die künstlerische Gestaltung der Dekorationen und der Kostüme gesorgt.

Redaktion, Gr Petition und Druckerei: Schul» skraße 7. Expedition und Verlag: e-iw t»l. Redaktion: 112. ieL»?lbu-9lmetQtr<BieSen.

Die ^Gießener ^emilienbläner" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, dal Krellblat! für bei Kreit Gießen" zweimal wöchentlich. Die ..kandmirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

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Wolff *£

eintönig. Tie Fassade

Cs gibt in diesem S?aui'e keinen flatternden Leinwandhimmcl und keine gemalten Kulissen und Zlmmcrwande mehr, sondern überall ist die plastische Dekoration mit Geschick und ohne liebertreibung rcriDCitbct Für bic Illusion des Himmels ist ein sog. Rund- Horizont, nach dem Borbildc Max Reinhardts, verwendet, em icfie» Trahtgestell mit Rabitz-Bcrvutz, das bis zur Decke des Hauses sich erhebt und dadurch schon vom Zuschauerraum den Eindruck einer Wölbung macht, die dann durch ein ivahrhafr raffiniertes System von weißen und farbigen Glühlampen, die lebe gewünschte Färbung des Himmels Hervorrufen können, noch gesteigert wirb Man möchte schwören, daß ein großes Glocken- aewölbe die Bühne überspannt. ... Tie ".'lufsührung der beiden stucke der Erönnungsvorstellung, Klerus LustspielTer zer- b r o di e ne Kru g" für Frankfurt Uraufführung.') und Rostaitds reizendes LustspielTie Romantischen", aus seiner Früh» zeit, in der UcberfcBung von Ludwig Fulda, geircl den Zu­schauern außerordentlich. Tas Theater ivar natürlich bis auf

den letzten Platz besetzt und es waren mit die ersten Kreise dev Gesellschaft, Die in den Logen und aus den Balkonplätzen saßen. Tie mnere Ausstattung des Theaters ist fast zu einfach und entbehrt leider jeder Eigenart. Das wird, scheint gut zu sein. F. Z.

Sojiaiöcmofratifd}cr Parteitag.

~ Jena, 13. Sept.

Zu Beginn des heutigen dritten BcrhandlungStages gab der Vorsitzende Adg. Leber-Jena einige Begrüßungstclegramme bekannt. Sodann erhält vor (Eintritt in die Tagesordnung Scheide-Bochum das Wort: Genossen und Genossinnen! Nach den Zcitungsmeldungen von heute früh hat der

massenmordende DlilitaridmuS

bei einem seinerKriege im Frieden wieder ein ungeheures Unglück hcrausbeschworen. Benn Durchschreiten der Elbe bei Pirna find elf Ulanen ums Leben gekommen. «Hört, hört!) Ich bitte Sie daher, folgende Resolution anzunehmen:Ter Partei­tag der deutschen Sozialdemokratie spricht den Hinterbliebenen der bei den sächsischen Manövem um Pirna ums Leben ge­kommenen elf Ulanen, diesen Opfern des völkermorbenden Mili­tarismus, sein tiefstes Beileid und seine innigste Teilnahme aus." Tie Entschließung wird einstimmig unter lebhaften Zustimmnngs- äußerungcn angenommen.

Darauf erstattet Rcichslagsabg. Geck den

Parlamentarischen Bericht.

Ter Reichstag trete im Winter noch einmal zu einer kurzen, aber bedeutungsvollen Tagung zusammen, er erinnere nur an das Heimarbeitergesetz. Aber ich glaube zuversichtlich, es wird nicht mehr möglich sein, alle diese Verbrechen, die sie beabsich­tigen, durchzuführen. Tie Sozialdemokratie ist gewillt, auch noch im letzten Augenblicke den Kampf aufzunebmen. Denn es gilt doch nur, die letzten Wochen, die der Reichstag nod) zusammen ist, für die Vorbereitung der Reichstagswahlen zu arbeiten. Es lebe der Kampf gegen die Bolksentrechtung, es lebe der Kampf gegen die Ausbeutung, es lebe der Kampf des So­zialismus gcaen das Kapital! Mit diesem Ruse werden wir aus dem Reichstage herausgehen, unser Mandat ist erloschen, wir werden uns wieder als Soldaten der roten Fahne unter die Massen stellen, und ivo die rote Fahne weht, da kämpft das

Arbeiten vermißt, und zwar gehören sie znm größten Teile der Spätrenaissance und dem Barock an. Es befinden sich darunter Werke von Hauptmeistern der bolognesischen Schule, wie Albani, Gucrcino, Hannibal Carracci, Guido Reni usw. Aber auch Werke von Bronzino, Basari, Giulio Romano, Caravaggio sind unauf­findbar. Unter den sechs abwesenden Spaniern befindet sich ein Frauenporträt von Velasquez aus der Sammlung La Eaze und eine Enthauptung aus dem 16. Jahrhundert, die ihrer Zeit 2300U Franken gekostet hat. In der hemen englischen Abteilung sucht man allerdings nur vier Bilder vergebens, aber darunter einen Constable, der 60 000 Franken gekostet hat. Bei den Blamen vermißt man 48, bei den Holländern 20, von den Werken der deltlschen Schule vier Gemälde. Wo sind nun alle diese Gemälde hingekommen. Ein kleiner Teil davon besindeh sich in den Pro- vinzmuseen, denen er leihweise überlassen worden ist Tie Haupt­masse verkommt in dem Staude und Schmutze derReserve n", die man mit besserem Rechte Leichenkammer nennen dürfte Ein nicht unerheblicher Teil dieser 323 Vermißten aber hat sich verflüchtigt. Man muß sie in den Kabinetten der Herren Minister ober der Gesandten der Republik ober anderen hohen Staatsbeamten suchen, die bet ihren Am :en sich durch einen Blick aus sie erlwlen. Auch in manchen Prioatwohnungen, so fügt Tudesa hinzu, wird man einen Teil dieser Abwesenden wiederfinden: sie sind auf diese oder jene Weise dorthin gelangt und die gegenwärtigen Nutznießer Haden vergessen, fie dem Louvre wieder abzuliesern.

Die En tdecku n g eines antiken Mosaiks in Lyon. In Lyon, dem alten Lugbunum, imirde in der Nähe des alten Amphitheaters unter den Trümmern eines großen Gebäudes eins der schön st en römischen Mosaiken entdeckt, die bisher in Frankreich gefunden roor- den sind. Es ist eine sehr sorgfältige Arbeit eines Künst­lers der antoninifchen Zeit, der nach au*gc reich neten Mustern arbeitete. Ursprünglich war das Mosaik ein Quadrat von etwa 4 Meter Seitenlange, wovon etwa ein Trittei zerstört ist In einem reichen ornamentalen Rahmen, der aus viereckig gegen- und durchetnander ge- sühnen Schraubenlinien in Scnwarz, Weiß und Mn gebildet ist, sind fünf Bildfelder eingefügt: in der Mitte rin 75 Zenti­meter messendes Quadrat, in dem auf dunklem Grunde der auf einem Panther siyendc Bacchus dargestellt ist, in vier seitlichen kleineren Quadraten überlebensgroße Köpfe, ir denen man vielleicht die vier Jahreszeiten zu erblicken hat. Während von dem Bacchusbild nur die Konturen völlig erhalten find, find zwei Köpfe ganz unversehrt, während von den beiden anderen kaum noch Spuren er­kennbar find.

stimmig angenommen, ebenso die aus der Frauenkonscrcnz an genommene von Linchen Baumann- Altona, m der eint Massenbeteiligung der Frauen an den Protestversammlungen gegen die Lebensmittelteuerung gefordert wird.

Inzwischen ist folgender

Eintrag Bernstein

kl. 323 -Silber ,_T------- _

Mitteilungen über die unerhörte Leichtfertigkeit, mit der die Ber- ivaltung des Louvres geführt wird, hat sich Andre Tudesa die Mühe genommen, die tatsächlichen Bestände der Gemälde­sammlung einer genauen Nachorüfting zu unterziehen Zu Grunde legte er seiner Vergleichung den bekannten wi'senicbaftüchen Katalog der Gemäldesammlung, der von Loienestre unb Richtenberger stammt, unb er verfubr in ber Weise, baß er die tatsächlichen Bestände der Galen-.' mit den in bi csem Verzeichnisse aujgeiuDrten verglich. Tas Ergebnis ist oerblünenb Tubesa hat fnlgestellt, baß 323 Bilder bei diesem Generalaovelle nicht auTjuiinben sind. Unb bade, handelt es sich nicht etwa um nebemschliche oder geringwertige, 'ondem zum Teil um wichtige unb mimn'anic Serke von tjervorragenben Künstlern. ~ Um mit ber ftanzöwwen ule zu beginnen, io unb in ihren Sälen 13b von den amtlich angegebenen L^.malben nicht auninbbar. Darunter 'wer hervor- ragenbe Gemälde von Boucher, jüni Werke von Sebaiuan Bourbon, eine ganze Anzahl von Gemälden der tunstgefchichttich bebcuienben 'Vialeriamibe Coypel, einLeonidas bei ben Thermopylen" von jauib zibei Werke von Claude Lorrain, fünf Bilder von dem genialen Gencault. In der italiemfchen Abteilung werden 103

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Wohnungen und nur *50 Schulgarten besitzen In Rhein- und Oberhessen ist der Prozentsatz etwas höher, aber doch haben auch in der fruchtbaren, reichen Wctterau von den 223 Le hrern des Kreise» Fried­berg nur noch 111 Schulgärten. Jedenfalls hat in anderen Gegenden Teutschlands, in denen die Arbriterdörfer immer mehr wachsen, sich die Zahl der Schulgarten in noch größerem Umfange verhindert

Ter Lehrer braucht einen ausreichenden Garten, lo groß und sonnig, daß man das für eine Familie not­wendige Gemüse, die Beeren und einen Teil des Obstes darin pflanzen kanw Ein Garten ist aber auch für einen richtigen Unterricht in Naturgeschichte nötig Tie Zeiten, da inan Botanik und Zoologie aus Buchern lehrte, sollten end­gültig vorüber fein. Vom Anschwellen der Fruchtknospen, vom Blühen der Hasellätzchen bis zum Abfallen der gelben Blatter und dem Ucbcnuintcrn der Rosen muß das Beob­achten, müssen die Versuche mit den Blumenstöcken und bergt dem Unterricht Kraft und Leben geben. Was ist Natur- gesckichte im Bauernhof ohne die Praxis im Schul­garten! Hier wird das Jahr über alles Mögliche aesehen, geübt: Tie Tüngungsverfuche, das Unigraben des Bodens, die Arbeit der Schnecken, der Regenwürmer, ber Maulwurfe und Scharmäuse, der Kröten und Igel, der Raupen und Käfer, diese unermüdliche Tätigkeit der Meisen und Finken. Tann kommen die Versuche üder das Trcheu und Wenden des Blattwerkes und der Wurzeln, das Setzen, Binden, Schneiden, Kalken, Ausputzen, Stutzen und Abernten der Lbftbäume, das Ziehen von Ablegern, das Veredeln der Rosen und der Bäu.nie u. a. in. Wirtliches Leben kommt in den Unterricht erst, wenn die Kinder von alledem nicht nur hören, sondern wenn sic es sehen unb womöglich selbst dabei mit Hand anlegen, und die Möglichkeit dazu bietet der Schulgarten.

Volk um Brot, ba kämpft bas Volk um Freiheit! Tie rote Fahne doch! «.Stürm. Beifall

Die Teuerungsfrage.

Von ber foiialbtmofratiidicn Rc.chstagsfraltton in ferner folgenbe, genügend unternupu Entschließung clngcgangen:

Die Reichstagssraktion roub beim Zusammentritt de» Reichstags ben Reichskanzler sofort übet die I riirrung nun vellieren Sie unterbreitet bem Parteitag nachstehende Reso­lution :

Ter Parteitag fordert zur Bckainpsung der verhängnis­vollen Teuerung aller Lebensrnittel von der Reich-regierung sosortige Suspension der Zölle auf Leben»- unb Futtermittel, CcHnnng der Grenzen unter Ausrechterhaltung der notwendigen veterinärpolizeiluhen Vorichriitcu zuni Schüße der Gesundheit des Volkes und Aushebung des Svstcms der Cmt:i: i'chci Der Parteitag fordert von den L a n d e s r e g i e r u >i g e n l'i mäßiguna der Ihknbahmraditen für Nahrung»- unb Futter­mittel aller Art. Er iorbert von den Gemeinden Bei- anstaltungen zur Ucbcrnahme des Verkehr» und der Produktion der Nahrungsmittel, bamu zunächst bie Preisbildung gcnchcn ist Ter Parteitag ruft alle Parteigenossen zur Uniernutznng unb Mitwirkung auf, um ber Sozialdemokratie neue Anhänge» »uzuführen unb sie für bie bcooritcbcn für die auf dem Gebiete des Zoll- stärken. Ter Parteitag fordert alle Manner unb Frauen an» iid) ben politischen Organisationen anzuschließen. Tcsattichcn iorbert ber Parteitag eine nachbrücklidje Werbearbeit, uir die Aufklärung in ber Presse zu sorgen, um in biefer Zeit maß­loser Preissteigerung für bie notwenbigstcn BebarsSarttkel Ab­wehr zu schäften unb bie Gewerkschaften in ben Stand zu setzen, aufklärend zu wirken Schließlick) fordert der Parteitag znm

eingegangen:

Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion wird tiiudit im Reichstag einen Antrag cinzubringen, wonach die Reichs- regietung verpflichtet werden kann, in Fällen inter­nationaler Verwicklungen den Rcichstan ein »u beruf en, um die gewählte Volksvertretung über Die Verhandlungen mit den auswärtigen Mächten unterrichtet zu halten."

Eduard Bernstein führt dazu auS: Wir find zu unserem Anträge gekommen auf Grund der Behandlung der Marokkosrage durch die deutsche Regierung, speziell aber durch die Vorgang, die zu der aufsehenerregenden Rede Lloyd Georges führten Wir wissen auch heute noch nicht, was in der Diplomatie diesem plöBlidjen (Eingreifen England» in d > e M a r o k k >> frage boraufgegangen ift. Meine der beteiligten Re gicrungen hat eS für nötig gehalten, ihren Völkern Aufklärung zu geben, wer oder welcher Vorgang die Erklärungen Lloyc George» eigentlich provoziert hat

Der Antrag wird einstimmig angenommen

ReichStagsabg. Sackfe-Walbenburg unb Wolf-Gotba sprechen dann zur Zmpfsrage, die keine Parteifrage sei, um die man aber in Parteikrcisen iid) mehr als bisher kümmern solle. Weiterhin verteidigt Stadthagen die Haltung der Reichstags' sraktton in Sachen der Lex Wagner. Tie Fraktion sei lediglich in der zweiten Lesung überrumpelt worden.

Hieraus erstattet Hoffmann (Thüringen) den Bericht be» Manbatsprüfung-ausschusies. ES leien 405 Teilnehmer vor­handen, darunter 338 Delegierte, unter diesen wieder 33 Ge­nossinnen: ferner 8 Vertreter deS Parteivorstandes, 8 Mitglieder der Kontrollkommission, 36 Reichstagsmitglieder, 1 Sachverstän­diger (Heiterkeit), ein Vertreter von Auer L Co. (Hamburg , einet derReuen Zeit", einer desWahren Jakob" und 11 ausländische Gäste.

Es folgte eine endlose Aussprache, an der sich fast aus­schließlich bie Parteijuristen beteiligten.

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Lin neues Theater in Frankfurt a. M.

Man schreibt uns aus Frankfurt a. M. unter bem 12. September: Gestern abend hat dasNeueTheate r" seine Psotteir geöffnet, das erftc aus pribaten Mitteln ohne städtische Unterstützung erbaute ernsthaft zu nehmende Theater in Frankfurt. Und ein so ganz besonderes Ereignis war rür die Frankfurter diese festliche Grömningdicier, weil kaum em Mensch in Frankfurt heute noch am Leben ist, ber bie Eröffnung eines neugegrünbeten unb neuerbauten Theaters in ber alten Raidjsstabt mitgemacht hätte Wohl sind Die heutigen GebäuDe für bie Oper unb daö Schauspiel perhältnismäßig neuen TatumS, aber da handelte es sich nicht um ein neues Unternehmen, ionbern um ben Umzug eines längst heftebenben Theaters aus bem alten baufälligen Gebäude in einen mobemen Prachtbau. Was bisher an Projekte" »um Bau eines neuen Theaters auftaudjic, war meist nur Grundstücksspekulation unb hatte mit Kunst nichts zu tun, mit Ausnahme bes im Herbst porigen Jahres unter ben günstigsten Vorzeichen eröiinetcnKomöbiciibaufes". ic.es ver- folgte wirklich ernste, künstlerische Zwecke unb hatte anfangs große Erfolge. Tann aber trat eine Kataitrophc cm, bie ben -eiter . der Bühne, Herrn Martin, aller Betriebsmittel beraubte w daß er das Theater auslösen mußte. Unter der Laü feines Un­glücks brach der noch sehr junge Direktor körperlich vollftandig zusammen unb suchte m einem Sanatorium Erholung.

Turch biesen Zusammenbruch sinb nun bem R e u en Thea­ter zu seinen schon von vornherein m fern Progriunm aufgenommenen Aufgaben noch eine Reihe anberer kunitlemcher Veranstaltungen zugefallen, bie das Komöbienhaus eingendüct hatte, und dadurch ist mit das Bene des verfchwunbenen Theaters gerettet, unb das Neue Theater hat eine neue Anziehungskrait gewonnen, bic ihm hoffentlich verbleiben wirb. Es yanbelt fich ba um bie im vorigen Jahre gegrünbetenMammeriöieic , .einer um bie neugeschafteneFreie Volksbühne" unb um -iteranimt Matinees. Nun kommt ja beim Theater immer erltens alles anbers, zweitens als man bentt. Aber in bteiem »jaue iit ee wohl erlaubt, auf cme günstige Entwicklung zu hoifen. beim das T Heal er ruht auf einer soliden finanziellen Grundlage, da cme große Anzahl Angehöriger aus den reichen Frankfurter Mreuen Anteile gezeichnet Hai unb natürlich auch an bem finanziellen Risiko tetlnimmt Tann ist auch ein Zeichen, bau ernit unb zuverlässig gearbeitet wird, ber Erösfnungstermm Der bet Der Gründung des Unternehmens angesetzt war, mit einer BeD- schiebung um nur wenige Tage, innegehalten worben. Uuch künstlerisch ward gestern schon recht Beitzeitzungsvolles geboten, wenn auch die vielen neuen Kräfte noch manchesmal werben zu­sammenspielen müssen, ehe sie sich mnnanbet «ngeimelt haben unb ehe sie sich alle ben akufttichen Berhaltmiien des joaincv angepaßt haben. Tas Zusammenspiel war im übrigen 'ehr Hott unb ließ eine sichere Regie erkennen, za* Einbrucksvollltc an biejem Eröfsnungsabenb war aber bic äußere Inizenierung. ..

Schulgärten auf dem Land.

Tic Korrespondenz d^s Teutschcn Lelircrvcreins bringt folgenden, offenbar aus Hessen stammenden Aufsatz, der viel Bahre» enthält und einige interessante Feststellungen bringt:

Tas preußische Eisenbahnministerium sorgt nicht bloß dafür, daß die Unterbcamten und Arbeiter Tienftland erhal­ten können, fordern es ift auch bestrebt, in diesen Kreisen das Interesse für eine rationelle Kleintierzucht zu sordern Wer selbst schon etwas Obst- und Gartenbau, Bienen- oder Ge­flügelzucht getrieben, wird die Bedeutung dieser Maßnahme der Verwaltung zu würdigen wissen Tas ist gesunde Sozialpolittk. Ein einsames Bahnwärtcrhaus wird erst anheimelyd durch bie Arbeit in ihm und um e». Man lernt feine Heimat erst richtig lieb gewinnen, wenn man sich auf derheiligen Mutter Erde" itn Schweiße seines Angesichts abmüht, wenn man von ihr den Segen direkt ernten kann, nicht auf dem Umwege über Markt und Geld­beutel. Daö von dem Eisenbahnministerium Angeordnete dürfte fidf als Muster auch für andere Behörden, vor allem für die LchulverwalMng empfehlen. Was für Bahnwärter gilt, trifft nämlich auch für mittlere, ja foaar höhere Be­amte ebenfalls zu. Es gibt nach all dieser einseitigen, ungesunden" Bureauarbeu nichts Heilsameres für die Nerven alS körperliche Arbeit, namentlich solche im Freien Wie viele Taufeude von deutschen Beamten sehnen sich nicht bloß nach einer sonnigen Wohnung, sondern vor allem auch nach einem HauSgartcn, in dem sie, abgesehen von dem Ertrag an Obst und Gemüse, das wieder gut zu machen suchen, was sic durch die einseitige Beschäftigung im Beruf an ihrem Körper gesündigt. Zu biefen Beamten zählen namentlich auch die Lehrer, die nach längerem Auf­enthalt in der Schulluft, nach aufreibender Arbeit in oft allzu großen Klaffen die körperliche Betätigung im Freien recht nötig haben. Für sie haben die Hausgärten aber noch eine ganz andere Bedeutung Tie Staats­beamten wohnen in der Regel in größeren Gemeinden, in denen man im Notfälle auch einmal die Küchenbedürfniffe in einer Gärtnerei kaufen kann, aber wie viele Lehrer fitzen in kleinen, oft abgelegenen Dörfchen; sie dürfen das Geld in der Hand haben, sie bekommen kein Gemüse, denn der Bauersmann pflanzt dergleichen höchstens für ben eigenen Bedarf, unb geschenkt will cs ber Lehrer nicht haben Ist es mit Eiern, mit Milch und Butter viel anders»? Ein Torflehrer, der in seiner Gemeinde etwas gelten soll, hat sich seine Bedürfnisse für Küche und Keller selbst zu besorgen, und er muß mit seinem Garten- unb Obstbau, seiner Kleintierzucht anberen ein Muster . fein. In ben gesetzlichen Verorbnungen sinb bic (Murten ja meistgewünscht", aber nur selten für sämtliche Schulstellen vorgeschrieben. Hier steht bas Schulhaus mitten im Ort, ber Garten ist längst verbaut, bort ist er durch die Wirtschaftsgebäude ber Nach- barfchast zum fchattigen Winkel, zur fast wertlosen Hühner­weide geworben; unb anberswo liegt er braußen vor bem Torf, ohne Zaun an einem trockenen, steinigen Abhang. Nicht selten hat er als winziges Vor- ober Blumengärtcheit seine Bebcutung überhaupt eingebüßt. Zu ben Stauten, bie ihr Bolksschulwesen in der Hauptsache musterhaft geregelt hatten, zählte jahrzehntelang auch bas Groß- Herzogtum Hessen. Dort war burch bas Sckzulgesetz van 1874 für jebe fest zu besetzende Lehrerstelle in Orten bis zu 2000 Einwohnern ein Schulgarten vorgesehen, aber mit ber Zeit haben sich auf bem Laube bie Verhältnisse dermaßen g n b er t, baß z. B. von den 1675 Leh- rernberProvinzStarrenburgnoch 619 Dien st-

ntr Zigarren erändern. r, Umgegend erroun leb. um. 074$ an:> e des Gieß Snz ec Um iuidi 2ir-- ener, Paäcr »k e HmMblungen. Ic ach m Tiellunr Bk.v Stellung tro.-'j: Ingebote imr lener Anzeize: r:y ud)t ,>ilide»A» ng als ] ihmcb.ii iCH an:.1 ). EieiAnKim en : l Fräulein, in a> ihm criahren, wu: ii guter Jmnüi« * igttfiftluk obnegef mng. «nerdielk't ich vMagerni. U i.ftinbcdtUCth nddess.-aneseK h^ranlSarW erdsmähiye l, >oniiciiiir__i

Mch. iud> SSä r, Staiievnl« <» if?!fUi-npenninhm htn vom Vonbt siS irb.

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Zweiter Blatt M Jahrgang Donnerstag, H. September (9U

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General-Anzeiger für Vberheffen

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